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Mini-Wife-Syndrom. Wenn Kinder zu Partnern werden

Skitter Photo, Stocksnap

Es gibt Stiefmütter, die fühlen sich auf seltsame Weise ausgeschlossen, wenn ihr Mann und ihre Stieftochter zusammen sind. Oft schämen sie sich für ihre Gedanken, halten sich selbst für übersteigert oder hysterisch, weil sich ihnen das Gefühl aufdrängt, es hier eher mit einer „Geliebten“ als mit einem Kind zu tun zu haben. Sie haben es mit einer Mini-Wife an Papas Seite zu tun.

Papas Nr. 1 – Das Mini-Wife Syndrom

Wenn Sie so eine Mini-Wife als „Nebenbuhlerin“ in Ihrer Beziehung haben, liegt es fast immer daran, dass Ihr Partner es nicht geschafft hat, Vaterrolle und Partnerrolle voneinander zu trennen. Da er seiner Tochter erlaubt hat, Bezugsperson, Vertraute oder Stütze zu sein, fühlt sie sich als legitime Gefährtin ihres Vaters. Die Folge: Jede andere Frau in Papas Leben wird zur Konkurrenz und muss eifersüchtig bekämpft werden. Teres erlebt das gerade.

In meinem Buch „Du hast mir gar nichts zu sagen“ habe ich einige dieser „Mini-Wifes“ und die Auswirkungen derartiger Papa-Tochter-Beziehungen auf die neue Partnerschaft beschrieben. Das „Mini-Wife-Syndrom“ kommt übrigens häufiger vor, als man denkt. Wobei die Beziehung der Mini-Wifes zu ihren Vätern nichts mit Sex (oder sexuellem Missbrauch) zu tun haben.

Patchwork ist extrem anspruchsvoll!

Teres hat mir einen Brief geschrieben, der die Situation ganz gut beschreibt. „Hallo zusammen. Ich bin 36, erziehe meinen zehnjährigen Sohn alleine und bin jetzt zum zweiten Mal in einer Beziehung mit einem Partner mit Kind. Mit dem ersten Partner, er hat einen sechsjährigen Sohn, habe ich zusammen gewohnt. Das Ganze hat leider nicht funktioniert. Seine Ex hat immer Theater gemacht seit dem Moment, als wir zusammen kamen. Das, obwohl sie schon über ein Jahr getrennt waren und sie es war, die ihn rausgeschmissen hatte. Außerdem hat sie das Kind als Waffe gegen ihn eingesetzt. Wenn er nicht gespurt hat drohte sie sogar, sich oder dem Kind etwas anzutun. Nach jedem Wochenende kamen Terror-SMS, Urlaube fielen ins Wasser, Kinobesuche, Essen mussten abgesagt werden usw. Es war schlicht nicht möglich, so eine Beziehung zu führen. Patchwork ist extrem anspruchsvoll meiner Meinung nach, und wenn die Fronten zwischen den Expartnern nicht geklärt sind, ist es nahe zu unmöglich.

Wenn Töchter den Platz als Partnerin eingenommen haben. #Mini-Wife Klick um zu Tweeten

Nun habe ich seit einem halben Jahr einen neuen Partner, der eine zehnjährige Tochter hat. Hier sind die Fronten zwischen den Ex-Partnern glücklicherweise geklärt. Mit seiner Tochter verstehe ich mich sehr gut. An sich perfekt. Was ich hier jetzt aber erlebe, ist eine sehr symbiotische Beziehung zwischen Tochter und Vater. Die Tochter ist eine Mini-Wife. Sie schläft neben ihm im Bett, sie kuscheln und umarmen sich viel, sie schaut im Haushalt und kümmert sich um Papi.

Zuviel des Guten

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Eigentlich herzig, nur fängt das an mich langsam zu nerven, weil ich es übertrieben finde. Wenn wir mit den Kindern zusammen sind, sitzt sie jeweils zwischen mir und meinem Partner. Wenn wir spazieren gehen, hängt sie an seinem Bein wie ein Klotz. Wenn wir etwas besprechen, kommt sie und unterbricht uns, um wieder im Mittelpunkt zu stehen.

Mir kommt es teilweise so vor, als hätte mein Partner eine kleine Ehefrau und nicht eine Tochter. Das beunruhigt mich etwas. Kennt sich jemand hier damit aus? Im Englischen gibt s ein Buch, das heisst „The Mini-Wife Syndrom“. Da geht es eben um getrennte Väter mit Töchtern, die den Platz als Partnerin eingenommen haben und es scheint, es kann dann enorme Probleme geben, wenn die Tochter das Gefühl hat, sie muss ihren Platz für Papas neue Freundin räumen.

Zum Glück wohnen wir noch nicht zusammen, wir wollen uns Zeit lassen. Nach meinem letzten Fehlversuch mit Patchwork bin ich auch vorsichtiger geworden. Mich würde es aber freuen, mich mit einer Stiefmutter auszutauschen, die es ebenfalls mit dem Mini-Wife-Syndrom zu tun hat.

Teres

Bitte E-Mail mit Stichwort „Mini-Wife“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

44 Kommentare

  1. Tara sagt

    Aufgrund des beschrieben Phänomens bin ich auf diesen Blog gestoßen und erstaunt, wie weit verbreitet dieses Verhalten doch ist… und wie wenig die Väter da reflektieren.
    Erst vor einigen Tagen fragte ich meinen Partner ob er meine, dass „dieses Verhalten normal“ sei bei einer 5-jährigen… (exzessive Abhängigkeit, akzeptiert die vorübergehende „Abwesenheit“ des Vaters nicht, z.B. wenn er das Wohnmobil fährt und sie hinten sitzen soll, er muss sie 24/7 bespaßen wenn sie am Wochenende da ist und er tut das mal nicht wird ein Drama wegen irgendeiner Kleinigkeit gestartet, bei Verboten wirft sie sich laut heulend auf sein Bett und weint bis er sich entschuldigt und sie tröstet, sie schläft nur ein, wenn er daneben liegt und bei ihr schläft, rumgebocke vom feinsten, wenn er nicht pariert usw.) Darauf sagte er nur, dass dies wohl nicht normal sei bei einem normalen Kind, bei einem Scheidungskind aber schon. Ich habe das mal sacken lassen und finde es geradezu theatralisch welche Rolle da einer 5-jährigen zugemutet, ja regelrecht aufgebürdet wird.
    Natürlich ist seine Tochter perfekt, Gefühle wie Wut, Eifersucht oder Frust kennt das Kind, laut ihm, nicht. Ihre Eifersüchteleien bilde ich mir nur ein, das sei alles Quatsch und ich sei die, die hysterische Züge hat.
    Ich habe mich bis dato immer zurückgehalten, was Kritik anging (wir sind erst 9 Monate zusammen), allerdings spitzt sich die Lage wegen der erneuten Schwangerschaft der Kindsmutter zu, sodass die kleine nun wieder einnässt, nachdem das trocken sein nie ein Problem war. Diese Situation wurde mir wie folgt erklärt: „Das Kind vergisst über das spielen einfach, dass sie auf Toilette muss…. das kann mal passieren!“ Es passiert übrigens bis zu sieben mal am Tag. Das war der Moment wo ich, jegliche Diplomatie vergessend, entgeistert antwortete, dass dies nicht sein ernst sein könne und doch klar ist, das die neue Situation ihr sehr zu schaffen macht. Aber das sehe nur ich so.
    Darüber hinaus bin ich abgeschrieben, wenn seine Tochter da ist. Aufgrund der Schlafsituation übernachte ich nicht mit dort, wenn ich am WE frei habe und er seine Tochter bei sich hat, sondern bin nur stundenweise zu Besuch und das auch nur, wenn ich Lust habe (was seltener wird). es bleibt da meist bei ein paar Nachrichten am Tag, und das auch nur, wenn ich mich darüber mal wieder beschwert habe. Telefonate gibt es so gut wie keine, weil er ja immer mit dem Kind einschlafen muss und dabei selbst einschläft. Unter der Woche lebt er quasi mit mir in meiner Wohnung und dieser abrupte Wechsel von Partnerschaft auf „Abstellgleis“ macht mir irgendwie zu schaffen. Es ist ja nicht so, als könne ich mich nicht allein beschäftigen. mein Leben ist ausgefüllt mit Freunden, Job, Studium usw. aber er ist mein bester Freund und normalwerweise sehen wir uns jeden Tag und reden intensiv über den Tag des anderen und das bleibt plötzlich einfach aus.
    Er ist jetzt gerade mit dem Kind und Schwiegereltern im Urlaub, da dieselbe Situation, auch wenn er vorab Besserung gelobt hatte. Ich habe manchmal den Eindruck, dass er meint ich würde mich „anstellen“ und aus einer Mücke einen Elefanten machen. und manchmal glaube ich das sogar selbst. Aber es hilft mir gerade sehr zu lesen, dass es vielen so geht.

    Ich glaube, die Väter ebnen den Weg für das Schneewittchen-Syndrom ohne es zu wissen. Das mag sicher an dem schlechten Gewissen und dadurch mangelnder Konsequenz in der Erziehung liegen, zumindest teilweise. Ich bin auch ein Papa-Kind, war aber niemals so intensiv mit meinem Vater, nicht mal im Ansatz und empfinde den extremen Körperkontakt und das ständige buhlen um Aufmerksamkeit als belastend und irgendwie unangebracht, bis hin zur Scham.

    Ich habe das Glück einen sehr verständnisvollen Partner zu haben dem ich, gut verpackt und wertfrei, eigentlich alles sagen kann und finde durch eure Einträge gerade den Mut offen anzusprechen wo wir noch Kompromisse für den Umgang finden müssen.

    Vielen Dank dafür! Toll, dass es solche Plattformen zum Austausch gibt!

  2. Marina sagt

    Ich habe seit über 10 Jahren einen Partner mit einer erwachsenen Mini-Wife (28). Es wird also, zumindest in meinem Fall, nicht wirklich besser, wenn das Kind gross ist.

    Die ersten 7 Jahre unserer Beziehung waren extrem schrecklich und ich frage mich heute noch, warum ich das alles mitgemacht habe. Für meinen Partner war seine Tochter ein Kind im Format einer Gottheit, er stellte sie auf ein Podest, stand nicht zu mir und machte alles, was sie wollte. Er lobte vor mir sogar die Form ihrer Brüste und meinte, dass er hinter ihr her sein würde, wenn er ein junger Bursche wäre. Eine Zeit lang dachte ich tatsächlich, dass da noch viel mehr abläuft. Die Alarmglocken, die bei mir losgingen, habe ich aus übergroßer Verliebtheit überhört.

    Die Tochter hat von Anfang an die Platzhirschnummer gebracht und wollte mich aus dem System werfen. Das macht sie heute noch und jedes Mal, wenn wir uns sehen (müssen), schiesst sie ganz subtil ihre Pfeile gegen mich ab, um mich zu verletzen. Am Anfang habe ich ein paar Mal versucht, mit ihr zu reden. Da kamen aber nur solche Antworten von ihr wie folgende: „Ich könnte Dich töten, habe aber keinen Grund. Mein Papa macht sowieso, was ich will.“

    Wenn ein Event bei seiner Verwandtschaft angesagt war, durfte ich öfter nicht mit, weil die Tochter das nicht wollte. Er hatte ihr dann versprochen, dass sie ihn dort nur für sich hat. Sie verbietet ihrem Vater, meine Hand zu nehmen usw. (das lässt er sich aber nicht verbieten), wenn ich mal irgendwo mit dabei bin und sucht selbst Körperkontakt zu ihm. Wenn wir unterwegs sind, drängelt sie mich regelrecht weg, damit ich nicht neben ihm sitzen oder gehen kann. Wenn ich mir das nicht gefallen lasse, ernte ich hasserfüllte Blicke. Den Kampf um den Platz im Auto neben meinem Partner musste ich größtenteils selbst ausfechten, er stand nur feige daneben.

    In den ersten Jahren verbot sie ihm, bei mir zu übernachten und wenn er bei mir war, machte sie Telefonterror und schrie ihn an, er müsse sofort nach Hause kommen und für sie kochen oder ihr Geld bringen usw.

    In den letzten Jahren setzt mein Partner allerdings öfter Grenzen, nachdem wir viel Zoff und heftigen Streit miteinander hatten wegen dem Ganzen. Doch die Mini-Wife lässt sich davon nicht abhalten, in der permanenten Dauerschleife väterlicher Aufmerksamkeit sein zu wollen. Seitdem mein Partner öfter „Nein“ sagt, sehen sie sich nur noch alle 2 Wochen. Das reicht ihr jedoch nicht (aber das ständige Zusammenzeitverbringen die ersten Jahre hatte ihr auch schon nicht gereicht). Sie ruft ihn mehrmals die Woche an oder simst und will ihn sehen. Sie gurrt ihn an, wie lieb sie ihn hätte und alles in Bewegung setzen würde, um mit ihm zusammen Zeit verbringen zu können. Das schmeichelt ihm.
    Sie ist in ihrem Begehren, unbedingt alle Zeit der Welt mit Daddy zu verbringen, so penetrant und beharrlich, dass ich mich frage, ob das spätestens aufhören wird, wenn sie 60 ist; ich befürchte, das wird nicht der Fall sein.

    Mindestens einmal im Jahr bekommt sie einen hysterischen Heulkrampf und wirft ihm vor, dass er keine Augen für sie hätte, dass er kein Vater für sie wäre, dass er zuwenig seiner Freizeit für sie opfern würde. Sie schreibt ihm ellenlange, vor Pathos triefende handschriftliche Briefe oder Mails mit dem Inhalt, dass er sich so verändert hätte, dass sie doch früher ständig zusammen waren, wie sie sich das ideale Vater-Tochter-Verhältnis vorstellt usw. Auch wenn Freunde und Verwandte dabei sind, kommt es vor, dass sie eine Szene macht und heulend aus dem Zimmer rennt.

    Was mich daran besonders aufregt, ist, dass mein Partner ihr immer noch manchmal regelrecht hörig ist und in solchen Situationen nicht immer zu mir steht (die ersten Jahre war es, wie gesagt, noch viel schlimmer). Er traut sich z. B. oft nicht zu sagen, dass er neben mir sitzen will oder dass er nicht schon wieder mit ihr ins Kino oder ganztägige Ausflüge machen möchte, nachdem sie innerhalb eines Monats schon mehrfach zusammen unterwegs waren und ihm das zuviel wird. Seine Standardsätze mir gegenüber waren und sind auch heute noch manchmal: „Was mein Kind braucht, bekommt es auch. Entweder Du akzeptierst das oder kannst gehen. Du bist diejenige, die sich anpassen muss.“
    Er ist oft ganz klein mit Hut und scheint regelrecht Angst zu haben vor ihr oder dass er sie verliert, wenn er nicht spurt, wenn sie wieder mit diversen Forderungen kommt. Er druckst dann erst rum und tut so, als ob er sich ihr widersetzt und macht dann doch oft, was sie will. Und wenn er Grenzen setzt, wird sie völlig hysterisch.

    Als mein Partner damals von zu Hause auszog (seine Frau hatte ihn schon Jahre zuvor verlassen, aber sie wohnten der Tochter zuliebe zusammen und hatten offiziell keine neuen Partner), zog die Tochter bald darauf zu ihm und gab später zu, dass sie einen Keil zwischen uns treiben wollte. Das Zusammenleben zwischen Vater u. Tochter klappte aber nicht, so dass er ihr nach ein paar Jahren eine Wohnung kaufte.

    Ihren ersten Studienplatz suchte die Mini-Wife an einer Uni in der Nähe seiner Arbeitsstelle, besuchte ihn dort fast jeden Tag, wollte nach der Arbeit was mit ihm unternehmen und von ihm nach Hause gebracht werden. Als er den Job wechselte, wechselte sie auch die Uni. Und da es an der neuen Uni in der Nähe von Papis neuem Arbeitsplatz ihr bisheriges Studienfach nicht gab, studierte sie einfach etwas anderes. Klar, dass sie mit dem Studieren nicht fertig wird.

    Hätte ich das alles in dem Ausmaß vorher gewusst (auch, wenn es von seiner Seite aus in den letzten Jahren besser geworden ist), wäre ich niemals eine Beziehung mit ihm eingegangen. Das hat mich in all den Jahren schon soviel Nerven gekostet und ich bin durch die Situation dauergestresst. Die Mini-Wife steht förmlich permanent in den Startlöchern, um in die Arme von Papi zu sprinten. Für meinen Partner ist das auch eine ständige Gratwanderung. 1. sitzt er zwischen den Stühlen seiner „Lebensgefährtinnen“. 2. möchte er seine Tochter nicht vor den Kopf stoßen, geht aber trotzdem ab und zu auf Distanz, weil ein kleines Entgegenkommen bei ihr sofort eine noch größere Flutwelle der Übergriffigkeit auslöst und er sich durch sie gestresst fühlt.

    Wirklich mit meinem Partner darüber reden konnte ich nie. Er findet sich und Mini-Wife völlig normal und mich krank. Dass auch er einiges zu ihrem Verhalten und zu meinem Unbehagen und meiner Distanz ihr gegenüber beigetragen hat, findet er nicht.

    Was mir auch zu denken gibt, ist, dass die Dame seit vielen Jahren keinen Freund hat. Ich befürchte, dass sie in ihrem tiefsten Innern keinen will, da sie ja schon einen Lebensgefährten hat, nämlich ihren Vater, der sie mit mir sozusagen betrügt.

  3. Gibt es auch das „big Kid“-Syndrom? Ich kenne das eher, dass Frauen sich aus Konkurrenzkampf mit den Kinder selber in die Kinderrolle begeben und den Konkurrenzkampf starten.

  4. Interessant finde ich, dass dieses Verhalten auch in Beziehungen mit gemeinsamen Kinern auftritt. Mein Freund finde zumindest ich, ist ähnlich fanatisch mit unserem Sohn. Versteht mich nicht falsch, ich liebe natürlich meine Kinder, aber: Ich wünsche mir exklusive Paarzeit. Und sehr oft habe ich das Gefühl, dass mein Partner mir das nach einem Streit nicht geben mag, wohl aber meinem Sohn. Für mich gelten viel strengere Auflagen als für unseren Sohn, was Emotionalität betrifft. zB erkenne ich die Badsituation wieder: teilweise hämmert unser Kind an die Badtür, wenn er drin ist oder springt beim Essen auf seinen Schoss. Erst nach und nach löst sich das auf und mein Partner sagt, dass das stört.
    Ein Stück weit sage ich mir jetzt: Na gut, sie sind nicht immer so klein, genieße es halt auch, aber oft bin ich irritiert von dieser Nähe, die er eben bei den Kindern sucht und nicht bei mir (und ich meine das definitiv auch nicht missbräuchlich, alles normales Kuscheln aber eben exzessiv bei den Kindern, während mir suggeriert wird, sobald wir Streit hatten: Dann habe ich keine Lust, was mit dir zu machen.). Das macht mich sehr oft fertig und führt eben auch zu Trennungsgedanken, weil ich mich so ungeliebt und ausgeschlossen fühle.

    • Bärbel sagt

      Naja… kann ich aber deinen Mann auch sehr gut verstehen. Ich wäre auch kein Kuschelbär wenn 5 Minuten vorher die Fetzen geflogen sind und dann erwartet wird dass man kuschelt und so tut als ob nix gewesen wäre? Find ich persönlich komisch. Will ich in dem Moment auch nicht. Und ja klar, dass euer Sohn dann mehr abbekommt, mit ihm hat er ja nicht gestritten *lol*…

      Kann deine Gedanken hier nicht wirklich nachvollziehen, sorry.

    • Theres sagt

      Was für ein Alptraum. Ich habe mich nach 1,5 Jahren Beziehung getrennt, ich habs nicht mehr ausgehalten. Wenn ich deine Geschichte lese, bin ich mir umso mehr sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Mich haben die 1,5 Jahre in dieser 3-er Beziehung genug Nerven gekostet.

  5. mrspurpur sagt

    Das Schneewitchensyndrom…so hat es meine Mutter mal bezeichnet.
    Eifersucht auf die leiblichen oder Stiefkinder kommt in jeder Eltern Kind Konstellation vor. Und ja es ist Eifersucht. Und die Muttr/ Stiefmutter sieht sich in einem Zwiespalt. Gerade Töchter sind nunmal die Frau Nummer eins für Väter. Ist naturgemäß so. Menschen finden z.B. ihr eigenes Gesicht in das jeweils andere Geschlecht umgewandelt besonders attraktiv.
    Ich bin auch so eine perfekte Tochter. Jetzt erst kann ist das verstehen. Nahezu egal was ich (auch heute noch) mache, mein Vater findet es grandios.
    Das verhindert nun allerdings auch nicht dass ich die gleiche Eifersucht auf meine Stieftochter erlebe. Ich versuche es nur direkt mit meinem Partner zu thematisieren, meine Gefühle zuzulassen und meinem eigenen Bedürfnis nach Nähe einfach nachzugeben. Also Konkret wenn die beiden schmusen und ich mich ausgeschlossen fühle setzte ich mit einfach dazu. Oder ich nehme die andere Hand meines Partners wenn das Kind mir demonstativ die Hand verweigert, dann geht eben Papa in der Mitte.
    Zum Glück geht mein Partner diesen Weg weitgehend mit. Nur manchmal überwiegen halt auch bei ihm die Hormone und dann…. Frau Königin ihr seid die schönste hier aber Schneewitchen bei den sieben Zwergen ist tausend mal schöner als ihr.

    • Jennifer sagt

      Sehr interessant das Schneewittchensyndrom! Wobei das anscheinend nicht nur bei (Stief)Töchtern vorkommt. Väter können auch ihre Söhne wie durch einen Filter wahrnehmen, der alle weniger grandiosen Aspekte herausfiltert. Das hat dann wohl auch damit zu tun, dass man als Eltern nur das beste an seinen Kindern sehen möchte. Die Gründe dafür sind wohl vielfältig. Ich glaube es ist so „einfacher“ für viele Eltern. Keine Konfrontation, daher auch kein Ärger. Dass die Konfrontation und der Ärger aber später irgendwann vielleicht einmal kommen, weil die Kinder sich zu Menschen entwickelt haben, die schlechter auf das Leben vorbereitet sind, die z.B. selbst nicht mit Konflikten klar kommen, ist ihnen da noch nicht bewusst.
      Ich verurteile das in keinster Weise. Es gehört viel Stärke dazu sich selbst und dem Kind einzugestehen, dass es eben nicht so perfekt und wunderbar ist und dass man sich und dem Kind damit auch keinen Gefallen tut. Es ist die Aufgabe der Eltern ihren Kindern den Spiegel vorzuhalten und ihnen dadurch zu helfen sich zu entwickeln. Erst dann kann der Mensch sein wahres Potential entfalten, wenn er aus seinen „Fehlern“ lernen darf.

      Ich spreche bei meinem Partner auf vorsichtige Art und Weise schon von Zeit zu Zeit an, wenn mir eine gewisse Entwicklung bei seinem Sohn auffällt bzw. wenn ich den Eindruck habe, dass der Vater das auch noch verstärkt. Ich formuliere es aber nicht wie eine Kritik, sondern ich zeige Interesse an dem Grund für das Verhalten des Vaters. Es ist ja möglich, dass er sich dabei etwas denkt. Abgesehen davon bin ich auch noch als Kinderlose Partnern nicht in der Position seine „Erziehung“ zu kritisieren. Bei Besuchseltern kann man davon kaum sprechen, aber man darf nicht unterschätzen wie viel Einfluss man dennoch auf ein Kind hat selbst wenn man es nur besuchsweise sieht.

    • Kerstin sagt

      Interessant – Schneewittchensyndrom gefällt mir auch sehr gut.

      Mein Vater fand und findet auch immer alles ganz wunderbar, was ich mache und tue, kaufe oder auch nicht kaufe.
      Meine Mutter (ich bin kein „Wunsch-Kind“) hatte schon immer ein Problem mit ihr. Es war und ist immer alles „nicht richtig“, was und wie ich es tue. Und sie allein fühlt sich so, als hätte sie all die Weisheit dieser Erde mit dem goldenen Löffel zu sich genommen und ich bin „völlig naiv und ahnungslos“.
      Das ist wohl wirklich kein alleiniges Ding, was in Stief-Familien auftreten kann, sondern wo es einfach aufgrund der Situation besser wahrnehmbar ist.

  6. Jennifer sagt

    Danke Teres! Wir haben neulich zum ersten Mal die Paartherapie besucht und da hat sich bereits einiges herauskristallisiert. In nächster Zeit geht mein Partner erst einmal alleine hin um an seinen Themen zu arbeiten, die ihn als Vater und Partner betreffen. Diese beiden Ebenen/Rollen zu vereinbaren ist schließlich nicht ganz einfach.
    Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken darum gemacht was mir konkret wichtig ist an einer Partnerschaft. Liebe ist die Basis, keine Frage, aber wenn zwei Menschen unterschiedliche Vorstellungen von Partnerschaft haben, kann die Liebe nur helfen aufeinander zuzugehen, aber ohne an der Partnerschaft zu arbeiten wirds schwer. Ich habe auch den Eindruck, dass viele Väter nicht genau erkennen was passiert und wenn, dann können sie aufgrund von Überforderung, Schuldgefühlen, Ängsten oder aus anderen Gründen nicht angemessen handeln.
    Ich fürchte da brauchen die Männer nicht nur eine geduldige, liebevolle Partnerin die ihnen immer wieder aufzeigt wo es hapert sondern oft auch einen erfahrenen Berater, der sie dabei unterstützt ein guter Partner und Vater zu sein. Ich glaube Väter neigen dazu die Ebenen nicht differenzieren zu können, zwischen Vaterschaft und Partnerschaft. Wenn ich etwas an der Partnerschaft kritisiere was im Kontext mit dem Kind steht bekomme ich meist zu hören: „Ich habe ein Kind und das musst du akzeptieren.“
    Ich akzeptiere es voll und ganz, aber ich frage mich dabei ob er mich als Partnerin mit meinen Wünschen vielleicht nicht wahrnimmt, weil er zu sehr davon eingenommen ist, dass ich ja sowieso nur was gegen sein Kind hab. Er verharrt förmlich in dieser Haltung und es ist die Antwort auf alles. Damit wäre das Thema erledigt, dass er etwas für die Partnerschaft ändern muss und alles bleibt an der Frau hängen, die erstmal ihr angedichtetes Problem in den Griff kriegen soll. Inzwischen sind wir ja glücklicherweise weiter und die Therapeutin konnte mit ihm schon einige wichtige Punkte erarbeiten.

    Gewisse Dinge gehen einfach nicht, wenn man in einer gesunden Partnerschaft sein will. Ich denke vielen Männern ist nicht wirklich bewusst wie anders die Partnerschaft mit einer neuen Frau abläuft im Vergleich zur Ex/Mutter des gemeinsamen Nachwuchs. Da stellen sich natürlich gewisse Aufgaben die vorher einfach nicht in der Kernfamilie da waren.
    Im Nachhinein hätten wir zu Beginn der Beziehung schon eine Beratung aufsuchen sollen und das kann ich nur jedem empfehlen. Ich würde wieder eine Beziehung mit einem Vater eingehen, wenn die Gefühle da sind, aber frühzeitig gemeinsam eine Beratung aufsuchen. Naturgemäß sind die Väter der Stiefmutter skeptisch gegenüber eingestellt, vieles aus dem Mund der neuen Partnerin klingt für sie nach „Eifersucht“ etc. Da ist eine unabhängige Person notwendig. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Wichtig dabei ist jedoch, dass der Vater entweder selbst den Ansprechpartner auswählt oder man gemeinsam einen findet. Sucht man nämlich allein, kann das auch für Skepsis sorgen.

    Und was das Foto angeht. Im Grunde ist es mir egal, ich bin mir zwar nicht sicher was es dem Kind suggeriert und ob das so gut ist, aber so lange mein Partner weiß wo mein Platz ist und so lange ich weiß, dass ich den Platz habe, den ich als Partnerin haben sollte kann er von mir aus auch nur Fotos von seinem Kind haben. Wäre zwischen uns alles ok und wäre die Lage allgemein nicht so angespannt, weil der Junge vor kurzem dem Vater eine dramatische Szene gemacht hat und schlecht von mir gesprochen hat etc. nur um nicht mit zum Vater zu müssen, hätte es mich wohl auch nicht beschäftigt.
    Was das Beispiel mit dem Hochzeitsfoto angeht: Das finde ich auch schwierig, vor allem weil der Mann dafür wohl kein Verständnis haben konnte.

  7. Teres sagt

    Ja, unglaublich oder? Eine Stiefmutter hat ein Bild gepostet, wo die Stieftochter auf dem Sofa auf dem Vater liegt, er vorne, sie hinten, ihre Beine über ihn. Ihr Problem war zusätzlich, dass sie 3 Stieftöchter hat, die älteste ist 14 und macht das auch. Wenn die Töchter dann mal weg sind, hat ihr Partner keine Lust mit ihr zu kuscheln, weil er ja sonst schon jeden Abend belagert wird und froh war, dass er mal seine Ruhe hatte.
    Mehrere Stiefmütter haben Bilder von Spaziergängen gepostet, mit dem Titel: Das ist meine Aussicht auf dem Bild Vater und Tochter eng umschlungen oder Händchen haltend am Spazieren und die Stiefmutter trottet hinter her.
    Allesamt haben gesagt, ihre eigenen Kinder (in Vorpubertät oder Pubertät) würden nicht mehr auf den Mund geküsst werden wollen, weil sie das peinlich finden, die Väter und Mini-Wifes küssen sich aber weiter intensiv auf den Mund.
    Viele Mini-Wifes waren richtige Zicken und gemein zu der Stiefmutter, da war ich grad noch froh, dass es bei uns nicht so schlimm ist.
    Eine lustige Geschichte fand ich auch noch, dass ein Vater mal gefurzt hat und seine Mini-Wife hat gesagt, mmh, Papi’s Furz riecht soooo gut.
    Oder eine Stiefmutter hat ein Ritual ihrem Mann vor dem Einschlafen den Rücken zu kraulen, eines Abends waren beide im Bett und seine Mini-Wife hat sich reingeschlichen und angefangen, Papi’s Rücken zu kraulen, so wie die Stiefmutter das normalerweise macht. Einfach nur unheimlich ein solches Verhalten, die Mini-Wifes sind teilweise richtig obsessiv in ihrem Verhalten. Unsere Mini-Wife stand letztens auch im Korridor als Papi im Bett lag und hat ihn eine längere Zeit beobachtet, er hat es sie dann bemerkt und zurück ins Bett geschickt. Ich bin wirklich froh fällt ihm das komische Verhalten nun auch selber auf….

    • Kerstin sagt

      @Teres – das find ich ja alles super „gruselig“.
      Bei deinem letzten Satz musste ich stutzen.

      Eines morgens trug es sich zu, dass ich friedlich aufwachte und zur Zimmertür guckte, da sah ich wie der zu dem Zeitpunkt 8-jährige Sohn vom Mann im Türrahmen stand und uns anstarrte. Ich fand das gruselig. Zum Glück wachte der Mann auch grad auf. Seit dem rufen wir beim kleinsten Geräusch im Treppenhaus, ob der „Stalker“ wieder unterwegs ist und ob er wohl den Weg in SEIN Zimmer findet.

    • Kerstin sagt

      Das Hochzeitsbild…. Das ist ja wirklich unglaublich. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen.
      Also jemanden, der sich so aufführt und keinerlei Besserung ist in Sicht – den hätte ich niemals geheiratet. Um Himmels Willen. Ich nehme mal an, dass das mit dem Foto sicher nicht die einzige „Meisterleistung“ ist, die der Mann/Vater sich da geleistet hat.

      Ich möchte es nur jedem ans Herz legen, VOR einer Hochzeit sollte klar sein, wo der Mann steht und vor allem wie er zur Partnerin steht.
      Natürlich sind mir meine Kinder auch wichtig. Nur es sollte einem auch bewusst sein, dass diese „Kinder“ eines Tages ein eigenständiges Leben führen und der Partner derjenige ist, der bestenfalls die restliche Zeit mit einem verbringen wird. (Und dies möglichst nicht heulend, da das Kind einen ja forever „verlassen“ hat und man sooooooo unglücklich ist).

      Der Gatte hatte übrigens aus gegebenem Anlass noch mal an seine Jungs einige Wochen VOR unserer Hochzeit eine sehr deutliche Ansage gemacht gehabt, in der er tatsächlich klare Worte für klare Sachverhalte gefunden hat und auch entsprechende Verhaltensweisen noch mal MIT DEN KINDER diskutiert hat.
      Wäre er hingegen noch immer der Meinung gewesen, ich wäre eifersüchtig, oder irgendwie super streng oder sonst irgendwie MERKWÜRDIG und er hätte lebenslänglich jedes Verhalten seiner Kinder in Schutz genommen und nur aus dem Grund, WEIL es SEINE Kinder sind, dann hätte ich mich früher oder später eher getrennt.

      Er sagt auch heute noch, wenn ich damals all das erahnt hätte, dann hätte ich sicherlich meine Tür wieder zugeschlagen, als er davor stand. Und ich sage: „Ja, vermutlich hätte ich das getan!“ (und bin mir sehr sicher, ich hätte es getan, wenn ich in dem Moment ALLES erahnt hätte, was jemals auf mich zukommt oder wo ich mich mit auseinander zu setzen habe).

  8. Ela M. sagt

    Ich denke, das Phänomen ist nicht begrenzt auf die Töchter. Ich erlebe es bei meinem Freund, er hat 3 Kinder. Sein Sohn (10) ist alle 2 Wochen bei uns. Er hat Rechte wie ein Erwachsener, aber keine Grenzen, Pflichten oder Konsequenzen zu tragen, die sich aus seinem Handeln und Verhalten ergeben. Er wird wie ein Erwachsener behandelt, auf Augenhöhe gesetzt.
    Mich regt das extrem auf, da ich der Meinung bin, ein Kind ist ein Kind und ein Erwachsener ist ein Erwachsener. Ich begrenze ihn, und das Recht nehme ich mir heraus. Ich warte nicht ab, bis mein Freund (vielleicht mal) am Tisch sagt, wenn der Sohn wieder reingeplappert hat, dass er ruhig sein soll, sondern ich mache das sehr direkt.
    Susanne: Darf ich dich fragen, warum die Tochter DEINEN Platz einnimmt? Ich verstehe genau, was du sagst – dennoch: Ich finde, dass du sehr wohl das Recht hast, deinen Platz zu verteidigen und fest auf deinem Platz stehen zu bleiben. Ich würde der Tochter ganz klipp und klar verdeutlichen, dass sie hier nicht die einige ist auf der Welt und die Kommunikation in der Familie sich nicht nur auf sie beschränkt. Ich würde mein Themen einbringen und wenn sie unterbricht, sie in ihre Schranken weisen. Wo sind wir denn? Das sind wirklich Grundregeln. Die Lernen Kinder schon im Kindergarten. Eigentlich müsste der Vater dich auch etwas mehr einbeziehen, indem er auch dir einen Raum gibt und die Tochter mal ihren Mund halten muss. Klingt hart, aber wenn man sich vorstellt, dass, wenn das Kind da ist, du nur noch eine Randerscheinung zu sein scheinst – ist das ja wohl nicht sehr viel besser.

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Ela,

      Es geht nicht um meine Stieftchter, sondern um Teres, die es mit einer Mini-Wife zu tun hat.

      Auch wenn das hier mein Blog ist, sind es nicht alles meine persönlichen Erlebnisse.

      Wenn das so wäre, hätte ich mir wahrscheinlich längst einen Strick genommen 😉

      Herzliche Grüße, Susanne

      • Kerstin sagt

        Herrlich Susanne,

        ja, das wäre für eine Person wirklich enorm viel zu ertragen.

    • Millie sagt

      Hallo Ela M.

      Alle Rechte und keine Pflichten… so lange aufbleiben am Abend wie ein Erwachsener, aber dann nicht selbständig Pyjama anziehen oder alleine Zähneputzen gehen ohne Theater. Da gäbe es einige Beispiele.

      Ich getraue mich kaum ein Gespräch mit meinem Partner zu beginnen, weil ich nur schon darauf warte, von einem belanglosen Thema unterbrochen zu werden. Damit weiss ich nicht mehr wie umgehen.

      Ich habe phasenweise mal versucht, den Sohn (12) darauf hinzuweisen, dass er bitte nicht unterbrechen solle, wenn es nicht lebensnotwendig wäre. Seine Reaktion: er rennt aus dem Zimmer, haut die Tür in die Angel und ist beleidigt. Die Reaktion meines Partners mir gegenüber: „So, das hast du jetzt davon. Spiel nicht immer die böse Stiefmutter, er ist doch nur ein Kind. Dass du Kinder hasst, das wissen wir unterdessen alle.“ Langfristige Reaktion des Kindes: es kann eigentlich machen, was es will und ich bekomme den Zusammenschiss, was indirekt den Rücken des Kindes stärkt für etwas, das sich (meiner Meinung nach) nicht gehört.

      Ich habe nichts gegen Kinder, aber ich denke, wenn Kinder schon die Vorteile von Erwachsenen nutzen wollen, sollen sie sich umso mehr auch an gewisse Anstandsregeln von Erwachsenen halten… (ein wenig im Haushalt helfen, Hand vor den Mund beim Niessen, Haustüre hinter sich zumachen, sich begrüssen und verabschieden, nicht bei fast jedem Satz unterbrechen, mal Stillsitzen auch wenn’s langweilig ist, Handtuch aufhängen nach dem Duschen, auch ab und zu mal alleine Hausaufgaben machen, Jacke aufhängen nach dem Reinkommen, sich mit einem normalen Stück Torte zufrieden geben und nicht den halben Kuchen verschlingen, bzw. im ganzen Gesicht verschmieren, auch mal abwarten bis alle fertig gegessen haben bevor man vom Tisch rennt, usw. –> bei mir ist ein Abend schon dann gerettet, wenn nur mal ein einziges dieser Beispiele funktioniert… ein einziges Beispiel… aber das passiert leider sehr sehr selten)

  9. Millie sagt

    Mein Partner hat einen Sohn, der bald 13 ist. Ist mein Partner mit irgendetwas beschäftigt, muss sein Sohn direkt nebenan stehen (wenige cm daneben). Gehen wir spazieren, muss der Sohn zwischen uns sein. Sitzt mein Partner auf dem Sofa, muss der Sohn halbwegs auf ihm sitzen. Möchte ich kurz etwas klären, kann ich kaum meinen Satz fertig aussprechen, schon werden wir von einem belanglosen Thema unterbrochen.

    Ich habe das Gefühl, diese „Bedrängung“ belastet nicht nur mich, sondern auch meinen Partner, nur würde er dies nie zugeben.

    Kracht es mal zwischen meinem Partner und seinem Sohn, ist die „Bestrafung“ so, dass mein Partner sagt „na gut, machen wir diesen Programmpunkt eben nicht“ und zieht sich zurück (sind bei diesem Programmpunkt meine Freunde involviert, geht das leider besonders gut). Sein Sohn folgt ihm natürlich und hat erreicht, dass er seinen Vater für sich alleine hat, weil ich den Programmpunkt trotzdem durchziehe und die Verabredeten nicht stehen lassen möchte. Spreche ich meinen Partner später darauf an, dass dies ja keine Bestrafung, sondern eher eine Belohnung war, meint er: „was soll ich denn tun, ich kann das Kind ja nicht alleine lassen“.

    Ich werde (innerlich) wütend auf das Kind, dabei weiss ich unterdessen, dass ich ja eigentlich auf meinen Partner wütend werden sollte, weil er keine Grenzen setzt. Habe schon mehrmals versucht, meinem Partner aufzuzeigen, wie ich die Sache sehe und erlebe. Leider sieht er alles ganz anders. Ich solle nicht eifersüchtig sein. Die Zeit mit seinem Sohn wäre extrem kurz. Er könne seinen Sohn nicht an einem Wochenende erziehen. Ich solle mich nicht in die Erziehung einmischen. An solchen Wochenenden müsse ich eben lernen, zurück zu stehen, weil er für seinen Sohn dasein wolle.

    Ich versuche zurzeit, nicht mehr zuhause zu sein an den entsprechenden Wochenenden. Ich befürchte nur, dass mir dies zu einem späteren Zeitpunkt genau zum Vorwurf gemacht werden wird: Du interessierst dich ja sowieso nicht für ihn! Du könntest mich ruhig unterstützen bei der Erziehung! Du könntest etwas mehr Interesse an seinen Schulleistungen zeigen! Du könntest auch mal Hausaufgaben machen mit ihm!

    Ich sehe mich nicht als eifersüchtig. Ich möchte auch nicht zwischen Vater und Sohn stehen. Und eigentlich möchte ich auch nicht vor der Situation flüchten.

    Ich habe einfach Mühe, wenn sich ein bald 13-jähriger wie ein Kleinkind benimmt und wenn der Vater keine Grenzen aufzeigt. Falls mir jemand einen Tipp hat, wie ich damit umgehen soll, bin ich wirklich sehr dankbar!

    • Teres sagt

      Hallo Millie
      Das mit dem Rückzug habe ich auch gemacht. Mir ging die Situation dermassen auf die Nerven. Ich glaube aber nicht, dass dies die richtige Strategie ist. Dass du dich in Erziehungsfragen zurück nimmst, ist sicher gut aber, dass du an den Wochenenden komplett aus seinem Zuhause flüchtest, geht auf Dauer doch auch nicht. Ich würde nochmals das Gespräch mit deinem Partner suchen. Ich weiss es ist sehr heikel und dein Partner wird sich wahrscheinlich gleich wieder kritisiert fühlen, aber es ist wichtig, dass er erkennt, dass er seinem Sohn keinen Gefallen tut wenn er ihn weiter so in den Mittelpunkt stellt, verwöhnt und alles durchgehen lässt. Du kannst ihm vielleicht anbieten, dass ihr euch bei einer Beratungsstelle ein paar Input holt, vielleicht nützt es mehr, wenn er von einem Experten hört, wie wichtig es ist einem Kind Grenzen zu setzen.
      Ich persönlich bin an den Punkt gekommen, wo ich langsam bereit war die Beziehung los zu lassen (und mich in Zukunft nicht mehr auf einen Partner mit Kind einzulassen). Ich habe meinem Partner meine Ansichten ganz klar nochmals mitgeteilt, dass es mich stört, wenn die Tochter jeweils zwischen uns sitzt, dass es nervt wenn er mit Babystimme mit der Tochter spricht (inkl. der tausend Kosenamen die er für die Tochter hat), das ich die Situation, dass er mit der Tochter im Bett schläft nicht mehr mit ansehen kann usw. das war alles ziemlich heftig für ihn. Ich dachte auch er trennt sich von mir, wenn ich so ehrlich bin und damit nimmt er mir die Entscheidung die Beziehung zu beenden ab, aber siehe da, er hat angefangen einzulenken. Er sucht jetzt eine neue Wohnung wo die Tochter ihr eigenes Zimmer bekommt. Freu 🙂
      Also ich würde dir raten, nachdem du dich ja jetzt etwas zurück genommen hast, nochmals das Gespräch mit ihm zu suchen, wenn er dich liebt und will, dass du glücklich bist in der Beziehung mit ihm, wird er hoffentlich versuchen, dir ein bisschen entgegen zu kommen. Wenn nicht, musst du halt selber für dich entscheiden, ob du mit dieser Situation noch länger leben möchtest oder dir vielleicht besser wieder eine eigene Wohnung suchst.
      Lieber Gruss Teres

      • Millie sagt

        Danke Teres für deine Antwort. Es freut mich sehr für dich, dass es bei euch geklappt hat mit Klartext reden. Hoffentlich ist eure Situation nun langfristig besser!

        Wahrscheinlich muss ich tatsächlich nochmals ein Gespräch suchen. Spätestens, wenn es wieder um 3 Wochen gemeinsame Sommerferien geht. Macht mich so traurig, dieses leidige Thema. Es ist wirklich der allereinzige Streitgrund in unserer Beziehung. Externe Hilfe lehnt mein Partner kathegorisch ab, da er sagt, dass die verfahrene Situation nur an mir liegt und eine gemeinsame Therapie deshalb nichts bringen würde.

        Interessant ist, bei andern Leuten sieht mein Partner sofort, wenn die Grenzen fehlen, somit wüsste er theoretisch schon, dass Grenzen richtig wären. Irgendwie sehe ich das Problem bei der konkreten Umsetzung. Wie kriegt man es hin, die Grenzen in unserem Haushalt konsequent umzusetzen. „Ich habs meinem Sohn schon dreimal gesagt, dass er das Handtuch aufhängen soll nach dem Duschen. Wenn er’s eben nicht kapiert, kann ich die Erziehung auch nicht retten“ und so versandet jeder Ansatz… was das Kind (bewusst oder unbewusst) sicher schon lange weiss… und sich an keine Regeln hält…

        Ich erinnere mich, als der Sohn begann im Strassenverkehr radzufahren, da weigerte sich das Kind immer mal wieder, auf der rechten Strassenseite zu fahren. Mal links, mal rechts, egal ob Haupt- oder Nebenstrasse. Hauptsache, man benimmt sich gegen Regeln und gesellschaftliche Normen (ich könnte viele Beispiele aufzeigen). Als ein entgegenkommender Autofahrer das damals 9-jährige Kind anhupte, nahm mein Partner seinen Sohn in Schutz „was für ein blöder Autofahrer, der sieht ja, dass da ein Kind kommt, kann der Idiot nicht ausweichen…“. Ich bin dann immer sehr im Zwiespalt, wie ich reagieren soll.

        Naja, grundsätzlich sind wohl alle Eltern etwas verblendet von ihren Kindern…

      • Susanne Petermann sagt

        Sicher sind alle Eltern etwas blind, was das eigene Kind betrifft. Das ist normalerweise auch gesund und nützlich. Aber was Dein Partner da macht, überschreitet die „normale“ Blindheit deutlich. Jedenfalls in meinen Augen. Er scheitert mit seinem Erziehungsansatz und dann sind die anderen „verblendeten“ Menschen Schuld? Holla die Waldfee, das kann ja noch heiter werden. Bei einer schlechten Note in Mathe ist der Lehrer schuld, später bei einer Abmahnung im Büro ist der Chef ein Hornochse usw. Wie soll dieses Kind lernen, Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen?

      • Millie sagt

        Hallo Teres
        Habe gestern wieder mal versucht über unsere Dreiecksbeziehung zu reden. Bewusst ruhig, freundlich, ohne Vorwürfe, mit aktivem Zuhören (klar bin ich nicht perfekt, aber ich habe mir wirklich sehr bewusst ausgedrückt). Es vergingen keine 10 Minuten und es flog ein Wasserglas an die Wand, der Abend war gelaufen und es war wieder meine Schuld (Nach einer halben Stunde habe ich in ruhigem Ton gefragt, ob er wütend auf mich oder auf die gesamte Situation wäre „Ich bin jetzt wütend auf DICH“ war seine Antwort ).

        Ich möchte nur aufzeigen, dass ich echt am Anschlag bin bei diesem Thema.

        Der Hintergrund: Wir waren zu dritt unterwegs, Sohn und Vater sassen im Zugabteil eng beieinander und schauten gemeinsam in ihre Smartphones. Ich sass gegenüber, liess die beiden machen, bemühte mich nicht um eine Konversation. Angemerkt, ich habe selber kein Smartphone und interessiere mich auch nicht besonders dafür, ausserdem hätte ich von meinem Platz aus auch nicht auf die Bildschirmchen sehen können. Der Vorwurf war, ich hätte mich nicht eingebracht, ich hätte mich demonstrativ abgewendet und ruhig verhalten.

        Naja, hätte ich mich dazugequetscht, hätte ich vielleicht im Nachhinein hören müssen, dass ich mich eingemischt hätte, dass ich die Vater-Sohn-Zeit gestört hätte, dass ich nicht zurück stehen könne, dass ich nicht akzeptieren könne, dass sie zu zweit was machen, usw.

        Kann es sein, dass ich – egal wie ich es mache – es immer falsch mache?!

      • Susanne Petermann sagt

        Es flog ein Wasserglas? Passiert das häufiger oder fühlte er sich „erwischt“ bei dem Gespräch?

      • Millie sagt

        Hallo Susanne

        Naja, es fliegen zum Glück nicht allzu häufig Sachen durch die Wohnung. Aber wir sprechen ja auch nicht mehr allzu häufig über unsere Beziehungssituation. Zudem sehe ich den Sohn kaum noch, ich kann mich glücklicherweise (oder leider) auch um Weihnachten drücken.

        Hätten wir (mein Partner und ich) es sonst nicht wirklich sehr sehr gut zusammen, wäre es für mich unterdessen ziemlich einfach, die Beziehung zu beenden.

        Ich glaube, mein Partner verdrängt sehr vieles, schiebt Probleme unter den Teppich. Und wenn er sich in die Enge gedrängt fühlt, öffnet sich der Teppich ein wenig und es kommt irgendein Problem raus, das er dann zur Verteidigung nutzen möchte. Auch wenn es nichts mit dem aktuellen Streit zu tun hat, wird mir das verdrängte Thema an den Kopf geworfen. Irgendwie wird so auch vom aktuellen Thema abgelenkt. Ich finde es unglaublich schwierig mit ihm zu diskutieren, ich kenne dies von keiner anderen meiner früheren Beziehungen. Ich kann mir vorstellen, dass wenn sich der Teppich zu verschieben beginnt, dass dann plötzlich zuviel Verdrängtes raus kommt und dann die Gläser an die Wand fliegen.

        Mal sehn, ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr professionelle Hilfe organisieren können, bzw. hoffe ich, dass auch mein Partner bereit ist, freiwillig und ernsthaft mitzumachen.

        Gibt es eine spezielle „Berufsgruppe“, die auf Patchwork-Familien und/oder auf Diskussionsvermittlung spezialisiert ist? Vielleicht gibt es Suchbegriffe fürs Internet oder Listen mit Therapeuten? Wir wohnen unterdessen in Zürich (Schweiz). Bin froh um jeden Input. Grosses Dankeschön an dich und deinen Blog.

        Millie

      • Susanne Petermann sagt

        Liebe Millie, ich stelle zur Zeit eine Liste mit Coaches zusammen, die sich auf Patchwork spezialisiert haben. Die wird im nächsten Jahr veröffentlicht und dann immer wieder ergänzt. Ich hoffe, dass auch jemand in Eurer Nähe dabei sein wird. Herzliche Grüße, Susanne

    • Jennifer sagt

      Hallo Milli!

      Ich hoffe die Situation hat sich für dich gebessert.
      Was die Vorwürfe angeht: Niemand kann dir vorwerfen, dass du deinen Mann nicht bei der Teilzeit-Erziehung unterstützt. Nicht mal wenn es Vollzeit wäre. Uns haben mehrere Therapeuten gesagt, dass das definitiv die Aufgabe und Verantwortung der Väter ist. Wir dürfen natürlich den Kindern auch mal sagen, dass sie die Füße vom Tisch nehmem sollen, oder dass sie die Handtücher aufhängen sollen und und und, aber der erzieherische Aspekt, also die Konsequenzen bei Regelverstößen etc. obliegt bei so einer Konstellation nur dem Vater. Und so doof die Väter das dann auch finden, dass sie die Verantwortung alleine tragen müssen, so läuft das eben wenn man ein Kind hat. man trägt dafür Verantwortung und wenn man sich von dem anderen Elternteil getrennt hat, trägt man sie an den Wochenenden eben in erster Linie alleine.
      Wenn die neue Frau ihm das Geschenk macht und die überzogenen Erwartungen und Ansprüche erfüllen kann ist das wunderbar – es ist ein GESCHENK, aber nirgendwo steht, dass du das MUSST nur weil der Vater sich das so vorstellt! Du darfst dich anbieten mit dem Kind Hausaufgaben zu machen, aber es ist nicht deine Aufgabe nur weil du mit dem Vater des Kindes zusammen bist. Abgesehen davon will das Kind das überhaupt?
      Ich hab mir auch schon einiges anhören müssen was ich nicht alles anders machen soll, wie ich doch sein soll und bin indirekt bedroht worden, dass das Trennungsgründe wären. So ein Quatsch! Bei mir hats etwas gedauert und es brauchte Einzel- und Paargespräche mit Therapeutin bis ich gecheckt hab was mein Partner da versucht.
      Viele Väter suchen nicht nur nach einer Partnerin sondern auch nach einer Mutter für ihr Kind. Den Zahn musste ich meinem Partner ziehen. Das Kind hat eine Mutter und einen Vater und es ist nur besuchsweise da. Ich kann und werde niemals eine zweite Mutter sein. Im besten Fall eine gute Freundin die mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn gewünscht, aber keine Mutter.

      Also wie wäre es wenn du es nicht als Flucht siehst, sondern einfach als deine Wochenenden die du gestalten kannst wie du möchtest? Dein Partner ist mit dem Kind beschäftigt und du hast frei! Das ist doch wunderbar! Du hast die Freiheit dich den beiden bei den Aktivitäten anzuschließen, unter der Voraussetzung alles zu akzeptieren was vor sich geht, weil eine Änderung nicht in Aussicht scheint oder etwas anderes zu machen und dir eine schöne Zeit nach deinem Geschmack zu machen.
      Wenn dein Partner von dir erwartet, dass du nach seinen Spielregeln tanzt und er keine Kompromisse eingehen kann, erfüllt er aus meiner Sicht nicht die Aufgaben eines Partners. Kompromisse braucht es in der Partnerschaft und zwar in allen Bereichen. Wenn er also nicht akzeptieren kann, dass du keine zweite Mutter bist, akzeptiert er dich nicht so wie du bist.
      Mir kommt das alles sehr bekannt vor und es war wichtig Grenzen aufzuzeigen. Ich hatte keine Kraft mehr wie eine Puppe so zu funktionieren wie er es gern hätte. So läuft das nicht in einer Partnerschaft. Einer hat einen Willen und der andere soll sich dem beugen, weil sonst Gläser fliegen. Das ist nicht ok.
      Jeder Mensch ist anders, aber eine derartige Gewalt hätte ich nicht so leicht verziehen. Wo ist denn da die Hemmschwelle?
      Was passiert denn als nächstes? Sollst du nun immer den Mund halten weil er sonst einen Wutausbruch bekommt? Ich hab das gleiche erlebt. Bei uns flogen andere Sachen oder der Türrahmen wurde verprügelt. Das ist ganz toll. Danach hatte ich Angst und war ruhig, genau was damit bezweckt werden soll.

      Nur Mut. Du bist ok wie du bist. Du hast sicher gute Absichten und mehr braucht es nicht. Sei einfach du selbst und steh dazu. Dein Partner kann nicht etwas von dir verlangen, aber selbst nicht bereit sein Zugeständnisse zu machen.

      • Jennifer sagt

        Bei uns steht evtl. eine Veränderung ins Haus, weil der Sohn evtl. zum Vater (auch toll, dass es immer nur zum Vater heißt) ziehen soll, also zu uns genauer gesagt, in die Wohnunh die mir gehört. Ich mache das aber nur mit unter der Voraussetzung, dass wir eine gesunde Partnerschaft führen wo ich als vollwertige Partnerin gesehen werde und nicht als jemand der im Dienste des Vaters und des Kindes steht. Ich lasse mir nicht diktieren wie ich zu sein oder zu fühlen habe. Meine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die eines jeden anderen Familienmitglieds. Wenn mein Partner das nicht so sieht, wird er sich mit dem Jungen eine andere Wohnung suchen müssen. Das wäre vor nem Jahr noch nicht möglich für mich gewesen, aber mittlerweile halte ich es ganz einfach. Er möchte etwas von mir, dann muss er auch seinen Teil dazu beitragen. Geben und nehmen.

      • Jennifer sagt

        Es gibt im übrigen auch Familienberatung von Organisationen wie der Caritas. Das läuft auf Spendenbasis.

  10. sonny sagt

    Als die Frau von meinem jetzigen Mann verstarb,rutschte seine 15 jährige Tochter sehr schnell in die Partnerrolle.
    Wie ich dann in sein Leben trat, war das ein Problem, denn der Platz an seiner Seite war ja besetzt. es hat sehr sehr lange gedauert, bis ich den Platz an seiner Seite einnehmen durfte. Wir waren immer wieder im Gespräch.
    Ein Kind muss ein Kind sein dürfen.
    Ich war immer sehr traurig, wenn wichtige Dinge über meinen Kopf hinweg mit der Tochter zuerst besprochen wurden. Wir haben immer wieder darüber gerede, wie wir uns dabei fühlen und beschlossen, wichtige Dinge immer zuerst als Paar zu besprechen. Das mache ich mit meinen Kindern so und er mit seinen. Es ist viel Arbeit eine gute Beziehung aufzubauen, aber auch den Kindern Grenzen aufzuzeigen. Aber in diesen Grenzen und mit diesen Regeln geht es allen besser

  11. Ulidoh sagt

    Ich bin seit knapp 2 Jahren zum zweitenmal verheiratet. Ich habe 3 Töchter (14, 14 und 16), mein Mann hat zwei Kinder (Sohn 18, Tochter 15). Der Sohn und ich kommen sehr schlecht miteinander zurecht, so schlecht sogar, dass mein Mann seinem eigenen Sohn das Haus verboten hat. Die Tochter ist 15 und wohnt seit dem Sommer bei uns. Sie war immer sehr eifersüchtig und klebte förmlich an ihrem Vater. Wir fanden das nicht gut, dachten aber, dass es sich geben würde, wenn sie bei uns wohnt. Wir alle hatten uns auf ihren Einzug bei uns gefreut. Ganz besonders ihre Mutter …. Die Mutter ist sehr unkompliziert und die Kommunikation ist eigentlich sehr gut. Was sie uns nicht gesagt hatte, ist, dass wir quasi „die Katze im Sack gekauft“ haben. Das Kind bringt so unglaublich viele Schwierigkeiten mit sich, dass ich inzwischen nicht nur verstehe, sondern auch sehr gut nachvollziehen kann, warum es der Mutter so leicht gefallen ist, sie ziehen zu lassen. Anfangs habe ich die Tochter meines Mannes genauso behandelt wie meine eigenen Kinder. Schnell fand mein Mann jedoch, dass seine Prinzessin nicht so hart angepackt werden dürfe. Ich darf nun also nicht mehr ihr Zimmer betreten. Ich darf nicht mehr nach schulischen Dingen fragen. Es geht mich nichts mehr an, wann sie sich wo mit wem trifft und ob sie zum Essen zu Hause ist oder nicht (es muß aber Essen für sie bereitgehalten werden, falls sie kommt). Ihr Zimmer ist ein Saustall, und das ist noch beschönigend ausgedrückt. Aber ich darf nichts sagen, weil ich ja nicht die Mutter bin. Alle anderen Kinder packen im Haushalt mit an, nur die Tochter meines Mannes braucht das nicht. Rede ich mit ihr, dreht sie sich weg. Braucht sie etwas, dann spricht sie mit mir. Ansonsten kann sienicht einmal hallo sagen. Und alles, was sie braucht, ist teuer. Mein Mann ist genauso genervt wie ich, aber gleichzeitig ist er total bezuckert von seiner Tochter. Briefe aus der Schule wegen Fehlverhaltens ignoriert er. So wie alles andere Fehlverhalten auch. Sie lügt krankhaft, das ist ganz, ganz schlimm. Und sie durchwühlt, wenn sie allein zu Hause ist, alle Schränke und Schubladen, egal ob im Bad, im Elternschlafzimmer, im Büro, im Wohnzimmer …. Mein Mann tut so, als wäre es nicht so. Ist aber gleichzeitig sehr wütend. Nur ich darf nichts sagen, dann stellt er sich vor sie und verteidigt sie als wäre ich die Inkarnation des Bösen. Ich flüchte mich in Arbeit, fühle mich nicht mehr wohl zu Hause. Ich nehme mir Arbeit mit in ein Café oder so, damit ich nur nicht zu Hause arbeiten muss. Heute bekam ich zu hören, meine Kinder schlössen die Stiefschwester nicht mehr mit ein wie früher … Seit Monaten kochen, putzen und waschen meine Kinder für die neue Schwester. Sie wecken sie morgens, damit sie nicht zu spät zur Schule kommt. Sie schmieren ihr das Schulbrot zum Mitnehmen. Aber im Gegenzug werden sie belogen, irgendwo, wo sie verabredet waren, stehengelassen, es werden unschöne Gerüchte über sie in der Schule verbreitet, und ich, als Mutter, ermahne sie ständig zur Nachsicht. Klar, dass sie das Interesse verlieren. Mein Mann und ich sind eigentlich sehr glücklich miteinander. Aber in letzter Zeit gehen wir einander sehr aus dem Weg. Ein paarmal hat er jetzt schon geplante Dinge zu zweit kurzfristig ausfallen lassen, weil wir uns gestritten haben. Die Tochter triumphiert dann, denn er verbringt den Abend dann mit ihr, während ich ihre Wäsche bügle. Ich jin am Ende meiner Weisheit angelangt. Ich glaube, dass mein Mann in dieser Sache schwieriger ist als seine Tochter. Er hat mich zur Außenseiterin gemacht statt mir im Beisein der Tochter den Erziehungsauftrag zu erteilen. Die Tochter hat einen Freibrief für alles und braucht keinerlei Konsequenzen zu fürchten. Damit hat sie hier im Haushalt eine Sonderstellung. Mein Mann findet, dass seine Tochter von mir gemobbt wird, weil ich mich zurückziehe. Ich fühle mich als Dienstpersonal für die Tochter. Ein weiterer schwieriger Punkt ist, dass ich die Hauptverdienerin bin. Mein Mann arbeitet zum Mindestlohn und hat eine Stelle mit 80% iger Stundenzahl. Ich verdiene nicht nur wesentlich mehr, sondern arbeite zwei Jobs (80% und 100%) und habe zudem noch eine geringfügige Beschäftigung. Für den Unterhalt der Tochter beanspruche ich lediglich das Kindergeld. Jetzt habeich mehrfach meinem Mann Rechnungen gegeben über Beträge von Dingen, die seine Tochter mehrfach innerhalb kürzester Zeit verloren hst oder die kaputtgegangen sind. Jede Woche 150€ tun ihm weh, und er kann sich das auch nicht leisten. Ich sehe es aber such nicht ein, dass ich dafür aufkommen soll, wenn sie achtlos mit Dingen umgeht. Geld war bisher nie ein Thema in unserer Beziehung gewesen. Das, was da war, war da. Brauchten wir mehr, wurde mehr gearbeitet. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass die Unkosten für meine Stieftochter höher sind als die Ausgaben für die anderen drei Kinder zusammen. Das trägt nicht zum Familienfrieden bei. Ich würde mich gern mit Stiefmüttern in ähnlicher Situation zum Austausch treffen. Ich glaube, es ist gut zu wissen, dass man nicht allein ist. Ich komme aus der Gegend um Bremen

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Ulidoh,
      Das klingt schrecklich. Wirklich. Vor allem der Satz : „Er hat mich zur Außenseiterin gemacht statt mir im Beisein der Tochter den Erziehungsauftrag zu erteilen. Die Tochter hat einen Freibrief für alles und braucht keinerlei Konsequenzen zu fürchten“ zeigt eigentlich schon, wo es hier hapert. Am Mittwoch, 2 Dezember, trifft sich meine Selbsthilfegruppe in Delmenhorst. Magst Du kommen? Mehr findest du dazu unter dem Menüpunkt „Selbsthilfegruppen“.
      Liebe Grüße, Susanne

      • Kerstin sagt

        Ich hoffe, dass sie die Zeit erübrigen kann und die Gelegenheit nutzt, sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Es klingt wirklich schrecklich und da muss dringend geholfen werden (und wenn es nur mit Zuhören ist).
        Ich habe einen ganz dicken Kloß im Hals, wenn ich so etwas lese, wie jemand mit so einem unangepassten Verhalten durch kommt und alle anderen auch noch die „Buh-Männer“ sind.
        Meinem Mann habe ich damals klar gesagt, dass MEINE Kinder nicht die Angestellten seiner Kinder sind. Entweder er macht es für sie, oder sie müssen ihre Aufgaben SELBST erledigen. Ich würde es meinen Kindern wahrhaft verbieten, sich so „versklaven“ zu lassen. (Muss hier im Ansatz immer entgegen wirken, mittlerweile erkennt Mann solche Situationen aber auch, wenn einer aus „Faulheit“ denkt, dass er hier bedient wird).

  12. Also ich kenne das auch genauso !!!!
    Ich kann mich nicht daran errinnern das ich soviel mit meinem Papa gekuschelt hab und ich bin auch eher ein Papa Kind.
    Brauchen die Trennungskinder soviel Zuneigung ?????
    Ich find das natürlich auch schön, was für eine enge Bindung die haben aber naja …. manchmal auch zuviel !!!
    Das erste Jahr wie wir zusammen waren, war auch am schlimmsten, da haben die immer zusammen in einem Bett geschlafen.
    Mittlerweile haben wir eine Wohnung wo sie ihr eigenes Zimmer hat und das funktioniert auch echt gut. Zum Glück !!!!

  13. Hallo Zusammen,
    ich kenne das Phänomen auch sehr gut, kannte bloß diese – sehr treffende – Bezeichnung nicht. Und vor allem dachte ich ernsthaft, es geht nur mir so..
    Mein „Bonus-Kind“ ist jedes zweite Wochenende bei uns. Dann ist mein Mann ein anderer Mensch, er lässt sehr viel durchgehen und mit sich machen. „Unser“ Alltag, ist völlig außer Kraft gesetzt.
    Seine Tochter ist fast neun, benimmt sich ihm gegenüber jedoch sehr zwiegespalten: mal als fürsorgende mütterliche Person und dann wiederum ähnlich eines vier- bis fünfjährigen sehr verspielten Kindes. Wenn sie mit ihrem Vater kuschelt, habe ich manchmal den Eindruck, sie schaut sich ab, wie Erwachsene miteinander kuscheln. Es ist für mich zumindest so befremdlich, dass ich in ihrer Gegenwart kaum Nähe zwischen mir und meinem Mann zulasse, weil ich Angst habe, sie ahmt uns nach.
    Wir haben einen gemeinsamen Sohn (14 Monate) – wenn ich nicht in der Nähe bin, spielt sie ein typisches Rollenspiel, Vater-Mutter-Kind..(sie die Mutter, mein Mann eben den Vater und unser Sohn muss als Kind herhalten – wobei mein Mann das bisher nicht so richtig mitbekommen hat 🙂 ) und es fällt ihr schwer, damit aufzuhören sobald ich wieder da bin.
    Bei gemeinsamen Mahlzeiten werde ich sehr oft ignoriert. Sie kann selten in Ruhe essen weil sie damit beschäftigt ist, meinen Mann zu „tätscheln“. Er bittet sie manchmal darum, aufzuhören, mit der Begründung, er möchte das nicht beim essen. „Doch, Papa..du möchtest das!“ Das ist oft sehr anstrengend.
    Ach, ich könnte soviel darüber erzählen. Bisher wurde ich von vielen Meschen als eifersüchtig bezeichnet, mit den typischen Floskeln wie „du bist erwachsen, steh über den Dingen“ oder (und ich glaube, es handelt sich nun um einen Stiefmutter-Lieblingssatz) „du wusstest doch, auf was du dich einlässt“..
    Nein..so einfach ist es eben nicht. Ich bin nicht eifersüchtig auf eine achtjährige. Ich habe Schwierigkeiten, meinen Mann wiederzuerkennen. Ich habe Schwierigkeiten, mich an diesen Wochenenden in meinem Zuhause wohlzufühlen…und noch vieles mehr…
    Und ein ganz klares Nein: keine Frau und auch kein Mann weiß, „worauf“ sie oder er sich einlässt – es entwickelt sich vieles mit der Zeit und eben – wie in jeder „normalen“ Familie, auch in einem Patchwork-Modell sehr, sehr individuell.
    Liebe Grüße von Jule

    • Teres sagt

      Hallo Jule
      Ich habe bei uns auch, das Gefühl, dass seine Tochter zwischen müttlerlichem, fürsorgendem und kindlichem Verhalten hin- und herwechselt. Hast du mal mit deinem Partner über dein Gefühle gesprochen?
      Ich habe versucht die Situation mit meinem Partner zu thematisieren. Es ist wirklich wahnsinnig heikel und kommt wirklich sehr schnell so rüber als wäre man eifersüchtig, dabei geht es wirklich nicht um das, ich bin auch Mutter und ich gönne jedem Kind eine intensive Beziehung zu Vater/Mutter von Herzen. Es ist einfach ein Unbehagen, dass sich einschleicht und man merkt einfach, dass da etwas nicht stimmt, weil es zuviel ist und weil Grenzen resp. die Rollen nicht geklärt sind. Ich habe versucht aus der Ich-Perspektive mit meinem Partner zu sprechen, dass ich Mühe habe meinen Platz zu finden in dieser Konstellation, da ja der Platz der Partnerin an den Weekends mit seiner Tochter bereits besetzt ist. Das Problem an so einer Situation ist meiner Meinung nach auch nicht das Kind, sondern der Partner. Die meisten Menschen möchten ihrem Kind der bestmögliche Vater oder die bestmögliche Mutter sein und stellen die Kinder an erste Stelle, ich denke, damit haben die Kinder aber später im Leben Schwierigkeiten und die neuen Partner haben Mühe, da man ihnen nur den zweiten Platz einräumt (Experten raten übrigens davon ab, die Kinder in den Lebensmittelpunkt zu stellen). Gerade bei getrennten Vätern spielt auch das schlechte Gewissen eine grosse Rolle und dann ist es leicht in so eine Situation reinzurutschen.
      Ich bin die Lage bei uns am beobachten, suche weiter das Gespräch mit meinem Partner und passe mich den Umständen an, zbsp. übernachte ich nicht mehr bei meinem Partner solange die Schlafsituation (er mit Tochter im Bett, ich auf Sofa) nicht geklärt ist. Ich hoffe, dass er dann von sich aus, an gewissen Dingen etwas ändert wird.

    • Kerstin sagt

      Ich glaube gar nicht, dass das nur vom Geschlecht abhängt und „nur“ bei Töchtern auftritt.
      Ich bin unermüdlich darin, dass Alter seiner Kinder zu erwähnen…. Ich sage immer, sie sind fast 11 und 9 Jahre alt – nicht ZWEI! (So benehmen sie sich wirklich…. gruselig). Und auch dieses „Altkluge“ hatten sie früher gut drauf. „Papas Haus“ „Papas Auto“ – so als wäre ich Luft und überhaupt nicht existent.
      Ich habe immer klar gesagt, DU, das Haus gehört übrigens MIR UND ihr seid IN MEINEM HAUS zu Gast. Und das Auto – 3x dürft ihr raten, wer das grad bezahlt…. (Gott, war ich froh, als wir das endlich los waren, wurde noch in seinen Ehezeiten angeschafft und von daher aus der Erinnerung natürlich „MAMAS und PAPAS Auto“ – die, die gar keinen Führerschein hat …..

      Also Jungs können das auch sehr gut… Exzessives KUSCHELN und böse Spitzen austeilen. Eins habe ich auch immer klar gesagt: „IN diesem BETT schläft KEIN KIND!“ Das hätte ich nicht mir nicht bieten lassen…. Die eigenen Kinder haben immer im eigenen Bett geschlafen und dann liege ich daneben, wie die Kinder vom Mann da schlummern…. BESTIMMT nicht – das geht gar nicht!

      Und Teres möchte ich da mal absolut Recht geben, es liegt in der Pflicht und Verantwortung des Vaters ganz klare Grenzen zu ziehen und entsprechende Zeichen zu setzen. Denn nur dann kann alles gelingen.

  14. Bei uns ist es trotz Sohn ähnlich. Beispiel: ist mein Mann im Bad, muss der Sohn auf einmal ganz dringend mit ihm sprechen und es kann nicht warten. Am Anfang haben wir die Badezimmertür nie zugeschlossen, so dass er immer spontan reinlaufen konnte. Wenn ich ihm sagte, er solle bitte warten, bis sein Vater wieder raus ist, wurde dies geflissentlich ignoriert. Es ist sehr anstrengend, sowohl für meinen Mann als auch für mich, da mein Mann versucht, jedem gerecht zu werden und ich einfach die meiste Zeit nur froh bin, wenn ein Besuchswochenende ausfällt. Mittlerweile sage ich einfach gar nichts mehr, da ich mir denke, ich bin nicht für die Erziehung verantwortlich, diese Verantwortung müssen bitte die Eltern des Kindes übernehmen.

    • Die Toiletten-Situation kenne ich auch..sie hat sich lange Zeit, manchmal heute noch, vor die Badezimmertür gestellt..wenn ich frage, was sie da tut ignoriert sie mich oft oder sagt ganz einfach „nichts“.. es wirkt jedoch wie ein Kontroll-Zwang. Anfangs konnte sie es nicht akzeptieren, nicht hineinzudürfen. Sie wollte nicht verstehen, dass das Bad ein Raum für Privatsphäre ist – ob mein Mann nun duscht oder die Toilette benutzt. Wir sind da eigentlich im Alltag ganz entspannt. Jedoch haben wir angefangen, diese Regel bei ihr konsequent durchzuziehen.
      Wir versuchen, ihr so zu vermitteln, dass man sich auch und gerade dann liebhaben kann, wenn man sich gegenseitig Freiräume lässt. Ob das nun ein Badbesuch oder etwas anderes ist.
      Es ist allerdings sehr anstrengend und ich bin auch nicht wirklich traurig, wenn ein WE ausfällt..

  15. Susanne Petermann sagt

    Per E-Mail:
    Bei uns ist es ähnlich. Die Tochter (11) lebt jede zweite Woche bei uns. Sobald sie da ist nimmt sie meinen Platz ein. Sie kuschelt mit Papa auf dem Sofa, sie redet ununterbrochen mit Papa. Manchmal verzichtet sie auf Verabredungen um bei Papa zu sein. Er lässt das alles gern zu und steht immer bereit. Beim gemeinsamen Essen reden meist die beiden miteinander, auch mit den Augen. Ich werde selten mit Blickkontakt mit in die Gespräche einbezogen. Ist die Tochter nicht bei uns, habe ich einen anderen Mann.

    • Jennifer sagt

      Ich kann gar nicht sagen wie erleichtert ich bin, dass es nicht nur mir so geht. Ich wünsch niemandem, dass er unter der Situation leidet, bitte nicht falsch verstehen. Es erleichtert nur, weil man einfach bemerkt, dass es nicht nur an einem selbst liegt.

      Ich bin selbst Scheidungskind, Stiefkind und wieder Scheidungskind und ich verstehe aus unterschiedlichen Perspektiven wie es den Beteiligten geht. Klar, als Vater habe ich keine Erfahrung, dennoch kann ich gut nachvollziehen welchen Herausforderungen sich Männer stellen müssen.

      Bei all den Geschichten die ich nun gelesen habe, tun sich unheimlich viele Parallelen auf. Egal wie die Konstellationen sind, gewisse Dinge ähneln sich einfach unheimlich. Das mag ganz einfache psychologische Hintergründe haben. Gewisse Mechanismen und Dynamiken die in jeder Patchwork-Konstellation auftreten. Ich frage mich aber dennoch weshalb immer wieder die Stiefmütter als Sündenbock für alles mögliche hergenommen werden und woher das kommt? Ist das für alle der einfachste Weg?
      Sobald es etwas gibt das die Stiefmütter bemängeln, kritisieren oder einfach nur ansprechen – sofort ist die vermeintliche Wurzel des Problems die Stiefmutter mit ihrer Eifersucht etc. Das scheint für viele Väter/Partner die Antwort auf alle Fragen zu sein. Ob das wieder in der Natur der Männer liegt es sich so einfach zu machen?

      Kennt ihr auch Männer, die damit absolut nicht klar kommen, wenn die Stiefmutter ganz offen – ohne Vorwürfe zu machen – gesteht, dass sie ein Gefühl der Eifersucht hat, weil der Partner z.B. im Geldbeutel und auf dem Handy nur ein Foto von seinem Kind hat obwohl es Fotos zu dritt gibt?
      Mein Partner denkt in so einem Moment z.B.: Wenn sie noch einmal eifersüchtig ist, trenne ich mich. (Wir sind noch zusammen, gehen aber deswegen zur Paartherapie)
      Angenommen die Stiefmütter empfinden Eifersucht (was absolut in Ordnung ist, solange sich die Stiefmütter darüber bewusst sind und damit umgehen können), wieso fragen sich die Väter nicht welchen Teil sie dazu beigetragen haben? Würde die Frau ein Gefühl der Eifersucht in der Paarbeziehung äußern z.B. weil der Mann auffällig lange am Handy sitzt und mit der Kollegin schreibt wird daraus keine so große Sache gemacht. Im Gegenteil, mein Partner findet das z.B. charmant und interpretiert das als Liebesbeweis.

      Was haltet ihr davon oder kennt das sonst noch jemand?

      • Teres sagt

        Hallo Jennifer
        Ich glaube den Männern ist es gar nicht bewusst, was sie da machen. Mein Partner hat mich auch lange als eifersüchtig bezeichnet und alles von sich gewiesen. Ich denke es ist auch zu wenig bekannt, dass es so etwas wie emotionalen Inzest überhaupt gibt und welche Folgen, dass überhaupt auf die Kinder hat, dazu kommt der Gesellschaftliche Trend, das man als gute Eltern die Kinder an erste Stelle zu setzen hat. Die Kinder sind aber nicht ausgerüstet, die Nummer 1 zu sein und es tut ihnen auch nicht gut, zu merken, dass sich alles nur um sie dreht.
        Ich war in einer Stiefmütter mit Mini-Wife-Syndrom Gruppe auf Facebook. Die Themen waren die gleichen. Eine Stiefmutter hat kürzlich geheiratet, als FB Profil Foto hat sie ein Foto von sich und ihrem Mann am Tag der Hochzeit, ihr Mann im Gegenzug hat ein Foto ausgewählt, dass ihn am Tag der Hochzeit eng umschlungen am Tanzen zeigt und zwar nicht mit seiner frisch angetrauten Ehefrau sondern mit seiner Tochter, alle Stiefmütter haben verstanden, wieso sie das verletzt.
        Ich bin froh, dass mein Partner seine Augen geöffnet hat und die Dinge aktiv geändert hat oder am ändern ist, ansonsten hätte ich mich getrennt.
        Wir Stiefmütter haben auch etwas zu sagen, wir kümmern uns um die Stiefkinder, trösten, kochen, spielen mit ihnen, da kann es nicht sein, dass wir im Gegenzug alles was uns verletzt runter zu schlucken haben, nur damit die von unserem Partner gewünschte Harmonie nicht gestört wird….

      • Susanne Petermann sagt

        Unglaublich. Er hat anläßlich der Hochzeit ein Foto von sich und der Tochter eingestellt und wundert sich dann, dass seine frisch angetraute Frau das seltsam findet? Und er hat nicht verstanden, warum sie das verletzt?

    • Bee sagt

      Es liest sich alles haargenau so wie ich das gerade erlebe ich fühle mich echt ein wenig getröstet das es nicht nur mir so geht ….bin gerade stinkewütend denn auch ich erkenne meinen Partner nicht wieder wenn es um die Tochter geht….ich kann auch nicht mit ihm reden denn wenn ich die Problematik ansprechen möchte dann bekomme ich gleich druck von ihm es wären ja noch kinder ich darf keine kritik äussern und der kleinen mini wife ihr Verhalten wird von tag zu tag schlimmer…?wir schlafen getrennt und ich bin mittlerweile sogar froh darüber sodass ich abends einen Rückzugsort habe wo ich zu bett gehe und mir jedesmal sage in circa 8 jahren ist das gröbste vorbei du schaffst das?

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