Die Stiefmütter, Erste Hilfe, Unterstützung, Ratgeber
Kommentare 30

Die Stiefmutter hat nichts zu sagen?!?

Warum dürfen Kinder sagen, dass sie nicht zum anderen Elternteil möchten, aber die Elternteile oder auch der Stiefelternpartner darf so etwas nicht äußern? Wieso wird bei einem Erwachsenen immer erwartet, das Kind zu nehmen? Egal, wie es dem Erwachsenen geht. Und überhaupt: Mir wird signalisiert, die Stiefmutter hat nichts zu sagen, sie darf nur zusehen! Stimmt das überhaupt?

Die Stiefmutter hat nichts zu sagen! Echt?

Was darf ich als Stiefmutter sagen? Ich frage mich wirklich, ob das so abläuft: Die Stiefmutter hat nichts zu sagen, hat sich nicht einzumischen, hat sich einfach raus zu halten? Aber sie darf tun und machen, egal wie es ihr geht. Die Frage kam auf, da meine Bonustochter krank zu uns am Wochenende kam (Fieber, Schnupfen, Husten, später auch noch Durchfall), obwohl klr war, dass das nicht gutfür sie war. Und auch nicht für mich. Ich bin schwanger, habe also versucht mich von ihr fernzuhalten. Am Sonntag wurde sie, nach einem Wochenende im Bett und ständigen Anrufen bei der Mutter dann abgeholt. Für mich war das schon vorher klar. Ich hatte meinen Freund noch am Samstag gefragt, ob es nicht besser wäre, die Kleine (11) zu fragen, ob sie nicht zur Mutter möchte (welche um die Ecke wohnt). Sie hat schließlich immer wieder bei Mama angerufen. Da bekam ich nur zur Antwort, dass wäre SEIN Wochenende mit ihr.

Naja. Sie war dann drei Wochen krank. Mit einem Urlaubstag von meinem Freund, der sie holte, sechs Stunden mit ihr bei uns saß, und sie am Abend wieder bei der Mutter abgab. Die angeblich arbeiten musste, aber doch irgendwie daheim geblieben war. Krankschreibungen auf das Kind hat jahrelang schon die Mutter allein in Anspruch genommen, so auch diesmal.

Ich persönlich hielte davon nichts, ein krankes Kind rumzureichen. Aber egal, die Stiefmutter hat nichts zu sagen. Da wir einen 14 tägigen Rhythmus haben, wäre die Kleine das nächste Wochenende bei uns gewesen. Die Mutter teilte aber dann über Telefon kurzfristig mit, dass das Kind daheim bleiben würde, unter anderem, weil sie auf eine Jugendweihe gehen wollte. Somit änderte sich der Rhythmus.

Ich werde vor vollendete Tatsachen gestellt

Noch nicht ganz gesund, wurde das Kind die letzten zwei Tage der Woche in die Schule geschickt und kam dann am Wochenende zu uns. Ich wurde vor vollendete Tatsachen gestellt und konnte wieder zusehen, mir nicht doch noch den Rest der Krankheiten zu holen.

Wir hatten nichts von ihr, konnten auch unsere ursprünglichen Wochenendpläne nicht halten. Das Wochenende war nämlich durchgeplant – von anderen. Donnerstag, Schule und Hausaufgaben, welche bis zum Abend gingen, Freitag wäre theoretisch Ballett. Das fiel aber aus, da mein Freund und die Mutter ins Krankenhaus mussten, um maßgefertigte, aber nicht passende Orthesen zur Änderung abzugegeben und im Anschluss ein Geschenk für den Geburtstag am Samstag zu kaufen (Geld kam natürlich vom Vater). Samstag Hausaufgaben und Geburtstag. Sonntag Abholung am Nachmittag, wobei das auch erst durch einen Anruf am Mittag ausgemacht wurde.

Die ganze Planung stand am Mittwochabend mehr oder weniger fest – ohne dass ich davon wusste. Mich ärgert das einfach. Ich fragte ihn dann, was das solle? Warum er wieder Taxi spiele und wir mit ihr nichts machen können. Da kam von ihm, er und die Tochter würden sich darauf freuen und sie wäre immer noch seine Tochter. Ich solle damit aufhören, auch wenn ich mit der Äußerung Recht hätte, dass wir nichts voneinander hätten. Ich entgegnete nur noch, dass es Zeit würde, dass beide – Kindsmutter und Tochter – vielleicht auch mal merken, dass wir unser Wochenende planen und niemand anders. Damit stand ich dann alleine da. Spätestens jetzt war mir klar, die Stiefmutter hat nichts zu sagen.

Er entscheidet komplett allein

Seit dieser Meinungsäußerung wird von ihm im Alleingang alles bestimmt und ich kann zusehen wo ich bleibe bzw. werden Sachen mit der Kindsmutter vereinbart, ohne mich hinzuzuziehen, was ihm vorher wichtig war. Bei der ersten Konfrontation sagte er noch, dass wir zusammen gegenüber der Kleinen stehen. Heute merke ich davon nichts mehr. Er macht was die Mutter (über das Kind) sagt.

Für mich ist die Kindsmutter in ihrem Handeln ein offenes Buch. Bevor etwas passiert, weiß ich was passieren wird. Leider macht er sich das nicht zunutzen. Ich bin am Überlegen ob ich mich auch aus der Affäre ziehen soll, unabhängig davon, dass ich schwanger bin.

Ich würde gern Kommentare von Männern haben, da ich glaube, als Frau da engstirnig zu sein. Vielen Dank für den Blog. In einigen Konfliktsituationen haben mir die Erlebnisse der Anderen schon weiter geholfen.

Ewa


Vom 8. bis 10. Juli 2016 findet der erste PatchWorkshop für zweite Familien, Stiefmütter und Trennungsväter statt. Gastgeber sind Christine Tietz und ich. Wir bieten: Konkrete Hilfestellung in Form eines Wochenendseminars mit Familienaufstellungen, Vorträgen und Einzelgesprächen. Mehr über den PatchWorkshop, die Inhalte und die Kosten erfahrt Ihr hier. Wir freuen uns auf Euch!


Bitte E-Mail mit Stichwort „Stiefmutter hat nichts zu sagen“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap

30 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.