Telefonkontakt

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Dieses Thema enthält 18 Antworten und 10 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Kaktus258 vor 7 Monate, 1 Woche.

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  • #8358

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    ich bin schon länger hier angemeldet, habe bisher aber nur mitgelesen, froh, Menschen gefunden zu haben, die teilweise ähnliche Gedanken und Probleme haben.
    Ich bin Anfang 30, Freund 10 Jahre älter mit Kind, 9 Jahre. Der Bub ist alle zwei Wochen das Wochenende bei uns und die halben Ferien. Mit den Besuchszeiten haben wir uns alle arrangiert, ich mache dann viel für mich und ab und an gibt es Unternehmungen zu dritt. Das ist ein Kompromiss, mit dem wir momentan klarkommen, auch wenn mir die Zeiten ohne Kind lieber sind…

    Mit dem Bub verstehe ich mich soweit und auch mit der KM gibt es keine Probleme, der Kontakt beschränkt sich auf das Organisatorische rund ums Kind, obwohl sie nicht weit weg wohnen.

    Probleme habe ich leider damit, dass mein Freund und sein Kind jeden Tag telefonieren. Das hat sich seit wir zusammen wohnen zum Stressthema Nr. 1 für mich entwickelt. Anfangs hat der Bub immer angerufen und dann war es auch egal, was wir gerade machten, man(n) musste drangehen- im ersten gemeinsamen Kurzurlaub beim Abendessen im Restaurant, beim auf der Couch kuscheln, bei Abendveranstaltungen usw. Bis ich um eine zeitliche Regelung gebeten habe. Das hat mein Freund dann auch gemacht und es hat ganze 2 Wochen funktioniert. Mittlerweile ist es so, dass mein Freund den Bub anruft, wenn es bei uns passt, damit der nicht in den unpassensten Momenten anruft 😛 Damit komme ich halbwegs klar, ich verstehe sein Bedüfnis, jeden Tag mit seinem Kind zu telefonieren, zum Teil zwar nicht, aber besser so als vorher. Allerdings ist das tägliche Telefonieren für mich eine tägliche Erinnerung daran, dass da ja noch einer ist inklusive Mutter und Leben vor mir. Besonders belastet mich dass, wenn wir im Urlaub sind. Ich frage mich, ob ich nicht wenigstens dann ein „Anrecht“ auf ein/zwei Tage dazwischen mal ganz ohne Kind habe.
    Wie seht ihr das? Über Meinungen, Ideen würde ich mich freuen.

  • #8359

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Kaktus,

    das Wort „Anrecht“ finde ich in diesem Zusammenhang unpassend. Dein Freund und du sollten gemeinsam eine Lösung finden, die für euch beide in Ordnung ist. Ohne negative „das-steht-mir-aber-zu“-Argumentation von irgendeiner Seite her.

    Der Eindruck, den ich allerdings von deinem Beitrag bekomme, ist der Folgende: Es geht gar nicht ums Telefonieren. Ich vermute (vielleicht von meiner eigenen Geschichte beeinflusst), dass du dich einfach unwohl damit fühlst, dass er das Kind überhaupt hat. Du schreibst das auch so ungefähr, und es sind auch ganz normale Gefühle – ich hab die auch. Es fühlt sich an wie ein Stich ins Herz, nur an seine Existenz zu denken, stimmts? Wenn ich Recht habe mit meinem Eindruck, dann ist das das eigentliche Problem, an dem gearbeitet werden muss, nicht der Telefonkontakt. Denn selbst wenn das Telefonieren aufhört, das Kind existiert weiter, und der regelmäßige Kontakt zu deinem Partner auch.

    Alles Gute,
    Pumpkin

  • #8395

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Hallo, danke für deine ehrliche Antwort. Ich bin nicht so oft am PC, daher erst jetzt eine Reaktion.

    Ich war mit dem Wort „Anrecht“ auch nicht glücklich, daher in Anführungszeichen. Mir fiel einfach nichts anderes ein.

    Ansonsten: Jaaaa. Abseits der Besuchszeiten, die mittlerweile so ablaufen, dass es auch für mich größtenteils okay ist (was lange nicht so war, das war ein weiter Weg aller Beteiligten und ist es noch), höre und sehe ich am Liebsten gar nichts von dem Bub. Da reicht schon beispielsweise ein „Was schenk ich ihm zu Weihnachten“ für den von dir genannten Stich ins Herz aus. Je nach Tagesform meinerseits…Obwohl ich weiß, dass das ganz normal für einen Vater ist und mein Freund wirklich kein Übervater und das Kind kein riesen Thema ist. Nur wie ich daran arbeiten soll, weiß ich nicht…

    Das Telefonieren im Alltag gehört irgendwie dazu, damit komme ich mal besser, mal schlechter klar. Zunehmend besser, dank Absprache und dass das Telefon auch mal klingeln kann, ohne dass der Mann gleich dahin stürzt. Manchmal ist es mir auch egal. Wenn dann aber Urlaub zu zweit ansteht, stresst es mich schon sehr.

    • #8407

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Kaktus,

      mein Mann fragt mich was „WIR“ den Kindern zu Weihnachten, Geburtstag etc. schenken.
      Vlt. wäre diese Formulierung für Dich etwas schöner.

      VG Donna

      • #8509

        unmumsymum
        Teilnehmer

        Hallo in die Runde! Bis jetzt habe ich immer nur mitgelesen, traue mich jetzt aber auch mal etwas zu sagen 🙂 Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, eine ganz eigenständige Bindung zum Kind aufzubauen, unabhängig von den Eltern. Man wird eine Art Freundin, die allerdings ihre Grenzen kennen muss (neutrale Zuhörerin, Urteile gegenüber dem Kind über die Mutter unterlässt man natürlich). Dann kann man sich auch freuen, dass Vater und Kind ein derartig gutes Verhältnis zueinander haben und vor allem der Mutter auch wohlgesonnen sein, was ebenfalls das Leben erleichtert. Glaube mir, ich war vor knapp 10 Jahren derselben Ansicht, das Kind war eine lästige Pflicht. Doch mittlerweile wurden beide einander derart entfremdet, dass es wehtut beim Hinsehen. Viel zu viel, um das kurz zu umreißen. Ich möchte Dir nur ans Herz legen, das Positive einer solchen Bindung zu sehen und das zu unterstützen! Allerdings sollte die Regelung, dass er sein Kind anruft, wenn es passt oder der Kleine sich an eine Zeit halten muss, dringend als Kompromiss respektiert werden, da bin ich voll bei Dir! Alles Gute!! <3

  • #8404

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Den Stich ins Herz kennen wir alle hier.
    Zum Telefonieren: Ich hätte da auch kein Verständnis dafür, wenn das jeden Tag veranstaltet würde. Reden sie denn lange? Und im gemeinsamen Urlaub geht das gar nicht.
    Da darf man sich von einem Partner mMn sehr wohl erwarten, dass der auch mal sagt „Du, ist gerade ungut. Ich ruf zurück.“
    Ich hätte im Alltag ein Problem damit, wenn das ständig in meiner Anwesenheit gemacht würde. Das würde sich für mich anfühlen, als hätte jemand Spaß daran, mir täglich einen Stich ins Herz zu verpassen. Ich würde darum bitten, dass das gemacht wird, wenn ich nicht da bin.

  • #8406

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Rede doch Mal mit deinem Partner über einen Kompromiss? Telefonieren sie nur kurz oder lang gibt es wirklich jeden Tag was zu besprechen? Evt könnte er sich mit seinem Kind einigen das sie 10 min vorm Schlafen telefonieren. Oder das man 2 feste Telefontage in der Woche nimmt. So haben beide dann auch mehr von ihren Tagen zu berichten.

    Je nach Länge das Urlaubes kann man ja auch gucken seit ihr nur eine woche Weg muss doch da nicht unbedingt telefoniert werden. Seid ihr 2wochen Weg kann man ja gucken das man 1-2 telefoniert oder schreibt. Er kann seinem Kind ja auch Postkarten schicken aus dem Urlaub. Ist doch auch nochmal etwas schöner 😉

    Rede mit ihm das du dir einen Kompromiss wünscht der alle Seiten erfüllt aber das man auch nicht ständig telefonieren muss oder redet er auch jeden Tag mit seinen Eltern,freunden und co?

  • #8411

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Kaktus,

    ich muss dir antworten, weil es mir seit Kurzem ganz genauso geht. Bis vor etwa 2 Monaten hat die Tochter meines Freundes nie angerufen – ob sie nicht wollte oder nicht durfte, weiß ich nicht. Mein Freund musste drum bitten, wenn er das Bedüfnis hatte. Das war aber eher zu wichtigen Ereignissen der Fall, also Geburtstag, erster Schultag usw.
    Nun hat sich das geändert. Er bekommt jetzt fast jeden Abend einen Anruf, allerdings unregelmäßig und zu verschiedensten Zeiten. Mich nervt vor allem, dass immer erst die Mutter dran ist und fragt: „Hast du Zeit? XY möchte mit dir reden.“ Man hört das ja auch, wenn man daneben sitzt.
    Mein Freund weiß im Moment auch noch nicht damit umzugehen. Richtig telefonieren kann man mit dem Kind ohnehin noch nicht und man hört wohl, dass die Mutter daneben sitzt.
    Zum Glück geht er nie ans Telefon, wenn wir essen (es sei denn er erwartet einen wirklich wichtigen Anruf) und ihm wurde daraus auch noch kein Vorwurf gemacht.

    Wir wollen erstmal abwarten, ob das nur eine Phase ist. Wenn nicht, müssen wir auch einen Kompromiss finden.
    Urlaub würde ich auf jeden Fall ankündigen. Ich würde sagen, dass wir im Urlaub und nicht rund um die Uhr erreichbar sind. Dann ist man nicht gezwungen zu jedem Zeitpunkt ran zu gehen und kann sich die Zeit einteilen.

  • #8426

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Kaktus,

    du beschreibst, dass du ich aus den Umgangszeiten sehr heraus nimmst. Ich habe bei mir festgestellt, dass ich weniger negative Gefühle habe, wenn ich mich einbringe, bei den Treffen dabei bin, etc. Als Grund vermute ich Folgendes: Wenn ich die Kleinen nicht sehe, sind sie irgendwelche abstrakte Figuren, die im Leben meines Partners wahnsinnig wichtig sind, viel wichtiger, als ich es je sein könnte, oder so (dazu sollte ich ergänzen, dass alle Worte und Taten meines Freundes es offensichtlich machen, dass ich ihm wichtiger bin). Wenn ich sie hingegen sehe, sind sie einfach kleine Menschen, ohne besonderen Bezug zu ihm. Sie zeigen ihm allerdings auch nicht mehr Zuneigung als mir. Ich glaube, das ist derselbe Effekt wie bei jedem Horrorfilm: Am schlimmsten sind die Szenen, in denen die Gewalt nur andeutungsweise, aber nicht explizit gezeigt werden. Es könnte aber auch mit Kontrolle (nicht im negativen Sinn des Wortes zusammen hängen). Wenn ich dabei bin, habe ich gefühlt die Kontrolle über mein „Stiefmuttersein“, wenn nicht, ist es etwas, das mir einfach passiert, so absurd das auch klingt. Dazu muss ich ergänzen, dass mein Freund mich im Umgang mit ihnen als zu ihm gleichberechtigt ansieht. Ich darf alles, ihnen Aufträge geben, ihnen etwas erlauben, das er nicht erlauben würde, aber ich muss nichts, nicht zurechtweisen, nicht hinter ihnen herputzen. (Ich fühle schon den Neid vieler anderer hier im Forum… naja, mittlerweile bin ich in ein anderes Land gezogen und sehe sie wohl ein paar Monate lang nicht. Ich muss mal nachfragen, ob sie mich schon vergessen haben).

    Ich finde folgendes Thema noch ganz ähnlich zu deinem „Hauptproblem“, auch wenns dort eher um die Ex geht, vielleicht findest du dort etwas nützliches?
    https://stiefmutterblog.com/forums/Thema/gefuehle-gefuehle-gefuehle/

    Was mich allerdings noch interessieren würde, ist die Kommunikation mit deinem Partner. Wie reagiert er, wenn du über deine Gefühle sprichst? Wie bringst du sie überhaupt zum Ausdruck?

    Liebe Grüße,
    Pumpkin

  • #8451

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Danke schonmal für die Antworten. Ich melde mich, sobald Zeit!

  • #8456

    Kaktus258
    Teilnehmer

    So, jetzt Zeit…

    Lilly: Mein Freund weiß, dass sich meine Freude daran in Grenzen hält und versucht, das Telefonieren ohne mich zu erledigen. Das kappt aber auch oft nicht (Erreichbarkeit). Bzw. ich kann mich nicht drauf verlassen, dass er überhaupt dran denkt und muss dann nachfragen.
    Das Telefonieren selber dauert selten länger als 3 Minuten- manchmal hat Bub keine Lust, dann ists noch weniger. Wenns wenigstens was zu erzählen gäbe, würde ich noch einen Sinn drin sehen 😛

    Ich würde auch nicht erwarten, dass er gar nicht mit ihm telefoniert, aber jeden Tag ist vor allem wenn wir beide zusammen frei haben oder im Urlaub stressig, weil ich ständig dran denke, vor allem, wenn es keine Regelung gibt. Für den Alltag gab es mal eine zeitliche Regelung, das war dann für mich einfacher, weil ich wusste dann und dann und dann wars erledigt. Das klappte aber nicht lange.

    Blackpearl: Kann ich verstehen. Ich hoffe, dass ihr da eine Lösung/ Absprache findet- rechtzeitig würde ich aus eigener Erfahrung sagen 😛

    Pumpkin: Ja, das kann ich bestätigen! Zeitweise hab ich mich aus den Besuchszeiten komplett ausgenommen, das war nicht gut. Zumal ich dann nach dem Wochenende platt war von den ganzen außerhäuslichen Aktivitäten. Mittlerweile ist es halbe halbe, da komm ich momentan klar. Ich hab auch kein Problem mit dem Kind an sich und er mit mir auch nicht. Mein Freund versucht mich zu verstehen und erwartet auch von mir relativ wenig in der Hinsicht. Er hätte gerne, dass ich an den Besuchswochenenden komplettes Kinderprogramm mitmache, das sagt er schon. Aber da muss er dann durch…

    Nur was das Telefonieren angeht, hat er wenig Verständnis bzw einfach andere Bedürfnisse. Eine Zeitlang (BEVOR wir zusammen gewohnt haben und das von meiner Seite her ein Problem wurde) hat er regelmäßig gesagt, dass alle 2 Tage bzw 2x die Woche reichen würden. Nur durchgezogen hat er das nie… Als wir das letzte Mal darüber geredet haben (Anfang Sommer), meinte er, er könne nicht einfach eine Woche lang nicht anrufen, das ginge nicht und es wäre ja nur immer kurz. Stimmt, aber das finde ich belastender, als ab und zu mal lang und ausgiebig.

    Danke für euer Verständnis und eure Anregungen! Das tut gut! Es hilft nichts, ich muss es einfach ansprechen 😛

  • #8457

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Ergänzung zu Pumpkin: Danke, den Thread werde ich mal lesen.
    Ich bin eher der „Ich fress alles in mich rein-“ Typ und sage meistens erst was, wenn ichs nicht mehr ertrage. Mein Freund bemüht sich sehr um Verständnis, zeigt mir auch, dass ich wichtiger bin (meist), aber sagt auch klar seine Grenzen (=täglich telefonieren :-P).
    Für mich ist die Frage, in wie weit ich das akzeptieren muss/ kann, gerade im gemeinsamen Urlaub (maximal eine Woche, von gar nicht telefonieren träume ich gar nicht ;-))

  • #8458

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Kaktus,

    kennst du das, wenn irgendwer, mit dem du redest, ansonsten eine sehr schöne Person, einen fetten, hässlichen Pickel im Gesicht hat und du ständig den Pickel anstarren musst? Das Telefonieren ist genau so eine Sache: Ein kleiner Schönheitsfehler, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Glaub mir, mir wärs genauso gegangen, wenn mein Freund solchen Telefonkontakt gehabt hätte. Ich habe mit meinem Freund endlose Gespräche über dieses Thema geführt.

    Ich denke, wichtiger als alle „Fernumgangsregelung“ wäre, dass du lernst, den „Pickel“ nicht zu beachten. Auch sonst, fürs Leben ;-). Denn, hiervon bin ich überzeugt, wenn das Telefonieren kein Problem mehr ist, tritt ein anderes an seine Stelle.

  • #8459

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Kaktus,

    jetzt komme ich mal dazu auch noch was zu schreiben… ich kann absolut nachvollziehen, dass du von diesen täglichen Telefonkontakten genervt bist. Von wem gehen diese denn aus, braucht der Papa das unbedingt oder das Kind? Oder ist das Kind mittlerweile vielleicht gar selbst genervt vom täglichen telefonieren und traut sich nur nicht dass Papa zu sagen? Ich meine mal ehrlich, was hat man sich denn schon täglich am Telefon zu erzählen? Zum Mittag gab es Nudeln und mir saß heute ein Pups quer? Dass sie meist nur 3 min oder gar weniger telefonieren, zeigt ja, dass es nichts zu sagen gibt. Unser BK ist auch 10 und es gibt überhaupt keine Telefonkontakte, wenn dann höchst selten, und nur wenn es etwas spontanes abzusprechen gibt (z.B. Hitzefrei im Sommer oder eine spontane Verabredung am Papa-WE). Selbst im Urlaub nicht mehr (also wenn er mit Mama weg ist), das haben wir mal gemacht, aber er traut sich dann eh nicht frei zu reden, wenn Mama daneben steht. Hat keinem was gebracht. Umgekehrt ruft er auch Mama nicht an, wenn er bei uns ist bzw. auch das nur im Ausnahmefall bzw. Urlaub (das war einmal in 3 Wochen Sommerferien, weil der neue Partner der Mutter Geburtstag hatte).
    Ich finde jedenfalls im Alter von 10 Jahren ist kein täglicher Kontakt nötig. Ich würde versuchen mit deinem Partner und auch seinem Sohn eine Regelung auszuhandeln, mit der alle leben können. Dazu müsstet ihr euch an einen Tisch setzen und die Karten auf den Tisch legen. Du könntest also z.B. so anfangen, dass du sagst, du möchtest mit den beiden etwas besprechen (bitte nicht sagen „wir müssen reden“ sondern „ich möchte mit euch reden bzw. mit euch was besprechen“. Dann könntest du sagen, du hast das Gefühl, dass die täglichen Telefonkontakte euch alle einschränken und dass du bemerkt hast, dass die Telefonate nur noch sehr kurz sind und es gar nicht mehr so viel zu erzählen gibt. Dann kannst du ja mal fragen, ob sie das auch so sehen. Ich meine letztlich, wenn der Vater den Sohn anruft wenn es bei ihm selbst passt, dann ist die Wahrscheinlichkeit ja groß, dass er ihn auch immer mal wieder in einem Moment erwischt wo es ihm vielleicht nicht passt. Ich meine Hut ab, dass die Mutter das mit macht. Oder hat der Sohn bereits ein eigenes Telefon? Was ich sagen will, wenn du den Sohn mit ins Boot holst, dann stellt sich ja vielleicht raus, dass ihm das auch zu viel ist? Aus einem der letzten Posts geht ja ein wenig hervor, dass insbesondere der Vater diese Telefonkontakte braucht. Vielleicht kann man sich ja auf 2 Telefonate pro Woche beschränken oder er kommt einfach noch einen Nachmittag in der Woche wo sie sich nicht sehen zu euch, dann sieht er ihn und kann persönlich alles besprechen und muss das nicht am Telefon machen. So läuft es bei uns und das finde ich eine gute Lösung. 2 Wochen zwischen den Kontakten ist in der Tat ganz schön lang, da ist so ein „Brückentag“ eine gute Möglichkeit den engen Kontakt zu halten, ganz ohne tägliches telefonieren.

    Viel Glück damit…und ansonsten stimme ich dem letzten Kommentar von Pumpkin zu… vortrefflich geschrieben ;-).

    Liebe Grüße,
    Daka.

  • #8508

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Hallo,

    so, Thema angesprochen und eine Einigung, mit der hoffentlich alle leben können und daher auch möglichst einhalten, gefunden. Danke euch! Verständnis war mäßig vorhanden, aber gut, so ganz verständlich kann ich mein Problem wohl auch nicht ausdrücken…

    Über Pumkins Anregung hab ich viel nachgedacht… Das ganze Kinderthema ist mir zu „groß“, ich denk da viel zu viel dran. Ich übe das Abschalten davon.

  • #9332

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich melde mich nach einiger Zeit nochmal. Erstens finde ich es immer schade, wenn man nicht weiß, wie die Geschichten weitergehen und zweitens würde ich gerne für mich die momentane Situation aufschreiben, um ggf. in einiger Zeit nochmal Bilanz ziehen zu können. Deshalb auch recht ausführlich.
    Telefonsituation ist momentan so, dass zu 70 % die eingehaltenen Termine eingehalten werden. Das ist für mich schonmal besser als vorher, weil ich innerlich nicht ständig auf das Telefonklingeln warte und auch ein komplett kinderfreier Tag dabei ist UND sogar mal in Kurztripp übers Wochenende mit Kindanruf vorher und nachher, und nicht währenddessen möglich ist.. Nach Möglichkeit verpasse ich die Telefontermine… An den Tagen, an denen es zu den abgesprochenen Zeiten nicht klappt, ist es nach wie vor nervig, sowohl emotional auch auch praktisch, weil es ein ständiges „Probieren ob es klappt und Kind zu Hause ist“ ist. Für mich ist es nach wie vor stressig, weil es nie 3 Tage ohne Kind gibt und das ganze durch das, wie es früher lief (der Höhepunkt war, als das Telefon mit ins Bett genommen wurde, falls Kind anruft), für mich negativ belastet ist.
    Des Weiteren habe ich festgestellt, dass meine Hormone nicht ganz unschuldig daran sind, in wie weit ich das Kind akzeptieren kann. Phasenweise ist es wirklich „okay“. Und dann wieder absolut scheiße. Weshalb ich da nochmal was ändern werde.

    Abseits vom Telefonieren ist bei mir glaube ich endgültig angekommen, dass es kein Ex- Kind gibt und mein Partner einer ist, der sich kümmert, egal, was für Aussagen da früher von seiner Seite fielen und ab und an noch fallen und egal, dass an den Kinderwochenenden faktisch kaum Zeit mit dem Kind verbracht wird, sondern der größtenteils sich selbst beschäftigen muss. Weshalb ich nicht verstehe, weshalb man dann ständig telefonieren muss, aber gut…

    Klar ist für mich geworden, dass ich so nicht 10 Jahre weiter machen kann. Ich geb mir den Hormonversuch und dann mal gucken. Alles ist besser als dieses ständige Auf und vorallem Ab.

    • #9335

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Liebe Kaktus
      Danke für die Geschichte!
      Ich bin auch empfindlicher auf die Themen die mit den Stiefkindern zusammen hängen, und reagiere schneller gereizt oder verärgert, wenn ich kurz vor oder während der Menstruation bin. Vielleicht sollte ichs mir in Kalender schreiben: heute flüchten, da bei eventuellem Besuch die Nerven blank 😉
      Danke dass du die Geschichte nochmals aufgeschrieben hast.

    • #9339

      Rilaahna
      Teilnehmer

      Liebe Kaktus,

      dir scheint es da nicht allein so zu gehen. Auch ich reagiere an ganz bestimmten Tagen viel zu unentspannt, worüber ich eigentlich paar Tage später oder früher gelächelt hätte. Das liegt wohl in unserer Natur… 😉

  • #9357

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Ja, verfluchte Hormone… 😉
    In letzter Zeit war viel zu organisieren, kaum ein Tag ohne irgendein Kinderthema. Weshalb ich das Kind aktuell fast gar nicht mehr aus dem Kopf kriege und quasi froh bin, wenn ich wieder arbeiten kann und abgelenkt bin.
    Am kinderfreien Wochenende entgegen jeder Absprache vom Klingeln des Telefons aufgeweckt zu werden (Kind war langweilig), hilft da natürlich ungemein 😛
    An den Wochenenden könnte ich „flüchten“, ich kann mich da gut beschäftigen, aber das Alltägliche… Puh.
    Ein bisschen Zeit geb ich mir noch, weil ich eigentlich nicht aufgeben mag, aber mittlerweile ist mir auch klar, dass ich nicht in der Situation bleiben muss und vorallem so wie es im Moment ist, auch nicht kann.

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