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Die Bonus-Lüge

Liebe Community,

wer normalerweise an Bonus denkt, versteht darunter etwas Positives, bei Bankern vielleicht sogar etwas Gieriges, man bekommt etwas dazu, über das man sich freut. Der Begriff Bonus ist positiv belegt.

Vermutlich ist deshalb auch irgendwann die Begrifflichkeit Bonuskind entstanden. Um es positiv zu belegen, dem verstaubten Begriff Stiefkind einen poppigen Patchwork-Anstrich gebend. Aber ist das Besuchskind ein Bonus? Mit der Frage tangieren wir den nach meinem Verständnis ureigensten Grundkonflikt in Folgebeziehungen. Und um dieses Missverständnis ein für allemal aufzuklären: Nein, in den meisten Fällen ist es kein Bonus für eine neue Partnerin.

Vielmehr handelt es sich um einen grundsätzlichen Interessenskonflikt, der von allen Seiten viel Empathie, Kompromissbereitschaft, Respekt und Achtung erfordert. In genau dieser Achterbahnfahrt verlieren sich viele Paare, auch ein Grund, warum Patchworkkonstellationen häufiger scheitern, als andere Beziehungen.

Der Kindsvater ist hier nämlich als Hauptakteur mittendrin. Und ganz zu Beginn steht das erste grosse Missverständnis.

Sie stören doch gar nicht!

Einer meiner Lieblingssätze, den Partnerinnen immer wieder gerne hören, wenn der KV die frohe Botschaft verkündet, dass die Kinder zu einem Extrawochenende kommen dürfen und alles schon ausgemacht ist und er sie jetzt gleich holt. Dabei geht er natürlich davon aus, dass auch die neue Partnerin soviel Bonus wie möglich bekommen möchte und sich sehr freuen wird oder es zumindest klaglos akzeptiert, denn die Kinder stören doch gar nicht. Der Trennungsvater möchte seine Kinder so oft wie möglich sehen und geht selbstverständlich davon aus, dass es seiner Partnerin genauso geht. Und ist wie vor den Kopf gestossen, wenn die Dame des Hauses mit Verstimmung reagiert. Das interpretiert er natürlich  als zickigen Affront gegen seine geliebten Kinder und schon ist Streit vorprogrammiert. Wie sieht hier ein Lösungsansatz aus?
Meine Herren, die Dosis macht das Gift und der Ton macht die Musik!
Grundsätzlich gilt es zu verinnerlichen, dass eine neue Partnerin versucht, die Situation so gut wie möglich zu managen, denn sie liebt ja ihren Partner und möchte ihn unterstützen. Aber sie liebt den Partner TROTZ der Kinder und nicht DESWEGEN. Keine Frau der Welt wünscht sich grundsätzlich einen Partner der schon Kinder hat, damit sie sich darum kümmern darf.

Daher sind klare Absprachen das A und O. Es gilt ganz klare Vereinbarungen über den Umgang mit der Kindesmutter zu erzielen und an die wird sich dann auch gehalten. Wenn es davon Abweichungen gibt, müssen diese im Vorfeld mit der Partnerin besprochen werden. Einfach vor vollendete Tatsachen stellen geht nicht.

 

Angst ist ein schlechter Berater

Eine der Hauptursachen, warum Trennungsväter sich von den Expartnerinnen rumschubsen lassen ist die Angst, seine Kinder nicht mehr sehen zu können. Diese schwebt wie ein Damokles Schwert ständig über der neuen Beziehung und so manch tougher Mann wird zum Hampelmann seiner Exfrau, nur um nicht Gefahr zu laufen, die Kinder nicht mehr sehen zu können. Es wird wirklich alles akzeptiert und lieber ein Konflikt mit der neuen Partnerin in Kauf genommen, als klare Regeln zu positionieren. Das kann ein ständiger Schwelbrand in der neuen Beziehung sein, denn niemand findet es lustig, wenn dauernd geplante Wochenenden abgesagt, umgeplant und spontan als Kinderwochenenden neu geplant werden müssen. Da zeigt irgendwann die toleranteste Partnerin die rote Karte. Hier ist von allen Seiten Fingerspitzengefühl gefragt. Als neue Partnerin muss man diese Angst ernst nehmen, intensive Gespräche helfen oft. Der KV muss einen gesunden Weg finden, mit dieser Angst umzugehen und sich klar positionieren. Auch hier gilt es mit Augenmass vorzugehen, die meisten Stiefmütter, denen ich begegnet bin unterstützen den Umgang, aber lassen es nach langer Lernkurve auch nicht mehr zu, dass Konflikte mit der KM auf ihrem Rücken ausgetragen werden. Und das ist gut so, nur so kann man ein gesundes Verhältnis zum Patchwork entwickeln. Da müssen Kindesväter auch mal lernen nein zu sagen und sich klar zur neuen Partnerschaft bekennen.

 

Überengagement-der Anfängerfehler 

Aber auch neue Partnerinnen machen häufig Fehler, meist aus Unwissenheit und mangelnder Kenntnis der Gesamtsituation und deren weitreichende Folgen. Sie legen Überengagement an den Tag. Der geliebte Partner soll sich unterstützt fühlen, schliesslich sind die Kinder ja ein Teil von ihm und man wusste ja, dass er Kinder hat (Auch so eine nette Killer-Phrase). Die Kinder sollen sich wohlfühlen, die Kindesmutter soll bloss keinen Anlass bekommen schlecht über die neue Partnerin zu denken. Es wird geputzt, gekocht und Aktivitäten geplant und nebenbei noch der Fachanwalt gegoogelt, denn Unterhaltsstreitigkeiten hat der Arme ja auch noch. Und ruck-zuck ist die neue Partnerin in der Patchworkfalle. Putzfrau, Nanny, Animateurin und Beraterin. Das nehmen viele Männer natürlich sehr gerne an und verstehen dann später die Welt nicht mehr, wenn die neue Partnerin diese Rolle dauerhaft dann doch nicht so spannend findet. Es ist auf Dauer dann halt nicht so toll, den ganzen Dreck wegräumen zu müssen, das gekochte Essen finden die Kinder vielleicht „eklig“ und die Kindesmutter stänkert trotzdem, selbst wenn man die Aufopferungsbereitschaft von Mutter Theresa hat. Es ist dann sehr schwer, aus dieser Falle wieder herauszukommen.

Besser ist es, sich von Beginn an zurückzunehmen. Sein Zirkus, seine Affen. Er will den Umgang, ergo muss der KV alles organisieren und tun. Putzen, Kochen, Spielen und die geplante Radtour mit dem Kumpel halt verschieben. Er ist für seine Kinder zuständig, die kommen nämlich, um Zeit mit dem Vater zu verbringen. Deshalb findet man als neue Partnerin zwar trotzdem statt, aber man ist keinesfalls Hauptakteurin in dem Konstrukt. Dabei sollte die neue Partnerin von Beginn an klare Grenzen definieren (die Kinder des Partners im Ehebett ist so ein beliebtes Thema), aber auch eigene Lösungsansätze leben. So sollte man sich als neue Partnerin stets klar machen, dass man keinen Einfluss auf die Erziehung hat. Man kann auf Einhaltung von Regeln bestehen, aber mehr nicht. Für die Erziehung gibt es die Eltern, da muss man auch mal lernen die Faust in der Tasche zu machen.

Sind ja nicht meine Kinder, denke ich mir dann immer. Dann kann PW auch klappen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch weiterhin gute Nerven!

Eure Regina

28 Kommentare

  1. Horst Schimanski sagt

    Mich macht diese Ansicht doch etwas traurig, da hier irgendwie kein Familie gewollt ist sondern eher ein Freund so wie mit 16.

    Wisst ihr eigentlich, was die Aussage „nicht meine Affen“ impliziert?
    Auch eure Mütter sind „nicht unsere Affen“. Wenn die uns nerven, wagt bloß nicht zu fragen ob wir die mit euch besuchen. Nein! Da gehen wir lieber mit unseren Kumpels einen Trinken und ihr könnt eure „Affen“ bespaßen.

    Wollt ihr das?

    • Tayana sagt

      Hallo Horst,
      Wie häufig siehst du die Mutter deiner Partnerin? Will die auch bei euch im Bett liegen? Kuscheln? Mit in den Urlaub? Vielleicht ein eigenes Zimmer in Eurer Wohnung? Sollst du ihre Kackstreifen-Unterhosenmitwaschen? Du merkst selbst, dass der Vergleich hinkt!

    • Audrey_Rose sagt

      Da Du den verallgemeinernden Plural verwendest, verallgemeinere ich jetzt ggf. auch etwas.

      Einen Besuch bei der Mutter, wo man 1-2 Stunden bei vorgesetztem Kaffee und Kuchen aushalten muss, kann man schlecht vergleichen mit ganzen Wochenenden und Wochen und Monaten, in denen „wir“ Eure (KV+KM) Erziehungsprobleme, Projektionen und schlecht verdrängten Schuldgefühle aushalten und mittragen müssen, was sich nicht selten in verweichlichtem, zickigem, verwöhntem, weinerlichem, verzogenem und manipulativem Verhalten Eurer Lendenfrüchte ausdrücken – die eigentlich gar keine Schuld daran tragen, die wurden ja so „erzogen“.

      Wer zwingt „uns“, so zu tun, als überschlügen wir uns vor Begeisterung, wenn Eure Premiumkids dann von uns bespaßt und bekocht werden wollen und meinen, wir bedienen sie von vorne bis hinten?

      Ich bin ganz anders erzogen worden, habe einen anspruchsvollen Beruf, hätte gern auch eigene Kinder gehabt…. (was nicht ist kann ja noch werden). Aber diese würden dann anders erzogen. Die wüssten, dass es nicht nur nach ihrem Kopf geht.

      Aus Sicht einer autonomen, selbstbestimmten Frau ein paar hart zu schluckende Pillen für Trennungsväter:

      1. Wir kriegen nicht automatisch Milcheinschuss, wenn wir Kinder sehen.
      2. Wir tun sicher unser Bestes, um Eure Kinder in unser Leben mit zu integrieren, aber es dreht sich nicht UNSER ganzes Leben um „Euren Zirkus und Eure Affen“.
      3. Keine Frau ist begeistert, wenn sie plötzlich 3-4fach mehr Arbeit hat nach dem Zusammenziehen.

      Ihr müsst Eure Eier auch mal gebrauchen und Euren Premiumkids sowas wie Regeln beibringen.
      Sonst funktioniert Patchwork einfach nicht.

      Das ist alles schon sehr anspruchsvoll und die Kinder sollten dafür auch Sensibilität werden.

      Aber – und das ist mit Eurem Zirkus und Euren Affen gemeint – da können wir BMs nicht drauf einwirken! Erziehung ist noch immer die Sache der leiblichen Eltern!

    • Antonia sagt

      Lieber Horst, ich wünsche dir eine Partnerin die ihre Mutter ein halbes Jahr lang, alle 14 Tage und zusätzlich 2 x die Woche bei sich hat. Die zu euch ins Bett jeden Morgen mit klebrigen Pfoten kuscheln kommt, 100% Aufmerksamkeit von deiner Partnerin will, keine Manieren hat und man ja kein strenges Wort an sie richten darf, weil die arme Seele sonst brechen könnte. Ausser dem darfst du für sie kochen, (wehe wenns ihr nicht schmeckt) und hinter her putzen. Na, wie klingt das?

    • Bea sagt

      Lieber Horst,
      Du sagst es wird keine Familie gewünscht. Welche Familie meinst Du – die erste Kernfamilie, die ihr mit einer anderen wolltet und nun mitbringt in eine neue Partnerschaft?
      Oder meinst nennst Du den Mann mit seinen Kindern (aus der ersten Familie) und die neue Partnerin? Dies ist eben keine solche Kernfamilie, die die beiden Erwachsenen zusammen gegründet haben – die Kinder haben eine andere Mutter, entstammen einer anderen Liebe – hier entsteht etwas anderes. Denn wir zweiten Frauen weden nie die Mutter der Kinder werden, wir sind etwas anderes – ein Anhängsel an die ursprüngliche Erstfamilie – die neue Partnerin des Vaters. Vater und Kinder sind eine gewachsene Einheit und wir kommen dazu. Und in den Fragen zur Kindererziehung bildet ihr Väter noch immer eine Einheit mit der Mutter. Also verstehe mal bitte, wie schwer es ist darin einen Platz zu finden.
      Oft sind es gerade die Väter, die mit uns zweiten Frauen eher eine Beziehung wie mit 16 führen wollen, da sie die Familie ja schon haben und – egal welche Form die gerade hat – daran nicht gerüttelt werden darf, denn die Kinder haben immer Vorrang.
      Also hör auf hier zu sagen wir würden keine Familie wollen – ihr müsst den Boden für eine mögliche „Famliensitauation“ schaffen. Denn ohne

    • Ive sagt

      Jo lieber Horst, dass will ich. Nach drei Jahren Patchwürg mit vier BK sauge ich hier in diesem Forum so ziemlich jeden Beitrag auf und Stelle fest: 1. Ich bin gar nicht bekloppt 2. Ich bin gar nicht die böse ( auch wenn mir diese Rolle so oft übergestülpt wurde dass ich sie angenommen habe) und 3. Und dass ist voll wichtig: ich bin nicht mehr alleine.
      Darum lieber Horst lese ich hier seit ein paar Monaten mit und wünsche deiner Partnerin zumindest soviel Privatsphäre dass sie hier lesen und schreiben kann.
      Liebe Grüße

      • Bert sagt

        Auch wieder so eine „reife“ Antwort einer „reifen“ „erwachsenen“ Person. 😉

    • Bert sagt

      Bin mit dir, Horst. Selbstverständlich darf man seine eigenen Kinder sehen, wann immer man will. Alles andere wäre grotesk! Aber selbstverständlich darf man das Kinder-Management nicht der neuen Partnerin überlassen. Das muss der Kindsvater schon selber tun. Und an die Hausregeln müssen sich alle halten, so viel sei auch klar gestellt.

      Aber, Hors, diese Bezeichnungen, die gewisse „Stiefmütter“ (oder sollte man Bonusmütter sagen?) sind schon unter der Gürtellinie:

      – nicht meine Affen..!
      – Die Beziehung mit einem Trennungsvater ist ein KOMPROMIS!!! (Wie unglaublich degradierend für den Mann)
      – etc. ich mag gar nicht alle aufzählen, es macht mich wahnsinnig traurig

      Ich dachte immer, dass man eine Beziehung mit einer erwachsenen Person führt. Erwachsene Menschen reden aber nicht so. Und selbst wenn sie verärgert sind und sauer oder sonst was, Erwachsene reden nicht so, weder über den Partner, noch über die Kinder oder über sonst wer. Es ist nur peinlich. Und es macht traurig.

      • Ernie sagt

        Lieber Bert,

        Bis zum Ende des ersten Absatzes stimme ich Dir 100% zu. Leider ist das das, woran es in der Praxis oft scheitert.

        Hier hast Du ein Tempo. 🤧

  2. Anjamaria sagt

    Toller Blog. Endlich fühle ich mich mal verstanden. Vielen Dank dafür. Ich dachte anfangs ich bin unnormal, weil ich auf die Dinge wie sie so laufen mit dem Kind meines Freundes der Ex, so angespannt und angepisst reagiere und fühle. Und ja auch ich hab den Anfängerfehler gemacht und mich zu Beginn übereifrig gezeigt. Nach den ganzen Problemen Vorwürfe und Rückschritt bin ich jetzt so angenervt das ich keine Lust auf gar nichts mehr habe. Demnächst steht die Einschulung des Kindes an von meinem freund und mir steht die schlechte Laune bei dem Gedanken daran schon sonst wo. Gemeinsamer tag mit partner exkind und ex. Wie soll ich das nur überstehen? Ich hasse Schauspielern und lügen und so tun als ob das voll toll wäre :/

    • Sabalatini88 sagt

      Hallo Anjamaria

      Ich verstehe dich voll und ganz. Bei mir ist es genauso. Mittlerweile besuche ich dann als immer meine Eltern um solchen Situationen aus dem Weg gehen zu können. Funktioniert jedoch nicht immer. Hatten jetzt erst gerade wieder eine riesen Auseinandersetzung weil ich nein gesagt habe als BK 11 Jahre gefragt hat ob sie bei uns schlafen darf. Meine Antwort war etwas strenger weil ich genau wusste dass KV nichts zur Frage des Kindes sagen wird.

      Lg

      • Anjamaria sagt

        Ich schlafe an den BK Wochenenden auch nur noch zu Hause und bin am Freitag laaaaange arbeiten und treff mich mit guten Freunden das ganze Wochenende. Früh bei Zeiten weg, Abend so spät wie möglich heim komm. Zu einer gemeinsamen Aktivität lasse ich mich immer noch breit schlagen, dass geht grade so. Ansonsten bete ich das dieses Wochenenden schnell vorbei sind.

      • stepmom80 sagt

        Mir geht besonders auf den Nerv das Kinds Mutti, gerne mal die Kinder ablädt und sich einen schönen Samstag macht !

  3. Manuel sagt

    Naja – als Mann will ich es mal aus meiner Sicht kommentieren:

    1. Wenn der Vater an den Besuchs-Wochenenden dann seine Kinder der Stiefmutter „aufs Auge drückt“, um dann selbst Freiheiten zu geniessen – dann hat er wohl was beim Umgang falsch verstanden.

    2. Oftmals ist es die Partnerin selbst, die Konflikte schürt, indem sie als „Ersatz-Mama“ fungieren möchte. Das wird aber aus der Sichtweise des Kindes natürlich abgeblockt. Selten sind die Erziehungsansätze der „Bonus-Mutter“ mit dem Vater vorher abgesprochen – sies fürht dann zu Konflikten.

    3. Es ist wie im wahren Leben – in einer Partnerschaft werden die Ressoucen geteilt. Sprich: es findet eine Arbeitsteilung statt.

    Mit ist der Artikel zu einseitig geschrieben. Klar gibt es Konfliktpotential durch fremde Kinder im Haushalt – schon alleine weil sie dort „fremd“ sind und andere Abläufe gewohnt sind.
    Aber zu schreiben „Sein Zirkus, seine Affen“ geht wohl etwas über das Prinzip Partnerschaft hinaus. Denn dies lautet ja wohl gemeinsam durchs Leben zu gehen.

    Umgekehrt kenne ich viele Frauen, die sich durch den neuen Partner finanziell auch aushalten lassen. Der neue Partner kommt dann auch für die „Bonus-Kinder“ der Partnerin auf.
    Dies wird meist sehr gerne angenommen.

    Von daher: eine (Patchwork-)Familie lebt vom Geben und Nehmen.

    • Regina sagt

      Lieber Manuel,

      Schön, dass Du hier auch einen männlichen Blickwinkel einbringst.

      Ich persönlich kann dir allerdings nicht uneingeschränkt zustimmen, zumindest nicht für jede Patchwork Konstellation. Dieses Geben und Nehmen sehe ich dann durchaus, wenn beide Partner Kinder aus vorangegangenen Partnerschaften mitbringen.
      Ist es jedoch nur eine Seite, ist das kein Geben und Nehmen. Dann sage ich wirklich „Sein Zirkus, seine Affen“.
      Natürlich unterstütze ich meinen Partner und springe auch mal ein, wenn es um sein Kind geht. Das ist aber nicht selbstverständlich und darf nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Warum auch, das ist nicht mein Kind. Ich muss auch nicht meine Ressourcen mit dem Kind teilen.
      Ich kann, wenn ich mag, aber ich muss nicht.
      Und das Kind ist bei mir fremd, nicht weil es die Abläufe nicht kennt, sondern weil es nicht mein Kind ist.

      Bei deinem letzten Punkt bin ich wieder voll bei dir, wenn Frauen erwarten oder voraussetzen, dass ein neuer Partner sie und ihre Kinder gleich mit versorgt, finde ich das genau so schlimm wie umgekehrt.

      • Audrey_Rose sagt

        Guten Morgen,

        Ich bin voll und ganz Reginas Meinung.

        Mein BK war auch drauf und dran, den Bogen zu überspannen mit Taxirufen (22:15 abends: Kannst Du mich vom Kino abholen? Papa ist ja noch auf Arbeit….Etc.)
        Ich habe sie dann ausnahmsweise abgeholt, weil ich nicht wollte, dass dem Mädchen etwas passiert, habe dann aber mit KV zusammen das Gespräch gesucht und mich deutlich, jedoch freundlich und höflich, gegrenzt. In dem Sinne, dass sowas gefälligst VOR dem Kinobesuch abgeklärt zu werden habe, ich sei kein Taxiunternehmen.

        Mit dem Ergebnis, dass das Kind wieder in Embryonalhaltung auf seinem Disney-Teppich lag und sich artifiziell schluchzend an den damals noch vorhandenen Haaren zog.

        Lieber Manuel, so sieht leider vielerorts die Realität aus, dass das “Bonuselternteil” (ich gehe davon aus, dass das Geschlecht hierbei keine Rolle spielt) grundsätzlich erstmal über Gebühr beansprucht wird. Dass Kinder ausloten, wie weit sie gehen können, halte ich bis zu einem gewissen Rahmen für absolut normal. Allerdings ist es dann an uns Bonuseltern, zunächst mal das Gespräch mit dem KV/der KM zu suchen und dann gemeinsam die „Lage der Nation“ als Ansage (nicht mit Fragezeichen, mit Punkt) dem Kind zu präsentieren.
        Da kann es dann ruhig mal heulen, aber isso.

  4. Steffi sagt

    Als Bonusmama ist es echt schwer die eigenen Bdürfnisse durchzusetzen. Ich hab grade erst wieder 1 stunde geweint. Wir haben 1 gemeinsames Kind von 14 Monaten und dann gibt es noch die Besuchskinder von 12 und 14. Von Wochenende zu Wochenende wird es nur noch schlimmer mit dem Sohn. Er lehnt mich ab, provoziert mich, lügt. Er ist charakterlich nicht gefestigt, emotional nicht stabil, kennt keine Grenzen, schreit nach Grenzen und Erziehung und lehnt sich doch dagegen auf. Der Papa versucht es allen Recht zu machen aber er schafft es nicht. Wir wollen in 5 Wochen heiraten. Ich liebe ihn, aber kann ich ihn unter diesen Umständen heiraten. Will ich die Anwesenheit seines Sohnes am vermeintlich schönsten Tag der Welt?

    • Regina sagt

      Liebe Stefanie,

      Es tut mir sehr leid zu lesen, dass es dir so gar nicht gut geht.
      Kannst du dich mehr rausnehmen aus der Situation? Etwas mit dem gemeinsamen Kind unternehmen?

      Dazu musst Du dringend mit dem KV reden und ihm klarmachen, wie du dich fühlst. Er tut ja auch dem Kind keinen Gefallen, wenn aus falsch verstandener Liebe keine Erziehung stattfindet.

    • Sandra sagt

      Liebe Stefanie, wir haben vor einer Woche geheiratet, jetzt wo der ganze Bonuskinder-trubel vorbei ist und beide Bonuskinder lange volljährig und nicht mehr dauerhaft nach Papa schreien.

  5. Nadine sagt

    Liebe Regina,

    interessanter Beitrag. Ich selbst bin seit drei Jahren auch „Bonus“-Mutter, wenn man so sagen darf. Mein Lebensgefährte hat zwei Töchter im Alter von 12 und 14, die im wöchentlichen Wechselmodell bei uns leben. Die Aussage, ich liebe meinen Mann trotz der Kinder und nicht deswegen finde ich sehr treffend. Auch wenn ich mit der einen Tochter ein sehr gutes Verhältnis habe und ich mich immer sehr freue, wenn sie da ist, würde ich meinen Mann doch auch lieben, wenn es sie nicht gäbe. Denn ich habe mir diesen Mann augesucht, und ohne Kinder fände ich es denn doch auch einfacher. Gerade im Hinblick darauf, dass man ständig mit der Exfrau zu tun hat, der es sehr schwerfällt zu akzeptieren, dass es plötzlich nicht mehr nur nach ihrer geht. Konnte sie vorher alles bestimmen, anrufen wann sie wollte um zu plaudern, an Feiertagen und Wochenenden morgens früh anrufen um wirklich nebensächliche Dinge zu besprechen, läuft das nun nicht mehr so. Sie ist es gewohnt, dass alle nach ihrer Pfeife tanzen und kann es nicht glauben, wenn jemand anderer Meinung ist. Laut werden, unsachlich, mit quietschenden Reifen wegfahren … sie fasst es nicht, dass auch das nicht hilft. Daher muss sie das dann an der einen Tochter loswerden und insistieren. Das Resultat, so wie sie das Verhältnis meines Lebensgefährten mit ihr verschlechtert, so verschlechtert sich auch sein Verhältnis zu der einen Tochter so. Sehr schade, dass Exfrau (auch noch Pädagogin! ist aber nicht verallgemeinert gemeint) so handelt. Schon wenn die Tochter dann zu uns kommt, ist die Stimmung im Haus gleich anders. Es ist kein schönes Gefühl, wenn man weiß, man wird ausgehorcht, für jeden „Pubs“ wird die Mutter angerufen etc. Es ist dann trotzdem sehr schön, dass das Verhältnis mit der anderen Tochter umso besser ist. Aber wenn ich z. B. dann die Geschichte von Sarah oben lese stellen sich mir wirklich die Haare zu Berge. Es gibt so Ungeheuerlichkeite, bitte, die darf man sich auf keinen Fall gefallen lassen!
    Man hat doch wirklich schon viel im Leben mitgemacht, das alles hat man doch nicht durchgestanden, um sich so schlecht behandeln zu lassen. Natürlich geht man Kompromisse ein, aber man mus unbedingt Grenzen setzen! Man muss wirklich nichts machen, was man nicht will!

  6. Sabalatini88 sagt

    Hallo Zusammen

    Also ich muss sagen dass ich deinen Bericht Regina echt toll finde. Bin jetzt seit fast knapp zwei Jahren in einer neuen Beziehung; KV bringt zwei Kinder (7 & 11) mit in die Beziehung. Du hast recht dass es immer wieder mal Tage gibt die eine Bereicherung sind, es dann aber wiederum auch Tage gibt wo man denkt „Oh nein“.
    Mit der KM ist es, wie du sagst, auch nicht immer einfach. Bei uns mischt sie sich permanent in unser Leben ein und schreibt dem KV vor was er darf und was nicht. Wenn es nicht nach ihrer Nase geht dann dreht sie komplett durch und stellt den KV als Rabenvater hin, er würde sich nicht um seine Kinder kümmern. Wobei ich sagen muss, dass ich es sehr sehr toll finde wie er sich um die zwei kümmert. Er unternimmt so viel an der frischen Luft mit Ihnen; Rad fahren, Inliner fahren, Spazieren gehen usw.
    Für mich ist echt schwer mit der KM. Man fühlt sich von ihr richtig kontrolliert. Sie fährt an unserem Haus durch und schaut ob mein Auto da steht um dann zu sagen „Ja der Papa verbringt lieber Zeit mit der neuen als mit euch“. Was natürlich nicht stimmt. Was ich schon zurück stecken musste in dieser Beziehung.
    Vor ein paar Wochen habe ich dann zu ihm gesagt „ Wenn sie jetzt bald nicht aufhört und du nicht auf den Tisch haust, dann bin ich weg. Ich kann einfach nicht mehr. Es muss immer so laufen wie sie es sagt. Du bekommst bei ihr den Mund nicht auf. Wenn ich dann aber mal nein sage, ist hier ein Riesen galama.“
    Sie schickt sogar die große vor um mich auszuhorchen.
    Ich weiß nicht was ich noch machen kann damit diese Frau sich aus unserem Leben raus hält.

    Lg Angi

  7. Hallo!
    Ich packe das alles nicht mehr….Seit 5 Jahren kenne ich meinen Mann, seit 2 Jahren sind wir verheiratet. Er musste vorher 980€für seine Wohnung zahlen, ohne Verpflegung, zusätzlich jeden Monat 600€für den Sohn, dazu kommen noch jedes zweite Besuchswochenende die Sonderwünsche (Fahrrad, Skihelm, Schiausrüstung, Outfit dazu usw. )Mein Mann hatte sogar bis vor kurzem seiner Exfrau zusätzlich Unterhalt gezahlt 250€, obwohl sie mit ihrem Liebhaber in ihrem Haushalt zusammen gewohnt hat und mein Mann für sie gar nichts hätte zahlen müssen., mittlerweile hat sie diesen Mann auch geheiratet. Dazu muss ich sagen, hatte sie während der Ehe schon lange ein Verhältnis mit diesem Herrn und wollte , das mein Mann von heute auf morgen auszieht. Er dachte es handle sich nur um eine kurze Lebenskrise der Frau und war am Boden zerstört, als er beim ersten Besuchswochenende von seinem Sohn erfuhr „zuhause schläft jetzt ein anderer Mann in deinem Bett!“. Nun, als ich meinen Mann kennenlernte, konnte ich mit dem Verzicht auf gemeinsame Wochenenden noch gut leben, ich arrangierte meine Freizeit zur Pflege und Besuche meiner erwachsenen Kinder und Eltern. Doch es änderte sich alles mit der Heirat. Mein Mann zog in mein Haus, er gab mir nur 500 € Haushaltszuschuss, alles andere , Versicherung, TV, Müll, Steuren, Internet usw. bezahle ich. Sein Sohn kommt jedes zweite Wochenende und auch ihn muss ich mitverpflegen. Die 500€ gehen alleine schon für die Lebensmittel der Beiden drauf. Nach längeren Diskussionen bekomme ich jetzt 800 € von ihm. Ich habe auch eine Ferienwohnung und immer , wenn ich ein längeres tolles erholsames Wochenende dort geniessen möchte zB 4 freie Tage, stellt mich mein Mann immer vor vollendete Tatsachen, sein Sohn 15 Jahre kommt mit!!!. Wenn er bei uns im Haus ist, muss ich aus dem Wohnzimmer, da der junge und der alte Herr was anderes fernsehen möchten wie ich, nach dem kochen und aufräumen der Küche, kann ich auch nicht in den Garten, die Liegebetten sind besetzt. Nun hatten wir geplant zusammen ein kleines Haus zu bauen. Seine Wort; „das ist für uns, wir lassen es uns jetzt gut gehen…wir wollten das auch gemeinsam finanzieren.Jetzt ist es aber so, das mein Mann plötzlich nichts mehr davon weiss, das wir „zusammen“Pläne hatten, sonder macht jetzt alles alleine, denn das soll ja sein Sohn bekommen. Und da habe ich auch schon nichts mehr in deren leben zu sagen. Der Junge bekommt jeden Wunsch erfüllt, nichts wurde besprochen. So bekam er auch den Haustürschlüssel von meinem Mann ohne das das vorher mit mir besprochen wurde. Wenn ich einmal zu einem Thema „Nein“ sage, dann ist es ganz klar, das der Junge zu meinem Mann geht und das er dann seinen Willen bekommt. Seit ich verheiratet bin, bin ich krank, Ich habe Operationen und Schmerzen und ich glaube, das das alles die unterdrückte Wut ist, da ich mich nur mehr ausgenutzt fühle.Nachts schlafe ich nicht mehr, weil mich diese Ungerechtigkeiten so beschäftigen. Ich habe mittlerweile eine richtige Aggression gegen beide. Ich bin sehr fleissig und arbeite Vollzeit. Mein Sohn wird bald ausziehen, er hat erfahren , das mein Mann wissen wollte wieviel mein Sohn für den Haushalt beisteuert, ja, mein Soh gibt jeden Monat 300 € ab, verpflegt sich grossteils selbst. Aber sein Sohn, wird von „mir“ an diesen Wochenenden verköstigt und was sonst noch so anfällt. Es ist für mich mittlerweile ein Horror, wenn so ein Besuchswochenende kommt und eine Erlösung, wenn es endet.Ich weiss nur eines ganz sicher: NIE WIEDER EINEN MANN MIT SO EINEM FORDERNDEN JUNGEN HEIRATEN ODER ERST HEIRATEN WENN ALLE KINDER AUS DEM HAUSE SIND!! DAs Opfer und die Undankbarkeit sind es nicht wert immer einzustecken und krank zu werden Mich würde es interessieren, was andere Mitleser zu meinem Beitrag sagen. Bin „ich “ so böse oder verlangt mein Mann zuviel von mir?? Ich bin jedenfalls nicht mehr bereit alles zu geben und nichts zu bekommen.

    • Regina sagt

      Liebe Sarah,

      Erstmal kann ich dir versichern, dass du nicht die Böse bist. Wirklich gar nicht, im Gegenteil.
      Ausserdem darf ich dir an der Stelle versichern, dass du nicht alleine bist mit der Thematik. Es ist vielmehr ein sehr häufiges Problem, dass die BM querfinanziert. Ich persönlich kenne das übrigens auch bestens.

      Ich kann dir nur raten, Dich da etwas strikter zu positionieren. Fakt ist, dass dein Mann bei dir auf deine Kosten wohnt und sich die Umgangswochenenden von dir querfinanzieren lässt. Das musst du nicht tun! Zudem fordert er noch darüber hinaus, dass du seinem Sohn auch noch flotte Wochenenden in deiner Ferienwohnung ermöglichst. Das ist fast schon frech.
      Mir kommt es ein bisschen so vor als habe sich deine Grosszügigkeit mittlerweile zur Selbstverständlichkeit entwickelt und er dazu ein Recht darauf habe. Da musst du klare Worte sprechen.
      Und es ist übrigens dabei völlig egal, ob dein Sohn selbst für sich aufkommt oder nicht. Das ist dein Kind, dein Geld und deine Entscheidung.
      Er muss für sein Kind aufkommen. Von seinem Geld. Alles was du zahlst ist freiwillig. Du musst gar nichts finanzieren. Es ist ein fremdes Kind. Die Eltern müssen dafür aufkommen.

      • Als ich das jetzt gelesen habe, ist mir gerade ein Stein vom Herzen gefallen.Ich fühle mich derart ausgenutzt. Ich musste mit meinen drei Kindern durch sehr harte sparsame Zeiten. So konnte ich das Haus abzahlen, ohne Mann, ganz alleine. Ich habe soviel Kraft und Energie gebraucht um alles zu halten, damit ich und meine Kinder ein Zuhause haben. Sie wurden sehr gut erzogen , gebildet und alle haben einen tollen Job, da habe ich was richtig gemacht. Diese Wochenenden die ich jetzt habe mit dem Sohn meines jetzigen Mannes sind sehr frustrierend. Ich habe ein Boot, mit dem ich mit meinen Freundinnen früher oft Mädelsausflüge gemacht habe. Mittlerweile gibt es das leider nicht mehr. Da ja mein Mann mit dem Sohn auf den See will und ich kann ja da mit. Er verpackt das immer ganz raffiniert:“Du, wir könnten ja heute auf den See, ich lade dich zum Essen ein und ..der…/Sohn kommt dann ja auch mit!.. Es ärgert mich jedoch am meisten, das ich nach einer harten Arbeitswoche und Fenstertagen nicht mal meine Freizeit geniessen kann, ohne das ich nicht wieder überrumpelt werde. Letztes Wochenende: ER: Ich würde mich sehr freuen, wenn du mit mir in die Ferienwohnung (Meine Ferienwohnung ) fährst!“ Ich dachte: Super, da können wir mal über unsere Probleme reden. Ich stehe also am nächsten Tag nach der Arbeit fixfertig mit Gepäck vor der Türe bereit zur Abfahrt, ..da ladet er einen Teil der Dinge die ich mitnehmen wollte aus dem Auto aus…ich frage warum?? Ja , weil der …(Sohn) sonst keinen Platz hat!!!! Ohne Worte. Ich kann das nicht mehr dulden, das über meinen Kopf hinweg und über meinen Urlaub und meine Freizeit entschieden wird. Neulich verlangte er, das sein Sohn ja auch einen Schreibtisch bräuchte… Ich sagte: wir haben einen Tisch und ein Büro.(.der Sohn ist 15 und wohnt 6 km weit von zu Hause entfernt). Ich frage mich , wie lange er denn noch bei uns schlafen muss…Und wie lange er noch auf Papas Schoss sitzt und sich vor allen, meiner Familie, den Rücken kraulen lässt. Ich kenne das von meinen Söhnen nicht, das hätten sie mit 15 als peinlich gefunden.Wegen dem Haus, das wir gemeinsam bauen wollten, rege ich mich nicht mehr auf, ich weiss, das er nur auf sich und seinen Sohn schaut und ich die zweite Geige spiele. Deshalb bin ich nicht mehr bereit und habe jetzt nur mehr NULL Toleranz für die Beiden. Ich hätte vorher schon klar Stellung beziehen müssen. Ich habe mein ganzen Leben immer nur anderen Menschen geopfert (Bruder, Mutter, Kindern, Partner…).ich muss lernen mich selbst wieder wahrzunehmen. So geht man zugrunde. Es ist schade, das ich mittlerweile Hassgefühle entwickelt habe. Und ich werde es drauf ankommen lassen, denn ich kann auch ohne die Beiden sehr gut leben, ich habe ein Topgehalt und bin nicht mehr bereit für blöd verkauft zu werden. Ich werde mir Hilfe suche, um alles besser zu verarbeiten. Die ganzen Forderungen des Jungen mag ich auch nicht mehr. Beim Frühstück stochert er lustlos herum, der Papa macht ihm den Kakao, serviert ihm die Spiegeleier, (Kommentar des Jungen..“der Kakao ist zu süss, Salz, Pfeffer..“). Nach einer Stunde dann zu mir:“Was kochst du eigentlich heute?? Meine Antwort, : Ich weiss nicht ob ich heute koche, am Besten fragst du deinen Vater!“ Das wird jetzt lustig, entweder es gibt den Megakrach oder eine Lösung für alle, ich bin bereit für jede Richtung

    • Regina sagt

      Wenn du Lust hast, schau doch gerne mal mit dem Thema hier im Forum vorbei, dort wirst du sicherlich noch den ein oder anderen nützlichen Tipp bekommen.

      • Daniela75 sagt

        Ach herrje, Du bist bestimmt nicht die Böse. Du hast nur zu lange alles mit Dir machen lassen. „Vergiss“ doch mal das Einkaufen, wenn der Sohnemann mal wieder am Wochenende kommt und mach Dir ein schönes Wochenende alleine in Deiner Ferienwohnung, oder wo auch immer. Dann kann der Herr Papa sehen, wie er seinen Sprößling satt bekommt 😉 Genauso würde ich ankündigen, das Du mit XY einen Tag auf Deinem Boot geplant hast, ohne KV und Sohn. Wie viel Personen passen denn auf das Boot? Ich würde auch so gut wie nichts mehr machen, wenn das Kind da ist.
        Hat das Kind bei Euch ein eigenes Zimmer. Wenn ja, kann KV da ja gerne einen Schreibtisch aufstellen, wenn nicht, dann ist da halt kein Platz für. Mach Dich mal rar und vor allem, kümmere Dich um Dich selbst und mach Dir schöne Wochenenden, wenn der Nachwuchs von Deinem Mann da ist. Dann merkt er vielleicht ,das nicht alles toll ist, wenn Du nicht mehr hilfst und finanzierst. Und ehrlich, ich glaube als Dein Mann die Sachen aus dem Auto geholt hat, hätte ich das Wochenende gecancelt, den Schlüssel für die Wohnung behalten und ihn stehen lassen. Alternativ hätte man die Sachen von dem Mann aus dem Auto laden können und alleine in die Wohnung fahren können.
        Gibt es eine fest Regelung, wie oft und wann das Kind bei Euch ist?

  8. Anna sagt

    Liebe Regina,
    vielen Dank für Deine Meinung! Ich finde den Text allerdings sehr verallgemeinernd und kann die starke abweisende Haltung nicht nachvollziehen. Was ich teile, ist die Ablehnung des „Bonus“-Begriffs, den ich auch als beschönigend empfinde. Ich bin un seit 5 Jahren eine Stiefmutter und meine beiden Töchter sind auf jeden Fall eine Herausforderung, kein Bonus im Sinne einer Kirsche auf dem Eis. Aber sie sind auch eine Bereicherung! Insbesondere stimme ich nicht mit diesem Satz überein:
    „Aber sie liebt den Partner TROTZ der Kinder und nicht DESWEGEN. Keine Frau der Welt wünscht sich grundsätzlich einen Partner der schon Kinder hat, damit sie sich darum kümmern darf.“
    Ich habe mich damals auch in meinen jetzigen Mann verliebt, weil dieser die Verantwortung für seine Kinder übernommen hat, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte. Das hat mich beeindruckt und von seinem Charakter überzeugt. Die Mädchen leben bei uns und es handelt sich also nicht nur um ein paar Wochenenden der Bespaßung, sondern um eine dauerhafte Erziehungsmitverantwortung, die ich durch unsere Beziehung eingegangen bin. Ich liebe meinen Mann nicht TROTZ seiner Kinder, sondern AUCH DESWEGEN. Und tatsächlich bin ich auch der Meinung, dass man – entscheidet man sich für die Beziehung zu einem Vater – auch für die Kinder entscheidet, denn diese gehören zu diesem Mann dazu. Keine Frage, dass das nicht immer nur eine große Freude ist, die Auseinandersetzungen mit der leiblichen Mutter zum Beispiel. Generell finde ich es nicht schön, wenn die Beziehungen zwischen neuer Partnerin und Kindern aus der ersten Ehe so gegeneinander ausgespielt werden und das lese ich aus Deinem Beitrag ein wenig heraus. Vielleicht missverstehe ich Dich da auch. Es war mir aber wichtig, hier auch eine andere Perspektive dagegen zu stellen.

  9. Dalma sagt

    Danke, liebe Regina! Ich glaube, übereifriges Verhalten kann ein Ausdruck der Angst, verlassen zu werden, sein. Das kann man umgehen, indem man sich als Bonusmutter direkt zu Beginn der Beziehung bewusst macht, dass man ein Mensch mit eigenen Ansprüchen ist. „Er ist ein Mann, dessen Kinder mit Bett schlafen? Darauf habe ich keine Lust.“ Dann liegt es am Trennungsvater, den Ansprüchen seiner neuen Freundin gerecht zu werden. Entweder, er kann sich damit anfreunden, etwas zu ändern, oder sie geht. Kompromisse gehen natürlich immer. Aber warum sollte man Dinge tun, die man nicht will?

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