Alle Artikel in: Allgemein

Zwischenbilanz – Ein Jahr Stiefmutterblog

Wahnsinn! Ich kann es selbst kaum glauben. Als ich im Dezember 2014 mit dem Stiefmutterblog begann, wollte ich eigentlich nur Stiefmüttern zeigen, dass sie nicht allein sind. Dass es viele Frauen gibt, die ähnliche Konflikte haben und manchmal nicht weiter wissen. Ich wollte uns Vizemoms Mut machen. Mut, über unseren Alltag zu sprechen! Mut, auch einmal an uns zu denken! Mut, ein gesundes Gleichgewicht zwischen unseren eigenen Bedürfnissen und denen der Kinder zu finden. Das ist jetzt ein Jahr her, aber in diesem Jahr ist hier viel mehr gewachsen, als nur eine Plattform für Stiefmütter und Trennungsväter. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz und ein großes Dankeschön!

Konfliktlösung. Foto: Alexey Topolyanskiy, stocksnap

Kommunikation auf Umwegen – Konfliktlösung made in Afrika

Ich saß am Wochenende in Berlin in einem Café und bekam zufällig mit, wie ein Ex-Paar am Nebentisch über ihre gemeinsamen Kinder stritt. Sie sagte etwas, er erwiderte etwas, sie warf ihm etwas vom vergangenen Wochenende vor, er kam ihr mit irgendeiner Uraltkamelle. Um es auf den Punkt zu bringen – keiner hörte dem anderen wirklich zu. Sie wollte ihre Punkte – es ging um den Urlaub der Kinder – durchbringen, er wollte … ja was eigentlich? Er hat nach meiner Empfindung nicht geäußert, was er wollte.  Letzten Endes wäre das auch kaum möglich gewesen, da sie ihm nach spätestens einem Satz ins Wort fiel. Er war höflicher, ließ sie ausreden, machte dabei aber einen völlig abwesenden Eindruck. Für mich als Außenstehende war nach wenigen Minuten klar, dass eine Konfliktlösung bei den Beiden unmöglich war. Dieser angespannt-aggressive Austausch von Worten war ein Paradebeispiel dafür, wie zwei Menschen miteinander sprechen können, ohne dabei zu kommunizieren. Dass ein Konflikt auch ganz anders ausgetragen werden kann, habe ich vor vielen Jahren eindrucksvoll erlebt. Ich war damals bei Isa …

Vollzeit Stiefmutter

Aus dem Leben einer Vollzeit-Stiefmutter

Kathrin kam zu ihrer Familie wie die Jungfrau zum Kinde. Sie verliebte sich in einen Mann mit zwei kleinen Kindern aus erster Ehe. Zunächst lebten die Kinder bei der Mutter, kamen nur an den Wochenenden. Doch schon nach kurzer Zeit fragte ihr jetziger Mann sie, ob sie sich vorstellen könnte, immer mit den Kindern zu leben. Die Mutter sei überfordert. Nach nicht einmal einem Jahr Beziehung wurde aus der kinderlosen Karrierefrau eine Vollzeit-Stiefmutter. Mit einem knapp Vierjährigen und einem Baby.

Grossmutterzwillinge. Foto Stiefmutterblog.com.jpg

Familienbande

Eine Bloggerin hatte mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich Lust hätte, etwas über Schubladen zu schreiben. Der erste Gedanke? Klar, da fällt mir das „Schubladen-Denken“ ein,  als Stiefmutter bekomme ich hier Input zur Genüge. Aber ich habe mich für ein anderes Thema entschieden, ich habe etwas über meine Zeitmaschinen-Schulbade geschrieben.  Schubladen können uns abenteuerliche Ausflüge, sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft, ermöglichen.

Intensivstation. Foto: Norbert Kaiser, Wikipedia

Vater auf der Intensivstation

Ich habe ein Problem mit meiner Stiefmutter. Meine Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, mein Vater hat wieder geheiratet, eine Witwe. Er und seine jetzige Frau kennen sich seit über 50 Jahren. Bislang war das Verhältnis ausgesprochen gut. Ich war froh, dass beide sich gefunden hatten und ihren „Lebensabend“ gemeinsam genießen. Jetzt liegt mein Vater auf der Intensivstation und seine Frau will meine Geschwister und mich nicht dort haben. 

Kontaktabbruch, Foto: Stiefmutterblog.com

Kontaktabbruch, wie wird man damit fertig?

Wie wird man damit fertig, wenn es ein Heavy-End und kein Happy-End gibt? Wobei Happy-End sowieso wellig zu unterstreichen wäre. Das gibt es als Stiefmutter ohnehin selten. Nach zähen Jahren mit schönen Momenten, schwierigen Momenten, Tränen und Lachen haben wir einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht, den Kontaktabbruch.

Mama Papa Kind

Anfängerfehler der Stiefmütter – und wie man es besser macht

Achtung Anfängerfehler! Was können Anfängerinnen von den alten Hasen im Patchwork lernen? Wie einen „Holzweg“ eher erkennen? Diese Frage habe ich vor einiger Zeit in einer Stiefmuttergruppe gestellt. Ich bin mir sicher, mit etwas Unterstützung durch andere Stiefmütter kann man typische Stolpersteine vielleicht nicht ganz vermeiden, aber immerhin eher erkennen. Miriams größte Nöte waren: Ihre Situation zu akzeptieren Die Eifersucht auf die Ex abzulegen Zu lernen, nicht alles persönlich zu nehmen Den täglichen Rollenwechsel zu stemmen In einem langen Brief beschrieb sie, wie sie ihre Probleme in den Griff bekommen hat.

Pettersson im Sessellift

Ein Witwer mit zwei Kindern und die blinde Stiefmutter

Ingrid führt schon lange ein Leben unter erschwerten Bedingungen, sie ist seit fast 30 Jahren wegen einer Netzhauterkrankung blind. Sie ist eigenständig, lebt ein relativ „normales“ Leben, bezieht eine Erwerbsunfähigkeitsrente und engagiert sich für das Thema Barrierefreiheit. Ingrid hat aus erster Ehe zwei erwachsene Söhne, kommt aus der Rüdesheimer Gegend. lebte aber lange im Norden Deutschlands. Dort lernte sie auch ihre zweite Familie kennen. Einen Witwer mit zwei Kindern. Ihre Stiefkinder waren 11 und 7 Jahre alt, als deren Mutter durch einen Autounfall starb. Die Mutter selbst saß am Steuer. Beide Kinder und der Vater waren bei dem Unglück ebenfalls im Auto, überlebten aber. Die Kinder erlitten schwere Verletzungen, der Vater, der auf dem Beifahrersitz gesessen hatte,  blieb wie durch ein Wunder so gut wie unverletzt. Die Kinder waren mehrere Wochen in der Kinderklinik und anschließend in der Reha, der Vater war in dieser Zeit bei ihnen.