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Allmacht der Mutter – Vater unter Mamas Gnaden

Hallo ihr da, die ihr vielleicht nachvollziehen könnt wie es mir geht. Ich lese seit einer Weile still mit und habe aus manchen Briefen von anderen Stiefmüttern schon Kraft ziehen können. Ich bin die Next, wie ich es hier schon so oft gelesen habe. Vorher wusste ich nicht, dass es diesen Begriff so überhaupt gibt. Ich bin selber mit einer Halbschwester aufgewachsen – mein Vater war zweimal verheiratet. Keine schöne Erfahrung und ich schwor mir niemals einen Mann zu nehmen, der schon einen Anhang hat. Ich weiß ja wie unglaublich schief das für alle gehen kann, ich war selber „Opfer“ dieser Konstellation.
Aber es kommt eben doch alles ganz anders. Jetzt leide ich wieder – unter der Allmacht der Mutter und wie sie meinem Partner die Vaterrolle „zuteilt“.
Vaterrolle. Foto: Stocksnap

Foto: Stocksnap, Rachel H

Ich bin, für eine Stiefmutter, wohl noch relativ jung und habe meinen Partner während des Studiums kennen gelernt. Zu diesem Zeitpunkt war er von seiner Ex-Freundin schon mehrere Monate getrennt. Zum Zeitpunkt der Trennung wusste niemand von einer Schwangerschaft. Das ganze verlief dann wohl eher unschön, genau habe ich das nicht mitbekommen – wir kamen erst nach der Geburt des Kindes zusammen. Ich wusste von dem Kind und ich habe wohl geahnt, dass es Schwierigkeiten geben könnte. Aber das Herz will eben, das was Herz will. Letztendlich ist es ja auch egal, wir sind nun zusammen, das Kind wird immer älter.

Die Zeit, die wir zu dritt verbringen ist schön, harmonisch und eben ganz familiär. Ich genieße das, ist es für mich doch eine Möglichkeit ein Kind zu haben und trotzdem beruflich durchzustarten. Das Kind nimmt mich als wichtige Person an, es hat seine Eltern nie als Paar erlebt und auch wenn er vermutlich noch nicht begreifen kann was genau ich bin, so weiß er doch, dass ich zu seinem Papa gehöre.

Die Probleme gehen, man kann es sich vermutlich schon denken, von der Mutter aus. Sie kommt scheinbar weder mit der Trennung, die nun mehrere Jahre zurück liegt, noch mit meiner Anwesenheit sonderlich gut zurecht. Es ist unmöglich hier alles aufzuzählen was diese Frau sich schon geleistet hat und ich hinterfrage oft, ob nicht auch wir manchmal das Problem sind, aber eine vernünftige Diskussion ist nicht möglich – man redet mit einer Wand. Ich denke, man könnte mit allem irgendwie leben, aber eben nicht mit der Tatsache wie sie meinem Partner seine Vaterrolle „zuteilt“.

Im großen und ganzen ist er für sie nur ein besserer Babysitter, sie behandelt ihn furchtbar (auch vor dem Kind) und setzt ihn gewollt mit dem Kind unter Druck („Wenn du das und das nicht machst, kannst du deinen Sohn eben nicht sehen“). Sie verbietet eigentlich alles, sei es das Autofahren mit dem Kind, einen Besuch im Streichelzoo oder auch nur die reine Anwesenheit des Kindes bei dem Familiengeburtstag des Kindsvaters. Ich stehe am Rand meiner Kräfte. Ich fühle mich zu jung für dieses Problem. Ich bin Anfang 20 und das ich noch keine Mutter bin ist kein Zufall, sondern von mir so geplant und nun kämpfe ich um und für ein Kind, welches nicht mein eigenes ist.

Seit ein paar Monaten herrscht hier ein Sorgerechtsstreit (mein Partner will „nur“ das geteilte Sorgerecht), es ist denkbar schmutzig geworden und eine Riesenbelastung für unsere Beziehung. Wir reden sehr offen darüber, in generell allem was das Kind und unser Leben angeht, ich kann mich also wirklich nicht über mangelnde Empathie oder Unterstützung meines Partners beklagen, er weiß wie sehr die Sache an meinen Kräften zerrt. Aber ich weiß einfach nicht weiter. Ich stelle nicht meine Beziehung in Frage, sie ist mein gelebter Traum und mein Partner ist meine größte Kraftquelle – aber ich weiß nicht wie lange ich noch so weiter machen kann.

Ich erhoffe mir von euch Tipps von Frauen, die vielleicht in einer ähnlichen Situation waren. Wie übersteht man diesen ekelhaften Prozess, wie kann ich mit den Lügen die erzählt werden umgehen? Wie schaffe ich es, mich dabei nicht zu verlieren? Ich fühle mich zu jung, um dieser ganzen Sache alleine gewachsen zu sein.

Liebe Grüße, Michèle

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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Rachel H

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