Die Partnerschaft, Partnerschaft & Zweite Familie
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Eifersucht – Warum manche Männer Heiopeis sind

Eifersucht. Foto: Nathan Walker

Oft bekomme ich E-Mails von Frauen, die gegen ihre Eifersucht ankämpfen. Mal ist es die Eifersucht auf das Kind, die Zeit die ihr Partner mit ihm verbringt oder die Alleinstellung, die das Kind am Wochenende bei ihm einnimmt. Aber es gibt auch die klassische weibliche Eifersucht: die auf die Ex und seine Vergangenheit mit ihr.

Eifersucht – Warum manche Männer Heiopeis sind

Manche Männer sind in der Beziehung wirklich Heiopeis (für alle die den Begriff nicht kennen, ein Heiopei ist eine nette Umschreibung vom Hornochsen). Sie haben überall Fotos von sich und der Ex – mit aber auch ohne Kind – hängen. Sie erzählen von gemeinsamen Erlebnissen mit der Ex, sie erwähnen bei jedem Restaurantbesuch, dass sie hier auch schon mit der Ex waren oder was deren Lieblingsgericht war. Liebe Heiopeis, auch wenn Euch das jetzt wundert: WIR FRAUEN WOLLEN DAS GAR NICHT WISSEN!
Wir wissen, dass wir nicht die erste Frau in Euren Leben sind. Schließlich gibt es da ein Kind und die Chance, dass es durch den heiligen Geist entstanden ist, scheint mir gering zu sein. Wir sind erwachsen, wir können damit (mehr oder weniger gut) umgehen. Was wir aber nicht wollen, ist der ständige Vergleich oder die ständige Präsenz der Ex in unserem Leben. Es reicht durchaus, dass sie durch Euer gemeinsames Kind anwesend ist, ein Altar für Eure Erinnerungen ist komplett überflüssig.

Übrigens genauso überflüssig wie ein Dauergeschimpfe. Ich kann mich gut an ein „erstes Date“ mit einem relativ frisch getrennten Mann erinnern, bei dem er nach circa zwei Minuten auf sein Lieblingsthema zu sprechen kam. Die furchtbare Ex. Eine Stunde lang plärrte er mich mit Erzählungen über ihre Habgier, ihre Raffsucht, ihre Unverschämtheiten, ihre Untreue und ihre Verschwendungssucht zu. Dreimal dürfen Sie raten, ob es zu einem zweiten Date kam…

Nutzt die Frauen nicht aus!

Liebe Männer, wenn Ihr mit der Ex noch nicht wirklich abgeschlossen habt, dann geht keine neue Partnerschaft ein. Wenn Ihr Sex wollt, aber im Kopf noch nicht frei für eine Partnerschaft seid, dann sagt das. Offen und ehrlich. Es gibt durchaus Frauen, die ebenfalls nur eine Liaison haben wollen. Bei denen seid Ihr dann richtig. Aber eine Frau, die eine echte Partnerschaft sucht, könnt Ihr nur enttäuschen. Die wird sich dann irgendwann einmal benutzt fühlen. Das ist unfair.

Stiefmutter zu sein ist eine Herausforderung für eine Beziehung. Dieser Herausforderung stellen wir uns, wir können sie sogar als Geschenk empfinden, wenn unser Partner klar signalisiert, dass wir die Nummer Eins sind. Unangefochten. Also, macht etwas draus. Verhaltet Euch endlich wie ein Mann und nicht wie ein Weichei. Entscheidet Euch: Ganz oder gar nicht!

Wobei natürlich jede Medaille zwei Seiten hat und ich mich ebenfalls frage, warum Frauen bei einem Mann bleiben, der eigentlich gar nicht richtig bei ihnen ist. Ist da die Hoffnung auf Änderung, Angst vor der Wahrheit oder ein angeborenes Mutter-Theresa-Syndrom, was manchen Stiefmüttern da einfach die Augen verschließt? Ich rate nie irgendjemandem zur Trennung, das ist eine Entscheidung, die nur die beiden betreffenden Menschen fällen sollten. Aber bei einigen Frauen frage ich mich schon, warum sie all das mitmachen. Sehen sie vielleicht gar nicht, was Außenstehende mit einem Blick erkennen? Reiben Sie sich vielleicht sogar gerne auf bei dem Versuch, seine Liebe zu gewinnen? Schürt der Partner vielleicht sogar bewußt die Eifersucht, weil er merkt, dass sie darauf mit noch mehr Engagement anspricht?

Morgen werde ich einige einfache Tricks vorstellen, wie Sie Ihre eigene Wertigkeit in der Beziehung erkennen können. Wenn Sie denn wollen…

Foto: Nathan Walker, stocksnap

10 Kommentare

  1. Kerstin sagt

    Insbesondere bei gemeinsamen Bekannten des Ex-Paares und in meiner Anwesenheit wurden dann früher ganz gern mal so alte Stories auf den Tisch gepackt. Die fingen dann meist an mit: „Damals mit XY – da waren wir doch auch mal….. “ oder was „XY wieder gemacht oder gesagt hat“

    Eines Tages, als mir wirklich der Kragen halb platze, weil ja eine nette Bekannte XYs neuste Facebook-Fotos dem Gatten zeigen musste, da fragte ich später daheim meinen heutigen Mann, wie er das wohl finden würde, wenn ich ständig von meinem Ex-Freund alte Stories auspacke und ständig von ihm erzählen würde, als wären wir erst seid gestern getrennt….

    Den Gedanken fand er dann gar nicht so spannend und hat das sehr schnell auch eingestellt…

    Ich war übrigens nicht eifersüchtig, es gab ja durchaus berechtigte Gründe für die Trennung. Es hat einfach nur GENERVT und ich fand das äußerst unpassend. Wenn man was erzählen will, dann kann das ja gern etwas aktuelles aus dem Leben sein, oder auch mal aus der Jugend usw. ABER doch nicht immer nur so, als würde sich die Erde um diesen einen Menschen drehen, der da „zufällig“ mal die eigenen Kinder „geworfen“ hat…
    (Ich glaube, ich habe nie den Vater meiner Kinder irgendwie großartig thematisiert und das liegt mir auch heute fern. So spannend ist das jetzt auch nicht… 😉 Wäre aber in etwa das selbe, wenn ich überall bei jeder Gelegenheit erzähle, dass der ja ach so phantastische Pfannkuchen backen konnte, damals vor 14 Jahren – der „tolle Koch – der“…) Tzzz…. Will doch keiner wissen..

  2. Mein Mann ist glücklicherweise auch nicht so. Die Beziehung zu seiner Exfreundin war eigentlich schon vorbei als sie schwanger wurde und sie sind nur wegen des Kindes zusammen geblieben. Kurz vor dem zweiten Geburtstag hat er sie dann rausgeworfen. Ich habe das ganze Drama mitbekommen, da wir uns schon sehr lange kennen und eng befreundet waren. Vor gut zwei Jahren bin ich dann zu ihm gezogen. Es gab in der Wohnung hauptsächlich Bilder von seinem Sohn, aber auch eins mit allen dreien und eins von ihr mit dem noch sehr kleinen Kind. Letzteres hing in einer Collage im Schlafzimmer. Irgendwann bin ich beim Aufräumen hingegangen und habe die entsprechenden Bilder gegen aktuelle ausgestauscht. Es ist ihm nicht aufgefallen und er fand es total in Ordnung.
    Wir hatten allerdings ganz am Anfang eine Situation, in der er zu mir meinte, am Allerwichtigsten wäre für ihn sein Kind, dann käme sein Hobby und dann… Da mußte ich arg schlucken, aber inzwischen sieht es dann doch anders aus.
    Eifersüchtig bin ich aber auf das Erlebnis des Kind kriegens und dass er dies mit ihr erlebt hat und es damit für ihn nichts Neues ist, wenn wir ein Kind bekommen. Und es gibt zwischendurch Momente in denen ich wirklich eifersüchtig bin, aber ich weiß auch, ihn stört es ebenso wie mich, dass er immer noch Kontakt halten muss.

  3. Sonny sagt

    Ähnlich ist es bei uns auch. Seine Frau ist ja verstorben. Wir haben in unserer Wohnung Fotos von uns hängen.
    Für die Kinder ( meine ich und Seine)haben wir Raum in ihren Zimmern gelassen,für Fotos von der verstorbenen Mama und meinem Erxmann.
    Mein Mann fing eines Tages auch davon an, dass er seine verstorbene Frau nie vergessen werde. Das tat mir sehr weh. Er meinte das nicht böse, wollte mir nur Signalisieren, das er die Zeit in guter Erinnerung behalten wolle. Mich verletzte das sehr.Ich schluckte, wie es wohl viele von uns machen.
    Irgendwann einmal sagte ich ihn, das auch ich die Zeit mit meinem Exmann nie vergessen werde. Da schluckte er. Ich habe nur wieder eine Äußerung in der Art von ihm gehört. Jetzt reden wir offen über solche Dinge. Nur so habe ich,aber auch er, eone Möglichkeit gefunden mit diesem Eifersuchtsgefühle fertig zu werden.
    LG

  4. Bärbel sagt

    Muss zugeben, bin auch sehr froh dass mein LG sich absolut (bis auf gemeinsame Absprachen mit ihr was die Kinder betrifft) distanziert hat. Wenn sie telefonieren, reden sie nur über die Kinder, es wird nichts mehr gefragt, was nicht die Kids betrifft. Habe mich auch am Anfang gefragt, warum er es mit ihr so lange ausgehalten hat, habe auch sein Gesicht auf den Hochzeitsfotos kurz mal gesehen – das hat Bände gesprochen. Im Nachhinein weiß er es auch nicht mehr, warum er es so lange ausgehalten hat – bis natürlich auf die Kinder, die waren laut ihm der einzige Grund. Es sind aber auch nie Fotos von ihr herumgestanden, das rechne ich ihm hoch an. Auf der anderen Seite – nach 2 Jahren nach der Scheidung hätte ich ihm die Bilder dann wahrscheinlich von der Wand geräumt 🙂

  5. Nur gut, dass mein Mann nicht von dieser Sorte ist. Er hat zwar noch alte Fotos auf dem PC, aber auf denen er mit ihr zu sehen ist, hat er alle gelöscht, nur diese mit ihr und den Kindern existieren noch. Ich gebe zu, am Anfang war ich eifersüchtig auf die Ex, habe lange überlegt, warum er es so lange mit ihr ausgehalten hat. Heute ist er auf dem Stand, dass er es selbst nicht mehr weiß warum. Aber was macht man nicht alles, wenn man gemeinsame Kinder hat.

    • Susanne Petermann sagt

      So ist es doch prima. Er muss seine Vergangenheit ja nicht eleminieren. Sie gehört ja zu ihm. Aber man muss ihr auch keinen Altar mit ständigen Erinnerungen und Vergleichen bauen.

      • Er hat mit ihr nun mal seine wichtigsten Jahre verbracht, die späte Jugend bis Ü30, immerhin 15 Jahre und das prägt. Da kommt sie natürlich immer wieder in den Erzählungen mit vor.

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