Allgemein, Die neue Familie
Kommentare 16

Ich liebe meinen Mann, aber ich kann nicht mehr

Ich kann nicht mehr weiter

Ich bin neu hier und suche in diesem Blog nach Antworten, denn ich habe viele Fragen und wünsche mir Rat. Ich bin 34 und habe einen Sohn, 13, aus meiner ersten Ehe. Mein Mann, mit dem ich seit zehn Jahren zusammen und seit vier Jahren verheiratet bin, hat eine Tochter, 15, und gemeinsam haben wir noch einen Sohn, 6 Jahre. Alle Kinder leben mit uns. Ich bereue es nicht, liebe meinen Mann immer noch wie am ersten Tag, und wenn mich jemand gewarnt hätte, was auf mich zukommt (meine Mama hat es zwar gemacht, aber ich glaubte ihr nicht), hätte ich den Schritt trotzdem gemacht. Aber Fakt ist, ich kann nicht mehr.


Ich liebe meinen Mann, aber ich kann nicht mehr weiter machen

Unsere Beziehung hat nicht einfach angefangen, aber wir ließen uns über ein Jahr Zeit, bis wir zusammen gezogen sind. Besser gesagt, bis ich mit meinem ersten Sohn meine Wohnung, meinen gut bezahlten Job, meine Familie, meine Freunde und sogar mein Land verlassen habe. Die ersten zwei Jahre hatten wir die Phase: Tochter bei Mutter, aber doch mehr bei uns. Die Kleine brauchte am Telefon nur „pieps“ sagen und Papa ist 2000km gefahren, um sie abzuholen. Es hat mich geärgert aber im Nachgang war es nichts. Dann ist unser Kleiner auf die Welt gekommen, wir waren sooooo glückliche Eltern und was machte ich vor zwei Monaten? Sagte: Wenn ich gewusst hätte was kommt, hätte ich abgetrieben. Aber dazu später.

Die nächste Phase war, dass die Tochter gar nicht zu uns sollte und mein Mann sie nur bei der Mutter besuchen durfte (sie wohnt 1000 km weit weg). Ich habe alles mitgemacht, war aber traurig und kaputt. Hatte die Kleine schließlich, auch aus Mitleid, ins Herz geschlossen. Mein Großer fragte mich mal, ob ich ihn noch lieb habe. Da sagte ich zu ihm „Natürlich liebe ich dich wie immer, mein Herz wird mit jedem Kind grösser und wird nie platzen“ und so liebte ich alle drei Kinder … dachte ich.

Nachdem ich gelernt hatte, mit der Situation zufrieden zu sein, kam die Phase: Die Kleine will bei Papa leben und die Mutter findet es super. Ich war schockiert, aber mein Mann war so glücklich und hat sofort „Juhu ja“ gesagt. Mir war es damals peinlich und ich fand es von mir ungerecht zu sagen, nein ich will es nicht. Die ersten Jahre waren auch in Ordnung und ich habe mich mit der Tochter zunächst gut verstanden.

Dann platzte die Luftblase

Diese Jahre sind dahin. Mit viel Streit und vielen Tränen. Die Tochter hatte immer was gegen mich, hat gelogen. Vieles kam erst letztes Jahr wirklich raus, auch, was die Tochter von mir hält. Ich weiß nicht, ob jetzt noch eine Phase kommt. Ich kann nicht mehr so weiter machen. Ich weiss nur, dass ich die Tochter hier nicht haben will. Ist das richtig? Sie ist kein Gegenstand, das weiss ich. Ihr Verhalten ist unerträglich, in der Schule ist sie versetzungsgefährdet, raucht Marihuana, kommt ständig zu spät oder gar nicht oder mit der Polizei. Mir sagt sie nur Hallo und Tschüss.

Mein Mann kann sich gar nicht vorstellen, wie ich mich fühle. Wenn ich versuche mit ihm zu sprechen, dann bin ich die Schlechte weil ich mir nicht mehr so viel Mühe gebe wie früher. Meine Stütze sind die Jungs, die mich in Arm nehmen oder mir sagen, dass ich die beste Mami der Welt bin. Bin so verzweifelt. Ich möchte auf der einen Seite für meine Kinder keine Scheidung mehr und liebe mein Mann über alles, auf der anderen Seite suche ich im Internet nach einer neuen Wohnung. Ich kann nicht mehr….
Ich freue mich, dass es euch gibt und ich nicht alleine bin.

Bitte E-Mail mit Stichwort „Ich kann nicht mehr“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.


Vom 8. bis 10. Juli 2016 findet der erste PatchWorkshop für zweite Familien, Stiefmütter und Trennungsväter statt. Gastgeber sind Christine Tietz und ich. Wir bieten: Konkrete Hilfestellung in Form eines Wochenendseminars mit Familienaufstellungen, Vorträgen und Einzelgesprächen. Mehr über den PatchWorkshop, die Inhalte und die Kosten erfahrt Ihr hier. Wir freuen uns auf Euch!


16 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.