(Beginnende) Essstörung der Bonustochter?

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Dieses Thema enthält 21 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  sternchen vor 3 Monate, 3 Wochen.

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  • #9849

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo noch mal,
    auch zu meiner Bonustochter (11) hätte ich gern eure Meinungen bitte.

    Die Situation:
    Mit Essen macht sie schon immer Theater, isst nur was ihr zur Nase steht, zieht Gesicht bei Gemüse, Fleisch das auch ein bisschen Fett hat …Ihr Vater und ich haben beschlossen, dass sie jetzt alt genug ist, zu essen, was wir essen. Keine Extrawurst mehr für sie im Sinne von extra Mahlzeit. Da ziehen wir beide an einem Strang und ich bin sehr sehr dankbar dafür, dass bei uns Einigkeit ohne Diskussion herrscht. Ihr Gemaule oder stummen Protest mit angewidertem Gesicht bei Tisch ignorieren wir, alternativ kann sie Brot essen.

    Neulich hatten wir einen Tagesausflug geplant und ihr Kommentar am Morgen war: „Heute kann ich ein Stück Kuchen essen, ich bewege mich ja den ganzen Tag“. Sie ist spindeldürr.
    Als der Tag nicht so verlaufen ist, wie sie es sich vorstellt hatte, wollte sie im Eiscafe weder ein Eis (wie all die anderen Kinder die dabei waren) noch was anderes essen. Als abends ein Biergartenbesuch unter den Erwachsenen besprochen wurde, kündigte sie an: „Ich will da nicht hin, wenn wir dahinfahren, werde ich nichts essen“. Wir sind hingefahren und sie hat nichts gegessen. Also hatte sie von 7 bis 19 Uhr nichts gegessen.

    Ihr Vater hatte sie im Biergarten noch ein Mal gefragt,ob sie was möchte.
    Und ich finde, damit ist es auch genug.

    Meiner Meinung nach kommt nicht infrage, sie zu bitten oder gar betteln, dass sie isst. Wir (auch hier sind wir uns einig) lassen uns mit Essen nicht erpressen. Erpressbarkeit ist für mich der erste Schritt zu einer Essstörung nach dem Motto: Nur wenn ihr macht, was ich will, esse ich. Sonst strafe ich euch mit meinem Hungern.

    Oder würdet ihr sagen, sie hat schon eine Essstörung? Ich habe außer vom Hörensagen keine Erfahrung mit dem Thema, Gott sei Dank. Mit KM ist Kommunikation seit Jahren nicht möglich.

    Danke fürs Lesen und eure Antworten schon jetzt.

  • #9857

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Sternchen,

    Da es ja auch noch für ältere Kinder die U Untersuchungen gibt,glaub ich nicht das sie eine Esstörung hat. Was nicht heisst das man nicht drauf achten Soll! Aber ich denke es würde sonst dem Arzt auffallen und dieser Alarm schlagen. Und natürlich kommt sie solangsam auch in die Pubertät und da achtet man ja doch iwie drauf was man isst.

    Für mich hört es sich eher so an,als würde sie mit der Essverweigerung versuchen ihren willen durchzukriegen. Du schreibst ja selbst sie macht es nur dann wenn es nicht nach ihrer Nase läuft.

    Von euch kriegt sie nun keine exteawürste mehr und nach ihrem willen läuft’s auch nicht. Da wird natürlich versucht Papa um den Finger zu wickeln.

    Mein Tipp wäre :Ignorieren aber im Hintergrund beobachten. Gegessen wird das was auf dem Tisch kommt,ab und an könnt ihr ja mal gucken,das man das kocht was sie gerne isst. Villeicht Auch mit ihr zusammen kochen. Ansonsten sollte der Papa klar Ansagen machen. Das ihr dann und dann esst. Und das sie bis dann und dann essen kann. Wenn nicht muss sie halt auf die nächste Mahlzeit warten oder bekommt halt kein Eis,wenn sie keins will. Das gibs dann auch nicht später.

    Ich schätze das wird spätestens dann aufhören wenn sie merkt das sie damit keinen Erfolg erzielt.

    Beobachtet es aber und guckt aber das sie genügend trinkt! Sollte das nun über mehrere Wochen laufen mit der Essverweigerung ,solltet ihr aber einen Arzt mit ihr aufsuchen bzw auch dringend mit der Mutter drüber reden,auch wenn es keine gute Kommunikation gibt. Evt könnte da ein mediator vom Kinderschutzbund oder dann das Jugendamt helfen sollte wirklich eine Essstörung vorliegen.

    Aber ich würd es tatsächlich erstmal mit der Ignoranz angehen und ihr dann auch nicht soviel Spielraum an Diskussionen biieten. ZB beim biergartenbesuch. Hät sie zuhause bleiben können oder villeicht woanders hin? Wäre so was möglich solltet ihr ihr auch die Möglichkeit geben dann nicht mitzukommen.
    Falls es nicht anders geht oder sie sich eigentlich da auch mit Freunden verabredet hat würde ich sagen,wenn sie wieder ankommt mit dann ess ich nichts. : Tja dann bleibt halt mehr für uns. Dann würd ich sie danach und beim Besuch auch gar nicht mehr nach Essen fragen sondern einfach bestellen ,evt iwas wo alle mitessen können sie aber gar nicht ansprechen.

    So kann sie mitessen oder nicht. Bestellt ihr einfach ein Wasser mit und Punkt. Ohne große Aufmerksamkeit. Ohne Diskussionen ob sie nicjt doch essen mag

  • #9880

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe sternchen,

    auch wenn ich keine Fachfrau bin, ehrlich gesagt finde ich schon, dass sich das bereits nach einer Essstörung anhört. Insbesondere solche Sätze wie „dann kann ich ein Stück Kuchen essen, weil ich mich viel bewege“.
    Natürlich solltet ihr euch nicht erpressen lassen mit dem Thema, aber vielleicht versucht ihr mal dahinter zu kommen, wieso sie das offenbar als einzige bzw. sinnvolle Möglichkeit der Kommunikation mit euch sieht? Jedes Verhalten hat einen Grund und offensichtlich will sie euch was damit sagen, was sie anders nicht ausdrücken kann. Sagt dir der Begriff „Aktives Zuhören“ etwas? Vielleicht kann man dann in so Situation einfach mal anders reagieren als nur ignorieren… ala „Jetzt hast du dich heute so über XYZ (Person, Situation etc.) geärgert, dass du nun gar keine Lust mehr auf Eis hast“. Das ist eine indirekte Aufforderung (aber keine Frage!) was dazu zu sagen, wenn es ihr auf dem Herzen liegt und sie es loswerden möchte… oder aber einfach nur eine Feststellung auf die sie (nicht wie auf eine Frage) eben auch nicht reagieren muss, wenn sie es nicht möchte. Verstehst du was ich meine?

    Ich halte es auch für wichtig, dass in dem Fall Kontakt mit der Mutter aufgenommen wird und ihr abklärt, ob sie zu Hause auch so wenig isst oder nur bei euch. Denn wenn sie tatsächlich eine Essstörung hat, hat sie die nicht nur bei euch sondern immer und dementsprechend auch bei der Mutter.

    Hoffen wir mal, dass es nur eine Phase ist und nicht wirklich eine Essstörung…
    LG Daka.

  • #9882

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Sternchen,

    mein Bonuskind ist auch Essensverweigerer. Allerdings von Geburt an, sie musste als Kleinkind sogar mal im Krankenhaus zwangsernährt werden, weil es nicht anders zu machen war.
    Sie wird bald 8 Jahre alt und wiegt nur 16 kg, sie ist nur Haut und Knochen. Laut Ärzten bei den U Untersuchungen ist alles in Ordnung. Wir sehen das anders, aber was soll man auch machen?!
    Bei uns bekommt sie keine Extrawürste, es gibt aber nur die 3 Hauptmahlzeiten. Obst am Nachmittag haben wir abgeschafft, weil sie davon 2 Bissen gegessen hat und abends gar nichts mehr.
    Allerdings gibt es bei uns auch ihre heißgeliebte Nutella nicht mehr. Die bekommt sie Zuhause jeden (!!!) morgen auf Brot. Mal ist ja voll in Ordnung, aber jeden Tag…
    Ich glaube, dass ihr die Mutterliebe fehlt – quasi ein Hilferuf. Laut meinem Freund hat sich die Mutter von Anfang an nicht gekümmert. Heute setzt sie das Kind nach der Schule vor den Fernseher, aber das ist eine ganz andere Geschichte 😉

    Bei dir ist es schwierig zu sagen, ob sie nur Aufmerksamkeit will oder eine Essstörung hat. Beides finde ich denkbar in dem Alter. Ich würde auch versuchen mit ihr zu sprechen, wie Daka das vorschlägt. Vielleicht könnt ihr ihr auch mal anbieten, einen Tag am Wochenende das zu machen, was sie möchte? Einen Biergartenbesuch finde ich auch etwas unglücklich mit Bonuskind. Wie oft ist sie denn bei euch?

    • #9884

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Blackpearl,

      was hast Du denn gegen Biergärten? Das ist ja nichts unanständiges. Ich sehe da keine Schwierigkeiten, mit einem Kind einen Biergarten zu besuchen.

      • #9885

        Blackpearl
        Teilnehmer

        Hallo Donnaserpente,
        ich habe nicht generell was gegen Biergärten. Nur für manche Kinder ist das eben total langweilig. Man sitzt da ja auch oft wesentlich länger als sonst fürs Essen. Wenn das Bonuskind in dem Alter ist, würde ich es schon stärker in die Tagesplanung einbeziehen. Wenn sie sich was aussucht und dann trotzdem zickig ist, wäre es was anderes.

  • #9899

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Blackpearl,

    16 kg mit 8 Jahren und das finden die Ärzte normal??? Ist sie denn besonders klein?
    Meine Tochter ist 5 und wiegt ebenfalls 16 kg und bei der letzten U-Untersuchung wurde besprochen, dass wir das jetzt dringend beobachten müssen… Sie isst allerdings auch fast jeden Tag Nutella zum Frühstück, weil sie sonst gar nichts essen würde…daher finde ich den Punkt weniger kritisch. Ich liebe es auch Nutella zum Frühstück zu essen und das auch gerne täglich, sehe keinen Grund ihr das zu verwehren. Unabhängig davon isst sie aber sehr gut, verwertet aber offensichtlich anders als andere Kinder und es bleibt nichts „dran“… das ist aber bei uns familiär bedingt so…

    LG Daka.

    • #9914

      Blackpearl
      Teilnehmer

      Hallo Daka,
      sie ist auch nicht besonders groß (ca. 110 cm). Wir rätseln, woher sie das hat. Sowohl Mutter als auch Vater sind durchschnittlich groß und schwer. Also weder besonders klein, noch dürr. Sie ist ist nur Haut und Knochen. Ich habe geschrieben „laut Arzt“, aber eigentlich müsste es eher heißen „Laut Ex hat der Arzt gesagt…“.
      Bei der Mutter geht es auch nicht nur um das Nutellabrot, sondern sie wird regelrecht mit Süßgkeiten vollgestopft. Deshalb gibt es bei uns für sie eine Süßigkeit pro Tag, dazu zählt auch ein Brot mit Nutella.
      Wie oben schon geschrieben, denke ich, dass sowohl ihre Größe als auch das Gewicht auf fehlendes Interesse der Mutter zurückzuführen ist. Das wurde auch in Studien schon bewiesen. Aber man kann die Mutter wohl schlecht zwingen…

      Ist mir gerade noch eingefallen: Sie ist von den angebotenen Süßigkeiten auch nur ein paar Bissen, also einen halben Riegel Kinderschokolade, eine halbe Kugel Eis,… Wenn sie da wenigstens mal essen würde

  • #9918

    Daka
    Teilnehmer

    Ja, sowas dachte ich mir schon „Laut Ex hat der Arzt gesagt…“. Ich stimme dir zu, dass eine schlechte körperliche Entwicklung durchaus mit dem mangelnden Interesse der Mutter zu tun haben kann (und wird). Traurig, aber wahr. Hatte dein Mann bzw. ihr mal in Erwägung gezogen, sie komplett zu Euch zu holen? Aber das ist vermutlich schon zu spät um gravierend noch was ändern zu können…Fehlendes Urvertrauen und fehlende Bindung in der Babyzeit ist wohl nur schwer aufzuholen bzw. wieder gut zu machen 🙁

    • #9922

      Blackpearl
      Teilnehmer

      Wir haben uns tatsächlich überlegt, ob er sie nicht dauerhaft nehmen kann. Wir waren beim Jugendamt und beim Anwalt, um uns beraten zu lassen. Beide haben uns sehr schlechte Chancen eingeräumt und die Kosten hätten wir tragen müssen. Solange keine physische Gewalt ausgeübt wird, ist es nahezu unmöglich als Mann das Kind zu bekommen.
      Zumal die Kleine sich immer auf Mama freut und noch nie gesagt hat, dass sie nicht zu Mama möchte. Auch, wenn sie immer wieder bestätigt, dass sich niemand mit ihr beschäftigt.

      Als die Idee aufkam war sie 4. Inzwischen, mit fast 8, wäre es wohl sehr schwer bis unmöglich, da noch was aufzuholen.

  • #9925

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo zusammen und vielen Dank für eure Antworten!

    @ Liebe soulcolored,

    ich danke dir für deine ausführliche Meinung zu meiner Sorge.
    Meine Vermutung ist auch das, was du schreibst: Sie will ihren Willen durchsetzen.
    Ich beobachte, was und wie viel sie isst und achte darauf, dass sie trinkt – hab ihr schon die fetthaltigere Milch untergejubelt :-))

    Noch mal zu dem Ausflugstag: Wir hatten ihr genau gesagt, wer mitkommt und wie es abläuft. Nur der Abschluss Biergarten hat sich so ergeben und konnten wir ihr nicht vorher mitteilen. Und wir hatten ihr angeboten, dass sie alternativ am Morgen zur KM gehen kann und wir holen sie abends wieder ab. Das wollte sie ausdrücklich nicht.

    Der Biergarten in dem wir waren, ist ihr Lieblingsbiergarten mit Bachlauf, Enten und Fischen. Deshalb versteh ich die Reaktion von ihr noch weniger. Die plausibelste Erklärung scheint mir: Nicht ihren Willen bekommen, nicht genug Aufmerksamkeit bekommen und als Reaktion: Essensverweigerung.
    Das Thema Essen möchte ich auch so wenig wie möglich thematisieren, denn dadurch rutscht das Thema nur noch mehr in den Fokus und bekommt noch mehr Aufmerksamkeit von ihr.

    @ Liebe Daka,
    dein Beitrag hat mir sehr zu denken gegeben. Vielen Dank dafür.

    Du schreibst, dass sie mit uns kommuniziert, indem sie nicht essen will. Das stimmt zweifelsfrei.
    Aktives Zuhören ist schon ein Thema gewesen, vor ca 2 Jahren sagte sie mir: Ich spreche so gerne mit dir“ und ich antwortete: Aber wieso? Ihre Antwort: „Weil du mir zuhörst“. Das hat mich damals erschüttert.

    Denn wir wissen, dass ihre Mutter sie in Grund und Boden quatscht. Das Kind kommt nicht zu Wort. Das habe ich selbst mitgehört, als sie nach Urlaub mit uns die KM anrufen wollte. Und ich höre nix aus dem Kinderzimmer, das Kind hat den Hörer am Ohr und sagt nix. Die KM hat sie nichts gefragt – wie ihr Urlaub war, was sie gemacht oder Schönes erlebt hat – sie hat das Kind zugequatscht bis das Kind gesagt hat, dass es aufhören muss mit telefonieren – was nicht stimmte.
    Ich befürchte, dass es bei der KM immer so läuft, zumal eine Bekannte KM erst kürzlich traf. Ihr Fazit: KM „ist sehr anstrengend, sie redet wie ein Wasserfall.“
    Womöglich läuft das Thema Essenverweigerung bei KM ständig so.

    Ich verstehe, was du meinst mit indirekter Aufforderung und genau so werd ich das nächstes Mal machen.
    Hab vielen Dank für den Tipp!

    @Liebe Blackperl,
    auch an dich herzlichen Dank für deine Antwort.

    Meine Bonustochter hat ganz normal gegessen, als ich sie kennengelernt habe. Auch Kuchen und Eis – all das was sie jetzt zutiefst ablehnt.

    Fehlende Mutterliebe – das kann sehr gut der Schlüssel zum gesamten Thema Essen sein! KM ist – und das wurde mir immer wieder bestätigt – ein kalter und vor allem sehr egoistischer Mensch. Parken vor dem TV hat meine Bonustochter auch. Sie kennt TV-Serien – das ist unglaublich und zeigt wie viel Zeit sie mit fernsehen verbringt.

    Der Papa unternimmt viel mit ihr an unseren Wochenenden und wir haben gefühlt 3 Jahre nur Nudeln und Kartoffeln gegessen – bis wir beschlossen haben, dass es jetzt reicht und sie mit uns isst, was wir essen. Wir können uns also nicht vorwerfen, nicht genug auf sie eingegangen zu sein. Da wären wir dann wieder bei dem Thema, dass sie jetzt denkt, sie bekommt nicht mehr genug Aufmerksamkeit, weils keine Extrawurst mehr gibt.

    Tut mir leid, dass dein BK dir auch Sorgen mit Essen macht. Bei dir scheint es aber klar zu sein, dass es an der KM liegt, was ich auch in meinem Fall für immer wahrscheinlicher halte. Denn auch an schönen und glücklichen Tagen (das ist die große Mehrheit ihrer Tage bei uns) isst sie kaum. Neu ist allerdings das Element – wenn ihr xx macht, esse ich nicht. Und das macht mir Angst.

    Ich werde also dran bleiben.
    Übrigens hatte ich bemerkt, dass sie vor dem Frühstück auf die Waage springt und danach wieder.
    Es gibt jetzt offiziell keine Waage mehr bei uns….

    LG
    sternchen

  • #9933

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Sternchen,

    ich denke auch, dass ihr alles menschenmögliche versucht habt! Es ist total in Ordnung, wenn ihr euch essenstechnisch nicht nur noch nach Prinzesschen richten möchtet.

    Wir achten nur darauf, dass es nicht zu viel Süßkram gibt. Wir machen das Essen auch nicht mehr zum Thema. Selbst wenn sie bei uns gut essen würde, würde sie das doch Zuhause wieder sein lassen.

    Was mich stuzig macht, ist das: „Übrigens hatte ich bemerkt, dass sie vor dem Frühstück auf die Waage springt und danach wieder.“ Das deutet schon eher auf eine Essstörung hin.
    Als ich eine Essstörung hatte, habe ich mich morgens gewogen und abends vor dem Abendessen. Die abendliche Messung war das Maß was ich abends essen durfte.

    Vielleicht könnt ihr da doch noch mal mit ihr sprechen. Vielleicht ist es teilweise Erpressung und teilweise schon ein Zwang. Vielleicht kann sie damit gut ihre Mutter erpressen und es ist so zum Zwang geworden. Oder die Mutter lästert oft über dickere Menschen? Sowas ist in so jungen Jahren fatal.

    Viele Grüße

  • #9934

    Daka
    Teilnehmer

    Das mit der Waage war für mich auch so ein „Schlüsselsatz“… Manchmal kommt der Zwang auch aus dem Freundeskreis, ging mir damals mit 12 so, da fand meine beste Freundin sich zu dick und diese Einstellung hat sich auch zeitweise auf mich übertragen, zum Glück hatte ich ein stabiles Elternhaus und so ist keine Essstörung draus geworden, aber das Potential war da…

  • #9951

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo Blackpearl und Daka,

    dank eurer Hinweise und eurer eigenen Erfahrung scheint mir das Verhalten meiner Bonustochter zwanghaft zu sein. Freunde hat sie keine, nur ihr Bruder hat sie (wohl) jahrelang (hab ich gehört) und nur wenn er Besuch hatte, angemault: Du bist so fett und so doof. Dabei ist sie ihm intelligenztechnisch weit überlegen.

    Wir haben damals mit ihm gesprochen, dann nichts mehr dergleichen gehört, aber wie es jetzt läuft – keine Ahnung. Sie erzählt nichts zu Mutter und Bruder und Interaktionen zwischen den Geschwistern können wir nicht mehr beobachten, weil der Bruder nicht mehr kommt.

    @ Blackpearl
    Darf ich dich fragen, wie du deine Essstörung in den Griff bekommen hast? Wie hast du es geschafft, zu essen ohne auf die Waage zu springen?

    Woher der Zwang kommt, würde ich gern wissen. Ihr Vater und ich essen normal, es gibt keine Kommentare zum Essen wie „das ist zu fett..“ Könnte sein, sie hat kein Selbstbewusstsein?
    Zwangshandlungen geben vermeintlich Sicherheit, das weiß ich.

    Mit ihr sprechen werde ich lieber nicht. Zum einen, weil es die Sache des Vaters ist, zum anderen weil ich damit das Thema Essensaufnahme wieder in den Fokus rücke und schließlich, weil ich davon ausgehe, dass sie nicht sagen kann, warum sie das macht.

    Ich werde sie wie bisher auch genau beobachten und immer dafür sorgen, dass sie gut trinkt.
    Werd ihr auch Schokomousse machen, das hat sie letztes Mal gegessen -garantiert nur, weil sie nicht weiß, was drin steckt.

    Liebe Grüße an euch und herzlichen Dank für eure wertvollen Gedankenanstöße und Hinweise

    • #9965

      Blackpearl
      Teilnehmer

      Hallo Sternchen,

      ich habe es geschafft, selbst wieder normal zu essen. Ausschlaggebend war ein Foto im Bikini von mir, wo ich mich furchtbar dünn fand – da habe ich mich selbst erschrocken. Ich habe dann vor allem auch viel Sport gemacht, damit ich mehr Muskeln als Fett aufbaue. Das hat auch gut funktioniert.
      Im Nachinein muss ich aber sagen, das hätte auch ins Auge gehen können. Manche rutschen dann von der Magersucht in eine Sportsucht. Das blieb mir zum Glück erspart.

      Ich habe mich zu der Zeit auch von meinen Eltern nicht geliebt gefühlt und ich hatte auch eine nicht ganz einfache Kindheit (meine Mutter ist sehr impulsiv und hat viel gebrüllt). Darin sehe ich den Auslöser für das Ganze.

      Bis heute ist aber geblieben, dass ich mich jeden Morgen auf die Waage stelle. Ich muss einfach wissen, was ich wiege. Im Urlaub geht es auch so, ist aber auch schon eine Überwindung.

  • #9958

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Sternchen,

    Ihr könntet doch mal gucken ob es in eurer Nähe einen Jugendtreff gibt der evt. Gesprächsstunden darüber macht oder aufklärt. Oder mal nachfragen ob diese sowas anbieten in der Richtung.

    Oder eine Beratungsstelle die sich behutsam dem Thema nähert ohne sich zu sehr drauf zu fokussieren. Dieser Zwang könnte vom Verhalten dea Bruders ausgelöst worden sein und der Mutter.

    Ich kann mich daran errinnern das mein Bruder mich auch immer gehänselt hat das och hässlich wär. Und fett. Besonders als ich gewichtsproblemw in der pubertät hatte,kamen immer sprüche wie : na dicke, na moppel mal wieder am fressen. Das hat doch sehr an meinem Selbstbewusstsein genagt. Und das hat sich bis heut in meinem kopf festgesetzt das ich mich nicht wirklich schön finde und gewichtsprobleme habe.

    Ich würd auch einfach immer wieder versuchen ihr selbstbewusstsein zu stärken(zb bestärken das sie so gut ist wie sie ist. Oder das man stolz auf sie ist das sie keine dicke schminke aufträgt sondern ihre natürliche schönheit nutz.) und das gespräch mit ihr zu suchen. Wenn sie angst hat dick zu werden kann man ihr erklären,das wenn sie zB sich gesund ernährt ,gar keine angst haben muss. Und das es nichts aussagt über das tatsächliche gewicht wenn man vor und nach dem essen sich wiegt. Sie könnte zB nur salat essen und hätte laut waage 500g zugenommen. Obwohl salat ja kein fett und co enthält. Es wäre das gewicht vom salat. Aber sie würde eigentlich gleich wiegen.

    Ich würd es tatsächlich dann ansprechen wenn diese situationen auftauchen damit sie weiss sie kann sich an euch wenden,ihr seid da und seht sie.(aber halt nicht sofort fokussiert drauf) ZB mit der Situation mit dem kuchen. Villeicht mit etwas auflockerung: Das ist toll das du dich bewegst und sport machst. Da könntest du sogar 2 kuchenstücke dir gönnen,soviel energie wie du heut verbrannt hast.

    Oder wenn sie nicht essen mag und ihr ahnt das es zb ist weil sie wieder angst hat vorm dick werden. Eine obst und gemüseplatte hinstellen und ohne grosses tram tram sagen: wenn du was gesundes essen willst nimm dir dann etwas davon. Dann hast du energie für dem tag.

    Ich kann euch nur raten nur nicht alles zu ersetzen durch süße sachen damit sie wenigstens was isst. Den sonst kann aus der esstörung in Richtung magerwahn ganz schnell die Fettleibigkeit werden da sie essen und probleme lösen miteinander verknüpft. Dann kommt wenns mir schlechr geht,ess ich nichts. Alle machen sich dann sorgen. Dann krieg ich Pizza. Die hilft. Dann krieg ich pommes. Das hilft. Etc.

    Achja ihr müsst natürlich nichr zwangsläufig das thema nun bearbeiten oder mit ihr reden. Ihr solltet ihr dann aber eine beratung oder person suchen,wo sie drüber reden kann. Dies könnte zB der hausarzt in einem erstgespräch sein. Das sie weiss sie hat einen ort wo sie hilfe bekommen kann. Ihr könnt sie nur unterstützen und tips geben.

  • #9975

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo noch mal soulcolored,

    das Selbstbewusstsein stärken ist ein Punkt, den ich schon immer versuche bei ihr umzusetzen.
    Danke für die Bestätigung, dass ich damit auf dem richtigen Weg bin.

    Dein Beispiel mit dem Salat ist toll. Das bring ich garantiert an! Danke.

    Obst kann sie sich auch immer nehmen, es gibt immer eine Auswahl. Und keine Sorge, mit süßen Sachen füttern geht gar nicht. Sie isst nur das Schokomouse, alle andere lehnt sie ab. Auch Eis, Kuchen meistens.

    Mit den Beratungsstellen warte ich lieber noch. Sie hatte eine Kinderanwältin, zu der ihre Mutter sie geschleppt hat, die Jugendamtfrau, die psychologische Gutachterin – ich glaub, mit fremden Menschen in ihrem Leben reichts erst mal.

    Ich beobachte sie aufmerksam und bin da. Noch hab ich die Hoffnung, dass sich alles gibt.
    Liebe Grüße von Sternchen

  • #9976

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo noch mal blackpearl,

    was du schreibst, hat mich erschrocken: deine Mutter war impulsiv und hat viel gebrüllt und du denkst, dass das der Auslöser bei dir war.

    Genau so ist die Mutter von meinem BK! Zumindest war sie so, bis zum Ende der Ehe. Ich schätze aber, so ein Verhalten legt man nicht einfach mal ab.

    KM benimmt sich auch derart schlecht, dass ihre eigene (inzwischen Ex-) Anwältin – die hatte wohl gewaltig die Nase voll von ihr – zur Anwältin vom Ex-Mann (also unserem) gesagt hat: „ein unmögliches Benehmen diese Frau.“
    Wir wissen auch, dass KM im Umgang mit anderen Menschen immer dominant ist, sie muss alles bestimmen.
    Sie hat in der Dienstleistungsbranche gearbeitet und da bewusst Streit mit Kunden provoziert.
    Wegen nix. Haben mir Zeugen erzählt. Ein weiterer Kommentar einer bodenständigen Mutter war: Wie die mit ihren Kindern spricht, da friert dich.

    Wir hatten meinem BK von Anfang an angeboten, bei uns zu leben, aber das hat sie abgelehnt.

    Was mir gerade einfällt: Sie hat mich gefragt, wie mein Verhältnis zu meiner Mutter ist, das ist ca 2 Jahre her. Ich hab ihr geantwortet, dass wir nicht viel gemeinsam haben, dass ich ihr aber helfe und sie unterstütze. Sie hat dann was gesagt von „Mutter und Vater muss man immer lieben“. Das klang mir sehr eingetrichtert von KM.
    Ich hab ihr dann ruhig erklärt, dass niemand sie zwingen kann, irgendjemand zu mögen. Dass das nicht geht: mögen müssen. Dass sie sich damit selbst verleugnen würde – in kindgerechten Worten.

    Eventuell liegt der Grund für ihr Verhalten tatsächlich bei der Mutter und ich hab es nicht gesehen.

    Ich werde weiterhin mit offenen Ohren und guten Antennen zuhören und aufpassen. Gott sei Dank kann ich mich mit ihrem Vater prima austauschen und wir ziehen an einem Strang. Das ist unbezahlbar.

    Lieben Dank für deine so persönlichen Worte und Erfahrungen.
    Alles Gute für dich und ich bin froh, dass du es allein geschafft hast.
    Kannst stolz drauf sein!
    Liebe Grüße von Sternchen

    • #9982

      Blackpearl
      Teilnehmer

      Hallo Sternchen,

      Danke für deine lieben Worte!

      Ich muss da allerdings noch zu sagen, dass mich meine Mutter immer geliebt hat. Sie hat alles für mich gemacht, sie war nur total überfordert. Ich durfte dann auch mit 16 Jahren ausziehen und danach wurde es deutlich besser. Inzwischen sind wir wieder im Reinen.

      Den Satz „Mutter und Vater muss man immer lieben“ finde ich nun auch wirklich komplett übertrieben. Was ich aber glaube ist, dass man seinen Eltern deutlich mehr verzeiht als man das bei anderen Personen machen würde.
      Deshalb würde deine Bonustochter auch nicht zu euch ziehen. Meine will das auch nicht.

      Hoffentlich findet ihr einen Weg mit deiner Bonustochter!
      Viele Grüße

  • #9984

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo noch mal Blackpearl,

    Überforderung ist verzeihbar, keine Frage. Und ja, wir verzeihen Eltern mehr als anderen Menschen, da bin ich sicher.

    Der Satz, den KM meinem BK als Maxime sozusagen vorgibt ist meiner Meinung nach ein Teil ihrer Strategie, das Kind um jeden Preis an sich zu binden. Sie macht das:
    1. durch Mitleid: Die Kinder haben uns erzählt, dass sie ja keinen neuen Mann mehr finden wird in ihrem Alter.
    Dabei ist sie durchgebrannt und praktisch über Nacht abgehauen.
    2. durch eingeforderte Dankbarkeit: Sie hätte auf einen Job mit 10.000€ im Monat verzichtet wegen der Kinder – so haben sie uns das berichtet. Gelogen natürlich. Und nicht nur das – sie hat sich dafür, dass sie Hausfrau und Mutter war, bezahlen lassen. Ihr Mann hat Geld in ihre Rente und nicht wenig jeden Monat einbezahlt. Ich hätte mich geschämt für so ein Verhalten.
    3. durch eingeforderte Liebe, was ich für brandgefährlich halte, denn damit bringt sie das Kind, das vom Charakter her wie der Vater ist, in Gewissensnöte, die in seelischen Krankheiten, Essstörungen und noch schlimmerem enden können.
    Fazit: Sie will alles immer dominieren.

    Sollte mein BK es schaffen, auszubrechen, werd ich sie selbstverständlich bei uns wohnen lassen.
    Aber bis dahin genießen und leben wir unsere Partnerschaft in allen Zügen aus.

    Freut mich sehr, dass du mit deiner Mutter im Reinen bist!
    Liebe Grüße an dich
    Sternchen

  • #9995

    Michette
    Teilnehmer

    Hallo Sternchen,

    wie waere es, wenn du mal mit deiner Bonustocher kochen wuerdest? Bei uns haben die Bonuskinder zwar in diesem Sinne keine Schwierigkeiten, aber mein Bonussohn ist doch eher waehlerisch, was er mag ( und das ist meistens Fast Food). Seitdem wir beide (Bonussohn und Bonustochter) ab und an mitkochen lassen und auch selbst mal was machen lassen, ist es definitiv besser geworden.

    So sind sie miteinbezogen und bekommen nicht „etwas vorgesetzt“

    Liebe Gruesse,
    Michette

  • #10004

    sternchen
    Teilnehmer

    Hallo Michette,

    vielen Dank für deinen Vorschlag.

    Auch das haben wir versucht. Erst gestern hat sie mitgekocht.
    Ergebnis: ca 5 Kartoffeln und die Hälfte eines handtellergroßen Schnitzels. 2 Rippchen Bitterschoko zur Nachspeise (normale Schoko isst sie nicht mehr, die hat ihr wahrscheinlich zu viel Fettgehalt).
    Abends einen Apfel oder 1 Scheibe Käckebrot mit Honig. Das Knäcke dann auch zum Frühstück.
    Das wars für den ganzen Tag.

    Wir haben viele andere Sorgen und langsam bin ich auch am Ende meiner Nerven, Kapa und Kraft. Soll sich KM kümmern, ich muss schauen, dass ich wieder auf die Beine komme – psychologisch gesehen.
    Auch wenn das jetzt hart klingt.

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