Umgang wann entscheiden die Kinder
Ab wann können die Kinder den Umgang eigentlich selbst entscheiden? Also ob sie am Wochenende zu dem anderen Elternteil gehen wollen oder nicht?

Bei uns leben fünf Kinder fest. Seine zwei aus erster Ehe, meine zwei aus erster Ehe und unsere gemeinsame Tochter. Meine Stieftochter und auch mein Sohn werden bald 15 Jahre und für beide werden andere Dinge wichtiger als Mutter bzw. Vater. Für meine Stieftochter ist es ihr Freund, den sie nur am Wochenende sehen kann, für meinen Sohn Freunde, mit denen er sich trifft. Beide finden es bei den anderen Elternteilen nur noch doof und langweilig. Verschwendete Zeit hat mein Sohn gesagt.

Nun sind sie aber nicht allein bei denen, haben jeweils noch ein jüngeres Geschwisterkind, was beim Umgang mit dabei ist. Bei den anderen Elternteilen können sich die Geschwister nicht aus dem Weg gehen, wie z.B. zu Hause. Da ist dann Streit immer vorprogrammiert. Also nichts mehr mit Entspannung am Wochenende bei Mutter bzw. Vater.

Meine Frage: Sollen wir die Kinder selbst entscheiden lassen? Wie handhabt Ihr das?

Liebe Grüße, M.

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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

11 Kommentare
  1. Marina
    Marina sagte:

    Mein Stiefkind ist nun 12 Jahre und ist vor kurzem mit seiner Mutter 600 km weit weg gezogen.

    Seit genau einem Jahr ist er ohne einen für uns ersichtlichen Grund strikt gegen den Umgang zu seinem Vater – Könnt ihr euch vorstellen, dass hier die Mutter eine tragende Rolle spielt? Wir uns ja! Wieso, weshalb, warum wir uns das sehr gut vorstellen können, würde nun den Rahmen sprengen …

    Die Mutter ist so resistent, dass wir uns nicht mehr vorstellen konnten, ohne die Hilfe des Jugendamtes zu einer Lösung zu kommen. Aber auch das Jugendamt konnte sie leider nicht dazu bringen einzulenken und sie davon zu überzeugen, dass ein Kind seinen Vater brauch.

    Und was nun? Dem Wunsch des Kindes nachkommen und es einfach aufgeben oder den Gang vor das Gericht wagen? Riskieren, dass das Kind uns noch mehr noch mehr als Querschläger wahrnimmt?

    Wie legt man zum Wohl des Kindes der Mutter das Handwerk? Was macht man richtig und was macht man falsch? Fragen über Fragen.

    Kann ein Kind mit 11 Jahren wirklich eigenständig den Umgang verweigern oder sollte man es zu seinem Glück zwingen?

    Auch ich wäre euch wirklich über Anregungen sehr dankbar.

    Es artet zu einer Never-Ending-Story aus, leider….

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  2. M.
    M. sagte:

    Weil auch beide Kinder unterschiedlich alt sind. Mein Sohn wird wie erwähnt 15 und meine Tochter wird 11. Die haben jetzt ganz andere Interessen als zu Papa zu wollen. Auch ist der Streit zwischen beide stets vorprogrammiert. Er wohnt ca. 60 km weit weg. In der Woche mal so dort hin, wäre nicht sinnvoll, geht auch nicht, weil er arbeitet bis abends. Wenn er die Kinder am WE nicht hat, arbeitet er zusätzlich oder trifft sich mit Freunden. Mein Sohn hat aber auch auf eine Art Angst Papa zu sagen, dass er eigentlich keine Lust auf ihn hat. Zu Hause bekomme ich ihn auch nur noch selten zu Gesicht. Es wird noch sehr schwer werden die nächsten Jahre, alle Interessen der Kinder und vom Vater unter einen Hut zu bekommen.

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    • kerstin
      kerstin sagte:

      Ist es denn wirklich im Interesse des Vaters die Kinder 14-tägig bei und um sich zu haben, auch wenn die eigentlich keine Lust haben? Wie „bespaßt“ er sie denn in der anwesenden Zeit? Und vielleicht ist es ja für alle schöner zu sagen, DU, dann komm ich einfach in den nächsten Ferien 5 Tage am Stück zu dir (oder länger), dafür jetzt aber 2 Monate mal nicht.
      Können ja am WE dann vielleicht ein Telefonat vereinbaren oder dies kurzfristig entscheiden, ob sie das möchten.

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      • M.
        M. sagte:

        Im Sommer und Weihnachten sind sie eine Woche da, das ist aber meistens schon zu viel für den Großen. Er hat aber jetzt auch schon sein Leben ohne die Kinder eingestellt, länger als eine Woche nimmt er sie nicht. Er hat von Anfang an den Spaßpapa gespielt, immer in Action mit den Kindern. Das war ja auch toll für beide, aber langsam merken sie auch, dass es ihnen nicht mehr viel bringt. Und allein ohne ihren Bruder möchte meine Tochter nicht zu Papa. Er fühlt sich dann auch immer gleich persönlich angegriffen und meint, dass kommt von uns.

    • Marina
      Marina sagte:

      Ich finde es wirklich schwierig.

      Ich finde es kommt immer darauf an, ob Kind und Vater eine Möglichkeit haben sich auseinander zu leben.

      Ein Kind muss doch das Verlangen haben, den Kontakt zu seinem Vater zu suchen, oder etwa nicht?

      Natürlich kommen Kinder in ein Alter wo die eigenen Interessen und Hobbys auch mal überwiegen, aber deswegen muss es doch nicht zwangsläufig zu einem Kontaktabbruch kommen.

      Umgang bedeutet ja nicht zwingend sich gegenseitig auf die Pelle zu rücken. Aber wenigstens mal ein Telefonat oder eine Textnachricht sollten doch drin sein. Ist es nicht auch im Interesse der Mutter, dem eigenen Kind die Wichtigkeit des Bezuges zu seinem Vater näher zu bringen.

      Wie würde eine Mutter reagieren, wenn das eigene Kind anfängt den Kontakt zu scheuen? Ich finde schon, dass man ein Kind noch zu seinem Glück zwingen sollte. Es würde es irgendwann bereuen…. Da bin ich mir sicher.

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    • Kerstin
      Kerstin sagte:

      Ab einem gewissen Alter irgendwo zwischen 14 und 17 Jahren wird die Sache mit der „Übernachtung“ ja auch lächerlich, wenn dies aufgrund der Entfernung nicht zwingend nötig ist…. Sachen packen – hin und her und eigentlich will man wo anders mit Freunden sein und abends im eigenen Zimmer vorm eigenen PC „chillen“. Sobald da Unzufriedenheit auf kommt sollte man eine „Ewachsenenlösung“ finden. Ob man sich samstags zum Essen verabredet oder Sonntag Nachmittag zum Eis essen gehen. Oder man trifft sich mal unter der Woche – je nach dem, wie es passt…

      Ich finde es nicht angemessen, dass man eine Lösung, die ggf. für ein Baby gerichtlich getroffen wurde nun auf biegen und brechen bis zum 18. Lebensjahr einhalten sollte…

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  3. Stefanie
    Stefanie sagte:

    Meine Kinder sind 13 und 16, mein Stiefkind (sieht ihre Mutter nie) ist 15.
    Meine Beiden gehen nicht regelmäßig zu ihrem Papa. Das war vorher als sie noch kleiner waren auch schon so. Und wird mit zunehmendem Alter schwieriger. Da ist eine Geburtstagseinladung samstags, da steht Ministrantendienst oder Feuerwehr an, da läuft ein Film im Kino in den sie mit Freunden wollen, sie verabreden sich zum chillen, Biliard spielen, bowlen usw. Und wir machen oft was an den Wochenenden. DVD Abende, Spielabende, wir kochen zusammen, gehen ins Kino, machen ein Feuer im Garten und sitzen draussen, arbeiten im Garten, gehen sonntags auf Flohmärkte oder in die Kirche usw.
    So kommt es vor, dass sie nur alle 8-12 Wochen bei ihrem Vater sind. Das ist aber auch okay für alle.
    Wenn ich mich mit anderen geschiedenen Müttern mit Teenis unterhalte höre ich das gleiche. Irgendwann sind Freunde wichtiger als Besuchs-WE.

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  4. Hans
    Hans sagte:

    komm halt auf das Alter an – und gegen den erklärten Willen des Kindes ist es schwer. Voraussetzung sind kooperative Eltern, wenn eine/r querkeilt, geht es zu Lasten des friedvollen Umganges und das erleiden dann die Kinder

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  5. Anja
    Anja sagte:

    Wie sind mit meinem Stiefsohn die Wochenenden immer für einen gewissen Zeitraum durchgegangen und haben gesagt, wenn etwas ansteht (Geburtstag, Ausflug, Arbeitseinsatz), so dass er entscheiden kann, ob er zu uns kommen möchte. Das ganze meist so für die nächsten 3 Monate. Wir haben allerdings auch immer dazu gesagt, dass er einfach Bescheid sagen soll, wenn etwas dazwischen kommt (Einladung…). Jetzt zieht er wieder zu uns und seine Mutter hat in ihrem Gram gesagt, dass er gar nicht mehr zu ihr kommen muss – auch eine Lösung.

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  6. Angela
    Angela sagte:

    Ich würde mich gemeinsam mit allen Parteien an einem Tisch setzen auch mit dem Kind und gemeinsam eine Lösung finden. Ich kann beide Seiten verstehen Kinder entwickeln ihren eigenen Weg und haben auf einmal andere Interessen aber auch die anderen Elternteile sind natürlich verletzt sollten aber auch nicht auf den Umgang bestehen sondern Lösungsvorschläge machen.

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