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CENOF – Was macht einen Vater aus?

CENOF

Vor einigen Tagen kontaktierte mich eine Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Wien, die momentan an der Freien Universität Berlin tätig ist. Sie bat mich um Unterstützung bei dem CENOF-Forschungsprojekt zum Thema Patchwork und Vaterschaft. Erst verstand ich nur Bahnhof, dann war mein Interesse geweckt.

Was macht einen Vater aus?

Das internationale CENOF-Netzwerk (Central European Network on Fatherhood – auf Deutsch Europäisches Netzwerk zur Vaterschaft) beschäftigt sich nämlich seit Jahren mit moderner Vaterschaft in all seinen Facetten. Dabei geht es um die Motive, Vater werden zu wollen – oder nicht. Um die Vereinbarkeit mit dem Beruf – da macht sich bei Vätern ja kaum jemand einen Kopf. Um die Väter, die aus einem zerrütteten Elternhaus kommen und um die Wichtigkeit der Väter für die emotionale Entwicklung ihrer Kinder. Ein Punkt, der heute ja oft unter die Räder kommt. Wer sich näher mit ihrer Forschung und den Ansätzen beschäftigen möchte, kann das hier tun.

Die Vaterschaft der Stiefväter

Mich kontaktierte die Wissenschaftlerin, weil sie für die Forschung in Patchworkfamilien zuständig ist. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der CENOF sind nämlich Väter, die nicht-biologische Kinder haben – also: „Stiefväter“ in Patchworkfamilien. Momentan führt CENOF eine groß angelegte Studie zu diesem Thema in Berlin durch und ist im gesamten Berliner Raum auf der Suche nach Familien, die mitmachen möchten.

Projekt III.

Opens internal link in current windowStiefväter: Väterliches Investment im Dienst der Partnerschaft, Harald A. Euler, Kassel/Deutschland

Sie fragte mich, ob ich ihr dabei helfen könnte, interessierte Familien zu finden, die daran teilnehmen wollen. Das mache ich sehr gerne, auch wenn es in diesem Moment nicht direkt um Stiefmütter geht. Indirekt aber wahrscheinlich schon. Schließlich gibt es sehr viele Stiefmütter, die ihrerseits ebenfalls Kinder aus einer vorherigen Beziehung haben und somit auch ihren Partner zum Stiefvater machen.

So könnt Ihr mitmachen

Wichtigster Punkt ist, dass ihr in Berlin lebt. Hier sind die grundsätzlichen Bedingungen zum Mitmachen im Überblick:

  • Familien, die in Berlin leben.
  • Mindestens ein Stiefkind des Stiefvaters ist im Alter von 1 bis 8 Jahren (weitere Stief- oder biologische Kinder sind ausdrücklich ebenfalls im Forschungsinteresse, aber nicht erforderlich)
  • Regelmäßiger Kontakt zwischen Stiefvater und Kind (ob das nur einmal die Woche oder jeden Tag ist, ist unerheblich; CENOF will die ganze Palette abdecken, die es gibt)
  • Stiefvater und leibliche Mutter des Kindes sollen seit mindestens 6 Monaten in einer Partnerschaft sein. Der Stiefvater muss nicht im selben Haushalt leben wie das Kind

So läuft die CENOF Studie ab

Um den Alltag dieser Familien möglichst genau kennen zu lernen, sind drei Hausbesuche bei den Familien geplant. Dabei werden Fragebögen ausgefüllt oder Interviewfragen zum Thema Familie gestellt. Das Zusammenleben in der häuslichen Umgebung wird beleuchtet und – das ist ein wirklich wichtiger Punkt – es wird der Entwicklungsstand des Kindes aufgenommen. Diese Untersuchungen kosten, wenn man sie privat durchführen lassen möchte, viel Geld. Die Testergebnisse werden der Familie hinterher zur Verfügung gestellt und sie bekommen sogar noch eine Aufwandsentschädigung.

„Nach Abschluss der Termine bekommen die teilnehmenden Familien eine persönliche Rückmeldung über alle Untersuchungsergebnisse, wie etwa den Entwicklungsstand des Kindes. Als kleines Dankeschön erhalten sie außerdem eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro.

Hier könnt ihr in einem Elternbrief noch einmal die genauen Bedingungen und Abläufe nachlesen.

Kontakt

Natürlich werden alle Daten streng vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet. Interessierte Familien können ihre Kontaktdaten auf der CENOF Homepage hinterlassen. Direkter Kontakt: Sabrina Leodolter (T: 0176-214-705-19 oder Sarah Salmhofer (T: 0176-214-705-18).

Foto: Josh Willing


Bitte E-Mail mit Stichwort „CENOF Studie zur Vaterschaft“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

1 Kommentare

  1. Hella sagt

    Liebe Frau Petermann,

    ich verstehe jetzt nicht wirklich, warum Sie diesen Aufruf in Ihrem Blog starten.

    Denn genau das ist doch das Problem. Während Väter und nun auch Stiefväter eine Lobby haben, werden wir Stiefmütter bzw. neue Partnerinnen eines Vaters bis heute nicht wirklich beachtet und führen ein Schattendasein.

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