Erste Hilfe, Unterstützung, Ratgeber
Kommentare 15

PAS – Angst vor der Vater-Kind-Entfremdung

Ich habe schon viel hier auf dem Blog gelesen, konnte mich in vielen Erzählungen wieder finden und mir hat auch schon manches geholfen. Ich stehe momentan vor einem immensen Problem, und ich hoffe,  ihr könnt mir einen Rat geben oder von eigenen Erfahrungen berichten. Ich habe große Angst vor PAS.

Ich hatte immer ein sehr gutes, herzliches Verhältnis zur sechsjährigen Tochter meines Freundes. Wir haben zusammen gespielt, sie kam von sich aus zu mir kuscheln, wir haben uns gegenseitig gesagt, dass wir uns lieb haben und ich hab sie auch auf ihren Wunsch ins Bett gebracht und vorgelesen. Ich hab mich zurück genommen, ich hab ihr nie einen Grund gegeben, eifersüchtig zu sein wenn es um ihren Papa geht. Ich bin nicht immer an den Besuchswochenenden dabei, die beiden sollen ja auch mal Zeit nur für sich haben. Das Kind hat dann aber immer nach mir gefragt und fand es schade, wenn ich nicht kam.

Ich habe furchtbar Angst, dass die Vater-Kind-Beziehung wegen mir leiden könnte. Klick um zu Tweeten

Vor dem letzten Besuchswochenende hat sie fürchterlich geweint und gesagt, sie will nicht zum Papa, wenn ich auch da bin. Ich weiss nicht was auf einmal los ist, es ist nichts vorgefallen, nichts passiert oder gesagt worden, was das Kind dazu veranlassen könnte. Da die Ex mich nicht ausstehen kann, denke ich, dass sie das Kind entweder aufgehetzt hat oder die Kleine es mitbekommen hat, dass ihre Mutter mich nicht mag und in einen Loyalitätskonflikt geraten ist. Und deshalb vielleicht so reagiert.

Was aber auch immer der Grund sein mag: Ich weiss nicht, was ich jetzt tun soll. Erst mal Rückzug? Mit dem Kind reden oder das dem Vater überlassen? Ich hab Angst, dass sie mir jetzt feindselig gegenüber auftritt. Mein Freund steht hinter mir, er hat ihr gesagt, dass er sie über alles liebt, aber mich auch lieb hat und ich dazugehöre. Ich habe schon von PAS gelesen und habe furchtbar Angst, dass die Vater-Kind-Beziehung wegen mir leiden könnte. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder vielleicht sogar Lösungsvorschläge? Ich bin für jeden Tipp dankbar!

Cori

Anmerkung: PAS bedeutet Parental Alienation Syndrome, auf Deutsch Eltern-Kind-Entfremdung.  Mehr dazu findet Ihr zum Beispiel hier. Oder hier in dem Artikel über die Phantom-Stiefmutter. Für alle die sehr ausführliche Informationen möchten, empfehle ich diesen Artikel von Wera Fischer.

Bitte E-Mail mit Stichwort „PAS“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.


Vom 8. bis 10. Juli 2016 findet der erste PatchWorkshop für zweite Familien, Stiefmütter und Trennungsväter statt. Gastgeber sind Christine Tietz und ich. Wir bieten: Konkrete Hilfestellung in Form eines Wochenendseminars mit Familienaufstellungen, Vorträgen und Einzelgesprächen. Mehr über den PatchWorkshop, die Inhalte und die Kosten erfahrt Ihr hier. Wir freuen uns auf Euch!


Foto: Stocksnap, Daria Shevtsova

15 Kommentare

  1. Cori sagt

    Vielen Dank für eure Kommentare!

    Mein Freund handhabt es wie bei Kerstin und Jaqueline. Wir freuen uns wenn sie kommt, wenn sie nicht möchte, muss sie nicht kommen. Ich weiss nicht, ob es am Zutun der Mutter in ihrer Ablehnung uns gegenüber liegt, oder ob es daran liegt dass das Kind Probleme hat, den Papa nun bisschen teilen zu müssen. Wahrscheinlich beides und die Mutter unterstützt die Unsicherheit des Kindes, statt ihm gut zuzureden.
    Ich denke, es wäre ein völlig falscher Ansatz, dem Kind in dem Wunsch nachzukommen, dass Papas Freundin nun fernbleibt. Damit bestätigt man ja seine Ängste irgendwie. Sondern ihm ganz klar verdeutlicht, wir sind ein Paar, haben es aber trotzdem sehr sehr lieb. Am nächsten Besuchswochenende werde ich dabei sein und ganz normal hallo sagen. Sprechen werde ich darüber mit ihr nicht. Ich werde ja sehen, ob sie mich links liegen lässt, oder mit mir spielen will. Ich werde mich so verhalten, wie sonst auch.
    Der Rat, sich mit allen an einen Tisch zu setzen, ist eine schöne Idee, aber wie die meisten hier wissen, muss da die KM mitmachen wollen, und das ist eher Utopie.
    Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Die Angst bleibt, dass es gar nicht mehr kommen möchte, aber auch die Hoffnung, dass es sich an die schönen Zeiten erinnert und sich das irgendwann legt. Stiefmuttersein ist nichts für Feiglinge!

    • Stephanie sagt

      Hallo Cori,

      meinst Du nicht, dass es beim nächsten Wochenende schon ganz anders aussieht? Der Sohn meines Mannes und ich haben und hatten ein ähnlich gutes Verhältnis wie Ihr beiden. Er fragte auch immer nach mir, wenn ich nicht da war; kommt zu mir zum Kuscheln; erzählt mir seine Nöte etc. Und trotzdem gab es auch schon Tage, da wollte er nicht zu uns. Meistens hat ihn dann irgendeiner überzeugen können (Vater oder Mutter) und letztlich war dann alles gut. Daher denke ich, dass die Kleine vielleicht irgendwas mitbekommen hat, was sie erstmal verarbeiten muss, aber wenn sie dann da ist, ist es bestimmt wieder wie vorher. Du kannst es ja langsam angehen lassen und schauen, wie sie reagiert.

      LG Stephi

      • Cori sagt

        Hallo Stephi!

        Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass es so ausgehen wird!
        Mir geht es nicht darum, dass die Kleine keine Lust hatte, zum Papa zu gehen. Wenn man jedes Wochenende woanders verbringt, kann es ja mal sein, dass man auf das Hin- und Her mal einfach keinen Bock hat. Das ist schade, aber nicht schlimm.
        Mir geht es um das „wie“. Dass das Kind weinend anruft: „Ich will nicht zu Dir, wenn Deine Freundin da ist. Dass Du mit Cori zusammen bist, bricht mir das Herz“ Seltsame Wortwahl für eine 6-jährige. Oder dass das Verneinen meiner Anwesenheit mit einem abfälligen „zum Glück“ von dem Kind kommentiert wird, und das im Beisein der KM. Da stinkt irgendwas. Deswegen möchte ich das, wenn es in Richtung PAS läuft, es irgendwie im Keim ersticken. Ich weiss, ich klinge bestimmt übersensibel oder gar hysterisch, aber ich geh lieber vom schlimmsten aus und überlege was man tun kann, hoffe aber auf das Beste.
        VG Cori

      • Stephanie sagt

        Hallo Cori,

        ok, dann hab ich nicht ganz so verstanden. Das klingt aber wirklich nach einer starken „Einmischung“ der KM. Und nein, Du klingst nicht übersensibel! Ich würde auch so reagieren bzw. hab schon bei weniger „schlimmen“ Situationen ganz anders reagiert. Bei uns läuft es eigentlich ganz gut, heißt: das Kind mag mich, wir verstehen uns gut, mit der KM ist es mal besser, mal schlechter. ABER wenn man z.B. am Heiligabend um 20.20 Uhr eine Nachricht bekommt, dass das Kind am 2. Weihnachtstag erst später abgeholt werden soll, merkt man halt wieder, dass sie noch verdammt lange eine Rolle in unserem Leben spielen wird. Und bei uns hat die KM da ein ganz großes Talent, sich zu den schllechtesten Zeitpunkten zu melden. Richtig schlimm wird es aber immer, wenn es ums Geld geht, dann wird das Kind auch gerne als Druckmittel eingesetzt. Wobei sie bisher (jedenfalls nicht merklich) vor dem Kleinen nicht schlecht von uns redet. Also, nein, Du bist nicht übersensibel. Und wie Du so schön geschrieben hast: Stiefmutter sein ist nichts für Feiglinge!!!

        LG Stephi

    • Kerstin sagt

      Irgendwie fühlt man, was aus dem Kindermund kommt, oder welche Satzteile irgendwo anders aufgeschnappt (eingetrichtert?) wurden. Wobei Kinder natürlich länger oder kürzer auch diese Wunschphase haben, dass Mama und Papa zusammen zu sein haben (grad bei Jüngeren, die das im Freundeskreis halt so für richtig erleben). Das DU zu irgend einem Zeitpunkt, dann die „Doofe“ bist, die die stört oder gar weg muss, dass ist klar. Da kannst du noch so eine tolle Frau, Kinderbespaßerin, Köchin, Putzfrau, Geldranschafferin sein – du bist einfach im vermeintlichen Weg…

      Vielleicht auch ein Ansatzpunkt, wenn das noch nicht richtig als Thema aufgegriffen worden ist. Papa und Mama haben sich damals als du x Jahre (falls daran keine Erinnerung mehr besteht) getrennt, weil sie sich einfach nicht mehr lieb hatten. Das war richtig so und heute habe ich die Cori an meiner Seite und habe sie sehr lieb. Dich habe ich natürlich auch lieb und deine Mutter dich auch. – Ende im Gelände…. Je nach Alter und Interesse des Kindes kommen dann noch entsprechende Fragen, die ggf. kindgerecht erklärt werden sollten, ohne den Ex-Partner dabei schlecht zu machen.

      Ich finde, dass irgendwann immer dieser Punkt kommt, wo ein Mann ganz klar Stellung beziehen muss. Da kommt man nicht immer mit „ich zahle und gebe ansonsten mein Bestes (an Bespaßung und Entertainment)“ nicht wirklich weiter. Denn das reicht nicht aus – diese Erfahrung muss aber jeder für sich selbst machen, wann der Zeitpunkt für „klare Worte“ der Richtige ist.
      Ich denke aber, spätestens wenn einer unter der Situation leidet (und das tust mindestens du und wohl das Kind), dann ist es höchste Zeit dafür. Und man sollte vielleicht nicht einfach so tun, als wäre alles in bester Ordnung.

      Das bringt das Kind auch nicht um, wenn es erfährt, dass ihr als Paar gern und bewusst zusammen seid und es dich verletzt, wenn es sich dir gegenüber plötzlich ablehnend verhält.

      • Cori sagt

        Ich geb Dir Recht, dass es Aufgabe des Vaters ist, mit dem Kind zu sprechen. Und im Falle von eventuellen Anfeindungen werde ich dem Kind natürlich sagen, was ich davon halte.

        Wir sind jetzt ein Jahr zusammen und ich muss zugeben, ich bin wirklich erschöpft. Man bekommt immer nur am Rande mit, was da so läuft, ständige Intrigen und Lügen von Seiten der Ex und der Oma. Ich hab manchmal das Gefühl, das läuft alles wie in einer schlechten Soap. Man merkt, da läuft was total falsch, machen kann man herzlich wenig. Ich recherchiere im Internet, lese Ratgeberbücher, geh zu Stiefmüttertreffen. Man hört überall dasselbe, manchmal sind die Probleme in anderen Familien mit den eigenen 1:1. Egal wieviel kümmern man betreibt, am Ende ist man IMMER die blöde Kuh vom Papa. Die eh immer alles falsch macht. Das was da jetzt grade läuft kratzt doch an der Psyche des Kindes. Ständiges Eintrichtern und Reinreden, weil Oma und KM eifersüchtig sind, dass man sich mit dem Kind so gut versteht. Und die springen auf jeden Zug auf, was das Kind von sich gibt. Mal ein Beispiel: Ich beschäftige mich wirklich sehr viel mit der Kleinen. Ich möchte nur morgens, nach dem Aufstehen, erstmal in Ruhe meinen Kaffee trinken. Danach spiele ich gern mit ihr. Hab ich ihr auch so erklärt, war in Ordnung. Nach dem WE kommt abends ein Anruf von der Ex. Was ich mir einbilde und was das soll, dass das arme Kind mich morgens nicht ansprechen darf. Absolutes Unding und wenn ich mich so kinderfeindlich benehme, muss das Kind wegen mir bald zum Kinderpsychologen. Hallo? So war das gar nicht gewesen. Aber dem Kind vorschreiben wen es mögen darf und wen nicht, ist natürlich in Ordnung.
        Ach, manchmal denk ich mir -und ich denke es nur, es auszusprechen wäre ja gesellschaftlich sehr unfein- macht doch alle was ihr wollt, is ja nicht mein Kind. Wenn miteinander leben einem schier unmöglich gemacht wird, muss man eben nebeneinander her leben

  2. anonym sagt

    Ich glaube dass PAS weitaus häufiger vorkommt als angenommen. Es muss ja nicht immer gleich Kontaktvermeidung oder Abbruch sein, den die Kinder vollziehen weil ein Elternteil den anderen schlecht macht.

    Meiner Meinung nach geschieht dies auch häufig einfach durch mangelnden Respekt gegenüber den Leistungen die z.B. ein Mann als Vater erbringt. Wenn Väter nur zu Zahlvätern degradiert werden und sich dieser Position beugen müssen haben sie eine sehr schwache Stellung gegenüber ihrem Kind und erhalten keinerlei Respekt von diesem. Oft beugen sich Väter ihren kleinen oder größeren erpresserischen Kindern, da diese gelernt haben die Eltern gegeneinander auszuspielen und ihre Interessen durchzusetzen. Ein Vater der seine Position behauptet und seinem Kind entschlossen entgegentritt und eine Grenze zieht, hat in der Realität tatsächlich oft keinerlei Einfluss darauf ob es weiterhin eine gesunde Beziehung zum Kind gibt. Denn wer ständig hört dass „dieses oder jenes zu zahlen“ eine Verpflichtung des Vaters ist, wird diese Einstellung übernehmen, für nichts dankbar sein und immer größere Forderungen stellen weil die Erfüllung aller Wünsche „gefälligst“ die Aufgabe des Vaters ist. Geschieht dies nicht ist das Kind sauer und erhält Bestätigung von der Mutter. So kann keine Vater-Kind Beziehung gelingen.

    Mein Mann wurde von seiner Ex mit einem Grundschulkind sitzen gelassen, war Vollzeit berufstätig und hat die Kinderbetreuung zusammen mit seinen Eltern gestemmt. Die Kindsmutter hat sich erfolglos um eine Beteiligung am Unterhalt gedrückt, da sie noch im Trennungsjahr wieder schwanger wurde (ohne dazugehörigen Partner).
    Mein Mann und später auch ich haben nicht nur alle Kosten alleine getragen, sondern auch die ganze Arbeit machen dürfen. Von Kindergeburtstag, Konfirmation, Urlaub und Unternehmungen an Wochenenden und den Ferien, spielen, Fahrdienste, Anschaffungen, etc. Die Mutter ist z.B. mit der Halbschwester in den Urlaub gefahren und hat ihrem Sohn mitgeteilt wenn er in den Urlaub wolle, dann solle er es seinem Vater sagen, das sei „gefälligst“ dessen Job. Natürlich sind wir, wenn Urlaub finanziell möglich war, in den Urlaub gefahren. Aber Freude darüber gab es nicht, war ja nichts Außergewöhnliches wenn es vom Vater kommt, sondern „gefälligst sein Job“, also quasi das Minimum was er zu leisten habe. Ebenso verhielt es sich mit Geburtstagsgeschenken (gab es nicht unbedingt jedes Jahr von Mama) und allen anderen Vateraufgaben die mein Mann selbstverständlich erledigt hat. Renovierung der ersten eigenen Wohnung?! Selbstverständlich fasst Papa da an und fährt jeden Tag nach der Arbeit vorbei und hilft – von Mama 2 Wochen lang keine Spur (obwohl nicht in Arbeit), beim Umzug das gleiche Spiel. Ein Danke gab’s dafür nicht – ist ja schließlich selbstverständlich und die Aufgabe des Vaters. Wenn mein Mann mal eine Grenze gezogen hat, dass er etwas nicht zahlt oder macht, brach gleich die Hölle los. Mein Mann hat gewagt seinem 23-jährigen Sohn einmal mitzuteilen dass er nicht mehr bereit ist alle seine Rechnungen zu bezahlen und dass ein gewisses Maß an Eigeninitiative in dem Alter angebracht wäre… Seitdem herrscht Funkstille zwischen den beiden – der Sohn ist stinkig, Mama bestärkt ihn obwohl sie selber noch nie irgendetwas bezahlt hat.

    Ich glaube daher der Begriff PAS müsste noch weiter gefasst werden, denn Ex-Frauen mit Forderungshaltungen unterstützen ein sehr ungesundes Ausmaß an Forderungen durch die Kinder, so dass Väter oft nur die Wahl haben sich dem zu beugen oder das Kind zu „verlieren“. In der Realität bleibt Ihnen tatsächlich oft keine Wahl, denn mit gelebten Forderungshaltungen seitens der Ex und dem Kind gibt es für Väter keine Chance auf eine gesunde Beziehung zum Kind. Erfüllt er die Forderungen erzieht er kleine Tyrannen und hat keine Chance eigenen Grenzen zu setzen. Erfüllt er die Forderungen nicht ist er der böse, der sein Kind nicht verdient. Beides ungesund für das Heranwachsen von Kindern! Bei uns zog sich dieses Muster von der Trennung bis zum mittlerweile 25. Lebensjahr des Kindes durch. Diese Kinder werden weder zu lebenstauglichen noch charakterlich netten Erwachsenen…

    • Susanne Petermann sagt

      Ich bin guten Mutes, dass die Beziehung zwischen Vater und Sohn wieder ins Lot kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Funkstille zum Abnabelungsvorgang der beiden gehört.
      Sehr interessant finde ich deinen Ansatz, dass Entfremdung nicht nur aktiv -durchs fernhalten des Kindes – sondern auch passiv – durch negative Äußerungen über den Expartner und Forderungen, die das Kind angeblich erfüllt bekommen müsse – entstehen kann. Genau das denke ich auch und höre ich auch immer wieder in den vielen Mails, die ich bekomme. Allein das negative reden über den/die Ex reicht, um Kinder zu verwirren und aus ihrer sicheren Papa-oder Mamazone zu reißen.

      • anonym sagt

        Danke für’s Mutmachen ;-x würd ich eigentlich auch so sehen, allerdings durfte ich seit mehr als 13 Jahren miterleben dass es keinerlei Basis zwischen Vater und Sohn zu geben scheint.
        Ich zog dazu als der Sohn 12 Jahre alt war und bereits da hat er seinen Vater hochgradig abschätzig und respektlos behandelt. Den Kontaktabbruch seitens des Sohnes gab es nur nicht durch das Beim-Vater-leben. Bei jeder Auseinandersetzung „flüchtete“ der Sohn zur Mutter, wollte auch da einziehen, spätestens nach drei Tagen hat diese jedoch klar gemacht dass Sie den Sohn nicht bei sich wohnen haben möchte und ihn zurückgeschickt. Über meinem Mann schwebte damit bei jeder gezogenen Grenze der Verlust… Geschickt genutzt vom Sohn um eigene Interessen und Bequemlichkeiten durchzusetzen und von der Mutter um als die bessere Elternhälfte dazustehen…
        Mit Funkstille meinte ich übrigens auch nicht dass sie gar keinen Kontakt haben, sondern sie haben jetzt gar nichts gemeinsames mehr. Kontakt gibt es seit ein paar Jahren nur wenn mein Mann etwas machen, bezahlen oder schenken soll…

      • Susanne Petermann sagt

        Ich werde immer ganz traurig/wütend, wenn ich so etwas höre. Hier kann man eigentlich nur auf die Zeit hoffen und die eigenen Erfahrungen, die der Sohn irgendwann einmal zum Thema Familie sammelt

  3. Kerstin sagt

    Das Kind war aber bei euch, oder nicht?
    Die wirkliche Entfremdung fängt für mich erst da an, wo die Mutter den Kontakt versucht zu unterbinden. Ich bin aber auch hart im nehmen….
    Von Anfang an hat die Mutter in stundenlangen Telefonaten ihre Kinder (damals 1 1/2 und 3 Jahre alt) daran teilhaben lassen, was der Vater für ein „Penner“ ist und ich eh „sche….e“ bin. Von morgens bis abends haben sie eigentlich nichts anderes gehört.

    Das Befinden der Kinder ging der Mutter schon immer ziemlich am Allerwertesten vorbei. Mit 6 Jahren hat der Große dann mal klar artikuliert, dass er das nicht hören will (er hat das seinem Vater erzählt, dass ihn das „stört“). Dieser hat es entsprechend weiter gegeben, dass sie sich doch bitte zurückhalten möge, wenn die Kinder doch offensichtlich in Hörweite jedes Detail mit ertragen müssen. Ähnliches kam immer vor, dass sie verzweifelt versuchte uns schlecht zu machen (und macht es noch heute – nach dem 8. Jahr der Trennung).

    Es folgten erst im letzten Jahr (Kinder mittlerweile 9 und 11 Jahre alt) versuche, den Kontakt wiederholt „ausfallen“ zu lassen. Der Gatte ist dann hin gefahren und hat dort sehr klare Worte gefunden ihr Gegenüber. (Für die Kinder macht es wegtechnisch keinen Unterschied, WO sie nach einem Termin hingehen – die Entfernung nimmt sich nicht viel). Auch den Kindern gegenüber hat er dann noch mal ganz klar artikuliert, dass niemand zu uns kommen muss, der offensichtlich „keinen Bock“ drauf hat, aber dann möge man es uns auch so mitteilen und keine fadenscheinigen Ausreden suchen.
    Keine Terminabsagen mehr nach Donnerstag (es ist ein maßgeblicher Unterschied, ob man für 4 oder 6 Personen übers WE einkauft). Vernünftige und klare Absprachen sind derzeit die Bedingungen.

    Mal sehen, im Moment läuft es. Ich bin mir aber sehr sicher, der nächste Versuch wird irgendwann kommen.
    Prinzipiell ist es die Angelegenheit des Mannes dies entsprechend zu klären. Dieser kündigte aber an, dass er sich beim nächsten Versuch einfach raushalten wird und keine Kraft mehr für solche Spielchen übrig hat. Wer kommt, der kommt und wer nicht kommt, der muss es dann bleiben lassen. Mittlerweile dürften die Kinder selbst mitbekommen, woher der Wind so weht…

    • Jacqueline sagt

      Bei uns lief es ähnlich ab. Erst als mein Mann klar zum Ausdruck gebracht hat, dass keiner gezwungen werden kann und er nicht die Marionette der EX ist, wurden, wie durch ein Wunder, die Umgangswochenenden eingehalten. Es ist echt traurig, dass solche Mütter sich auch noch Mütter nennen dürfen:-(

  4. Beatrice sagt

    Ja, so etwas passiert oft. Eine Möglichkeit, das zu verhindern besteht nur von Seiten der leiblichen Eltern des Kindes. Sie müssen ihr seelischen Wunden anschauen, ihre Angst vor Zurückweisung, vor dem Alleinsein …

    Es hilft, wenn den leiblichen Eltern (im Beispiel der Mutter) klar wird, welch großen seelischen Kummer sie ihrem eigenen Kind damit bereitet.

    Dann entsteht auch die Bereitschaft, sich selbst auf einen (Lösungs)Weg zu machen.

    Das ist oft nicht so leicht. Im Grunde muss eine minimale Bereitschaft der Mutter vorhanden sein, dass sie das Leid ihres Kindes wahrnehmen kann. Manchmal gelingt es vielleicht, wenn der Vater ein Gespräch sucht, in dem er selbst seinen Fokus vollständig auf dem Wohl des Kindes hat (dafür kann er auch systemisch erst einmal vorarbeiten).

    Für das Wohl des Kindes bedeutet es unter Umständen erst einmal die Trennung zu akzeptieren, da die Mutter offensichtlich in einen extremen emotionalen Mangel geraten ist. Der muss zuerst gewürdigt/gesehen und anerkannt werden. Wenn das geglückt ist, entspannt sie sich sehr wahrscheinlich und man kann beginnen, mit ihr über die Not des Kindes zu sprechen und die eigene Bereitschaft zeigen, einen Weg zu finden, bei dem sich alle wieder wohl fühlen.

    Auf dem eigenen Recht zu beharren und die Not der leiblichen Mutter zu ignorieren, wird wohl keine friedvolle Lösung für das Kind bringen.

    Meiner Ansicht und Erfahrung nach ist Anerkennung der vorhandenen seelischen Konflikte bei allen Beteiligten der erste und wichtige Schritt in die emotionale Freiheit. Und damit auch der erste Schritt zu einer neuen und glücklicheren Beziehung.

    Liebe Grüße
    Beatrice Lührig

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.