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Lieber Weihnachtsmann – Weihnachtswünsche einer Stiefmutter

Weihnachtsmann Stiefmutterb

Nächste Woche ist es soweit. Wir feiern Weihnachten, das Fest der Liebe. Was wünscht Ihr Euch in diesem Jahr? Ich meine jetzt nicht die tonnenschweren Diamanten – wobei ich nichts gegen tonnenschwere Diamanten habe – sondern die ganz besonderen Geschenke? Die, die wirklich nur der Weihnachtsmann erfüllen kann. Fräulein Holle hat einen sehr speziellen Wunsch. Es geht um ein kleines Wunder…

Lieber guter Weihnachtsmann….

Weihnachten war und ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich bin Mitte 20 und feiere das Fest der Liebe und Familie dieses Jahr bereits zum zweiten Mal mit meiner eigenen, kleinen Familie. Seit dem letzten Weihnachtsfest hat sich so manches in meinem Leben verändert.

Ich habe mein Studium beendet, einen tollen Job bekommen, eine schöne Wohnung und bin Vollzeitbonusmutter eines kleinen Jungen (5). Mein Partner und ich lernten uns vor drei Jahren im Studium kennen und lieben, seine Vaterrolle habe ich ohne Probleme akzeptiert. Auch dass er bereits im ersten Jahr unserer Beziehung vom Wochenendvater zur Hauptbezugsperson des Kleinen wurde, habe ich unterstützt.

Wir sind Familie

Lieber Weihnachtsmann, als wir nach unserem Studium keine Arbeit in der Nähe der Kindesmutter fanden und wegziehen mussten, wusste ich, dass die Kindesmutter wahrscheinlich nicht allein für den Kleinen sorgen kann. Ihre Arbeitszeiten und auch ihre labile Persönlichkeit ließen dies einfach nicht zu. Ich hatte ein bisschen Angst vor der neuen Herausforderung aber ich war auch froh, den Kleinen nun komplett bei uns zu haben.

Nach ein paar Startschwierigkeiten entwickelten wir uns recht schnell zu einer richtigen Familie. Der Kleine hatte mich schon sehr früh als Bezugsperson akzeptiert, da die Kindesmutter nicht sehr zuverlässig war, habe ich meinen Partner von Anfang an bei wichtigen Angelegenheiten (Krankenhausbesuche etc.) unterstützt. Wir waren ein Team und sind mehr und mehr zusammengewachsen. Wir sind eine Familie. Papa, Ziehmama und Kind.

Wir verloren die Mutter

Lieber Weihnachtsmann, die Rolle der Kindesmutter im Leben des Kleinen verlor jedoch immer mehr an Bedeutung. Dieser Entwicklung wollten wir entgegenwirken und so versuchten wir sie an unserem Leben teilhaben zu lassen (durch Fotos, Videos aber auch z.B. Fahrtgeld) doch sie zog sich immer mehr zurück.

Mitte des Jahres wollte ich sie in einem Gespräch ermutigen, durch Telefonate und Videochats wieder mehr am Leben des Kleinen teilzunehmen. Ich fragte sie wie wir sie noch mehr unterstützen können aber sie hielt ihr Versprechen, sich um mehr Kontakt zu bemühen, nicht. Mein Partner und ich haben uns immer bemüht egal wie oft sie uns ausnutzte. Wir zahlen noch bis heute ihre Stromrechnungen (wenn auch nicht freiwillig) um der Beziehung zwischen Mutter und Kind keine Steine in den Weg zu legen und jedem Streit entgegenzuwirken.

Ich kann nicht mehr

Doch nun, lieber Weihnachtsmann, stehe ich am Ende meiner Kräfte. Der Kleine hat seine Mutter seit vier Monaten nicht mehr gesehen oder gehört, er fragt nicht mehr nach ihr (hat er generell nur sehr selten gemacht) und sie hat nun, nachdem sie wochenlang unsere Nachrichten bzgl. der Stromzahlungen ignoriert hat, geschrieben, dass sie eine neue Nummer hat und fragte, wie es dem Kind geht. Kein Wort zum Thema Weihnachten.

Wir möchten uns nicht mehr ausnutzen lassen, sie hatte es noch nie so mit der Wahrheit und auch ihre Zuverlässigkeit war immer ein Problem. Aber all das wollten wir von dem Kleinen fernhalten. Es hat uns viel Kraft und Mühe gekostet gute Miene zum bösen Spiel zu machen denn wir sind nicht naiv.

Meine Frage an dich…

Nun mein Gewissenskonflikt und mein Wunsch an Dich, lieber Weihnachtsmann, diesen zu beenden: Sollten wir uns dafür einsetzten, Mutter und Kind an Weihnachten zu vereinen? Der Kleine würde sie sicher gern besuchen und auch sie würde, wenn wir ihr anbieten den Kleinen vorbeizubringen, bestimmt nicht ablehnen. Doch sollten wir ihr Verhalten weiter unterstützen?

Deshalb bitte ich dich, lieber Weihnachtsmann, um ein kleines Weihnachtswunder, einen kleinen Wink, der uns die Entscheidung erleichtert. Der uns eine Möglichkeit aufzeigt, unsere Familie zu beschützen und das Fest der Liebe ohne böse Gedanken zu begehen.

Deine Fräulein Holle

P.S. Vielleicht kann mir ja auch eine andere Stiefmutter einen Rat geben.


Bitte E-Mail mit Stichwort „Lieber Weihnachtsmann“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.Foto: Stocksnap

6 Kommentare

  1. Bettina Müller sagt

    Das ist sehr bedauerlich für das Kind, aber mit vertauschten Rollen völlig üblich, leider. Deswegen ist das blödste was du machen kannst Dich irgendwie fertig zu machen, ans Ende Deiner Kräfte zu kommen. Denn wen hat der Bub denn dann noch zuverlässigen?
    Nachdem du viel machst, den Vater offenbar auch nicht.
    Ich würd Dir raten schau mehr auf den Buben. Wie ist er denn so, wenn er Kontakt zur Mutter hat, tut ihm das gut? Freut er sich? Oder sind ihre psychischen Auffälligkeiten die sie hat, für den Buben mehr ne Belastung?
    Je nachdem würd ich mich dann hier verhalten. Weihnachten hat ja mehrere Feiertage. Dann bringt ihn doch z.b. am 1. oder 2. zur Mutter hin. Und macht das für das Kind und nicht für die Mutter, dann ärgerst du dich nicht, wenn hier nihts zurückkommt. Es gibt halt leider Elternteile (geschlechtsneutral) die fallen auftgrund von psychischen Auffälligkeiten als verlässlicher Elternteil irgendwie aus. Die wird auch nichts dafür können, dass sie krank ist usw.
    Du kannst von so jemandem aber auch nichts erwarten.

    Warum du am Ende bist, geht aus deinem Artikel allerdings nicht hervor. Ist das Kind auch auffällig (vererbung) und auch entsprechend anstrengend?

    Oder schafft ihr den Weihnachtsvorbeibringbesuch bei der KM nicht? dann macht es nicht und dann später, wenn ihr wieder fitt seid. Für das Kind ist wichtig, dass es in einer stabilen Familie leben kann, ob die Familie jetzt genetisch ist oder nicht ist dann eher egal…

  2. Ich kenne nun nicht die ganze Geschichte. Grundsätzlich sollte versucht werden, den vierzehntägigen Kontakt zum Umgangselternteil einzuhalten. Es kann gut sein, dass der Junge zu euch nichts sagt, aber innerlich fehlt ihm ja doch etwas. Es gibt hier auf dem Stiefmutterblog eine Geschichte einer Erwachsenen, die ihren Vater nicht sehen konnte, weil die Mutter sich nicht um den Kontakt zum Vater bemühte. Kinder tun dann automatisch so, als wär es ihnen gleichgültig. Sie nehmen alles auf sich.
    Dann ist da auch noch die rechtliche Seite: ihr seid verpflichtet, die Umgangswochenenden einzuhalten. So stehts im Gesetz. Es könnte also zu einer Gerichtsverhandlung kommen, wenn der Umgang weiterhin nicht regelmässig ausgeübt wird. Darauf würde ich mich nicht einlassen, also lieber jetzt den Kontakt aufrechterhalten und das Kind vertrauensvoll in die anderen Hände geben! Vertraut eurem Kind! Es kann bestimmt zweimal Übernachtung bei Mama ertragen..! Findet eigentlich nur begleiteter Umgang statt oder darf die Mutter das Kind auch mal alleine sehen? Das wäre nämlich wichtig für ihre Motivation, das Kind sehen zu wollen!
    Mein Mann hatte seine Kinder nie von sich aus angerufen, weil er ja dann immer die Ex oder ihren Neuen am Apparat hatte. Sie hatte jedoch die Kinder jedes zweite Wochenende an ihn abgegeben, ihr war die Freiheit wohl wichtiger. Deshalb vielleicht das Gesetz, dass der Elternteil, bei dem die Kinder dauerhaft wohnhaft sind, verpflichtet ist, die Umgangswochenenden einzuhalten.

    • Fräulein Holle sagt

      Ganz lieben Dank für deinen Kommentar. Die Mutter darf den Kleinen immer sehen wann Sie es möchte! Niemals würden wir ihn ihr vorenthalten! Aber Sie möchte nicht. Dass heißt sie meldet sich nicht und auf unsere Nachfragen am Anfang hat sie immer gesagt dass sie keine Zeit hat. Alle 6-8 Wochen hat sie dann gesehen und nun schon 3 Monate nicht. Bitte glaub mir dass wir wirklich versucht haben den Umgang zu ermöglichen! Aber sollten wir ihn ihr aufdrängen? Abgesehen davon dass wir sie ja schlecht zwingen können ihn zu nehmen?!

      • Dann habt ihr keine Regelung, wie alle zwei Wochen? Das ist natürlich blöd, dann seid ihr immer die „dummen“, die fragen müssen! So sollte es ja nicht sein.. das zermürbt euch doch irgendwann? Gibt es keine Möglichkeit, diese Besuche gerichtlich festzulegen? Vielleicht könnt ihr mal auf dem JA nachfragen? Bei einem fünfjährigen Kind sollten die Behörden schon nachhelfen, dass der Kontakt zumindest einmal im Monat stattfindet. Wenn es älter wird, geht eine andere Regelung. So wie es auch in einer Pflegefamilie der Fall ist. Da besuchen die leiblichen Eltern die Kinder ja auch!

  3. Ilona sagt

    Ach ja, wie sehr ich das kenne. Ich war auch immer ratlos.
    Bei uns war der „Kleine“ 12 Jahre alt. Die Mutter schickte ihn mit 3 Taschen her, nein gebracht hat sie ihn nicht.
    Beim Jugendamt als der Aufenthaltsort und die Umgangsregeln neu festgeschrieben wurden, meinte sie nur: ich möchte den Jungen erst einmal nicht sehen, ich muss mich von ihm erholen.
    Manchmal, wenn sie den kleinen Bruder brachte oder holte ( er verblieb bei ihr) winkte sie dem Jungen von weitem. Sie hat nie nach dem Befinden oder Wohlergehen gefragt.
    Ich bat sie damals doch einmal in das neu eingerichtete Zimmer des Sohnes zu schauen damit sie weiss wie er untergebracht ist. Sie kam dieser Aufforderung nur sehr widerwillig nach und war auch in ein paar Minuten wieder verschwunden.
    Ihr Umgangsrecht/ Pflicht übte sie sehr sehr selten aus und dann war der Junge auch nach ein paar Stunden wieder hier, sie lies die Situation regelmäßig eskalieren.
    Irgendwann stellte sie auch das ein.
    Der jüngere Sohn kam pünktlich 14tägig und darüber hinaus.
    Ich habe es 3x geschafft über meinen Schatten zu springen und sie zur Rede zu stellen. Nein, mit der Liebe habe sie es nicht so…..
    Regelmäßig wenn sie einen neuen Freund hatte, der wohl mit ihren Erklärungen nicht zufrieden war tauchte sie dann plötzlich mit selbigen im Schlepptau hier auf und geruhte ihren Sohn sehen zu wollen, vornehmlich in der Weihnachtszeit.
    Der Sohn wollte irgendwann nicht mehr.
    Es war ein einziger Kampf und Krampf. Zumal ja das Geschwisterkind bei ihr war und sie versuchte den Kleinen zu entfremden.
    Die Geschichte ist zermürbend, traurig und kräftezehrend.
    Der Sohn ist nun volljährig und hat eine eigene Wohnung, der Kleine mittlerweile fast 14 Jahre, verweigert so gut es geht den Umgang mit Papa und mir und bläst kräftig in das Horn seiner Mutter.
    Es ist kein Frieden oder Ruhe in Sicht.
    Was kann ich raten?
    Hört auf euer Herz, aber lasst euch das Leben nicht schwer machen. Es gibt der Mutter gegenüber keine Verpflichtung wohl aber gegenüber dem Kind.
    Setzt Grenzen zur Mutter, bitte, es frisst euch sonst auf.
    Ganz viele herzliche Wünsche und viel viel Kraft zum durchhalten. Ihr seit noch jung, da gibt es noch Reserven nach oben, bei mir waren sie irgendwann aufgebraucht.
    Aber ich habe durchgehalten.
    Drücker mal ganz tolle….

    • Fräulein Holle sagt

      Liebe Ilona,
      ganz vielen Dank für deine Worte. Wie das Verhalten einer Mutter so ins Extreme rutschen kann wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.
      Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen und mich bemühen solche Grenzen zur Mutter zu setzen und vorallem durchzuhalten ohne dabei das Kindeswohl aus den Augen zu verlieren… Klingt nach ner Herausforderung 🙂

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