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Blogparade: Das macht mich zur Mutter!

Blogparade. Foto: Stocksnap, F Romero

Ist der Wettstreit unter Müttern ganz normal? Vergleichen wir unsere mütterlichen Qualitäten, unsere Kinder und die dazugehörigen Väter eben so, wie wir unser Bindegewebe vergleichen, unsere Hintern, Brüste, Falten und Karrieren? Oder geht das bei Müttern tiefer? Sind die Gründe und die Gefühle hier anders?  Adoptiv-, Pflege- oder Stiefmütter gelten allgemein als Mütter zweiter Klasse, auch wenn ihr Alltag mit den Kindern genau so aussieht, wie der anderer Mütter. Was macht eine Frau also zur Mutter? Was ist entscheidend? Sind es die Kinder oder ist es die Schwangerschaft? Eure Meinung interessiert mich. Darum starte ich heute die Blogparade „Das macht mich zur Mutter!“

Was macht mich zur Mutter?

Der erste Gedanke ist naheliegend – eine Schwangerschaft macht eine Frau zur Mutter. Aber ist das schon alles? Und stimmt das so überhaupt?  Schwiegermutter und Großmutter haben selbst Kinder zur Welt gebracht, klar, aber schon bei der Adoptiv- oder Stiefmutter ist das kein „Muss“ mehr. Das Gesetz definiert sie trotzdem auch als Mutter. Biologisch wird es noch komplizierter.  Die Eizellenspenderin ist genetische Mutter, die Eizellenempfängerin trägt das Kind aus. Zusätzlich gibt es Leihmütter die ihren Bauch für fremde befruchtete Eizellen leihweise zur Verfügung stellen. Wenn es hart auf hart kommt, kann ein Baby auf diese Weise drei Mütter gleichzeitig haben. Puhchen …

Optisch sind Mütter nicht von anderen Frauen zu unterscheiden – solange sie nicht gerade im neunten Monat sind. Die „Truppenmutter“ Ursula von der Leyen wirkt neben Angela „Mutti“ Merkel wie eine alleinstehende Emma-Aktivistin, dabei hätte sie in dunkeldeutscher Vorzeit das goldene Mutterkreuz bekommen. „Mutti“ dagegen ist eine kinderlose Stiefmutter. Ganz schräg wird es bei den kirchlichen Müttern. „Mutter Teresa“ sammelte zwar Babys aus Mülltonnen, war aber als Nonne ebenso Jungfrau wie Maria, die Mutter Gottes.

Die „aufopfernde Mutter„, die  das Wohl ihrer Kinder über ihr eigenes stellt, gilt als das Ideal. Gleichzeitig wissen wir: Nur wenn es der Mutter gut geht, geht es dem Kind gut.  Ja wie denn nun? Die „Rabenmutter“ (übrigens ein Ausdruck, den es nur in der deutschen Sprache gibt) vernachlässigt angeblich ihre Mutterpflichten und geht arbeiten – gleichzeitig wird das von der modernen Frau erwartet. Die Helikoptermama dagegen schwirrt immerzu um ihren Nachwuchs herum – auch das wird irgendwie erwartet. Eine Eislaufmama drillt bis zur Schmerzgrenze und fordert Hochleistungen, die Mutter eines besonderen Kindes freut sich schon über kleinste Fortschritte. Es gibt Hunde- und Katzenmamas auf zwei Beinen, andere Frauen mutieren zur Löwenmama, wenn ihre Lieben bedroht werden.  Sternenmütter trauern um ihre über alles geliebten Kinder und Psycho-Mom verbuddelt ihren Nachwuchs im Blumenkasten auf dem Balkon. Während einige alleinerziehende Mütter jeden Cent für ihre Kinder dreimal drehen, wurden andere Frauen, glaubt man den Herrenstammtischen, nur deshalb Mutter, um nicht arbeiten zu müssen. Alles ist möglich, wirklich alles. Mutter sein hat tausend Facetten.

Was bedeutet es, Mutter zu sein?

Einen Aspekt kennen tatsächlich nur Mütter mit leiblich entbundenden Kindern: Die hormonelle Achterbahn der Gefühle. Viele Freundinnen sagten mir, seit sie Mutter wären, würde alles so tief gehen, sie wären viel dichter am Wasser gebaut und hätten mehr Ängste. Einige können es nicht mehr ertragen, wenn ihr Partner rasant Auto fährt, andere machen sich Tag und Nacht Sorgen, wenn ihr Kind nicht in ihrer Nähe ist. Das Gefühl kennen Vollzeit-Stiefmütter allerdings auch. Sind es also Hormone, die eine Mutter ausmachen? Oder ist es doch eher der Alltag mit einem Kind? Oder ist „Mütterlichkeit“ eine Typfrage und unabhängig von einer Schwangerschaft?

Ich lade hiermit alle Blogger herzlich ein zur Blogparade „Das macht mich zur Mutter!“. Ich freue mich auf jede einzelne Antwort und bin gespannt wie ein Flitzebogen auf eure Beiträge.  Ich hab sogar noch einen Papabonus in petto: Väter dürfen gerne entweder beschreiben, was sie zum Vater macht oder ihre Partnerin zur Mutter. Sucht es Euch aus. Meine Meinung zu dem Thema könnt ihr übrigens hier lesen.

Die Regeln

Die Blogparade „Das macht mich zur Mutter!“ läuft bis zum 30. April 2016. VERLÄNGERT BIS ZUM 15. MAI!  VERLÄNGERT BIS ZUM 15. MAI!  VERLÄNGERT BIS ZUM 15. MAI!  VERLÄNGERT BIS ZUM 15. MAI! Teilnehmen können Mütter, Väter, Patchworker und Stiefeltern, Kinderlose und Kinderwollende. Also alle, die sich für Familie interessieren, miteinander reden und für sich und andere schreiben.  Wer mitmachen möchte und einen eigenen Blog hat, schreibt seinen Beitrag zu dem Thema auf seinem Blog oder seiner Seite bei Facebook, verlinkt ihn auf diesen Beitrag und reicht ihn entweder per Mail oder als Kommentar ein. Wer keinen eigenen Blog hat, kann mir seine Sicht natürlich trotzdem erzählen. Entweder im Kommentarfeld unten oder per Mail an Stiefmutterblog@gmail.com.

Ich werde alle teilnehmenden Blogs hier auflisten und die Beiträge auf meiner Facebookseite sowie bei Twitter verlinken und teilen. Nach der Blogparade fasse ich in einem gesonderten Artikel alle Beiträge zusammen und verlinke noch einmal. Ich freue mich auf die Beiträge!

Die Blogparade wird gelistet bei:

Blogparaden.de

blog-paraden.blogspot.de


Der ersten tollen Beiträge zur Blogparade ist online:

1. Mandy von Blue-Moon-Studio: Das macht sie zur Mutter

2. Frida von 2KindChaos hat sich gefragt, ob Stiefmütter überhaupt richtige Mütter sind.

3. Judith vom Kidsblog Malimuc hat eine spannende Theorie: Mutter ist diejenige, die sich dafür entscheidet, eine zu sein.

4. Jana vom Blog Jana Ludolf stellt sich die Frage, was sie als Mutter eigentlich ausmacht und was Wunschvorstellung und Realität unterscheidet.

5. Beatrice vom Blog Beatrice Lührig meint, dass für eine Mutter nichts jemals wieder so sein wird, wie es mal war.

6. Uta, vom Bog Wundersames Lernen weiß, dass die meisten Menschen denken, sie würde es sich als Mutter leicht machen. Ganz im Gegenteil, loslassen ist unglaublich schwer.

7. Xantippe vom Blog Bittere Wahrheiten meint: Warum sollen nur jene eine echte Mutter sein können, die selbst entbunden haben?! Der Oberbegriff lautet doch „LIEBE“.

8. Nicole vom Elternhandbuch hält es für völligen Blödsinn, dass Frauen, die keine Kinder geboren haben, abgesprochen wird, gute Eltern zu sein.

9. Ju vom Blog Wheely Mom fragt sich, ob Mutterliebe nicht eigentlich ein Samen ist, der gesät wird, keimt und irgendwann zu etwas Wunderbarem wächst.

10. Für Andrea vom Blog Kinderalltag macht Mutterliebe eine Mutter aus und der Flow in dem sie und ihre Familie leben. Als MehrfachMama/Stiefmama hat sie reichlich Erfahrung.

11. Sonja von SonjasbesondereWelt weiß, dass Mama zu sein, der anstrengendste Job auf der Welt ist. Aber sie ist gern Mama und möchte ihre Muttergefühle bald verdoppeln.

12. Angelika vom Blog Stiefmama ist alles auf einmal, Mutter, Stiefmutter und Adoptivmutter. Gemeinsam mit ihrem Sohn (!) spricht sie über das Muttersein. Unbedingt lesen und reinhören!

13. Berenice von Phinabelle glaubt, es gibt 100 Arten verschiedener Mütter, aber eins sollten alle Mütter machen:ihr (Adoptiv-/Pflege-/Stief-) Kind lieben!

14. Ein Schreibaby stellt seine Mutter auf eine harte Probe, weiß Jana vom Blog Hilfe mein Baby schreit.

15. Man ist, was man tut meint Molly vom Blog VonderUniandenHerd und sagt: Man ist dann eine Mutter, wenn man tut, was eine Mutter tut!


Bitte E-Mail mit Stichwort „Blogparade: Das macht mich zur Mutter!“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Foto: Stocksnap, F Romero

45 Kommentare

  1. Pingback: Mamasein

  2. Hallo, liebe Susanne! 🙂

    Zu spät, zu spät, ich weiß … Trotzdem hier der Link zu meinem Text:

    Liebe Grüße,
    Molly

    • Susanne Petermann sagt

      Hallo Molly,
      vielen Dank für den tollen Beitrag! Da auf den letzten Drücker noch einige Beiträge kamen, habe ich einfach mal verlängert
      Liebe Grüße, Susanne

  3. Pingback: Blogparade Nummer 2: Das macht mich zur Mutter! | Von der Uni an den Herd

  4. Liebe Susanne,
    auf den letzten Drücker habe auch ich einen Beitrag geschrieben 🙂
    Meinen Blogpost zum Thema findest Du hier:

    Alles Liebe,
    Berenice

  5. Pingback: Das macht mich zur Mutter ! – phinabelle – Der Mama-Blog über Kinder, Chaos und ganz viel Glück :-)

  6. Pingback: Was macht mich zur Mutter? | stiefmama.de

    • Susanne Petermann sagt

      Super. Ganz herzlichen Dank. Ich drück Dir die Daumen für die Verdoppelung! Susanne

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Andrea,
      deinen Blog kannte ich bisher noch gar nicht, aber ich werde jetzt bestimmt öfter einmal mitlesen. Der Flow, den du in deiner Familie beschreibst, ist ein wirklich interessanter Aspekt und wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum es im Patchwork so oft ruckelt.
      Herzlich, Susanne

  7. Pingback: Was macht eine Mutter aus? - kinderalltag.de

    • Susanne Petermann sagt

      Ganz herzlichen Dank dafür. Sehr spannend, die Idee mit dem aufgehenden Samen.

  8. Pingback: Mamasein – wheelymum

  9. Pingback: Was macht mich zur Mutter?

  10. Pingback: Ich mache es mir echt leicht

  11. Pingback: Was macht mich zu einer Mutter? | Beatrice Lührig

  12. Pingback: Was mich als Mutter ausmacht – janaludolf

  13. Marie sagt

    Ich habe zwar schon einen Beitrag geschrieben, aber ich möchte die Geschichte meiner Mutter hinzufügen.
    Meine Mutter hat 2 Kinder bekommen. Meine Schwester, 36, und mich, 24. Also ganz schön was auseinander. Als meine Mutter das erste mal Schwaner wurde hat sie ihren Baby-Bauch geliebt wie verrückt! Viele hielten sie für übermütterlich, denn kein Mensch kann seinen Bauch so lieben.
    So weit so gut.
    Die Geburt gestaltete sich schon als schwierig. Wehen wurden eingeleitet, 36 std. Dann war die kleine auf der Welt. Und weg! Meine Mutter konnte meine Schwester die ersten 4 Wochen im Brutkasten beschauen und wurde beraten das Kind doch in ein Heim zu geben. Keiner wusste genau was los war. Eine Behinderung ja. Aber welche?
    Irgendwann stand dann die Diagnose Artogryposis Multiplex Congenita (versteifung der Gelenke) und das leben mit meiner Schwester wurde zum Kampf. Ständig in Krankenhäusern und bei Ärzten.
    Meine Mutter dachte bis dahin so sieht Mutter sein nunmal aus. Ein Pflichtgefühl mehr. Keine richtige Liebe. Aber das war Okay. Sie dachte so fühlen ist normal dachte sie. Und dann kam ich auf die Bildfläche. Völlig ungeplant. Der Babybauch wurde eher skeptisch betrachtet. Nicht so an sich rangelassen. Und alle erdenklichen Untersuchungen gemacht. Nicht noch ein behindertes Kind. Das hätten die beiden nicht geschafft.
    Aber Glück! Ich war gesund. Und plötzlich merkte meine Mutter als.sie mich direkt nach der Geburt im Arm hatte, das es da doch noch ein anderes Gefühl gibt. Ein ‚echtes‘ Muttergefühl. Mutterliebe!
    Das hat sie meine Schwester nie spüren lassen. Sich zumindest die größte mühe gegeben. Und hätte sie es mir nicht erzählt wüsste ich bis heute nichts davon.
    Aber meine Mutter ist nicht mot mir das erste mal Mama geworden.
    Mutter zu sein bedeutet ein Fels on der brandung zu sein für alle seine Kinder ohne Unterschiede zu machen. Egal ob leiblich oder nicht, oder ob man wirklich unterschiedlich empfindet. Mutter zu sein heißt sich als Mutter zu identifizieren und zu fühlen. Ob nun aus pflicht, liebe oder sonst welchen gründen.

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Marie,
      WOW. Drück Deine Mutter mal stellvertretend für mich.
      Susanne

  14. Marie sagt

    Blogparade: Das macht mich zu Mutter!
    Liebe Susanne,
    der Ausdruck “ Rabenmutter/ Krkavčí matka“ gibt es genauso in der tschechische Sprache 😉
    Ich lese viel deine Beiträge und heutiger ist recht interessant. Ich denke, dass eine Frau schon als kleines Mädchen, das mit Puppen spielt und nach dem Vorbild der eigenen Mutter liebevol und fürsorglich für die Puppe da ist, schon sehr früh weisst ( im Unterbewusst ) wie sie später mit Kindern umgeht egal ob eigene oder nicht. Ich mache für meine zwei leibliche und ein “ Stiefkind“ ( alle leben bei uns) alles gleich, die Brote, Hausaugaben, Spiele, Essen, Schoppenfahren, Putzen usw, nach meinem besten Gewissen. Ich liebe die Kinder über alles, aber wenn es um das Strenge an mir geht, weil ich die Kinder einfach mal auch bestrafen will wenn sie nicht hören oder etwas “ verbockt“ haben, fühle ich mich nur für meine Kinder wie Mutter. Mich mach das zu Mutter, ich mache es gerne, ja und ich bin auch mal gerne böse, wenn die Kinder es auch sind, genauso wie ich traurig oder enttäuscht bin. Am liebsten mag ich wenn wir glücklich sind. Irgendwann möchte ich wie meine Oma es war sein, die bei allen Famielienfeiern nur in der Ecke gesesen hat und leicht lächelte.( Es waren alle aus ihre grossen Familie immer da, ohne Zwang) .
    Liebe Grüsse

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Marie,
      danke für den Hinweis, ich dachte bisher wirklich, die Rabenmutter wäre eine deutsche Erfindung.
      Deine Oma ist eine beneidenswerte Frau, sie klingt sehr zufrieden.
      Susanne

  15. Was macht das Mutter sein den genau aus? Diese Frage habe ich mir gestellt und ich kann es nicht beantworten… Geht es um die Aufgaben, die eine Mutter in der Regel erledigt? Sprich den Alltag strukturieren, liebevoll Brote schmieren, Geburtstage ausrichten, am Krankenbett sitzen, mit fühlen, mit leiden und vieles,vieles mehr… Dann bin ich für mein Stiefkind eine Mutter.
    Oder geht es um eine emotionale Bindung? Hier muss ich ganz ehrlich sagen, ich liebe meinen Stiefsohn, ich fühle sehr mit ihm, er beschäftigt mich gedanklich mehr als meine leibliche Tochter zur Zeit ( weil ich bei ihm einfach mehr problematische Situationen sehe als bei ihr) und ich fühle mich mit ihm verbunden, aber die Bindung zu meiner Tochter ist intensiver und tiefer. Ich würde nicht sagen ich mache bewusst Unterschiede, aber es gibt einfach welche, die ich nicht nennen kann, die ich fühle. Geht es darum, bin ich keine Mutter für ihn.
    Nach außen wirkt es für niemanden so, als sei der Sohn meines Mannes nicht meiner. Hier höre ich häufig, wie schön sie es finden zu sehen, wie wir eine Familie sind. Und wie natürlich es wirkt.
    Vielleicht ist man Mutter, wenn man bemuttert und behütet und da ist, sodass das Kind zu dir eine Bindung aufbaut, die über Tante oder Freundin sein hinaus geht. Und wenn das geschieht, das Kind sich geboren fühlt und du es gerne in deine arme schließt etc, vielleicht ist man dann in der „Rolle“ der Mutter?
    Einfach mal meine Gedanken dazu…

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe A,
      wenn das Kind sich in deinen Armen geborgen und behütet fühlt, ist das mütterliche nicht nur eine Rolle. Dann ist es ein Gefühl. Jedenfalls für mich.
      Danke, Susanne

      • Liebe Susanne,
        Da gebe ich dir recht. „Rolle“ ist hier nicht passend, zumindest nicht, wenn man die mütterlichen Gefühle entwickelt hat und nicht „nur“ Aufgaben, die man als solche Ansieht, erfüllt.
        Danke für das darauf hinweisen 🙂

  16. Kerstin sagt

    Oh je, über die Frage habe ich jetzt eine Weile nachdenken müssen. Ich war nie so der „Kinder-Typ“, der sich jetzt auf Babys, Kinder oder junge Heranwachsende zwanghaft stürzen und sie bespaßen wollte. Im Gegenteil – man darf mich auch in Ruhe lassen, wenn man nichts inhaltlich wertvolles von sich geben wollte….
    Tja und dann saß ich da: Schwanger, Zwillinge und der Mann dazu…. (ich weis nicht, was im ersten Moment schlimmer war, die Vorstellung „doppelt“ schwanger zu sein oder den Mann dauerhaft ertragen zu müssen). Binnen einer Nacht war mir klar, die Kinder gehören zu mir, der Mann eher weniger. (Kein Aufschrei bitte – der arme Mann musste finanziell eher weniger bluten, wenn man mal 4 Weihnachtsgeschenke und 1 (!!) Paar Turnschuhe außer acht lässt, was auch noch der Stiefbruder der Jungs gekauft hat…..)
    Mein eigen Fleisch und Blut… meine Babys, Kinder. Und das ganze gepaart mit dem, was June schreibt. Ihr Glück lag mir am Herzen. Und wird es immer.
    Irgendwo hab ich mal was schönes gelesen. Ich kann es aber nur noch sinngemäß wiedergeben. Eine Mutter bekommt immer das Kind, was sie verdient hat und das für sie bestimmt ist. Sprich, dass Kind kann nur so anstrengend oder schwierig sein, wie die Mutter es aushalten kann. (ACHTUNG – ich vermute, dies gilt nicht für Stiefkinder…)
    *lach* Ähm, ich scheine irgendwie Glück gehabt zu haben, bzw. bin dann wohl eher weniger belastbar, dass ich mit 2 wirklich pflegeleichten, vernünftigen Kindern – sorry mittlerweile Teenagern – bedacht worden bin.

    • Die Mutter meiner beiden Stiefkinder konnte ihre Kinder nicht mehr aushalten und hat beide bei uns gelassen. Sie hat sie zwar ausgetragen und geboren, aber sie hatte sich nie so gekümmert, wie es eine Mutter tun sollte. Darum war es für sie auch selbstverständlich, beide zum Vater zu geben.

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Kerstin,
      ganz spanndende Theorie, dass eine Mutter das Kind bekommt, was sie verdient hat und was für sie bestimmt ist.
      Alles Liebe, Susanne

  17. Anett sagt

    Ich habe keine Muttergefühle meinem Stiefkind gegenüber, trotzdem behandele ich ihn als wäre er mein Sohn.
    Ich koche ihm sein Lieblingsessen, kaufe am Freitag sein Lieblingsobst, decke ihn jeden Abend zu, sage ihm morgens, er soll auf sich aufpassen, wasche seine Wäsche, pflege seine Wunden, verpasse keinen Arzttermin, kaufe ihm coole Klamotten, unterschreibe seine Schularbeiten und lerne mit ihm. Ich richte seine Geburtstage aus inkl. Geschenke aussuchen und packe sie liebevoll ein, nähe seine Lieblingsstofftiere und bin immer für ihn da und erkläre ihm die Welt.
    Bin ich jetzt eine „Mutter“? Ich denke, er sieht mich noch nicht mal als Bezugsperson.

    • Kerstin sagt

      Ich glaube, dass man ohne Muttergefühle keine wirkliche Mutter ist, wenn noch dazu kommt, dass es sich nicht ums leibliche Kind handelt.
      Ich habe für meine Stief-Jungs 0 Muttergefühle (ähm – 10) und trotzdem habe ich all die Dinge auch über 8 Jahre gemacht, die eine Mutter halt so zu machen hätte in dem Moment.
      Meine Stieftochter (die durchaus sehr viele Jahre jünger ist als ich) hat mal gesagt, dass sie sich eher als meine Schwester fühlen würde. So wirklich richtig schön fand ich das nicht, weil ich da durchaus mehr eigene Muttergefühle (Sorge? Mitleid? Wohlergehenswünsche….) verspürte. Sie hat durchaus auch immer auf mich gehört und mich als Bezugs- und/oder Respektperson behandelt. Ich bin aber nicht der Typ, der jetzt irgendwie wegen Lappalien anfängt rum zu motzen oder sonst irgendwie wegen Nichtigkeiten Diskussionen anfängt oder sich in irgendwelche eigenen Belange einmischt…. (z.B. wenn sie die Fingernägel lackieren wollte, dann habe ich das erlaubt – HIER- auch wenn sie das zuhause nicht durfte etc. pp.). Vielleicht habe ich da auch mitunter eher „schwesterlich“ reagiert, statt jetzt die Superautoritätsperson raushängen zu lassen… (mir war wichtig, dass sie sich hier WOHL fühlt und dabei fand ich es sehr unwesentlich, ob ihr Fingernägel „Natur“, pink, blau oder dunkelrot waren.)

    • Ich habe auch keine Muttergefühle meinen beiden Stiefkindern gegenüber. Sie leben ja dauerhaft bei uns. Ich würde immer meine 3 vorziehen. Aber ich würde nie etwas tun, was den Stiefkindern schaden würde. Ich mache den kleineren die Schulbrote, backe den Lieblingskuchen zu ihren Geburtstagen, wasche ihre Wäsche usw.. Obwohl ich den Kleinen nicht wirklich mag. Die Große sagt zwar, ich bin mehr Mutter zu ihr als ihre eigene. Dabei mache ich nur das, was eben im Alltag mit Kindern so anfällt. Zu meinen eigenen 3 habe ich ein ganz anderes Verhältnis, viel herzlicher und intimer. Ich wollte früher immer Mutter werden. Aber ich merke, wie ich immer öfter an meine Grenzen stoße. Seit mein 3. Kind auf der Welt ist, bin ich viel ängstlicher geworden und sehr nah am Wasser gebaut. Was mir damals mit einem Kind noch nicht bewusst wurde, wurde mit jedem Kind bewusster. Liegt vielleicht auch daran, dass man ja auch älter und reifer wird.

    • Anett

      Wie alt ist denn dein Stiefsohn? Wie lange lebt ihr schon zusammen? Meinst du nicht, dass er dich als Bezugsperson ansieht?

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Anett,
      hast du ihn mal gefragt, als was er dich sieht?
      Liebe Grüße, Susanne

  18. Marie sagt

    Ich bin vor ca 2 Jahren Stiefmutter geworden. Und es war ein schleichender Prozess. Anfangs habe ich mich nicht mit der Mutterrolle identifizieren können bzw mich nicht als Mutter gefühlt. Je länger wir doch zusammen gewohnt haben und die beiden Kinder mich vor allem anfingen ÜBERALL mit einzubeziehen vom aufstehen bis ins Bett bringen fing ich plötzlich an Mutter zu sein. Mein Gefühle sind intensiver geworden.und ich habe angefangen die Kindr wirklich zu lieben. Wenn es einem der beiden nicht gut geht fange ich an zu weinen,, wenn es ihnen gut geht lache ich vor freude. Selbst die großeltern sagen ich bin wie die Mutter.
    Also denke ich das ist es was einen zu einer Mutter macht. Die Gefühle die man dem Kind entgegen bringt. Es kommt nicht darauf an ob die beiden in meinem Uterus gewachsen sind oder teile meine DNA besitzen.
    Ich bin seit Januar auch schwanger und bekomme so mein erstes leibliches Kind im September. Aber eine Mama bin ich schon!
    Meine beiden ersten bekam ich halt als die beiden schon 6 und 7 waren und jetzt kommt das dritte. Worüber wir uns alle super freuen ?

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Marie,
      was für eine schöne Entwicklung. Die beiden Kinder haben dich zur Mutter gemacht.
      Liebe Grüße,
      Susanne

  19. Als Stiefmutter und Mutter erstaunt mich nach fast 10 Jahren, dass ein Gefühl für alle drei Kindern gleichermaßen stark und wichtig ist: Ich habe ein echtes, nachhaltiges Interesse an ihrem Glück!
    Das ist wohl überhaupt einer DER Unterschiede schlechthin zwischen Eltern jeder Art und Nichteltern: Es gibt Menschen in unserem Leben, deren Glück uns niemals egal wird. Niemals niemals niemals. Das macht einen nicht nur zur Mutter, sondern zu Eltern.

    • Susanne Petermann sagt

      Du hast völlig Recht. Eltern, egal ob Vater oder Mutter, haben einen Menschen in ihrem Leben, dessen Schicksal ihnen niemals gleichgültig sein wird. Du hast einen Blog. Magst Du mit dem Thema an der Blogparade teilnehmen? Ich finde den Aspekt sehr spannend.

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