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Money, Money, Money

Heute geht es im Stiefmutterblog um das liebe Thema Geld.

Die Finanzen sind einer DER Hauptstreitpunkte in jeder Paarbeziehung, völlig unabhängig von der weiteren, familiären Situation.
Wie ist es also darum in Patchworksituationen aufgestellt und welche Besonderheiten lauern da im Finanzdschungel auf Stiefmütter?

Um etwas Objektivität in die Gesamtsituation zu bekommen, muss man natürlich in die möglichen Konstellationen reinleuchten.

Fakt ist aber, dass in den allermeisten Fällen, der Kindsvater unterhaltspflichtig ist.
In einigen Fällen geht es nicht nur um Kindesunterhalt, sondern Ehegattenunterhalt kommt auch noch hinzu.

Wenn man als Frau also eine Beziehung mit einem Trennungsvater eingeht, kann man sich in den meisten Fällen zumindest auf das Thema Kindesunterhalt einstellen.
Nun gibt es ja durchaus Gutverdiener, die solche Zahlungen kaum oder nur wenig auf dem Konto spüren, aber wie sagen Mediziner immer so schön: “Seltenes ist selten”

Die Konstellation, die mir deutlich häufiger begegnet ist eher die, dass Trennungsväter diese Zahlungen durchaus empfindlich merken und dann kommt es zu dem Phänomen der sogenannten Querfinanzierung durch die neue Partnerin. 

Doch was bedeutet das eigentlich konkret?

Die juristische Situation ist erstmal die, dass neue Partner nicht zum eigentlichen Unterhalt für die Kinder des Partners herangezogen werden dürfen. Ebenso erfolgt keine Unterhaltsberechnung auf Basis eines “Familieneinkommens”, eine These, die ich in den Bereich der modernen Sagen verbanne, sonder einzig und allein das Einkommen des Kindsvaters zählt.
(Es gibt die Ausnahme des sogenannten Taschengeldparagrafen, was allerdings in der Rechtssprechung so selten zur Anwendung kommt, dass ich das hier ausklammern möchte)

Das sind ja grundsätzlich für neue Partnerinnen gute Neuigkeiten und viele sind erleichtert, wenn sie das recherchieren. Was viele Frauen allerdings im vielleicht etwas blauäugigen Enthusiasmus der ersten Verliebtheit übersehen, ist eben das Thema Querfinanzierung. Wenn also dem Trennungsvater nach Abzug aller Kosten nur so wenig Geld bleibt, dass er sich den Lebensstandard der neuen Partnerin nicht leisten kann. Es bleibt einfach kein Geld für gemeinsame Aktivitäten, für Urlaub, Restaurantbesuche oder gar den Erwerb von Immobilien oder nur gerechte Aufteilung der Miete. Man kann natürlich an der Stelle über Gerechtigkeit philosophieren, bei der Wohnsituation ist es aber dennoch der häufigste Fall, dass 50/50 geteilt wird, der Trennungsvater aber auf eine grössere Wohnung angewiesen ist, um ein oder zwei Kinderzimmer für die Besuchskinder zu haben. Die sicherlich häufigste “versteckte” Querfinanzierung durch neue Partnerinnen.

Ebenso ein Dauerbrenner ist das Thema Urlaub. Da etliche Kindsväter mit ihren Kindern Urlaub machen möchten, ist danach für Paarurlaub kein Geld mehr da. Wenn die neue Partnerin natürlich selber Kinder in die Beziehung mitbringt, kann man einen gemeinsamen Patchwork Urlaub machen, aber auch dieser ist oft nicht gerade besonders konfliktfrei. Stiefmütter ohne eigene Kinder empfinden so einen Urlaub mit den Kindern des Partners oft als nicht bereichernd, sondern als Belastung und möchten ihren kostbaren Jahresurlaub nicht so verbringen. Da ist es dann die einzige Alternative, dass man seinen Partner zu einem weiteren Urlaub einlädt, das gleiche gilt für Restaurantbesuche oder andere kostenpflichtige Alternativen.

Nun gibt es ebenso Stiefmütter, die diese Ausgaben auch nicht schmerzlich auf dem Konto spüren, allerdings gilt wieder oben genannter Grundsatz: “Seltenes ist selten”

Im Überfluss funktioniert so etwas gut und führt auch kaum zu Konflikten. Anders ist es, wenn auch die Stiefmutter nicht gerade im Geld schwimmt und ihre Kosten im Blick behalten muss.

Und hier ist wieder ein grosser Konfliktpunkt im Zusammenleben mit einem Trennungsvater. Ich erinnere mich an den Satz von einer Stiefmutter, die genau das Thema satt hatte und sich darüber geärgert hat, dass der Partner sein weniges Geld nur und ausschließlich für “Kindergedöns” wie sie es nannte, ausgegeben hat und sie den kompletten Rest finanzieren musste oder halt komplett auf solche Dinge hätte verzichten sollen. Wie kann hier eine Lösung aussehen?
Wichtig finde ich zuallererst, dass man sich des Themas bewusst wird, man findet kaum oder wenig Information darüber, Trennungsväter verschweigen das oft schamvoll und Stiefmütter bekommen ja eh schnell den Stempel der egoistischen “Next” aufgedrückt, die gefälligst hinter den Kindern zurückzustecken hat. Muss sie halt auf Paarurlaub verzichten. Kaum jemand redet darüber, was Stiefmütter oft monetär hinter den Kulissen stemmen.

Zwingend erforderlich ist es, dass der Trennungsvater da transparent ist. Das Thema kommt nämlich oft ziemlich überraschend, da kein Trennungsvater gerne zugibt, dass es da finanziell düster aussieht, Häufiger ist die Aussage: “Ich komme zurecht und kann alle meine Verpflichtungen alleine gut stemmen”. Nur leider darüber hinaus nichts mehr. 

Hier hilft es, eine gute Kommunikation zueinander zu haben und faire Kompromisse zu schliessen. Mich hat am Anfang meiner Patchworkerfahrung am meisten aufgeregt, dass ich überhaupt keine Transparenz hatte und mir diese Themen in einer Art Salamitaktik wie Tretminen immer wieder um die Ohren geflogen sind. 

Da muss jedes Paar für sich einen fairen Kompromiss finden. Der kann so aussehen, dass der Partner ein gewisses Budget für Kinderaktivitäten hat und dann aber auch noch etwas für gemeinsame Aktivitäten. Und das man die Urlaubssituation klärt. Das kann ein jährlicher Wechsel zwischen Kinderurlaub und Paarurlaub sein oder zumindest eine klare Kommunikation, dass sich der Trennungsvater schlichtweg keinen Paarurlaub leisten kann und auf die Finanzierung der neuen Partnerin angewiesen ist. Dann hat man zumindest die Wahl, ob man den Partner einladen möchte oder nicht.

 

Allerdings sollte einem wirklich klar sein, dass es eher häufig ist, dass man indirekt mitfinanzieren muss.
Das gilt im übrigen für die umgekehrte Konstellation auch, dass ein Stiefvater das Kind seiner alleinerziehenden Partnerin indirekt mitfinanziert. 

 

Ich persönlich finde es in einer Partnerschaft nur fair, wenn alle Beteiligten die “Karten auf den Tisch legen”. Dann kann man Lösungen finden. Von einer Stiefmutter allerdings per Definition zu erwarten, dass sie das Thema klaglos mitstemmt, weil Sie ja wusste, worauf sie sich einlässt ist einfach nur ungerecht.

Was sind Eure Erfahrungen?

Eure
Regina

 

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