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Das Märchen von der bösen Stiefmutter

Böse Stiefmutter

Schneewittchen wurde im Auftrag ihrer eifersüchtigen Stiefmutter, der bösen Königin, mit einem Apfel vergiftet. So erzählt es jedenfalls das Märchen der Brüder Grimm. Von Caroline scheinen die Schweizer Behörden ähnlich schlimme Dinge zu denken. Sie bekam es sogar schriftlich: Die Kinder sollen nicht den gleichen Namen tragen müssen, wie sie, die (böse) Stiefmutter. Aber ist Caroline wirklich die Böse? Das Märchen von der bösen Stiefmutter.

Wer ist hier das Opfer, wer der Täter?

„Ich lernte meinen Mann just in dem Moment kennen, als er von seiner damaligen Frau aus der gemeinsamen Wohnung geworfen worden war. Das war auch noch an seinem Geburtstag. Im August 2006 hatte die Frau wohl einfach die Nase voll von einem Mann, der ihr nicht zu 100% diente und ihr die Befehle nicht von den Augen ablas. Es folgte ein zwei Jahre dauernder Krieg um Scheidung, Sorgerecht und viele weitere Details. In diesen Schlachten ging die Exfrau in den allermeisten Fällen als Siegerin heraus, weil sie es meisterlich verstand, Behörden und Ämter zu narren. In diesen zwei Jahren habe ich meinen Mann in nächtelangen Gesprächen kennen- und lieben gelernt. Bis wir im November 2008 endgültig zum Paar wurden.

Ich dachte damals noch, dass ich es auch ohne eigene Kinder schaffen würde, mich um zwei kleine Kinder zu kümmern. Hatte ich doch durch meine Babysitting-Aufgaben in der Jugend schon so einiges drauf in Sachen Erziehung. Doch niemand konnte mich auf das vorbereiten, was dann geschah. 2005 und 2007 kamen die Söhne meines Mannes zur Welt. Die Trennung erfolgte also während der zweiten Schwangerschaft der Mutter. So hatte ich es ab 2009, als wir zusammenzogen, mit einem drei- und einem fünfjährigen zu tun. Ich las zur Vorbereitung dutzende Erziehungsratgeber, sprach mit Müttern, wollte also nicht nur auf meine eigenen Jugenderfahrungen zurückgreifen.

Was tun, wenn Stiefkinder drohen und erpressen?

Schon im Sommer 2009 musste ich gegen Intrigen und Aktionen der Mutter kämpfen. Und ich bemerkte schon damals, dass die Kinder auf „Papa-Freundin-Hass“ getrimmt wurden. Richtig schlimm wurde es dann zwei Jahre später. Der Kleine war knappe viereinhalb Jahre alt, der grosse sechs. Da begann die Doktrin der Mutter zu wirken. Ich wurde zuerst nur beleidigt und beschimpft. Und das immer genau dann, wenn mein Mann, der Vater, nicht anwesend war. Der Kleine stiefelte zu mir ins Bad als ich mich kämmte und flüsterte: „Du bist eine Sauf***ze…“. Beim ersten Mal wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Dann wurde aber die Beleidigung erweitert mit „Du bist eine Sau, du bist eine Hure…. sagt Mami“. Somit wusste ich also schon mal, dass all die unfeinen Worte nicht von den Kindern selbst kamen, sondern von einer höheren Stelle. Da diese sehr farbigen Beleidigungen, Schubser, Schläge und ja sogar Bisse alle in Abwesenheit des Vaters der Kinder geschahen, wollte mir mein Mann nicht glauben! Im Gegenteil, er sagte mir oftmals „ach, du übertreibst. Meine Kinder sind doch keine Monster!“.

Kinder sind doch keine Monster!

Doch eines Tages erwischte mein Mann die Kinder. Der Grosse hatte mir grad voller Kraft seinen Ellbogen in die Hüfte gerammt, als mein Mann es sah und seinen Sohn sofort zur Rede stellte, warum er das mache. Die Antwort des Sohnes war verblüffend ehrlich „Mami sagte, ich muss böse Menschen hauen“. Gleichen Tags erwischte er den kleinen 5jährigen Sohn, wie dieser mich erpressen wollte! „Du kochst mir heute Abend Milchreis und räumst dieses scheiss Zimmer hier selber auf! Sonst mach ich mir blaue Flecken und sage Mami, dass du mich verprügelt hast“. Wäre mein Mann nicht in dem Moment kaum einen Meter weit weg gestanden, hätte er auch diese Aktion nicht mitbekommen! Die Mutter der Kinder jedoch spielte dann alles herunter. Lachend äusserte sie: „das müsst ihr euch eingebildet haben. Meine Goldschätzchen, meine Engelchen machen so was nicht!“

Was tun, wenn das Kind droht und erpresst? Klick um zu Tweeten

Nach unserer Hochzeit 2012, die Kinder waren mittlerweile sechs und acht Jahre alt, wurde es dann so krass, dass die Schläge, Tritte, Beleidigungen auch offen in Gegenwart des Vaters ausgeführt wurden. Egal, was ich kochte, es war scheußlich, egal, was wir mit den Kindern unternahmen, es war „laaaaaaangweilig“. Die Kinder zerschlugen mir auch reihenweise und ganz bewusst meine Sammelfiguren, meine Dekogegenstände. Auch ein Aquarium musste dran glauben, weil die Jungs mit voller Wucht Spielzeugautos dagegen warfen. Und zu allem Übel begannen die Kinder nicht nur mich zu belügen, sondern auch den eigenen Vater. Die Mutter liebte ihre „Goldschätzchen“ selbstverständlich und glaubte den Jungs alles… aber wirklich alles! Die Kinder fingen an zu behaupten, ich würde sie verprügeln und wiesen ihr dann blaue Flecken zum Beweis vor. Die Jungs behaupteten auch, mein Mann sei ständig besoffen beim Besuchswochenende. Die Besuchswochenenden wurden dadurch immer seltener, die Beziehung zu den Kindern immer schwieriger.

Ich selbst litt Höllenqualen. Denn ich bekam es ja sehr lang von beiden Seiten ab. Einerseits von den Jungs, auf der anderen Seite war da mein Mann, der mir nicht glauben wollte, was für fürchterliche Aktionen die Kinder bringen. Dabei hatte ich den Kindern niemals abverlangt „Mami“ genannt zu werden. Ich wollte niemals die Mutter ersetzen, niemals ihr die Stellung streitig machen. Das erklärte ich den Kindern mehrfach und sehr deutlich. Auch mit Hilfe kindgerechter Fachliteratur. Aber ich konnte die offensichtlichen Erziehungsfehler der leiblichen Mutter nicht ausbügeln an einzelnen Wochenenden. Und je älter die Kinder wurden, desto schlimmer wurde es für mich. Trotz allem hatte ich niemals ein schlechtes Wort über die leibliche Mutter gesagt in Gegenwart der Kinder. Ich schluckte alles herunter und liess mir so vieles gefallen.

„Sie sind halt keine Mutter…“

Das ganze Theater gipfelte dann darin, dass meinem Mann die Besuchswochenenden komplett verweigert wurden. Ab Januar 2014 war dann damit endgültig Schluss. Ich, die böse Stiefmutter, die angeblich Kinder misshandelt und geschlagen hat, sowie mein Mann, der angeblich ständig besoffene Trinker, durften die Kinder dann nicht mehr sehen. Bis HEUTE nicht! Die Schweizer Behörden waren uns da keine Hilfe. Im Gegenteil, meinem Mann und mir wurde sämtliche Schuld in die Schuhe geschoben. Und das, obwohl er als Sicherheitsangestellter niemals Alkohol trinkt. Ich sei als „Nicht-Mutter“ nicht fähig, mit Kindern umzugehen. „Ja wissen Sie, Sie sind halt keine Mutter…“, wurde mir an den Kopf geknallt.

Die Besuchsrechtsverweigerung war nur der Anfang. Der zweite Schritt im Plan „entferne den Vater und die Stiefmutter aus dem Leben der Kinder“ war es, den Familiennamen der Jungs zu ändern. Dieses Begehren wurde Mitte 2014 unter anderem mit Begründungen wie „die Kinder sollen nicht den gleichen Namen tragen wie die Stiefmutter“ (!!) versehen und… tatsächlich von den Schweizer Behörden gut geheissen! Sowohl für mich als auch meinen Mann brach eine Welt zusammen. Welche Behörde dieser Welt akzeptiert eine Begründung wie „nicht den gleichen Namen tragen wie die Stiefmutter“? Ganz so, als wär ich die böse Stiefmutter, wie sie im Märchen vorkommt!

Absurde Begründung für Namensänderung: Kinder sollen nicht heißen wie die Stiefmutter Klick um zu Tweeten

Die nächste Aktion war Ende 2014 und verunmöglichte uns dann endgültig die Kontaktaufnahme mit den beiden Jungs. Die leibliche Mutter verschwand mit den Kindern…. Wir wissen bis heute nicht, wo sie leben, wo sie sich befinden. Die Grosseltern, meine Schwiegereltern, berichteten uns noch, dass die Kinder Anfang 2015 mal telefonisch geäussert haben sollen, dass der Vater nur noch „Das Arschl…“ genannt wird und ich bin „die Saufo…“, Papa und Caroline waren aus dem Leben der Kinder verschwunden. Weder mein Mann noch ich, noch die Grosseltern haben noch Kontakt zu den Kindern. Sie sind verschwunden.

Jason, Brandon – Wir vermissen euch!“

Eure Stiefmutter, Caroline

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Foto: Stocksnap, Michael Duliba

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