Die Stiefmütter, Die Väter
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Wie geht man als Stiefmutter 2.0 damit um, wenn der eigene Mann nur ausgenutzt wird?

Wie geht man als Stiefmutter 2.0 damit um, wenn der eigene Mann nur ausgenutzt wird?

Seit 4,5 Jahren bin ich mit meinem Partner und inzwischen Ehemann zusammen. Nach einem Jahr waren wir das ständige Pendeln zwischen Norwegen und Süddeutschland leid, haben geheiratet und ich bin mit Sack und Pack, Hund und Pferd nach Schweden gezogen. Mein Mann hat Kinder und wir sind beide der Meinung, dass Kinder ihre Väter brauchen. Seine Kinder sind inzwischen 20 und fast 17 Jahre alt. Ich bin eine internationale Stiefmutter 2.0.

Die Ex ist krank und wir sprechen zwei verschiedene Sprachen

Seine Ex war, als wir uns kennenlernten, schon seit 10 Jahren seine Ex. Sie ist psychisch mehr als auffällig, wurde als Kind missbraucht und hat diverse Diagnosen. Beide Kinder haben soziale Probleme. Die Tochter hat u.a. eine Essstörung und ist mit einem gewalttätigen jungen Mann zusammen; der Sohn hat seit früher Kindheit eine Angstdiagnose. Erschwerend für mich in der Beziehung zu meinen Stiefkindern kam die Sprachproblematik hinzu. Mein Mann und seine Familie sind Schweden und ich konnte kein schwedisch.

Glauben Sie mir, in der Aussage in Ihrem Buch, Frauen denken, dass sie alles „wuppen“ können, habe ich mich mehr als wiedergefunden. Die letzten 3 Jahre haben mir bestätigt, dass ich eine starke und unabhängige Frau bin. Im Nachhinein haben sie mich auch überrascht wie viel ich eigentlich wirklich „wuppen“ kann. Sie haben mir auch gezeigt, dass die Entscheidung FÜR meinen Mann richtig war, auch wenn ich in vielen Situationen daran gezweifelt habe. Ich verstehe so viele Stimmen in Ihrem Blog gut, die verzweifelt sind, nicht mehr können, die gerne aufgeben möchten. Manchmal habe ich mich gefragt, ob ich nicht krampfhaft an etwas festhalte, dass es nicht wert ist festgehalten zu werden, weil ich nicht als Versagerin dastehen möchte.

Stiefmutter 2.0 sein ist nichts für Feiglinge

Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört und für mich hat sich das als richtig und positiv erwiesen. Stiefmutter 2.0 sein ist wirklich nichts für Feiglinge! Obwohl es zwischen meinem Mann und mir gut läuft. Wir sind an vielen Ereignissen gewachsen. Wir treffen gemeinsame Entscheidungen, wenn etwas mit den Kinder unser Leben angeht. Auch wenn die Kinder sich entschieden haben, nicht mehr so viel bei uns zu sein, so gibt es immer wieder Situationen, die unglaublich herausfordernd sind.

In vielen Foren liest man, dass man sich als Stiefmutter zusammennehmen soll, schließlich ist man der Erwachsene und die Kinder die Opfer. Aber wie lange sind Kinder die Opfer? Wann erlaubt man den Kindern selbstverantwortliche Erwachsene zu werden? Wann kann man erwarten, dass sie die Konsequenzen für ihr Handeln und ihre Aussagen tragen? Ich habe das Gefühl, dass ich von Seiten der Kinder eigentlich mehr geduldet als akzeptiert werde. Vor kurzem kam jetzt das erste Mal die Aussage dass ich eigentlich gar nichts zu melden hätte. Überraschenderweise lässt mich das nach 4 Jahren relativ kalt, ich habe gelernt mich abzugrenzen. Was mich auf die Palme bringt ist die Art und Weise wie mit dem Vater umgegangen wird. Die Respektlosigkeit, das schamlose Ausnutzen, die Ignoranz, die Anschuldigungen …. Grrrggghhh!!!

Sie behandeln meinen Mann wie Dreck

Mein Mann und ich werden keine gemeinsamen Kinder haben. Er wollte keine mehr nach den gemachten Erfahrungen. Das hatte er mir von Anfang an gesagt und ich wusste, auf was ich mich einlasse – zumindest in dieser Hinsicht. Es hat sich herausgestellt, dass wir in vieler Hinsicht die gleichen erzieherischen Gedanken haben. Mein Mann würde gerne Grenzen setzen und er wäre gerne seinem erzieherischen Auftrag nachgekommen, aber das ist schwierig, wenn das nicht nur von dem anderen Elternteil, sondern von der ganzen Familie mütterlicherseits untergraben wird.

Es ging bis dahin dass er und sein Sohn etliche Stunden mit mehreren Psychologen verbrachten um das „Verhältnis zu bessern“, dass von der Mutter auch jetzt noch gnadenlos sabotiert wird. Zum Abschluss der Therapie wurde meinem Mann dann gesagt, dass die Therapeuten die Arbeitsthese gehabt hatten, dass er seinen Sohn missbrauchen würde!!!!! Aber das hätte sich ja Gott-sei-Dank nicht bestätigt.

Respektlosigkeiten, Unverschämtheiten und Forderungen

Wir sehen/er sieht seine Kinder kaum noch, und wenn sie sich sehen wiederholt sich häufig das gleiche. Respektlosigkeit, Ausnutzen, Unverschämtheiten … wie geht man damit als Ehefrau und Stiefmutter 2.0 um? Wie geht man damit um, dass man den Mann, den man liebt so leiden sieht?

Nach dieser Aussage, ich hätte nichts zu melden wünscht sich mein Mann ein Gespräch mit seiner Tochter und mir. Er steht zu seiner Meinung, dass wir ein Paar sind und und ich ein Teil der Familie. Ich war erst dafür, aber inzwischen weiss ich nicht, was das bringen soll. Er erwartet eine Klärung, aber was muss da noch geklärt werden? Was ist eine gute Strategie für so ein Gespräch? Viele liebe Grüsse aus demm verregneten Schweden, Birte


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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.Foto: Stocksnap

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