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„Hör auf zu nerven!“

Was Du tun kannst, wenn Deine Stiefkinder anstrengend sind

Verständnis zeigen ist ja schön und gut. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo es Dir reicht. Das Verhalten der Kinder nervt einfach nur. Zappeln am Esstisch, unordentliche Zimmer und geduscht wurde seit mehreren Tagen nicht. Ständig wird genörgelt. Egal wieviel Mühe Du Dir gibst, es gibt immer nur Beschwerden. Das Essen schmeckt nicht, im Schwimmbad ist es langweilig, überhaupt habt ihr angeblich schon lange nichts Spannendes mehr unternommen. Dafür sind die Hausaufgaben ein ständiges Streitthema, das Morgens-in-die-Gänge-kommen oder das Zähneputzen. Die Medienzeit ist zu kurz, bei Mama ist eh alles besser – und “Du hast mir überhaupt nichts zu sagen!”

“Else” ist Schuld

Ganz so weit geht es in den meisten Fällen hoffentlich nicht. Das Genervtsein setzt aber auch schon viel früher ein. Und dann? Was tust Du aktuell? Wahrscheinlich als erstes die Mutter verfluchen. Die hat ihre Kinder überhaupt nicht erzogen. Kein Wunder, dass die sich so aufführen, wenn sie dort alles dürfen. Das würde es bei Dir nicht geben. Aber jetzt hast Du den Salat und sollst eine Suppe auslöffeln, die Du Dir nicht mal selbst eingebrockt hast. Oder doch? Immerhin hast Du Dich für diesen Mann entschieden. Verdammt, der könnte doch eigentlich auch mal was sagen! Tut er aber nicht. Er sitzt einfach nur rum, und vermeidet möglichst jeglichen Stress. Na toll, jetzt bleibt das also auch noch an Dir hängen. Wenn Du Dich nicht um die Erziehung kümmerst, werden das nicht nur kleine Tyrannen sondern in ein paar Jahren richtige A…. Stopp!

Es sind ja schließlich seine Kinder

Dieser Gedankenstrudel hilft Dir überhaupt nicht weiter. Ja, es mag sein, dass der Erziehungsstil der Kindsmutter ein anderer ist als der, den Du gewählt hättest. Und jetzt? Deine Energie darauf zu verwenden, sie zu verfluchen, ist reine Verschwendung, denn es ändert sich dadurch an der Situation, in der Du aktuell steckst, absolut gar nichts. Na gut, aber was ist mit Deinem Partner? Der ist ja schließlich auch noch da. Und das sind ja seine Kinder. Da muss der doch mal etwas unternehmen. Ach ja? Muss er? Kann ja sein, dass Du das denkst. Er sieht das aber anscheinend völlig anders. Und jetzt? Du willst, dass er etwas macht. Ein Machtwort spricht, schimpft oder irgendetwas. Und er tut es nicht. Bums. Sackgasse.

Gegen Windmühlen kämpfen

Natürlich kannst Du weiter versuchen, ihn in den Hintern zu treten. Ist aber auch ziemlich anstrengend. Und wer weiß, ob er sich dann tatsächlich so verhält, wie Du das gerne hättest. Einfacher wäre es da doch, mal zu schauen, was Du – und zwar völlig unabhängig von allen anderen – tun kannst. Der ganze Schlamassel besteht ja nur deswegen, weil andere sich so verhalten, wie Du es nicht möchtest. Also die Kinder etwas tun, was Du nicht willst oder nicht auf Dich hören, wenn Du sagst, dass sie es lassen sollen. Es sind zwar Kinder, aber es sind eben auch eigenständige Menschen mit einem eigenen Willen. Du kannst zwar sagen, was Du gern hättest. Du kannst es sogar nett verpacken mit Bitte und Schleife drum – aber die Kinder können es eben ablehnen. Bums. Pech gehabt. Und jetzt?

Was Du tun kannst

Also gut, schauen wir mal weiter. Was sind Deine Optionen? Wo kannst Du etwas für Dich tun, damit es Dir in dieser nervenaufreibenden Situation besser geht? Fangen wir mal ganz bei den Grundlagen an.  

1. Atmen

Es klingt banal. Aber am guten alten “Durchatmen und bis 10 zählen” ist durchaus etwas dran. Das verschafft nämlich Deinem Gehirn eine kurze “Atem-Pause”. In einer Stresssituation werden wir plötzlich zum Höhlenmenschen, der wir einmal waren. Das Gehirn greift dann auf die Urinstinkte zurück: Totstellen, Angriff oder Flucht. Da unser Gegner – in dem Fall das Kind – auf unser Gehirn nicht besonders furchteinflößend wirkt, ist die natürliche Reaktion Angriff. Nun sind wir so weit sozialisiert, dass wir nicht sofort die Keule schwingen. Wir greifen auf die nächste Stufe zurück, also lautes Gebrüll. Das führt allerdings nicht dazu, dass sich die Situation entspannt, ist daher also nicht zielführend. Stattdessen nutzen wir die kurze Zeit zwischen Reiz und Reaktion zum Einatmen – Ausatmen. Puh. Atmen ist nicht umsonst ein wichtiger Bestandteil von Yoga, Sport und Therapien. So, jetzt kannst Du besser wieder auf die vernünftigen Teile des Gehirns zugreifen und entscheiden, wie Du Dich verhalten willst, statt Dich von Deinem Trieb leiten zu lassen.

2. Wenn schon Brüllen, dann so

Manchmal lässt sich die Wut nicht mehr umlenken. Das Brüllen muss raus. Das ist auch okay und durchaus menschlich. Besser als ein “Du dumme Göre!” ist aber allemal ein “Ich will jetzt meine Ruhe haben!” oder “Ich bin grad verdammt wütend!” Damit lässt Du die Wut raus, bleibst aber bei Dir. Das schont die Beziehung zu Deinem Stiefkind (und auch zu Deinem Partner, sollte es mal vorkommen, dass er dein Wutauslöser ist…) Was brauchst Du? Worum geht es Dir? Was fehlt Dir gerade in diesem Moment? Das schrei heraus.

Natürlich wäre es besser, wenn wir zen-mäßig entspannt durchs Leben gehen. Aber mal ehrlich, das ist ja völlig unrealistisch. Es geht also um die nächstbeste Lösung, die wir schaffen können. Und da ist diese Art zu schreien immer noch besser als Beschuldigungen zu brüllen. Alternativ kannst Du auch Gegenstände anschreien. Und irgendwann schaffst Du es dann vielleicht ganz ohne…

3. Grundbedürfnisse

Wenn unsere grundlegendsten Bedürfnisse nicht erfüllt sind, sind wir viel dünnhäutiger und leichter reizbar. Beim Durchatmen könnte es sich daher lohnen, wenn Du mal kurz in Dich spürst. Hast Du Hunger? Hast Du Durst? Musst Du mal aufs Klo? Bist Du müde? Ist Dir kalt? Vielleicht liegt darin der Grund dafür, dass Dich das Verhalten Deines Stiefkindes ausgerechnet jetzt so nervt. Wie kannst Du schnell für Dich sorgen? Dieser Tipp kann übrigens auch vorbeugend angewendet werden. Bevor Du in eine Diskussion einsteigst, mal eben die eigenen Grundbedürfnisse abklopfen.

4. Snackpause

Es muss ja nicht jedes Mal ein Stück Schokolade für die Nerven sein. Ein Glas Wasser in Ruhe zu trinken kann auch eine beruhigende Wirkung haben. Ich schätze die Abfolge der Handgriffe, wenn ich mir einen Kaffee rauslasse. Milch in die Tasse, kurz in die Mikrowelle, ein Pad rausnehmen, Blinken an der Maschine abwarten, Surren… Andere entspannen sich eher beim Zubereiten von Tee. Wenn die Hände beschäftigt sind, kommt der Kopf zur Ruhe. Und auch überlegen, ob es dem Kind gut tun würde, jetzt eine Snackpause einzulegen. Kakao und Kekse sind Soulfood und tun der Seele gut. Vielleicht könnt ihr sogar währenddessen ruhig über den Konflikt sprechen.

5. Tapetenwechsel

Zu den wichtigsten Bedürfnissen gehören auch frische Luft und Bewegung. Ist es möglich, einmal um den Block zu laufen, bis die Wut verraucht ist? Je nach Alter der Kinder und den anderen Umständen klappt das mit Ankündigung ganz gut. Ist noch eine andere Person da, die die Aufsicht kurzzeitig übernehmen kann? “Ich brauche mal eben fünf Minuten für mich. Ich bin gleich wieder da.” Wichtig: Es geht nicht darum, das Kind zur Strafe wegzuschicken, sondern darum, dass Du den Raum für Dich hast, um wieder runterzukommen.

Vielleicht tut es auch dem Kind gut, sich den Kopf freipusten zu lassen? Dann kann man sagen: “Okay, wir reden später darüber. Jetzt gehen wir erstmal eine Runde rennen!” Jüngere Kinder kommen beim Laufen auf andere Gedanken. Mit älteren kann man vielleicht beim Spazierengehen ein Gespräch beginnen.

6. Loslassen  

Oft sind wir so tief in der Situation drin, dass wir nur die eine Lösung sehen. Das, was wir gerade wollen und für absolut richtig halten. Das Kind soll jetzt sofort gehorchen. Es muss jetzt das machen, was ich sage. Ist das wirklich so? Bin ich wirklich absolut davon überzeugt, dass das die einzige Lösung ist? Manchmal hilft die Perspektive in die Zukunft: Wird es in einem Jahr noch wichtig sein? Oder in 10 Jahren? Und auch die Frage: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Vielleicht stellst Du dann fest, dass Du Dich an Kleinigkeiten extrem aufreibst. Und das Ergebnis total unverhältnismäßig zu der aufgewendeten Energie ist. Vielleicht kannst Du einfach mal Fünfe gerade sein lassen und Dich entspannen. Wer sagt denn, dass das Kind genau jetzt in dieser einen Situation etwas Bestimmtes lernen muss? Die Angst, dass Strukturen sofort einreißen, wenn man einmal inkonsequent ist und etwas durchgehen lässt, ist völlig unbegründet. Viel effektiver ist es, sich authentisch zu zeigen mit dem, was einem selbst wichtig ist.

7. Gefühle und Gedanken unterscheiden

Merkst Du es? Die Wut ist verraucht. Die Anspannung in Deinem Körper, Dein pochendes Herz, der hochrote Kopf, die geballten Fäuste – das ist Vergangenheit. Was aber noch da ist, das ist der Gedanke. Das ist der Unterschied zwischen Gefühlen und Gedanken. Gefühle kommen und gehen, Gedanken aber halten sich hartnäckig, teilweise jahrelang. “So ein unverschämtes Verhalten!”, “Ungezogenes Kind!”, “Das lasse ich mir nicht mehr bieten.”, “Das geht so nicht weiter!”, “Was denkt der sich eigentlich?”, “Das macht der nur um mich zu ärgern.”, “Der ist genau wie seine unmögliche Mutter. Kein Wunder!”

Merkst Du es? Was passiert, wenn Du diese Gedanken liest und wieder denkst? Sie lösen Wut in Dir aus. Das haben Gehirnforscher längst bewiesen: Einem Gefühl geht immer ein Gedanke voraus. Es gibt keinen Automatismus von “Wenn das Kind sich so verhält, werde ich wütend.” Ist das nicht eine tolle Nachricht?! Du bist nicht machtlos dem Verhalten anderer ausgeliefert. Stattdessen kannst Du aktiv Deine Gedanken beeinflussen.

Es sind nur Gedanken und Du hast die Wahl, wie Du mit ihnen umgehst. Willst Du weiter durch den Filter “Ungezogenes Kind!” schauen? Dann wird Dir Dein Gehirn ständig die Bestätigung dafür liefern, dass Deine Vorurteile stimmen. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Deine Haltung kommt natürlich auch beim Kind an. Das führt nicht gerade dazu, dass euer Verhältnis sich verbessert.

Was steckt dahinter?

Viel zielführender ist es für Dich, hinter Deine Wut zu gucken. Worum geht es Dir wirklich? Warum regt Dich ein bestimmtes Verhalten so auf? Menschen sind unterschiedlich und werden von anderen Dingen getriggert. Manche nervt vor allem Unordnung, andere Lärm, wieder andere springen auf bestimmte Phrasen und Äußerungen an. Um herauszufinden, was Du brauchst, kannst Du Dich fragen: Was würde sich für mich erfüllen, wenn es anders wäre? Je nach Situation vielleicht Ruhe, Rücksichtnahme oder Unterstützung. Wenn Du das für Dich selbst herausfindest, kannst Du Dich damit verbinden. Dafür sorgen, dass Du das bekommst, was Dir momentan fehlt.

Sorge für Dich

Du hast herausgefunden, was Dir fehlt? Super, das ist der erste Schritt, es auch zu bekommen. Sprich es aus! Wenn Du Deine Bedürfnisse nicht ernst nimmst, tun andere es auch nicht. Dann überlege Dir verschiedene Strategien, die Dir gut tun würden. Wie erfüllt sich für Dich “Ruhe”? Kaffee trinken, in die Sauna gehen, lesen, ein Bad nehmen, Spaziergang im Wald, Musik hören, Film gucken… Du siehst, es gibt viel mehr Möglichkeiten als “Das Kind ist still – und ich habe meine Ruhe.” Jetzt hast Du das Steuer wieder in der Hand und kannst Deinen Akku aufladen. Unabhängig vom Verhalten der anderen. Das hilft Dir langfristig, in der nächsten Konfliktsituation nicht so schnell an die Decke zu gehen. Und das wiederum hat eine positive Wirkung auf die Atmosphäre und für alle Familienmitglieder.

Meine Einladung an Dich

Diese Veränderung musst Du nicht allein schaffen. Es ist völlig legitim, sich Unterstützung zu holen. Lass uns telefonieren und schauen, wie ich Dir helfen kann. Ein erster Schritt zu mehr Gelassenheit kann auch das Arbeitsblatt “Mein Glas der Selbstfürsorge” sein. Du bekommst es bei der Newsletteranmeldung auf meinem Blog. Wenn Du Dir mehr Austausch und Input zum Thema “Entspannt Stiefmutter sein” wünschst, komm in meine Facebook-Gruppe.

 

Marita Strubelt ist Mutter, Stiefmutter und Familiencoach. Sie ist den Weg gegangen: Als kinderlose Stiefmutter hin zu einer Patchworkmama mit “zwei Bauchtöchtern und einem Bonussohn”. ​​Als Coach und mit ihrem Blog „Patchwork auf Augenhöhe“ leistet Marita einen wertvollen Beitrag für ein harmonisches, friedvolles Familienleben.

9 Kommentare

  1. Fensterblatt sagt

    Guten Morgen!

    Es ist 7.17Uhr an einem Sonntag und ich (43) habe eine weitere halb schlaflose Nacht verbracht, um mich nun mit einem Buch und einer Tasse Tee ins Wohnzimmer zu flüchten. Denn ich mag die seelenruhigen Schlafgeräusche meines Ehemannes (47) und meiner Bonuskinder (Mädchen 13, Sohn 10) nicht mehr hören. Ich versuche meine quälenden Gedanken über das Mobbing seitens Sohn und Exfrau loszulassen. Die Wut über zahllose Boykottansätze habe ich mittlerweile gut im Griff dank meiner Abgrenzungs- und Selbstfürsorge Strategien.

    Doch dieses Wochenende ist etwas Neues passiert, meine Energie und mein Wille, die häusliche Harmonie mit herzustellen, indem ich nach Bedürfnissen frage, meine Bedürfnisse in Bitten formuliere oder einfach 5 gerade sein zu lassen und „weiterzumachen“, die sind verpufft. Einfach so-weg! Kein Wille mehr, zu verstehen und auch kein Wille mehr, gemeinsame Zeit zu verbringen.
    Und mein Ehemann reagierte mit dem Vorwurf, ich sei egoistisch als ich mit gestern zum ersten Mal der Situation komplett entzogen hatte, um den Nachmittag mit einer Freundin zu verbringen.

    Ich lebe seit 5 Jahren in unserer Familienkonstellation jedes zweite Wochenende. 2 weitere Kinder mit der Exfrau erleben wir gar nicht, weil er sich den Umgang nicht „erstreiten“ wollte und sie es den Kindern überlassen hat. Mit der Tochter (13) pflege ich ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Gemeinsame Kinder haben wir nicht. Beruflich bin ich voll beschäftigt, um uns allen unseren Lebensstandard zu erhalten. Die Exfrau grüßt mich nicht, die Eltern sprechen hauptsächlich organisatorisch miteinander. Mein Mann möchte sich nicht mehr mit ihr über Erziehungsfragen auseinandersetzen.

    Nun fürchte ich allmählich, dass wir unsere Stärke in der Partnerschaft verlieren werden, da ich meinerseits fühle, dass ich resigniere. Ich fühle mich gerade in meinem eigenen Zuhause nicht mehr wohl. Und das quält mich sehr, da ich beruflich ständig unterwegs bin und da meine Familie leider nach der Wende unsere Heimat verlassen und sich seither bei mir kaum ein Zuhause Gefühl eingestellt hatte.

    Ich überlege die KinderWE zukünftig arbeiten und diesen Kräfte zehrenden Situationen aus den Weg zu gehen. Wie ist Eure Erfahrung/Meinung dazu?

    Herzliche und mitfühlende Grüße an alle…

  2. y.r. sagt

    Hallo liebe Community

    Es ist so erleichternd zu Lesen, wie viele Leidensgenossinnen hier zu finden sind. Auch ich stecke in einer für mich aussichtslosen Situation.
    Mein Mann, 50 und ich 30, leben seit 9 Jahren zusammen, sind verheiratet seit 8 Jahren. Aus der vorigen Beziehung gibt es 2 Jungs, zum damaligen Zeitpunkt 1 und 4 Jahre, kamen in der Regel alle 2 Wochen zu Besuch, gelegentlich wurde der Kontakt seitens der Mutter für bis zu einem halben Jahr komplett eingestellt. Die 3 hatten also eine echt schwere Zeit. 2012 bekamen wir unser erstes Kind, ein Sohnemann. Wir entschieden uns für ein Geschwisterchen, Feb. 2016 kam unsere Tochter zur Welt. Im Dezember 2015 zog aber auch sein Großer (damals 4, mittlerweile 9) zu uns. Diese Hopplahopp Situation hat dazu geführt das unser gemeinsamer Sohn total überfordert war und das alles an dem Großen ausgelassen hat. Umgekehrt genau so, sämtliche Wut des Großen wurde auf den Kleinen abgeladen. 2018 kam ungeplant ein weiteres Mädchen zur Welt. Wir sind aktuell bei 3 gemeinsamen Kindern, dabei bleibts auch, und das liebe Stiefkind.
    Ja das liebe Stiefkind, aktuell 13 1/2.. in Papis Augen ‚the best of!‘! Und auch Papi ist ja sooo ein toller Vater! Jaja, wenn es um die schönen Momente geht, Kumpel sein! Das klappt! Aber wenn es darum geht das wieder alles liegen gelassen wird, Geschirr und Müll und dreckige Klamotten gehortet werden, geklaut wird wie ein Rabe, egal ob im Geschäft oder aus Papis Kasse, Spielsüchtig-nach eigenen Angaben 800 Euro für eine imaginäre Spielwelt aus dem Fenster werfen und dabei es nicht mehr bis zur Toilette zu schaffen und somit in Flaschen zu pinkeln, Ezigaretten überm Kumpel im Internet kaufen… ich könnt noch ziemlich lang so weiter machen, aber ich hoffe das auch mein Threat gelesen wird, und vllt jemand Ähnliches erlebt und vllt. lösen konnte.
    Ich bin IMMER die Böse die dem Papi das und das und das sagt. Und Papi MUSS dann handeln. Sonst endet es bei uns in einem Riesen Palaver. Mittlerweile… ich habe das Gefühl, ich vergleiche es gern mit einem Hexenkessel, jede Sache über die ich mich aufrege wird in diesen Hexenkessel geworfen. Manchmal setzten mein Mann und ich uns zusammen, nehmen ein zwei Teile heraus, reden ein bisschen drüber, stellen fest da muss was gemacht werden, werfen es wieder rein.. und das war’s… ja und dann kocht der Kessel irgendwann über… es geht mir in erster Linie um diese Desinteresse meines Mannes! Es macht mich wahnsinnig. Ich leide unter einer Kiefergeschichte, mittlerweile ist es soweit das ich durch diese Aufregungen tierische Schmerzattacken bekomme.

    Ja und nun.. die Lösung? Sohn zurück zur Mutter, wo Papi so lange darum gekämpft hat… ich wäre für immer die Schuldige warum sein Sohn nicht bei ihm groß werden kann. Der Große erpresst Papi auch gerne damit wenn es mal wieder Ärger gibt und es an seinen Kragen geht: „ich will eh nicht mehr hier..“ er befindet sich seit ca einem Jahr in psychologischer Behandlung, nur habe ich das Gefühl durch Termine einmal im Monat können die uns nicht helfen. Erziehungshilfe waren wir. macht aber keinen Sinn wenn Papi sich an keine Abmachungen hält. Und trennen kommt für mich nicht in Frage. Einen Teufel werd ich tun und unseren Dreien ihr zu Hause oder ihren Vater nehmen. Ich fühle mich gefangen in dieser Situation… ich kann nicht einfach über meine Prinzipien hinweg sehen. Es brodelt in solchen Momenten in mir, es kocht, ich spüre meinen Puls bis in den Hals. Dadurch das ich mich zum Ersten über den Großen aufrege, das schon wieder sowas passiert, zum Zweiten über meinen Mann aufrege, das er es mal wieder, zum ersten nicht selbst mitbekommt und zum zweiten: bis auf Reden, nix macht! Nix! Erst wenn ich auf die Barrikaden gehe, dann ist er ja total meiner Meinung und rührt er sich!
    Vielleicht noch kurz angemerkt: ich habe leider nicht die handhabe. In der Vergangenheit waren wir uns nicht immer so einig, also selbst nicht wenn ich auf die Barrikaden ging. Es fiel das ein oder andere mal der spruch: ich bin der Vater und ich habe das sagen. Das hat der Große natürlich auch mitbekommen… tja, was mach ich nu… ???
    Danke an Alle, die es lesen und erstrecht an Die, die antworten..

    • Liebe Y,

      danke für Deine Rückmeldung. Mannomann, da hast Du ja eine Menge zu tragen.

      Du klingst total genervt und auch verzweifelt. Die Aufregung führt sogar zu körperliche Schmerzen. Dein Stiefkind ist mit 13 1/2 schon mitten in der Pubertät und lässt sich nichts sagen. Gleichzeitig hast Du auch festgestellt, dass die bisherigen Gespräche und Ermahnungen keinen nachhaltigen Effekt hatten. Du möchtest so gern eine Lösung, bei der Du nicht die „Böse“ bist und die für Deinen Mann auch passt. Dabei ist Dir wichtig, auch gesehen zu werden mit Deinen Werten und Bedürfnissen. Du wünschst Dir einfach mal ein entspannte Zeit und dass ihr sinnvoll miteinander reden könnt ohne ständigen Streit, ist es das?

      Wenn Du möchtest, können wir gern mal in Ruhe über Deine Situation sprechen. Meine freien Termine findest du hier: https://maritastrubelt.youcanbook.me

      Grüße von Herzen,
      Deine Marita

    • Hallo sagt

      Ich weiss, ich stehe alleine auf weiter Flur, wenn ich einer Stiefmutter, die am Ende mit ihren Nerven ist, den Ratschlag erteile: „kontaktiere die Exfrau deines Partners!“ Ich habe es getan, naiv wie ich bin, vielleicht auch offen wie ich bin und wie die Ex meines Partners ist. Wir haben denselben Mann gedatet und wir hatten vermutlich dasselbe Motiv, ihn zu daten: Er ist ruhig und in sich gekehrt. Uns hat diese Melancholie angezogen. Sie beide, das ging nicht, weil sie fordernder ist als ich. Ich bin eher geduldig und mache auch gerne mal etwas mit, was nicht von mir ausging. Sie ist eher diejenige, die etwas anreisst und sie hatte es immer gerne aufgeräumt und rechtschaffend. Ich finde einige Sachen nicht so schlimm und sage, das kommt dann schon noch. Mein Mann braucht beide Frauen und einen guten Stiefvater für seine Kinder, denn die alleinige Kompetenz des Elternpaares wäre nicht genügend gewesen oder hätte die Kinder zu sehr verwirrt. Bei uns war es der Stiefvater und die Mutter, die streng waren. Bei euch bist du es. Alleine ist das aber viel verlangt. Was könntest du also wem abgeben? Wer, in diesem Gefüge (Vater, Mutter und falls vorhanden: Stiefvater) könnte einen Part von dir übernehmen? Dein Mann nicht, denn er ist nicht der Typ dazu. Also muss es jemand von den anderen sein: Mutter oder Stiefvater. Kinder sind ja nur so, wie wir als Eltern sind und nicht so, wie ganz andere Menschen sind. Sie wollen „ganz“ werden, also ihr ganzes Potential erleben und ausleben und streben mit allen Mitteln danach. Sie übertreten dabei aber auch unwissend Grenzen des Zusammenlebens oder begeben sich übermütig in Gefahren. Also frage nach, wer von den Eltern die Rolle des strengen Elternteils übernehmen möchte? Setzt euch zusammen und du erklärst dass du am Rand deiner Kräfte bist. Dass du dem Stiefsohn gerne die Grenzen aufzeigen würdest, nach denen er strebt, aber du merkst dass du eine Pause brauchst. Wer von den anderen drei (Vater, Mutter, Stiefvater) möchte und kann das übernehmen? Vielleicht bieten sie auch an, den Jungen in die Ferien zu nehmen oder unterstützen dich mit den anderen drei Kindern?
      Helfen mal in Deiner Familie aus. Du hilfst ja auch in ihrer Familie aus, mehr als du kräftemässig kannst. Möglich, dass sie ganz gerne mal zu den Kleinen schauen möchte.
      Wenn niemand die Rolle des Grenzen setzenden Elternteils übernehmen will, dann heisst das nicht, dass du das weiterhin tun musst. Ich denke aber dass ein Gespräch mit der Mutter dieses Kindes Dir und der ganzen Familie wirklich helfen könnte. Stell nicht einfach deine Dienste ein ohne vorher jemandem etwas davon gesagt zu haben. Sage wenigstens deinem Mann davon. Vielleicht ist es für euren Stiefsohn schwierig in eurem Gefüge? Sind die Erwartungen aller Beteiligten geklärt? Haben die Eltern ihre Vergangenheit geklärt und sind zu einem Schluss gekommen, es so zu belassen wie es ist? Wenn sie nämlich weiterhin in dieser Stellung, dass sie recht haben wollen, verharren, können sie nichts ändern an der aktuellen Situation. Dann spielt immer das Unausgesprochene hinein.
      Ich hatte sie also angerufen, ohne irgend einen Gedanken, dass sie ja die böse Ex sei. Ich wusste damals ja nicht, dass ich die Ex nicht sollte gerne haben, da ich keinen Kontakt zu Nexten hatte. Ich gab mich einfach in die Situation und lebte sie, aber da fehlte eben noch etwas, eben die andere Elternhälfte. Man kann als Stiefmutter den Karren nicht alleine ziehen, denn man hat die erste Prägungszeit des Kindes nicht miterlebt. Man kann noch so feinfühlig sein, man würde es nie hinkriegen können ohne die Eltern.
      Und wenn das Gespräch eine Katastrophe wird, dann geniesse die Zeit mit deinen Kindern und packe den Groll in eine Kiste und schick ihn an die Adresse zurück wo er hingehört- bildlich meine ich natürlich. Denn Deine Aufgabe sind Deine Kinder. Die anderen hatten dich bisher als Bonus und wenn sie nicht wollen haben sie gehabt. Bedenke, dass das was dein Stiefsohn jetzt von deinem Mann als Supplement bekommt, auf Dauer nicht zum Glück führt, weder für den Stiefsohn, noch für deinen Mann. Er kann sich die Bindung zum Kind nicht erkaufen. …auch wenn es verständlich ist, dass man es über materielle Geschenke tut, wir sind ja materiell geprägt, es bringt trotzzdem nicht mehr Liebe. Dein Mann muss anerkennen, dass die Bindung nicht stark ist, aber da muss er selbst drauf kommen. Geniess du die Zeit mit deinen Kindern, dann merkt er irgendwann auch, dass es besser ist, die Kinder zu geniessen wenn sie klein sind, denn dann hat man diese Bindung noch, die man bei den Grossen dann vermisst. Und irgendwann sind wir alle Grosseltern und froh, dass unsere eigenen aus dem Haus sind und wir die Enkel wieder abgeben können. Geniess die Zeit mit deinen kleinen Kindern!

  3. Antje sagt

    Hallo.
    mein Name ist Antje. Ich bin jetzt fast 3 Jahre mit meinem Partner zusammen (er 49 – ich 47) . Er hat eine fast 8 jähige Tochter.
    Ich selbst habe eine fast 26 jähige Tochter, mit der ich als Mutter nie Sorgen oder Probleme hatte. Ich bin nicht nur ihre Mama, ich bin auch Ihre Freundin….
    Aber die Tochter meines Partners, den ich über alles liebe, ist ein Teufel. Sie ist laut, hyperaktiv, nässt ständig ein, hat keinerlei Benehmen. Seitens ihrer Mutter werden ihr auch all diese Ding nicht beigebracht. Sie kämmt sich nicht einmal die Haare und ich empfnde sie als schmutzig. Neuerdings denkt sie sich Lügen aus und bring mich in Schweierigkeiten, sodass ich mich vor ihrem Vater rechtfertigen muss. Ich habe beschlossen, keine Minute mehr alleine mit diesem Kind zu verbringen… einfach aus Angst. Ich wünsche mir von ganzen Herzen, dass dieser Teufel nicht mehr zu uns kommt. Solange mein Partner und ich alleine sind, ist alles sehr harmonisch und wir lieben uns unbeschreiblich. Doch kaum ist seine Tochter da, ist er in sich gekehrt und nicht mehr der Mann, denn ich liebe…. Ich liebe Kinder und ich gehe auch immer auf sie zu. Auch meine Tochter mag dieses Kind nicht…
    Ich flüchte schon immer an den Wochenende, wenn sie zu uns kommt. Jede zweite Woche von Donnerstag bis Montagmorgen… Ich ertrage seine Tochter nicht in meiner Nähe. Ich habe Ohrenschmerzen von dem kreischenden Kind. Mein Partner ist ein ganz ruhiger Mann, ich verstehe nicht, wie er es erträgt…..
    Auch ich weiss mir keinen Rat mehr…
    Viele Grüße Antje

    • Liebe Antje,

      danke für Deinen Kommentar. Puh, Du klingst ziemlich wütend, genervt und irgendwie auch erschöpft. Das Verhalten der Tochter Deines Partners ist schwer auszuhalten. Du hast sogar Angst davor, mit ihr alleine zu sein. Schon der Gedanke an ein bevorstehendes Wochenende belastet Dich. Du möchtest Dich gern besser davon abgrenzen und wünschst Dir mehr Gelassenheit und Ruhe – ist es das?

      Gern unterstütze ich Dich in Deiner Situation! Wenn Du möchtest, kannst Du Dir hier einen kostenlosen Beratungstermin buchen https://maritastrubelt.youcanbook.me

      Grüße von Herzen,
      Deine Marita

  4. Niocle Reinke sagt

    Hallo .
    mein Name ist Nicole ich wohne seid knapp einem Jahr mit meinem Partner zusammen .Er hat 2 kinder Zwillinge 10 Jahre und ich habe 2 Kinder 16 Jahre und fast neun . Wir haben seid 7 Monaten eine kleine Tochter (die aber jetzt nicht zur sache steht).Alle 5 kinder Leben dauerhaft bei uns. Meine Kinder sind sehr entspannt und ausgeglichen,seine dagegen sehr laut und sie wollen immer im Vordergrund stehrn ….sie benehmen sich wie 3 Jährige, halten sich nicht an Regeln…denken nur an sich …davon bin ich sehr genervt….sie sind sehr undankbar machen viel Blödsinn und kaputt. Ich habe mich scho sehr oft mit meinem Partner gestritten. So wie auch heute….Meine Kinder stecken immer zurück…..ich bin so genervt…fast überall wo sie sind /waren gibt es Probleme….sie sind viel am ärgern….auch meine 8Jährige Tochter bekommt es oft zu spüren….es ist so anstrengend…..ich weiß nicht mehr weiter …eigendlich steht so ein kleiner Wurm im Vordergrund (unsere Tochter) aber hier ist es leider nicht so .Wir haben auch schon oft an einem Tisch gesessen und diskutiert…aber nichts hilft ins eine Ohr rein und ins andere heraus…ich weiß mir keinen Rat mehr.
    Mit freundlichen Grüßen
    N Reinke

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