Allgemein, Die neue Familie
Kommentare 116

Seine Kinder – unsere Kinder. Patchwork ist schwer!

Seine Kinder unsere Kinder. Foto: Stocksnap

Mein Problem? Mein Partner sieht uns alle als eine Einheit, ich sehe die große Patchworkfamilie und unsere kleine Familie extra. Ich trenne: seine Kinder – unsere Kinder. Für mich ist das eben nicht das Gleiche.  Immer wieder versuche ich, besser mit der Patchworksituation klarzukommen durch theoretische und praktische Inputs, aber es ist momentan wirklich schwer.

Seine Kinder – unsere Kinder. Ich ergreife oft die Flucht

Zu meiner Person: Ich bin seit knapp sieben Jahren mit meinem Partner zusammen, wir wohnen zusammen, sind aber nicht verheiratet, er hat zwei Kinder aus erster Ehe (10 und 12), die meistens regelmäßig zwei Tage die Woche zu uns kommen. Jedoch merkt man jetzt schon, dass Freunde wichtiger werden und auch manchmal Besuche durch die Ex abgesagt werden oder eins der Kinder nicht mehr kommen mag. Schuld gibt mein Partner immer mir, weil ich es immer noch nicht geschafft hätte eine liebevollere Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die Ex macht ihm ein schlechtes Gewissen und Druck a la „dann kommen sie eben gar nimmer“…

Ich weiß irgendwie nicht mehr so recht, wie ich weiter machen soll. Seine Kinder – unsere Kinder, für mich ist das eben nicht das Gleiche. Leider muss ich nun sagen, dass es mir auch viel lieber ist, wenn sie nicht da sind und ich auch oft die Flucht ergreife für ein paar Stunden oder einen halben Tag, wenn es mir wieder bis oben steht!! Wir haben zwei  gemeinsame Kinder, 1 und 3 Jahre alt, und wenn dann vier Kinder herumwuseln, komme ich schon an meine Grenzen. Der Alltag ist einfach verschwunden und mein Partner irgendwie auch. Zumindest geistig. Er wirkt da auf mich total verändert und ich bin es auch.

Ich versuche ja mich zu freuen, wenn ich weiß, sie kommen. Aber schon am Tag zuvor werde ich zappelig und unrund und die Laune sinkt von Stunde zu Stunde. Sind sie dann da, dann herrscht eisige Stimmung und ich weiß auch nicht was ich reden soll. Dito umgekehrt. Es ist jetzt nicht so, dass die Mädchen  extrem ungut wären, nur heikel und der übliche Teenagerwahnsinn :-). Es sind seine Kinder – unsere Kinder sind anders.

Die Kleine ist Mamas Spitzel

Mit der Kleineren tue ich mich besonders schwer und sie ist auch der Spitzel von der Mutter. So passierte es zB. nicht nur einmal, dass sie Mama anrief, um eine Szene zu machen, wegen des Essens, welches ich kochte, ihr aber nicht passte. Die Mutter stand dann eine halbe Stunde darauf vor unserer Haustür und das Kind tat so, als ob es misshandelt worden wäre. Nur weil ihr das Essen nicht schmeckt!?! Hallo?

Seine Kinder - unsere Kinder. Für mich ist das nicht das Gleiche. Patchwork ist so schwer. Klick um zu Tweeten

Wir hatten dann Diskussionen. Aber sowas geht einfach nicht! Jedes Jahr geht es auch bei den Geburtstagen darum, dass die Mutter uns immer einlädt mit ihnen in ihrem Haus zu feiern, welches ich noch nie betreten habe und auch nicht möchte, was sie ganz schlimm findet. Mein Partner geht jedes Jahr dorthin und feiert die Geburtstage seine Kinder – unsere Kinder nimmt er mit. Und mich stört das ehrlich gesagt, wenn er eins von unseren gemeinsamen Kindern mitnimmt. Reicht mir schon, dass er überhaupt hingeht. Wir feiern sowieso immer extra bei uns! Kann man meine persönliche Grenze da nicht verstehen? Muss es denn immer nur ums Kindeswohl seiner Kinder gehen? Und wie wohl tut das denn dem Kind? Patchwork ist schwer, das ist klar. Aber so schwer?

Streitpunkt Urlaub

Ein ganz schlimmer Streitpunkt sind jedoch URLAUBE. Wir sind schon einige Male auf Urlaub gefahren, zu sechst jedoch nicht mehr. Die Urlaube waren zumindest für mich wirklich keine Urlaube, sondern ich bin eben mitgefahren. Nun ist natürlich der Altersunterschied zwischen den Kindern groß und gemeinsame Aktivitäten, die allen gefallen, lassen sich nicht immer finden. Vor allem die Großen sind eher anspruchsvoll und schnell gelangweilt. Also habe ich mich entschlossen, dass ich, wenn wir nur einen Urlaub haben, nur mit meiner kleinen Familie fahren will, weil Urlaub mit vier Kindern viel Organisation, Nerven, Geld und zwei Autos braucht.

Seine Reaktion: Das kannst du nicht machen, ja schließe nur die Großen aus…blabla.  Das war auch die Reaktion der Ex. Lösung: Er fährt nun extra nur mit den Großen ein paar Tage in den Urlaub. Ist das denn so schlimm? Dann haben sie ihren Papa exklusive für sich! Noch dazu haben die Kinder vier Urlaube insgesamt, wir als kleine Familie nur einen…also geht ihnen, denke ich, nichts ab.

Unsere neue Familie hat viel verändert

Seitdem unsere gemeinsamen Kinder auf der Welt sind, ist die Beziehung zu den Stiefkindern wirklich schlechter geworden. Ich habe nicht mehr so die Zeit für die Großen und übergebe vieles einfach dem Partner. Es sind ja auch seine Kinder! Ich mag es zB.  überhaupt nicht, wenn er manchmal kurzfristig was mit der Ex ausmacht und ich dann auf vier Kinder achten soll, weil er, wie so oft, beruflich weg ist. Das alles immer so selbstverständlich gesehen wird, als ob es meine Aufgabe wäre.

Wenn wir dann endlich mal einen freien Tag hätten, muss ich den fast immer mit seinen Kindern teilen. Ich sehe sie oft als Zeitfresser und weiß, es ist schlecht, aber wir haben so wenig Zeit als Familie zu viert, geschweige denn als Paar. Ich habe mich oft schon gefragt, wie lange unsere Liebe das noch aushält und ihm auch in einer schlechten Minute schon gesagt, dass, wenn wir keine gemeinsamen Kinder hätten, ich gegangen wäre 🙁

Wenn wir streiten, geht es immer nur um seine Kinder. Und ich finde die Besuche könnten ruhig reduziert werden. Er sieht alle als eine Einheit, ich sehe eben die große Patchworkfamilie und unsere kleine Familie extra und mir ist das auch wichtig. Schon wieder ganz schlimm in seinen Augen, das zu trennen. Aber hier sind wir wieder beim Thema „Seine Kinder – unsere Kinder“. Patchwork ist schwer: Ich kann seine Kinder nun mal nicht als meine sehen.

Oh Gott, das`s war in aller Kürze und Würze und schon wieder fühle ich mich wie der schlechteste Mensch auf Erden. Mich würden einfach Meinungen anderer interessieren, speziell Stiefmütter mit gemeinsamen Kindern und Stiefkindern…wie läuft es? Was hat sich verändert seit der gemeinsamen Kinder? Habt ihr Tips? Wie löst ihr das mit Urlaub?

Danke und liebe Grüße, Dana


Bitte E-Mail mit Stichwort „Seine Kinder – unsere Kinder“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen. In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

116 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.