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Zehn Jahre lang führte mein Mann ein Doppelleben

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Ich weiß, es klingt alles total unglaublich. Es kommt mir selbst vor, wie eine ganz schlechte Scripted Reality auf RTL II. Aber ich habe tatsächlich erst vor wenigen Tagen erfahren, dass ich Stiefmutter bin und unsere Tochter eine Halbschwester hat. Mein Mann führte über zehn Jahre eine Art Doppelleben.  

Plötzlich gibt es da noch ein anderes Kind

Tja… ich bin zu meinem Stiefkind gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Ich bin zehn Jahre lang davon ausgegangen, dass ich mit meinem Mann das erste und einzige Kind habe. Nun hat er mir unter Tränen gebeichtet, dass er eine 14jährige Tochter hat. Für mich persönlich stand immer fest, dass ich keinen „gebrauchten“ Mann haben möchte. Nun ist es so, wie es ist.

Der Ausgang dieser neuen familiären Situation ist noch völlig ungewiss, da absolut nicht absehbar ist, welche Richtung die ganze Sache nimmt. Rational betrachtet ist es alles kein Drama und dennoch fühle ich mich mit unserer Tochter und dem Kind meines Mannes als Verlierer in diesem Spiel.

All die Jahre gab es keinen Kontakt

Es gab wohl in all den Jahren keinen Kontakt zwischen den beiden. Er kennt seine älteste Tochter gar nicht. Nun möchte mein Mann Kontakt – was ich im Sinne des Kindes auch begrüße. Allerdings ist noch völlig unklar, ob und in welcher Form sich das Kind auf Kontakt einlassen möchte.

Er war mit der Mutter nie zusammen, es war ein 3-night-stand und er hat halt nicht verhütet. Er hat es aus Angst vor mir verheimlicht, weil er dachte, ich trenne mich, wenn er es erzählt. Die Last der Lüge hat er all die Jahre mit sich herumgetragen und sich für das heimliche Doppelleben entschieden.

Sein Doppelleben flog durch einen Brief vom Amt auf

Er wollte wohl von Anfang an keinen Kontakt und er hat das Kind auch nie gesehen. Ob das Kind weiß, wer sein Vater ist, ist mir nicht bekannt. Die Mutter und er haben sich damals darauf geeinigt, dass er zahlt. Die Kindsmutter hat noch einen älteren Sohn, der auf ähnliche Weise entstanden ist. Sporadisch gab es zur Mutter fernmündlich Kontakt. Mehr nicht. Das Kind und die Unterhaltszahlungen tauchten auch in unserer Steuer nie auf.

Da die Mutter ihn wohl einige Zeit nicht erreicht hat, hat sie beim Jugendamt nun einen Antrag auf Beistandschaft gestellt. Damit flatterte dann Anfang September Post ins Haus. Da er darin vom Amt zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse aufgefordert wurde, hat er mir sein Doppelleben gebeichtet. Ich war zunächst heilfroh, dass das Kind bereits vor der Ehe entstanden ist und nicht ein Ausrutscher in der Ehe war.

Ich bin zerrissen

Nun bin ich zerrissen… egal wie es sich entwickelt. Es wird nicht einfach. Was, wenn das Kind keinen Kontakt möchte? Dann wird er vielleicht durch die nun umgedrehten Machtverhältnisse leiden wie ein Hund (und wir mit ihm). Was, wenn das Kind Kontakt will? Soll er regelmäßig die 700 km fahren, um sie zu sehen? An sich auch prima – aber dann fühle ich mich mit meinem Kind außen vor.

Was mir einen absoluten Stich versetzt hat, ist die Tatsache, dass sie ungelogen unserer Tochter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Stellt man beide fotografisch nebeneinander, sieht man sofort, dass sie Schwestern sind. Tja und nun? Wie kommt man damit klar? Das Ganze ist noch keine Woche her. Wie geht man damit um, wie gehe ich auch mit dem Doppelleben meines Mannes um? Irgendwie fühlt sich das alles gerade nicht wirklich real an.

Eure Peppa


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Foto: Stocksnap, Jamie Hamel Smith

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