Die neue Familie
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Hochzeit – Wer gehört zum engsten Familienkreis?

Hochzeit im Patchwork

Mein Lebensgefährte und ich heiraten im Sommer standesamtlich und haben danach noch eine kleine Feier im engsten Familienkreis. Dabei sind natürlich auch seine drei Kinder aus erster Ehe, welche wir am Wochenende schon persönlich eingeladen haben. „Engster“ Familienkreis bei einer Hochzeit heißt von uns beiden die Eltern, die Geschwister, Großeltern und Tanten.

Wer gehört zum engsten Familienkreis?

Nun kam bei uns die Diskussion auf, dass mein Lebensgefährte der Meinung ist, die neuen Freunde der pubertierenden Töchter sollten auch dabei sein – für mich allerdings völlig fremde Menschen. Den einen seh ich seit Januar alle 14 Tage am Wochenende, sporadisch – und den anderen Freund der zweiten Tochter kenne ich noch gar nicht, da sie erst seit letzter Woche zusammen sind.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen die Freunde (soweit ich sie überhaupt kenne) meiner Stieftöchter, aber ich sehe das sehr differenziert. Die gehören für mich einfach (noch) nicht zu meiner Familie und ich möchte sie auch nicht auf den Fotos der Hochzeit oben haben. Da kann ich mir genauso den Kellner schnappen und sagen, er soll sich dazustellen, mit dem hab ich genauso viel emotional am Hut.

Mein Zukünftiger sieht das anders als ich

Jetzt machte mir aber mein Lebensgefährte die Hölle heiß. Redete mir schlechtes Gewissen ein, von wegen es treibt einen Keil zwischen uns etc. pp. Ich bin der Meinung, er will nicht als Böser da stehen und hat Angst vor der Konfrontation. Wären die Paare schon etwas länger zusammen, wäre es etwas anderes, ganz klar. Eine Partnerschaft muss sich erst entwickeln, ich kann den derzeit-Freund der Töchter nicht als meine Familie sehen, so leid es mir tut.

Mittlerweile habe ich das Gefühl, die Hochzeit dreht sich mehr um seine Kinder als um uns. Selbst vom Datum her haben wir uns schon nach den Kindern gerichtet, damit die ja ihr heißgeliebtes Rock-Festival nicht versäumen. Die Feier dauert ca. 7 Stunden und ist am Abend zu Ende, dh ein jeder von den Töcherchen könnte am Abend wieder den Freund sehen…

Ich bin die Braut und ziehe bei meiner eigenen Hochzeit den Kürzeren

Wir haben die Freunde der Mädels nun einladen „müssen“, da die Kids gesagt haben, sie kommen nicht auf die Hochzeit, wenn sie ihre Freunde nicht einladen können. Das hat natürlich einen wahnsinnig großen Druck auf meinen LG ausgeübt und er war am Boden zerstört.

Es führte leider fast dazu, dass wir die Hochzeit abgesagt hätten, wenn ich nicht nachgegeben hätte. Nun sind sie dabei. Aber ich finde die Reaktion der Töchter mehr als nur bedenklich und fragwürdig, ist es doch ihr eigener Vater, der heiratet. Sind hier die Freunde nun wichtiger bzw. was wäre das für ein Statement, wenn sie der Hochzeit fernbleiben würden?

Und vor allem, wie soll ich mich an diesem Tag nun ihnen gegenüber verhalten? So tun als wäre nichts? Ich muss mich momentan sehr zusammennehmen meinem LG zu Liebe, um nicht aus der Haut zu fahren. Abgesehen davon, dass mir Ärger in der Schwangerschaft nicht gut tut :-/

Bitte um Hilfe, ich möchte nicht meinen einzigen Hochzeitstag in meinem Leben mit Frust verbringen, obwohl ich mich unwohl fühle. Wir würdet ihr in so einer Situation verfahren?

Liebe Grüße und Danke, Eure Braut


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