Unterhaltsanpassung / Heirat, Kind

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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Soulcolored vor 8 Monate, 2 Wochen.

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  • #8957

    Juli68
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin Juli, 32 und Stiefmama einer 7jährigen. Mein Lebensgefährte und ich sind seit knapp 4 Jahren zusammen. Seine erste Ehe ging recht „harmonisch“ in die Brüche, weswegen das Patchwork-Dasein gut gelingt. Das Miteinander, organisatorische Dinge, wie WEs tauschen etc., und auch der Austausch über Rechtliches lief bisher super. Ich weiß, dass wir uns hier im Patchwork-Himmel befinden – und ich weiß es vor allem zu schätzen!

    Nun zu den Besonderheiten: die Ehe ging Ende 2013 in die Brüche, die Scheidung läuft allerdings jetzt erst. Mein Freund und seine Ex haben sich auf einen selbst festgelegten Unterhalt geeinigt, der etwa um die 400€ weniger lag im Vergleich zum Trennungsunterhalt, den ein Anwalt berechnet hat. An dieser Stelle mein erste Haken: der Anwalt ist ihr Onkel. Nun gut, die Scheidung läuft, die Unterhaltsansprüche sind in einer notariellen Beglaubigung festgelegt. Was mich so enorm stört: SIE stellt sich nun weiterhin als die hin, die verzichtet, wo die Tochter nun aber über 3 Jahre ist und sie voll arbeiten gehen könnte. Mal davon abgesehen, dass er jetzt drei Jahre sozusagen mehr bezahlt hat, als hätte er sich nach dem Trennungsjahr regulär scheiden lassen. Allerdings hat ihr der Anwalt einen Scheidungsunterhalt berechnet – ich verstehe das einfach nicht?! Die Rechtsprechung in BaWü besagt doch, dass wenn ein Kind über 3 Jahre ist, dass die Mutter fähig ist voll zu arbeiten. Unter der Voraussetzung, dass das Kind adäquat betreut ist. Ich war von Anfang an gegen den Onkel als Anwalt und hoffe wirklich sehr, dass dies nicht deswegen passiert ist. Laut notarieller Beurkundung gilt ab dem 10. Geburtstag des Kindes dann „nur noch“ die DüDo-Tabelle. Bis dahin zahlt er quasi drauf… 250€ mehr.
    Hat hier jemand ähnliche Grundlagen?

    Ich weiß, dass er es allen recht machen möchte, um die Harmonie nicht zu gefährden. Wir werden allerdings am Ende des Jahres heiraten und planen ein Baby. Heißt also, es kommen finanzielle Engpässe auf uns zu, an denen allerdings wegen der notariellen Vereinbarung bis 2020 nicht zu rütteln ist. Er beteuert zwar, dass seine Ex uns da entgegen kommen wird wenn ein Baby da ist…aber die Gute möchte gar nicht voll arbeiten und die Zeit zuhause sein. Sie wird die Zeit bis 2020 auskosten..egal, wie sich die Situation verändert.

    Weiß jemand von euch außerdem, ob sich am Kindesunterhalt etwas ändert mit einem zweiten Kind? Nein, oder – da es in diesem Fall nur das eine Kind und die eine Exfrau gibt?!

    Danke und Grüße
    Juli

  • #8959

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Julie,

    haben beide den gleichen Anwalt? Vielleicht kann sich dein Freund ja mal von einem anderen Anwalt beraten lassen.
    Der Unterhalt ändert sich meiner Meinung nach erst beim dritten Kind und das auch nur um wenige Euro…das kannst du aber in der DüDo Tabelle nachlesen. Ansonsten kenne ich mich mit Nachehelichem Unterhalt leider bzw. zum Glück nicht aus, mein Partner war zum Glück nicht verheiratet…

    LG Daka.

  • #8960

    Juli68
    Teilnehmer

    Liebe Daka,

    ja, das ist in der Tat ein riesen Glück. Eine Scheidung ist einfach ekelhaft, weil man als neue Partnerin so viele Zugeständnisse machen muss.
    Ja, beide haben den gleichen Anwalt (eben ihren Onkel) gehabt. Ich habe echt fast gebettelt und ihn gebeten, sich einen eigenen zu nehmen. Aber er hatte wohl Vertrauen, dass es sich alles zum Guten klärt.

    Danke dir! 🙂
    Julia

  • #8961

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Julie,

    Na da sollte dein Partner erstmal mit der Ex reden und sich dann nochmal beraten lassen von einem anderen Anwalt. Da hat er sich ja schön über den Tisch ziehen lassen des Friedens willen. Eigentlich muss nämlich nur in gewissen Fällen nach dem 3. Geburtstag des Kindes weiter Unterhalt gezahlt werden zb wenn sie in keinen Beruf reinfindet durch seine Schuld oder durch ihn in der Ehe finanzielle Einbußungen hätte.

    Ich glaube nämlich nicht das sie mit sich reden lassen wird. Vermutlich wird sie sogar ankommen wegen mehr Unterhalt wenn ihr verheiratet seid.

    Wenn ihr ein Kind kriegt,wird das mit in die Berechnung aufgenommen. Allerdings wird der Unterhalt für’s Kind kaum gesenkt.Beide kriegen den selben Unterhalt bei euch wird das nur so Dein das sich der Unterhalt dadurch widerlegt da das Kind ja bei euch lebt und du es sich noch versorgst. Mein Mann hat 4Kinder, also 3 eigene und meinen Sohn adoptiert. Und wir müssen dennoch fast 700€ Unterhalt zahlen für 2 Kinder. Bei uns geht das übers Jugendamt die Berechnung. Aber wir wir sind da nun auch mit dem anwalt dran.Dein Partner sollte eher dafür nun sich einsetzen aus dem Vertrag mit seiner ex rauszukommen und mal zu gucken ob das da alles rechtlicj abgelaufen ist überhaupt

  • #8963

    Juli68
    Teilnehmer

    Er begründet es damit, dass er nicht möchte dass die Kleine ganztägig in den Hort geht. Das ist ja auch kein Problem und ich verstehe seine Begründung. Wenn er aus dieser Intention heraus mehr zahlt, dann ist das die eine Sache… aber eben so dazustehen, dass sie ja die Abstriche macht und dabei eigentlich gar keinen Anspruch mehr hätte, das macht mich so wahnsinnig… Wenn er es aus freien Stücken getan hättt, als mündliche Absprache „du kriegst den Unterhalt fürs Kind, plus 200€ dass du mittags zuhause sein kannst bis dann und dann“ – DANN hätte auch ich nichts gesagt.
    Zumal sie in 2014, 2015 und 2016 jeden Dezember noch 750€ extra bekommen hat, dass sie mit der Kleinen in Urlaub kann…

    Der Unterhalt wird nicht steigen, wir werden beide in Klasse 4 gehen. Ist auch hier ätzend… er arbeitet drei Schichten, kriegt Urlaubs-, Weihnachtsgeld und noch einen jährlichen Bonus. Monatlich ist der Unterhalt also wirklich ätzend hoch durch die jährlichen Einmalzahlungen.

    Ich befürchte, dass er zum aktuellen Zeitpunkt nichts prüfen lässt. Erst wenn sie sich quer stellt…aber dann wird es teuer, weil die Vereinbarung ja komplett angefochten wird. Da stellt sich dann die Frage, ob man nicht günstiger dran ist, wenn man bis 2020 abwartet.
    …und dadurch hätte sie gewonnen…

    Er hat drei Jahre lang 850€/monatl. bezahlt, dazu die 750€ extra im September. Jetzt zahlt er 600€ (keine Zahlung mehr im Dezember)… dazu die Hälfte von Brille etc.
    Nach Tabelle wären wir bei knapp 380€. Das sind immerhin 220€, die uns monatlich fehlen. Plus dem Wissen, dass seine Ex noch denkt, sie würde Zugeständnisse machen und er müsse glücklich sein über seine Situation.

    DAS stört mich am meisten.

  • #8965

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Aber das mit dem Hört ist doch Quatsch. Sie muss doch eh zur Schule also könnte die Mutter auch bis 14 Uhr arbeiten. Das wäre zumutbar. Zumal er bedenken muss 2020 kommt dann die Ausrede das sie zulange aus dem Job raus ist und keine Vollzeitstelle mehr kriegt. Vor allem das er ihnen auch noch Urlaub bezahlt ist Wahnsinn.

    Aber ehrlich?wenn er meint er muss so „doof sein dann muss er das mit sich selber ausmachen. Und selber bezahlen.Du solltest dich nur fragen ob du wirklich ein Kind mit ihm haben willst. Ihr werdet immer hinten anstehen bei der Einstellung weil zuerst Töchterchen und Ex finanziert werden.

    Wir haben hier durch die Einmalzahlungen auch so hohen Unterhalt. Das schlimmste für mich ist aber das ich nicht mal ansatzweise berücksichtig wurdeobwohl ich krank war. Ich hatte kein Einkommen musste die Krankenkasse selber zahlen und jede Arztleistung. Aber der Unterhalt war den noch so hoch. Und dann kriegt man zuhören das erst Ex und die Kinder zählen würden. Wir sind mal gespannt,für den 1.Stiefsohn haben wir diesen Monat das letzte Mal vorerst bezahlt da er 18 wird. Mal gucken wird nun weiter geht. Ich hoffe ja das wir nun endlich raus sind. Immerhin wären es fast 400€ mehr für unsere Familie.

    Das mit den Zugeständnissen kenn ich nur zu gut . Unsere KM kann auch nur Minijob arbeiten und schwarz und dann noch welche Jobs +hartz4. Sie teilte uns mal mit das 2800€ für sie und die 2 Kinder ja nicht viel sind (muss keine Miete zahlen usw)und Vollzeit arbeiten geht bei einem 6 jährigen der dauernd zu den Großeltern abgeschoben wird nicht. Wir kommen nicht mal ansatzweise an diese Summe zu zweit ran.

    Die Frage ist ja auch ob es nicht zu spät ist sollte sie sich doch quer stellen. Man könnt ihm dann auch vorwerfen das er das doch alles schliesslich freiwillig gezahlt hat. Schwierig auch für dich. Musst du den große Abstriche machen finanziell?

  • #8983

    julie79
    Teilnehmer

    Hallo Julie,

    ich kann verstehen, dass du dich ärgerst. Ich würde auch sehen, ob dieser „Vertrag“ anfechtbar ist.
    Hier ist die Situation ähnlich (bis auf den Patchworkhimmel, wir haben die Patchworkhölle).
    Also mein Freund zahlt auch nachehelichen Unterhalt, obwohl das Kind bald 6 wird. Er zahlt bis zur Einschulung (es ist kein Datum festgelegt, wenn sie es also drauf anlegt, lässt sie das Kind noch zurückstellen). Allerdings war er so blöd, diese Vereinbarung in einen gerichtlichen Vergleich reinschreiben zu lassen.
    Dann ist es quasi ein Titel, der kann vollstreckt werden. Aus der Nummer kommen wir also nicht raus.

    Wie das bei euch geregelt ist, musst du schauen. Gerichtliche Entscheidungen und Vergleiche sind da eher negativ. Private Vereinbarungen vielleicht eher. Würde auch zu nem anderen Anwalt raten.

    Am Kindesunterhalt wird sich nichts ändern. Auch geht die Exfrau immer vor der Zweitfrau, was die Finanzen betrifft. Unterhaltstitel können sehr lange rückwirkend eingeklagt werden, ich meine es sind 30 Jahre.

    Ich finde es auch schlimm, dass die Exfrauen immer denken, sie wären im Recht. Ist hier auch so. Sie kann ja nicht arbeiten, Kind ist so sensibel, der kann nicht ganztags in den Kindergarten. Und das Gericht hat ihr bis zur Einschulung Unterhalt zugesprochen. Als ob sie DANN Vollzeit gehen könnte, dann ist es ja noch schwieriger mit Schule etc…

    Es ist wirklcih kein Wunder, wenn Männer keinen Bock mehr auf heiraten haben, wenn sie ständig mit sowas kämpfen müssen.
    Ich bin ja auch eine Exfrau, war auch bereits verheiratet und würde im Leben nicht draufkommen, Geld von meinem Ex anzunehmen um MEIN Leben zu finanzieren.

    Übrigens, wir heiraten auch, wahrscheinlich im Herbst…
    Mich würde es eher interessieren, was auf uns zukommt, wenn dem Mann was passiert, wenn er stirbt etc. Ob WIR da für die Kinder in Anspruch genommen werden können? Oder bekommen die „einfach“ nur ihren Pflichterbteil? Mir ist es total wichtig, mich in so einem Fall nicht mehr mit der Ex rumärgern zu müssen, das werde ich definitv vorher klären….

    LG Julie

  • #8984

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hey Julie79,Also keine Sorge wir hatten das Thema hier. Wir Stiefmütter müsste im Falle des Todes nicht weiter ans Kind zahlen. Es sei den ihr adoptiert das Kind. Ansonsten kriegen die Kinder nur ihren Pflichterbteil bzw falls es ein Testament gibt,das was daraus ergeht.

    Gegenfalls hat das Kind villeicht noch Ansprüche auf gemeinsame Dinge von ihm und dem Vater wie Fotos,Unterlagen usw.

    Die Kindsmutter kann aber nicht ankommen und sagen :Du musst nun den Unterhalt für mein Kind zahlen.

    Und man muss zb Sterbeurkunde und gewisse Dokumente in Kopie aushändigen damit die KM zb halbwaisenrente beantragen könnte

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