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Sein Sohn will uns auseinander bringen

Sohn will uns auseinander bringen Stiefmutterblog Foto Stocksnap

Bei uns zu Hause ist es vollends eskaliert und die Beziehung wird von seiner Seite in Frage gestellt, was ich absolut unfair und extrem verletzend finde. Ich möchte kurz unsere Geschichte erzählen. Ich bin 33 und Mama von zwei Kindern die acht und fünf Jahre alt sind. Mein Problem: Sein Sohn will uns auseinander bringen und ist ein extrem verhaltensauffälliges Kind.

Das Kind ist verhaltensauffällig

Mein Partner ist 40 und sein Sohn ist fast zehn. Er ist ein extrem schwieriges Kind. Wegen seines extrem auffälligen Verhaltens war er letztes Jahr in einer Tagesklinik, da die Schule dies so wollte. Ich bin nicht die erste Freundin nach der Trennung meines Partners von seiner Frau. Auch meine Vorgängerin hatte zwei Kinder und hat nach einiger Zeit gefordert, dass mein Partner die Papawochenenden allein und woanders mit seinem Sohn verbringt. Mittlerweile kann ich verstehen, warum das so war. Natürlich habe ich am Anfang unserer Beziehung ganz anders darüber gedacht. Jetzt sehe ich das anders.

Das erste einschneidende Erlebnis gab es letztes Jahr. Wir waren alle bei der Schwester meines Partners zu Besuch und die Kinder spielten alle im Garten. Auf einmal kam der Sohn seiner Schwester und erzählte uns, dass der Sohn meines Partners mein großes Kind mit einem Messer an der Backe mit Absicht verletzt hat. Sofort bin ich zu meinem Kind gegangen und es war alles so, wie es beschrieben wurde. Mein Partner setzte seinen Sohn daraufhin neben sich und drückte ihm ein iPad zum Spielen in die Hand. Mit den Worten, er müsse nun hier sitzen bleiben. Rückblickend und mit dem Wissen von heute hätte ich genau an diesem Punkt schon klare Grenzen setzen müssen. Ich war dumm und naiv es nicht getan zu haben.

Sein Sohn will uns auseinander bringen

Es folgten noch mehr Dinge dieser Art. Der Sohn hat mein großes Kind geohrfeigt und mein kleines schubst er zu Boden, wenn er genervt ist. Zum Geburtstag meines Partners trat er mich, schlug mich und wollte mich bespucken. Er ist absolut respektlos und aggressiv. Sein Sohn will uns auseinander bringen, sagt das sogar ganz offen zu mir. Wenn mein Partner den Raum verlässt behandelt er mich wie den letzten Dreck – bis mein Partner wieder rein kommt. All diese Dinge blieben unbestraft.

Nach dem besagten Geburtstag, auf dem sich mein Partner noch heftig mit seiner Mutter und seiner Schwester zerstritten hatte, fand die KM es besser wenn das Kind erstmal nicht mehr zu uns kommt. Und auch wenn ich mich fast dafür schäme, muss ich sagen dass es die ruhigsten und schönsten 5 Wochen waren. Das Kind war zu Hause kein Thema und mein Partner hat sich das erste Mal so richtig auf eine Familie mit mir und meinen Kindern eingelassen. Es gab keinen Streit, nicht mal ein böses Wort.

Ich hatte Verständnis – er hält das für Desinteresse

Ich wusste dass die Situation nicht leicht für ihn war und deshalb sagte ich ihm, dass er jederzeit mit mir darüber reden könne und ich nicht jeden Tag nachfragen würde, wie es ihm geht, um ihn nicht damit zu nerven. Auch das bekam ich im Nachhinein vorgeworfen. Er sagte, dass es mir doch sowieso recht sei, wenn sein Kind nicht da wäre. Sein Sohn will uns auseinander bringen, das ist für mich ein Problem. Aber das kann er nicht sehen und mir nicht glauben. Auch seine Eltern und seine Schwester prügelten verbal auf schlimmste Art und Weise auf mich ein. Dass sie mich als Schlampe beschimpften war nur der Gipfel des Eisbergs.

Davor hatten wir uns alle gut verstanden, haben uns öfter gesehen und ganze Tage miteinander verbracht. Und von jetzt auf gleich war ich das Hassobjekt. Der Grund dafür ist absolut lächerlich. Ich hatte an diesem besagten Geburtstagsabend seinen Roller in der Hand. Ja, das war auch schon alles. Aber urteilt selbst.

Wie ich zum Hassobjekt wurde

Es war der Geburtstag meines Freundes letztes Jahr im Dezember. Es wurde in einem Sportlerheim gefeiert und es waren mehrere Kinder da. Auch sein Sohn. Nach dem Essen sollten alle draussen spielen gehen und jedes Kind hatte einen Roller dabei. Als ich nach draussen kam sind alle mit ihren Rollern gefahren. Nur ein Roller stand noch da, angelehnt an einer Tür. Die Kinder hatten einen Parcours aufgebaut, durch den sie fuhren. Ich nahm den Roller von der Tür, unwissentlich das es der Roller seines Sohnes war. Da kam er auch schon auf mich zu gerannt und schrie, ich würde seinen Roller stehlen und ich hätte seine Sachen nicht anzufassen. Ich sagte ihm, dass er sich beruhigen solle. Da fing er auch schon an auf mich einzuschlagen.

Die umstehenden Erwachsenen meinten zwar, dass er das lassen solle, aber gemacht hat niemand etwas. Im Gegenteil, am Ende hiess es, das ich die Schuldige gewesen sei, weil ich ihn mit dem Nehmen seines Rollers provoziert hätte. Man wüsste ja, dass man das nicht tun dürfte, da er sonst so reagiert. Also man weiß, dass ein Kind auf einen Erwachsenen einschlägt, wenn der das Eigentum des Kindes berührt? Ich muss dazu sagen, dass der Sohn mittlerweile fast so groß ist wie ich, 65 kg wiegt, und es schon weh tut, wenn er so auf einen einschlägt. Er beschimpfte mich als faule Sau. Nichts passierte.

Enttäuschte Erwartungen

Nach alldem stand nun das erste Papawochenende wieder an. Wie ich mich dabei gefühlt habe, muss ich sicher nicht in allen Einzelheiten beschreiben. Ich hatte die Erwartung, dass, wenn das Kind da ist, darüber geredet würde. Aber da lag ich komplett falsch. Mein Partner meinte, am ersten Papawochenende müsse alles schön sein und er könne nicht mit ihm schimpfen, sonst kommt er vielleicht nicht mehr. Also wurde das Programm gefahren, das sich sein Kind ausgesucht hatte. Es wurde nie darüber geredet. Ganz im Gegenteil, wenn ich was sage, dann läuft es immer darauf hinaus, dass er droht, die Papawochenenden ab jetzt alleine mit seinem Kind zu verbringen.

Es ist wie ein Alptraum

So auch gestern. Wir haben über die Kinder geredet und er war nach zwei Sätzen von mir völlig außer sich. Er warf mir vor, seinem Kind ja gar keine Chance mehr zu geben und er bräuchte eh nichts mehr sagen, da ich sowieso so negativ seinem Sohn gegenüber eingestellt wäre. Wenn ich sage: Dein Sohn will uns auseinander bringen, will er das nicht glauben. Und wenn ich sage, dass es mir nur noch so schlecht gehe, sagte er, er wüsste er auch nicht, warum wir noch zusammen wären. Es ist wie ein Alptraum, aus dem ich keinen Weg raus finde.

Meine Kinder verzeihen seinem Sohn alles

Ich und auch meine Kinder haben seinem Kind unendlich oft die Hand gereicht. Sieht das mein Partner denn gar nicht? Es tut so unendlich weh. Es ist immer das gleiche Schema, wenn etwas passiert ist. Erst wird eine Ausrede für das Verhalten des Kindes gesucht und wenn das nicht funktioniert, ist Angriff die beste Verteidigung. Ich fange den ganzen Ärger ab, weil am Ende immer irgendwie ich Schuld an allem bin.

Meine Kinder lieben meinen Partner und auch seinem Sohn verzeihen sie ständig alles. Ich stehe dann oft daneben und kann das Ganze nicht nachvollziehen kann. Auch meine Kinder haben es nicht einfach. Ihr Vater hat den Kontakt vor kurzem abgebrochen. Ich kämpfe seit mehr als eineinhalb Jahren beim JA und der AWO für meine Kinder, damit sie den Papa sehen können. Jetzt sagte er vor drei Wochen, dass er sie nicht mehr will. Auch meinen Kindern geht es sehr schlecht damit. Ich fragte mein großes Kind vor kurzem wie das ginge, dass er dem Kind meines Partner immer wieder verzeihen und ihm so offen und herzlich gegenübertreten kann. Er sagte zu mir, dass man manchmal einfach auch mal vergessen und verzeihen müsse.

Muss ich wirklich alles verzeihen und schlucken?

Ist das wirklich so einfach und die Lösung für alles? Einfach immer wieder vergessen und verzeihen? Ich glaube, dass ich das nicht mehr kann. Es tut einfach so weh, immer hinten anzustehen, und immer die Schuldige für alles zu sein. Ich habe das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, für gar nichts mehr. Ich rede mit niemandem mehr, und versuche, wann immer es geht, allein zu sein. Manchmal fühle ich mich schlecht, weil ich dieses Kind mittlerweile hasse. Ja ich bin ehrlich, ich hasse es. Ich wünschte es wäre nicht da oder mein Partner wäre einer dieser Väter die sich einfach nicht um ihr Kind kümmern.

Ich habe, wie so viele andere, nicht darum gebeten Stiefmutter zu sein und nein, ich konnte nicht wissen, was da auf mich zukommt. Ich weiß nur, dass ich rückblickend viel zu naiv war. Seit gestern reden wir nicht mehr miteinander und jetzt ist er auf der Arbeit. Wie es weiter gehen soll weiß ich nicht. Ich bin mir dessen bewusst, dass jeder dem ich das alles erzählen würde sagt, dass ich mich sofort von ihm trennen soll. Ich würde gerne wissen was ich möchte, nur leider fehlt mir Kraft darüber nachzudenken.

Ich bin so zerrissen

Ich komme mir schrecklich herzlos und grausam vor, weil ich so schlecht über dieses Kind denke. Es ist und bleibt ja immer noch ein Kind und auch mein Partner tut sehr viel für uns und ist ganz bestimmt kein schlechter Mensch. Ich weiss auch, dass ich in den letzten Wochen nicht einfach war. Wenn ich weiss, dass wieder Papawochenende ist, bin ich ab Montags schon unausstehlich, weil ich ununterbrochen an all das denken muss. Ich bin unendlich wütend auf meinen Partner und auch auf das Kind.

Ich hatte keine unbeschwerte Kindheit, war immer das schwarze Schaf und nie gewünscht. Meine Ehe ist gescheitert und ich wünschte mir nur einmal so etwas wie eine heile Familie. Meine kleine Tochter sagt manchmal Papa zu meinem Partner, das fand sein Sohn natürlich nicht toll. Also erzählte mein Partner seinem Sohn, noch bevor es meine Kinder wussten, dass der Papa meiner Kinder nicht mehr kommt und sie deswegen manchmal Papa sagt. Ich war ausser mir als ich das gehört habe. Ausgerechnet diesem Kind sagt er das, wo das alles aus Gehässigkeit gegen alles und jeden verwendet.

Ich bin halt die Doofe

Das Ende vom Lied war das gleiche wie immer. Ich war die Doofe weil ich mich eingemischt hatte, sein Sohn wäre da ja wohl wichtiger und er müsse ihm erklären, warum meine Kleine Papa sagt. Und ab jetzt wird er alles abblocken, wenn meine Kleine zu ihm zum kuscheln möchte. Wenn sie Papa sagt, wird er sagen, dass er nicht ihr Papa ist, wenn sein Sohn dabei ist. Er bestraft meine Kinder für etwas, womit sie nichts zu tun haben. Auch von mir anvertraute Dinge verwendet er im Streit gegen mich. Wie man verletzt, dass weiss er, allerdings nur bei mir. Zur KM ist er handzahm, während er von ihr und dem Kind belogen wird.

 

Ich stand bei jedem Ärger an seiner Seite und war für ihn da. Das alles bringt mich schon längst an meine Grenzen. Ich wollte nur eine Familie und dachte immer mit viel Liebe und Geduld kann man alles schaffen. Sein Sohn will uns auseinander bringen. Ich befürchte, dass er sein Ziel erreicht. Liebe Grüße Ana

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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht  in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap

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