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Corona – wie funktioniert der Umgang jetzt?

Liebe Community,

aus aktuellem Anlass heute ein Beitrag über eine ganz besondere Situation und wie Patchworker damit umgehen können.

Als erstes möchte ich hier einmal ganz deutlich sagen, dass die aktuelle Situation sehr ernst zu nehmen ist und ich der Meinung bin, dass persönliche Befindlichkeiten nun einfach mal hinten anstehen müssen. Sämtliche sozialen Kontakte sind auf ein Minimum zu reduzieren. Doch wie sieht es mit dem Umgang aus? Muss dieser nun ausgesetzt werden? Darf der überhaupt ausgesetzt werden? Auch diese Frage ist absolut von den Gegebenheiten abhängig.

Meiner Meinung nach sollte das Kind nun tatsächlich erstmal dort bleiben, wo auch der Lebensmittelpunkt des Kindes ist. Und es haben alle Befindlichkeiten der Eltern und auch des Kindes hinter dem Gemeinwohl erstmal zurückzustecken. Wenn eine Situation es hergibt, dass das Besuchskind in der Nachbarschaft wohnt und es ohnehin häufig Kontakt gibt, ist es natürlich kein Problem. Liegen weitere Strecken dazwischen oder ist die Elternkommunikation derartig schlecht, dass überhaupt kein stringentes Bild besteht, mit wem das Kind, die Mutter oder der Vater wann wie Kontakt hat, sollte Vorsicht gelten und der Umgang nicht stattfinden.

Natürlich ist es mehr als Verständlich, dass der hauptbetreuende Elternteil sich Entlastung wünscht, gerade weil die Kinder ja nun 24/7 betreut werden müssen. Das rechtfertigt aber einfach nicht, den Umgang von welcher Seite auch immer, auf Biegen und Brechen umsetzen zu müssen. Ich lese im Forum von schwangeren Stiefmüttern, die kranke Besuchskinder ohne gesicherte Diagnose vorgesetzt bekommen. Das macht mich wütend. Wir haben eine nie dagewesene Ausnahmesituation und jeder trägt eine massive Verantwortung die Pandemie mit besten Kräften einzudämmen. Jeder! Da muss auch mal verzichtet werden. Da müssen Mütter darauf verzichten, die Kinder in den Umgang geben zu können oder aber auf die Rückgabe der Kinder, weil diese sich nunmal gerade seit geraumer Zeit beim Vater befinden und dann auch dort bleiben sollten. Väter müssen verzichten, ihre Kinder zu sehen und Kinder müssen auf den Besuch beim Umgangselternteil verzichten. Zum Wohle aller.

Nutzt digitale Medien. Macht Videocalls oder ein Online Spiel mit den Kindern. Auf Umgang verzichten, heisst nicht, auf den Kontakt zu verzichten.

Aber bleibt Zuhause und schützt die Menschen, die an dem Virus sterben könnten.
Es gibt jetzt keine heiligen Kühe und auch keine goldenen Kälber.

Take care!

Eure Regina

 

7 Kommentare

  1. Dani sagt

    Hallo gibt es denn eine gesetzliche Regelung?
    Bei uns ist es so, dass die Kinder von meinem Freund bei der Mutter leben und die noch ein Kind hat. Dieses geht ständig zum Vater, zur Oma etc. sprich es kommen schon genug Keime heim. Wenn die Mädels jetzt auch noch zu uns sollen finde ich es nicht gut. Die Mutter besteht drauf?! Mein Freund wünscht es sich auch sie zu sehen.
    Was kann ich da tun?
    Auch müssen wir 30km in die nächste Stadt fahren um die zu holen!
    Habt ihr da noch Infos?
    Ich hätte gerne was rechtskräftiges aber finde nirgends was 🙁
    LG Dani

    • Regina sagt

      Hallo Dani,

      Dazu gibt es leider keine gesetzliche Regelung.

      Natürlich ist es hochgradig unvernünftig den Umgang jetzt einfach so fortzusetzen, aber da kannst du nichts gegen machen, wenn beide Eltern das wollen, ausser an die Vernunft appellieren.

      Ist es deine Wohnung? Dann kannst du maximal von deinem Hausrecht Gebrauch machen, so dass der KV den Umgang woanders wahrnehmen muss.

      Das ist aber auch leider die einzige Möglichkeit.

  2. Soulcolored sagt

    Ich bin ganz froh, dass mein Mann selber die Gefahr eingeschätzt hat und mit der KM mindestens 4 Wochen jetzt erstmal auf den Umgang verzichten tut. Natürlich ist es hart, sie telefonieren alle paar Tage. (Wobei BK gar kein Interesse an Papa hat oder seinen Geschwistern die ihn vermissen. Also leiden wir eher als das BK)Aber mein Mann sagte auch, lieber 4 Wochen aussitzen als das nachher einer von uns das kriegt und evt. sogar daran stirbt. In unserem Fall sind wir ja die Risikogruppe. Wäre es anders und KM wäre eine Risikogruppe oder sie würde in einem Risikobereich arbeiten,müsste man dann schauen ob BK vorübergehend hier dann wohnen würde.

    Aber du hast es sehr gut erfasst, Regina. Es zählen grade nicht die Befindlichkeiten eines Einzelnen. Wir alle müssen zusammen halten und zusammen arbeiten um das Risiko zu minimieren. Und diese Pandemie einzudämmen.

  3. Papa sagt

    Ich unterstütze die Aussage von „Kreativgeschoss“.

    Unser Fallbeispiel: Bei uns soll der Umgang von einer Woche auf ein Wochenende reduziert werden. Das mindert keine Ansteckungsgefahr. Ganz im Gegenteil nutzt auch hier die Partnerin die Situation aus, um den Umgang einzuschränken. Es finden sich immer mehr Anwälte, die für den geregelten Umgang plädieren.

    • Regina sagt

      Da bin ich völlig bei dir und genau darum geht es doch. Eben nicht die Situation für persönliche Befindlichkeiten auszunutzen.

  4. Regina sagt

    Was meinst du denn damit genau? In deinem Beispiel würde doch der im Artikel beschriebene Fall eintreten, dass das Kind dann zum Vater geht, aber dann auch dort bleiben sollte. Vielleicht habe ich dich aber auch missverstanden.

  5. Kreativgeschoss sagt

    Sehr einseitige Darstellung.

    Was ist denn wenn die Mutter, durch ihren Job das viel größere Risiko hat, sich anzustecken und es an die Kinder weiterzugeben, als das beim Vater der Fall wäre? Und sie arbeiten gehen muss? Und der durch seinen Job ohnehin daheim sitzt? Die Mutter nutzt die in der Tat ernstzunehmenden Handlungempfehlungen !!! für ihre irrsinnigen Machtspielchen. Da sind solche Darstellungen für sie aber mal gefundenes Fressen.

    So siehts bei uns aus.

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