Partner springt bei jeder Kleinigkeit vom Kind

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    • #277785
      Kris
      Teilnehmer

      Hallo Alle Miteinander!

      Ich habe diesen Blog bzw. dieses Forum vor einigen Wochen entdeckt und gespannt und auch etwas aufatmend Eure Erfahrungen gelesen, somit dachte ich mir, vielleicht gibt es ein paar Tipps, die ihr mir geben könntet.

      Erstmal zu meiner Person und ein kleiner Überblick:

      Ich bin 31 Jahre alt und habe vor etwa 9 Monaten meinen Partner kennengelernt.
      Seit nun einem halben Jahr sind wir ein Paar. Nachdem klar war, dass wir offiziell zusammen sind (ich bzw. wir haben es langsam angehen lassen), habe ich auch seinen 9-Jährigen Sohn kennenlernen dürfen.

      Mein Partner hat vor Gericht um seinen Sohn gekämpft und ihn bis vor ca. 2,5 Jahren selbst großgezogen. Als die KM mit Ihrem Partner das 3. Kind erwartete, wollte der Junge zur KM ziehen und mein Partner hat ihm den Wunsch natürlich gewährt. (Dort war es während der Wochenenden auch „angenehmer“, als der Alltag bei Papa)

      Somit ist sein Sohn nun alle 2 Wochenenden bei ihm und zusätzlich jeden Sonntag.

      Mit Kindern habe ich absolut kein Problem (selbst kinderlos, aber wünschenswert), da ich in einer großen Familie aufgewachsen bin und sein Sohn auch weitestgehend pflegeleicht ist.

      Soweit so alles gut. 😉

      Jedoch gibt es so gewisse Punkte, die mich irritieren bzw. mich doch bei viel Geduld und Durchatmen etwas verzweifelt zurücklassen. Ich bin mir unsicher, ob diese Verhaltensweisen meines Partners und des Kindes normal sind und versuche immer wieder, so als Kinderlose, Empathie zu haben und es zu verstehen.

      Einerseits habe ich bei den Besuchswochenenden die ersten drei Monate bei mir zu Hause geschlafen, da sein Sohn immer bei ihm im Bett geschlafen hat. Bis mein Freund seinen Sohn überreden konnte, dass er freitags bei ihm schläft und ich dann samstags. (Mein Freund und ich sehen uns jeden Abend. Da er aber selbstständig ist und viel arbeitet, ist auch die Zeit für uns zwei sehr begrenzt.)

      Nach langem hin und her während der Weihnachtsfeiertage, dachte ich, dass sich die Schlafen-Geschichte nun geklärt hätte, aber nun fahre ich dennoch jeden 2. Freitag nach Hause, weil ich mich weigere auf der Couch zu schlafen. Mein Freund meinte noch vor einigen Wochen, ich könnte da mit dem Jungen verhandeln. Da habe ich mich auch geweigert, da ich finde, dass das seine eigene Aufgabe ist.

      Letzten Freitag wollte mein Freund, dass ich dableibe und fragte seinen Sohn, ob er nicht in seinem eigenen Bett schlafen könnte und oh Wunder… Was soll der Junge da auch antworten?
      „ich möchte bei dir schlafen, Papie“ somit bin ich gefahren und mein Freund war selbst ziemlich geknickt.
      Dabei ist es doch eigentlich nur eine Nacht alle 2 Wochen. Die müsste ich doch überleben können.

      Weiterhin stelle ich immer mehr fest, dass sein Sohn „nur“ mimimi sagen braucht und mein Freund sofort springt.

      Egal ob es Kleidung ist, da er mit löchrigen Schuhen von der KM zu ihm geschickt wurde und der Sohn es als selbstverständlich sieht, daraufhin gleich 2 Paar Schuhe zu bekommen oder er über seine zu langen Haare schimpft und prommt ein Besuch bei meinen Eltern eingekürzt wird, da mein Freund seine Bekannte zum Samstag Abend um 7 Uhr einspannt, um den Friseursalon aufzuschließen, damit der Kleine noch kurzfristig einen Haarschnitt bekommt.

      In einem Monat wird der Kleine 10 und erhielt im Wert von 400 Euro Motorradbekleidung und es wird sich dennoch Gedanken gemacht, was er ihm denn nicht noch schenken könnte.

      Vor ein paar Wochen waren wir bei der Familie meines Freundes zu Besuch und die Oma träumte schon von nächsten Enkeln, bis der Kleine anfing Widersprüche zu geben, da er keine weiteren Geschwister haben wolle.
      Mein Freund prompt: „Keine Angst Großer, du reichst mir vollkommen!“

      In dem Moment war dies für mich ein Tritt in die Magengrube, der daraus resultierte, dass wir einen Streit hatten, der aber geklärt wurde, da mein Freund meinte, dass es jetzt für den Moment so wäre und er ja nicht wüsste, was in 2 Jahren oder so passieren würde… Somit haben wir uns geeinigt, alles auf uns zukommen zu lassen.

      Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass die Befindlichkeiten des Jungen und das daraus entstehende Verhalten meines Freundes für mich doch manchmal sehr verletztend ist und ich diese recht kopflos empfinde.
      Dadurch mich manchmal wie das 5. Rad am Wagen fühle.

      Ich möchte nicht egoistisch sein oder egoistische Gedanken haben, doch leider ist mein rationales Gehirn von meinem irrationalen Herzen öfter abgekoppelt, als es mir lieb ist.

      Es wäre unglaublich toll, wenn Ihr ein paar Tipps hättet, wie ich da einfach ein Stück weit gelassener werden könnte und nicht alles persönlich nehme.

      Oh Gott und entschuldigte mich für diesen laaangen Text. Soweit wollte ich gar nicht ausholen.

      Viele Grüße
      Kris

    • #277790
      Starchild
      Teilnehmer

      Liebe Kris

      Herzlich willkommen!

      Für normale Menschen ist das nicht normal.
      Für von ihren Kindern getrennt lebende Väter, aber irgendwieschon!

      Was Du berichtest erinnert mich sehr an unsere Anfänge. Und auch mein Partner wollte damals nicht verstehen, dass es nicht funktioniert, wenn seine Tochter nur Meinetwegen in ihrem eigenen Zimmer schlafen soll, statt in Papis Bett. Ist ja irgendwie klar, dass Sie sich so, von mir verdrängt fühlte….

      Normal ist, dass Kinder in dem Alter in ihrem eigenen Bett schlafen. Und genau da, sollte dein Partner ansetzten. Mit deiner Person hat das Ganze eigentlich, doch gar nichts zu tun. Und das ist dir gegebnüber unfair, so wirst Du ungewollt, zum Buhmann.

      Aber dein Partner muss es wollen! Offensichtlich will er das aber gar nicht so wirklich, oder nicht immer oder grad wie ihr lustig seid. Das funktioniert aber nicht, Kinder brauchen klare Strukturen und Regeln.
      Und sie merken sehr schnell, wie einfach man Papi um den Finger wickeln kann! Auch das sinnlose überschütten mit teuren Geschenken, kenne ich nur zu gut.

      Was kann ich Dir nun raten?

      Ich denke oft, diese Männer glauben mit einer neuen Partnerin sei ihr Leben wieder «komplett» und könne weiter gehen wie eh und je.
      So ist es aber nicht! Und damit es funktioniert, müssen sich ALLE Beteiligten bemühen, nicht nur die neue Partnerin. Daher kann ich Dir nur raten, bleib bei Dir. Mach seine Probleme nicht zu deinen und mach Dich ruhig auch mal etwas rar!
      Du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du ihn mal mit seinem Kind am Wochenende «sitzen lässt».
      Er hat seinen Sohn, andere Fussballabend. Und da rennen wir ja auch nicht hinterher, oder? 😉

      Und klärt das mit dem Kinderwunsch, bitte nicht erst in zwei Jahren! Er wird für den Jungen noch mind. 10 Jahre zahlen und solange wirst Du kaum warten können….

      Schönen Abend Dir!
      L.G. Starchild

    • #277801
      Kris
      Teilnehmer

      Hallo liebe Starchild,
      Vielen Dank für deine Antwort.

      Es ist erleichternd zu lesen, dass es anderen auch so ergangen ist. 🙂

      Das mit dem Rarmachen mache ich bereits, indem ich an den Besuchswe’s samstags zu meinen Eltern fahre oder mal wieder etwas mit einer Freundin unternehme. Das klappt ganz gut,da ich auch merke ,dass ich mal etwas Zeit für mich brauche. Damit hat mein Freund kein Problem, da er auch samstags arbeitet und seinen Sohn da mitnimmt und er weiß, dass ich ein starker Familienmensch bin.

      Obwohl mein rationaler Verstand mir sagt,dass eine Nacht aller 2 Wochen doch gar nicht so schlimm ist, denn ich habe meinen Freund jede Nacht bei mir.(außer er ist auf montage)
      Fühle ich mich in diesen Momenten, als ob ich nicht wirklich an seine Seite gehören würde und werde eifersüchtig. Im Nachhinein könnte ich mich ohrfeigen für diesen kindischen Gedanken.
      Aber ja,er muss das mit seinem Sohn auf vernünftige Art und Weise klären und solange werde ich auch freitags wieder nach Hause fahren.

      Bei dem Geburtstagsgeschenk hat er heute bereits von selbst eingelenkt, nachdem er mich gefragt hat und ich meinte,dass er es selbst wissen müsse. Da kam er selbst auf die Idee, dass man den kleinen ja nicht zu sehr verwöhnen muss.

      Mein Kinderwunsch ist definitiv da und er weiß, dass ich es mir von niemandem nehmen lasse Mutter zu werden. Für ihn ist es jedoch noch zu früh so weit voraus zu denken. Ich habe gemerkt, dass er da Ängste hat,dass es sich wieder so abspielen könnte wie mit der KM.
      Da denke ich,dass er noch das Vertrauen finden muss und lernen muss,dass ich definitiv nicht seine Ex bin.

      Oh wieder so lang.
      Vielen lieben dank nochmal. Es tut wirklich gut sich mit Frauen auszutauschen, die solche Situationen kennen.

      Viele Grüße
      Kris

    • #277803
      AmyFarrahFowler
      Teilnehmer

      Hallo Kris,

      mein Freund hat auch einen Sohn in diesem Alter. Zwar nicht in diesem Ausmaß, aber einiges kommt mir in Teilen bekannt vor. Als ich vor 4,5 Jahren in sein Leben trat, durfte sein Sohn ab und an auch in seinem Bett schlafen. Aber es war ihm selbstverständlich, dass dies aufhört sobald ich über Nacht da bin. Das musste ich mir nicht erkämpfen. Ich finde in diesem Alter (Trennungskind hin oder her) kann der Junge schon in seinem Bett alleine schlafen und würde erwarten dass der Freund klare Stellung für die Partnerin bezieht. Das heißt, er darf seinen Sohn nicht fragen ob es OK ist in seinem eigenen Bett zu schlafen, sondern es eher als gesetzt ansagen. Solange er fragt, wird der Sohn klar beim Papi schlafen wollen…

      Das schöne ist ja, dass dein Freund dich wohl nach deiner Meinung fragt! Das ist wichtig, das macht meiner auch und man fühlt sich dadurch wertgeschätzt. Er nimmt es auch… ich treffe gewisse Entscheidungen nicht wirklich mit (zum Beispiel ein teures Geburtstagsgeschenk), aber er sagt auch dass ich das doch irgendwie mit tragen muss. Und auch wenn es mich im Grund nichts angeht, was er seinem Sohn kauft, wirkt sich das auf unser Zusammenleben aus, wenn ich genervt bin wenn wieder unnötige Wünsche erfüllt werden. Mein Argument ist dann: ich will nicht irgendwann mit nem verwöhntem Teenie unter einem Dach wohnen. Das versteht er.

      Zum Thema Nachwuchs: ich habe von Anfang an offen kommuniziert dass ich einen Kinderwunsch habe und es war zunächst alles geklärt. Plötzlich bekam er nach 1,5 Jahren Panik und wollte plötzlich doch kein Kind mehr. Er sagte, er habe Angst dass er irgendwann zwei Kinder an zwei verschiedenen Adressen abholen muss. Alles verständliche Ängste…und auch dass sein Sohn sich zurückgesetzt fühlen könnte (Das wiederum stößt bei mir auf null Verständnis!!) Er hat schließlich noch ein eigenes Leben und sein Sohn dankt ihm im Erwachsenenalter sicher nie dafür, dafür er keine weiteren Kinder bekommen und jetzt einsam lebt, weil ihm deshalb alle Frauen davon gelaufen sind….
      Lange Rede kurzer Sinn: wir erwarten nun im Mai Nachwuchs und er konnte seine Ängste überwinden. Sprich, ich denke es braucht Zeit. Aber das hat ja dein Freund auch schon so ausgesprochen.

      Bei uns haben viele Themen einfach Zeit gebraucht. Inzwischen weiß mein Freund wie ich denke und klappt besser. Wir sprechen uns ab und es dreht sich nicht alles ums Kind.
      Das gleiche wünsche ich euch auch!

    • #277805
      Leah
      Teilnehmer

      Liebe Kris,

      na ja, was ist schon normal. Es ist ja immer die Frage, was jeder für sich tolerierbar findet und was nicht. Und das, was bei euch abläuft, würde ich für mich definitiv nicht tolerierbar finden.

      Erst mal: Du bist nicht egoistischer als dein Partner und dein BK. Jeder ist bis zu einem gewissen Grad egoistisch und muss es sogar sein. Denn es geht darum, die eigenen Grenzen zu finden und abzustecken. Und das ist dein gutes Recht. Das darfst du und das ist nicht Schlimmes! Du musst deswegen überhaupt kein schlechtes Gewissen haben. Und lass dir das auch von niemandem einreden. Außerdem hast du ein recht auf alle deine Gefühle. Für Gefühle kann man nichts. Soe sind einfach da. Und sie sind weder gut, noch schlecht, noch kindisch oder sonst etwas.
      Leider wird uns das ganz oft anerzogen. Weil bestimmte Gefühle gesellschaftlich nicht erwünscht sind. Weil die meisten Menschen nicht damit umgehen können. Deshalb wird einem so oft eingeredet, bestimmte Gefühle zu haben (wie beispielsweise Neid oder Eifersucht) mache einem zu einem niederen Wesen. Aber das ist Blödsinn. Wichtig ist nur, wie man mit seinen Gefühlen umgeht. Und man hat natürlich keinen Anspruch darauf, dass andere die eigenen Gefühle teilen. Aber du für dich darfst eifersüchtig sein, so viel du es eben bist. Das erst mal dazu 🙂

      Zur konkreten Situation bei euch: Ich finde es immer ganz hilfreich, sich vorzustellen, es ginge um eine Kernfamilie mit Vater, Mutter, Kind. Denn dann wird schnell klar, welche Konflikt sich eigentlich auf Paareben bzw oft noch zwischen Mann und Ex abspielen und bei was es wirklich um das Kind geht. Denn ich finde nicht, dass man Trennungskinder anders behandeln sollte, als Nicht-Trennungskinder. Natürlich ist vielleicht teilweise ein spezielles Verständnis notwendig, da Trennungskinder teilweise andere Sorgen haben als Nicht-Trennungskinder. Aber ständig extrem verwöhnt zu werden und keine Grenzen mehr zu kennen, nur weil die Eltern so ihr eigenes schlechtes Gewissen beruhigen wollen, kann für die Kinder nicht gut sein.

      Man stelle sich also vor, in einer Kernfamilie müsste die Mutter regelmäßig auf dem Sofa schlafen, damit das Kind im großen Bett schlafen kann. Und dann wird das Kind gefragt, ob es nicht mal anders ginge. Und wenn das Kind nein sagt, bleibt die Mutter auf dem Sofa. Ich finde schon allein den Gedanken einigermaßen absurd. Und ich finde, da sollte auch nicht mit dem Kind verhandelt werden und schon gar nicht von dir, Kris. Denn du hast völlig recht: Es ist Sache deines Partners da klare Verhältnisse zu schaffen. Und Starchild hat völlig recht. Es wäre unabhängig von dir mal Zeit, dass dein BK in seinem Bett schläft.

      Und dass du manche Dinge persönlich nimmst, ist ganz normal. Dein Partner muss sich schon auch überlegen, was er möchte. Immer nur zu sagen: „Das Kind ist das Wichtigste, du wusstest, worauf du dich einlässt und du kommst eben erst nach dem Kind“, das funktioniert so nicht. Damit machen es sich die Männer zu einfach. Denn man darf nicht vergessen: Klar wusstest du, dass er ein Kind hat und wolltest die Beziehung mit ihm trotzdem. Er wusste aber auch, dass du kein Kind hast und er wollte schließlich auch die Beziehung mit dir. Und eine Beziehung ist ja immer ein Geben und Nehmen. Das heißt, nicht nur du solltest auf seine Bedürfnisse eingehen, sondern er auch auf deine. Und diese umfassen selbstverständlich das Zusammenleben mit deinem BK.

      Liebe Grüße

      Leah

    • #277807
      Kris
      Teilnehmer

      @amyfarahfowler
      Oh ja mein Freund fragt mich nach meiner Meinung und das tut wirklich gut. 🙂
      Zudem habe ich den Eindruck, dass er es gar nicht selbst merkt wenn „Der kleine Junge “ um die Ecke kommt und Papi um den Finger wickeln will.
      Oft sitzt sein Sohn mit Kopfhörer und Tablet da und lässt sich bedienen. Beim abräumen vom Frühstuckstisch habe ich kurz angedeutet, dass der junge doch auch etwas machen könnte und mein Freund hat sofort reagiert und ihn gebeten mitzuhelfen nachdem er ihm verdeutlicht hatte die Kopfhörer runter zu nehmen. Er sei ja alt genug dafür. Das hat dann gut geklappt.
      Man könnte das Ganze auch Betriebsblindheit nennen.

      Ich hoffe, dass mein Freund ebenfalls seine Ängste überwinden kann. Deine Geschichte macht mir Mut, Danke dafür;)

      @ Leah
      Ja gegen Gefühle kann man wirklich nichts. Die sind einfach da und oft irrational.
      Es tut gut das zu lesen 🙂
      Oh je,wenn die Mutter immer auf der Couch schlafen soll… Das klingt wirklich absurd.
      Vor allem wenn man bedenkt, dass BK bei Mama ebenfalls ein eigenes Zimmer hat, was er such mit seinem Bruder teilt und Stiefpapa nicht ständig auf die Couch auswandern muss.

      Kris

    • #277809
      AmyFarrahFowler
      Teilnehmer

      Kopfhörer beim essen oder generell?
      Also ich habe auf einigen Dingen bestanden, weil ich eben auch an der Mahlzeit teilnehme und später weil ich da auch wohne. Das wird dem Sohn auch immer wieder gesagt, wenn er nicht versteht warum ich etwas anders möchte…Beispiel: früher stand er einfach ohne was zu sagen vom Tisch auf, wenn er mitm Essen fertig war. Das hat mich tierisch genervt und irgendwann habe ich es angesprochen…er muss ja nicht mal sitzen bleiben, aber wenigstens es ankündigen oder fragen ob er aufstehen darf. Er hat es anfangs gar nicht verstanden, warum ich das so möchte, aber inzwischen ist kein Thema mehr. Es klappt.
      Ich bin froh dass ich einiges bereits vor meinem Einzug angesprochen habe und um Veränderung bat. Nach dem Einzug war es noch leichter , aber da habe schon einige Grenzen abgesteckt. Auch das gleiche Beispiel wie bei dir: ich habe angeregt, dass der Junge mehr im Haushalt machen könnte und auch sein Geschirr durchaus nach dem Essen aufräumen sollte. Auch das klappt nun besser.

      Du hast völlig recht, die Väter merken es oft gar nicht wir gut die Kids ihre Papis im Griff haben. Und ab und zu sage ich es meinem Freund, dass er sich mal wieder ganz schön hat um den Finger wickeln hat lassen. Betriebsblind ist der perfekte Begriff dafür…hihi

      Das Beispiel mit der Kernfamilie bzw. leiblichen Eltern bringe ich auch manchmal. Warum sollen wir nicht mal essen gehen zu zweit an einem Kinder-WE, das tun doch leibliche Eltern genauso. Und trotzdem ist es was anderes, jedes Wort muss gut überlegt sein. Das muss eine leibliche Mutter nicht. Einer Stiefmutter wird schnell unterstellt, sie möge das Kind nicht. Das finde ich sehr anstrengend.

      • #277810
        Leah
        Teilnehmer

        Da hast du recht. Es wird oft anders gesehen. Egal wie ich es für mich drehe ubd wende, komme ich aber immer wieder zu dem Schluss, dass es eben nichts anderes ist und auch nichts anderes sein sollte. Denn schließlich geht es bei diesen Dingen und etwas, das die Paarbeziehung zwischen unseren Männern und uns betrifft. Das hat mit dem Kind nur seku där etwas zu tun. Und darum ist es auch egal, ob es sich bei dem Kind um ein eigenes oder um eines aus einer früheren Beziehung handelt. Daher bringe ich diese Beispiele auch immer und immer wieder 🙂 . Wir bekommen unser erstes gemeinsames Kind übrigens in ein paar Wochen. Und ich denke, dass es dann zumindest in dem Pubkt einfacher wird, als dass Mann dann nicht mehr so leicht kommen kann mit „das sagst du ja nur, weil du keine Kinder hast und du es deshalb nicht verstehen kannst“. Obwohl mein Mann das so direkt selten macht. Er ist schon sehr verständnisvoll.

        Lg Leah

        • #277823
          AmyFarrahFowler
          Teilnehmer

          Mein Freund ist auch sehr verständnisvoll, sagt aber auch dass er hofft, dass ich ihn anders verstehe wenn ich dann auch Mutter bin. Ehrlich gesagt habe ich diese Hoffnung selbst…
          Ansonsten hält er sich mit solchen Bemerkungen auch zum Glück sehr zurück. Ich bin ein „Schwangerschaftsmonster“ und reagiere u.a. emotional…wobei ich glaube dass es sich in Grenzen hält.
          Außerdem habe ich die Hoffnung, dass wenn das Baby da ist, dass ich dann weniger Zeit habe mir Gedanken darüber zu machen wenn sein Sohn gerade nervig ist. Bzw dass ich dann zu beschäftigt bin, um alles zu sehen und zu hören was mich nervt.

          Schöne restliche Kugelzeit!

    • #277811
      Kris
      Teilnehmer

      Beim Essen trägt er keine Kopfhörer, aber sobald er fertig ist, werden die Dinger gleich wieder aufgesetzt und irgendwelche YouTube Videos von so einem YouTuber geschaut,anstatt mitzuhelfen.
      Einmal sollte er sein Zimmer aufräumen, kaum war mein Freund draußen zum Müllrausbringen, kam er und fragte, ob ich ihm helfen könne. Er könnte das nicht allein. Ja ne, ist klar! Das tat ich natürlich nicht, lobte ihn jedoch, als er es dann doch gut allein hinbekommen hat.
      Somit klappt es doch auch so. Sehr eigenartig hihi.

      Ich empfinde es ebenfalls als anstrengend sich jedes Wort genau zu überlegen. Wir sind noch nicht lange zusammen und in wie weit kann ich was sagen bevor der Satz kommt „Du bist nicht meine Mama!“
      Das will ich auch gar nicht sein. Ich habe ihn gern und ins Herz geschlossen, doch er hat seine Eltern und ich bin noch eher eine relativ fremde Person. Ich erwarte nur ein respektvolles miteinander und da habe ich Glück. Denn mein Freund steht da hinter mir, wenn ich freundlich, aber bestimmt etwas zum BK sage.

    • #277815
      Tara
      Teilnehmer

      Liebe Kris,

      sollte der Satz: „Du bist nicht meine Mama, Du hast mir nix zu sagen“ kommen, ist Deine Antwort: „Nein, aber ich bin die Erwachsene hier“.

      Ein Kind mit 9 Jahren gehört in sein eigenes Bett. Ohne Frage!

      Dein Problem ist, dass Du neu bist in dem Konstrukt und dass die sich schon 9 Jahre haben und kennen und ihre Spielchen miteinander haben. Du muss Deinen Platz finden. Und ausfechten.

      Dein Freund muss lernen, dass das Kind nun älter wird und nicht mehr das Baby ist, dem man alles vor den Hintern trägt. Er muss ihm helfen, erwachsen zu werden. Stark zu werden für die Umwelt und Gesellschaft. Weißt Du, wie die anderen Kinder lachen würden wenn sie wüßten, dass er wie ein Baby beim Papi schläft?

      Das BK nutzt es als Machtspiel. Lass Dich nicht darauf ein. Erkämpfe Dir eine Position. Die der erwachsenen Frau an der seite Deines Freundes und mach ihm das auch klar, bevor das BK alle Tricks lernt, Dich klein zu halten.

      Meine waren 13 und 15 und der Kleine stieg im Auto vorne ein, grinste mich frech an und sagte: „Wir wechseln uns ab“ – was er und sein Bruder natürlich müssen. Ich sagte: „Nicht, wenn ich mitfahre, dann sitze ich vorne. Abflug!“. Und Ende der Diskussion.

      Das Kernfamilienbeispiel ist sehr gut. Rufe es Dir in Erinnerung. Sage es deinem Freund. Sitzt die Mutter im Auto hinten? Never ever. Schläft sie auf dem Sofa? Sicher nicht.

    • #277827
      AmyFarrahFowler
      Teilnehmer

      Ich stimme dem Machtspielszenario zu… je mehr er jetzt zu Beginn Erfolg damit hat, desto mehr baut er das aus. Und warum? weil er es dann kann…
      aber das ist ja alles schön und gut zu wissen, aber ohne den Vater im Boot schwer zu unterbinden. Ich bespreche das meiste mit meinen Freund und erst wenn wir uns einig sind, wird es auch seinem Sohn dann mitgeteilt. Inzwischen wenn sein Sohn etwas möchte oder eine bestimmte Aktivität machen möchte, sagt er, er bespricht es erst mit mir und dann entscheiden wir. Das war auch nicht immer so.
      Ich habe auch keine Lust auf die „du bist nicht meine Mutter“-Karte. Es kommt zum Glück nicht, aber wenn er motzt und nicht versteht warum ich manches so möchte wie ich möchte, sage ich nur „ich wohne hier auch, als entscheide das auch“ oder auch das war Tara sagt: „ich bin die Erwachsene hier“.

    • #277830
      Kris
      Teilnehmer

      Das ist richtig. Da sind 9 Jahre eingefahrenes Verhalten, was schwer zu durchbrechen ist. Da sehe ich wirklich in vielen Situationen die Betriebsblindheit bei meinem Freund.
      Ich werde versuchen in Ruhe über die Schlafsituation mit ihm zu sprechen.
      Es muss sich wirklich Schritt für Schritt etwas ändern.

      Vielen lieben Dank für eure Erfahrungen, Tipps und Ansichten;)

      Viele Grüße
      Kris

    • #277841
      Tara
      Teilnehmer

      Hallo Kris,

      argumentiere für das Kind, das nun erwachsen wird und dass er ihm dabei helfen muss. Wenn das BK dem Sportlehrer oder einem Mitschüler oder dort beim Mittagsessen erzählt, dass es immer beim Papa im Bett schläft und bei der Mama nicht, hat er auch mal gerne das Jugendamt oder die Polizei auf der Matte stehen.

      Argumentiere mit der Kernfamilie und dem, was eben normal ist.

      Die Bindung kannst Du nicht und sollst Du nicht kappen. Aber neue Regeln mit einer Frau im Haus gehen durchaus. Meine drei Jungs haben an den Papawochenenden früher, als sie noch nicht 50% bei uns waren, und vor meiner Zeit, gehaust wie die Junggesellen. Pizza aufm Sofa vor der Glotze. Tja, Pech gehabt, die Herren. Das ist nun vorbei. Frau im Haus.

      • #277888
        Kris
        Teilnehmer

        @Tara
        Danke für den Tipp. Ich werde es so versuchen.

        Wie bei Junggesellen? Das kommt mir bekannt vor. Besonders nervig empfinde ich die überall liegen gelassenen Klamotten, aber das wird auch langsam…

        @Sommerregen
        Das Gute ist auch, ich sehe die Ex mittlerweile nicht mehr als seine Ex, sondern als Mama des Jungen und wenn er von ihr erzählt, kommt mir das nicht mehr so eigenartig vor (Wie ein über mir hängendes Damoklesschwert seiner Vergangenheit).

        Laut meinem Freund muss die KM dem BK gegenüber auch schon schlecht über ihn gesprochen haben, aber wir bemühen uns nicht schlecht über Sie zu reden solange der BK da ist.
        (Außer wenn er erzählt, dass Mama glaubt, dass der Papa viel Geld hat. Da muss ich mir schon hier und da auf die Zunge beißen)

        Ansonsten hält mein Freund nichts von der KM und spricht mit ihr nur das Nötigste zum Wohlergehen des BK.

        Ja du hast absolut Recht! Mein Freund muss erst sehen, wie es mit uns läuft und auch lernen, dass ich anders bin als die KM.
        Für den BK ist es natürlich auch eine Umstellung. Da muss ich versuchen geduldig, aber auch konsequent zu sein.
        Vielen Dank für deine Worte! Das baut mich wirklich auf.

        Liebe Grüße
        Kris

    • #277867
      Sommerregen
      Teilnehmer

      Hallo liebe Kris,

      das Beispiel mit der Kernfamilie wende ich auch oft für mich selbst an („Wie würde das in einer Kernfamilie laufen?). Hilft mir sehr…

      Ich habe auch das Glück, dass mein Freund meine Meinung in den meisten Dingen was BT angeht, teilt. Zudem scheinen KM und er mehr oder weniger auf einer Wellenlänge zu schwimmen. BT sagt zwar hin und wieder noch, was KM wohl über meinen Freund äußern würde, er geht aber nicht mehr drauf ein oder kommentiert das. Wir denken eh, es ist nur Hetze oder gelogen. Und wenns stimm – ganz ehrlich – juckt uns nicht 🙂 Soll die Alte doch reden…

      Auch den Kinderwunsch teilen wir. Und manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, wie schön es sein wird, wenn sich bei Oma&Opa dann mal nicht immer nur noch alles um die heilige Kuh dreht, sondern um mein Kind – und irgendwo auch mal um mich als Mutter. Denn nach UNSERER Beziehung fragt da keiner groß. Immer nur noch BT (wieso fahrt ihr nicht zu dritt in Urlaub? Wo ist BT? Wie geht’s BT? Braucht BT etwas?). Klingt das fies? Geht es manchen von euch auch so?

      Aber das mal beiseite geschoben, wollte ich schon immer Kinder haben und habe das meinem Partner seit jeher vermittelt. Er hat da auch wenig Angst, dass es wieder so wird mit KM, weil er weiß, dass ich so nicht bin (wir sind jetzt fast 4 Jahre zusammen und wohnen 2 davon zusammen). Und ich denke, Kris, dass dein Freund diesen Step noch mit dir zusammen gehen wird  Irgendwie ist es ja auch verständlich, dass sie erst zusehen wollen, wie wir Neuen drauf sind, oder findest du nicht?
      Ansonsten ist es tatsächlich so, dass auch der Kleine erstmal lernen muss mit dir zu leben. Neun Jahre galten Papas Regeln und nun kommst du… mit einem neuen Set an Regeln. Aber das ist ja ganz normal. Und so wie es klingt, zieht dein Freund ja schon weitgehend (für den Anfang ist das definitiv gut!) an einem Strang mit dir. Solche Aussagen wie „Du reichst mir völlig“ sind daneben, aber ich denke dein Freund wird dafür noch ein Feingespür erlangen.

      Fühl dich gedrückt,
      S.

    • #277868
      Sommerregen
      Teilnehmer

      Nachtrag:

      Mittlerweile schwimmen sie (KM und mein Partner) mehr oder weniger auf einer Wellenlänge. 🙂 Sie verstehen sich zwar nicht (das sollen sie aber meinetwegen auch nicht), aber in essentiellen Dingen ziehen sie so langsam mehr an einem Strang. BT hat schon gemerkt, dass sie mit ihrer Hetzerei und Ausspielerei nicht mehr weiterkommt. Nervt sie zusehends.:D

      • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months, 1 week von Sommerregen.
      • #277885
        Leah
        Teilnehmer

        Das mit den Großeltern kenne ich total gut 🙂 . Meine Eltern wohnen weiter weg, die Schwiegereltern in der Nähe. Und da ist es auch so. Sie haben neben meinen beiden BKs noch zwei weitere Enkel, die im gleichen Haus wohnen. Und alle vier (alle im ähnlichen Alter) werden vergöttert. Sie sind sozusagen Vollzeit-Großeltern, die alles für ihre Enkel tun. Entsprechend natürlich die riesige Sorge um meine BKs seit die Eltern sich getrennt haben. Da ging und geht es immer um die Enkel. Ob ihr Sohn endlich in seiner Beziehung glücklich ist, interessiert eher nicht. Von daher bin ich gespannt,ob sich diese unendliche Großeltern-Liebe auch auf unser Kind ausweiten wird. Ich wünsche es mir sehr für mein Baby. Denn auch wenn ich in vielen Dingen nicht auf der gleichen Wellenlänge bin wie sie: Großeltern sind sie wirklich ganz tolle. Und ich kenne den Gedanken auch total gut, dass ich mir vorstelle, wie sie eben auch mal mit meinem Kind Ausflüge machen. Und mein Schwiegervater mein Kind zum Sport begleitet und stolz ist usw. Ist wahrscheinlich mein eigenes inneres Kind, dass da stellvertretend gerne gestreichelt würde 🙂

        Lg Leah

        • #277887
          Sommerregen
          Teilnehmer

          Hallo Leah,

          ja man wünscht sich eben auch fürs eigene Kind dann diese BK-Privilegien.

          Manchmal habe ich Angst, dass meins bzw unser gemeinsames Hinten Anstehen wird. Es heißt jetzt schon seitens seiner Familie „die S. – da würden wir uns gar keine Gedanken machen. die würde das schon alles schaukeln!“… Klar , zum Einen ein Kompliment an mich. Zum Anderen habe ich schon Bedenken, dass mein Kind dann untergeht, weil das arme BK ja am Ende außen vorstehen könnte (was es nicht täte).

          Jetzt steht sie halt doch bei uns noch sehr im Mittelpunkt. Das ändert sich dann natürlich, wenn ihr Vater ein zweites Kind bekommt. Aber ich greife da glaube ich zu weit vor ..In zwei Jahren haben wir es uns erst vorgenommen.

          Leah, wie hat dein BK es aufgenommen, dass es ein Geschwisterchen bekommt ? Und die Familie seinerseits? Ich frage nur, weil ich mir bei uns echt vorstellen könnte, dass die Freude getrübt wäre (v.a. seitens seiner Mutter, die sich da immer unglaublich einmischt) à la „Oh Gott, was ist jetzt mit BK?“

          • #277906
            Leah
            Teilnehmer

            Hi Sommerregen,

            ja, die Angst kenne ich. Ich bin auch sehr gespannt, wie sich meine Schwiegereltern verhalten werden. Bei meinem Schwiegervater mache ich mir eigentlich weniger Gedanken. Er liebt Kinder und wird sich um unseres sicher genauso kümmern, wie um die anderen. Bei meiner Schwiegermutter bin ich mir nicht so sicher. Sie hatte sich darauf eingestellt, dass nach vier Enkeln Schluss ist. Denn ihrer Meinung nach, gehört es sich, dass man eben zwei Kinder bekommt. Sie hat selbst zwei und bisher hatten ihre Söhne jeweils zwei und so hat es ihrer Meinung nach zu sein. Drei kommen in ihrem Lebenskonzept nicht vor und schon gar nicht aus zwei verschiedenen Ehen. Daher bin ich gespannt, ob sie diese innere Haltung auf den Kleinen überträgt oder ob sie dann trotzdem von ihm verzaubert ist, wenn er auf der Welt ist.
            Meine BKs haben die Schwangerschaft leider sehr schlecht aufgenommen. Vor allem die Tochter. Auch da bin ich sehr gespannt und hab ein bisschen Angst, was passieren wird. Ich habe vor ein paar Tagen im aktuellen Strang über Schwangerschaft und Probleme mit dem BK ausführlicher drüber geschrieben. Vielleicht magst du das ja lesen, wenn es dich interessiert.

            Liebe Grüße

            Leah

          • #277911
            Sommerregen
            Teilnehmer

            Danke Leah.

            Es beruhigt zu wissen, dass ich nicht die Einzige mit diesen Sorgen und Bedenken bin. Und dass es auch normal zu sein scheint, dass man sich auch etwas drüber freut, dass BK mal nicht mehr ständig der Nabel der Welt ist.

            Ich habe sie zwar gern , trotzdem sind meine Gefühle doch sehr ambivalent. Würde sie jetzt auf einmal gar nicht mehr kommen, würde es mir für meinen Partner leidtun. Explizit vermissen würde ich sie nicht. Dann wäre sie eben nicht mehr da. Klingt richtig hart, so bin ich eigentlich gar nicht. Aber du kennst ja selber die Prozesse/Gefühlswelten, die so ein Stiefmutter-Dasein über die Jahre mit sich bringen kann.

            Ich habe mir deinen Post durchgelesen und finde es sehr traurig, dass deine BKs so reagieren. Das kommt sicher von deren Mutter, trotzdem wüsste ich nicht, ob ich das in deiner Situation wirklich so objektiv differenzieren könnte. Ich würde die Kinder wohl einfach nicht mehr mögen, wenn sie mein Baby nicht annehmen. Ich wünsche dir wirklich, dass sich die beiden die Sache nochmal überlegen, wenn das Kleine mal da ist. Wenn es sozusagen zum Menschen wird mit Namen und Gefühlen und nicht „nur“ das Baby in Stiefmamas Bauch – wenn du verstehst wie ich meine?

            Ich hoffe ja bzw glaube, dass meine BT nicht so wäre. Sie hat bereits bei ihrer Mom zwei kleine Schwestern, im Juni kommt die dritte dazu. Sie sagt auch immer, es würde sie so freuen, wenn ich ihr ein Brüderchen schenken würde, denn langsam sind es doch arg viele Schwestern :-)… Wir werden sehen. Kann nicht abschätzen, wie die KM reagiert. Bisher denke ich , es wäre ihr egal, aber wenn die Situation eintritt, ist das meist wieder eine ganze andere Chose…

            Halte uns hier auf jedem Fall auf dem Laufenden! Und genieße noch deine restliche Schwangerschaft 🙂

    • #277889
      Kris
      Teilnehmer

      Oh jetzt ist meine Antwort an Sommerregen bei Tara gelandet.
      Entschuldigt, ich bin mit der „Antwortfunktion“ nicht richtig zurecht gekommen hihi

    • #277894
      Starchild
      Teilnehmer

      Liebe Kris

      Ich weiss nicht wie viele Frauen Du kennst, welche sich auf so einen „Secondhandmen“ oder „Trostpreis“ mit „Altlasten“ einlassen würden. Die Meisten ergreifen doch lieber die Flucht! (weil Sie den Ärger mit der Ex., das fremde Kind, die knappen Finanzen scheuen und sicher keine Kompromisse eingehen wollen.)
      Ich glaube, wir müssen uns echt nicht schlecht fühlen, wenn auch wir in gewissen Momenten, halt mal etwas mit der Situation hadern.;-)

      Normal ist diese Konstellation ja wirklich nicht, und so easy wie es allgemein gerne verkauft wird, ist ein Patchwork auch nie.
      Übrigens sagt man, ein Patchwork braucht um die zwei Jahre, bis sich alle eingelebt haben. Das kann ich heute aus meiner Sicht bestätigen.

      Und was das Mithelfen und sich unfähig stellen, der Kinder angeht, kenne ich das Alles 1:1 auch! Betriebsblind…. trifft’s glaub wirklich. Und als Kind, kann man ja mal versuchen. Ich finde, Du machst das gold richtig! 🙂

      L.G.
      Starchild

      • #277910
        Kris
        Teilnehmer

        Hallo Starchild,

        naja, meine beste Freundin ist selbst alleinerziehende Mama und ist nun mit Ihrem Freund seit 2 Jahren zusammen und der Sohn wird jetzt 9.
        Aber ich glaube Frauen, als neue Partner, haben da ein anderes Verantwortungsgefühl zu BKs als Männer.

        Sonst kenne ich wirklich nur Frauen, die entweder alleinerziehend sind und neue Partner gefunden haben oder Frauen, die sich diesen „Stress“ nicht antun wollen.

        Da sitze ich doch gleich viel selbstbewusster auf meinem Stuhl. 😉

        LG
        Kris

    • #277915
      Sommerregen
      Teilnehmer

      @ Kris:

      Freut mich, dass ich dich aufbauen konnte 🙂 Dafür ist das Forum ja da.

      Mir hat es auch sehr geholfen, die KM wirklich als KINDSMUTTER anzusehen – nicht als die Ex. Mit der er dieses Kind bekommen hat, mit der er eine Beziehung führte usw.
      Daran merkt man mal, dass das echt eine Sache der Perspektive ist.
      Allerdings weiss ich auch, dass mein Freund nie Kinder wollte. KM einfach aufgehört hat, die Pille zu nehmen. Er ist natrlich auch komplett durch mit ihr , hasst sie, verabscheut diese Frau. Redet auch nur noch das Nötigste mit ihr.

      Vor dem Kind rede ich nicht negativ über KM – generell tue ich das nicht mehr. Ich habe mich schon so oft über die Alte aufgeregt und habe nun beschlossen, dass sie mir einfach nur noch am Allerwertesten vorbeigeht. Mein Freund ist da genauso, er stichelt manchmal etwas über KM beim BK aber das hat er seeeehr stark eingeschränkt. Zu Anfang unserer Beziehung war das viel extremer, bis ich ihm mal aufgezeigt habe, dass das Kind das mitunter für sich nutzt , um die Erwachsenen auszuspielen.

      Erst gestern wieder:
      BK: „Mama versteht keinen Spaß mehr! Am WE hat sie nichts mit mir unternommen!!“
      Mein Freund :“Wieso? Liegt wohl an deinem schlechten Zeugnis! Kann ich schon verstehen, denn ich verstehe jetzt auch keinen Spaß mehr!“
      RUHE 😀 – man gibt ihr so einfach keinen Nährboden mehr.

      BK hatte eine 5 im Zeugnis und zahlreiche 4en – trotzdem ist Madame davon überzeugt, ihr Zeugnis wäre gut. Und überhaupt ist sie nicht schuld, wenn sie etwas vergisst. Kann sie ja nichts dafür, wenn ihr Gedächtnis so schlecht ist. Da hätte ich mich gestern aufregen können. Dieses strunzdumme Geschwätz, das sie von ihrer Mutter adaptiert und repräsentiert und diese Kultur des „Ich-bin so arm und nie an was schuld!“ – DAS regt mich nach wie vor auf und wird es wohl auch immer tun.

      Die Mutter meines Freundes hingegen hetzt sehr bei BK über KM. Mein Freund hat seiner Mom da schon öfter Predigten gehalten. Es hab einfach immer Drama, weil das Kind natürlich voll drauf angesprungen ist und es für sich genutzt hat – da musste KM nicht mal was verbrechen!!
      Konsequenz war, dass mein Freund die Omazeit rigoros gekürzt hat. Würde die Oma nicht den Pauseverkauf in der Schule machen – das BK würde ihre Oma gar nicht mehr sehen. Höchstens 2 mal im Monat.

      Meinem Partner hat das gehetze aber endlich gereicht – ihm ist die Hutschnur geplatzt.

      • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months, 1 week von Sommerregen.
      • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months, 1 week von Sommerregen.
    • #277924
      Tara
      Teilnehmer

      Tja, dann wird sie völlig unschuldig die Klasse nochmal machen müssen. Vielleicht kapiert sie dann, dass man Hausaufgaben machen muss.

    • #279490
      Kris
      Teilnehmer

      Juhu,

      Kurzes Update:

      ich habe versucht Eure Ratschläge umzusetzen und mit meinem Partner gesprochen bzw. habe für mich eine Grenze erkannt und siehe da es geht mir wirklich vieel besser.

      Die Schlafsituation empfindet mein Freund normal und findet es nicht schlimm, dass der Junge nun bereits 10 wird und keine 5. Er würde schon von selbst irgendwann nicht mehr ankommen wollen.

      Ich habe ihm versucht verständlich zu machen, dass mich diese Situation frustet und das ich mir vorkomme, keine gleichberechtigte Partnerin zu sein, die nicht an die Seite ihres Partners gehört, wenn ich regelmäßig wieder nach Hause fahren muss.

      Er versicherte mir, dass ich das bin und er ja auch Kompromisse macht um mir entgegen zu kommen. Und, dass er mich definitiv an seiner Seite sieht.

      Dennoch belässt er es so. Sein Sohn würde doch so an ihm hängen usw. (Was ja auch so sein soll)
      Auf das Getue „kleiner Junge“ vom BK habe ich ihn auch angesprochen und er meinte, dass ihm das Bewusst sei und man es doch verstehen könne, da er bei der KM der Älteste ist und dort alles machen muss.

      Meine Konsequenz aus der bestehenden Schlafsituation (freitags BK bei Papa im Bett) ist nun diese, dass ich an diesen besagten Freitagen nicht mehr hinfahre, um mich dieser frustrierenden Situation nicht mehr auszusetzen.

      Dieses Wochenende war es nun soweit.
      Ich fuhr stattdessen mal zu meinem Bruder und Schwägerin. War zwar etwas eigenartig nicht bei meinem Freund zu sein, besonders da er von Mittwoch bis Freitag auf Montage war und wir uns seit Dienstag Abend nicht mehr gesehen haben, aber es tat gut sich rausgenommen zu haben.

      Als ich ab Samstag dann dort war, ist mir auch aufgefallen, dass mein Freund den BK von selbst immer mal wieder aufforderte seinen Teller wegzuräumen oder dies und jenes zu tun, was vorher nicht der Fall war.
      Vielleicht freue ich mich zu früh, aber ich hatte das Gefühl, dass sich mein Freund unser Gespräch doch in gewisser Weise zu Herzen genommen hat, auch wenn ich nun jeden zweiten Freitag nicht mehr hinfahren werde, solange die Schlafsituation noch so besteht.

      Vielen Dank nochmal für Eure Tipps. Es hat wirklich geholfen und mir geht es auf jeden Fall ein ganz großes Stück besser.

      VLG
      Kris

    • #279492
      Tara
      Teilnehmer

      Ich könnte mich da ECHT aufregen. Das Kind gehört in sein eigenes Bett.

      Das BK hat ein prima Druckmittel und den Papa völlig in der Hand damit und damit Dich wunderbar los und hat den toooooollen Papa alleine.

      Der KV verzichtet halt diese eine Nacht mal auf Dich, Du machst das ja prima mit und bist versorgt und machst tolle Sachen woanders. Für ihn also leicht zu verkraften. Hauptsache, Schatzbubi hat seinen Willen.

      Für alle also prima, außer für das Kind auf Dauer und für Dich.

      Was denken denn die Klassenkameraden, wenn das Bubilein beim Papi schlafen will? Was denkt der Lehrer, wenn mal „wer schläft wo?“ Thema in der Schule wird? Was ist, wenn der arme kleine Hase ganz alleine auf eine Klassenfahrt muss? Ohne den Paaaaapi?

      Ich kann Dir nur sagen, dass das bei mir nicht in die Tüte käme, dieses Machtspiel und mein Verzicht. Bei mir schläft das Kind in seinem eigenen Bett oder ich komme gar nicht mehr. Räume nicht bloß kurz das Feld.

      • #279493
        Donnaserpente
        Teilnehmer

        Sehe ich genauso. Mein Mann würde sich bedanken, wenn statt mir seine Tochter neben ihm im Bett liegen würde. Aber Menschen sind unterschiedlich und man kann ja auch niemanden zu etwas zwingen.

    • #279506
      AmyFarrahFowler
      Teilnehmer

      Schade dass er nicht von dieser Regelung abweicht. Habt ihr über die Dauer dieser Situation gesprochen?
      Mir würde spontan in den Sinn kommen, ihm da eine Ultimatum zu stellen, damit Vater und Sohn Zeit haben einen „sanften Übergang“ zu schaffen nachdem der Prinz dann immer in seinem Gemach schläft.
      Spontan muss ich aber Tara zustimmen: das geht gar nicht! Fürsorgen und schöne Zeit miteinander kann man auch toll im Alltag verbringen. Es ist viel wichtiger, dass er sich die restliche Zeit des Papa-WE´s Zeit nimmt und der Anhänglichkeit des Sohn so Raum gibt, dazu muss er nicht beim Papi schlafen.

      Als ich mit meinem Freund zusammen kam, schlief sein damals 7-jähriger Sohn auch noch regelmäßig bei ihm im Bett. Aber es stand gar nicht zur Debatte, dass ich heim fahre oder das meine Übernachtung deshalb nicht möglich sei. Es war ganz selbstverständlich, dass der Sohn in sein Bett zieht. Mein Freund versprach ihm damals, er könne bei ihm schlafen, wenn ich mal sowieso nicht da sei. Es kam aber so gut wie nie vor. Zu seinem Leid bin ich immer da und in (inzwischen) MEINEM Bett. Das ist gar kein Thema mehr.

    • #279507
      AmyFarrahFowler
      Teilnehmer

      Toll sind aber die anderen Veränderungen und dass du mit deinem Partner so offen über alles sprechen kannst. Er zeigt Verständnis und das sollte nicht unerwähnt gelassen werden! Das hat Potential für eine gute und offene Kommunikation, die soooo wichtig ist in der Patchworksituation!!!

    • #279559
      Kris
      Teilnehmer

      Guten Morgen Ihr Lieben!

      ja, ich weiß, ich bin da einfach zu lieb.
      Jedoch sehe ich es für mich bereits als großen Schritt an, dass ich mir da die Grenze gesetzt habe und an diesem Tag nicht hin fahre um mir mein Nervenkostüm nicht weiter zu schädigen. Ich habe meinem Freund auch gesagt, dass ich die sich daraus ergebenden negativen Gefühle und Gedanken nicht möchte und mich somit aus dieser Situation rausnehme. Hat er so akzeptiert.

      Ich habe keine Ahnung, warum mein Freund diese Situation einfach nicht weiter ändern möchte. Für ihn war es ein Kompromiss, dass es nicht mehr das ganze WE ist, sondern „nur“ der Freitag und findet das in Ordnung.
      Vielleicht mag es auch daran liegen, dass der Junge bis vor 2 Jahren noch bei ihm gelebt hat und er ihn somit quasi allein groß gezogen und vorher stark mit Familienanwältin um ihn gekämpft hat. Und nun ist der BK bei Mama und auch wenn mein Freund das niemals zugeben würde, denke ich, dass es schwer für ihn ist. Besonders wenn der Junge über sein zu Hause erzählt und nicht das Wort „Stiefpapa“, sondern manchmal „Papa“ bezüglich des Partners der KV fällt.

      Er tut mir manchmal einfach leid und ich bin da mitunter zu weich. Ich gebs zu.
      Über ein Zeitfenster haben wir nicht gesprochen, die Aussagen von meinem Freund waren eher schwammig.
      So nach dem Motto: Irgendwann wird er selbst nicht mehr bei mir schlafen wollen.

      Ich merke immer wieder, dass ich doch mit meinem Freund sehr gut und ehrlich über soetwas sprechen kann und er mir da zuhört. Veränderungen sind sehr schwer, vor allem wenn das alles über Jahre so gelaufen ist. Aber ich sehe da, dass er es versucht und auch Gedanken über die Gespräche macht, die wir führen. Das ist mir wahnsinnig viel Wert. 😉

      VLG
      Kris

    • #279562
      Tara
      Teilnehmer

      Ich verstehe Deine Sichtweise und das „Papa“ tut ihm sicher sehr weh. Für meinen wäre sowas die Hölle. Er hasst es, wenn der Neue der KM Fotobücher mit happy family macht im Urlaub und sie den BKs schenkt.

      Das „Kind im Bett“ ist vielleicht mein persönliches Reizthema und andere Stiefmütter juckt das gar nicht so, aber da das BK ja sowieso immer so hoch gehängt wird (leider nicht wirklich…), so will ich doch meine Bereiche wenigstens verteidigen.

      Mach Dir mal keine Hoffnungen, dass das Thema bald endet. Mein großer war noch beim Papa im Bett, als ich kam. Da war er 14. und würde das auch heute noch. Ich habe aber gesagt, dass er zu ihm ins Kinderzimmer kann. Das macht er dann doch nicht. In unser Bett kommt kein Kind, auch wenn ich nicht da bin. Meine Meinung, dass das krank ist, will KV natürlich nicht hören.

    • #279566
      Kris
      Teilnehmer

      Au weiha, und dann kommen die BK´s und zeigen freudestrahlend diese Fotobücher. Das wäre für meinen ebenfalls alles andere als angenehm. Er tut zwar immer so, als ob das alles schon gar nicht so schlimm ist, aber ich merke an seinem Verhalten und an seiner Stimme in so manchen Situationen, dass ihm das schon wirklich an die Nieren geht.

      Reizthema hin oder her. Das ist nunmal deine persönliche Meinung und auch deine „Grenze“, die du verteidigst. Finde ich absolut legitim. Die KV bzw. Männer haben da in einigen Dingen einfach ein anderes Denken. Ich sage immer, das Sprichwort, dass Männer vom Mars und Frauen von der Venus kommen, ist gar nicht so verkehrt. Da muss man sich irgendwie in der Mitte treffen und es muss von beiden Seiten ein gewisses Maß an Verständnis aufkommen.

      Puh, bis 14? Das ist ja mal der Oberhammer! Also, für mich ist das jetzt eine Übergangssituation und werde da geduldig, aber hartnäckig „nachimpfen“.

    • #279572
      Tara
      Teilnehmer

      Bei uns war das wohl eher so, weil sie anfangs nur wenig beim Papa waren und sehr an ihm hängen. Dazu kam bestimmt auch Eifersucht auf mich. In der Ehe gab es wohl seit vielen Jahren keine Zärtlichkeiten, dann die Trennungsjahre. Dann kam ich. Das hat sich durch das Wechselmodell relativiert. Trotzdem hängt der heute 16 jährige auf dem Sofa auf dem Papa. Der ist ein absouter Spätzünder, ich hoffe, der interessiert sich bald mal für Mädchen (oder von mir aus für Jungs, das ist mir wurscht).

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