Die Kinder, Die neue Familie, Partnerschaft & Zweite Familie
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Der traurige Kampf – Das erste Kind gegen die zweite Familie

Ich bin, wir sind in einer verzweifelten Situation. Wir sind eine kleine Familie, und erleben jetzt einen sehr traurigen Kampf. Unser Leben wurde binnen weniger Monate auf den Kopf gestellt. Seine Tochter wurde hier weg geholt, mein Partner wird verklagt, die Ämter sitzen uns im Nacken … wir wissen nicht weiter. Und alles nur, weil ich vor einigen Monaten ein Baby bekommen habe.

„Hol das Kind ab. Ich hab keinen Bock“

Mein Lebensgefährte und ich sind jetzt seit 3 Jahren zusammen. Damals frisch getrennt erzählte er mir, er könne seine damals 3 1/2 jahre alte Tochter sehen, wann er möchte. Nachdem seine Ex Frau von mir wusste, wurden wir dann regelrecht zugebombt mit Nachrichten und Anrufen. Dienstag klingelte regelmäßig das Telefon. „Hol das Kind ab. Ich hab keinen Bock“. Er ist gefahren. Zahlte auch fleissig Unterhalt in viel zu hoher Summe. (Er hatte nur noch ca 600€ für Miete etc..). Dann lebte die Kleine in unserer 1 1/2 Z Wohnung bis Sonntag. Das ging ein paar Monate so, bis nach und nach herauskam, dass sie von ihrer Mutter mit dem Kochlöffel auf den Hintern bekam. Wir sind so schnell es ging in eine größere Wohnung gezogen. Nach viel hin und her Gerede und einem angelaufenen Verfahren übergab sie das Kind in unsere Obhut. Verfahren deshalb eingestellt.

Ich wurde schwanger.

Wir hatten einige Monate später die Möglichkeit, auch finanziell ging es uns besser,  auf einen Bauernhof in ein großes Haus zu ziehen. Gemacht, getan. Ich wurde schwanger. Die Mutter der Kleinen auch (hatte da bereits ein Baby von ihrem Neuen). Die Kleine freute sich riesig, besonders als klar war, dass es ein Junge wurde. Die Mutter konnte plötzlich gar nichts mehr. Sagte am Telefon Sachen zu ihrer Tochter wie „du kannst mich nicht besuchen du bist zu anstrengend.“ Oder „sag Papa wenn er mir 100€ gibt nehme ich dich das Wochenende“.

Nun ja. Es ging ihr wohl wirklich nicht gut. Sie verlor ihr Kind im 5. Monat. Ich war schuld. So wie ich schon immer an allem schuld war. Ich war Schuld, dass sie ihr Kind geschlagen hatte. Ich war Schuld das sie kein Auto hatte.. etc..

Mir ging es auch nicht mehr gut. Mein Blutdruck stieg, ich hatte große Mengen Eiweiss im Blut. Und kam vom Gynäkologen direkt ins Krankenhaus (HELLO SYNDROM). 6 Wochen stramm liegen. In der Zeit bekam ich kaum Infos von zu hause. Ich lag auch völlig neben mir vor Angst um meinen Sohn. Mein Lebensgefährte hatte sich mit seiner Ex und ihrer Mutter abgesprochen, dass die beiden für den Moment die Betreuung übernehmen. Die Oma ist mit der Kleinen (zu dem Zeitpunkt sechs Jahre alt) drei Wochen in Urlaub gefahren. Plötzlich bekomme ich Anrufe im  Krankenhaus von der Mutter. Aber die Kleine ist dran und sagt sie wird mein Baby umbringen, wenn sie es sieht. Aufgelegt… immer wieder…

Plötzlich ist das Kind weg

Mein Sohn wurde dann in der 33. Schwangerschaftswoche per Notkaiserschnitt geholt. Nach einer Woche konnte ich heim. Und hier fängt die Situation, an die uns verzweifeln lässt. Mein Sohn musste drei Wochen im Krankenhaus bleiben.Wir holten die Kleine nach Haus. Alles gut. Bis auf die Aussage „Oma und Mama haben gesagt, wenn ihr meinen Bruder holt, soll ich weglaufen, damit ihr wisst, dass ich wichtiger bin“. Wir haben ihr erklärt das in einer Familie keiner wichtiger oder unwichtiger ist. Alles gut bis dahin. Der Zwerg kommt heim. Als der Papa wie üblich gegen 20 Uhr noch mal hoch in ihr Kinderzimmer geht, (Hörspiel aus, Licht aus, noch mal zudecken) ist sie weg!!

Er ab ins Auto. Ich mit Kinderwagen übern Hof, die Scheunen abgesucht. Er kommt zurück, wählt die Nummer der Polizei. Da kommt die schon mit Kind auf den Hof gefahren. Alles erklärt hatte denen die Kleine….

Wenige Tage später fragt sie, ob sie ihre Mutter sehen kann. Kein  Problem. Mutter gefragt (diese wurde auch über das weglaufen informiert). Kind zur Mutter. Diese entschied: „Ich geb das Kind nicht mehr raus, sie hasst dich. Sie will dich nicht sehen.“

100 Mal mit dem Jugendamt telefoniert. Die Stadt rief ihn an. Da würde grad die Mutter des Kindes sitzen und versuchen das Kind umzumelden. Ob das richtig sei. Nein, sagt er. Telefonat mit der Mutter: Sie sagt sie will das Aufenthaltsbestimmungsrecht einklagen.Er sagt, dass das nicht nötig sei. Das etwas nicht stimme, sei uns auch klar. Man möge doch den Gesprächstermin beim Jugendamt abwarten. Wenn die es empfehlen, unterschreibt er die Ummeldung sofort. Das Mädchen braucht Hilfe.

Sie legt auf.

Alles betteln und bitten brachte nichts. Er durfte seine Tochter nicht sehen. Post vom Gericht. Das Kind hat nen Verfahrensbeistand, der die Kleine in der schule anhören würde. Nicht passiert. Verfahrensbeistand fuhr zur Mutter und hörte diese an. Und das auch Kind … während es auf Mutters Schoß saß. Bestimmt kann ein Kind dann auch unbeeinflusst befragt werden. Gericht. Er darf seine Tochter jeden 2. Samstag für sechs Stunden sehen. Familienhilfe wurde dort vereinbart und das die Kleine zum Psychologen soll.

Die Ex beschuldigt mich beim Amt

Seine Ex hat noch nicht genug: gibt anonyme Hinweise – später nicht mehr anonym – dass MEIN Sohn bei mir gefährdet sei. So. Ich habe jetzt eine Familien-Hebamme, die nicht recht weiss, was sie hier soll. Das seit September. Es wurde vor Gericht ein Hilfeplangespräch vereinbart was noch vor den Herbstferien stattfinden sollte. Bis letzte Woche musste er betteln, dass da nun endlich jemand hingeht und das Kind unterstützt. In diesen Monaten wurden wir mit whatsapp, sms, anrufen und via Facebook bombardiert. Es ging nur nie ums Kind. Nur um: Gib mir dies und gib mir das.

Es geht leider nie ums Kind. Nur um materielle Forderungen. Klick um zu Tweeten

Wir haben alles raus gegeben. Auch alle Möbel, die ich bezahlt habe. Hat nicht gereicht, mit Anwalt verlangte sie auch noch Spielzeug welches ich bezahlt habe. Auch da haben wir alles dann zur Anwältin gebracht. Mit einem Schreiben meines Lebensgefährten das sie sich nur noch im Notfall persönlich an ihn wenden solle. Ansonsten möge sie den Postweg nutzen. Das haben sie und ihre Anwältin zum Anlass genommen ihm zu schreiben, dass so elterliche Sorge nicht mehr möglich sei. Wenn er den beigelegten schrieb nicht unterzeichnet  (Verzicht aufs Sorgerecht ) würde man den Klageweg bestreiten.

Ach ja. Hinzu kommt. Nachdem er ihr per Anwalt seine Einkommensnachweise hat zukommen lassen, sich erst das Jobcenter dann die Stadtkasse gemeldet haben die jeweils selbige nochmal forderten, will die Kindergeldkasse jetzt zwei Monate Kindergeld zurück, weil die Mutter behauptet, er hätte es nicht weitergeleitet. Auch war sie bei der Unterhaltskasse und beantragte Unterhaltsvorschuss, obwohl Unterhalt gezahlt wird. Das Jugendamt weigert sich zu vermitteln oder zu helfen. Wir sind am Ende unserer Kräfte. Ziehen in eine kleinere Wohnung um all das stemmen zu können. Unterhalt, Gerichts und Anwaltskosten…

Was sollen wir tun? Er ist geneigt das Kind aufzugeben. Zu retten scheint ja nichts mehr zu sein. Ich ziehe mich da komplett raus. Nehme auch mit meinem Sohn nicht am Umgang teil. Es zählt doch nicht  NUR das erste Kind. Das zweite Kind hat doch auch ein Recht auf glücklich sein, und den Luxus von essen und trinken usw.. Wie kann sie das alles auf dem Rücken der zweiten Familie austragen? Sie hat doch auch eine zweite Familie gegründet…

Mittlerweile sind auch die Existenzängste so groß das ich ernsthaft über Trennung nachdenke… Ich wäre über Tipps, andere Sichtweisen und ein bisschen Hoffnung das doch noch alles erträglich werden kann sehr froh.

Viele Grüße, Laureen

Bitte E-Mail mit Stichwort „Laureen“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Michale Kulesza

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