Autor: Regina

Corona – und die Zündschnur wird kürzer

Liebe Community, seit dem 16.03 befinden wir uns alle im Ausnahmezustand. Die Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus sind hart und bedeuten einen schlimmen Einschnitt in unseren Alltag. Jetzt wird es schon für harmonische Kernfamilien grenzwertig, wie ist es erst im Patchwork? Ich spüre nur eins: Die Zündschnur wird bei allen kürzer! Das ist auch kein Wunder. Ist es ja schon ohnehin schwierig genug, kommt nun bei etlichen dazu, dass man 24Stunden aufeinander hockt, manche in beengten Wohnverhältnissen leben und eine grosse Zukunftsangst oder pure Existenznöte dazukommen. Es gibt durchaus geteilte Meinungen, ob der Umgang nun weiter stattfinden sollte oder nicht. Das ist auch ganz von den Voraussetzungen abhängig. Schwer ist es, wenn die Lebenspartner nicht in die Entscheidung mit eingebunden werden. Sondern einfach mit einem Ergebnis konfrontiert werden. Das Kind kommt jetzt. Da fühlt man sich ohnmächtig, hilflos und übergangen. Zurecht. Wir haben den Umgang ausgesetzt. Da hatten wir auch gar keine andere Wahl, weil das Kind in einem anderen Land lebt und die Grenzen zu sind. Selbst das wollte die Kindesmutter allerdings nicht gelten …

Corona – wie funktioniert der Umgang jetzt?

Liebe Community, aus aktuellem Anlass heute ein Beitrag über eine ganz besondere Situation und wie Patchworker damit umgehen können. Als erstes möchte ich hier einmal ganz deutlich sagen, dass die aktuelle Situation sehr ernst zu nehmen ist und ich der Meinung bin, dass persönliche Befindlichkeiten nun einfach mal hinten anstehen müssen. Sämtliche sozialen Kontakte sind auf ein Minimum zu reduzieren. Doch wie sieht es mit dem Umgang aus? Muss dieser nun ausgesetzt werden? Darf der überhaupt ausgesetzt werden? Auch diese Frage ist absolut von den Gegebenheiten abhängig. Meiner Meinung nach sollte das Kind nun tatsächlich erstmal dort bleiben, wo auch der Lebensmittelpunkt des Kindes ist. Und es haben alle Befindlichkeiten der Eltern und auch des Kindes hinter dem Gemeinwohl erstmal zurückzustecken. Wenn eine Situation es hergibt, dass das Besuchskind in der Nachbarschaft wohnt und es ohnehin häufig Kontakt gibt, ist es natürlich kein Problem. Liegen weitere Strecken dazwischen oder ist die Elternkommunikation derartig schlecht, dass überhaupt kein stringentes Bild besteht, mit wem das Kind, die Mutter oder der Vater wann wie Kontakt hat, sollte Vorsicht …

Neue Selbsthilfegruppe in Österreich

ENDLICH können wir auch in Österreich eine Selbsthilfe Gruppe für Stiefmütter / Stiefväter anbieten! Im ersten Schritt sind wir in Salzburg stationiert. Lass uns gemeinsam über unsere Gedanken sprechen, uns austauschen, aufbauen und so, gegenseitig helfen. Es ist so wichtig, über all die Themen zu sprechen – mit Gleichgesinnten. Wir machen uns gegenseitig Mut und helfen uns in einem geschützten Rahmen darüber zu sprechen. Melde dich, ich freu mich auch! Hier findest du alles weitere: https://www.stiefmuetteroesterreich.com

Unbekannt (v)erzogen – warum sich das Kind für Stiefmütter oft fremd anfühlt.

Liebe Community, heute möchte ich einmal den Finger in die Wunde legen und über Erziehung sprechen. Bei nichts erhitzen sich die Gemüter mehr. Die Bandbreite geht da von der hysterischen Helikopter-Mutter, die die ahnungslose Supermarktverkäuferin am liebsten ins Gefängnis werfen lassen will, weil diese den armen Malm-Sören mit dem puren Gift eines Lollies ganz offensichtlich in Jenseits befördern möchte. Sonst hätte sie ja selbstverständlich einen glutenfreien Biodinkel-Keks angeboten! Auf der anderen Seite dann die kleine Schakkeline-Schantall, die gerade den anderen Kindern mit der Sandschaufel eins überzieht, während Mutti nur kurz eine Zigarette raucht. Extrembeispiele. Gewiss! Und was hat das eigentlich mit Stiefmüttern und Patchwork zu tun? Eine ganze Menge, wie ich finde. Denn als Partnerin eines Mannes mit Kindern ist man plötzlich mit „fremder“ Erziehung konfrontiert. Man bekommt ein Kind präsentiert, das in den häufigsten Fällen den Grossteil der Zeit bei der Mutter lebt und dort natürlich auch massgeblich geprägt und erzogen wird. An sich ja gar nichts Schlimmes. Aber es kann sich fremd anfühlen. Bis zu einem gewissen Grad kann man natürlich in seinem …

Ein Plädoyer für das Wechselmodell-von Pauline Dehler

Liebe Community, heute möchte ich nur das Vorwort schreiben. Unsere Gastautorin Pauline Dehler hat einen sehr interessanten Blickwinkel auf das Wechselmodell. Viele Stiefmütter stehen dem Thema mit gemischten Gefühlen gegenüber. Pauline schildert sehr anschaulich, warum das Wechselmodell eine Patchworksituation vereinfachen kann. Ich finde den Ansatz sehr spannend. Was sind Eure Erfahrungen? Diskutiert mit uns und schreibt hier oder im Forum. Danke für Deinen tollen Beitrag Pauline.   Ein Plädoyer für das Wechselmodell Von Pauline Dehler Kaum haben sich Papi und Mami nicht mehr lieb, schon geht das Gezerre um die Kinder los. Manchmal aus grosser Liebe zum Nachwuchs, manchmal aber auch nur, weil man sie dem Ex-Partner nicht mehr gönnt. Weil man ihm gar nichts mehr gönnt. Neben dem üblichen Residenzmodell, bei dem das Kind bei einem Elternteil wohnt und das andere besucht, setzt sich in Deutschland nun auch vermehrt das Wechselmodell mit paritätischer Aufteilung durch. Ich selbst bin die Lebensgefährtin eines Mannes mit zwei Kindern und nicht gerade ein Fan davon, meinen Haushalt mit fremden Menschen zu teilen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Trotzdem …

Der neue Stiefmutterblog

Liebe Community, Es ist soweit. Ich durfte nun den Staffelstab übernehmen und freue mich darauf, den Stiefmutterblog wieder mit aktuellen, hoffentlich spannenden Beiträgen beleben zu dürfen. Wie wichtig diese Anlaufstelle ist, durfte ich am eigenen Leib erfahren. Auch ich muss zugeben, dass ich die Situation Patchwork völlig unterschätzt habe. Als ich meinen Mann kennenlernte, machte ich mir eigentlich nur Gedanken, ob es denn mit den Kindern funktionieren würde. Ich selbst bin kinderlos und das Leben mit Kindern war mir einfach fremd. Dennoch wollte ich unbedingt meinen Mann unterstützen und den Umgang mit seiner damals 8 Jährigen Tochter fördern, sein Sohn war damals schon Teenager und durch seinen Leistungssport ohnehin nicht mehr an ganzen Umgangswochenenden interessiert. Was dann jedoch in der Realität auf mich zukam, hatte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Die massive und zum Teil sehr aggressive Präsenz der Exfrau, Gerichtsverfahren, Sorgerechtsstreitigkeiten, Jugendamt und einfach nur Ärger, Ärger und nochmal Ärger. Und das obwohl die Trennung durch die Exfrau initiiert wurde und schon lange bevor ich meinen Mann überhaupt kennengelernt habe, stattgefunden …

Alles hat seine Zeit

Ein Grusswort von Susanne Petermann. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich den Stiefmutterblog gegründet habe. Ein ganz neues Forum wollte ich bauen, einen sogenannten „Safe Place“ schaffen, auf dem Stiefmütter ihren Emotionen, die sie im Alltag oft genug unterdrücken müssen, freien Lauf lassen können. Kaum zu glauben, aber 2014, als ich anfing, gab es gar nichts für Stiefmütter. Das wollte ich ändern. Ich wollte Stiefmüttern eine Stimme geben. Hätte ich damals gewusst, was alles an Arbeit, Aufgaben, Anfeindungen und Kritik auf mich zukommt, hätte ich es wahrscheinlich …. … trotzdem gemacht. Ich bin und war ein Kämpfer, ich habe mich nie vor einer Aufgabe gedrückt. Vier Jahre lang habe ich den Stiefmutterblog mit viel Herzblut betrieben. Vier Stunden am Tag habe ich eigentlich immer mit meinem „Baby“ verbracht, was langsam zum Teenager reifte. Ich habe mich politisch für Stiefmütter engagiert, ich habe ein Buch zu dem Thema verfasst, ich habe hier auf dem Blog geschrieben und mich mit weit über 1000 Frauen ausgetauscht. Ich habe Interviews in Zeitungen, im Radio …