Die Kindesmutter drängt sich wieder in unser Leben

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Dieses Thema enthält 9 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Daka vor 2 Monate, 2 Wochen.

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  • #9797

    dearbear
    Teilnehmer

    Hallo,

    Wir führen eingentlich (ihr seht es schon kommen) ein sehr harmonisches Famiienleben, mit dem kleinen Fehler, dass die Kinder nicht meine, sondern die meines Partners aus seiner früheren Beziehung sind.
    Die Kinder sind beide im Grundschulalter und leben seit 2,5 Jahre bei uns, die Mutter ist ins Ausland gezogen, wo Sie mit ihrem Mann lebt, und war bis vor kurzem in unregelmäßigen Abständen von 3-5 Wochen für 3-4 Tage in Deutschland um die Kinde zu sehen.
    Obwohl sie diejenige war, die mehrere Affären hatte, ist sie nach der Trennung (vor 5 Jahre ) ausgerastet, als sie von mir gehört hat. Anfangs durfte ich keinen Kontakt zu den Kindern haben, erst als sie einen festen Freund hatte, durfte auch ich Kontakt zu den Kindern haben. Die vielen Lügen, die Sie auch den Kindern und jedem anderen über mich erzählt hat, werde ich nicht aufzählen, das würde zu lange dauern.
    Ich habe mich anfangs wirklich um ein halbwegs normales Verhältnis zu ihr bemüht, habe es aber irgendwann sein lassen, da sie nicht an ein Verhältnis auf Augenhöhe interesssiert ist und auch weiterhin gegen mich arbeitet.
    Da mein Partner viel beruflich unterwegs ist, bin ich diejenige die den Familienalltag regelt, wenn er nicht da ist. Schule, lernen, Freizeit… Ich mache das wirklich sehr gerne und für mich sind die zwei wie meine eigenen Kinder (ich selber habe den Zeitpunkt einfach verpasst Kinder zu bekommen).
    Sie war schon immer die Freizeitmutter, die sich nicht gerne mit lästigen Pflichten rumgeschlagen hat, Vereinbarungen seltenst eingehalten hat und Regeln immer zu ihren Gungsten ausgelegt hat. Als es mit der Schule losging ist sie ins Ausland, weil sie die Kinder nicht mehr einfach wie es ihr passte auf Reisen nehmen konnte.

    Für die große war das anfangs schwer, weil ihre Mutter für Sie der wichtigste Mensch war. Insgesamt hat es den Kindern sehr gut getan ihren Lebensmittelpunkt bei uns zu haben. Sie sind viel ruhiger und ausgeglichener.
    Seit es aber in ihrer Ehe nicht mehr gut läuft hat sie wieder eine Wohnung in der Nähe (angeblich günstiger als eine Ferienwohnung) und trotz anfänglicher Beteuerungen ist sie nun immmer länger da. Es fing mit 1. Woche an, jetzt sind es 2. Wochen. Die Termine werden nicht abgestimmt, sondern es wird lediglich informiert, was sich meistens auch noch mind. 1x ändert.
    Wenn mein Partner Sie darauf anspricht zieht sie die Mutter-Karte.
    Die Kinder lernen bei ihr kaum, es wird sich nicht richtig auf Proben vorbereitet und dementsprechend sind die Noten. Hausaufgaben werden unregelmäßig gemacht. Und die Kinder und ich dürfen, wenn sie wieder da sind, umsomehr machen, um sie wieder auf den Leistungsstand von vor dem Besuch zu bringen. Mir macht das im Hinblick auf den Übertritt nächstes Jahr grosse Sorgen.
    Die Kinder laufen unmöglich angezogen rum, aber das mag Geschmackssache sein.
    Der Kleine, der einen sehr geregelten Alltag braucht, ist seit dem auch ziemlich durch den Wind.

    Sie versucht mir die Kinder wieder zu entfremden, weil sie sieht wie gut das hier funktioniert und die Kinder sehr an mir hängen (ich gehöre nicht zur Familie…..) und kritisiert alles was ich tue, obwohl Sie ihre Rolle als Mutter nicht wirklich wahrnimmt. Solches Verhalten kenne ich nur von coolen Tanten. Beispiel: Knobelaufgaben wurden in der zweiten Klasse von ihr gegoogelt, aber wehe wenn nicht alle Buntsitfte gespitzt sind und auch noch einer fehlt, dann kümmern wir uns nicht, vor allem mein Partner wird in seiner Rolle als Vater angegangen).
    Es kommt ständig der Vorwurf ich sei zu streng, obwohl sich die Kinder nicht beschweren und auch der Ton mir gegenüber ist unmöglich, aber sie wünscht sich von mir, dass ich ihr gegenüber freundlich bin.
    Und natürlich sind ihre Interessen immer die Interessen der Kinder. Für sie gibt es die Kinder nicht als Individuum, sondern es wird immer in der wir-Form gesprochen.
    Die Kinder trauen sich selbst bei sehr offensichtlichen Sachen nicht ihr zu wiedersprechen, da sie Angst vor ihrer Reaktion haben.
    Am Telefon/Skype sind Sie meistens eher still und erzählen nicht viel,beziehungsweise was nicht so toll ist (lernen) und nicht die 3 Aktivitäten davor. Aber das gehört wohl zum Kindsein dazu. Dumm, dass auf der anderen Seite jemand sitzt, der nicht abstrahieren kann.

    Ich bin wirklich am Verzweifeln, weil ich Angst habe sie stellt hier schon wieder alles auf dem Kopf. Wir haben unser ganzes Leben danach ausgerichtet und es würde mir das Herz rausreißen, wenn sie aus einer Laune heraus wieder mehr hier ist und alles kaputt macht.
    Auch wenn das unglaublich kindisch klingt: Ich wünsche mir, dass sie alle 4 Wochenden und den Großteil der Ferien wieder das macht was sie kann: Freizeitmutter.
    Und uns sonst unser Leben leben lässt und sich nicht in Sachen, die Sie nicht einschätzen kann einmischt.
    Ja, ich weiß, ich habe keinerlei Rechte, sondern nur die Plichten, die ich mir selber ausgesucht habe. Und das macht es für mich am schlimmsten. Diese Ohnmacht.

    LG, Dearbear

  • #9802

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Dearbear,

    Du Ärmste, ich kann nur ansatzweise nachvollziehen, wie es dir geht. Das muss ja der Horror sein, wenn man soviel Herz, Zeit und Engagement investiert – das auch noch gerne! – und dann wird das plötzlich so bedroht!

    Wie steht der Vater der Kinder zu diesen Veränderungen? Steht er hinter dir und sieht, was du leistest?

    Ich würde hier an euerer Stelle sehr schnell handeln – du hast da als Stiefmutter nur leider den schwarzen Peter… Das muss dein Partner regeln. Ein Familienrechtsanwalt kann euch vielleicht helfen. Wenn die Mutter sich solange aus der Affäre und Verantwortung gezogen hat, dann kann man sich znmindest mal Gedanken darum machen, ob diese eingreifenden und folgenschweren Veränderungen noch dem Kindeswohl zutzräglich sind oder nicht. Wenn das bsiherige Modell mit den wenigen Tagen Kontakt alle paar Wochen gut geklappt hat, gibt es keinen Grund hier etwas zu ändern – zumal das auch nicht abgesprochen ist.

    Allerdings ist in solchen Fällen auch nie sicher, wie die Sache ausgeht. Dein Partner ist am Zug hier auf eine klare Umgangsregelung und ggf. Einschränkungen im Sorgerecht durchzusetzen – schließlich ist die Mutter regelmäßig längere Zeit im Ausland und wirkt aus deiner Schilderung als recht unberechenbar – sie scheint im Leben der Kinder keine verlässliche Größe darzustellen.

    Es ist hier sicher Augenmaß aber auch Eile angebracht – bevor sich das neue Umgangsmodell etabliert hat – und ich würde behutsam rechtlichen Rat einholen und ggf. eine Beratung beim Jugendamt wahrnehmen – wobei es bei letzterem auch darauf ankommt, wie der zuständige Sachbearbeiter so d’rauf ist.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir die Kraft, die es momentan braucht um diese Ohnmacht auszuhalten – denke, das ist momentan schwierig!

    Lg Sommerflieder

  • #9805

    dearbear
    Teilnehmer

    Liebe Sommerflieder,

    Vielen lieben Dank für Deine Worte.
    Mein Partner steht voll und ganz hinter mir, allerdings ist es auch für
    ihn nicht leicht mit dieser Unberechenbarkeit umzugehen.
    Sie hat auch schon erzählt, sie musste die Kinder weggeben, weil mein Partner sie erpresst hätte. Es gibt Gott seit Dank eine Mail von ihr, die das Gegenteil belegt. Eine andere Geschichte, die sie gerne erzählt ist, dass sie sich die Kinder nicht mehr leisten konnte (voller Unterhaltssatz und Kindergeld, als diese auf dem Papier bei ihr waren und ein Gehalt in Höhe des Kinderunterhaltes.)
    Bei ihrem Umzug ins Ausland wurde der Umgang schriftlich festgehalten. Allerdings hat sie sich fast nie an die Vereinbarung gehalten. Mal war der Abstand größer, mal kleiner. Und sie hatte immer eine fadenscheinige Ausrede. Wenn sie von meinem Partner angesprochen wurde, hat sie das Gespräch abgebrochen.
    Ich sehe es genauso wie Du: es muss gesprochen werden, bevor sie die Verhältnisse zementiert. Das muss wohl überlegt sein, damit die Situation nicht eskaliert. Aktuell scheint sie es mit ihrem Verhalten genau darauf anzulegen. Und das macht mir wirklich Angst, denn ich traue ihr so iemlich alles zu.

    LG,
    Dearbear

  • #9808

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Dearbear,

    fühl dich erstmal gedrückt, ihr habt da tatsächlich eine sehr schwierige Situation und Zeit vor euch.

    Also, wenn ich es richtig verstehe, gibt es eine schriftliche Umgangsvereinbarung, richtig? Dann wäre mein Vorschlag, dass der Umgang auch NUR ausschließlich entsprechend der Vereinbarung stattfindet. Das dient dem Wohl der Kinder, die durch das ganze hin und her komplett aus dem Tritt kommen. Die Mütter machen das doch auch so, warum solltet ihr euch jetzt auf die Spiele der Mutter einlassen? Also unsere KiMu ist da jedenfalls knallhart. Umgang nach Vereinbarung, nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir nicht können – Pech gehabt. Verschoben wird nicht. Wenn sie was ändern will, kann man sich beim JA oder Mediator zusammensetzen, aber sowas wie die Kinder sind dann 2 Wochen am Stück bei ihr würde ich nicht durchgehen lassen. Wenn es vors Gericht geht, könnt ihr immer noch mit dem Argument der „Kontinuität“ kommen (was uns den erweiterten Umgang gekostet hat). Die Kinder wohnen seit 2,5 Jahren fest bei euch und haben einen geregelten Ablauf, den die Mutter nun durch ihr ganzes hin- und her komplett stört. Das ist definitiv nicht förderlich fürs Kindeswohl!!!

    Ansonsten wollte ich schon bei deinen anderen Beiträgen schreiben (in den anderen Threads), dass ich finde ihr habt einen tollen Weg gefunden und du scheinst den Kindern wirklich eine liebevolle Bonusmama zu sein. Wenn ich das lese geht mir das Herz auf, insbesondere bei mittlerweile so vielen Berichten wo nur über die Stiefkinder „geschimpft“ wird…

    Haltet durch und mein Tipp: Klare Linie, keine Ausnahmen mehr, die schaden den Kindern mehr als dass sie was bringen.

    LG Daka.

    • #9816

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Daka,

      ich kann mich nicht beschweren, die 13jährige ist zwar im Flegelalter, aber zur Zeit geht es ganz gut. Die Kleine ist sowieso reizend. Aber es gibt bestimmt auch ganz, ganz üble Kinder. Und deren Stiefmütter tun mir echt leid.

  • #9818

    esperanza
    Teilnehmer

    Liebe dearbear,

    Zuerst möchte ich dir sagen, dass ich genau weiß wie du dich fühlst.
    Ich denke einigen von uns ergeht es ähnlich wie dir. Zumindest ist es bei mir so, dass die KM alles daran setzt im Leben meines LG präsent zu bleiben.

    Eine direkte Lösung habe ich leider nicht für dich, jedoch kann ich dir sagen dass du trotz der schwierigen und belastenden Situation das Glück hast, dass dein Partner voll und ganz hinter dir steht. Das ist wirklich Gold wert.

    Sicher finden deine BK gerade ihre Mutter „cooler“ wenn sie eine Freizeitmutti ist. Aber im Alter werden sie erkennen, was du alles für sie geleistet hast und das auch zu schätzen wissen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung 🙂

    Lass dich bitte nicht unterkriegen. Deine BK und auch dein LG können sich überglücklich schätzen dich zu haben!

  • #9819

    dearbear
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    @esperanza: ja, an den Gedanken an die Zukunft ziehe ich mich immer wieder hoch. Aber es ist im hier und jetzt verdammt schwer. Es tut gut zu wissen, dass er durchaus realistisch ist 😊.

    @daka: stimme dir 100% bei. Wir überlegen die letzten Tage, wie wir das Thema ansprechen, da sie uns schon wieder über ihren nächsten 14tägigen Besuch informiert hat. Eine Abstimmung erfolgt nicht. Die Standardantworten sind: „Der Flug war genau da so günstig“ und „Ich als Mutter kann meine Kinder sehen wann ich will. Das ist ja schließlich auch zum Wohle der Mutter.“ Letztens ist ihr 7 Tage vor der eigentlichen Übergabe aufgefallen, dass sie zwei Tage früher herfliegt (bei einem Flug, den sie angeblich schon vor 2 Monaten gebucht hat). Und da es unter der Woche und mein Partner nicht da war, war das selbstverständlich, dass sie die Kinder 2 Tage früher übernimmt, schließlich freuen sich die Kinder und er ist ja eh nicht da (aber selbstverständlich sind die Kinder nicht 2 Tage früher wieder zuhause, schließlich ist sie ja da).
    Das sind ganz schlimme Momente der Ohnmacht.
    Und da lässt sie auch nicht mit sich reden. Dann ist mein Partner ein hartherziger Vater, der den Kindern die Mutter vorenthält.

    Wir haben einfach Angst, dass sie einen Sorgerechtsstreit vom Zaun bricht, wenn wir auf die genaue Einhaltung der Abmachung bestehen. Wie beschrieben ist sie extrem unberechenbar. Und sie kann sich wahnsinnig gut verkaufen. Es gibt Menschen, die ihr die Geschichte vom herzlosen Vater, der ihr die Kinder weggenommen hat glauben. Als ob Deutschland irgendeine Bananenrepublik ohne die nötigen Rechtswege wäre. Wenn da der falsche Richter sitzt und Sie das alleinige Sorgerecht bekommt…. ein grauenvoller Gedanke.
    Wir haben eine liebe Freundin, Juristin, die sich lange Jahre mit dem Thema beschäftigt hat und auch das Theater sehr gut kennt. Selbst die ist sich über einen möglichen Ausgang nicht klar.
    Wenn ich ein Buch mit all den Geschichten schreiben würde, dachte ich immer es könnte vom Verlag als doch etwas übertrieben abgelehnt werden.

    Aber ich merke hier, es gib doch einige solcher Fälle.

    Das klingt jetzt vielleicht etwas idealistisch und naiv: wieso kann nicht jeder in dem Set Up das machen, was er am besten kann.

    LG,
    dearbear

  • #9820

    dearbear
    Teilnehmer

    Zum Wohle der Kinder sollte das natürlich in Zeile 9 heißen.

  • #9821

    dearbear
    Teilnehmer

    @ Daka:
    Vielen Dank 🙂
    Ja, das geht mir wie Dir. Wenn man sich für einen Mann mit Kinder entscheidet, dann gehört das Kind einfach dazu. Und furchtbare Kinder machen es allen Eltern schwer. Egal ob leibliche oder Bonuskinder.
    Ich habe gelernt, dass klare Ansagen und konsequentes Verhalten meistens helfen. Die Kinder sind, glaube ich, sogar dankbar, da sie ganz genau wissen woran sie sind. Es gibt ein tolles Buch, dass es sehr gut trifft: Kinder brauchen mehr als Liebe -Klarheit, Grenzen, Konsequenzen.

  • #9822

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Dearbear,

    ja, die Gefahr besteht natürlich leider wirklich und in Deutschland ist der Ausgang da tatsächlich ungewiss – was ich echt zum k… finde!!! Vielleicht könnt ihr euch ans JA wenden und da eure Bedenken vortragen? Ich meine es ist für die Kinder doch total verunsichernd wenn sie immer mal wieder plötzlich für 2 Wochen aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden…
    Wie ist denn die festgelegte Umgangsregelung? Und nein, nur weil sie die Mutter ist, kann sie die Kinder nicht sehen wann sie will wenn sie vorher den Lebensmittelpunkt der Kinder zu euch verlagert hat…

    LG Daka.

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