Wieviel Einfühlung

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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Pinocchio vor 5 Monate.

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  • #198442

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Mein Mann hat mir letztens vorgeworfen, ich würde mich zu wenig bemühen, mich in seine Gefühle zu versetzen, wie er sich fühle, da es doch seiner Tochter so mies ginge und er sich so grosse Sorgen mache. Ich sehe es so: ich versuche ihn zu verstehen, aber ich muss mich auch abgrenzen.
    Zu der Sache mit der armen Tochter muss ich sagen, dass ich mir auch Sorgen mache (bis hierher sag ich ihm das auch) aber eher, weil ich mich vor den Folgen ihres Handelns fürchte und nicht unbedingt weil sie mir leid tut. Sie hat das Ganze selbst zu verschulden, beziehungsweise ihre Eltern mit der Verwöhnerziehung. Sie forderte als Kind immer etwas, verpackt in zuckersüsse Bitten, und sie bekam es prompt. So kann man sich im Leben später nicht zurecht finden, dachte ich und so ist es auch. Man muss sie wie ein Baby durchs Leben tragen. Sie hört jede Tätigkeit auf, wenn ihre Prinzessinnen-Ansprüche nicht erfüllt werden und ist jetzt ohne Ausbildung und Beruf. Für alles ist sie sich zu schade und Schuld sind immer die anderen oder das Leben selbst. Mein Mann sieht das teilweise ein, ist aber sehr besorgt. Ich hoffe einfach, sie mache jetzt keinen Sch*** und schaffe endlich, ihr Leben anzupacken !
    Was die oben gestellte Frage betrifft: ich kann mich einfühlen, aber was bringt es meinem Mann, wenn ich mir nun wegen seinen Kindern graue Haare wachsen lasse? Ich brauche die Kraft für meine eigenen Kinder. Davon profitiert er auch. Ich sorge mich in der Art und Weise wie um ein mir bekanntes Kind, befreundetes Kind, aber natürlich nicht wie um das eigene. Und ich sehe die Problematik seiner Tochter anders, wie gesagt. Wenn sie sich nicht ändert? Ich hab mein Bestes als „Stiefmutter“/“ Bonusmutter“ getan: ich habe Grenzen gesetzt und ich habe die Unstimmigkeiten in deren System aufgezeigt. Es wurde bekämpft und geleugnet. „Nein, du bist bloss eifersüchtig“ Was sollte ich dann noch tun? Natürlich tut es mir leid für sie. Ich hab ja auch Gefühle. Bin auch ein Mensch mit Gefühlen.
    In mir ist die Gewissheit, dass ich es richtig gemacht habe.

    Mit lieben Grüssen an Euch da draussen!

    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Monate von  Pinocchio.
  • #199959

    julie79
    Teilnehmer

    Hallo Pinocchio

    Vielleicht ist den Männern oft nicht klar, dass es uns auf andere Weise mindestens genauso schlecht damit geht. Was haben wir durch bis zu dem Zeitpunkt an dem wir uns abgrenzen? Warum machen wir das? Weil wir es nicht mehr ertragen und irgendwann auch keine Lust mehr haben uns damit auseinander zu setzen.

    Die Männer sehen das auch nicht, weil sie zu unseren Kindern meist ein viel besseres Verhältnis haben, da die ja immer da sind. Wir Stiefmüttern kommen ja kaum dazu, ein Verhältnis aufzubauen, was über freundschaftlich hinaus geht.

    Vermutlich ist er einfach mit der Situation überfordert. Kannst du ihm deine Sicht nicht erklären?

    Lg

    • #220327

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Liebe Julie
      Diesmal habe ichs gut rüberbringen können und er hats auch gut angenommen. Es hatte mich trotzdem geärgert. War also kein akuter Notruf, sondern mehr so ein meckern, das ich loswerden musste;-) Ich meine, da steckt man über Jahre soviel zurück- da hab ich kein Verständnis mehr wenn einer dann Einfühlsamkeit einfordert. Hat allerdings damit zu tun, dass bei mir einfach mal genug ist. Ändert sich vermutlich dann wieder, aber jetzt grenze ich mich ab. Und wie du so treffend geschrieben hast: wir kommen kaum dazu ein gutes Verhältnis aufzubauen (..). Dies werde ich demnächst auch mal bei meinem Manm anbringen, um vergangene Verletzungen zu kitten. Danke. 🙂

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