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Patchwork und Sex

Patchwork und Sex. Foto: Stocksnap, Daniel Santalla

Vor einigen Wochen erreichte mich über Facebook eine Nachricht von Kevin. Er ist 16 und schrieb, es gäbe in letzter Zeit häufig Streit zwischen seinem Vater und der Stiefmutter. Außerdem würde sie sich seit ungefähr vier Wochen merkwürdig verhalten. Sie würde sich ihm gegenüber sehr freizügig zeigen, und er hätte sie auch schon zufällig bei der Selbstbefriedigung gesehen. Zum ersten Mal im Leben machte ich mir Gedanken über das Tabuthema „Sex zwischen Stiefmutter und Stiefkind“. Wie geht man eigentlich mit Patchwork und Sex um? Mit sexuellen Phantasien? Egal, ob diese sich um die Stiefmutter oder den Stiefvater drehen oder um die Stiefkinder.

Patchwork und Sex – ein heikles Thema

Ich gestehe, im ersten Moment stutzte ich – und wollte Kevins Mail als Teenager-Sex-Phantasie abhaken. Vor allem, da er auch noch anfügte, er könne nur mit Frauen über das Problem reden, seine Kumpel würden ihm raten, die Stiefmutter zu … (ich denke, wir alle können uns denken, was Kevin schrieb).

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es sich um sexuelle Belästigung eines Minderjährigen oder eine Phantasie handelte. Mit Kevins Einverständnis hatte ich seine E-Mail nämlich auf meine Facebook Seite gestellt und dort gefragt, wie andere Stiefmütter und Väter mit dem Thema „Teenager und Sex“ daheim umgingen. Es gab viele Antworten, nur Kevin meldete sich nicht mehr – auch nicht auf die PNs, die ich ihm später noch schrieb.

Wie geht man mit sexuellen Phantasien um?

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt habe ich mich aber gefragt, ob nicht tatsächlich in einer Stiefmutter-Stiefsohn Beziehung auch sexuelle Aspekte enthalten sein können. Genauso wie in einer Stiefvater-Stieftochter Beziehung. Bisher hatte ich mich mit diesem Thema nicht weiter beschäftigt, dabei ist das nicht wirklich abwegig. Ein pubertierender junger Mann und eine womöglich attraktive „Mrs. Robinson“… Wir alle kennen dieses Szenario aus Filmen. Wie geht man damit im hauseigenen Patchwork um? Durchaus Sprengstoff, der in so einer Konstellation stecken kann. Zumal Kevin auch noch schrieb, seine Mutter wäre seit 10 Jahre tot – er hätte also nicht einmal aus der Situation fliehen können.

Die Ratschläge in den Kommentaren war unterschiedlich, die einen rieten, sofort mit dem Vater zu sprechen, die anderen meinten, das würde nichts bringen, er solle lieber die Stiefmutter direkt ansprechen und ihr direkt sagen, sie würde sein Schamgefühl verletzen. Wieder andere schlugen vor, eine Tante oder Vertraute einzubinden. Richtig gute Tipps wurden gegeben. Falls es Kevin mit seinem Problem wirklich ernst war, hoffe ich, dass er alles gelesen und es ihm geholfen hat.

Was macht die Stiefmutter, wenn sie Objekt der Begierde wird?

Wie aber geht eine Stiefmutter damit um, wenn sie plötzlich der Mittelpunkt der sexuellen Phantasie eines Heranwachsenden wird? Das scheint nämlich, glaubt man den Statistiken eines amerikanischen Porno-Anbieters, die weltweit deutlich häufigere sexuelle Fantasie zu sein.

Patchwork und Sex. Quelle Youporn

Patchwork und Sex. Quelle Youporn

In Deutschland wird übrigens zunächst einmal nach dem Begriff „german“ also deutsch gesucht, wenn hierzulande Besucher das amerikanische Portal nutzen. Allerdings wird anschließend auch intensiv in Sachen Stiefmutter recherchiert 🙂 Weitere statistische Daten finden Sie hier.

Patchwork und Sex Deutschland. Quelle: Youporn

Patchwork und Sex Deutschland. Quelle: Youporn

Was macht eine Stiefmutter, wenn sie spürt, dass der Blick des Stiefsohns etwas zu lang auf ihr ruht, wenn sie das Gefühl überkommt, dass mache seiner Berührungen kein Zufall  sind, Umarmungen plötzlich nichts kindliches mehr haben. Eine schwierige Situation, könnte ich mir vorstellen. Noch schwieriger sicherlich, wenn der Junge seine sexuelle Phantasie dem Vater erzählt und dabei behauptet, die Stiefmutter würde ihn „anmachen“.

Wie soll ein Vater damit umgehen? Wem soll der Vater glauben, wenn seine Partnerin entrüstet alles von sich weist? Wie soll die Stiefmutter damit umgehen? An wen kann sich das Kind wenden? Sex ist meist ein Tabuthema. Haben Sie sich in Ihrer Familie bereits Gedanken dazu gemacht? Eventuell schon Erfahrungen mit dem Thema gemacht?

Was denken Sie? Bitte E-Mail mit Stichwort „Patchwork und Sex“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Daniel Santalla

2 Kommentare

  1. Susanne Petermann sagt

    Per Mail:
    Hallo Susanne,
    da kann es einen schaudern, wenn man so etwas liest.
    Mein Stiefsohn lief eine Zeitlang gern in Boxershorts mit Eingriff und deutlich erigiertem Penis durch die Wohnung, wenn außer ihm und mir niemand zu Hause war.
    Ich habe meinen Mann darauf angesprochen, und wir haben uns darauf geeinigt, den Jungen (damals 16) nach dem Essen mit einem Dreiergespräch zu überraschen.
    Es war ihm sichtlich unangenehm, aber der Vater hat deutliche Worte gesprochen, und danach hat es keine Vorkommnisse mehr gegeben.
    Ebenso hat mein Mann sich darum gekümmert, dass sein Sohn seine benutzten Taschentücher (*hüstel*) selbst entsorgt.
    Außer dem Sohn meines Mannes gehören noch zwei Mädchen, ebenfalls im Teenager-Alter zur Familie. Der Junge wurde darauf hingewiesen, dass die Mädchen auch kein Interesse daran hätten, sein Geschlechtsteil zu sehen – egal, in welchem Zustand.

    Das ist natürlich anders, als wenn die Stiefmutter sich für den Jungen interessiert … Auch ist ein Stiefkind ist schutzbefohlen.
    Sexuelle Belästigung von Schutzbefohlenen ist ein Straftatbestand.
    Ich würde einer/m Jugendlichen, die/ der sich sexuell von von Eltern oder Stiefeltern belästigt fühlt, raten, sich in der Schule an die Vertrauenslehrkraft oder Sozialpädagogen zu wenden. Diese unterliegen der Schweigepflicht und hören zu und beraten. Im Falle einer Straftat schlagen sie vor, das Jugendamt einzuschalten.

    Viele Grüße,

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