Ex & Next
Kommentare 11

Die Mutter unterstützen – aber wie?

Der älteste Sohn meines Mannes lebt bei der Mutter und ist eigentlich mindestens jedes zweite Wochenende bei uns. Die Wochenenden bei uns sind sehr schön und unkompliziert. Nur das Drumherum wird immer schwieriger. Wir würden gerne das Kind und die Mutter unterstützen, wissen aber nicht, wie das am besten gehen soll.

Wie können wir Kind und Mutter unterstützen?

Es geht zum einen darum, das der vierjährige Sohn meines Mannes, laut der Mutter, nicht herkommen möchte und dies regelmäßig und aus dem Nichts heraus äußert. Gründe dafür kann er nicht benennen. Mit vier auch etwas viel verlangt, glaube ich. Es ist jedoch auch so, dass er nicht mehr in den Kindergarten möchte. Ich vermute, er möchte sich generell von der Mutter nicht trennen, die aktuell  einen neuen Freund hat. Wissen tue ich es aber natürlich nicht. Holen wir ihn aber vom Kindergarten ab, ist kein Theater oder sonstiges. Er kommt gut gelaunt mit und ist offen. Es ist jedoch auch so, dass er auf Nachfrage schon sagt, er möchte nicht hier sein und einmal auch geweint hat, als er nachts wach wurde. Und auch hier sagte er, er wolle zu Mama.

Mein Mann hat versucht ihm zu erklären, was es bedeutet, gar nicht mehr zu jemandem zu wollen. Das man dann nichts zusammen machen kann, keine Ferien zusammen hat, keine Feiern etc. Ob das richtig war, weiß ich nicht, aber der Zwerg hat sich anschließend ganz normal verhalten, nicht komisch reagiert oder etwas in der Art. Er hat dies auch nicht seiner Mutter erzählt, sondern wir haben es ihr erzählt. Nun meint sie, wir würden Druck ausüben und den Jungen erpressen. Wie gesagt, es war nur einmal Thema und hat sonst keinen Raum gehabt. Kann es sein, dass wir ihn damit abgeschreckt haben?

Die Mutter muss das Kind bestechen, damit es zu uns kommt

Die Ex-Frau meines Mannes weiß auch nicht, was sie tun kann oder soll. Generell gibt sie gerne Ihren Kindern nach, vielleicht, weil es einfach der leichtere Weg ist. Nun besteht bei uns, und natürlich auch gerade bei meinem Mann, die Angst, dass sie ihn bald gar nicht mehr kommen lässt, weil es zu anstrengend wird. Bisher klappt es laut Aussage der Mutter nur, wenn sie ihn besticht, er dürfte Spielzeug oder Lieblingssachen nehmen. Dann wohl auch problemlos.

Was ist nun zu tun? Wir wissen, dass die Mutter der Meinung ist, wenn er von uns kommt, sei er aggressiv und unmöglich. Das bekommt er auch zu hören. Auch streite er sich dann viel mit seiner älteren Schwester bei der Mutter und dann gibt es Sätze wie „wenn das so weiter geht kommst du von Papa nicht wieder und ich ziehe auch aus.“ Ich möchte keinesfalls sagen, dass wir hier alles richtig machen, aber so langsam wird es schwieriger für die Mutter und somit auch für uns.

Hier ist der Junge im Verhalten unauffällig. Weder aggressiv noch in sich gekehrt oder sonstiges. Auch mir oder seiner kleinen Schwester hier gegenüber ist er liebevoll und sucht Umarmungen und Nähe. Teilweise möchte er lieber abends vorm TV mit mir als mit Papa kuscheln. Wir lieben den Kleinen wirklich sehr und es wird immer schwerer auszuhalten, einfach weil wir keine Handhabe haben.

Papa soll ein Machtwort sprechen

Lösungsansätze ihrerseits sind: Papa soll ihn auf den Pott setzen. Und ihm sagen er solle bei der Mutter auch lieb sein. Oder sie sagt dem Kleinen, dass er nicht mehr zurückkommen braucht. Oder sie will, dass mein Mann in der Woche zu ihr fährt, um dem Jungen dort „ein paar Takte zu sagen“. Es ist nicht so, dass mein Mann das nicht machen möchte. In vergangenen Situationen hat er dies auch schon mal gemacht. Immer zum Meckern zur Mutter zu fahren gibt aber doch keinen Sinn. Die Begrüßung ist dann meist schon „na, dann erzähl Papa mal, wie du hier bist.“

Wir wissen keinen Rat mehr. Es spitzt sich weiter zu, wir stehen hilflos daneben und kommen mit unseren Vorschlägen z.B. professionelle Hilfe für den Jungen zu suchen, oder einer Ausdehnung der Umgangsregelung (wir haben ihn 14 tägig von freitags mittags oder abends bis sonntags nachmittags oder montags morgens) einfach nicht weiter. Auf der anderen Seite kommt es vor, dass sie den Jungen auch mal früher oder länger abgeben möchte. Jedoch immer nach ihren Vorstellungen.

Was ist, wenn er gar nicht mehr kommen darf?

Wir wollen ihn nicht aufgeben. Wollen es aber auch nicht schlimmer für ihn machen. Und was ist, wenn er gar nicht mehr kommen darf? Haben wir dann irgendeine Handhabe? Es besteht gemeinsames Sorgerecht und eine richterliche Entscheidung, dass der Junge jedes Wochenende für eine Übernachtung kommt. (die Regelung, wie wir es jetzt handhaben, haben Kindesmutter und Kindesvater später zusammen entschieden).

Wir wären wirklich zu allem bereit, wissen nur nicht, was zu tun ist. Wir versuchen ihm hier ein geregeltes und klares Leben zu geben. Wir unternehmen was zusammen, kochen, backen, spielen. Alles Dinge die bei ihr zu kurz kommen, weil sie die Zeit nicht hat. Das ist kein Vorwurf, aber so langsam machen wir uns wirklich Sorgen. Darum möchten wir den Kleinen und die Mutter unterstützen. Er hat keinen Verein den er besuchen kann, weil sie ihn nicht bringen könnte. Unser Angebot, wir würden das machen, auch zahlen, lehnt sie ab, da sie es dann für die große Schwester auch machen müsste. Das aber kann sie nicht. Irgendwie verständlich, man will Kinder ja gleich behandeln, aber was können wir machen? Wie können wir den Jungen und die Mutter unterstützen?

Ich weiß gar nicht ob alles so nachvollziehbar ist. Aber wir sind ratlos. Dazu werden wir in sieben Wochen erneut Eltern und eigentlich dreht sich unser Alltag viel um den Erstgeborenen meines Mannes. Es wird belastend und irgendwie gefühlt aussichtslos.

Liebe Grüße
A.

Bitte E-Mail mit Stichwort „Mutter unterstützen“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Alicja Colon

11 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.