Therapie für Ex-Partner?!

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Blackpearl vor 5 Monate, 3 Wochen.

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  • #9202

    Marni
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,
    seit ca. 3 Jahren lese ich im Blog mit, ohne jemals selber etwas geschrieben zu haben. Der Grund hierfür ist einfach: Fast alle meine Probleme hat hier jemand anderes schon durchlebt und es tut bereits so gut zu sehen, dass man nicht allein ist, dass ich bisher nicht schreiben musste, um mich verstanden zu fühlen.
    Ich selbst bin Mitte 30, kinderlos und arbeite jeden Tag bis mindestens 18:30 Uhr. Zudem erledige ich ca. 2/3 des Haushalts. Mein Partner ist einige Jahre älter als ich und hat zwei kleine Jungen (6 und 9 Jahre alt). Die Kinder sind aus einer relativ kurzen und unglücklichen Ehe hervorgegangen, die schon vor unserer Beziehung gescheitert ist. Es tobt seit ca. 5 Jahren ein Scheidungskrieg, der keinem Menschen zumutbar ist. Die Ex hat keinerlei Interesse an einer Scheidung oder daran, ihre vollends gescheiterte Beziehung jemals hinter sich zu lassen und streitet über jedes Milchkännchen (das ist wörtlich zu nehmen), was sich an fast 20 anhängigen Gerichtsverfahren zeigt, die sie regelmäßig absichtlich verzögert.
    Ich kenne die Kinder seit vier Jahren. Das Problem, dass die alle 2 Wochen von Freitag bis Montag anwesenden Kinder ihren Vater zum Büttel machen, dieser sich zum helikopternden Clown entwickelt und ich mich für diesen während des Besuchswochenendes in Luft auflöse, ist hier bereits bekannt und ausdiskutiert.
    Ebenso ist bekannt und ausdiskutiert, dass meine eigene Zukunftsplanung auf der Strecke bleibt, dass ich am Wochenende eigentlich meine Ruhe haben möchte statt zu sehen, wie unsere Wohnung auseinandergenommen wird (Fußballspielen in der Wohnung und Sprünge auf die Couch sind beim Vater ok), und dass ich mir besseres vorstellen kann, als meine Ferien jedes Mal mit zwei nicht erzogenen Kindern zu verbringen, deren Verhalten mir häufig peinlich ist (Tischmanieren, Lautstärke, Vokabular).
    Nach drei Jahren regemäßigem Streits zwischen meinem Partner und mir baut sich bei meinem Partner langsam so etwas wie Verständnis auf. In Therapie waren wir natürlich auch schon. Wie ihr seht – ich nehme es inzwischen mit Fassung.
    Um die oben genannten Probleme soll es hier auch nicht gehen, sondern um etwas anderes, das mir beim Lesen eurer Beiträge aufgefallen ist.
    Die überwiegende Mehrheit von Euch, die sich ebenfalls im Dauer-Clinch mit der Ex befindet, schreibt, dass das Kind bzw. die Kinder des Partners folgende Verhaltensauffälligkeiten aufweisen:
    – Kind ist ca. 2 Jahre entwicklungsverzögert
    – Kind schläft (auch mit über 6 Jahren) jede Nacht bei Kindsmutter im Bett
    – Kind braucht Windeln bis mindestens zum fünften Lebensjahr
    – Kind hat ADHS
    – Kind ist absolut unselbstständig, kann sich weder waschen, noch Zähne putzen, noch alleine ein Brot schmieren
    – Kind geht entweder zur Ergotherapie, oder zum Kinderpsychologen oder zur Logopädie oder zu allen dreien
    Genau diese Auffälligkeiten gibt es alle (!) bei uns auch. Ich frage mich, wie so viele verschiedene Kinder, die sich noch nie gesehen haben und die sämtlich aus verschiedenen Teilen Deutschlands stammen, exakt die selben Entwicklungsschwierigkeiten haben können.
    Vor alldem, weil die Kindsmutter immer folgende Charakteristika aufzuweisen scheint:
    – Kindsmutter hat keinen neuen Partner
    – Kindsmutter arbeitet nicht
    – Kindsmutter bezieht Unterhalt und/oder Hartz IV
    – Kindsmutter enthält wichtige Informationen betreffend das Kind vor und bauscht im Gegenzug Unwichtigkeiten über alle Maßen auf (z.B. leichte Erkältung des Kindes)
    – Kindsmutter verweigert immer mal wieder den Umgang, besteht aber – wenn es um ihre Freizeit geht – gerne auf 100% pünktlicher Abholung
    – Kindsmutter bringt Kind nicht zum Umgang oder holt es ab, wirkt allgemein nicht konstruktiv am Umgang mit
    – Kindsmutter nutzt jedes Umgangswochenende für Konfrontation mit dem Partner, gibt diesem Aufgaben auf, die dieser währenddessen erledigen soll, behauptet, die Kinder wären danach krank, gibt keine dem Wetter angemessene Kleidung mit, etc., etc.
    Viele von uns kennen das, regen sich über das Kind und den Umgang als solchen auf und denken darüber nach, wie sie diese Probleme endlich lösen können, z.B. mit Therapien.
    Ich denke inzwischen folgendes: Der einzige Mensch, der in diesen Konstellationen eine Therapie braucht, ist die Mutter!
    Mütter, die mit der Trennung vom Kindsvater nicht zurecht kommen und keine Ablenkung durch einen Job oder einen neuen Partner erfahren, scheinen ihren Kindern immer wieder dasselbe anzutun: Sie nehmen sie zu sich ins Bett, sie ziehen ihnen Windeln an, sie suchen nach jedem kleinen Wehwehchen, um möglichst oft zum Arzt gehen zu können, sie gehen von ADHS aus, sobald das Kind keine Lust auf Hausaufgaben hat, sie bringen den Kindern nicht bei, alleine mit Messer und Gabel zu essen, sich zu waschen oder die Uhr zu lesen, kurzum: Sie geben den Kindern keine Chance, selbstständig und erwachsen zu werden.
    Wahrscheinlich tun sie das deshalb nicht, weil sie a) nicht wollen, dass das Kind sie später auch noch verlässt und sie b) immer wieder die Möglichkeit haben wollen, über die Krankheiten/Probleme des Kindes, Kontakt mit dem Vater aufnehmen zu können.
    Aber wenn das so ist, warum machen wir dann so ein Brimborium um die Kinder? Warum kann nicht einmal jemand sagen, dass die Probleme der Kinder höchstwahrscheinlich durch das Verhalten der Mutter ausgelöst werden, sonst hätten nicht all diese Kinder trotz unterschiedlicher Herkunft exakt die selben Probleme (Entwicklungsverzögerung, Windeln, Unselbstständigkeit etc.). Warum kann nicht jemand die Mütter in Therapie schicken und ihr Verhalten zum eigenen Krankheitsbild erklären ;-)? Für mich ist das nämlich nichts anderes, als eine abgeschwächte Version von Münchhausen-by-proxy, die nur in hochstrittigen Trennungssituationen auftritt.
    Wie denkt ihr darüber?
    Ich bin gespannt auf Eure Antworten!

  • #9203

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Marni,

    ich denke, dass sich hier durch das Forum schon ein wenig eine Wahrnehmungsverzerrung ergibt. Es schreiben, logischerweise, hauptsächlich Frauen, die ein Problem mit ihrer Stieffamilie haben – dadurch entsteht beim Lesen der Eindruck, dass es viel mehr Probleme gibt, als wirklich der Fall ist. Einfach deshalb, weil die vielen, vielen Stiefmütter, bei denen das Kind trotz Schikanen der Ex toll ist, hier eher wenig schreiben. Und die Stiefmütter, bei denen das Kind trotz super Verhalten der Ex Schwierigkeiten hat, vermutlich auch nicht.

    Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass problematsiches Verhalten eines Elternteils schwerwiegende Konsequenzen für die Kleinen hat. Was allerdings das Therapieren der KM angeht: Ich glaube, jeder Therapeut würde hier als erstes sagen, dass die Grundvoraussetzung einer Therapie ist, dass der „Patient“ diese überhaupt möchte. Wenn KM keinen Grund sieht, etwas an sich zu ändern, nützt alles nichts. Leider.

    Alles Gute dir weiterhin und bleib stark! „Ausdiskutiert“ ist ja leider oft weit weg von „überwunden“.
    Pumpkin

  • #9204

    julie79
    Teilnehmer

    Hallo Marni,

    Du sprichst mir aus der Seele.
    Genau das sag ich mir immer, wenn es mir mal wieder schwerfällt, das Kind zu ertragen. Er kann nichts dafür, Sie ist einfach nicht normal.

    Warum wir sie nicht zur Therapie schicken?
    Also wenn wir das ansprechen würden, würde Sie uns den Vogel zeigen.

    Jugendamt hat bis jetzt auch abgeblockt. „Das ist die Mutter, wenn die sagt ihr Kind ist krank, müssen sie das akzeptieren“. Vor Gericht musste sie zwar ein wenig einbüßen und ein Stück auf den Vater zugehen, aber geregelt wurde nix! Nur seine Pflichten standen im Vergleich! Und man hat sie zu einer einmaligen Beratung geschickt. Bis heute ist davon nix übrig geblieben.
    Man muss den Müttern halt erstmal nachweisen können, was sie tun.
    PAS nennt sich das Ganze, was du so in etwa schreibst. Mein Freund hat diese Vermutung bei seinem Anwalt angesprochen. Antwort: ja das kenn ich schon. Das war ne Zeitlang mal in Mode. Aber wir warten jetzt mal ab, wie verhandlungsbereit sie ist…

    Tja das war sie für nen kurzen Moment. Fall abgeschlossen. Wir müssten jetzt wieder anfangen. Würden um ein Gutachten nicht rumkommen. Dafür haben wir weder Geld noch Nerven.

    Aber irgendwann erwische ich sie mal in einem Moment unter vier Augen, da werd ich ihr mal aufzeigen, was sie angerichtet hat und immer noch anrichtet. Mein Freund traut sich nämlich nicht.

    Ich glaub sogar, dass sie sich überhaupt gar nicht bewusst ist, was sie da tut.

    LG Julia

  • #9206

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Marni,

    du hast mich grade zum Schmunzeln gebracht – ich habe seit ein paar Monaten genau die gleichen Beobachtungen gemacht und hatte überlegt, ob ich das hier ansprechen sollte.

    Ich finde nämlich auch, dass sich hier entwicklungsverzögerte Kinder und ADHS häufen. Ich glaube allerdings, dass es eher am schlechten Umgang der Eltern miteinander dazu kommt. Bei uns nämlich hat die Ex einen Freund (sogar mit Kind!) und erschwert den Umgang nicht besonders (sie mag ihre freie Zeit zu sehr ;)). Der Umgang der Eltern miteinander ist katastrophal und die Kinder merken sowas. Da werden Menschen vor den Kindern schlecht gemacht, die die Kinder eigentlich lieb haben.

    Ich nehme mich immer gern als Beispiel, da meine Eltern selbst getrennt sind (seit meinem 3. Lebensjahr, also wahrscheinlich Durchschnitt). Ich war immer den andern Kindern voraus. Meine Eltern haben sich beide um mich gekümmert und sich auch gegenseitig respektiert. Ja meine Mutter hat meinem Papa auch mal die Leviten gelesen, als ich verletzt nach Hause kam. Aber sonst hat sie ihm da komplett freie Hand gelassen. Es gab auch nie abfällige Kommentare über ihn. Das rechne ich ihr übrigens sehr hoch an.
    Ich habe das Ganze auch nicht unbeschadet überstanden, aber wenn ich bedenke, wie schwer es mein Bonuskind es mal haben wird, graut es mir.

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