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Väter, die der Stiefmutter in den Rücken fallen

Stiefmutter in den Rücken fallen

Wie nennt man eigentlich Väter, die die Autorität der Vizemutter regelmäßig untergraben? Väter, die der Stiefmutter in den Rücken fallen, gemeinsam besprochene Regeln oder Abmachungen sofort „vergessen“? Die nicht eingreifen, wenn ihre Frau vom Kind beleidigt oder angegriffen wird, sondern das kindliche Fehlverhalten womöglich noch verteidigen und die Vizemutter als Schuldige darstellen? Im Büro würde man so jemanden „Kollegenschwein“ nennen.

Was ist ein Kollegenschwein

Ein Kollegenschwein ist, wer Arbeit auf andere abwälzt, aber das Lob des Chefs selbst einheimsen möchte. Jemand, der die Position des Kollegen sofort untergräbt, wenn er meint, es nütze ihm. Jemand, der den Kollegen ohne Hemmungen bloß stellt. Ein Schleimer, der hofft, mit dieser Art beim Chef Punkte sammeln zu können. Der Chef allerdings lacht insgeheim meist über solche Mitarbeiter. Er nutzt sie für seine Zwecke, Anerkennung zollt er ihnen für ihr hinterhältiges Verhalten aber nicht.

Eine Vizemutter und der Vater gehen zusammen einkaufen. Morgens hatte man gemeinsam mit seinem Kind beschlossen, eine Suppe zu kochen, sogar zu dritt die Zutaten ausgewählt. Mittags weigert sich der Junge die Suppe zu essen. Der Vater tröstet seinen Sohn und fragt seine Partnerin vorwurfsvoll, warum sie keine Nudeln gemacht hätte. Die würde das Kind doch viel lieber essen. Wie würden Sie diesen Vater nennen?

Wie nennt man einen Mann, der der Stiefmutter in den Rücken fällt?

Dieser Mann denkt, durch die Verbrüderung mit seinem Kind gegen die Stiefmutter würde er Punkte beim Kind sammeln. Seine Frau ist ihm in dem Moment egal. So wie der Kollege dem Schleimer im Büro egal ist, der dem Chef in den Allerwertesten kriecht.

Ich höre gerade die Aufschreie der Männer. Man könne doch Äpfel nicht mit Birnen vergleichen…oder etwas in der Art. Doch, ich vergleiche das einfach mal.

Geben und nehmen – im Büro und in der Partnerschaft

Mit einem Kollegen arbeitet man im Team, jeder ist ab und an auf den anderen angewiesen, jeder hilft dem anderen auch mal, wenn der etwas verbockt hat. Genauso ist es in einer guten Partnerschaft. Die Stiefmutter wechselt zum Beispiel ihre Schicht, um das Kind betreuen zu können, wenn der Vater im Büro einen wichtigen Termin hat. Der Vater klärt seinerseits Dinge, die sein Kind betreffen, vorab mit ihr, bevor er mit der Mutter oder dem Kind spricht. So funktioniert es zusammen, ob im Job oder in der Partnerschaft.

Eine Vizemutter, deren Mann ihr in ständig den Rücken fällt, um es seinem Kind recht zu machen, wird irgendwann aufhören, eine Partnerin zu sein. Das Kind wird ihr wahrscheinlich irgendwann egal werden, schlimmstenfalls wird sie es ablehnen. Auf jeden Fall wird sie sich irgendwann verweigern. Sie wird ihre Schicht nicht mehr tauschen wenn er wichtige Termine hat, sie wird vielleicht nicht einmal mehr für sein Kind kochen, weil sie zu oft erlebt hat, dass es sowieso – mit Zustimmung des Vaters – nicht gegessen wird.

Die Stiefmutter verweigert sich

Ist das eine gute Lösung? Ja, wenn es kurzfristig dazu führt, dass dem Vater sein Verhalten bewusst wird. Nein, wenn es zur Dauerlösung wird. So, wie Chef und Kollegen zusammengehören, nur alle gemeinsam einen funktionierenden Betrieb ergeben, gehört auch das Kind zum Leben von Vater und Stiefmutter. Alle gemeinsam ergeben die Familie. Kocht jeder sein eigenes Süppchen, geht es schief. Im Büro, wie in der Familie. Garantiert!


Jetzt bin ich gespannt auf Ihre Antwort: Wie würden Sie Väter nennen, die die Autorität der Stiefmutter regelmäßig untergraben? Bitte E-Mail mit Stichwort „Von Vätern, die der Stiefmutter in den Rücken fallen“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.Foto: Stocksnap, Andri

51 Kommentare

  1. Jessica sagt

    Hallo ihr Lieben,
    meine Kleine Stieftochter ist 6. kommt übermorgen in die Schule..und ich resigniere bald. Papa ist so inkonsequent…ich versuche zu erziehen…und er „verzieht“. Sie lügt, klaut im Haushalt, beschädigt oder beschmiert fremde Dinge….will immer im Mittelpunkt stehen, weiß alles besser, gibt zu allem ein Kommentar ab, ist immer krüscher beim Essen und Papa puhlt das „grüne“ wie ein Weltmeister aus ihrem Essen. Und leider bemerkt er nicht wie sehr er mir und der Beziehung zwischen seinem Kind schadet. Sie wirklich ein sehr schlaues Kind. freundlich aufgeschlossen aber braucht klare Ansagen und Konsequenz….da ich leider immer die ausführende Kraft bin…und in ihren Augen somit immer die blöde…habe ich heute den Entschluss gefasst in der Zeit wo ich sie betreue nur noch einmal eine Ansage zu machen folgt sie nicht lasse ich es so im Raum stehen und werde mich nicvt weiter darüber ärgern. dann muss es halt der Vater regeln. und wenn nötig auch alles was sie fabriziert hat beseitigen …ich hoffe er erkennt dann die Notwendigkeit und das es harte Arbeit ist für mich und alle anderen Familienmitglieder. Für Strategien was man am eigenen Verhalten ändern kann bin ich dankbar

    • MiaWa sagt

      Hi Jessica,
      ich kann Dir leider keine Strategie verraten, nur sagen, dass es mir ähnlich geht…
      Die Kinder sind ohne Mutter aufgewachsen (ist gestorben) und er hatte immer eine Haushälterin. Sie sind es gewohnt, dass ihnen immer jemand hinterherräumt. Sie lassen alles stehen und liegen, vom benutzten Glas und Besteck bis hin zur Plastikfolie von der Slipeinlage.
      Und immer bin ich diejenige, die was sagt, weil ich auch diejenige bin, die es wegräumen muss. Seine Antwort hierzu: „Naja, mich stört es halt nicht. Dann lass es halt einfach liegen.“ HALLO? Ich wohne in diesem Haushalt und wo kommen wir denn hin wenn ich es dann auch nicht mehr mache?
      Fakt und Fazit: Ich bin die dumme Meckerziege für die beiden Mädels, die ständig motzt weil ich sag sie sollen ihren Scheiss wegräumen oder – noch viel schlimmer – der Kleinen (14 Jahre alt) sag sie soll bitte ihre Hasen endlich misten weil sie in der eigenen Pisse sitzen. Sie macht es trotzdem nicht. Letztenendes mach ich es dann. Es sind Tiere und sie können nichts dafür.
      So könne ich eine endlose Liste weiterschreiben – von der leeren Klopapierrolle bis zur leeren Shampooflasche in der Dusche, die einfach stehen gelassen wird…

      • Anomar sagt

        Hallo Miwa,
        der Beitrag könnte von mir sein nur das fast die identische Situation und ich das mit dem einem Messiterroristen (19 und ist ausgezogen) schon hinter mir habe und im Moment die zweite 16 voll aufdreht. Ich bin mit meinem Partner jetzt 10 Jahre zusammen und am 10.09. drei Jahre verheiratet. Es läuft auf eine Scheidung hinaus. Er versucht gerade durch diverse Machtspielchen mit zu zeigen das ich ohne ihn das nicht schaffe. Ich bin die Hautverdienerien und habe immer alles versucht zusammen zu halten. Damit auch die die Forderungen stellt am ein Zusammenleben. Das kommt überhaupt nicht gut an. Ich könnte hier einen Roman schreiben was ich alles mit Patchwürg erlebt habe. Nie nie wieder. „Beziehungen nur noch ambulant nie mehr stationär“. Hinzu kommt das ich Gesundheitlich gerade sehr angeschlagen bin und das keinen interessiert. Aber es muss irgnd wie weiter gehen.

      • Sumsi13 sagt

        MiaWa,
        packe mal den ganzen Mist (Slipeinlagen, Besteck, shapooflaschen, Klopapierrollen….) zusammen und schmeiss ihn aufs Bett der Verursacher, in regelmässigen Abständen. Mal schauen ob sie es lernen.
        Was sagt oder tut denn der KV ? Der muss dass doch auch mitbekommen.

    • Sumsi13 sagt

      Hallo Jessica, lebt ihr im Wechselmodell?
      Weil du sagst du versuchst zu erziehen und KV verzieht.
      – mit der Schilderung des Problems hast du m.M. auch die Ursache schon genannt. KV ist für die Erziehung zuständig und wenn der nicht mitzieht und konsequent ist kannst du dich auf den Kopf stellen.

      Ich habe die Erfahrung gemacht,d ass alles was mich persönlich betrifft, angesprochen wird und ich meine Grenzen schütze und kommuniziere ABER ERZIEHEN MUSS SIE DER LEIBLICHE ELTERNTEIL.

  2. Daniela sagt

    Mein ex-Freund ist mir auch regelmässig in den Rücken gefallen. Er hatte immer Panik dass sein Kind ihn nicht genug lieben würde und hat dann auf meine Kosten um ihn „gebuhlt“ wenn man das so nennen kann. Das tut sehr weh. Dann habe ich mich entschieden die Beziehung nur weiterzuführen wenn ich gar nichts mehr mit seinem Sohn -5 Jahre – zu tun haben muss. Ich wollt einfach nicht mehr in so eine gemeine Lage kommen. An sich hatte ich gar nichts gegen das Kind aber ich fand das Verhalten von meinem Freund richtig mies. Er gab es nach einem intensiven Gespräch auch zu dass er das mit Absicht tat um vor dem Jungen gut dazustehen. Ich muss ehrlich sagen dass ich eine Stiefmutterrolle in meinem Leben nicht wieder einnehmen werde. Das ist schon schwer genug wenn es fair läuft aber mit dem Mann war es die Hölle. Eigene Kinder habe ich nicht, bin 42 jahre jung und jetzt von diesem Ekel getrennt. Zum Glück.

  3. Jennifer sagt

    Liebe Millie,

    auch mit deiner Geschichte kann ich mich herrlich identifizieren. Mit „du bist eifersüchtig und kommst nicht damit klar, dass ich ein Kind habe“ wird bei uns zu 99% alles begründet.
    Und genau wie dir, lege ich Wert darauf, dass man sich an Absprachen hält die man getroffen hat. Ob das Aufgaben im Haushalt sind oder was auch immer. Mittlerweile wünsche ich mir stark, dass er sich wieder eine Wohnung sucht und wir bis der Sohn groß ist (jetzt 14) einfach getrennte Wohnungen haben. Verantwortung ist bei und auch ein Thema. Einerseits wird eigenverantwortlich auf Abmachungen gepfiffen, weil es zu 99% der Fälle dem Kind nicht mehr passt, andererseits bin ich dafür verantwortlich, dass er sein Kind seltener sieht, dass ich doch auf dem Schirm haben soll wann Kinderwochenende ist (absolut unmöglich, weil es keinen Rythmus gibt), dass sein Kind nun nicht mehr so gerne zu seinem Vater geht, und und und. Also an allem bin hauptsächlich ich Schuld. Sich wie eine Versagerin zu fühlen bleibt da auch nicht aus, wobei mir klar ist, dass das nicht der Fall ist.

    Männer die zu jung Vater werden und keine Verantwortung übernehmen können, weil sie in ihrer eigenen Entwicklung noch nicht so weit sind, brauchen auch eher weniger eine Partnerin, ist so meine Schlussfolgerung nach 3 Jahren Erfahrung. Ich bin auch abgesehen von dem Thema happy mit meinem Partner, sind sogar seit 1,5 Jahren verlobt, aber da dies nun mal kein kleines Thema ist, kann daran alles kaputt gehen. Das macht mich auch sehr traurig. Psychisch belastet mich das mittlerweile sehr. Aber zum Glück ist mein Partner offen für eine Paarberatung. Mal sehen wie es weitergeht. In meinem Fall bin ich jedoch stark an meiner Grenze angelangt, weil ich keine Entwicklung als Paar erkennen kann.
    Ich habe mich aber grundsätzlich damit abgefunden, dass er eben Absprachen vergisst, aber dafür müssten wenigstens grundlegende Sachen passen, wie dass man sich nicht in Rücken fällt. Das hat mit Respekt zu tun. Wenigstens respektiert möchte ich werden. Bei uns ist vor allem Thema, dass ich mit meinen Bedürfnissen nicht wirklich ernst genommen werde und wenn es mal zu viel wird, dann kann man(n) auch mal mit Druck und Manipulation versuchen die Frau zum Schweigen zu bringen. Alles Ausdruck von Hilflosigkeit, aber Hilfe würde ohne mein Engagement auch nicht in Anspruch genommen werden. Ich bleibe hoffnungsvoll, dass alles gut wird und wir in der Paarberatung etwas dazu lernen können.

    Bin gespannt ob auch andere in einer ähnlichen Situation sind und wie sie damit umgehen.

  4. Lang, lang schon ist es am Andauern und ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Angefangen von der Ex, die mir in den Rücken fiel und vor einigen Jahren Aufstand probte, weil wir zusammen kamen, was sich aber dann relativ schnell legte, bis hin zu gemeinsamem Urlaub Vater/Sohn an meinem Geburtstag seit einigen Jahren gibt es immer wieder häufig Situationen, in denen es sich für mich doof anfühlt. Lange habe ich es mit Unterstützung des Kindsvaters auf mich, meine Sensibilität geschoben und auf mich genommen. Ich bin schuld…ich sehe alles zu eng, egal um welche Punkte es geht….Mittlerweile sind unsere Wohnungen wieder getrennt, die Liebe ziemlich verpufft, irgendwas hängt da aber noch an einem seidenen Faden, aber selbst das fühlt sich nicht richtig an. Die Nachrangigkeit nach Ex, Kind, Freund und den Bedürfnissen / Zeitplänen dieser drei Personen fühlt sich nun nach einigen Jahren richtig klar schlecht an. Für mich. Ich finde, die Ex-Familie macht es aus Sicht des Kindes großartig, aber beide „neuen“ Partner müssen das Ursprungssystem umfliegen wie die Planeten die Sonne. Ich weiß noch nicht, wohin die Reise gehen wird. Ich kann nicht sagen, dass ich meinen Partner liebe, aber auch nicht, dass ich ihn nicht liebe. Ich kann nur sagen, dass ich mich von vielen Träumen und Plänen verabschieden musste und mich immer wieder zwischendurch nach einer einfacheren Konstellation sehne. Und meine Zuneigung für das Kind immer weniger geworden ist.

  5. Silvia sagt

    Hallo liebe Stiefmütter,
    ich lebe seit 6 Monaten als Stiefmutter und richtige Mutter mit meinem neuen Lebensgefährten zusammen. Es ging alles recht schnell und am Anfang noch bevor wie zusammen lebten (so 5 Monate) war das Zusammensein total harmonisch.
    Nun muss sich jeder neu positionieren. Die beiden Mädchen 9 (sie hat jetzt eine Nebenbuhlerin) und 7 Jahre (sie ist nicht mehr die Nr.1) und die Eltern innerhalb der Beziehung. Das ist für mich eine große Herausforderung.
    Ich habe klare Erziehungsvorstellungen mit großem Sinn für Fairness, Regeln und liebevollen Umgang ohne jemanden „klein machen“ zu müssen oder autoritär zu handeln. Mein Partner ist da anders und lebt seine eigenen Erfahrungen an seinem Kind selbst aus. Er ist ziemlich streng und verlangt von den Kindern sich nach seinen Vorstellungen zu benehmen. Es werden Regeln gemacht, aber schnell wieder aufgegeben. Aber auch nachgegeben und klein bei gegeben, weil es angeblich nicht zu ändern sei….Zudem ist seine Tochter noch ein Wechselkind und meine Tochter wird es nun gleich mit, weil sie sich auch auf den unterschiedlichen Lebensrhythmus einstellen muss. Wie tollerant soll ich sein? Welche Mindestanforderungen an den gemeinsamen Alltag kann ich stellen? In welchem Maß soll ich mich aus seinen Erziehungsmethoden heraushalten? Oder einmischen? Was ist für die Entwicklung meiner Tochter besser? Ich habe schon gedacht, wieder auszuziehen und mehr Raum in der Beziehung zum Mann zu haben, um wieder mehr selbstbestimmt zu sein. Aber ist das die Lösung? Sich zurückziehen? Vielleicht, aber ich habe hier schon viele interessante Ansätze gelesen und werde mich daran machen, diese in meinen Alltage einzubeziehen. Und natürlich freue ich mich auf weitere Anregungen von Euch.
    Viele Grüße uns Kopf hoch!

    • Sonnenblume sagt

      Du bist scheinbar in der gleichen Situation wie ich. Mein Sohn ist dauerhaft hier und die Tochter meines Partners wechselt. Würde mich gerne mit dir austauschen. Uns stellt die Situation vor viele Schwierigkeiten und ich habe öfter das Problem dass ich Angst habe meinem Sohn in dem ganzen hin und her nicht gerecht zu werden.
      Über getrennte Haushalte habe ich auch schon nachgedacht, aber ganz ehrlich: kann das eine Lösung sein? Die Konkurrenz zwischen den Kindern ist recht groß und wir stehen dauernd zwischen den Stühlen. Wobei jeder die Position des eigenen Kindes besser nachvollziehen kann. Das macht es sehr schwierig aus den „Kindereien“ nicht auch noch einen Streit zwischen den Erwachsenen entstehen zu lassen.
      Ich glaube dass es wichtig ist dass sich jeder mit seinem Kind noch Raum offen lässt und man nicht darauf besteht, alles gemeinsam zu machen. Jedes Kind braucht den exklusiven Elternteil und keines will den stiefelternteil als „Ersatz“. Das Problem bei uns ist, das mein Partner total wenig Zeit hat. Aber wir wollen jetzt zumindest dafür sorgen dass sie getrennte Zimmer bekommen und jeder von seinem Elternteil alleine ins Bett gebracht wird. Und wir haben vor, uns Zeiten mit dem eigenen Kind alleine frei zu räumen. Ist nur super schwer, weil Zeit von meinem Sohn mit meinem Partner bleibt dann kaum. In der Zeit wo nur er hier ist, bin ich nahezu alleinerziehend. Und ich kümmere mich schon um beide wenn sie hier sind :/

  6. Sonnenblume sagt

    Wie man das nennen kann, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen dass die Problematik ziemlich komplex ist und viele Seiten hat. Wenn, wie bei uns, Kinder von beiden Partnern im Spiel sind wird es noch schwieriger.
    Jeder hat zu seinem eigenen Kind eine von Selbstlosigkeit getragene Beziehung. Auch die Beziehung zum Partner ist eine Liebesbeziehung. Das Stiefkind hat eher etwas Abstand zum Partner des Elternteils, weil die Beziehung erst noch wachsen muss und von vornherein Belastungen ausgesetzt ist. Es ist schon so, dass es immer mehrere Beziehungssysteme gibt und man das akzeptieren muss. Zum Beispiel auch dass die normale Kernfamilie kein richtiges Vorbild mehr sein kann. Gerade als Stiefmutter fühlt man sich in dieser Situation schnell übergangen. Niemand ist gern die Nummer zwei und ich kann für meinen Teil sagen dass ich mich oft fühle wie eine Dienstmagt. Den Haushalt machen und mich um die Kinder kümmern gerne, aber bloß keine Autorität raushängen lassen, dann kommt in Gegenwart des Stiefkindes ganz schnell ein Satz hinterher, der das von mir gesagte relativiert. Ich behaupte auch nicht dass alles was ich sage und erwarte hundertprozentig richtig ist. Jeder macht Fehler und es kann auch mal passieren dass ich im Stress schneller an meine Grenzen gerate als sonst.
    Was ich aber erwarte ist dass nicht über das was ich sage weg geredet wird. Mein Partner also hinterher mit dem Kind spricht dass es ja ganz so eng jetzt auch nicht ist. Oder ich das Frühstück für die Kita mache, das Kind frage und hinterher nochmal in die Dose geguckt wird ob auch ja das und das nicht drin ist.
    Ich habe nicht die Freiheit mich einfach rauszuhalten und um die Häuser zu ziehen auch wenn ich es gerne würde. Ich muss mich ja auch um mein eigenes Kind kümmern. Und ich kann zum Beispiel auch schlecht dem einen sagen, räum bitte auf und das andere in Ruhe lassen.
    Und auch wenn ich akzeptiere dass wir nie eine normale Familie sein werden und dass der Umgang mit den Kindern oft bedeutet seine eigenen Bedürfnisse zurückzusetzen, bin ich doch der festen Überzeugung dass es die Partner sind die eine Familie zu dem machen was sie sind und dass die Partnerschaft auch in Anwesenheit der Kinder Raum braucht. Es kann nicht aus Rücksicht auf die Kinder plötzlich so sein dass der Partner außen vor bleibt und dann selbst hinterher den Dreck wegmacht, den die Kinder hinterlassen haben. Sie brauchten ja noch Zeit zum spielen.
    Ich warte schon darauf bis sie anfangen mir auf der Nase herumzutanzen, weil ich sagen kann was ich will. Es muss ja eh keiner machen.
    Mein Problem ist, dass mich Situationen, in denen mir mein Partner in den Rücken fällt, so an meine Grenzen bringen dass ich dann wirklich böse werde und die Atmosphäre total hinüber ist. Es bringt mich einfach zur Weißglut. Ich gehe schon oft einfach raus und versuche nichts zu sagen, wenn ich genervt bin. Nur weil ich die Stimmung nicht verderben will. Dann merke ich wie die Tränen kommen und fühle mich absolut hilflos. Das kann einfach nicht die Lösung sein.
    Alles was ich will ist doch nur gemeinsam an einem Strang ziehen.
    Ich habe keine Ahnung was es da für eine Lösung geben kann. Ich will einfach aus dieser Rolle raus und wieder ich selbst sein.

  7. Kerstin sagt

    Man behandelt den Partner genau so, wie man es mit einem Kollegenschwein auch tun würde. Der Moment kommt irgendwann, wo man die Chance zur Revanche hat und man diese dann nur ergreifen muss, um dem anderen mal vor Augen zu halten, wie er sich selbst seiner angeblich ach so geliebten Ehefrau gegenüber benommen hat und wie sich diese dabei fühlte. .

    Denn manchmal hilft alles erklären und bitten nicht. Schon gar nicht, wenn der Vater gar nicht über seine Kinder REDEN MÖCHTE. Weil ihm das ja ach sooo schwer fällt oder er einfach nicht mag, weil sie ja grad auch (leider) nicht da sind.

    Da lehnt man sich also mehr oder minder entspannt zurück und beobachtet dieses Geschehen ein bisschen. Mindestens so lange, bis man selbst noch mal so richtig realisiert hat, dass hier grad einiges schief läuft und dies auch genau einordnen und analysieren kann. Und man sich selbst davon überzeugt hat, dass man hier nicht der Super-Versager ist.

    In der nächsten Phase, da kommt der Angriff. Denn so wie man es dem Kollegen-Schwein ja auch nicht 1:1 mit gleicher Münze heimzahlt, und man sich nicht selbst beim Chef profiliert, sondern eher die Gelegenheit nutzt und den Kollegen bei der nächsten großen Aufgabe, die ihm zugetragen wird, auflaufen zu lassen.

    Z.B. hat der Vater mit seinen Kindern mal wieder etwas „großartiges“ geplant, wozu er allein und aus eigener Motivation so gar keine Lust gehabt hätte. Die Aussicht darauf, dass ihn die Partnerin also begleitet und tatkräftig an diesem für ihn ach so furchtbaren Tag tatkräftig „unterstützt“ hilft ihm jedoch das Geplante durchzuziehen. Nur das die Partnerin leider, leider, leider an diesem Tag völlig unpässlich ist und sich überhaupt so gar nicht danach fühlt… Tja – ER hat das ja SEINEN Kindern versprochen, da muss ER ja zu seinem Wort stehen… So ein Pech – für IHN.

    In Planungsphase 3 nämlich dann, wenn er diesen Tag fix und fertig überstanden hat, da kann man ihn noch mal nach seinem Befinden fragen. Wie es denn so war und wie er das geschafft hat. Ja, bestensfalls hat er sich nur „allein“ und im „Stich gelassen“ gefühlt, neben eventueller Überforderung.

    Diese Gefühle kann man sehr gut aufgreifen, passen sie doch voll ins Bild und man hat die Szenerie ja noch genaustens vor Auge, wo man sich vom Kollegenschwein genau so behandelt fühlte… „Allein gelassen hoch 2!“

    So ein guter Zeitpunkt für ein vernünftiges Gespräch über Regeln, Gefühle, Grenze, Stellenwerte, Vereinbarungen und deren Handhabung.

  8. Sammy sagt

    Väter, die der Stiefmutter in den Rücken fallen, ist die Vertrauensbasis innerhalb der Paarbeziehung es wert, für die Akzeptanz durch das Kind geopfert zu werden. Dementsprechend steht die neue Partnerin unter dem Stiefkind. So etwas als Stiefmutter zu tolerieren, bedeutet, diese untergeordnete Position zu akzeptieren. Ich denke, die Reaktion der neuen Frau darauf sollte sofort beim ersten Mal drastisch sein. Und mehr durch eine Handlung denn durch Vorwürfe sprechen. Meist passiert so was recht früh in der Beziehung, wenn die neue Frau die Kinder des Mannes kennenlernt. Ich würde dann sofort die Beziehung zu einem solchen Mann, zumindest vorerst auf Eis legen und mich völlig zurück ziehen. Wenn es nach einer Aussprache und Einigung wieder passiert, würde ich die Beziehung beenden. Da ist der Frust vorprogrammiert und da es das Vertrauen zerstört, ist es der Anfang vom Ende. Für die Aufarbeitung seiner Vergangenheit und Trennung inclusive. Schuldgefühlen gegenüber seinen Kindern ist der Mann selbst verantwortlich und sollte damit im Reinen sein, bevor er eine neue Beziehung anfängt.

  9. Friederike sagt

    Ich bin bzw war, das ist im Moment noch nicht so ganz raus, seit zwei Jahren Stiefmutter eines inzwischen 13 Mädchens.
    Mein Mann muss gerade überlegen ob er die Forderungen die ich habe an unser gemeinsames Leben und das sind wahrlich nicht viele, erfüllen kann, was bedeutet er müsste seiner Tochter Grenzen aufzeigen und Dinge von ihr verlangen. Ganz schwieriges Thema, denn sie ist seiner Meinung nach ganz arm dran, da ihre Mutter gegangen ist.
    Aber dass sie in ein paar Jahren auch geht und er dann alleine ist und eben nicht die nächsten 30/40 Jahre dann mit mir bzw noch mit unserem gemeinsamen Sohn verbringen kann, das weiß er nicht ob es das wert ist, ihr jetzt ein paar Dinge „zuzumuten“?
    Ich kapier es nicht….
    Vielleicht stoße ich hier auf Antworten, ich hoffe es….

  10. Andreas Puderbach sagt

    Eine Frau lernt einen Mann kennen. Oder ein Mann eine Frau. Ist egal wie rum. Ab einem gewissen Alter – das ist nunmal so – sind die Menschen, die man kennen lernt, irgendwie ein bißchen gebraucht. So ein Gebrauchtwagen, der bringt Historie mit sich. Schicksalsschläge, Erfahrungen und bei Menschen auch Kinder. Bei so einem Gebrauchtwagen ist es vielleicht der schlechte Umgang des Vorbesitzers, den man mit etwas erhöhtem Reparaturaufwand wieder hin bekommen kann. Bei einem Menschen, sind das die Probleme, die er/sie mitbringt. Kein leichtes Los für eine Stiefmutter – um auf das Thema zu kommen -, denn es gäbe ja nichts Schöneres als eine neue unbelastete Liebe zu erfahren. Leider klappt das selten. Mit 20 ging das. Sofern man diejenige bekam, in die man sich verliebte 😉
    Im Artikel werden zwei Sachen besprochen, die mich stören:
    1. Der Vergleich mit einem Menschen am Arbeitsplatz der schlicht mobbt.
    2. Das Wort „Besuchskind“.
    Für den Vater ist es kein Besuchskind. Er muss diesen Zustand nur schlicht hinnehmen.
    Für die Stiefmutter ist es eine weitere Belastung:
    – Mag mich das Kind? Hoffentlich!
    – Wie gehe ich mit dem Kind der Ex-Frau um?
    Für den Vater ist es ein Spagat:
    – Kommt mein Kind mit meiner neuen Frau aus?
    – Wie verhalte ich mich richtig?
    Er möchte keinen Streit mit seiner neuen Parterin. Aber Streit mit dem Kind, verbunden mit der Angst, das Kind ganz zu verlieren, möchte er auch nicht.

    Hinzu kommt allzu oft eine gewisse Unbeholfenheit seitens der Männer, mit solchen Situationen vernünftig und kommunikativ umzugehen.
    Bei neuen Partern hilft der Blick zurück. Der neue Partner liebt seine neue Partnerin. Aber eine Prägung durch die ehemalige langjährige Partnerschaft dringt oft aus allen Poren.
    Schön kann man dies beobachten bei Menschen, die immer in einer Partnerschaft fremdbestimmt waren.
    Wenn sie jetzt glücklicherweise in einer neuen Partnerschaft erleben dürfen, was Partnerschaft tatsächlich bedeuten kann und Liebe, wenn sie bedingungslos ist, müssen sie dies erst neu lernen.

    Was meine ich mit „bedingungslos“? Die meisten Ehen und Partnerschaften fußen darauf, das ein Teil nach dem Motto liebt:
    – Wenn Du so bist, wie ich es mir vorstelle, dann habe ich Dich lieb
    – Wenn Du mir das Auto in der Farbe kaufst, in der ich es möchte, dann finde ich Dich toll.
    Schauen Sie sich mal mit offenen Augen die Rollenverteilungen in Sachen Dominanzverhalten bei bestehenden Partnerschaften an. Da kann man manchmal nur staunend mit den Augen rollen.

    Männer, die sich so verhalten, haben mit Ängsten zu kämpfen. Das ist dann viel Arbeit, die man investieren muss. Vielleicht sogar eine hoffentlich nützliche Paarberatung nötig.
    Männer, die sich so verhalten und es sich raus stellt, das sich diese Thematik als wahr heraus stellt, haben vielleicht nur eine neue Frau, weil sie eben eine neue Partnerschaft wollten, aber gleichzeitig irgendwie in der Vergangenheit feststecken.
    Das kann sich auflösen. Oder die Partnerschaft löst sich auf. Sieht man dann.

    In diesen schwierigen Situationen sollte man aber einiges nicht tun:
    – Unbewusstes Konkurrenzdenken
    – und Eile an den Tag legen.

    ich selbst musste mich auch erst an eine solche Situation gewöhnen. Meine Partnerin war mir genauso wichtig wie die Kinder. Ich habe beobachtet, ob es zwischen ihr und den Kindern klappt. Das war wichtig. Und es klappte. Meine Partnerin ging anfangs mit sehr viel Vorsichtigkeit in die Situation. Anders als der neue Partner meiner Ex-Frau.

    Letztlich klappte es, das meine Kinder meine neue Parterin sehr mochten. Und ich bin meiner Frau nicht in den Rücken gefallen, wenn sie mal etwas sagte. Das ist wichtig.

    Unterm Strich verlor ich meine Kinder durch Kindesentzug nach einigen Jahren. Sicher habe auch ich einige Fehler gemacht. Unterm Strich war es aber das Tun eine parentalisierenden Mutter. Ich musste leider mit ansehen, das meine neue Partnerin genauso darunter litt.

    Wir haben heute wieder eine glückliche Familie. Das Leben ist so. Wer als Vater nach einer Trennung noch das Problem hat, das er die neue Partnerin (Stiefmutter) als Störfaktor in Bezug auf die Kinder ansieht, sollte sich mit einer neue Beziehung schlicht noch etwas Zeit lassen. Er ist noch nicht so weit.

    • Susanne Petermann sagt

      Lieber Andreas,

      den Vergleich mit dem Arbeitsplatz habe ich gewählt, weil viele Männer etwas besser verstehen, wenn es mit ihrer Arbeit zu tun hat. Den Begriff „Kollegenschwein“ kann jeder einordnen, Emotionen und das Gefühl der vernachlässigten Wahrnehmung sind für einige Menschen schwerer zu verstehen.

      Den Begriff „Besuchskind“ verwende ich ebenfalls bewusst. Nicht weil er mir so gut gefällt, aber
      a) ist Stiefkind ein genauso hässliches Wort wie Stiefmutter und
      b) wird damit gleich klar, dass es sich um das Kind des Vaters handelt, welches nicht bei ihm lebt.
      Damit ist keine Wertung oder Hierarchie verbunden.

      Ansonsten stimme ich Dir absolut zu. Wer seinem Partner immer in den Rücken fällt ist sehr unsicher.
      Hast Du den Kommentar von Ellchen gelesen und dem Weihnachtsfest? Ich finde ihre Aktion großartig und bin begeistert, dass sie dadurch tatsächlich eine Änderung bewirkt hat.

      Liebe Grüße, Susanne

  11. Ellchen sagt

    Mir fällt kein passenderer Name ein. Männer versuchen Probleme anders zu lösen als Frauen. Frauen wollen reden und Männer lieber aussitzen bis es von allein besser wird. Mein Mann hat 4 erwachsene Kinder(mit reichlich Anhang) und 2 die im Haushalt mit uns leben. Mein Sohn lebt auch mit bei uns. Ich wurde in Absprachen nie mit einbezogen. Hatte mich immer nach allen zu richten. Habe z.B. zu allen Anlässen- Geburtstag, Schulanfang, Weihnachten, Ostern- riesen Feiern organisiert mit Übernachtung in unserem Haus u.s.w. und über Jahre meine eigene Familie vernachlässigt. Bis die Bombe geplatzt ist. Weihnachten 2013 sollte ich wieder 10 Gäste rund um die Uhr bewirten. Ich hatte als Bedingung gestellt dass dann am 26.12. alle wieder heim fahren. 1 Woche vorher hat mein Mann mir nebenbei gesagt, dass sein Sohn mit Frau noch 3 Tage länger bleibt. Da bin ich aufgewacht. Ich habe am 22.12. und am 23.12. mit Freunden die Nächte durchgefeiert und am 24.12. bis Mittag im Bett gelegen. Mein Mann hat 4 Tage kein Wort mit mir gesprochen- war unser schlimmstes Weihnachten. Aber seit dem geht es. Ich sage klarer was ich will oder nicht will. Und mein Mann nimmt mich ernst. Und wenn nicht, verhalte ich mich nicht still, sondern mache eigene Pläne. Mit meinem Kind und meiner Familie.

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Ellchen,
      ich lache gerade laut!!!!! Großartig!!!!! Ich stelle mir die komplette Familie vor, die kurz davor steht den Psychiater zu rufen, weil Du Dich den Pflichten verweigerst, die andere Dir mal eben so gegeben haben. Nur so geht es. Hut ab!
      Susanne

      • Susanne Petermann sagt

        Finde ich auch. Ich habe die Szene die ganze Zeit als Film im Kopf. Wie dem Mann von Ellchen irgendwann gegen Mittag am heiligen Abend klar wird, dass er seine Familie mit Tütensuppe bewirten muss… 🙂

  12. Klara sagt

    Diese schmerzliche Erfahrung habe ich fast 2 Jahre durchlebt. Er hat mich nicht unterstützt und mir die Kinder eher überlassen (übergeholfen) – Ersatzmama. Ich bin regelmäßig an meine Grenzen gekommen, da den Kindern keine Grenzen aufgezeigt werden und man auf mich nicht hören muss…muss man wahrscheinlich generell nicht an Kinderwochenenden.

    Ich habe mich vor kurzem getrennt. Langsam erkenne ich auch, dass ich keine Versagerin bin.

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Klara, ganz sicher bist Du keine Versagerin. Sehr schade, dass Dein Ex sich so wenig um seine Kinder und die damit verbundenen Dinge geklümmert hat. Einfach jemand anderen „machen lassen“ oder besser „wursteln lassen“ klappt wohl eher selten und ist sowohl für die Kinder als auch die zweite Frau eine Zumutung. Vor allem dann, wenn keine Unterstützung kommt. Sehr traurig, dass er das nicht erkannt hat. Liebe Grüße, Susanne

  13. sina sagt

    Solche Männer nennt man Luschen…oder auch schlichtweg überforderte Waschlappen;)

  14. BonusBee sagt

    Mein Mann (der Vater der drei Bonusquälgeistermädchen, 16, 19 und 21 Jahre alt) und ich haben sehr unterschiedliche Ansichten zum Thema Kindererziehung. Aufgrund seines Schuldgefühls wegen der Trennung von der Mutter der Kinder macht er schlicht alles, damit es den Kindern gut geht (inklusive Zucker in den A.. blasen) und alles harmonisch verläuft. Dass aufgrund dessen Dinge wie Konsequenz und ein schlichtes „Nein“ sowie wachsende Selbstständigkeit auf der Strecke bleiben, liegt klar auf der Hand. Ja, er fällt mir in den Rücken, was zur Folge hat, dass ich mich zunehmend aus dem Schußfeld bringe und mich naturgemäß zurückziehe, was jedoch als negativ wahrgenommen wird, frei nach dem Motto: das ist total doof, wenn Du Dich nicht einbringst und ich alles alleine machen muss.
    Da ich die einzige in der Familie bin, die zu ihren „Neins“ steht, bin ich -zack- die böse Stiefmutter. Schwierig. Anstrengend. Nervtötend. Blödblödblöd.
    Dabei bin ich bei unseren Problempunkten nicht nur meinem Mann sondern vor allem auch mit den Mädels immer kompromissbereit, kreativ in meinen Lösungsansätzen und offen für Kritik und andere Ideen. Da ich dabei jedoch alleine da stehe, verpufft schlicht alles.
    Mein Mann und ich erkennen das Problem und reden offen darüber, er ist sich der Tatsache bewusst, warum er wie handelt. Nachdem er wirklich verstanden hat, wie es mir dabei geht, beginnt er nun, mir gegenüber anders zu agieren.
    Also ist aus meiner Sicht das Problem des in den Rücken fallens kein „ich will Single sein“ – Ausdruck sondern eher das Eingeständnis des eigenen Schuldgefühls.
    Kommunikation ist der Schlüssel.
    Und, ganz ehrlich, dann halte ich mich schön raus, damit geht es mir ohnehin besser.

    • Millie sagt

      Liebe BonusBee,

      Ja, ganz genau dieses Problem kenne ich leider auch zu gut. Zudem ist sein Sohn (12 und 1-3 Tage bei uns) ein Einzelkind und gewohnt, die 100%ige Aufmerksamkeit zu haben und es sich gewohnt, dass man nach seinen Regeln spielt.

      Versuche ich nach Abmachungen konsequent zu sein, soll ich mich nicht einmischen, soll ich das Kind nicht massregeln, soll ich es nicht immer so genau nehmen, usw.

      Versuche ich mich rauszuhalten, würde ich die ganze Arbeit meinem Partner überlassen, würde ich mich nicht für’s Kind interessieren, wäre ich gefühlskalt und würde ich nicht mit ihm reden, usw.

      Externe Hilfe möchte mein Partner nicht annehmen, da solche Fachleute sowieso nicht helfen könnten, aber ich könnte es ja alleine versuchen (der Fehler liegt ja offensichtlich nur an mir).

      Dieses Thema ist der einzige Streitpunkt in unserer siebenjährigen Beziehung und es macht mich immer wieder so traurig und auch wütend, weil ich gegen diese Art von Argumenten nicht ankomme und nicht weiss, wie ich mich verhalten soll. Ausser mich zurück ziehen (und mich nicht für’s Kind zu interessieren, gefühlskalt zu sein, Prioritäten bei meinen Freunden setzen, usw.).

      Falls du mit einer Methode Erfolg hast oder etwas gefunden hast, wie du dein (euer) Leben erleichtern kannst, melde dich doch!

  15. Anonym sagt

    scheint wohl ein Mann, mit dem eine Frau davor nicht klar kam stellt ein größeres Risiko dar so ein „Kollegenschwein“ zu sein wie Du es nennst – ich finde den Begriff aber unpassend. Nicht wenige Ehen scheitern, weil einer der Partner psychisch krank ist. Auch das sollte eine Stiefmutter bedenken.

    • Natürlich, leider können sowohl Väter als auch Mütter psychisch erkranken. Das ist nicht auf ein Geschlecht begrenzt. Im Stiefmutterblog beleuchte ich die Seite der Stiefmütter, und die haben manchmal Probleme mit ihrem Mann. Würde ich einen Stiefväterblog machen, würde ich die Probleme des neuen Mannes mit der Mutter beschreiben. LG, Susanne

  16. Anonym sagt

    Stiefmütter sollten sich immer Bewusst sein, dass Frauen sich nie leichtfertig von dem Vater ihrer Kinder trennen. Im Normalfall. Männer, bei denen eine Familie schon nicht geklappt hat, sind einfach ein größeres Risiko, weil nicht alle Trennungen nur an den Ex ‚en liegen. Obiges Verhalten macht auch für eine normale Mutter ne Ehe schwierig bis unmöglich zu leben…. Klar dann, dass das mit der nächsten Partnerin (Stiefmutter) genauso wieder schief geht.

    • Wenn das richtig wäre, müsste es für die Mütter ja genauso gelten. Wenn eine Ehe oder Beziehung scheitert, sind ja immer zwei beteiligt. Wobei ich durchaus Hoffnung habe, dass jeder Ex-Partner in einer neuen Beziehung auch wieder glücklich werden kann. Liebe Grüße, Susanne
      P.S. Ich finde es schön, dass Du als Mutter Dich durch den Stiefmutterblog liest.

  17. Patricia sagt

    Partnerschwein? Der Begriff ist mir aber irgendwie zu stark. Für mich auf jeden Fall ein Mann mit starkem Drang zum Single-Dasein. Keine Frau macht das auf Dauer mit. Ähnlich empfinde ich das auch so aber eher in Sachen Absprachen. Die werden nämlich bei uns zwischen Vater-Tochter oder Oma-Vater-Tochter getroffen und mir nur mitgeteilt obwohl das Kind bei uns lebt u. Wenn ich mich darüber beschwere kommt mir völliges Unverständnis entgegen weil es mir doch egal sein kann, ich habe damit ja keine Arbeit ( Beispiel wann und wie kommt das Kind zur Mutter am WE und ebenso wieder zurück, den beiden ist das klar und ich bin erstaunt wenn sie plötzlich früher als sonst die Jacken anziehen etc.)Dass es mir dabei einfach nur darum geht vorher gefragt zu werden und ich Wert darauf lege, das erst wir Partner uns besprechen und dann das Kind in die Entscheidung einbezogen wird, wird völlig ignoriert und ich bin dann die Böse weil ich schlechte Laune verbreite 🙁 Ist das nicht auch eine Form von in-den-Rückenfallen oder bin ich wirklich so überempfindlich wie mir vorgeworfen wird? Ich bin auch nicht böse wenn mir jemand den Kopf wäscht

    • Mich haben bei Facebook seltsamerweise schon einige Männer angeschrieben, die auf das Wort Kollegenschwein reagierten und die den Begriff sehr gut fanden. Vielleicht hilft es ja manchmal, in Männersprache zu übersetzen.
      Und ja, ich finde es absolut gerechtfertigt, dass eine Stiefmutter Absprachen auf der Erwachsenenebene erwartet, bevor sie mit dem Kind gemacht werden. Jedenfalls wenn es um Dinge geht, die alle betreffen. Und da hapert es häufig. Leider. LG, Susanne

      • Patricia sagt

        Danke Susanne, ja die Sprache der Männer….Gut zu wisse, dass ich doch nicht zu verdreht bin.

      • Schicke ihm doch mal den link, oder drucke ihm den Text aus. Ich weiß mittlerweile von zwei Frauen, die das gemacht haben und anschließend eine Entschuldigung bekamen.

    • Mona sagt

      Hallo Patricia, Deine Beschreibungen kommen mir sehr bekannt vor! Ich lebe nun schon seit ca. 10 Jahren in einer Teilzeit-Patchwork-Familie (und die Mutter der Kinder wohnt nur ein paar Strassen weiter, so dass die Kinder hin- und herwechseln können wie sie wollen). Und werde regelmäßig als Letzte über Absprachen und Planungen mit den Kindern informiert. Was das mit einem macht, kann nur jemand nachempfinden, der das selbst erlebt hat. Mit zunehmendem Alter und Selbstständigkeit der Kinder wird das Problem noch größer. – Letztlich habe ich mich in meinem eigenen Haushalt immer mehr aus der familiären Gemeinschaft zurückgezogen und meine eigenen Pläne gemacht – wobei auch das wieder kritisiert wird…..wie man`s auch macht, man hat meist die „A…-Karte“ gezogen. Ich würde Patchwork niemandem empfehlen, der nicht extrem belastbar ist!

      • Patricia sagt

        Hallo Mona, scheint mir, als hätten wir ähnliche Sorgen. Auch ich ziehe mich immer mehr zurück – leider, da ich genau so belastbar wie man wohl sein sollte eben gerade nicht bin. Mein Zusatzkind ist 13 und ein Mädchen also in einem ganz liebenswürdigem Alter, wo Teilnahme am Familienleben ganz ausgeschlossen wird. Ich kenne das von meiner erwachsenen Tochter schon aber dieser durfte ich ja auch die Meknung geigen wie ich es für richtig hielt… Naja ich hoffe einfach, dass das irgendwie schon noch besser wird, wir wohnen erst ein Jahr zusammen und erfolgreich patchworken dauert eben seeeeeehr lange. Bei Deinem Mann ist das Ganze ja noch viel schlimmer durch das adhs, ich weiss nicht ob ich dafür auch noch Energie hätte, da finde ich Dich ganz schön stark.

      • Patricia sagt

        Hallo Susanne, ich habe Ihm den link zu Deinem blog übrigens geschickt und er hat ihn heute Morgen gelesen. Er hat den blog auch schon länger auf fb geliked aber bis jetzt kam keine Reaktion. Ich kann warten.

      • Heike sagt

        Genauso ist es bei mir. Die Kinder meines Mannes wohnen mal hier und mal dort. Mittlerweile planen sie einigermaßen wer wann wo schläft aber ich muss immer bitten mir auch zu sagen was sie besprochen haben. Es gibt eine whatsapp Schlafgruppe in der die Kinder, der Vater und die Exfrau drin ist und sie planen das dann auch. Ich hasse es so übergangen zu werden. Bevor es die Gruppe gab habe ich sehr oft abends für alle gekocht und dann hieß es. Ach die schlafen ja gar nicht hier. Ganz toll. Schade. Ich habe mich anfangs auch so bemüht um die Tochter meines Mannes aber sie blockt mich von Anfang an ab und hält sich von mir fern und ignoriert mich. Wir leben jetzt seit 5 Jahren unter einem Dach und auch ich stelle fest das es schlimmer wird und nicht besser. Gut, sie wird jetzt 16 das ist auch kein leichtes Alter aber ich hätte nie gedacht das es so schlimm manchmal ist für mich. Ich habe auch eine Tochter mitgebracht und mit seinem Sohn da läuft alles ok.
        Um nochmal aufs Thema zurück zu kommen mein Mann fällt mir oft mit Absprachen in den Rücken. Z.B. habe ich alles gewaschen. Auch mal schön das zu sagen bei 5 Personen und dann gucke ich eine Stunde später ins Bad der Kinder und da quillt der Korb mit Wäsche über. Super. Und dann sagt er er regelt das. Macht er aber nicht……..
        Vor einiger Zeit war es mal wieder soweit da habe ich ein Foto gemacht und es den Kindern aufs Handy geschickt weil es einfach unnötig ist Wäsche zu horten und dann vier Maschinen voller Wäsche auf einmal in den Korb zu bringen. Es kam erst mal keine Reaktion und 10 Minuten später stand die Exfrau meines Mannes vor der Haustür und sagte sie nimmt die Wäsche mit. Toll. Das sind ja super Erziehungsmethoden. Normalerweise komme ich ganz gut mit ihr klar aber diese Art von Einmischung fand ich völlig daneben und was macht mein Mann? Der sagte ich könne doch froh sein. Ich müsse die Kleider ja jetzt nicht waschen.

  18. Mona sagt

    Es gibt auch Väter, die selbst nicht erkennen, dass sie ihre Partnerin als „Stiefmutter“ regelmäßig „im Regen stehen lassen“. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung! Mein Mann hat durch seine ADHS-Symptomatik große Probleme mit Ordnung, Struktur, Erinnerung…..so kommt es, dass er regelmäßig die Absprachen und Vereinbarungen, die wir in Bezug auf seine Kinder (meine Stiefkinder) treffen, vergisst oder verwechselt. Meist kommt es dann vor den Kindern zu Auseinandersetzungen, in denen dann mein Mann seine „Fehler“ zwar zugibt, ich aber automatisch in das Feld der „bösen Stiefmutter“ rutsche. Ich kann dagegen nichts tun!
    Z.B. haben wir die Ferienzeiten immer im Vorfeld zwischen der leiblichen Mutter und unserer Familie aufgeteilt. Mein Mann vergisst diese Aufteilung und verspricht den Kindern z.B. am Tag XY etwas mit Ihnen zu unternehmen. Oft sind das Tage, an denen sie eigentlich nicht bei uns wären. Ich sage dann, dass das an diesem Tag nicht geht (vielleicht hatten wir ja auch schon zu zweit was geplant…) – schlage einen anderen Tag vor (man muss wissen, wir unternehmen regelmäßig auch viel mit den Kindern). Die Reaktion der Kinder darauf ist meist: „Wieso geht das nicht am Tag XY? Wir haben uns schon so darauf gefreut! Ihr wollt uns wohl nicht dabei haben. Ihr wollt wohl nicht, dass wir hier sind…..und im Extremfall: Das ist auch unser Zuhause. Wir können da sein, wann wir wollen….usw.“ – Mein Mann hat dann große Schuldgefühle, fühlt sich zwischen meinen Wünschen und den Kindern hin- und her gerissen. Reagiert meist mit: „Ja, ich habe vorher Eurer Stiefmutter versprochen, dass wir an dem Tag was zu zweit unternehmen….“ Schon bin ich für beide Seiten „die Böse“! Die Reaktion der Kinder richtet ich dann sofort gegen mich: „Du willst nicht, dass wir dabei sind, Du willst uns nicht hier haben ..usw.“ – Das geht schon seit Jahren so und obwohl ich mich grundsätzlich gut mit den Kindern verstehe, habe ich keine Chance, meine Vorstellungen in unserem Familienleben umzusetzen. Bin mit meinem „Latein“ bzw. meinen Nerven (fast) am Ende.
    Wer kennt solche Situationen auch?

    • Au weia Mona, das klingt nicht gut. Hast Du andere Stiefmütter, mit denen Du Dich austauschen kannst? Das was Du schilderst, machen nämlich viele Männer so – nicht nur Deiner.

      • Mona sagt

        Meine Stieffamiliensituation ist eher selten. Ich habe keine eigenen Kinder. Als ich mit meinem heutigen Mann zusammen kam, lebte er bereits ca. 2 Jahre mit seinen Kindern im „Teilzeitmodell“, wobei die Ex-Frau sich beruflich sehr engagierte und sich wenig um die Betreuung der Kinder kümmerte, bzw. meinen Mann dauernd einspannte, wenn sie keine Zeit hatte. Seit die Ex-Frau in unsere Nähe gezogen ist, pendeln die Kinder hin und her und es ist mit zunehmendem Alter und Eintritt in die Pubertät immer schwieriger geworden (zusätzlich erschwert durch ADHS bei meinem Mann und dem älteren Sohn!), Absprachen zu treffen und dann auch einzuhalten. Mein Mann möchte immer für die Kinder da sein – und meine Wünsche müssen (fast) immer zurückstehen – es sei denn ich bestehe darauf und trage den Stress mit den Kindern und meinem Mann aus. Mit zunehmendem Alter wissen die Kinder ganz genau, wie sie ihre Interessen bei meinem Mann durchsetzen können. – Ich möchte meinem Mann keinen bösen Willen unterstellen, aber er ist in dem Dilemma (Frau- oder Kinderwünsche) wohl auch überfordert. – Ich wollte schon einmal eine Selbsthilfegruppe gründen, aber die Teilnehmer, die sich meldeten, waren in ganz anderen Konstellationen, so dass ich niemanden zum Austausch finden konnte.

      • Mona, bist Du bei Facebook? Dort gibt es u.a. die Gruppe Stiefmutter-Austausch und Probleme. Dort sind etliche Frauen, die ähnliche Probleme haben. Wenn Du Lust hast, ich bin dort Admin und nehme Dich auf. Es tut gut, über solche dinge. It Frauen zu sprechen, die ähnliches kennen.
        Liebe Grüße, Suse
        P.S. Zweige deinem Mann doch mal diesen Artikel im Blog. Ich wäre neugierig, wie er darauf reagiert.

      • Mona sagt

        Ich möchte facebook eigentlich nicht nutzen – ich dachte, dieser Blog wäre eine gute Plattform zum Austausch. Wie ist denn Deine Situation bzw. sind Deine Erfahrungen als Stiefmutter?

      • Ich habe erwachsene Stiefkinder. Das sind wahrscheinlich andere persönliche Probleme als bei Dir. In der Facebook-Gruppe gibt es etliche Frauen, die in einer ähnlichen Situation leben wie Du. Aber mein Blog ist ja noch jung, vielleicht melden sich hier noch andere Frauen, deren Situation deiner gleicht. Und ich werde mal schauen, ob ich hier auf dem Blog eine Art Kasten einfügen kann, für Frauen, die sich austauschen möchten. Sollte ja irgendwie in unserer Zeit möglich sein, so etwas hinzubekommen.

    • Jennifer sagt

      Liebe Mona, mir kommt diese Situation bekannt vor. Mein Partner hat ADS, also keine Hyperaktivität. Aber auch er hat Probleme mit Ordnung, Struktur und Terminen. Er ist ein herzensguter Mensch, der viel durchgemacht hat und ich liebe ihn sehr.
      Nicht nur, dass es zu Verwechslungen bei Terminen kommt, bei uns mangelt es einfach komplett an Struktur. Ich kann mich in den aller seltensten Fällen darauf einstellen wann Kinderwochenende/Kinderzeit ist. Ich habe mir von Anfang an erlaubt mich darüber zu äußern wie ich mich fühle, wenn ich nicht informiert werde was ansteht. Meist bekam ich Unverständnis und Wut als Antwort, weil ich angeblich nur dann meckere wenn es um die Kinderzeit ginge. Außerdem solle ich doch Verständnis haben, dass er da eine Schwäche hat. Ansonsten werde ich in solchen Momenten aber auch als Störfaktor empfunden, der sich zwischen ihn und die Kinder stellt, was absolut nicht der Fall ist. Ich bin selbst Scheidungskind und verstehe sein Kind manchmal besser als er.
      Mein Partner hat noch extreme Schuldgefühle (nach 13 Jahren) und das wirkt sich immer wieder aus.
      Ich bin auch am Ende mit meinem Latein. Nächste Woche haben wir einen Termin bei einer Paartherapeutin. Nach einem Konflikt, bei dem mein Partner mir mit einer Trennung gedroht hat, die er aber gar nicht so meinte, mit der er mich „in die Schranken weisen“ und „testen“ wollte hat sich bei mir etwas stark verändert. Meine Bereitschaft zu mehr Engagement leidet stark. Ich gehe seit 1,5 Jahren in eine Therapie, weil die Situation mich mit Erlebnissen aus meiner Zeit als Scheidungs- und Stiefkind konfrontiert hat. Ich habe meine Themen in den Griff bekommen und es hat sich vieles verändert. Wenn es nun hin und wieder zu Konflikten kommt, bin weiterhin nur ich das Problem. Dass mein Partner aber endlich Hilfe u.a. mit seinen Schuldgefühlen braucht, wird (noch) nicht wahrgenommen.

      LG Jen

  19. Sissi sagt

    Wie nent man Väter die dem „armen“ kind keine Konsequenzen bringen? Und es der Stiefmutter überlassen? So werden die stiefmütter böse wie in den Märchen ohne das Frau das so wollte. Den kann man es verantworten und mit anschauen wie ein Kind tyrannisch wird weil es für sein Verhalten keine Rückmeldung bekommt? Dafür braucht der Vater seiner Partnerin nicht mal in den Rücken fallen.

  20. Ich würde sagen, solche Väter nennt man zukünftige Single. 🙂
    Ich meine es ist ein Unterschied, ob man unterschiedliche Ansichten über einige erziehungsfragen hat, und diese auch ggf. gegen die Stiefmutter durchsetzt oder gemeinsam gefällte Absprachen fallen lässt um sich bei seinem Kind einzuschleimen. Welche Position gibt man damit dem Kind in so einem System?

    • Ob man gleich von zukünftigen Singles reden kann, weiß ich nicht. Aber auf jeden Fall steht die Beziehung bei solchen Vätern mit Sicherheit sehr oft auf der Kippe.

      • Millie sagt

        Wenn es so einfach wäre, hätte ich mich schon lange getrennt. Ich liebe meinen Partner und wir haben so schöne Zeiten zusammen (seit 7 Jahren zusammen, unverheiratet, keine gemeinsamen Kinder). Die einzigen Streitereien, die wir haben, gehen um sein Kind oder um meine Rolle als „Stiefmutter“. Kind (m, 12) ist jede Woche 1-3 Tage bei uns. Ich kam als letzte Hinzu, die Kindes-Eltern haben sich nicht wegen mir getrennt. Es macht mich traurig, wenn unsere Beziehung an diesem einen Thema scheitern sollte.

        Ich wurde so erzogen, dass man sich an Abmachungen und Versprechungen halten soll. Bei meinem Partner war das wahrscheinlich nicht so eng. Manchmal soll man sich dran halten, manchmal ist es auch nicht so wichtig.

        Fiktives Beispiel, man soll die Schuhe ausziehen vor dem Eintreten (könnte auch um Türe-zu-machen, ums Gemüseessen oder Handtuchaufhängen nach dem Duschen, dass das Bad-unter-Wasser-steht nach dem Duschen, Danke-sagen für etwas, sich-Begrüssen beim Eintreten, Gespräche nicht sinnlos unterbrechen, Geschirr in die Küche tragen, usw. gehen). Partner und ich besprechen zu zweit, dass wir in Zukunft Wert auf diesen Punkt legen wollen. Zweimal ziehen wir dann am gleichen Strick, bzw. sagt mein Partner seinem Sohn, was gewünscht wird. Danach vergisst er’s oder sagt bewusst nichts.

        Soll ich dann etwas sagen oder nicht? Egal wie ich es mache, erhalte ich beim nächsten Streit Vorwürfe dazu (auch wenn es dann schon Wochen her ist) oder genau in dem Moment direkt vor dem Kind (das hier genannte In-den-Rücken-fallen).

        Erinnere ich daran, hätte ich mich nicht einmischen sollen / war der Moment falsch, weil’s dem Kind gerade nicht gut ging in der Schule / solle ich nicht so pingelig sein / soll ich nicht auf dem Kind rumhacken / würde ich nur auf Fehler des Kindes lauern / solle ich nicht absichtlich die böse Stiefmutter spielen / wisse ich doch genau, dass er sich von mir nichts sagen lassen möchte / usw.

        Sage ich nichts, dann wird mir vorgeworfen, ich würde ihn (den Vater) nicht unterstützen / ich würde mich nicht fürs Kind interessieren / ich würde mich zurück ziehen / würde man so von weitem sehen, dass ich das Kind hasse / usw. Je nach Situation ernte ich böse Blicke von Mitmenschen, weil ich mein Kind nicht massregle (aber da steh ich unterdessen drüber).

        Ich versuche bewusst, nur solche Sachen anzusprechen, die auch mich betreffen (dass ich nach dem Schuhe-nicht-ausziehen den Boden putzen muss, wenn ich keine nassen Socken haben will). Aber auch da können immer wieder die selben Argumente vorgebracht werden, dass ich das nicht so eng sehen solle. Wäre ja nicht so eine Sache das aufzuwischen (in Ordnung zu bringen). Ich solle mich nicht in die Erziehung einmischen.

        Mich irritiert nicht die zusätzliche Arbeit (bei einem Dankeschön würde ich noch vieles machen), sondern vor allem die Tatsache, dass wir zusammen (zu zweit oder zu dritt) etwas abgemacht haben und es dann plötzlich egal ist, wenn’s gerade nicht in den Kram passt. Und v.a. dass der Vater seinem Kind vor mir den Rücken stärkt.

        Und nein, ich bin nicht eifersüchtig (auch so ein klassisches Argument). Ich lasse die beiden sehr häufig alleine etwas unternehmen. Was mir auch schon vorgeworfen wurde, dass ich mich nicht für sie interessiere, und ich ja lieber Radfahren würde als mit ihnen was zu machen, meine Freunde ja wichtiger wären, etc.

        Mit diesem Brechen von Regeln und Abmachungen weiss ich nicht, wie umgehen. Ich habe dies schon angesprochen und mein Partner sagt mir dann, wenn ich die böse Stiefmutter spielen wolle, müsse er seinen Sohn vor mir beschützen (habe ich jetzt etwas übertrieben dargestellt). Ich müsse sensibler sein, man könne nicht immer alles auf Biegen und Brechen durchsetzen. Persönlich habe ich nicht das Gefühl, dass ich das mache. Ich versuche wirklich nur, die Sachen umzusetzen, die wir abgemacht haben.

        Ich habe selber keine Kinder, aber mit andern Kindern komme ich immer super klar und mein Umfeld sagt immer, ich würde gut mit Kindern klar kommen (aber dies ist natürlich Ansichtssache).

        Eigentlich sollte ich wütend auf meinen Partner sein, weil er sich (meiner Meinung nach) nicht an die Abmachungen hält. Nun merke ich, dass ich den Frust mehr und mehr am Kind auslasse. Er bringt mir keinen Respekt entgegen. Und mit keinen meine ich wirklich keinen (aber da liegt die Schuld natürlich ebenfalls an mir, „dass ich ihn so behandle als böse Stiefmutter und er keine andere Wahl hat, als sich so zu verhalten“).

        Fremde Hilfe will mein Partner unter keinen Umständen annehmen. Ich könne dies ja alleine versuchen, da es ja sowieso nur an mir liegt, wenn’s kracht. Es wird kategorisch abgelehnt, dass es möglicherweise an allen Beteiligten liegen kann und dass es möglicherweise an anderen Belastungen (wie z.B. Stress im Job oder in der Schule, bei wem auch immer) liegen kann.

        Wie gesagt, würde ich meinen Partner nicht über alles Lieben und wäre unsere Beziehung (abgesehen von diesem Thema) nicht so super gut, hätte ich die Sache schon lange beendet.

        Für Tipps, wie man mit In-den-Rücken-fallen umgehen kann oder wie man in solchen Situationen reagieren soll oder nicht, bin ich froh.

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