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Ein Hilferuf: Wie geht man mit schwierigen Stiefschwiegereltern um?

By Photograph taken by User:Chamaeleon for Wikipedia. (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Gestern Abend bekam ich einen Hilferuf. Ellen schrieb mir: „Liebe Susanne, ich habe einen Frage an die Leser deines Blogs und würde mich freuen, wenn du sie dort einstellst. Vielen Dank für deine Arbeit und überhaupt für diese tolle Idee. Ellen“

Ehrlich gesagt, hatte ich mich mit dem Problem, was Ellen beschreibt, noch nie zuvor befasst. Wie geht eine Stiefmutter mit den Eltern der verstorbenen Mutter ihrer Stiefkinder um? Was macht sie, wenn die Stiefschwiegereltern so verbittert über den Tod der Tochter sind, dass deren Nachfolgerin in ihren Augen nie etwas richtig machen wird. Ich würde mich freuen, wenn jemand einen Rat für Ellen und ihre „Stief-Schwiegermonster hat“. Sie braucht ihn wohl ziemlich dringend.

„Hallo ihr Stiefmütter da draußen. Ich brauche dringend einen Rat. Die Sache ist etwas kompliziert. Ich versuch es zu erklären. Mein Mann und ich sind seit sieben Jahren ein glückliches Paar. Mein Mann ist Witwer und hat zwei Kinder. Ich habe einen Sohn mitgebracht. Wir sind eine glückliche, chaotische Patchwork-Familie. Es ist alles wunderbar. Ich komme auch mit meiner Schwiegermutter gut aus.

Allerdings ist es unmöglich mit meinen Stiefschwiegereltern auszukommen, den Eltern der verstorbenen Frau meines Mannes. Es muss furchtbar sein, die eigene Tochter zu beerdigen. Dass man da verrückt wird, kann ich auch verstehen. Aber ganz ehrlich: Es ist nicht meine Schuld! Ich kann nichts dafür, dass ihre Tochter tot ist. Ich versuche bei ihren Enkeln als Stiefmutter einfach nur einen guten Job zu machen.

Der einzige Trost ist, dass sie weit weg wohnen. Das bedeutet aber dass sie hin und wieder zu Besuch kommen und über Nacht bleiben. Zu Ostern, zum Schulanfang und zur Konfirmation kann man sie ja schlecht ausladen. Nachdem solche Besuche schon mehrfach schief gegangen sind und in einem furchtbaren Streit endeten, hatte ich gesagt, dass die Beiden das nächste Mal in einer Pension schlafen sollten. Das ging einmal gut, aber dieses Jahr  hat sich mein Mann wieder breit schlagen lassen. Sie übernachteten wieder bei uns – und ich war stinksauer.

Gleich am zweiten Tag hat mir die Stiefschwiegermutter vor den Kindern vorgeworfen, ich würde immer mein Kind bevorzugen, und ich solle doch endlich mal gerecht sein. Ich habe tief durchgeatmet und versucht,  ihr zu erklären, sie hätte ja das zuvor statt gefundene Gespräch mit meinem Stiefsohn gar nicht mitbekommen. Sie hat nur erwidert,  „ich solle doch nicht immer so einen Mist erzählen“ und drehte mir den Rücken zu.

Fünf Minuten später lagen die Kinder im Bett, es war still im Haus und ich wollte einfach nur noch aus dem Schussfeld. Ich ahnte nämlich, dass da noch was kommt. Sie fing mich auf der Treppe ab. Direkt vor den Kinderzimmern fragte sie mich laut, warum ich immer so böse zu ihr sei. Sie gäbe sich so eine Mühe und könne nicht verstehen warum ich so schlecht und so garstig sei. Ich sagte ihr, dass ich mit ihr nicht reden wolle, nicht hier und nicht jetzt und wollte die Treppe runter gehen. Sie ließ mich aber nicht vorbei. Wenn ich mich vorbei gedrängt hätte, hätte sie wahrscheinlich behauptet, ich wollte sie von der Treppe schubsen.

Da ging es mit mir durch, ich konnte nicht mehr und bin einfach ausgerastet. Ich hatte mich nicht mehr unter Kontrolle und schrie, sie solle mich in Ruhe lassen. Sie sei zu Gast und solle sich auch so benehmen. Alle in dieser Familie seien glücklich und dankbar- nur sie sei so undankbar und verbittert. Mein Mann kam dazu gerannt, der Opa kam ebenfalls und schrie. Das Ganze dauerte etwa eine halbe Stunde.  Dann sagten sie, dass sie am Morgen nach Hause fahren würden und eine Entschuldigung von mir erwarten.

Die Kinder haben alles mitbekomme. Sie haben geweint und gesagt, wir sollten aufhören zu streiten. Das tat mir so leid. Ich hatte doch genau das verhindern wollen. Und was sagte diese Person? Will jemand raten? „Da siehst du was du angerichtet hast!“

Ich ging heute früh zur Arbeit und die Kinder in die Schule. Ich habe echt mit allem gerechnet. Dass die Kinder traurig sind oder wütend oder verstört. Aber als ich heute Nachmittag heim kam, waren die beiden Herrschaften immer noch da. Ich war fassungslos. Die wollten doch heimfahren und mit mir nichts mehr zu tun haben. Jetzt sind sie immer noch da. Angeblich bis morgen früh.

Was soll ich jetzt machen? Wie soll ich darauf reagieren? Ich wollte schon meine Sachen packen und bei einer Freundin schlafen. Aber dann haben sie ja endlich den Beweis, dass ich mit meinem Mann nicht klar komme und schlecht für die Enkelkinder bin. Und außerdem ist das hier mein Haus. Wieso sollte ich mich zurückziehen? Mein Mann sagt: „Was soll ich denn machen? Ich kann doch nicht zwei alte Leute vor die Tür setzen.“

Wenn ich jetzt hin gehe und sage sie sollen morgen früh weg sein, werden sie mich wieder vor den Kindern anschreien. Das will ich auf keinen Fall. Ich fühl mich so hilflos. Was ist, wenn sie morgen noch immer da sind? Was soll ich dann machen?

Und außerdem. Ich habe keinen Grund mit diesen Leuten klar zu kommen. Ich bin doch nicht verantwortlich für die beiden. Die können ihre Enkel sehen, die Enkel sind alt genug um mit dem Zug hin zu fahren. Aber mich sollen sie in Ruhe lassen. Ich habe eine eigene Familie und bin mit der sehr zufrieden. Ich werde nie, nie, nie im Leben die verstorbene Tochter ersetzen können. Das will ich auch gar nicht. Aber ich werde immer die Zielscheibe sein. Die Oma wird immer versuchen, mich aufzureiben. Ich will das alles nicht. Ich will meinen Mann, meine 3 Kinder und meine Ruhe.

Was denkt ihr darüber? Liege ich so falsch? Hat jemand einen Rat, oder Erfahrungen mit so was? Ich würde mich über Antworten freuen“.

Foto:Chamaeleon for Wikipedia

21 Kommentare

  1. Christine1969 sagt

    Wahnsinn, es ist, als ob ich meine Geschichte lesen würde. Mein Mann war Witwer als ich ihn kennen gelernt habe. Er hatte einen leiblichen Sohn und die zwei Kinder seiner verstorbenen Frau … also Patchwork pur. Leider wohnen die Ex-Schweigereltern, also die Eltern der verstorbenen Frau, genau neben uns. Sowas von gehässig habe ich noch nicht erlebt. Ich traue mich nur noch aus dem Haus, wenn von denen niemand zu sehen ist. Lange Zeit hat mein Mann versucht, die Situation zu bagatellisieren, das sei doch gar nicht so schlimm, das würde ich mir alles nur einbilden … erst als es einen gewissen Vorfall unter Zeugen gab, hat er verstanden, welche Hölle auf Erden das Leben dort für mich ist. Es ist nicht so, dass ich ihre Trauer und Verbitterung nicht verstehen. Aber es hat absolut nichts mit mir zu tun. Wenn Sie meinen Mann wirklich mögen und vor allem wertschätzen würden, was er für die zwei Kinder ihrer Tochter getan hat, dann würden sie ihm sein neues Glück gönnen.
    Wir haben auf alle Fälle beschlossen, von dort weg zu ziehen und nochmals neu anzufangen. Anders geht es nicht.

    Herzliche Grüße
    Christine

  2. Henrike sagt

    Liebe Ellen, gern würde ich mich mit Dir austauschen. Bei Dir gibt es auch keine leibliche Mutter mehr, bei mir auch nicht. Da ich aber nicht dieses Forum öffentlich wählen möchte – welche Möglichkeit gibt es uns auszutauschen? Hast Du Lust?

  3. alexandra sagt

    ….ups, ich hoffe, der erste teil ist angekommen? Ist mir zu früh ab….

    also, falls Du die Innere Ruhe die Du Dir durch die Abreise Deiner Stief-Schwiegereltern erhofft hast noch nicht gefunden hast, würde ich folgendes Vorschlagen:
    Wenn Dein Mann eine starke Persönlichkeit ist, und wirklich voll hinter Dir steht, würde ich ein Treffen auf neutralem Boden vorschlagen. Dein Mann wäre der Gesprächsleiter und Du und die Eltern seiner verstorbenen Frau würden sich in Ruhe aussprechen. Dort könnte man auch gleich die zukünftigen Besuche besprechen. Ganz klar Pension, oder die Kinder gehen zu ihnen. Entweder ihr einigt euch da richtig und könnt nacher alle „normal“ weiterleben, oder es ist vollkommen aus.
    Die Sache einfach so stehen lassen, finde ich gefährlich. Denn es brodelt unterschwellig bei allen, denke ich. Im Notfall, und das finde ich absolut ein normales Vorgehen, würde ich noch einen guten Psychologen kontaktieren. Auch dieser könnte als Gesprächsleiter fungieren, wenn Dein Mann mit der Situation zu sehr emotional belastet ist.

    Ich wünsche euch allen in jedem Falle viel Glück. Lass Dir nicht Dein Leben kaputt machen, nur weil andere nicht glücklich sind Ellen. Nur Du kannst etwas an der Situation ändern, aber den Kopf in den Sand zu stecken wäre nicht wirklich eine Lösung.

    Liebe Grüsse und viel Kraft,
    Alexandra

  4. Ivonne Grothe sagt

    Das es weder deine Eltern noch die deines Mannes sind,würde ich mir so ein Verhalten absolut verbieten und hätte die 2 umgehend aus dem Haus geworfen. Mit deinem Mann würde ich aber ein Wörtchen reden, das er sie nie wieder einlädt ohne dein Wissen und Übernachten können sie in einer Pension, die kämen mir definitv nicht mehr ins Haus. Das Verhalten der Stiefschwiegermutter wird sich eh nicht ändern, von daher reicht es völlig, wenn die Enkel sie besuchen und sie nicht mehr bei euch aufkreutzt.

  5. Ellen sagt

    Danke Leute, tut echt gut sich mal auszuheulen. Und ja du hast recht, Anja. Sie haben Angst, dass ihre Tochter vergessen wird. Das trifft es genau. Aber die Kinder haben Fotos und Filme und Spielsachen von ihrer Mutter. Sie können mit Freundinnen ihrer Mutter reden oder mailen. Mein Mann redet mit ihnen über die Mutter. Das kann ich ab. Darauf hab ich mich von Anfang an einstellen können. Aber ich hab endgültig entschieden, dass ich keinen weiteren Kontakt zu den GE haben werde. Mein Mann steht hinter mir. Er sieht es genau so. Wir haben oft genug klein bei gegeben. Es bringt nichts. Und ich muss niemandem etwas beweisen. Die Kinder scheinen die Sache wohl ähnlich zu sehen. Denn es ist keiner traurig dass die GE weg sind. Sie wollten aber nicht groß darüber reden. Ist auch o.k. Ich bin einfach nur glücklich, dass sie mich lieb haben und mir nicht böse sind. Das macht mich stolz. Sie sind halt auch schon etwas größer. (12-14)
    Ach ja: heute haben wir das Haus wieder für uns. Sie sind heim gefahren.
    Danke euch und bis bald!

  6. Andrea sagt

    hallo…. ich dachte, ich lese hier meine eigene Geschichte. Mein Mann hat auch zwei Kinder mit in die Ehe gebracht, ich einen Sohn. Unsere Geschichte ist wirklich fast sich deckend.
    Gerne können wir uns austauschen.
    Herzliche Grüße
    Andrea

    • Ellen sagt

      Verrückt! Aber eigentlich auch wieder nicht. Denn es passiert nun mal dass Menschen sterben und die Hinterbliebenen weiter leben und irgendwann neue Partnerschaften eingehen. Und ganz ehrlich. Ich hab es nie bereut. Ich wollte immer mehr als ein Kind haben. Und ich bin glücklich mit meiner Familie. Stress gibt es in jeder Familie, oder?

  7. Sandy sagt

    Ganz klar ist hier der Ellens Mann gefragt. M.E. muss er hier seinen Ex-Schwiegerletern gegenüber ein klares Machtwort sprechen, sie in die Schranken weisen und ihnen notfalls die Tür weisen.

    Dies sollte Ellen von ihm einfordern, da diese Menschen – so schlecht es ihnen durch die zu Grabe getragene Tochter auch gehen mag – für Ellen und alles was sie sagt oder tut nicht zugänglich sind und es wohl auch gar nicht sein wollen.

    • Susanne Petermann sagt

      Danke für Deine Einschätzung, ich sehe das genauso. Liebe Grüße, Susanne

  8. Susanne Petermann sagt

    Ellen, ich habe Deine Frage parallel in einer Stiefmuttergruppe gestellt. Hier einige Antworten:

    – Ich würde ihr raten das offene Gespräch zu suchen und klare Regeln aufstellen. Es ist ihr Haus und ihre Entscheidungen. Sie trägt den Alltag mit den Kindern und muss das Drumherum meistern und nicht Oma und Opa. Die können ja gern zu allen wichtigen Anlässen auftauchen, aber dann in einer Pension. Und wenn die Kinder alt genug sind, dann können die ja auch mitm Zug mal hin. Auf alle Fälle würde ich mir das Anschreien absolut verbitten.

    -Erst mal sind es weder deine schwiegereltern noch deine eltern. Dein Mann muss klar hinter dir stehen und auch auf deine bedürfnisse eingehen es ist EUER haus! Da haben diese Leute nix verloren- nicht, wenn sie sich so benehmen!
    Sie haben sich auch nicht in eure erziehung einzumischen, es ist euer ding! Ihr „müsst“ mit den kindern unter einem dach leben tag ein tag aus, dafür sorgen dass keiner zu kurz kommt. Die EXschwiegereltern sind keine kontrollfunktion eures erzieherischen lebens!
    Dein Mann sollte mit ihnen reden, und sie bestimmt und unmissverständlich vor die tür setzen!

    – wer sich so benimmt – auch und vor allem in Gegenwart der Kinder – verlässt das Haus! Es ist in erster Linie euer Haus und eure Familie und bei allem Verständnis für den Verlust, den hier Oma und Opa erleiden mussten, sowas geht gar nicht. An erster Stelle sehe ich es als Part des Mannes, hier klar Stellung zu beziehen und weder mit seiner Frau noch mit seinen Kinder so umgehen zu lassen. Ich würde ein Gespräch unter den Erwachsenen stattfinden lassen und klar machen, dass die Leute kommen können, wenn sie sich benehmen. Ist ein normaler Umgang nicht möglich, weil sie sich nicht im Griff haben, müssen sie weg bleiben. So ein Stänkerkram in meinen vier Wände würde ich nicht dulden und auch nicht MEINE Wohnung und MEINE Familie verlassen für die Zeit …

    – Buhh, verzwickte Situation. Ich verstehe sie komplett, auch das sie so reagiert hat. Ich würde mit den beiden reden und sie vor die Wahl stellen, was ihnen lieber ist. Ich würde Ihnen hinknallen ob es Ihnen lieber ist das sie böse mit den Stiefkinder sei oder sie, sie liebt. Was sie sich mit ihrem Verhalten erhoffen. Ob sie nicht sehen das es den Kindern gut geht. Das was sie machen, nicht gut für alle sei. Sie tut mir wirklich leid . Sie soll sich bitte nicht unterkriegen lassen,den sie macht es richtig

    – Ich würds mal mit nem Brief versuchen. Offen und ehrlich… einem den ich UND mein Mann zusammen aufsetzen und unterschreiben.

  9. „Mein Mann sagt: „Was soll ich denn machen? Ich kann doch nicht zwei alte Leute vor die Tür setzen.“
    Doch, genau dass kann er tun, und wenn ich an seiner Stelle wäre würde ich ihnen das auch sagen. Letztendlich ist die große Frage, wie sehr er zu dir und seiner neuen Familie steht und ob es seinen Kindern dieses Zerrisssensein wirklich antun will. Ganz nüchtern gesagt, finde ich die Option gar nicht schlecht bei einer Freundin zu schlafen (und mach dir nicht so einen Kopf, was diese verbitterten Alten menschen sagen). Allerdings würde ich deinem Mann die klare entscheidung überlassen. Entweder schlafen die Schwiegereltern und diesem Dach oder du. Und auf eine Entschuldigung könnten sie bei mir auch bis zum Sankt Nimmerleinstag warten. wenn sich das alles so zugetragen hat wie du es beschreibst hat Sich die Großmutter daneben benommen und eine Grenzüberschreitung begangen und wenn sich einer Entschuldigen sollte wäre sie es. Es ist schon unter Eltern ein No Go sich gegenseitig vor den Kindern für die Erziehung zu kritisieren (sowas macht man, wenn man es dann noch wichtig findet wenn die Kinder schlafen und nichts mitbekommen) eine Großmutter vor allem noch die von der Verstorbenen Tochter darf sich sowas überhaupt nicht rausnehmen. Und Nebenbei bemerkt. Diese Option „Entweder schläfst du oder die Großeltern unter eurem Dach“ würde ich deinem Mann auch für die Zukunft offen lassen, solange die Schwiegermutter ihr Fehlverhalten nicht einsieht und dir keinen Respekt entgegen bringt. Letztendlich ist dass seine Aufgabe als Bindeglied zwischen den Kindern und Großeltern hier für eine Lösung zu sorgen und die sollte eigentlich nicht darin bestehen, dass er das despektierliche verhalten der Großmutter toleriert.

    • Susanne Petermann sagt

      Danke für Deine Einschätzung! Ich denke auch, dass er genau das tun kann – und auch tun sollte. Liebe Grüße, Susanne

  10. Anja sagt

    Hallo,
    die Situation kenne ich ähnlich mit meinen Schwiegereltern. Bei uns ist zwar keiner gestorben und jeder hier hat mir immer wieder erzählt, was für eine schlechte Mutter, die Leibliche sein soll- aber trotzdem bin ich natürlich noch schlechter. Schon alleine, weil ich jünger bin. Äußerungen wie -ich wäre ein dummes Kind oder – ich wäre jemand, der nie hätte Kinder kriegen dürfen werden ganz selbstverständlich vor meiner Ziehtochter ausgesprochen. Egal, ob ich nicht vielleicht auch gerade mein 8Wochen altes Baby auf dem Arm habe. Aber wehe, ich verliere dann die Contenance. Dabei will man den Mann den man liebt, wie auch all unsere 3 Kinder nur glücklich machen. Ich denke, es steckt viiiiel Angst dahinter. Angst davor, die Neue könnte mehr geliebt werden, eine bessere Mutter sein usw. . Das Schlimme ist nur, dass es so verdammt weh tut. Wir haben mittlerweile gar keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern. Natürlich fährt meine Ziehtochter regelmäßig dort hin. Mein Mann hielt alles noch für ein Missverständnis, als das Ganze losging. Irgendwann hat sie mich vor ihm so angebrüllt und niedergemacht. Er sah wie ich weinte und auch unser Baby in meinem Arm. Das hat ihn wohl so berührt, dass er seitdem absolut Stellung bezogen hat. Ich kann doch nichts für deren Angst und ich weiß, dass ich so viel Gutes für die Große getan habe und trotzdem immer wieder dieser Hass. Wie gesagt, habe ich mich distanziert und nach drei Jahren mit diesem Theater bin ich nun auch in psychologischer Beratung und muss demnächst eine Kur machen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Der Grund für deren Verhalten ist Angst, dass du mehr geliebt wirst, besser bist als ihre Tochter oder ihre Tochter einfach vergessen/ersetzt wird. Versucht eine Aussprache. Wichtig: Rede vorher in Ruhe mit deinem Mann und sagt ihnen, dass sie keine Angst haben müssen. Vielleicht hilft es und wenn nicht (wie bei uns) habt IHR bzw DU es versucht. Auf jeden Fall ist es nicht gut, wenn ihr unter einem Dach schlaft- so wie es jetzt ist und dein Mann muss zu DIR stehen. Das ist so wichtig. Alles Gute, ich Druck die Daumen u d viel Glück

    • Susanne Petermann sagt

      Danke für Deine Antwort. Ich bin wirklich schockiert, dass auch andere Stief-Schwiegereltern sich derart einmischen. Und das auch noch vor den Kindern. So schlimm sogar, dass Du den Weg zum Therapeuten suchst und eine Kur benötigst. Ich wünsche Dir alles Gute, Susanne

      • Anja sagt

        Das was einen sich selbst irgendwann in Frage stellen läßt, ist einfach die Menge. Man hat es einfach viel zu lange in Kauf genommen, ehe man eine Aussprache versucht hat. Leider war meine Ziehtochter nicht unschuldig an dieser Situation. Als ich schwanger wurde, war sie sehrveifersüchtig. Erzählte auf einmal vieles rum, was nicht stimmte. Statt, dass meine Schwiegermutter zu uns kam, hat sie geglaubt und sich verbündet. Gleiches bei meiner Ziehtochter und ihrer leiblichen Mutter. Und plötzlich habe ich es von allen Seiten bekommen. Auch die Große flippte hier aus, beleidigte aufs Übelste und randalierte, log und verletzte ihre Geschwister. Es war Wahnsinn. Das ging über 2Jahre so, obwohl ich doch alles für dieses Mädchen getan habe. Heute (seit ca 2 Monaten ist es besser mit ihr) frage ich mich oft-war es zu viel? Kann man als Stiefmutter zu viel tun für das nichtleibliche Kind? Dieser ganze Stress ging so sehr auf meinen Körper, dass mein damals noch Ungeborenes in Gefahr geriet, es am Ende per Notselektion geholt werden musste. Ich weinte vor meiner Schwiegermutter, aus Angst um die Kleine. Nicht ein nettes Wort, nichts. Ihre Aussage- da können wir dir jetzt auch nicht helfen. Dann gingen sie. Dieses Baby ist ihre leibliche Enkelin! Die Summe aus allem ist einfach zu viel für mich. Ich habe noch nie so viel Ablehnung wie in diesen 3 Jahren erlebt. Daher nun die Beratung bei einer Psychologin, die mir auch Mut zur Kur macht. Denn wie kann man denn gut für seine (Zieh)Kinder sorgen, wenn man selbst total kaputt ist.

      • Susanne Petermann sagt

        Wie furchtbar. Ich kann es gar nicht fassen, wie blind machne Menschen sind. Ich hoffe, es geh Dir in der Kur besser. Fühl Dich mal virtuell gedrückt. Susanne

  11. Der vermutlich erste Fehler war, sie wieder im Haus übernachten zu lassen. Mein Mann sagt: „Was soll ich denn machen? Ich kann doch nicht zwei alte Leute vor die Tür setzen.“

    Um des Friedens Willen für alle und bevor es zu weiteren Eskalationen kommt, sollte schnellstmöglich eine Lösung her. In erster Linie ist aus meiner Sicht hier der Mann gefragt, der eine längere Beziehung zu den Schwiegereltern hat. Er muß transportieren, daß ihm sehr daran gelegen ist, den Familienfrieden zu wahren. Und dazu gehört nun auch unumstößlich, daß er seit etlichen Jahren eine neue Partnerin hat. Das sollten sie nicht nur, das müssen sie akzeptieren – im Sinne aller Kinder.. Auch wenn das gewiß viel Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick erfordert. Daß er vielleicht genau dieses Gespräch nicht wird führen wollen, kann ich mir gut vorstellen. Wer wollte das schon?! Aber ihr seid beide der Kopf dieser neuen Familienkonstellation und solltet da ganz nahe beeinander stehen. Mit deinem Auszug, wenn sie zu Besuch kommen, werden sie in ihrer Haltung noch bestätigt. Auch wenn sie alt sind und vor dir da waren, sie dürfen sich nicht in eure Erziehungsbemühungen einmischen. So schwer und hart das auch ist. Gutes Gelingen!

    • Susanne Petermann sagt

      Danke für Deine Einschätzung. Ich sehe es genauso. Der Platz dieser Großeltern ist nicht in dem Haus, sie haben ihn sich selbst verbaut. Gastfreundschaft darf keine Einbahnstrasse auf Kosten des Gastgebers sein. Und bei dem Mann von Ellen liegt der Dreh-und Angelpunkt. Liebe Grüße, Susanne

    • Ellen sagt

      Ja. Du hast recht. Das war ein Fehler. Irgendwie hat man ja dann doch auch Mitleid mit den beiden. Aber nochmal kriegen sie mich nicht rum. Übrigens fände ich es gar nicht so schlimm, wenn mal sachlich meine Erziehungsmethoden in Frage gestellt werden. Ich mach bestimmt nicht alles richtig. Da kann ein Blick von außen schon hilfreich sein. Wenn man z.B abends unter 4 Augen sagt“ Was war denn heute los. Du hast aber etwas heftig reagiert. Musste das denn sein?“ Das machen ich und mein Mann wenn wir es für nötig halten. Meistens sind das dann Missverständnisse. Am Sonntag Abend zum Beispiel hatte ich mit meinem Stiefsohn rumgeflachst. Wir haben herzlich gelacht, aber vielleicht klang es von weitem so als ob wir uns anschreien. Also viel Lärm um nichts. Aber da meine Stiefschwimu eben schon vorher wusste dass ich die Kinder schrecklich behandle, war keine Möglichkeit zu erklären.

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