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    • #395184
      Jaszi
      Teilnehmer

      Hallo ihr Lieben,
      ich hätte von euch gerne einen sachlichen Rat. Bitte fair bleiben und nicht ausfallend werden.

      Mein Partner hat bereits einen 8 jährigen Sohn, zudem er keinerlei Bindung aufbauen konnte. Er hat zwar Umgang mit seinem Sohn, dieser ist aber ziemlich sporadisch. Zum Hintergrund: Er hat seinen Sohn mit Anfang 20 bekommen, mit einer Frau, die er nie geliebt hat. Die beiden waren damals Freunde und es ist nach viel Alkohol einfach passiert. Er fühlte sich aber absolut nicht bereit für ein Kind, das hat er ihr auch gesagt. Zudem ist es kein Wunschkind. Er hätte sie aber nie zu einer Abtreibung gezwungen. Hat die Vaterschaft anerkannt und zahlt immer regelmäßig Unterhalt. Mutter und Vater verstehen sich aber absolut nicht mehr und es wird, ehrlich gesagt, immer schlimmer. Sie spielt den Kleinen auch gegen seinen Vater aus und untersagt regelmäßig den Umgang und benutzt den Jungen als Spielball und Druckmittel. Ich habe meinen Partner mal gefragt, was er überhaupt für seinen Sohn empfindet und er meinte, dass er ihn zwar irgendwie mag, weil es eben sein Sohn ist, aber er liebt ihn nicht und möchte sich auch nicht gerne mit ihm beschäftigen. Er hat eher das Gefühl, ihn sehen zu müssen, weil es seine Pflicht ist und er müsse Mitleid mit ihm haben, wenn der Junge ganz ohne Vater groß werden würde. Er möchte trotzdem, dass es ihm gut geht.

      Nun zur eigentlichen Frage:
      Die Kindesmutter terrorisiert uns schon, seit wir zusammen sind. War von Anfang an schlecht auf mich zu sprechen, nutzt jede Gelegenheit, um uns zu beleidigen oder gegeneinander auszuspielen. Erpresst uns mit dem Kleinen usw. Ich halte diesen Psychoterror aber nicht mehr aus, war letztes Jahr bereits in einer Klinik deswegen. Ich liebe meinen Partner sehr, auch wenn wir mittlerweile fast jeden Tag deswegen streiten. Wir haben eine kleine Tochter zusammen, die ein absolutes Wunschkind ist. Und man merkt ihm auch an, dass er unser Kind und auch mich sehr liebt. Aber ich möchte nicht, dass meine Prinzessin in einer Familie aufwächst, in der wir uns ständig streiten. Ich möchte ihr nicht von Anfang an vermitteln, dass das normal ist. Ich weiß aber auch, dass das niemals enden wird, solange seine diese Frau im Spiel ist. Das läuft schon zu lange so und wird immer schlimmer. Ihm wächst das auch alles über den Kopf und seinen Frust lässt er an uns aus. Er schreit mich und die Kleine regelmäßig an. Die Kleine ist erst 7 Wochen alt und er schreit sie an, wenn sie auf sich aufmerksam macht (wenn sie z.B. Hunger hat). Er ist scheinbar einfach mit allem überfordert. Ich überlege mich zu trennen, weil mir das Wohl meiner Tochter wichtiger ist, als alles andere. Ich habe auch mit ihm darüber gesprochen. Er hat entgegnet, dass er lieber den Kontakt zu seinem Sohn abbricht, damit wir sie los sind, als dass er seine beiden Schätze allein lässt.
      Sowas kann ich aber nicht verlangen, schließlich ist das auch sein Sohn.
      Wie seht ihr das?
      Wenn ich jetzt gehe, würde meine Kleine ohne Vater aufwachsen, aber sie ist noch so klein und wäre es gar nicht anders gewohnt (man kann nichts vermissen, was man nicht kennt).

      Wir haben also folgende Möglichkeiten:

      Zusammen bleiben: ich unglücklich, da Psychoterror durch Kindesmutter, Baby wächst bei ständig streitenden Eltern auf, Vater auch nicht glücklich, Sohn ständiges Druckmittel und vermutlich auch nicht richtig glücklich

      Zusammenbleiben mit Kontaktabbruch:
      Mir würde es psychisch besser gehen, da ich der Kindsmutter nicht mehr ausgesetzt bin, wir würden vermutlich nicht mehr so oft streiten (wir streiten so gut wie nie über andere Themen), Junge wäre vermutlich unglücklich, da statt seltener Kontakt gar kein Kontakt (obwohl Kindsmutter zur Zeit den Kontakt jeglicher Art auch wieder verbietet), Vater würde ggf. (weiß man ja nicht) auf Dauer nicht damit klarkommen, seinen Sohn im Stich gelassen zu haben.

      Trennen: ich unglücklich, da ich meinen Partner und meine Liebe verliere (aber auf Dauer gehts mir psychisch besser), Baby wächst ohne Vater auf, Vater unglücklich, da seine Familie und seine Liebe weg ist, Sohn hat einen Vater, der eh nichts mehr mit sich anzufangen weiß.

      Ich weiß, dass er das Recht hätte, unsere Mausi zu sehen, aber dann hätte sie auch nur einen Teilzeitvater von Anfang an ..
      Ich stelle das Wohl meiner Tochter über alles andere. Und sie soll mit diesem Terror nicht groß werden.

      Das ist alles eine echt beschissene Situation.. 🙁

      Das Jugendamt hat mir aufgrund seiner Wutausbrüche uns gegenüber zu einer Trennung geraten, das ist für mich aber nicht so einfach, diesen Schritt zu gehen, da ich ihn sehr liebe.

      Hoffe, ihr habt einen Rat.

    • #395187
      Anonym
      Inaktiv

      Das ist sicher eine schwere Situation und es tut mir leid, dass du das so heftig erleben musst.

      Ich kann da in erster Linie dem Jugendamt nur recht geben, wenn er solche Wutausbrüche hat, wäre eine Trennung das beste für dich und eure Tochter.

      natürlich wäre das sehr traurig und vielleicht kann er ja an sich arbeiten.
      Es ist schwer dazu einen Tipp zu geben, da wir ja keine Details kennen.

      ich frage mich jetzt zum Beispiel wie es die KM schafft so einen Einfluss auf euch zu haben.

      Wo lebt sie, wie ist der Kontakt zwischen Vater und Sohn, wie läuft der Kontakt zur KM ab, wie sieht der Psychoterror aus?

      Vielleicht

    • #395189
      Soulcolored
      Teilnehmer

      Liebe Jaszi,

      Herzliche Willkommen. Im groben und ganzen will ich dir sagen, es gäbe da noch eine Lösung. Das würde aber bedeuten, dass ihr beide an euch arbeiten müsstet.(Zudem möchte ich sagen, du hättest den gleichen Stress auch wenn du dich trennst. Den mittlerweile gibt es viele Gerichte, die sagen, dass man selbst eine Baby ins Wechselmodell geben kann. Und selbst wenn nicht, nach dem 2 Lebensjahr würdest du das Kind alle 2 Wochenenden oder mehr sogar zu ihm geben müssen …es sei den du machst genau das was die KM nämlich grade macht…psychoterror!)

      Die Lösung wäre einfach.

      1. Ihr sucht euch eine Beratungsstelle. Und arbeitet eure Streits auf. Euer anscheinend Kommunikationproblem.

      2. Alles was mit der KM zu tun hat, klärt KV selber. Er soll dich aus allem raushalten. Dir nicht von ihrem Terror erzählen. Er soll nur mit dir sprechen, wenn es darum geht wann BK kommt.
      Dazu zählt dann auch das du möglichst keinen Kontakt hast zur KM. Blockiert sie halt überall. Kommst nicht mit zu übergaben usw.

      3. Damit der KV dann aber nicht den Frust und die Aggression an dir auslässt muss er sich Hilfe suchen. Eventuell sonst auch einen Sport wie Boxen wo er sich auspowern kann. Da kann er ja das Bild der KM am boxsack verhauen.

      Wie gesagt aber ist es natürlich Arbeit.

      Fühlst du dich allerdings nicht mehr sicher und hast Angst das er dir un der Kleinen etwas antut,dann geh und zieh aus.

    • #395221
      Tara
      Teilnehmer

      Wenn ein Mann das Kind und Dich anschreit und Wutausbrüche hat, hat er sicher auch einen anderen Auslöser, wenn es nicht mehr KM und sein Sohn sind. So oft kommt der ja wohl nicht.

      Und wenn ein Kontaktabbruch eine Möglichkeit ist für ihn, kann man damit die KM ja prima ausbremsen. Wenn sie ihn erpressen will, dass das Kind am Freitag nicht kommt, zuckt er mit den Schultern, sagt „Ja, prima, dann eben so“ und fertig ist die Laube.

      Das Zauberwort scheint mir hier das von Dir verwendete „Überforderung“ zu sein. Ist er nur so aggro, wenn der Sohn auch da ist? Dann würde ich ihn einfach testweise „aus gesundheitlichen Gründen des Babies, das absolute Ruhe braucht“ (bestätigt Euch sicher auch ein guter Arzt, der die Situation geschildert bekommt), mal ein paar Wochen nicht kommen lassen. Muss man ja nicht gleich einen Kontaktabbruch für immer draus machen.

      Wenn er nicht an sich arbeitet und ihr miteinander, wird das kein gutes Ende nehmen. Wenn der Stressfaktor Sohn weg ist, zeigt sich, ob er dann an anderen Situationen verzweifelt und wieder ein Ventil braucht. Und wenn er eine Gefahr für das Baby ist, kannst Du das sicher auch erst mal alleine mit bleiben im Falle einer Trennung. Und einen Besuch vom Vater immer nur mit einer Begleitung von Deiner Seite zulassen.

      Menschen, die selbst wissen, dass sie ein Problem haben, verweigern sich Hilfe von außen allerdings gerne. Was sagt er denn zu einem Paarchoaching?

    • #395382
      Leah
      Teilnehmer

      Liebe Jaszi,

      in meinen Augen habt ihr zwei Probleme, die vielleicht nur vordergründig miteinander zu tun haben. Erstens den Terror der KM und zweitens die Wutausbrüche deines Partners. Natürlich ist es gut möglich, dass der Terror der KM der Auslöser dafür ist, dass dein Parter ausrastet. Aber wenn er keinen anderen Weg gehen kann als seinen Frust an euch auszulassen, hat auch er ein tiefer gehendes Problem. Mangelnde Impulskontrolle kann gefährlich werden. Zu was dein Parter in so einem Moment fähig wäre, kann man von hier aus nicht einschätzen. Ein Baby ständig anzuschreien, wenn es Bedürfnisse äußert, ist jedenfalls schlecht für das Baby und sein Urvertrauen, das es ja in der ersten Zeit entwickeln sollte.

      Was die KM angeht, frage auch ich mich, warum sie so einen Einfluss auf euch hat. Wenn dein Partner sowieso schon bereit ist, den Kontakt zu seinem Sohn abzubrechen, hat sie doch eigentlich überhaupt kein Druckmittel mehr. Dann funktioniert es ja nicht mehr, wenn sie damit droht, dass er das Kind nicht mehr sieht. Könntet ihr die KM mit ihrem Terror nicht komplett ins Leere laufen lassen? Nicht mehr darauf reagieren, sondern nur noch schriftlich wegen des Kindes kommunizieren? Ohne genau zu wissen, was die KM alles tut, sehe ich die Situation erst mal nicht ganz so schwarz, wie du. Wir haben auch eine absolute Psycho- und TerrorKM. Und du brauchst auch nicht darauf zu hoffen, dass diese Frau sich ändert. Aber euren Umgang damit könnt ihr vielleicht ändern. Wegen der KM würde ich mich also erst mal nicht trennen, sondern mich fragen, was ihr anders machen könntet, damit es euch nicht mehr so belastet.

      Ich sehe das Problem eher beim Verhalten deines Partners. Wie groß die Gefahr ist, die für euer Kind und dich von ihm ausgeht, kann ich wie gesagt von hier aus nicht beurteilen. Das kannst du selbst besser einschätzen und davon würde ich die Frage, ob Trennung oder nicht, abhängig machen. In jedem Fall aber sollte er an sich arbeiten. Denn wie gesagt: Mangelnde Impulskontrolle kommt nicht von der KM, sondern aus ihm selbst. Daher ist es meiner Meinung nach etwas naiv, zu glauben, dass das Problem mit KM aus der Welt geschafft wäre. Heute ist die KM der Auslöser, morgen etwas anderes. Sieht er denn sein Problem und ist bereit, sich Hilfe zu suchen? Das wäre meiner Meinung nach notwendig. So weitermachen, wie bisher und hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert, würde ich an deiner Stelle nicht.

      Alles Gute
      Leah

      • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monaten von Leah.
    • #395432
      Pinocchio
      Teilnehmer

      Wie sieht folgende Lösung aus: Nicht trennen, dein KV macht eine Therapie zum Lernen wie er besser mit Konflikten umgeht, oder nimmt sich alternativ eine Woche Urlaub ohne euch alle! Stellt sein Handy aus und ruft dich von Telefonzellen (gibt es die noch?) aus an um keinerlei KM Terror ausgesetzt zu sein.

      Wegen dem Kontaktavbruch zu seinen Sohn:

      Das geht dich nichts an. Du musst lernen, hier zu trennen. Es ist SEIN Sohn. Du hast da nichts zu melden. Wenn er den Kontakt abbricht, ist das nicht dein Problem. Und hat auch nichts mit dir zu tun! Es ist SEINE Entscheidung! Sag ihm das auch ganz klar! Dass es SEINE Entscheidung ist und du nicht später hören willst, du habest seien Beziehung zum Sohn kaputt gemacht.

      • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monaten von Pinocchio.
    • #395448
      picasso
      Teilnehmer

      ich schliesse mich @Leah an. ich hätte es nicht anders geschreiben

    • #395459
      Yogarettetmich
      Teilnehmer

      Ich denke, es hängt entscheidend davon ab, wie es DIR geht..Du schreibst ja, dass du schon in der Klinik warst und mit kleinem Baby wird die Belastung für dich nicht weniger.
      Ist dein Partner bereit, sich Hilfe zu holen? Erkennt er, dass du gehen musst, um dich und deine Tochter zu „retten“? Wenn die Einsicht fehlt, wird sich nichts ändern.
      Es tut mir sehr leid, was du da durchmachst- heul dich hier aus, es hilft.

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