Was stimmt nicht mit KV? (Ratlosigkeit und einfach mal „alles loswerden“)

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  • Dieses Thema hat 1 Antwort und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Jahr, 4 Monaten von Anonym.
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    • #293914
      Simba
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      Hallo zusammen!

      Auch wenn ich die Antwort irgendwie schon kenne und ich die ganze Situation wohl einfach nur loswerden muss – mich irritiert das Verhalten meines Mannes zurzeit ungemein. Wie die meisten von uns ja schon hier festgestellt haben, dürfen wir „Stiefmütter“ die Kinder nicht kritisieren, auch wenn es gut gemeint ist, bzw. es wird z.T. vom KV als allgemeine Abweisung des Kindes missverstanden…

      Inzwischen habe ich mich soweit zurück genommen, dass ich gar nichts mehr sage und mich komplett herausnehme. Da ich zurzeit auch nur an den Wochenenden zuhause bin (beruflich bedingt), hat ihm das in mancher Situation schon die Augen geöffnet, z.B. wie BK Bad und Zimmer hinterlässt, wenn keiner da ist, der das Chaos (aus eigenem Antrieb – ich will nicht in ihrem Dreck leben oder wissen, dass ihr Zimmer im Chaos versinkt, bis die Ameisen rauskommen..) beseitigt.
      Dennoch – Erziehungsarbeit wird keine geleistet. Ich verlange ja gar nicht das BT ihre Zimmer putzt oder ähnliches, nur das der Müll aus dem eigenen Zimmer runtergebracht, das Bett aufgeräumt (sie hat eins zum Ausklappen) und an die eigenen Sachen gedacht wird. Außerdem so grundsätzliche Dinge, wie Möbel nicht anmalen, Badezimmerspiegel nicht einschmieren, Bescheid sagen, wenn was leer ist, etc.

      Es gibt so viele Dinge die mich einfach nur entsetzen, weil ich selbst ein anderes Erziehungsverständnis habe und bei eigenen Kindern anders reagiert hätte, worin er aber mit mir meistens auch einig ist.

      Inzwischen ist es mir auch in den meisten Fällen egal, wie sie rumläuft oder sich gibt, es sei denn, wir sind gemeinsam auf Familienfesten eingeladen, da schäme ich mich einfach nur. Sie ist jetzt 14 und schminkt sich einfach viel zu stark, kleidet sich unmöglich und hat keinerlei Selbstdisziplin.
      Wir waren dieses Wochenende gemeinsam auf einem Geburtstag – wäre da eigentlich lieber alleine hingegangen, aber mein Vater hat BT zuliebe schon eine Schulfreundin von ihr eingeladen, da konnte ich schlecht nein sagen.
      Wir waren in einem italienischen Restaurant und sie hat die Pizza mit der Hand gegessen – ich weiß, eigentlich kein Thema, aber ich finde es kommt halt auch auf das Restaurant an und den Gastgeber an – und ich weiß von meinem Vater, dass er mir früh beigebracht hat, das sowas nicht geht bzw. ihn sowas auf die Palme bringt.
      Als wir mal zu dritt Essen waren habe ich ihr mal erklärt, dass es hilfreicher ist nicht mit den Fingern zu essen, weil man dann besser kaut und der Magen Zeit hat satt zu werden.
      Hintergrund ist der, dass sie immer runder wird und einen BMI von über 27 hat – etwas, worauf KV und KM sogar schon von mehreren Ärzten hingewiesen wurden. Trotzdem sind beide der Überzeugung, dass sei gar nicht soo extrem schlimm wie dar gestellt, in der Pubertät seien ja alle Mädchen rundlicher und das verwächst sich noch.
      Und so hat sie auf der Feier ihre Pizza runtergeschlungen, so dass sie fast eine halbe Stunde den anderen beim Essen zusehen konnte – da hat sie ungefragt den Brotkorb meiner Bonusmutter leergefuttert, obwohl der eigentlich zu ihrem Salat dazugehört hat.
      Ich fand’s furchtbar, das KV nichts gesagt hat, wollte mir aber auch nicht die Blöße geben, sie vor den anderen zu Maßregeln. Ich bin für sie eh schon die böse Stiefmutter.
      Meine Eltern haben mich relativ streng erzogen, wovon ich im Nachhinein aber nur profitiere – gerne würde ich BT davon auch profitieren lassen (langfristig) aber das lässt sie nicht zu, es wird alles gleich bei KM „gepetzt“ und mein Mann und ich von ihr angeschnauzt.

      Auf der anderen Seite habe ich mich total gefreut, als KV auf mich zukam und mir eine Klassenarbeit von BT gegeben und mich um eine ehrliche Meinung bat. Die Arbeit war sehr schlecht (Defizit), obwohl die ersten beiden Aufgaben fehlerfrei waren. Fehler häuften sich danach immer mehr. Sie hatte einfach Zeitprobleme, sprich: lernt nicht regelmäßig und hat auch keine Routine. Die Lehrerin hatte auch das, was wir ihr O-Ton immer wieder gesagt haben unter die Arbeit geschrieben.
      Dann hatte ich ihn aber die Berichtigung gezeigt, die BT schon reingelegt hat und hab gefragt: „Findest du das okay?“ – Hab nicht mal auf den Inhalt geachtet. Halbe Seite war voller Tipp-Ex (sie hätte auch einfach ein neues Blatt nehmen können). Außerdem war der Rand unsauber abgerissen bzw. das halbe Papier kaputt. Er hat sich bedankt, meinte dann aber: „sag ich ihr gleich selber.“ (Sie darf ja keine Kritik von mir mehr bekommen, s.o.).
      Gesagt hat er es ihr aber doch nicht.
      Das ist bei allen Dingen so – inzwischen fallen ihm, immerhin, die Dinge selbst auf die schief laufen – ändern tut er dann aber trotzdem nichts.

      Also sagt er zu mir, er achtet drauf, dass BK jetzt jeden Tag mindestens ne halbe Stunde Bewegung hat, das Zimmer ordentlich verlässt, gesund bei uns isst – getan hat er dann aber doch nichts. Allein dieses WE gabs am Freitag Fischstäbchen mit Reis (kein Gemüse) und jede Menge Süßigkeiten beim Fernsehen (ich war an dem Abend bei Freunden), dann hängt sie den ganzen Tag drinnen vor Netflix, auch bei strahlendem Sonnenschein – und KV rechtfertigt dass dann immer vor sich selbst mit „sie hat ja Wochenende/Ferien/nur bei uns Netflix/ keine Lust /…“ oder das Totschlag-Argument: „Ich kann sie nicht zwingen.“

      Ich weiß nicht genau, woher das rührt, dass er sich die eine Sache vornimmt und dann was anderes bzw. gar nichts macht oder noch schlimmer: das Gegenteil macht.
      Ihm werde ich das ganz sicher nicht abnehmen (sein Kind, sein Problem), das fällt mir auch zu 90% nicht schwer – Ausnahmen sind halt jene Situationen wo sie mir peinlich ist. Auch glaube ich, dass er ein Stück weit überfordert ist, er hat beruflich zurzeit eine harte, entscheidende Phase – für mich gilt aber dasselbe. (Deshalb haben wir u.a. noch kein eigenes Kind.)
      Ich weiß auch nicht, ob er Angst hat, das seine Tochter nicht mehr zu ihm will, wenn er mal streng ist, wobei sie eigentlich ein besseres Verhältnis zu ihm hat als KM, weil er einfach mehr vom Leben versteht und BT das auch weiß und ihm für seine Strenge teilweise ganz dankbar ist.
      Seine Sorgen sind also unbegründet, daher kann ich alles nur auf Bequemlichkeit/Überforderung seiner Seite schließen.

      Ich weiß einfach nicht, was mit ihm los ist. Mir tut es für BT auch irgendwie leid, weil sie viele Dinge nicht mehr in den Griff bekommt, wenn jetzt nichts passiert (Übergewicht, Schule, Ordnung), da es bei der Mutter später extrem schlimm verlaufen ist.

      Ich möchte einfach nicht, dass BT für meinen Mann ein Leben lang ein „Kümmerling“ bleibt – klar, bleiben Kinder ein Leben lang Kinder, aber sie soll ja trotzdem auch alleine zurecht komme.

      Der Beitrag ist jetzt doch ganz schön lang geworden, ich hoffe, ihr habt noch Lust zu antworten. Würde mich sehr freuen!
      Mich beschäftigt das schon sehr lange, da sich alles sichtbar zuspitzt.
      Ich würde meinem Mann gerne helfen (mit seiner eigenen Überforderung), weiß aber nicht wie.

      Vielen Dank vorab und viel Kraft an alle anderen Bonusmütter!

    • #293920
      Anonym
      Inaktiv

      Liebe Simba,

      Natürlich ist es schwer, sich zurückzunehmen, wenn man, zumindest zeitweise das Stiefkind in seinem zuhause hat.
      Ich bin auch absolut der Meinung, dass man als Stiefmutter sehr wohl das Recht hat das Kind zu „kritisieren“, bzw. Darauf zu pochen, dass bestimmte Regeln des Haushaltes eingehalten werden.
      irgendwie muss man ja entspannt zusammenleben.
      Andere Dinge oder der Erziehungsstil der Eltern gehen dich aber nur peripher etwas an, nämlich dann wenn es Einfluss auf dein Leben hat.

      Viele der Punkte, die du anfügst,ihr Gewicht oder ihre schulischen Leitungen betreffen dich ja nur am Rande. Du sagst, dass du sehr streng erzogen würdest, heute davon profitierst und das gerne an das Stiefkind weitergeben möchtest. Wenn die Eltern das aber nunmal anders handhaben, kannst du das nicht machen. Erziehung muss auch in dieser Richtung konsequent sein. Es bringt nichts, jetzt da deinen Stil reinzubringen und deinen Partner dazu zu bewegen sich Elemente von Dir anzueignen. Das Kind merkt wie inkonsistent sein Erziehungsstil dann ist.
      Lass das die Eltern machen und nimm dich da zurück.
      Du kannst die Regeln in deinem Haushalt, was zum Beispiel Tischmanieren angeht, natürlich mit deinem Mann festgelegen und dann auch auf Einhaltung pochen. Aber ihr Gewicht ist ihre Sache und die ihrer Eltern. Ich weiß es ist schwer, aber halt dich auch da zurück.
      Und mach dir klar, dass Kinder keine Maschinen sind. Ich rede mir hier mit meinen Kindern den Mund fusselig, wenn es darum geht Gläser und Teller aus ihrem Zimmer in die Küche zu bringen, die Zimmer aufzuräumen und an alles möchliche selber zu denken. Und ich bin damit wirklich mit alleine. Ich weiß jetzt nicht, wie alt die Stieftochter ist, aber mit der Pubertät passieren seltsame Dinge mit Kindern.

      Ich finde es auch ein wenig seltsam, wie du ihr erklärst, dass man nicht mit Händen essen sollte. Es ist ja nun nicht so, dass in Kulturen in denen mit Händen gegessen wird alle übergewichtig sind. Sag doch einfach, dass es bei euch die Regel gibt, dass Besteck benutzt wird und gut ist.

      Meine Stieftochter war immer übergewichtig und ist jetzt sehr übergewichtig.
      Jahrelang hatte sie einen Stiefvater, der dieses Thema immer wieder aufgebracht hat. Das hat sie letzten Endes in eine Essstörung getrieben, sie kann einfach kein Maß mehr hakten. Seitdem sie 18 ist, lässt sie sich nichts mehr vorgeben und sie isst Portionen, dass wir nur noch staunen können.

      Also halt dich auch da zurück.

      Leg mit deinem Mann die Regeln fest, die bei euch zuhause gelten. Das kann auch Ernährung sein. Aber alles andere ist nicht dein Thema.

      Ich habe den Eindruck, dass du gerne Einfluss haben möchtest und dich freust, wenn er dich in die Erziehung einbezieht. Warum?
      Ich ganz persönlich freue mich mittlerweile, wenn die Eltern das alleine geregelt bekommen und ich nichts mehr mitbekomme (Erziehung spielt ja keine Rolle mehr, aber trotzdem ist die Tochter ja noch nicht selbstständig). Sei froh, wenn du nicht involviert bist. Gerade wenn du so anders zur Erziehung stehst.

      Alles gute
      Bosie

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