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Kontaktabbruch und seine gesundheitlichen Folgen

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Am Samstag war ich gemeinsam mit Prof. Dr. Ursula Gresser, Ärztin und Mediatorin und Christiane Langela, Familientherapeutin beim Deutschen Roten Kreuz zu Gast in der Sendung Zeitpunkte im Kulturradio Berlin Brandenburg. Eine spannende Sendung, in der es nicht nur um Ferien im Patchworkfamilien ging, sondern auch um die gesundheitlichen Folgen von Kontaktabbruch.

Alle waren sich einig

Spannende Gesprächspartner, ein tolles Thema. Ferien im Patchwork und die Folgen eines Kontaktabruchs für Kinder. Eines vorweg – ich habe bisher kaum erlebt, dass sich in einer Talk-Show alle Gäste in einem Punkt dermaßen einig waren: Wenn die leiblichen Eltern es nicht schaffen, sich zu arrangieren, kann kaum jemand Außenstehendes schlichten. Prof. Dr. Gresser brachte es auf den Punkt:

„Kinder werden häufig auch als Druckmittel gegen den verhassten anderen Elternteil verwendet. Die Hauptursache für Konflikte sind Streitigkeiten unter den Eltern, die Kinder werden dabei als Machtmittel benutzt. Zum Krieg braucht es in dem Fall nicht zwei, es reicht einer, der keine Ruhe gibt.“

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von links: Susanne Petermann, Prof. Dr. Ursula Gresser, Susanne Utsch (Moderatorin), Christiane Langela

Christiane  Langela wusste aus ihrer täglichen Beratungspraxis zu berichten, dass Trennungseltern in ihrer Beratung oft das Gefühl für das Wohl des Kindes verlieren. „Sie verlieren das Bedürfnis des Kindes aus den Augen, weil sie derartig gegeneinander kämpfen, dass sie nicht mehr wahrnehmen, was das mit den Kindern macht. Da wird eine Wut auf den Partner frei, die nur noch ein Ziel hat – den anderen zu verletzten.“ Koste es, was es wolle.

Suchen Sie frühzeitig Beratung

Prof. Dr. Gresser riet allen Paaren die sich trennen, frühzeitig Hilfe in der Beratung oder Mediation zu suchen. Möglichst noch bevor man zu einem Rechtsanwalt geht. Auch sie war der Meinung, dass wichtigste sei es, dass der Gesprächsfaden nicht abreisse. „Die Streitigkeiten über die Kinder komme oft daher, dass die Kinder die einzig verbliebe Gesprächsebene sind. Und damit auch die Machtebene. Dann wird über die Kinder agiert.“

Aus ihrer Mediationserfahrung weiß sie: „Die Eltern sprechen nicht mehr aus, worum es wirklich geht. Ihnen fehlt die Möglichkeit, dass der andere den eigenen Bedürfnissen zuhört. Das interessiert den anderen einfach nicht mehr. Wenn man unter der Anleitung eines erfahrenen Mediators spricht, kann der dafür sorgen, dass die Erwachsenen wieder einander zuhören und darüber sprechen können, worum es eigentlich geht. Zum Beispiel darüber, dass man einfach mal hören möchte, dass es dem Anderen leid tut, was passiert ist. Dann muss man sich nicht mehr über die Kinder ausleben und ausagieren.“

Kontaktabbruch macht die Kinder krank

Allen Eltern gab sie mit auf den Weg, zuzulassen, dass die Kinder Kontakt zu beiden Eltern haben. „Können sie das nicht, werden die Kinder krank.  Es sind organische Störungen, die deutlich messbar sind. Es kann nicht im Interesse der Eltern sein, egal wie man sich gestritten hat, aus den Kindern auf Lebenszeit kranke Menschen zu machen.“ Prof. Gresser hat wissenschaftliche Untersuchungen ausgewertet. „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass

  • Kinder durch Kontaktabbruch krank werden
  • Kinder doppel so oft krank werden und bis zu dreimal intensiver, als wenn ein Elternteil stirbt. Das zeigt sehr deutlich, wie dramatisch der Kontaktabbruch zu einem lebenden Elternteil ist.
  • Die Verursacher von Kontaktabbrüchen in der Regel Elternteile sind, die ein Interesse daran haben, den anderen zu bestrafen oder die Macht über die Kinder zu haben und sie nicht teilen zu müssen.

Der Krieg der Eltern

Prof. Dr. Gresser wusste aus ihrer Arbeit, dass es zum Krieg nur einen braucht. „Es stimmt einfach nicht, dass immer zwei nötig sind, um sich zu streiten. Hochstrittig kann bedeuten, dass nur einer den andern ununterbrochen attackiert. Der andere Elternteil kann dann nichts machen.

„Es reicht wenn einer penetrant hochstrittig ist und den anderen drangsaliert.“

Leider werde heute auch in diesen Fällen oft angeordnet, dass die Kinder, um zur Ruhe zu kommen, den anderen vorerst nicht sehen sollen. „Früher erfolgte ein gerichtlich angeordneter Kontaktabbruch, weil Missbrauch oder körperliche Gewalt vorlag. Heute erfolgt dieser angeordnete Kontaktabbruch, weil eine gewissen Bequemlichkeit herrscht. Es ist normal, dass Kinder die Eltern gegeneinander ausspielen. Auch in einer intakten Familie. Heute ist Mama gut, morgen Papa. Wenn diese normale Entwicklung durch ein Gericht oder Gutachter unterbunden wird, schadet man der gesundheitlichen und psychischen Entwicklung der Kinder. Die Folgen sind dramatisch.“

Die Sendung kann man hier hören.

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