Wer ist wo Zuhause?

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Dieses Thema enthält 8 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Blackpearl vor 4 Monate, 4 Wochen.

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  • #9678

    Free13
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,
    mein BK glaubt, dass es (auch) bei uns wohnt. Es nervt, dass es alles beschlagnahmt, wie selbstverständlich alles nutzt, sich nimmt und spricht, als würde ihm alles gehören. Sogar als mein Freund und ich zusammengezogen sind, hat das BK in der Schule rumerzählt, dass ER umzieht. BK erzählte dann, dass die Freunde dachten, dass BK mit der Mutter umzieht. Klar, dass das jeder dachte, wenn er das so erzählt oder? In den meisten Fällen ist es ja so, dass ein Kind, nach Trennung der Eltern, bei der Mutter wohnt und regelmäßig beim Vater zu Besuch ist. Gemeldet sind die Kinder ja auch bei der Mutter, dort sind im Regelfall die Schule, Alltag, Freunde.
    Der Vater findet das toll und unterstützt die Ansicht des BK auch. Er will das ja suggerieren und sich selbst u.a. so für sein Kind präsent und wichtig machen. Mich nervt das aber total. Auch wenn das BK ein riesen Zimmer und auch eine Art Zuhause bei uns hat, wohnt er doch trotzdem bei der Mutter. Zudem nervt mich die Unbescheidenheit. Zurückhaltung wurde dem BK ohnehin nicht gelehrt.
    Was ich so aus einigen Forenbeiträgen so gelesen habe, ist es ja wohl ohnehin meist so, dass „Trennungskinder“ in der Entwicklung etwas zurückliegen und so auch die Umstände nicht richtig verstehen oder der unter schlechtem Gewissen leidende, getrennt lebende Elternteil das Kind nicht altersgerecht und ehrlich behandelt, sondern auf einen Thron setzt und „vor jeglichen Enttäuschungen“ bewahren will.
    Wie ist das bei euch so? Was sagen und glauben die Kinder eurer Partner? Und natürlich: Wie empfindet ihr das?

  • #9679

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Free13,

    wie meinst Du das, dass er sich alles nimmt und alles nutzt? Möchte er etwa gerne bei Euch wohnen? Meine Stieftöchter sind auch regelmäßig bei uns. Sie sollen sich hier nicht wie Gäste fühlen. Für mich ist es selbstverständlich, dass sie sich selbst Getränke oder Bücher nehmen dürfen, die sie interessieren. Ich möchte gern gefragt werden, wenn es um Süßes geht. Das wäre bei meinen eigenen Kindern aber auch nicht anders. Und unsere privaten Sachen sind natürlich auch tabu. Ich habe früher auch nicht in den Sachen meiner Eltern herumgewühlt. Ich denke, es sollte gewisse Regeln geben, aber auch nicht wegen allem gefragt werden müssen.

    Lieber Gruß
    Donna

  • #9680

    Erein
    Teilnehmer

    Mein BK sieht unser Zuhause als sein zweites Zuhause an. Als ich eingezogen bin, haben wir direkt klar gemacht, dass er nicht an die Schränke darf. Ich habe einen teuren Kühlschrank mitgebracht, mit Eiswürfel und Wasseranschluss. Er wusste das es meiner ist und hat immer brav gefragt. Mittlerweile darf er sich selbstständig was zu trinken nehmen und auch zu Essen. Aber er fragt trotzdem immer.
    Wir haben gemeinsam optisch viel geändert, sodass er das nicht mehr als sein altes Zuhause ansieht.

    Das mit dem „auf dem Thron“ setzen gibt es bei uns nicht. Mein Freund ist da sehr sehr streng, duldet keinen Unsinn und verlangt Respekt.
    Wenn er bei uns Zuhause ist, wird er behandelt wie wir eigene Kinder behandeln würden. Das schließt damit ein das er sein Zimmer aufräumen muss und da wird auch nicht diskutiert.
    Ich sage dir ehrlich, am Anfang war das ein riesen Kampf, aber so langsam pendelt sich das ein. Der Junge war am Anfang der Meinung das Aufräumen nur Frauenarbeit ist.
    Mittlerweile macht er das von alleine. Hilft sogar mit die Spülmaschine auszuräumen.

    ABER: Er ist für mich trotzdem eher ein Gast. Sollten wir das Glück haben und eigene Kinder bekommen, wird er sein Zimmer hergeben müssen.
    Das mit der Unbescheidenheit kenne ich. Immer alles haben wollen und „vollmüllen“. Neue, teure Spielzeuge liegen ungenutzt in der Ecke.

  • #9681

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Free,

    in den Köpfen der Kinder meines Partners wohnen sie glaub auch bei ihrem Vater. Das hat man unter anderen an der Rhetorik gemerkt, wie sie seine verschiedenen Wohnungen, die er in letzter Zeit hatte, vergliche und auch geredet haben, wenn sie mit ihm Wohnungen besichtigt haben (manchmal fiel das halt auf die Besuchswochenenden). Dieses „selbstverständlich alles nehmen und mitbenutzen“ liegt vielleicht auch einfach am Alter und weniger am sich-zu-Hause-fühlen? Sie haben zum Beispiel auch einmal bei mir zu Hause, wo sie ganz klar nicht wohnen, aber einmal übernachten durften, irgendwann begonnen, mein Instrument auszupacken. Da wurde aber schnell eingegriffen, das ist mir heilig! Grundsätzlich sind sie aber zum Glück wohlerzogen, sodass es kein Problem mit ihrem Verhalten gibt.
    Leider kann ich nicht voraussehen, wie das für mich sein wird, wenn ich mit meinem Partner zusammen ziehe. Dann bin ich vielleicht sensibler. Im Moment finde ich, es ist eigentlich schön, wenn sich Kinder „wie zu Hause“ fühlen. So richtige Gäste sind sie ja auch im Idealfall nicht, da man (eben, im Idealfall) Mithilfe im Haushalt von ihnen verlangt.
    Dieses „vor Enttäuschungen bewahren und auf einen Thron setzen“ hat mein Partner zum Glück kein bisschen. Da ist auch keine Spur von Idealisierung. Er weiß sehr gut, dass man seine Kinder mit einer „ach-die-Armen“-Einstellung nur schädigt.

    Alles Gute!
    Pumpkin

  • #9683

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo 🙂

    Also bei uns war es zb schon immer so auch als mein Mann allein gewohnt hatte,er bei ihm kein Zimmer hatte.
    Klar gehört er zur Familie und er ist kein Gast aber Wohnen tuen wir hier.

    Für ihn gelten aber alle Regeln wie für unsere Kinder auch,auch wenn er hier kein Zimmer hat. Aufräumen,Müll wegwerfen,helfen etc.

    Als ich einzog,gehörte das Zimmer eigentlich meinem Sohn.mein Mann kann aber bis heute schlecht Nein sagen und immer wenn ich das Kinderzimmer renoviert habe oder eingerichtet sagte mein Mann extra nur für dich BK. Ja für dich haben wir das gemacht.

    Als ich das 2te Mal schwanger war ist mir der Kragen geplatzt. Nicht nur das BK dauernd alles kaputt gemacht hat,mein Mann wollte das im Kinderzimmer ein Bett für BK mitsteht obwohl dieser zu der Zeit auch mal Monate nicht kam. Wohlgemerkt ist das Kinderzimmer grade mal ca. 15 Quadratmeter gross.

    In diesem eigentlich kleinen Zimmer sollten also 3 kinder Wohnen wobei 1 ja gar nicht bei uns WOHNT.

    Auf der Tür stehen nur die Namen meiner Kinder. Es ist nur für meine Kinder eingerichtet ausser dem gästebett für BK was unter dem Bett von meinem Sohn ist und ich habe einen eckschrank gekauft wo die Kleidung von BK mitreinpasst.Ab und zu versucht mein Mann BK dennoch ins Zimmer zu pressen ala:Wir müssten noch BK Name an die Tür mitmachen. Da polter ich aber dagegen mit:Er wohnt hier nicht Punkt.

    Er darf mit allen spielen solang er ordentlich damit umgeht. Und auch wenn er nur zu Besuch ist und hier nicht wohnt gelten auch für ihn unsere Regeln wie für unsere Kinder.

    Ebenso habe ich aber auch gesagt das BK hier niemals ein eigenes Zimmer kriegen würde ,wenn er hier iwann einziehen würde. Dann müsste er sich wohl oder übel hier eines teilen was er ja sowieso doof findet 😉 bei Mama hat er ja ein eigenes Zimmer.

    Ich seh es auch so wie bei uns erwachsenen wenn wir zu unseren Eltern fahren. Klar sind wir keine Gäste aber wir wohnen da auch nicht. Also helfen wir da auch mit und führen uns nicht auf wie hottentotten.

    Was sagt den dein Freund dazu wenn du es ansprichst? Ihr solltet euch mit BK aufjedenfall zusammensetzen und Grundregeln festsetzen auf Papier und dann in der Wohnung aufhängen wo man immer wieder dann erinnert wird. Eventuell auch mit den Konsequenzen daneben.

    Aber erstmal solltest du deinem Partner klar machen was dich stört,vorwurfsfrei und mit Begründung.

    ZB mich stört das BK einfach an meine Sachen geht. Danach ist alles unordentlich und fehlt. Es fühlt sich nicht toll an wenn jemand „fremdes“ im Eigentum anderer stöbert. Das würdest du doch auch nicht wollen oder den Freunden erlauben?Er kann ja gerne an deine Sachen gehen aber meine sind tabu.

    Eventuell musst du deine Sachen dann auch eine Zeitlang wegsperren.

  • #9688

    FrauS
    Teilnehmer

    Mein Freund hat zwei Töchter. Die kleine ist 13 und wir drei sind vor über 2 Jahren zusammen in eine neue gemeinsame Wohnung gezogen.
    Die große ist 24 und kommt nur ab und zu zu Besuch, wenn sie was will. Die Große benimmt sich dann wie zuhause, also guckt sich alles an und denkt ihr Vater wohnt hier alleine und sie kann machen was sie will.
    Es ist echt ätzend! Ich hab nichts dagegen wenn sich jemand der Hunger hat etwas aus dem Kühlschrank nimmt, aber ich möchte vorher gefragt werden. Genauso möchte ich, daß sie Sachen von mir, z. B. Schuhe, nicht einfach aus dem geschlossenen Schuhschrank nimmt und anprobiert. Das ist für mich ein NoGo. Mit meinem Freund habe ich darüber gesprochen und er war total entsetzt, weil ich seine Tochter als Gast sehe und nicht als eigen Fleisch und Blut.
    Da wir seit letztem Jahr zum Kinderschutzbund zu einem Psychologen gehen habe ich es dort angesprochen und mein Freund hat dann doch nach längerem eingesehen, daß mich das stört, wenn seine große Tochter einfach ohne zu fragen an meine privaten Sachen geht. Er hat mit ihr anscheinend gesprochen und es ist besser geworden. Mal sehen wie lange es anhält…

    Die Kleine mit 13 ist in der Pupertät und hat damals beim Zusammenziehen auch alle meine privaten Sachen auseinandergenommen als ich auf der Arbeit war und da hat es mächtig Rabatz gegeben von meiner Seite aus. Natürlich verstehe ich, daß sie neugierig ist, was die Freundin von Papa so alles mitbringt, aber sie mußte verstehen lernen, daß das nicht ihre Sachen sind und sie damit nicht so umgehen kann wie mit Papas Sachen.
    Am Anfang habe ich vieles weggesperrt. Mittlerweile sind es nur noch wenige Sachen. Es gibt aber immer wieder Ärger, weil z. B. meine Sporttrinkflaschen genutzt werden und dann dreckig in ihrem Zimmer rumgammeln. Wenn ich dann eine brauche sind keine gespülten da. Das nervt gewaltig. Sie hat dann ihre eigenen Trinkflaschen bekommen, aber die „fremden“ sind ja soooviel besser…. Es nervt mich tierisch, auch wenn es nichts damit zu tun hat, daß ich nicht ihre richtige Mutter bin. Das machen die leiblichen Töchter von meiner Freundin auch so. Nur tut sie sich leichter, da sie einfach reingewachsen ist von Anfang Geburt an.

    Ich kann nur empfehlen von Anfang an Grenzen zu ziehen und den Kindern beizubringen, das privat privat ist und keiner da dran zu gehen hat.

    Und dir Pumpkin kann ich nur empfehlen eine Wohnung zu nehmen die groß genug ist damit du dein eigenes Zimmer hast, wenn das finanziell drin ist. Ich hab mir das zusammenziehen am Anfang anstrengend vorgestellt und es ist leider viel schlimmer geworden. Seit ich mein „eigenes“ Zimmer habe ist es für mich viel besser geworden. Keiner geht dort hinein und ich kann es notfalls absperren, wenn ich möchte. Das habe ich bisher nicht gebraucht.
    Es ist natürlich nicht alles schlecht, wenn man zusammen zieht. Die gemeinsamen Abendessen, TV Abende sind auch schön. Besonders wenn die Pupertät mal aufhört und die Kleine sich normal benimmt.

    Aber wenn ich nochmal in dieser Situation wäre ob ich zusammen ziehen möchte, dann würde ich nein sagen. Ich würde versuchen zwei Wohnungen in der Nähe zu bekommen um mein eigenes Reich zu haben. Dann könnten wir jederzeit zusammen sein, wenn wir das wollen.
    Dies ist meine persönliche Meinung, die jede für sich selbst treffen muß.

    Lasst es euch gut gehen und lasst den Kopf nicht hängen. Es gibt immer eine Lösung.

    🙂 LG S

    • #9704

      Pumpkin
      Teilnehmer

      Liebe FrauS,

      danke für den Rat. Wir werden auf jeden Fall darauf achten, dass es ein Zimmer gibt, in das die nicht rein dürfen. Im Moment wohnt er in einer Zweizimmerwohnung, und es wurde ihnen beigebracht, dass sie nicht ins Schlafzimmer dürfen (sie schlafen im Wohn/Esszimmer). Das funktioniert ziemlich gut. Aber ich werde auf jeden Fall darauf achten, dass ich Rückzugsraum bekomme, auch wenn es wirklich gute und wohlerzogene Kinder sind.

  • #9715

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Ich patchworke seit 10 Jahren mit 2 BK. Seit wir von meiner kleinen Wohnung in ein Haus gezogen sind, hat auch jeder sein eigenes Zimmer. Das einzige was mich nervt ist, dass sie es nur zum Schlafen und als Ankleideraum nutzen. Ansonsten hängen sie mit ihren Handys bei uns unten ab und starren auf die Displays. Mittlerweile hat sogar mein Mann es gecheckt und schickt sie hoch.
    Sie dürfen natürlich auch alles nutzen, warum auch nicht?… bei Essen fragen sie, bei Süßkram auch. Unser Schlafzimmer ist tabu für sie, aber ohne dass wir was sagen mussten irgendwie. Außer dort gibt es auch in unserem Haushalt nichts was sie nicht auch von mir aus benutzen dürften. Mein BK besitzt mehr Kosmetika als ich, von daher geht sie an meine auch nicht dran. Nur manchmal benutzt sie meine Haarbürste, das mag ich gar nicht. Ich will auch nicht, dass sie sich wie Besucher oder Gäste fühlen. Sie sind auch sehr freundlich und hilfsbereit. Das Einzige was mich richtig stört, ist ihr Medienkonsum.

  • #9736

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Free,
    wir haben eine Sondersituation, da wir 500 km vom BK entfernt wohnen. Daher ist sie nur 1-2 Mal im Jahr bei uns. Sie (7 Jahre) hat dann ein eigenes Zimmer, was aber ansonsten auch unser Gästezimmer ist. Das versteht sie überhaupt nicht. Es wäre ihr Zimmer und niemand sonst dürfe darin schlafen.
    Daran können wir uns natürlich nicht halten, schon gar nicht bei maximal 14 Tagen im Jahr.

    Außerdem sind in dem Zimmer meine Malsachen, an die darf sie auch nicht ran. Macht sie komischerweise auch nicht. Sie geht auch zum Glück sonst nirgendwo ran (Schreibtische, Kleiderschränke etc.). Vielleicht darf sie das Zuhause oder bei Oma und Opa auch nicht!?

    Mein Freund hat einmal meine Haarbürste von mir für sie genommen – da war was los, kann ich euch sagen 😉
    Außerdem gab es bei jedem Besuch fast jeden Morgen Theater, weil ich ein schönes Frühstücksbrettchen habe und sie das nicht haben durfte. Ich bin da eigentlich nicht so, aber das ist Meins. Letztes Mal habe ich es dann vor dem Besuch versteckt und dann war gut.

    Als Gast soll sie sich nicht fühlen, das finde ich falsch beim Vater. Aber natürlich gelten auch bei uns Regeln.

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