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Das Bild der Stiefmutter in der Öffentlichkeit

Großes Kino! Gestern habe ich bei unserer lokalen Volkshochschule angerufen und gefragt, an wen ich mich wenden muss, wenn ich ein Seminar zum Thema „Stiefmutter“ anbieten möchte. Antwort: „Wenden Sie sich an Herrn XY. Der ist für alles was den Garten betrifft zuständig…“. Ein kurzer Moment der Sprachlosigkeit, dann musste ich lachen. Das Bild der Stiefmutter in der Öffentlichkeit hat mit der Realität in der sie lebt meist nicht viel zu tun. Mal abgesehen vom Stiefmütterchen – wie sieht die öffentliche Wahrnehmung eigentlich aus?

2015 – Das Jahr der Stiefmütter

Haben Sie schon einmal erlebt, dass einer Mutter verständislos gesagt wird: „Du hättest doch die Pille nehmen können“, wenn sie über ein Problem mit ihrem Kind berichtet? Wahrscheinlich nicht. Und das ist auch gut so. Jeder sollte sein Herz ausschütten können, ohne Vorhaltungen zu bekommen. Stiefmütter werden anders behandelt. Der Standardkommentar, unter dem sie leiden, lautet: „Du wusstest doch, dass er Kinder hat! Jetzt beschwer Dich nicht“. Ob es um ein Problem mit der Ex, dem Mann oder den Kindern geht. Dieser Satz bringt Stiefmütter regelmäßig auf die Palme.

Weihnachten und die Geschenkeflut

Geschafft. Endlich sind Weihnachten und die Geschenkeflut vorbei. Viele Stiefmütter atmen heute tief durch und freuen sich. Wie war es bei Ihnen? Sind Sie auch erleichtert und machen drei Kreuze, dass Sie die Tage hinter sich haben oder freuen Sie sich jetzt schon auf nächstes Jahr? Gerade an den Festtagen kochen bei vielen Ex-Partnern die Konflikte besonders heiß hoch. Das beginnt oft schon im Vorfeld, bei der Schlacht um das schönste, beziehungsweise teuerste Geschenk. Natürlich möchten alle Kinder Geschenke vom Weihnachtsmann bekommen. Und natürlich möchten Eltern ihren Kindern so viele Wünsche wie es nur geht (und wie es sinnvoll ist) erfüllen. Bei Familie Patchwork kommt es allerdings bei genau dieser Frage oft zu heftigen Streits. Nicht selten enden die mit Tränen unter dem Weihnachtsbaum.

[Entfremdung]

Wie funktioniert Entfremdung?

„Wie schaffen manche Mütter es, ein Kind vom Vater zu entfremden?“. Diese Frage stellen sich viele Stiefmütter. Geradezu fassungslos verfolgen sie mit, wie Kinder, die eben noch mit Papa gekuschelt haben, schreiend davon rennen oder ihm eiskalt sagen, dass sie ihn und die Vizemutter nie wieder sehen wollen. „Was ist passiert?“, werden sie von Außenstehenden dann gefragt. Meist mit dem unterschwelligen Vorwurf: `Rück schon raus, was hast Du den Kindern angetan?´ Kaum jemand kommt auf die Idee, dass die Vizemom bei einer Vater-Kind- Entfremdung gar nichts getan haben muss. Ich sage nicht, dass es keinen Grund für den Kontaktabbruch gibt, nur sucht man ihn manchmal an der falschen Stelle.

Stiefmutter oder Vizemutter?

Was klingt besser: Stiefmutter oder Vizemutter? Das Wort „Stiefmutter“ an sich scheint genauso negativ behaftet zu sein, wie das Image allgemein. Woran liegt das? Unabhängig von jedem Klischee ist es zunächst einmal eine rechtliche Definition. Im deutschen Familienrecht wird als „Stiefmutter“ die nicht leibliche Mutter der Kinder des Ehepartners bezeichnet. Eine Ehe ist Voraussetzung, um vor dem Gesetz Stiefmutter zu sein. Übrigens ist die allgemein vorherrschende Meinung falsch, dass Stiefeltern und Stiefkinder nicht familiär verbunden wären. Das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt nämlich in § 1590: „Die Verwandten eines Ehegatten sind mit dem anderen Ehegatten verschwägert. Die Linie und der Grad der Schwägerschaft bestimmen sich nach der Linie und dem Grade der sie vermittelnden Verwandtschaft.“

Stiefkinder und Schwiegermuetter Stiefmutterblog

Lieben Sie Ihre Stiefkinder? Und was hat das mit Ihrer Schwiegermutter zu tun?

Heute bin ich mal böse – wie es sich für eine Stiefmutter gehört. Kennen Sie den? „Warum war Adam der glücklichste Mensch der Welt? Er hatte keine Schwiegermutter.“ Sie lachen, stimmt´s? Oder schmunzeln wenigstens, nicken zustimmend. Aber was passiert, wenn ich den Witz umformuliere und sage: „Warum war Eva die glücklichste Frau der Welt? Sie hatte keine Stiefkinder.“?

Stiefvater oder Stiefmutter. Foto: Stocksnap, Ismael Nieto

Stiefmutter oder Stiefvater – wer hat es leichter?

Wer hat es leichter, Stiefmutter oder Stiefvater? Oder gibt es keine Unterschiede? Der Gesetzgeber fasst beide unter dem Begriff „Stiefelternteil“ zusammen. Außenstehende, also nicht in einer Patchwork-Konstellation lebende Personen, denken daher oft, die Umstände beider Stiefelternteile seien gleich. Weit gefehlt.

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