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Wie funktioniert Entfremdung?

[Entfremdung]

„Wie schaffen manche Mütter es, ein Kind vom Vater zu entfremden?“. Diese Frage stellen sich viele Stiefmütter. Geradezu fassungslos verfolgen sie mit, wie Kinder, die eben noch mit Papa gekuschelt haben, schreiend davon rennen oder ihm eiskalt sagen, dass sie ihn und die Vizemutter nie wieder sehen wollen. „Was ist passiert?“, werden sie von Außenstehenden dann gefragt. Meist mit dem unterschwelligen Vorwurf: `Rück schon raus, was hast Du den Kindern angetan?´ Kaum jemand kommt auf die Idee, dass die Vizemom bei einer Vater-Kind- Entfremdung gar nichts getan haben muss. Ich sage nicht, dass es keinen Grund für den Kontaktabbruch gibt, nur sucht man ihn manchmal an der falschen Stelle.

Wie funktioniert Entfremdung?

Nehmen wir einmal an, ein Kind ist jedes zweite Wochenende beim Vater. Der lernt eine neue Frau kennen, die beiden ziehen zusammen. Alle, auch die Kinder der Stiefmutter, verstehen sich gut miteinander. Bis Papa und Vizemutter sagen, dass sie dieses Jahr Weihnachten gern mit dem Kind verbringen möchten, letztes Jahr wäre es ja bei der Mutter gewesen.

Eine Antwort kommt zunächst nicht. Nichts Außergewöhnliches, da Vater und Mutter kein gutes Verhältnis haben. Es gibt oft Streit. Aber etwas anderes passiert. Das Kind zieht sich immer mehr zurück, Wochenenden werden abgesagt – es hat keine Lust zu kommen. Der Vater fragt nach, versucht herauszufinden, was los ist. Erst heißt es, das Kind wolle, dass die neue Frau verschwindet. Schließlich sagt das Kind, es würde die neue Frau hassen und beide niemals wiedersehen.

Völlig klar also, dass die Vizemutter etwas mit dem Kind angestellt hat. Hat sie es geschlagen? Misshandelt? Wie sonst kann es sein, dass aus Zuneigung blanker Hass wird und das Kind jeglichen Kontakt zum Vater ablehnt? Aus freien Stücken, wie es sagt. Ohne Druck von außen. Diese Entfremdung hat in meinen Augen große Ähnlichkeit mit dem Stockholm-Syndrom, bei dem sich Geiseln mit ihren Entführern solidarisieren. Nur sind hier keine brutalen Entführer im Spiel, sondern Elternteile, denen (angeblich) das Wohl ihres Kindes über alles geht.

Wie kann Entfremdung entstehen?

Was würden Sie denken, wenn ich die Geschichte dieser Entfremdung aus einer anderen Perspektive erzähle? Entfremdung kann viele Gesichter haben. Umgangsverweigerung hat viele Gründe.

Als der Vater vorschlägt, Heiligabend bei ihm zu verbringen, ist das Kind begeistert. Es hat die Stiefmutter und deren Kinder ins Herz geschlossen und freut sich auf ein buntes Familienweihnachten. Bis es die Tränen in Mamas Augen sieht. „Dann bin ich ja ganz allein“, hört es Mama sagen. Augenblicklich hat unser Kind ein schlechtes Gewissen. „Magst du die neue Frau von Papa lieber als mich?“, fragt die traurige Mama womöglich noch hinterher.

Magst du die neue Frau von Papa lieber als mich? Klick um zu Tweeten

Natürlich nicht, warum sollte das Kind die Stiefmutter lieber haben, als die Mutter. Aber fortan reagiert das Kind sensibel auf alles, was Mama traurig machen könnte. Und Mama hat so viel Angst, ihr Kind an die andere Frau zu verlieren, womöglich auch noch so viel Hass auf ihren Ex-Mann, dass sie gar nicht sieht, wie es in einen schlimmen Loyalitätskonflikt gerät.

Papa und Mama streiten immer mehr. Angeblich ist die Vizemutter Schuld, dass Papa das neue Auto von Mama nicht finanzieren will. „Er gibt sein Geld jetzt lieber für die Kinder der Stiefmutter aus. Die hat er lieber als Dich“, sagt die Mutter. Das Kind wird stiller, weint jetzt sogar, wenn es zu Papa soll. Mama zieht daraus den Schluss, das Kind wolle nicht zum Vater. Und als gute Mutter wird sie es nicht dazu zwingen. Kommt es doch zum Besuch wird dem Kind gesagt, es müsse sich von der Stiefmutter nichts gefallen lassen. „Die hat dir gar nichts zu sagen“.

Mit besorgter Stimme ruft die Mutter während der seltener werdenden Papa-Wochenenden an. Sagt, wie allein sie sei, wie sie ihr Kind vermisst. Das Kind weint, es vermisst Mama auch. Papa wird böse, weil ihn die ständigen Anrufe nerven. Das Kind weint noch mehr. Mama kommt, holt das Kind ab. „Lass mein Kind gefälligst in Ruhe“, zischt sie der erstaunten Stiefmutter noch zu.

Entfremdung zum Wohle des Kindes

Das nächste Wochenende sagt das Kind per SMS ab. Papa ist sauer, ruft an. Erwähnt, dass die Vizemutter extra einen Kuchen gebacken hat und auch die anderen Kinder sich freuen würden. „Deine Tusse kann ihre eigenen Kinder mit Zucker vollstopfen, mein Kind vergiftet sie nicht“, rutscht es der Mutter raus. Das Kind weint, will nicht, dass Mama und Papa am Telefon seinetwegen streiten. „Hörst Du, was Du angerichtet hast“, ruft Mama noch ins Telefon bevor sie auflegt und das Kind tröstet.

Irgendwann wird der Konflikt für das Kind so groß, dass es ihn nicht mehr ertragen kann. Es will gar nicht mehr zum Vater. Mama fällt eine große Last vom Herzen, sie hat es doch immer geahnt und sie verteidigt diesen „Wunsch“ wie eine Löwin. „Wenn mein Kind nicht mehr will, dann bin ich die Letzte, die es dazu zwingt“. Sie will ihr Kind schützen, über Entfremdung denkt sie gar nicht nach.

Eine Mutter bringt ihr Kind nicht in so einen Konflikt? Doch. Ihr Kind bestätigt ihr ja, dass es nicht zu Papa will Klick um zu Tweeten

Glauben Sie bei der zweiten Version der gleichen Geschichte immer noch, dass die Stiefmutter Schuld am Zerwürfnis hat? Das hier ein Kind selbst die Entfremdung wünscht? Wahrscheinlich schütteln sie den Kopf. Eine Mutter kann ihr Kind doch nicht in so einen Konflikt bringen. Aber die Mutter in meinem Beispiel denkt anders. Ihr Kind bestätigt ihr doch, dass es nicht mehr zu Papa will. Sie macht also alles richtig. Ein perfides System.

Manchmal sind Dinge anders, als sie scheinen

Ich behaupte nicht, dass alle Mütter so sind. Es gibt sicherlich auch viele Väter, die es ganz alleine hin bekommen, dass die Kinder nicht mehr zu ihnen kommen wollen. Aber ich würde mir wünschen, dass jeder Außenstehende zukünftig ganz genau hinschaut, bevor er der Stiefmutter den schwarzen Peter zuschiebt. Manche Dinge sehen auf den zweiten Blick anders aus, als es zunächst scheint. Wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel und ich freue mich über Input.

Bitte E-Mail mit Stichwort „Entfremdung“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht  in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden


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Foto:  Stocksnap, Haystaak

56 Kommentare

  1. manuela sieberloh sagt

    Es gibt aber auch diese Stiefmütter, welche keine eigenen Kinder haben und Entfremdung perfide der Kindsmutter gegenüber betreiben….

    Kindsneid nenne ich es

    • Josy sagt

      Genau das ist bei mir passiert. Ich bin die Mutter, mir wurden meine Kinder nicht nur vom Kindsvater, sondern auch von seiner neuen Partnerin weggenommen. Meine Kinder sagen jetzt Mama zu ihr. Mich sprechen sie mit meinem Vornamen an.
      Kinderneid ist ein gutes Wort zum Thema.
      Danke Manuela

  2. Nachtluft sagt

    Dass ich darauf jetzt erst gestoßen bin. Ganz hervorragender Artikel. Das ist genau das, was ich meinem Partner immer zu erklären versuche. Er schaut mich dann mit großen Augen an. Er versucht das schon nachzuvollziehen, aber „glauben“ fällt ihm da noch schwer. Wir hatten das gerade vorletztes Wochenende. Bei uns ist nicht nur die Ex (also Mama des Kindes) eine Person, die das Kind bewusst oder unbewusst beeinflusst, sondern auch die Oma (die Mutter meines Partners). Kind wird von der Mutter immer wieder bei der Oma „geparkt“. Wochenlang, wenn das Kind „krank“ ist. Es werden auch gern Krankheiten oder Urlaube der Mutter vorgeschoben, damit das Kind zur Oma kann und Mama ihre Ruhe hat.
    Beim letzten Mal abholen von der Oma (nachdem das Kind schon wieder fast eine Woche dort war) weinte das Kind bitterlich, dass es nicht zum Papa will. Kaum eingepackt und mitgenommen, war dann alles wieder „in Butter“. Aber der Weg dahin…. Ist aber auch nicht verwunderlich, dass eine Vierjährige weint, wenn Oma so Dinge sagt wie „Oma ist ja schon ganz traurig, wenn du am Freitag dann mit zu Papa fährst.“ oder während die angeblich in ihrer Großmut versucht das heulende Kind, das nicht mit will zum Papa, Dinge sagt wie „Ich kann doch leider nichts dagegen machen, dass du jetzt mit zum Papa musst.“ Und besonders gut gefallen mir Sätze wie „Du fährst jetzt mit zum Papa, weil wir da leider nichts gegen machen können, du musst dann auch nur zweimal da schlafen und wenn du wiederkommst, bekommst du dasunddas…..“
    Da kann ich mich doch über viele Dinge einfach nicht mehr wundern, oder? Dazu muss gesagt werden, dass der Papa sich für sein Kind vermutlich „beide Beine ausreißen“ würde, wenn ich es zulassen würde…. Mich wundert bei uns gar nichts mehr.

      • Nachtluft sagt

        Echt? Immer wieder schön, wenn frau merkt, dass sie nicht allein ist mit dem „ganz normalen Wahnsinn“…. Wie alt ist denn das Kind bei dir?

    • Jasmin sagt

      6 Jahre. Als es mal lieber bei Papa übernachten wollte statt bei Oma, hab ich beim nächsten Besuch zufällig mitbekommen, wie sie dem Kind zugeflüstert hat:“Du, die Oma war furchtbar traurig am Freitag, dass Du lieber mit zum Papa bist“
      KM gibt BK auch regelmäßig zur Oma, weil sie Party machen will oder Freunde treffen oder Termine hat etc.

      • Jasmin sagt

        Und immer mal wieder diese Anrufe, wo Kind heulend anruft und in den Mund gelegte Sachen von sich gibt (Ausdrücke und Sätze, die eindeutig nicht von einem Kind in dem Alter sind), von Oma’s Haus aus und im Hintergrund ganz leise hört man dann die ELSE- und Oma-Souffleusen….krank, wie die das Kind vergiften

      • Nachtluft sagt

        Da die Kleine in unserer Konstellation erst vier Jahre alt ist, wird uns da noch einiges erwarten. Dessen bin ich mir mehr als sicher. Das Schöne an der ganzen Sache ist aber, dass es immer eine Schuldige gibt. Eine, die vorher nicht da war. Eine, vor deren Erscheinen auf der Bildfläche alles harmonisch war. Die Eine, nach deren Erscheinen das Kind auffällig wurde und und und…. ICH!

        Ist die Oma, die bei euch den „Ärger“ macht, denn auch die Mutter deines Partners? Ich hab nämlich ursprünglich mal gedacht, dass eher die Mutter der Kindsmutter aufdrehen würde. Das Gegenteil ist der Fall…

    • Jasmin sagt

      Ja, die besagte Oma ist die Mutter meines Partners. Grotesk, nicht wahr? Sollte ja eigentlich eher hinter ihrem Sohn stehen. Da passierten schon so viele groteske Dinge…Angefangen damit, dass die KM, die sich vor drei Jahren von ihm getrennt hat wegen einem anderen (mit dem sie immer noch zusammen ist), direkt einen Tourette-Anfall bekommen, hat, als sie von meiner Existenz erfuhr. Und ich könnte hier endlos seltsame Geschichten erzählen, die für normal Denkende keinen Sinn ergeben….

      Im Endeffekt hab ich seine Mutter der ELSE überlassen und nun nur noch allernötigsten bis gar keinen Kontakt mehr mit ihr. Ist mir nämlich echt zu doof. Immer, wenn ich das Gespräch gesucht hab, direkt „das stimmt nicht“ oder „das hab ich so niemals gesagt“ Und immer und immer und immer wieder Lügen und Intrigen. Das ist mir zu anstrengend.

      Bei uns ist es auch wie bei euch, nach den dramatischen, „Denver Clan“-reifen Anrufen ist das Kind bei uns wieder ganz normal. Als wäre nie was gewesen, und wir haben das selbe herzliche Verhältnis wie vorher.
      Daher mein Tipp: Ich schau immer, im Beisein des Kindes nie ein schlechtes Wort über Mutter oder Oma zu verlieren. Das soll bei uns Ruhe haben. Meine Hoffnung, es wird älter und bekommt irgendwann schon mit, wo es Kind sein kann und wo es unter Druck gesetzt wird.

      Du hast gesagt, Du bist immer die Schuldige….bitte zieh Dir diesen Schuh nicht an und rechtfertige Dich vor denen bloss nicht! Wenn es nach solchen Leuten geht, sind wir nämlich auch am Klimawandel und der Erderwärmung schuld, ist doch klar 😉 Und falsch machen wir sowieso immer alles 🙂 Meiner Erfahrung nach lässt sich mit solchen Leuten nicht reden, die drehen Dir nur das Wort im Mund um. Da hilft nur noch mindestens 5mg Haldol oder was anderes verschreibungspflichtiges 🙂

      • Nachtluft sagt

        Total krass! So wie bei uns! Ich raste aus! Vor Freude. ‚Tschuldigung! Ist natürlich für dich genau so doof wie für mich. Aber GENAU das gleiche Bild! Mein Partner war mit seiner Ex fast zehn Jahre zusammen und KM und Schwiegerdrache konnten sich auf den Tod nicht ausstehen, gönnten sich das schwarze unter den Fingernägeln nicht….aber jetzt sind sie quasi sowas wie „Busenfreundinnen“. Es gibt einen gemeinsamen Feind. Richtig geraten! MICH! Und ich bin gut in der Rolle. Ich rede mit beiden seit nunmehr zehn Monaten, obwohl man sich erst 18 Monate kennt, kein Wort mehr. Mein Schwiegerdrachen ist sogar noch schlimmer als die Ex. Die Ex ist einfach nur nicht besonders helle, aber der Schwiegerdrache ist dazu noch bösartig. Und beide werden zickig, wenn der KV nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Und langsam merkt er zum Glück auch, dass er eigentlich immer der Spielball der beiden Frauen, inzwischen (Kind eingerechnet) drei Frauen war und ist und er merkt auch, dass man(n) das ändern kann und muss, wenn man zufrieden leben will. Ich beobachte solche Szenarien gern, hätte aber nie gedacht, dass ich mal mittendrin stecke….

    • Jasmin sagt

      Ich sags nochmal….gruselig!!!!!! Oh mein Gott ganz genau den Text Wort für Wort hätte ich jetzt auch schreiben können!!!
      Und ich hab auch schon gesagt, wär das eine Geschichte in einem Buch, ich wär hingerissen, aber im realen Leben brauch ich das nicht 🙂

  3. Marieke sagt

    Danke für den Artikel. Wir erleben auch gerade einmal wieder so eine Entfremdungsphase, sehr anstrengend für alle Beteiligten. Ich glaube, gegen das Gespann manipulative Mutter – sehr empfängliches Kind (es gibt ja auch Kinder, die es schaffen, sich abzugrenzen), ist kaum anzukommen. Da hilft erstaunlicherweise auch das Wechselmodell nicht.

  4. Eine Weggefährtin sagt

    Vielen Dank für diesen wertvollen Blog Beitrag!
    Ich bin ebenfalls die „Stiefmutter“ und bei uns war es ganz genauso.
    Alles lief reibungslos, das Kind war jedes zweite Wochenende komplett bei uns, wir haben viel unternommen und hatten Spaß zu dritt. Doch auf einmal kam wie aus dem Nichts der Satz von der KM zu meinem Mann:“XY möchte nicht mehr zu euch kommen, wenn du ihn sehen willst, musst du alleine herkommen.“
    Es war vorher absolut nichts auffälliges vorgefallen, im Gegenteil sogar. Ich hatte eine stabile Beziehung zu dem Kind aufgebaut, wir bastelten, spielten und malten oft gemeinsam. Er sagte mir sogar, dass er mich lieb hat.
    In der Weihnachtszeit backte ich dann mit ihm Plätzchen und schlug ihm vor, zwei Plätzchen extra schön zu verzieren für seine Großeltern (väterlicherseits), zu denen wir noch fahren wollten. Er sagte daraufhin, dass er zu Hause mit seiner Mama noch nie Kekse gebacken hat zu Weihnachten und auch nie was für seine Großeltern gemacht hat.
    Und so kam es, dass er zu Hause bei seiner Mutter beim Zurückbringen erzählte, was wir alles gemacht haben, wie wir gebacken haben und wie viel Spaß er dabei hatte. Es war also alles in Ordnung und dachten das sei es auch für die KM.
    Und ein paar Tage danach kam von ihr der oben genannte Satz. Und es wurde immer schlimmer. Wenn wir das Kind doch mal wieder bei uns hatten und sie es nicht verweigerte, dann reagierte es auf mich immer wie auf eine Fremde. Er ignorierte mich komplett. Es dauerte immer das ganze Wochenende das Vertrauen zu ihm wieder aufzubauen. Es war für mich unverständlich.
    Der Höhepunkt dieses Zirkus war dann, dass das Kind eines Tages beim Zubettgehen bei uns zu meinem Mann sagte:“Ich hab dich nicht mehr lieb. Ich hab nur noch Mama lieb.“
    Das war natürlich ein Schlag.
    In den Tagen darauf äußerte das Kind immer mal wieder Dinge wie:“ Mama hat gesagt, ich kann hier erst wieder schlafen, wenn ich ein großes Bett habe. Und deshalb will ich hier auch nicht mehr schlafen.“ Oder:“Mama hat gesagt, ich hab zu Hause viel mehr Spaß als bei euch.“
    Dadurch war uns endgültig klar, woher sein Verhalten kam.

    Es ist unglaublich wie eine Mutter ihr Kind instrumentalisieren kann.

    Alles kämpfen hat am Ende nichts genützt, inzwischen besteht seit 4 Jahren kein Kontakt mehr.

  5. Julie sagt

    Hallo,

    bin neu hier und habe soeben diesen Artikel entdeckt. Ich bin die Next und erlebe gerade etwas ähnliches. Dabei kenne ich das Kind meines Freundes noch nicht einmal. Dieser ist noch im Kindergartenalter (3) und man soll nicht glauben, wie sehr der bereits manipuliert wurde.

    Über einen recht langen Zeitraum von nem halben Jahr durfte er sein Kind nur unter ihrer Aufsicht für ein paar Stunden in der Woche sehen. Das wurde als Kindeswohl deklariert, auch vom Jugendamt, wegen des Alters. Mein Freund hat immer wieder versucht, das Ganze voranzutreiben und nach langem hin und her immerhin erreicht, dass er die wenigen Stunden allein mit dem Kind verbringen darf.

    Jetzt wollte er weiter gehen und das Kind mit zu sich nehmen, einen Tag alle zwei Wochen. Das wurde sofort geblockt. Argumente wie: Kind will nicht, das ist zu weit (Entfernung 1h Autofahrt), ich will nicht, dass er deine Neue kennenlernt.
    Mittlerweile sagt das Kind schon, dass es nicht mitkommen möchte und bringt Argumente was ihm hier alles nicht gefällt. Dabei kann es sich sicher nicht einmal erinnern, der letzte Besuch ist weit über ein Jahr her…
    Letztes Wochenende hatte mein Freund nun etwas zum spielen von meinen Kindern dabei (ja ich bin auch eine Ex 😉 ). DAs hat IHR überhaupt gar nicht gepasst, wir sollen nicht auf heile Familie machen und sie möchte nicht, dass er Spielsachen von meinen Kindern mitbringt. Er durfte auch nicht sagen, von wem die Spielsachen sind.

    Problem: er hält sich an ihre Anweisungen, weil er Angst hat, dass sie ihm sonst das Kind wieder entzieht (Besuche absagt wegen Krankheit etc). Auch hab ich den Eindruck, dass Anwälte und Jugendamt hier völlig desinteressiert sind.

    Mich nervt diese Situation mittlerweile. Ich habe zwei Kinder und wir sind hier schon fast wie eine Familie geworden (leben aber noch nicht zusammen). Ich hätte natürlich auch kein Problem mit Besuchswochenenden von seinem Nachwuchs, im Gegenteil… Aber es gibt natürlich auch immer wieder Zündstoff, dass er aus Angst immer noch so nach ihrer Pfeife tanzt und sich alles gefallen lässt. Zudem belastet es unsere Beziehung, dass ich in dieser Konstellation immer noch so außen vor bin und er sich nicht mal traut, mich zu den Besuchen mitzubringen.

    Ich google stundenlang und frage mich, ob es da nicht eine Möglichkeit gibt, das ganze in geregelte Bahnen zu lenken? Was kann man denn dagegen unternehmen? Es muss doch möglich sein, dass er ganz normal sein Umgangsrecht ausübt. Es herrscht geteiltes Sorgerecht, Scheidung steht kurz bevor.

    Was treibt Exfrauen zu solchen Maßnahmen? Ich verstehe das nicht, ich bin auch eine Ex und mein Exmann ist psychisch wirklich etwas angeschlagen und ich hätte wirklich Gründe gehabt, ihm die Kinder vorzuenthalten und hab es nicht getan. Wenn er eine Neue hat, müssen sie da durch. Wir haben kein besonders gutes Verhältnis, sprechen uns aber immer ab und er holt sie regelmäßig…

    Was führt die Ex meines Freundes zu so einem Gluckenverhalten? Ich hab zwei Kinder, ich wollte kein drittes und will es ihr auch sicher nicht wegnehmen, aber mein Freund tut mir einfach so Leid… Ach ja, das kuriose ist, dass nicht er sich getrennt hat, sondern sie. Eifersucht sollte da ja irgendwie ausscheiden oder nicht?

    Freu mich über ne Antwort, vll seh ich das Ganze ja auch falsch und sollte mich nicht einmischen? Ich weiß es nicht, ich will ihm einfach nur helfen und natürlich auch unsere Beziehung ein wenig ruhiger gestalten…

    LG

    • Susanne Petermann sagt

      Du bist hier nicht allein. Viele Männer und Frauen, die hier mitlesen, erleben es ähnlich. Der/diejenige, bei dem das Kind lebt versucht oft, den Ex-Partner durch Vorschriften derart zu dominieren. Wer sich dabei von wem trennte ist dabei völlig egal. Liebe Grüße, Susanne

      • Julie sagt

        Bin grad wieder an diesen Blog erinnert worden…
        Hier hat sich noch gar nichts geänder. Mein Freund darf seinen Sohn weiterhin nicht holen, das will der Kleine weiterhin nicht. Er steigt nicht mal bei ihm ins Auto. Und ich war selbstredend auch noch nciht zum Kennenlernen dabei. Ich krieg immer nur zur Antwort: Bald.
        Wenn ich nachfrage, wie er ihn auf mich vorbereitet, schaut er mich an wie ein Reh. „Wie vorbereiten?“
        Ich habs mittlerweile aufgegeben. Wir hatten deshalb so viel Streit und er blockt nur noch ab….. Glaube nicht, dass ich das Kind in näherer Zeit kennenlernen werde, geschweige denn, dass er ihn übers Wochenende zu uns holt…. Ich halte mich jetzt vollends raus, frage nicht mehr, wie die Treffen gelaufen sind und will auch nix mehr davon hören, weil es mich so verletzt…. Seine Mutter, sein Bruder etc dürfen alle mit, nur ich nicht. Wenn dann eine Familienfeier ist, wird natürlich auch drüber gesprochen und ich bin außen vor.
        Wir sind nun bald ein Jahr zusammen, ich find das echt langsam lächerlich…..

  6. KaJo Frings sagt

    Aus meiner (beruflichen)Erfahrung erlebe ich es so: Nahezu immer wenn ein Paar nicht einverständlich seine Beziehung beendet, scheint die „Neue“ als die böse Zauberin, vor allem wenn sie beim Ex all die positiven Eigenschaften hervorruft, die er in seiner alten Beziehung vermissen ließ. Hat die Neue also schon den Ehemann „weggenommen“, steht für die Ehefrau zu befürchten, dass sie jetzt auch noch die Kinder an diese „Hexe“ verliert. Und dann laufen die geschilderten Entfremdungsprozesse ab. Den Männern kann ich nur raten: Stellt die Neue niemals „heimlich“ den Kindern vor, selbst wenn es am Umgangswochenende ist; sucht immer vorher ein Gespräch mit der Kindesmutter, ggf. über Familienberatungsstellen.

    • Zu früh gedrückt…

      Heimlichkeit ist in einer Patchworkkonstellation nie wirklich ratsam. Bei meinen vielen Gesprächen und Interviews habe ich die Erfahrung gemacht, dass es selten die Stiefmütter sind, die zunächst heimliche Aktionen planen. Oft sind es die Männer, die aus lauter Angst, oder schlechtem Gewissen, oder aus einer reinen Konfliktvermeidung heraus, den Weg der Heimlichkeit wählen.

  7. Dagmar Rehak sagt

    Was hier beschrieben wird, ist nicht Entfremdung, sondern Manipulation mit dem Mittel des Schuldgefühls als Waffe.

    „Bis es die Tränen in Mamas Augen sieht. “Dann bin ich ja ganz allein”, hört es Mama sagen. Augenblicklich hat unser Kind ein schlechtes Gewissen. “Magst du die neue Frau von Papa lieber als mich?”, fragt die traurige Mama womöglich noch hinterher.

    Natürlich nicht, warum sollte das Kind die Stiefmutter lieber haben, als die Mutter. Aber fortan reagiert das Kind sensibel auf alles, was Mama traurig machen könnte.“

    • Dagmar, die Folge der fortlaufenden Manipulation kann eben Entfremdung sein. Natürlich ist mein Beispiel zum Zweck der Allgemeinverständlichkeit gekürzt. Wobei Entfremdung tatsächlich auch erschreckend schnell gehen kann. LIebe Grüße, Susanne

      • Dagmar Rehak sagt

        Je nach dem, was die Manipulatorin beabsichtigt, bzw. erreichen will.
        Ich bin selbst Opfer. Als ich ein Kind war, hat meine Mutter alle Leute so manipuliert, dass wir nicht nur ihr zugesprochen wurden, sondern Angst vor unserem Vater bekamen. Ich weiß noch genau, wie schlecht ich mich fühlte, als ich zu einem der Befrager sagte, unser Vater schimpft mit uns und haut uns, obwohl das gar nicht stimmte. Aber schlecht fühlte ich mich nicht, weil ich bewusst gelogen habe, sondern weil ich das Gefühl hatte, ich muss das sagen, damit meine Mutter nicht traurig ist.
        Und jetzt macht sie das gleiche mit meinem Sohn, bzw. versucht es, aber ich unterbinde das natürlich.

        Manipulationen mit Schuldgefühlen kann man nicht verhindern, aber zumindest das Personal auf Jugendämtern und Gerichten sollte entsprechend geschult werden. Ich sehe dieses Manipulieren als Waffe an, und gegen ein Kind verwendet ist es eine Kindesmisshandlung.

      • Dagmar, wie hast Du die Manipulation Deiner Mutter damals empfunden? Hattest Du das Gefühl, selbst den Vater auch abzulehnen? Oder war es mehr eine Erwartungserfüllung, damit Mama Dich noch lieb hat? LG, Susanne

      • Dagmar Rehak sagt

        Ich wollte auf diesen Kommentar https://stiefmutterblog.com/2014/12/10/wie-funktioniert-entfremdung/#comment-33 antworten, aber der hat keinen Kommentieren-Knopf.
        Nein, ich hatte nicht das Gefühl, dass mich meine Mutter lieb hat und wollte das auch gar nicht, weil es bei ihr immer übergriffig war. Sie hat uns entweder nicht bemerkt oder benutzt, wenn sie traurig war. Mir hat vor ihr eher gegraust.
        Es waren auch andere Personen beteiligt, die uns das Gefühl vermittelten, wir müssten netter zu unserer armen Mama sein und es wäre ganz schlimm, wenn wir was anderes sagen. Ich weiß nicht mehr genau, wer das war, aber es waren irgendwelche Institutionen, die uns ständig begutachtet und bearbeitet haben. Es war mehr so das Gefühl, dass die Allgemeinheit es als strafbare Handlung ansieht, wenn man etwas Schlechtes über die Mutter sagt.

        Aber um zum eigentlichen Thema dieses Blogs zurückzukommen: Meine Mutter hatte damals einen Freund, und aus dieser Zeit habe ich mehr Erinnerungen an meinen „Stiefvater“ als an meine Mutter. Ich hatte auch Konflikte mit ihm, aber er hat sich mehr um uns gekümmert als unsere Mutter, zB mit seiner schönen technischer-Zeichner-Schrift unsere Schulhefte beschriftet und uns ein Buch geschenkt, das ich heute noch habe und sehr wichtig für mich ist. Es gibt auch ein Foto, wo ich bei ihm am Schoß sitze; das habe ich bei meiner Mutter nie gemacht. Er hat mit uns beim Frühstück geredet und es uns auch zubereitet. Alles Dinge, die wir von unserer Mutter nicht kannten.
        Es gab also sicher keinen Grund, den Verlust der Mutterliebe zu fürchten, das Gefühl kam von woanders, nämlich von den vorher von ihr manipulierten Personen.

      • In welchem Alter hast Du begonnen, Dich gegen die Manipulationen der Mutter zur Wehr zu setzen? Oder sie überhaupt zu erkennen? Die große Frage für entfremdete Elternteile ist ja häufig, ob sich die Kinder irgendwann besinnen und sehen, was damals mit ihnen geschah.

        P.S. Das Problem mit der Kommentarfunktion kann ich nicht beurteilen. Ich drücke hier nur auf „antworten“. Hast Du so einen Knopf nicht?

        LG, Susanne

      • Dagmar Rehak sagt

        Ich klicke jetzt einfach auf den nächstbesten „Kommentiere“-Knopf…

        Das ist in Stufen gegangen. Ich weiß, dass ich bis 30 (jetzt bin ich 45) irrationale Ängste vor Männern hatte, die sicher nicht auf Grund meiner Erfahrungen zu Stande gekommen sind. Dann hat ein Umdenkprozess eingesetzt.
        Auf direkte Manipulationen und Erpressungsversuche bin ich aber nur bis ca. 13 eingestiegen. Damals bin ich auch zu meinem Vater gezogen.
        Ich weiß aber von anderen Geschädigten, dass immer dann, wenn als Waffe Schuldgefühle eingesetzt werden, es besonders schwierig ist, sich von der Manipulation zu lösen. Das kann bis ins hohe Alter gehen.

      • Dagmar Rehak sagt

        Hab leider keinen festen Freund, aber ich hätt gerne einen.
        Ansonsten hab ich das Gefühl, entweder man liebt mich über alles oder hasst mich über alles.

      • Was natürlich nicht stimmt… Aber das weißt Du sicherlich selbst. Wenn Du keinen Freund/Mann hast, wie bist Du dann eigentlich auf meinen Stiefmutterblog gestossen?

      • Dagmar Rehak sagt

        Allgemein Scheidungsproblematik, manipulierende Frauen, Menschenrechte,… Ich hab wohl irgendwo draufgeklickt. Ich glaub, der Gerhard hat mich hier her gelockt.
        Ich betrachte das Thema aber auch aus der anderen Konstellation heraus: Mutter mit neuem Mann.
        Meine eigene Stiefmutter habe ich übrigens sehr gern. Die ist ganz anders als meine leibhaftige.

  8. Die Mutter meines Sohnes hat es sicherlich nicht vorsätzlich betrieben, aber sie hat immer jedem um Mitleid angebettelt.
    Sie hatte als Kind von einem autoritären Vater gelernt, dass ihre Wünsche nur erhört werden, wenn sie sein Mitleid erregen könnte.
    So hat sie nach der Trennung alle für sich einspannen können. Ich war bei allen der böse.
    Das hat sie auch in Anwesenheit meines Sohnes getan.
    So hatt auch er ein Verantwortungsgefühl seiner Mutter gegenüber.
    Wenn er jetzt also zu diesem Tyrann von Vater möchte, ist er genau so böse wie sein Vater.
    Da sie auch sonst jegliche Kontakte mit Gleichaltrigen verhindert, ist es fast sicher, dass ich ihn nie wieder sehen werde.
    Als ersatz Ehepartner mit nur 10 Jahren, kommt mein Sohn aus der Geschichte nie mehr heraus.

    • Wie furchtbar, das tut mir sehr leid für Deinen Sohn und auch für Dich. Du sprichst da einen sehr wichtigen Punkt an. Für viele getrennte Mütter werden die Kinder zu Ersatzpartnern. Die geben sie dann erst recht nicht mehr her. Liebe Grüße, Susanne

      • Meine Mutter lobte sich immer selber gerne, dass sie ja mir mir schon wie mit einem Erwachsenen geredet habe, erst sehr viel später habe ich erkannt, dass es nämlich genau das war, was du schreibst Susanne, der Missbrauch des Kindes als Partnersatz (Und letztendlich funktioniert PAS so natürlich auch viel besser, weil das Kind anfängt verantwortung für deine Mutter zu übernehmen (und nur um sicher zu stellen: Ich weiss das das auch mit Vätern passieren kann, ich habe das aber mit meiner Mutter erlebt und ich bin mir sicher, dass es auch aufgrund der Konstellation bei 90% alleinerziehenden mehrheitlich Mütter sind die sowas machen).

      • Dagmar Rehak sagt

        Es ist sicher ein Frauenproblem, aber es betrifft nicht nur und wahrscheinlich nicht mehrheitlich alleinerziehende Frauen. Eine Alleinerziehende kann ja nicht den autoritären Teil wem anderen überlassen, sondern muss ihn selbst übernehmen. Also dem Kind klar zu machen, dass es in gewissen Punkten zu gehorchen hat, kann eine Alleinerziehende eher nicht an den Vater delegieren, sondern muss das selbst machen. Zumindest bei mir ist das so.
        Ich kenne aber auch das Problem sehr gut, dass eine Frau sich UNTER das Kind stellt, also nicht Partner, sondern mimt das zu beschützende Kind. Das hat meine Mutter bei meinem Sohn gemacht (klingt irre, ist aber so) und auch bei mir und meiner Schwester hat sie ihre Depressionen eingesetzt, um Zuwendung zu bekommen. Das ist eine Weile gegangen, aber dann wurde der Widerwillen immer größer, und mittlerweile halte ich so ein Verhalten für eine schwere Kindesmisshandlung mit einem einmanipulierten Schuldgefühl als Schädigungswerkzeug. Wenn man sich davon nicht abgrenzen kann – und ich denke, das fällt einem Kind schwer -, trägt man schwere seelische Schäden davon.

        Das geht jetzt schon ziemlich weit weg vom Stiefmutterthema, hat aber was mit Entfremdung zu tun, weil dieses Mittel auch oft eingesetzt wird, um das Kind auf eine Seite zu ziehen. Es ist fies, aber erkennbar: In der Regel wird das Drama-Dreieck Täter-Opfer-Retter verwendet, wobei die Manipulierende selbst das Opfer spielt, das Kind als Retter einteilt, obwohl es mit dieser Rolle völlig überfordert ist, und der Täter ist der anvisierte Feind. Im Falle des Schauspiels meiner Mutter war ich der Täter und mein Sohn sollte sie vor mir beschützen. Klingt krank, ist es auch, diese Art der Manipulation sollte aber endlich erkannt und bekämpft werden.

      • Ich glaube, es fällt dem Kind besonders schwer sich abzugrenzen, wenn es keine Alternative hat. Sprich wenn dieser Elternteil Hauptbezugsperson ist, und der zweite Elternteil mangels ausreichenden Umgang keine alternative Bezugsperson ist. Meine Tochter (welche vom 2. bis zum 6 Lebensjahr Residenzmodell erlebt hat) hatte lange damit zu kämpfen nicht mehr die Verantwortung für ihre Mutter zu übernehmen. War bei uns noch ein Thema, als sie schon bei mir lebte. Das kam immer in so Situationen durch, wenn die Mutter sie z.B. gebeten hat ihrem Bruder zu sagen, er sollte sich doch mal wieder melden. Wenn der dann nicht wirklich begeistert reagiert hat, weil er sich vielleicht auch von seiner kleinen Schwester bemuttert fühlte, ist sie immer gleich in die Bresche gesprungen, nach dem Motto „Weißt du wie traurig Mama ist, dass sie dich so selten sieht.“ und Ich und die Mutter mussten uns vor allem bei meiner Tochter echt bemühen unsere Tochter nicht als Boten zu verwenden. Wenn meine Ex mit nämlich mitteilen lies, dass sie das Umgangswochenende verschieben musste und ich aber schon was geplant hatte, war ich genervt tochter bekommt das mit und glaubt sie muss das für Mama regeln. Und auch bei mir habe ich das manchmal gemerkt, nach dem Motto: „wenn du zu Mama gehst, sagst du ihr….“
        Inzwischen hat meine Tochter das ganz gut raus nein zu sagen, aber es erforderte vor allem von uns die Aufmerksamkeit, sie mit unserer Kommunikation nicht zu belasten. Inzwischen rufen wir uns direkt an. und die Kinder haben auch ein Handy. wenn die Mutter was möchte kann sie das auch direkt mit unserem Sohn klären.

    • Dagmar Rehak sagt

      Das ist Gewalt am Kind.
      Bei mir war es meine Mutter, also die Großmutter, die meinen ebenfalls zehnjährigen Sohn mit Schuldgefühlen misshandelt und dadurch körperliche und seelische Zuwendung erzwungen hat. Wenn ein Mann das macht, kommt er ins Gefängnis. Ich habe das natürlich unterbunden, und dann ging sie aufs Jugendamt und erzählte, ich habe „Stimmungsschwanungen“.
      Dieses Manipulieren mit einer an sich positivem menschlichen Eigenschaft, dem Mitgefühl, erzeugt schwere seelische Schäden. Das Kind glaubt, für das Seelenheil der manipulierenden Person verantwortlich zu sein, und lässt deswegen Dinge über sich ergehen, die für ein Kind nicht gesund sind. Es ist ein Missbrauch als Trostpüppchen, als Therapeut.

      Bei uns ging es sogar noch weiter. Meine Mutter hat die Lehrerin meines Sohnes dazu gebracht, dass auch sie ihn fertig macht, also Misshandlung per Fernbedienung.
      Solche Frauen sind krank und die Kinder werden dadurch schwer geschädigt. Sowas muss endlich als Misshandlung anerkannt werden. Es hat oft auch gar nicht viel mit Mitleid zu tun, sondern wird bewusst eingesetzt, weil alle drauf reinfallen.

  9. Entfremdung läuft meist viel subtiler ab wie von Tränen der Mutter befeuert. Im Gegenteil, wenn Mütter das Kind so offen in einen Loyalitätskonflikt stürzen, schlägt das manchmal ins Gegenteil um und das Kind rebelliert, wenn es grösser wird.

    Die Methoden setzen immer am Kontakt selbst an. Beispiele: Beim Kind werden Aktivitäten gefördert, die am Wochenende, an Umgangstagen stattfinden (Vater kann nicht teilnehmen, zu weit entfernt), so dass das Kind sich selbst verteidigt, nicht kommen zu können. Telefonische Erreichbarkeit des Kindes wird ganz sacht und sanft verhindert, Telefone die immer auf einen Anrufbeantworter laufen oder mal eine neue SIM-Karte mit unbekannten Nummern sind solche beliebten Tricks. „Du hast mich ja nicht angerufen“, haha. Beziehungsaufbau und Verwurzelung in der „anderen“ Familie stören: Zufällig Umgangstermine besonders gerne dann platzen lassen, wenn ein Familienfest beim Vater geplant ist. Die Entfernung steigt, das KInd beginnt bald selbst, seine Zeit beim anderen Elternteil tiefer und tiefer zu priorisieren.

    Die Tricks füllen Bücher, Trennungsväter können darüber stundenlang erzählen, aber ich bin sehr dagegen, das detailliert auszusprechen, denn damit gibt man öffentlich Blaupausen und Ideen, was funktioniert.

    Fakt ist, als Vater und noch mehr als Stiefmutter ist man dagegen machtlos. Es hat handfeste Gründe, wieso der Kontakt zu Trennungskinder so oft abbricht. Natürlich wird das Vätern am liebsten selbst zugerechnet, ebenfalls eine dieser filzigen, nicht greifbaren und nicht beweisbaren Aussagen. Beweisbar ist aber die Zahl der Umgangsverfahren und die weist nach, dass Väter sehr viel unternehmen, um Umgang mit den Kindern zu haben, sogar den (meist wirkungslosen) Gerichtsweg beschreiten. Nix Desinteresse!

    • Mir ist klar, dass Entfremdung sehr subtil, sehr unterschiedlich, aber immer effektiv verläuft. In meinem Buch schildere ich das auch ausführlicher, im Blog beschränke ich mich auf kurze, lesefreundliche Artikel. Ich möchte damit ja auch Menschen erreichen, die bisher von den Problemen einer Stiefmutter noch nicht so viel mitbekommen haben, und Stiefmütter per se als böse, intrigante Miststücke verurteilen.

      Mir ist bei Facebook bereits vorgeworfen worden, mit diesem Artikel eine Anleitung zum Entfremden zu geben. Aber ich denke, die Mütter, die das tun, brauchen keine Anleitung. Die können das ganz alleine. Aber vielleicht bringt es die Menschen aus dem Umfeld einmal dazu, zu überlegen, ob die entsorgten Väter und Stiefmütter wirklich so böse sind, wie Mama es schildert. Damit hätte ich schon viel erreicht. Und der nächste Schritt, die Reform des Familienrechtes, kommt dann auch in greifbare Nähe.
      LG, Susanne

      • > Und der nächste Schritt, die Reform des Familienrechtes, kommt dann auch in greifbare Nähe.

        Viel Erfolg bei diesem Ziel. Seit der grossen Reform 1977, die so vieles auf sehr negative Gleise gesetzt hat, kämpft mittlerweile die dritte Generation Väter dafür und auch einige Mütter sowie Partnerinnen dieser Väter, mag man sie nun als Zweitfrau oder Stiefmutter bezeichnen. Die Kinder der ersten Generation sind selbst erwachsen, haben ihrerseits Kinder, werden geschieden, werden entsorgt oder entsorgen ihrerseits. Wie sich die gelernten Muster über die Generationen hinunter bewegen ist leider auch bewiesen.

      • In meinem Buch widme ich ein ganzes Kapitel dem Familienrecht vor 1977 und den Änderungen bis heute Ich habe auch mit Patchworkerinnen gesprochen, die damals Stiefmütter waren und ihre Erfahrungen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zu heute.

        „Trotz zahlreicher Änderungen im Laufe der Zeit ist bis zum heutigen Tage ein einseitiger Vorrang des Mannes aufrechterhalten geblieben […]. Ziel des Entwurfes ist ein Eherecht, das dem partnerschaftlichen Eheverständnis entspricht, ein faires und ehrliches Scheidungsrecht und ein gerechtes Scheidungsfolgenrecht.“ sagte der damalige Justizminister Jahn 1973.

        Und weiter:
        „Nach der Scheidung hat jeder Ehegatte selbst für seinen Unterhalt zu sorgen“ — so formulierte 1970 der damalige Justizminister Gerhard Jahn den Kern der beabsichtigten Reform, die schon vom Bild der emanzipierten Frau ausging: selbstbewußt und berufstätig, gleichberechtigt.

        Das Ziel von 1970 ist bis heute nicht erreicht worden. Und die schmutzige Wäsche, die damals für die Schuldfrage gewaschen wurde, wird heute mit Kindern gewaschen.

  10. Tja, wie konnte das passieren – und wie kommt es?

    Das geht recht einfach: Eine Seite hat mehr Zugriff (Betreuungszeit), die ander macht manchmal halt auch ‚Fehler‘ (z.B. etwas verbieten). Und ruckzuck hat der oder die Betreuende halt den maximalen Einfluss, denn Kinder sind (ungewollt) illoyal, da sie offener reden.

    Letztendlich kann man da nicht eingreifen – wie denn auch? Soll man nun der Sugar-Daddy (ich weiß, meint eigentlich etwas recht mieses) oder die Helikopter-Stief sein? Darauf gibt es nicht wirklich eine Antwort.

    Und letztendlich liegt auch da die Wurzel des Übels: Kinder sind und waren schon immer opportunistisch – und gleichzeitig sehr loyal. Wir alle waren es, so ist es nun mal. Sie befinden sich in solchen Momenten in Ausnahmesitutationen und werden gezwungen, sich einseitig entscheiden zu müssen.

    Schöner Blog mit interessanten Ansichten. Ich habe ihn mal abonniert und verlinkt. Z.B. hier: https://emannzer.wordpress.com/2014/12/11/vaterabfullung-und-uterus-bindung/

    • Entfremdung geht manchmal so einfach, dass es mir eiskalt den Rücken herunter läuft. Vor allem dann, wenn Entfremder sich und ihrer Umwelt vormachen, sie würden nur dem Wunsch des Kindes entsprechen und das Ganze diene sowieso dem „Kindeswohl“.

      Danke für die Verlinkung. Werde mich am Wochenende damit mal beschäftigen. Ich bin bei wordpress.com, hier ist alles sehr englischlastig. Das heißt, mir werden eigentlich nur Amerikanische Artikel zu den Themen angeboten. Aber nachdem ich mich durch die technischen Tücken des Bloggens ganz allein durchgekämpft habe, werde ich den Rest auch noch schaffen.
      Liebe Grüße, Susanne

    • Ich habe nicht die Erfahrung gemacht, dass Kinder keinen Leitfaden wollen. Kinder wollen Grenzen erkennen, deswegen benehmen sie sich manchmal so daneben um zu testen wie weit sie gehen können :-).

      Was Umgangseltern hier vielleicht manchmal fehlt ist das Einfühlungsvermögen, was jetzt angebracht ist und auf welche Art man damit umgehen sollte. Klar, sie sehen das Kind zwei Tage und meist ist es gerade am Sonntag Vormittag dann so, dass wieder eine familliäre Nähe entsteht und dann ist der Umgang auch schon vorbei. Kenne ich nur zu gut. Kein Wunder dass viele Kinder dann imer so aufgelöst sind, wenn sie Sonntagabends wieder zur Mutter müssen: Das Bonding setzt gerade ein und dann werden sie wieder fortgerissen.

      Trotzdem sind meine Kinder zur mir gezogen, obwohl ich ihnen gesagt habe wenn ihr verhalten mal nicht okay war. Mein Sohn meinte mal: Was toll an mir sei, sei dass ich ihm eigentlich nichts verbieten muss. Ich brauche ihm eigentlich nur einen Ratschlag zu geben und er hat gelernt, dass es sinnvoll ist den zu befolgen. Aber das funktioniert natürlich nur, wenn man die Bedürfnisse des Kindes wahr- und auch ernst nimmt reicht. Das Problem ist: Dafür braucht man eine Intensive Beziehung zu den Kindern, die man als Wochenendpapa schwer hin bekommt.

  11. Ralf Stutzenberger sagt

    Hallo Susanne, eine interessante Sicht der Dinge. Und doch spiegelt sie auch nur einen Teil der möglichen Varianten von Betroffenen wider. Ich habe zweierlei mit meinen Kindern erlebt (Kinder der gleichen Mutter) und weiß noch immer nicht warum die Ereignisse so gelaufen sind wie sie liefen. Ich wurde entsorgt als meine Tochter 12 und mein Sohn 6 Jahre alt waren. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich die Hauptbezugsperson für meine Kinder – wir führten unkonventionelle Beziehung. Nach der Trennung begann sich meine Tochter mir gegenüber immer mehr zurück zu ziehen. Heute ist sie 18 und ihre Besuche in den letzten Jahren beschränkten sich auf 2-3x im Jahr, wobei es sich immer um Besuche anlässlich Geburtstagen handelte. Mein Sohn hingegen kam mir immer näher. Aus anfänglich 14-tägigen Wochenendbesuchen wurden wöchentliche Wochenenden – möglichst lange. Ferien möglichst viel gemeinsame Zeit. Mittlerweile habe ich wieder geheiratet und meine Frau ist für meinen Sohn die liebevolle Stiefmutter. Er wohnt mittlerweile sogar umfänglich bei uns und fühlt sich pudelwohl. Meine Tochter findet meine Frau auch „toll“, aber sie nagt wohl an dem Problem, dass sich mein Sohn von seiner Mutter (und auch von ihr selbst) entfernt hat. Von meiner Tochter deswegen, weil sie seit der Trennung zu einer Art Ersatzmutter für ihren kleinen Bruder gemacht wurde. Erstaunlicherweise entzieht sie sich immer weiter einem Kontakt, obwohl sie selbst mittlerweile (wegen Studium) über 500km entfernt wohnt und ihrer Rolle eh nie und nimmer gerecht werden konnte. Eine Rolle, die ich nie gut geheisen habe und gänzlich ablehnte. Ich bin am Rätseln, wie sich beide Kinder derart gegensätzlich zuwenden konnten. Was meine Tochter angeht, so bot ich ihr stets an, auf Fragen konkret und korrekt zu antworten. Auch machte ich ihr (hoffentlich) klar, dass ich mich vor keiner Diskussion und Befragung drücken würde. Aber diese Angebote verhallten unerwiedert. Bis heute kam keine Frage von meiner Tochter. WAS aber kamen sind Vorhaltungen, die von der Wortwahl definitiv von ihrer Mutter stammten weil sie Worte enthielten, mit denen meine Tochter noch nie konfrontiert gewesen sein konnte.

    Was die (Teil-)Ursachen für ein solches Verhalten angeht, was die (Teil-)Ursachen für das Verhalten anderer Mütter angeht, so habe ich meine eigene Theorie. Sie geht weit über das hinaus, was üblicherweise in Form von stammtischähnlichen Parolen durch die Welt hallt. Ich habe meine Gedanken vor kurzem zu einem kleinen Statement zusammen gefasst das ich mal hier poste: ich hoffe man kann nachvollziehen, obwohl ein wenig aus dem hiesigen Kontext gerissen, worum es mir insgesamt geht.
    —————————HIER DER TEXT——————————

    WER ist denn wirklich Schuld an all den Miseren? Oder vielleicht besser gefragt: wo liegen denn die Ursachen? Und wer hat die Ursachen verschuldet? Worauf ich hinaus will? Beispiel: versetzt Euch gedanklich 300-400 Jahre in die Vergangenheit. Ihr seid schlichte Tagelöhner, Bauern etc. Nun dreht sich das ganze Leben ums schlichte Überleben. Euer Lehnsherr fordert seinen Zehnten zweimal ein – Kirche und so weiter wollen auch Güter. Was bleibt von der kärglichen Ernte (in einem schlechten Jahr), was vom spärlichen Verdienst? Nicht viel zum Überleben. Nun bekommt das Dorf vom Lehnsherrn ein paar Laibe altes Brot mit der Maßgabe es gerecht zu teilen. ALTES Brot. Und schon fängt der Zank an. Jeder glaubt dass er mehr verdient hätte, jeder arbeitet ja auch mehr als der andere. Und ehe man es sich versieht ist das alte Brot verdorben. Der Zank eskaliert: der jeweils andere ist Schuld daran, dass das Brot nun verdorben ist. ABER wer ist wirklich Schuld an der Misere? Richtig, der Lehnsherr! Er schröpfte seine Vasallen, er gab ihnen altes Brot und sorgte nicht für klare Regeln. Aber von den Vasallen blickts keiner. Die hauen sich weiterhin die Köpfe ein. Der Lehsnherr indes sitzt in seiner warmen, goldgeschmückten Residenz. WAS hat das mit uns heute zu tun? Schaut Euch doch mal um. Wollt ihr allen Ernstes behaupten uns ginge es schlecht? Aber wieso glauben wir, dass wir zu wenig Geld haben? Überall protzt der Prunk. Unser Prunk? Ja und nein. Die Bauten gehören weiterhin den „Lehnsherren“. Was sind die heutigen Lehnsherren? All die Unternehmer, die Regierenden etc pp. Was ist heutzutage der Zehnte? Das sind Steuern ABER auch all das unnötige Geld das wir für all den Krempel rauswerfen, den wir nicht wirklich brauchen aber uns die liebe, nette Werbung ans Ohr schwatzt. Wennich dann noch all die haltlosen Veröffentlichungen anführe (zB aktuell im Stern: „WAS kostet ein Kind“ mit völlig aus der Luft gegriffenen Zahlen – zB ein 6-13 jähriges Kind hat im Jahr im Schnitt 330 Euro Taschengeld. Häää? Wo leben wir denn? Im Grösus-Land?) und beobachte wie alle auf diesen Mist hereinfallen – und im gleichen Augenblick behaupten: „ICH falle auf sowas nicht rein“… dann muss ich mich allen Ernstes fragen: haben wir eine Schattengesellschaft die diesen Konsum tätigt? Oder machen wir uns nur selbst etwas vor? Denn die Wirtschaftzahlen, die Konsumentenzahlen sprechen eine klare Sprache: WIR konsumieren auf Teufel komm raus – unvernünftig und maßlos. Kein Wunder dass das Geld nicht reicht. Unsere Lehnsherren verschleudern derweil unser Geld (BER lässt grüßen…) während wir uns die Köpfe einschlagen. Glaubt einer von Euch es gäbe so viel Missmut und Streit vor Gericht, um diejenigen, die am wenigsten dafür können – unsere Kinder – wenn der Staat auch mit dafür sorgen würde, dass unser „Leben“ wieder kostengünstiger wäre? Wenn der Staat klare Regeln schaffen würde? Regeln, die Missbrauch verhindern und unseren Kindern zugute kommen? ABER nicht vergessen: es kommt unseren Kindern keinesfalls zugute, wenn ein Elternteil ausgegrenzt wird.
    ——————-ENDE DES TEXTES—————–

    Es gäbe natürlich noch viel mehr und konkreteres zu sagen. Aber ich möchte es erstmal hierbei belassen.
    Viel Spass beim drüber nachdenken und ich freue mich auf eine konstruktive Kritik.

    Herzliche Grüße

    Ralf

    • Lieber Ralf,
      Ganz kurz nur, ich bekomme gleich Besuch. Es ist durchaus nicht selten, dass sich nur ein Kind abwendet, das andere aber einen sehr guten Umgang pflegt. Ich kenne ein Paar (Stiefmutter und Vater) bei denen jeweils eines ihrer Kinder aus anderen Beziehungen nicht mehr mit ihnen redet. Die drei anderen Kinder haben innigen Kontakt, zwei davon leben bei Ihnen.
      Liebe Grüße,
      Susanne

  12. Andreas Puderbach sagt

    Ein sehr schön geschriebener Artikel. Nicht polemisch, nicht agressiv, sondern sachlich und den Punkt treffend, den niemand lesen bzw. hören will. Geschrieben von einer Frau. Ganz wichtig. Den Vätern hört sowieso niemand mehr zu. Interessant sind die Parallelen zu anderen Fällen. Man könnte ein Lineal anlegen. Diese Geschichte könnte auch die meiner Töchter sein. Reiner Zufall? Eher nicht. Die Qualität solcher Artikel ist größer, höher und wertvoller als eine Stunde Maischberger-Geschwafel.

    • Danke sehr für das Kompliment. Stiefmütter zwar nicht emotional gleichermaßen betroffen wie die Väter, aber auch sie leiden. Vor allem, weil sie sehen, wie schlecht es den Männern geht.

      Ich habe auf diesen Artikel bei Facebook viel Resonanz bekommen. Vor allem von Frauen. Mir wird auch ansatzweise vorgeworfen, frauenfeindlich zu sein. Bin ich nicht, ich heiße nur nicht alles gut, was Mütter machen.

      Ich verurteile Mütter aber nicht generell dafür, dass sie ihre Kinder dahingehend beeinflussen. Ich glaube tatsächlich, dass viele denken, sie würden ihrem Kind damit etwas Gutes tun. Sie können sich nicht vorstellen, dass der Mann, den sie nach einer Trennung nur noch ablehnen, für das Kind eine ganz wichtige Person ist.

      Sie können die Elternebene nicht von der Paarebene trennen. Und dazu kommt, dass es Mütter gibt, die den Vater nicht mehr als dauernden „Stachel“ in ihrem Leben haben wollen. Wenn sie einen neuen Mann haben, soll der der Vater sein. Der eigentliche Vater wird darum „entsorgt“.

      • gerhardks sagt

        Haarscharf. Das ist das wirkliche Dilemma. Es wird diesen Müttern eingeredet, es sei ja nur zum Wohl des Kindes. Und der Vater sei ja „nur eine Gefahr für das Kindeswohl“.
        Nur möchte ich eines ergänzen. Es ist nicht nur „der Neue soll der Vater sein“. Oft genug haben solche Frauen gar keinen ständigen Partner, sondern wollen nur ganz einfach keinen „störenden Mitentscheider“ haben.Und auch hier hören sie auf die geschlechterideologischen Aussagen: „Kindern brauchen keinen Vater. Männliche Rollen-Vorbilder rundum genügend genauso“ Und dann nützen sie ebenfalls das geschaffene Entsorgesystem und die Akzeptanz von Entfremdung um den Vater die Kinder nie wieder sehen zu lassen.
        Es ist also nicht die „Schuld“ der Stiefmütter. Es liegt in der Verantwortung dieser Mütter, ob sie die Keule die ihnen der Staat in die Hände legt und sagt: „Schlag zu dann bist du ihn los“ .benutzen oder nicht. Das ist bei allen Tätern und Täterinnen so. Es ist immer deren Entscheidung ein Verbrechen zu begehen, auch wenn der Staat hier Beihilfe leistet.

      • Die Mittel, die der Staat den Müttern, bzw. der ersten Familie in die Hand gibt, gehen sehr oft auf Kosten der zweiten Familie. Langsam bewegt sich etwas, aber es ist noch längst nicht genug.Und genau diese Mittel werden eben auch bei der Entfremdung „zweckentfremdet“.

        In meinem Buch https://www.randomhouse.de/Paperback/Du-hast-mir-gar-nichts-zu-sagen/Susanne-Petermann/Diana/e465559.rhd schreibe ich ausführlicher darüber. Hier im Blog beschränke ich mich auf kürzere und damit lesefreundlichere Abschnitte.

      • Andreas Puderbach sagt

        Du schreibst, Dir wäre ansatzweise vorgeworfen worden frauenfeindlich zu sein. Dabei hast Du Dich lediglich in einer sehr vernünftigen und anschaulichen Art und Weise mit einem (Teil-) Bereich heutiger Trennungszenarien auseinandergesetzt. Mit solcherlei Anfeindungen, in Verbindung mit diesem Totschlagargument, wirst Du noch zukünftig viel Freude haben. Besonders Väter – aber auch viele Frauen – die hier seit Jahren tätig sind (auch mit eigenen Internet-Seiten) kennen dieses „Lied“. Man findet sich irgendwann damit ab. Ich bin dahingehend selbst sehr gut vernetzt. Ich bin schon in Ecken gestellt worden, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt 😉

      • Hihi, das kenne ich mittlerweile. Stört mich aber nicht wirklich, ich hab da ein recht dickes Fell. Mir wurde auch schon unterstellt, ein Mann zu sein. Eine Frau könne ja nicht so frauenverachtend schreiben. Dabei finde ich meinen Blog gar nicht verachtend. Nun ja. Ich bin ja Neubloggerin, also noch gar nicht vernetzt. Wie funktioniert das denn? Kenne es nur bei Facebook.
        Liebe Grüße, Susanne

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