Erziehungsmethoden

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Dieses Thema enthält 26 Antworten und 13 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Erein vor 1 Monat, 1 Woche.

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  • #158627

    Lacrima
    Teilnehmer

    Hallo liebe Leidensgenossinen,
    habt ihr Erfahrungen damit gemacht, mit den Erziehungdmethoden der Ex (und dadurch auch denen des Partners) nicht einverstanden zu sein?
    Kurz zum Hintergrund:Das Kind meines Partners wird im September 4 Jahre alt, benimmt sich aber wie ein 2 Jähriger. Er trägt noch Tag und Nacht Windeln, kann keine Gabel richtig halten und auch sonst ist noch nichts mit ihm anzufangen. Die Kindsmutter ist der Meinung, dass sie die Einzige sei, die wissen könne, was dieses Kind braucht und behauptet zum Beispiel, dass der Junge nur nicht trocken werde, weil ihm ein Enzym dafür fehle. Das würde sich ihrer Meinung nach schon von alleine entwickeln und Töpfchen-Training kommt gar nicht in Frage, weil man das Kind ja zu nichts zwingen kann. Auch in der Kita dürfen die Erzieher ihn nicht aufs Töpfchen setzen, sondern müssen wickeln! Jetzt steht das nächste Drama an:Wechsel der Kita, weil die jetzige umgebaut wird. Seit Monaten rennen sie zu Beratungen und Terminen um herauszufinden, was denn nun das Beste für das Kind sei und treffen keine Entscheidung. Mein Partner rennt natürlich zu jedem Termin mit, die immer schön während der Arbeitszeit liegen. Die verloren Stunden werden gemeinsam mit den Stunden die er an den Tagen wo er das Kind betreut einbüßt an den Nicht-Kind-Tagen nachgeholt. Das geht dann natürlich voll auf meine Kosten, weil er dann dienstags, mittwochs und freitags gerne mal 10 Stunden im Büro ist und jegliche Feierabendaktivitäten aufgrund von Erschöpfung ausfallen. Ich habe mit ihm schon mehrfach darüber geredet, dass ich der Meinung bin, dass man dem Kind etwas zutrauen muss, damit es sich weiterentwickeln kann, aber Kontra gibt er der Kindsmutter nie. Er möchte um jeden Preis verhindern, dass es zu Konflikten kommt und gibt immer klein bei. Langsam aber sicher überlege ich mir wirklich, ob ich das dauerhaft mitmachen kann und möchte. Was soll denn das erst werden, wenn das Kind in die Schule kommen soll? Falls ihr irgendwelche Erfahrungen mit einer solchen Problematik gemacht habt, wäre ich euch dankbar für einen Austausch. Liebe Grüße, Lacrima

  • #159047

    Viola wittrockiana
    Teilnehmer

    Hallo Lacrima,

    das blöde an der Situation der Zweitfrau ist, dass man alles er- und mittragen muss, sich aber nicht einmischen “darf“. Schon garnicht in die so super funktionierende Erziehung.
    Dabei ist die Motivation der Zweitfrau im Grunde Prävention.
    Man möchte helfen, unterstützen, Dinge für alle Beteiligten verbessern – und soll es doch nicht.

    Als der jüngere Sohn meines Mannes mit vier noch Windeln trug sagte ich irgendwann mal mehr beiläufig oder zu mir selbst, dass es Kinder in dem Alter gibt, die das nicht mehr brauchen.
    Das hörte der zwei Jahre ältere Bruder. Was soll ich sagen, Kinder können auch eine Wirkung erzeugen. So kam hier und da
    der Größere beim Windelnwechseln dazu und sagte “Kinder in dem Alter brauchen das eigentlich nicht mehr“ oder “in dem Alter brauchte ich die nicht mehr“.
    Und das muss dem jüngeren vielleicht was gebracht haben. Mit der Windel war bald Schluss.
    Zur Passivität Deines Partners kann ich nicht viel empfehlen, denn ich hatte das selbe Problem bis heute.
    Aber ich glaube heute sieht er sein Werk.
    Aber die Jahre sind weg.

    Mir persönlich hilft Abgrenzen. Nicht gegen jemanden. Doch sehen, erkennen, nichts machen können/dürfen, dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung.

    Grundsätzlich sehr schwierig das Thema,
    Nicht nur in Bezug auf das Einmischen.
    Ich denke man erreicht im Anderen mehr, wenn die Person selbst die Motivation besitzt, Dinge zum besseren zu bewegen.
    Noch schwieriger wenn die eigene Prägung des Vaters durch wiederum seine Eltern sehr “überbehütet“ war (in meinem Fall).
    Auch Schwiegereltern rühren mit rein.
    Vielleicht hilft hier reflektieren und die Zusammenhänge betrachten.

    Liebe Grüße und ich wünsche Dir/Euch alles Gute!

  • #161906

    Lacalma
    Teilnehmer

    Hallo Lacrima,

    ich finde die Erziehungsprobleme die du oben beschreibst eher weniger schlimm – wobei es natürlich schon so ist, dass man als Stiefmutter eben nicht viel mitzureden hat in der Erziehungsform, das ist Elternsache, da muss sich dein Mann durchsetzen, wenn ihm etwas nicht passt. Anders bei Dingen, wo die Erziehung dich auch betrifft bzw. wenn man gemeinsame Kinder hat und für alle die gleichen Regeln.

    Damit meine ich: ob die Kinder meines Mannes regelmäßig lernen, welche Schulart sie besuchen, welche Sportarten sie machen, ob sie regelmäßig zum Arzt gehen, Zahnspange bekommen – eben die erzieherischen Richtungsentscheidungen gehen mich rein gar nichts an, sondern nur die Beiden. Es geht mich hingegen etwas an, wie sie sich hier Benehmen, Essmanieren und Verhaltensregeln in unserem Haus etc – eben der Umgang miteinander – und da lasse ich mir wiederum nicht reinreden. Unser Haus, unsere Regeln, ihr Haus, ihre Regeln – damit fahren wir alle gut, die Kinder wissen das und haben damit absolut keine Probleme.

    Es gibt durchaus den Ansatz, dass man Kindern das Trockensein nicht aufdrängt und Töpfchentraining explizit nicht macht. Kann man gut finden oder nicht – das ist ein verbreiteter Ansatz, das kann man auch auf medizinischen Webseiten nachlesen – mit 4 ist das noch grünen Bereich.

    Auch das der Vater mit geht zu Kindergartenentscheidungen etc. würde ich als eher normal bewerten. Dass die Mutter ein besonderes Theater darum macht und der Vater mitmacht… das wäre wahrscheinlich nicht DEIN Stil, aber die Vermutung liegt nahe, dass sie das auch so gemacht hätte, wenn keine Trennung stattgefunden hätte.

    Mich hat es am Anfang auch oft genervt, dass die Erziehung der Kinder von meinen Vorstellungen abwich. Mit der oben genannten Teilung in Erziehung Richtungsentscheide = Eltern und Erziehung Umgang/Verhalten = Regel nach Aufenthaltsort hat das funktioniert und ich bin entspannt.

    VG Lacalma

  • #162248

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Lacrima,

    ich sehe das sehr ähnlich, wie die beiden Vorschreiberinnen.
    Für die Erziehung des BKs sind seine Eltern verantwortlich und das sind nunmal dein Partner und seine Ex. Das ist oft schwer auszuhalten und mit anzusehen, das geht mir oft auch so. Du musst dir bewusst werden, wer welche Rolle in euerem Pachworkkonstrukt spielt. Das Kind lebt überwiegend bei der Mutter und du bis ‚die Neue‘ seines Vaters – mehr nicht!

    Wie Lacalma schon schreibt, haben wir natürlich unsere Grenzen und die müssen wir auch klar setzen. Es gibt Dinge, die ich nicht mache und die ich mir ncht bieten lasse. Beleidigungen oder pampiges Verhalten zum Beispiel, oder bei Schulthemen helfen… Ich habe aber auch eigene Kinder und die bedürfen in erster Linie meiner Aufmerksamkeit.

    Das ein vierjähriges Kind noch Windeln braucht ist schon noch gerade so im Rahmen und vielleicht ist der Kindergartenwechsel hier genau der Anstoß den es braucht um davon loszukommen. Dass die Mutter ihr Kind in gewisser Weise auch in seiner Entwicklung ‚behindert‘ ist bedauerlich, aber nicht deine Baustelle – auch nicht, dass dein Partner das alles mitmacht.

    Ich handhabe es so, dass ich, solange ich nicht explizit um Hilfe, Rat oder Meinung gebeten werde, mich raushalte. Und selbst wenn, halte ich mich eher zurück. Das habe ich auch so kommuniziert, weil es irgendwann angefangen hat unsere Beziehung zu belasten.

    Für einen Mann mit ‚Vergangenheit‘ haben wir uns alle bewusst entschieden – die wenigsten können zu dem Zeitpunkt abschätzen, was da wirklich auf einen zukommt und womit man sich konfrontiert sieht. Das entscheidende Stichwort ist schon gefallen: Abgrenzung! Lass den Dingen ihren Lauf und genieße die kinderfreie Zeit mit deinem Partner. Die scheint dir ja wichtig zu sein, wenn es dich schon stört, dass da manchmal zuwenig bleibt, weil er sich für seine ExFamilie Zeit nehmen möchte. Das finde ich übrigens positiv!

    Es ist aber schlichtweg nicht deine Aufgabe hier die Erziehungsberaterin zu spielen, Hierfür gibt es Erzieherinnen, die bereits agierenden Beratungsstellen und später auch Lehrer, die eventuell etwas bewegen können.

    Ich habe eher den Eindruck, als missbrauche die Mutter das Kind um ihren ExPartner weiterhin an sich zu binden, ihn zu beschäftigen und sich so in euer Leben einzumischen – deshalb auch keine Lösungen sondern das zelebrieren der Probleme. Das ist aber dann das Thema hinter dem Thema und da ist das Kind und seine Erziehung, die es ‚genießt‘ der falsche Punkt, um den Hebel anzusetzen. Eventuell musst du eher mit weiblicher psychologischer Kriegsführung intervenieren und ‚hilfst‘ damit im Idealfall auch ein bisschen dem Kleinen.

    Hast du noch eigene Kinder, gemeinsame oder aus früherer Beziehung?

    Liebe Grüße
    Sommerflieder

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 2 Wochen von  Sommerflieder.
  • #173497

    julie79
    Teilnehmer

    Hallo Lacrima,

    Ich kann auch ein Liedchen davon singen. Ich finde auch, man kann nicht pauschal sagen, dass uns die Erziehung nix angeht.

    Mein Stiefsohn ist ein verzogen er Fratz, der seiner Mutter klare Grenzen aufzeigt. Und weil sie anti autoritär erzieht und sich auf der Nase herumtanzen lässt, werden die Probleme mit ihm auch bei uns immer größer. Aktuell will er nicht kommen. Er darf ja immer entscheiden was er will. Weil sie keinen Stress mit dem Kind haben will (und wenn wir ehrlich sind, ihn auch ungern abgibt) wird von uns auch verlangt, nach seiner Pfeife zu tanzen. Und ich kann aus Selbstschutz Gründen für mich nicht zulassen, dass er hier nachgibt.
    Also muss ich mich einmischen und klare Grenzen setzen oder sie von meinem Freund setzen lassen, denn sonst ertrage ich diesen Affenzirkus auf Dauer nicht.

  • #182273

    Lacrima
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank für eure Antworten. Hier hat sich die Lage leider ziemlich verschlechtert und ich verbringe gerade die Nacht auf der Couch. Ich glaube nicht, dass die Beziehung noch eine Zukunft hat. Ich bin es leid, mich ständig unterzuordnen, die zweite Wahl zu sein und um jedes bisschen Freiheit in der Beziehung kämpfen zu müssen. Ich hab keine Kraft mehr.
    Ich wünsche euch allen alles Gute!
    Lacrima

  • #185034

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Das tut mir sehr leid zu hören! Auch ich hatte ein nicht so schönes WE. Wieder Zoff über Zoff. Ich habe mir die Frage gestellt ob ich einfach nur Patchwork-ungeeignet bin.

    Mein Partner ist sehr bemüht und dennoch fühle ich mich als die ewige Nummer zwei. Ob das irgendwann aufhört??

    Wie ist der Stand heute bei dir?

  • #185065

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Lacrima,

    ich hoffe du hast wieder ein klitzekleines bisschen Boden unter den Füßen gefunden…
    Manchmal ist der Preis einfach zu hoch und dann ist es vielleicht wirklich besser, die Reißleine zu ziehen. Ich drücke dir die Daumen, egal wohin der Weg führt.

    Liebe Grüße

  • #185406

    Lacrima
    Teilnehmer

    Danke für eure Nachrichten, ihr Lieben!

    Wirklich besser geht es mir nicht, aber ich hab für den Moment zumindest mal wieder aufgehört zu weinen. Ich schlafe heute bei einer Freundin und hoffe, dass mir etwas Abstand hilft, meine Gedanken zu sortieren.

    Mir geht es wie Dir, Amy. Ich frage mich auch, ob ich überhaupt Patchwork-kompatibel bin. Die Paarberaterin meinte letzten Freitag ständig „Naja, dann akzeptieren Sie ihren Partner und die Situation doch mal wie sie ist. Sie sind nun mal die Zweite…“

    Ich kann nur leider nicht einfach nach zwei Jahren bemühen einen Schalter in meinem Kopf umlegen und plötzlich mit all dem zufrieden sein. Dem ständigen teilen müssen, der Fremdbestimmung durch die Ex, der fehlenden Paarzeit, der scheiß Perspektive und dem ständigen Gefühl nur zweite Wahl zu sein.

    Ich hasse mich selber dafür, dass ich ihn so sehr liebe und nicht von ihm los komme. Dass ich damals, als es anfing nicht „Stop“ gesagt habe. Jetzt sitze ich hier und weiß nicht mehr weiter, weil jede Option weh tut.

    Ich hoffe und drücke euch allen die Daumen, dass es euch besser geht!
    Alles Liebe für euch

  • #185478

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Sagt dein Freund denn dass du an zweiter Stelle kommst?

    Mein Freund sagt wir sind ihm beide wichtig, aber das Gefühl dass wenn es hart auf hart kommt zu „verlieren“ , lässt mich nicht los. Ich habe dieses Wochenende die Erkenntnis erlangt, dass es mein Problem ist, mein Gefühl… Und dass ich daran arbeiten muss. Ich muss meinem Freund glauben, wenn er mir sagt dass wir ihm beide gleich wichtig sind… Sonst kann er es mir nie Recht machen.

    Auch ich hasse es das er mir soo wichtig ist und auch mir tut der Gedanke an Trennung zu sehr weh! Deshalb bin ich gewillt das es sich besser… Ich möchte daran arbeiten.

    Was ist das denn für eine blöde Aussage der Paarberaterin?? Das ist ziemlich wertend und hat nicht mutmachend 🙁

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  AmyFarrahFowler.
  • #185533

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Lacrima!

    Bitte lass dir niemals einreden das du das Gefühl der Nr2 akzeptieren musst und so leben solltest! Denn so läuft das nicht. Den irgendwann wird aus der Nr 2 dann die 3 ,dann die 4 usw. Du bist ein Teil deines Partners!Ebenso wie das Stiefkind. Ihr alle solltet auf einer Stufe stehen die abgegliedert ist in eure Unterschiedlichen Bedürfnisse. Nicht jedes Bedürfnisse kann immer oder gleichermaßen erfüllt sein aber !jedes euerer Bedürfnisse sollte zumindest zu 50% erfüllt sein. Du stehst derzeit bei max 20% während das Kind und der Partner sich um 100% freuen dürfen.

    Hier stimmt ganz und gar nicht das Gleichgewicht und ehrlich schiess die Paartherpaeutin in den Wind und such dir wen kompetentes.

    Und nun folgendes was auch in nicht Patchworkfamilien nunmal gilt oder in anderen Familienkonstellationen:

    1. Man muss nicht immer teilen. Die Bedürfnisse aller zählen und ein guter Kompromiss ist da wichtig. In manchen kleinen Dingen muss man zurückstecken aber das sollte nicht der Hauptfall sein.

    2.Egal ob Ex ,Großeltern oder Freunde. Niemand sollte und darf euerer Leben fremdbestimmen. Es sei den ihr lasst es zu. Man muss nicht immer es zum Stress oder Krawall kommen lassen aber man darf auch nein sagen.

    3. Paarzeit ist sehr wichtig. Egal ob mit eigenen Kindern oder Stiefkindern oder beides. Kommt die Beziehung zu kurz kann es nicht funktionieren. Auch Eltern brauchen mal eine Pause für sich um für die Kinder wieder zu funktionieren und sie weiterhin behüten zu können. Das muss beiden Partnern klar sein. Und es muss dabei kein Luxusurlaub zu zweit sein. Manchmal reicht es doch sich zu zweit in die Wanne zu legen und 2 std sich einfach mal zu geniessen.

    4. Deine eigene Perspektive hast nur du in der Hand. Egal mit wem du zusammen bist. Alles kann scheisse sein. Aber alls auch super toll. Oder eben mittelmaß aber du hast es in der Hand!

    Wenn ihr euch liebt und dein Partner ebenfalls um eure Beziehung kämpfen will und Veränderungen will dann schafft man das. Wenn aber er oder du nicht zu 100% dabei sind und das wirklich wollen dann wird das auch nichts. Dann soll es aber auch nicht sein. Dann soll diese trennung sein. Und dann ist es auch gut so. Behaltet euch die tollen Zeiten im Kopf und geht mit Erfahrung aus dieser Beziehubg dann raus.

    Fühl dich gedrückt.

  • #189535

    Lacrima
    Teilnehmer

    Danke für eure Unterstützung ihr Lieben!

    Ich habe die letzte Nacht bei einer Freundin verbracht und etwas Abstand zwischen mich und die Situation Zuhause gebracht. Leider weiß ich immer noch nicht wirklich weiter.

    Wie Amy schon schreibt, will ich auch versuchen, die Perspektive etwas zu wechseln. Leider fällt mir das sehr schwer, da mein Frust sich in den zwei Jahren schon mächtig angestaut hat. Ich bin zwar seit Dezember letzten Jahres in psychotherapeutischer Behandlung, aber meine Therapeutin konnte mir leider auch noch keine zielführenden Wege zeigen, wie ich das wirklich umsetzen kann. Ich habe Angst davor, dass ich mich selber belüge – zum einen, dass das eine Situation ist, die für mich nie erträglich sein wird und zum anderen die Illusion, die dass sich meine Probleme in der Konstellation wirklich lösen lassen. Versteht ihr was ich meine? Ist ein bisschen schräg. Ich möchte keine überstürzte Entscheidung treffen aber auch die Entscheidung nicht ewig herauszögern, weil es mir nicht gut geht, so wie es ist.

    Aktuell sitze ich noch im Büro und gehe der Konfrontation Zuhause aus dem Weg. Ich weiß auch gar nicht mehr, was ich meinem Partner noch sagen soll…
    Aber irgendwie muss ich mich der Sache ja stellen.

    Ich wünsche euch allen einen schönen Abend!

  • #195020

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Lacrima,

    ich verstehe dich sehr, sehr gut. Auch ich habe lange mit der Situation gehadert und mich gefragt, ob ich das auf Dauer ertragen kann bzw. ob es sich für mich je erträglicher anfühlen wird.

    Wie bei Dir wurden Zeiten immer wieder zugunsten der Wünsche des Kindes bzw. der Ex angepasst, an Besuchstagen früher von der Arbeit gegangen, dafür an unseren Tagen länger geblieben usw., wie auch Du war und bin ich nicht glücklich mit der Art der Erziehung des Sohnes meines Freundes.

    Warum also habe ich immer wieder entschieden zu bleiben? Entscheidend war für mich, dass sich bei uns immer wieder etwas zum Besseren geändert hat.
    Einerseits im Verhalten meines Partners und andererseits bei mir selbst.
    Inzwischen werden keine Besuchszeitenänderungen mehr vorgenommen ohne mit mir darüber zu sprechen.
    Es wurde geklärt welche Regeln bei uns zuhause gelten und für die Einforderung ist mein Partner zuständig.
    Ich selbst habe an mir gearbeitet und erkannt wo ich anders reagieren sollte. Vieles was mich früher aufgeregt hat, löst inzwischen keine Gefühlsregung mehr bei mir aus, nicht weil es mir egal ist, sondern weil ich erkannt habe was meins ist. Ich spreche auch viel deutlicher aus was ich möchte oder mir wünsche.
    D.h. alles nicht, dass es aus meiner Sicht nicht noch Potential zur Verbesserung gibt, aber die Veränderungen reichen um zu sagen es passt für mich und ich sehe auch, dass noch weitere Verbesserungen möglich sind.
    Glaubst du denn noch daran, dass sich etwas verbessert? Hat dein Partner bereits etwas für dich geändert?

    Liebe Grüße
    Kara

  • #198523

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Lacrima
    Ich kenne den Moment, in dem du steckst. Auch die ganzen Gefühle. Ja warum bleibt man dann trotzdem? Oder warum nicht? Vielleicht, wie Kara schrieb: es änderte sich dann immer was zum Guten. Ich glaube, der Wille zur Veränderung hin zum Partner muss spürbar sein, sonst geht man.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Liebe.

  • #217919

    Lacrima
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    danke für all eure hilfreichen Kommentare. Ich bin wirklich sehr froh dieses Forum und damit Menschen gefunden zu haben, die nachvollziehen können wie es mir geht.

    Ich kreise noch immer um das Problem und komme nicht vorwärts in meiner Entscheidungsfindung… Ich glaube meine Kernprobleme sind Neid und Eifersucht:
    Neid darauf, dass mein Partner bereits eine Familie hat, dass er weiß wie es ist ein Kind zu haben. Neidisich auf die Ex, weil er ausgerechnet mit ihr ein Kind hat und bei mir zögert. Eifersüchtig auf das Kind, das alle Zuwendung, Zeit und Aufmerksamkeit bekommt, genauso wie die Ex. Eifersüchtig auf meinen Partner, dass er die Quality-Time mit seinem Kind hat, aber ich in der Zeit fremdbestimmt bin.

    Ich weiß leider nicht, wie ich diese Gefühle los werden soll. Ich finde, mir steht auch etwas zu, weil ich ihm beiseite stehe und den ganzen Scheiß mit ihm mache, obwohl ich jede Freiheit hätte zu gehen.
    Versteht ihr was ich meine?

    Mich ärgert es so sehr, dass diese ganzen Gefühle mich in meinem Leben so sehr beeinträchtigen, dass ich an nichts mehr Spaß habe. Leider lässt sich der Schalter im Kopf nicht einfach umlegen und alles ist wieder okay. Ich bin umgeben von Schwangeren und Vätern, bekomme ständig nur noch Werbung für Umstandsmode angezeigt und hab zuhause einen Partner sitzen, der noch kein Kind mit mir will, weil er sich um seine Ex und das andere Kind mehr sorgt als um mich. Wie soll man da nicht eifersüchtig und neidisch sein?

    Habt ihr irgendwelche Strategien, wie ihr gelernt habt damit umzugehen?

    (Entschuldigt, dass ich meinen ganzen Frust hier so rauslasse. Ich kann die ständigen Ratschläge von meinem Partner und Freunden à la „Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich“ nicht mehr hören. Leider bin ich von ihm abhängig, wenn ich ein Kind von ihm möchte…da kann ich mich alleine anstrengen wie ich will. Das kotzt mich so unglaublich an…)

    So, tief durchatmen.
    Ich wünsche euch einen schönen Abend!

  • #218251

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Die Tatsache dass er zögert es den Kinderwunsch angeht erschwert die Sache enorm.
    Als mein Freund damals Zweifel äußerte diesbezüglich, ging ich. Das ist ein Thema, da geht kein Kompromiss… Vor allem wenn man nimmt die jüngste ist. Ich bin 33, mein Freund 40.

    Ich könnte ihm auch nicht regelmäßig beim „Papa-sein“ zusehen mit dem Hintergrund dass er evtl kein Kind möchte.
    Ich verstehe dieses Gefühl sehr gut!

    Was sagt er denn zu Thema Nachwuchs genau?

  • #218685

    Lacrima
    Teilnehmer

    Hallo Amy,
    bei uns ist es ähnlich – ich bin 30 er ist schon 41, darum möchte ich auch nicht mehr ewig warten.
    Ich habe das Thema schon recht frühzeitig angesprochen, weil für mich klar war, dass ich keine Beziehung führen möchte, wenn wir nicht die gleichen Vorstellungen haben und er sagte auch, dass er mit der Kinderplanung noch nicht abgeschlossen habe und es sich mit mir vorstellen könne. Auf ein „wann“ habe ich damals noch nicht gedrängt. Nun sind zwei Jahre rum, meine Eifersucht und mein Umnut wachsen und er sagt, dass alles noch ganz viel Zeit brauche und er sich erst sicher sein möchte, dass alles gut läuft und stabil ist.

    Ich bin der Meinung, dass das nie gegeben sein wird, weil immer irgendwas mit seiner Ex und dem Kind sein wird. Unsere Beziehung wird auch zusehends instabiler, weil meine Unzufriedenheit steigt. Wenn ich ihm sage, dass das Thema eigene Kinder für mich der Knackpunkt ist, blockiert er völlig und sagt, dass er sich von mir nicht erpressen lässt.
    Das finde ich ziemlich krass von jemandem, der mir die Bedingung stellt, sich mit seiner Ex und dem Kind zu arrangieren und alle Gegebenheiten und Entscheidungen zu akzeptieren. Die einzige Bedingung die ich im Gegenzug stelle ist, dass wir innerhalb der nächsten 2 Jahre die Kinderplanung aktiv angehen… Und das ist dann Erpressung. Toll oder?

  • #220930

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Es klingt nach einem Teufelskreis…er will dass sich alles stabilisiert und bei dir kann sich nichts stabilisieren solange du in der Luft hängst.

    Auch ich habe so meine Schwierigkeiten mit der Situation, vor allem in den letzen Monaten. Da dachte ich mir, es muss Ruhe einkehren damit er sich auf die Kinderplanung einlassen kann. Männer ticken so…leider. Wenn ein Mann belastet ist, kann er sich auf gewisse Dinge nicht einlassen. Und ich dachte so, obwohl wir uns einig sind mitm Kinderkriegen. Ich habe „das Glück“ dass ich damals mit der Trennung nach seinen Zweifeln ein klares Zeichen gesetzt habe. Ich glaube es war deutlich, dass es mich nur mit Kinderwunsch gibt und da gab es kein Abweichen. Er äußerte Zweifel und ich packte meine Sachen. Da waren wir etwa 1,5 Jahre zusammen. Jetzt sind es 3 und die Fronten sind klar.

    Könnt ihr noch gut über das Thema reden? Vielleicht wäre eine Pause von dem Thema gut und dann in einem ruhigen und vorwurfsfreien Moment darüber sprechen.

  • #222913

    Lacrima
    Teilnehmer

    Ja, ein Teufelskreis ist es auf jeden Fall. Ich werde jetzt auch versuchen etwas mehr Ruhe einkehren zu lassen und mich stärker abzugrenzen. Wenn er mir vorwirft, dass ich ihm mit meiner schlechten Laune die Zeit mit seinem Kind vermiese, dann wird er die Zeit zukünftig alleine mit seinem Kind verbringen und ich mache was anderes…
    Zur Zeit kann ich das Thema auf jeden Fall überhaupt gar nicht ansprechen, weil er dann absolut gar kein Verständnis für mich und meine Bedürfnisse aufbringt. Ich werde mich jetzt erstmal darum bemühen, eine Kur zu bekommen und hoffe sehr, dass die zeitnah bewilligt wird und ich eine Auszeit nehmen kann.

    Wie lief das mit der Trennung bei dir denn damals, Amy? Habt ihr zu dem Zeitpunkt schon zusammen gewohnt? Wie sieht es denn heute mit euren Familienplänen aus (aus deinen Beiträgen konnte ich mir das leider noch nicht erschließen) ?

  • #223763

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Nein, ich wollte aber an diesem Tag meine Wohnung kündigen und das hat wohl zu seiner Angstreaktion geführt. Es wurde mit dem geplanten Zusammenzug konkreter…
    Ich packte meine Sachen und fuhr in meine Wohnung. Eine Woche später waren wir wieder zusammen. Diese Woche war der Horror.

    Jetzt sind wir 3 Jahre zusammen und möchten dann das Thema Familienplanung angehen.

    Wir können uns auch gerne über private Nachricht austauschen, dann kann ich mehr erzählen.

  • #223846

    FrauS
    Teilnehmer

    Ich hatte heute Zeit zu lesen und war echt entsetzt.

    Deine Geschichte ist schrecklich. Bitte nicht falsch verstehen, aber so lange hätte ich es nicht ausgehalten.

    Dieser Spruch hat mir sehr zu denken gegeben. Vielleicht ist er auch was für dich:
    Du hast die Wahl: akzeptiere es. Wenn du das nicht kannst dann ändere es. Wenn das auch nicht geht dann lass es.

    Ich habe für mich entschieden auszuziehen und zu versuchen mehr Ruhe in mein Leben zu bringen und hoffe das es der Beziehung gut tut.
    Das ist meine letzte Möglichkeit mit der Situation umzugehen.

    Ich habe festgestellt das ich nicht Patchworkfähig bin. Aber nicht, weil ich es nicht fast 4 Jahre versucht habe sondern weil er und seine Tochter einfach nichts an ihrem bisherigen leben verändern wollen.
    Zu einem gemeinsamen Leben gehört dazu das die Partnerin respektiert wird und man gegenseitig Rücksicht nimmt. Wenn das nur von einer ner Seite kommt funktioniert das nicht!

    Ich wünsche dir viel Kraft und denk an dich selbst. In einer wirklichen Partnerschaft akzeptiert man alle Ecken und Kanten des Partners.

    Liebe Grüße S.

  • #250707

    brunoderbaer
    Teilnehmer

    Hallo Lacrima

    Ich schreibe Dir mal als Mann, der da selbst drinnen steckte.
    Und ich meine, dass ich es gut meistere. Ich bin auch sehr eifersüchtig, kann das gut nachvollziehen.

    Meine jetztige Partnerin ist ein toller Mensch, sie hat 2 Kinder aus erster Ehe mitgebracht.
    Ich habe sie kennen und lieben gelernt und ich habe auch gesehen, was schief läuft. Ihre 2 Kinder sind ihr auf dem Kopf rumgetanzt, daheim bei ihr war reines Chaos. Der Ex – also der Vater der Kinder zahlte (bis heute) keinen Unterhalt und meinte er müsse die Partnerin unter Druck setzen- und bestimmen, wer, wie, was.

    Das mag ja alles sein, wie es ist. Aber auf der anderen Seite stehe ich.
    Und ich habe mir gut überlegt, was ich will, und was ich nicht will, trotz aller Verliebtheit.

    Meine Partnerin wollte keine Kinder mehr (sie war sterilisiert), der Ex sollte vorbeikommen, wann er gerade lustig dazu war, ich sollte die 2. Geige spielen, den ganzen Tag den Kindergarten unterhalten und auf meine eigene Familie verzichten. Meine neue Freundin wollte dazu noch, dass ich zu ihr ziehe. Am Anfang lehnte ich das ab, da die Kinder nachts ständig kamen und uns weckten, v.a meine Partnerin, die dann auch noch schichtete. Bin fast durchgedreht, hätte die Kleinen fast „erwürgt“. Auf deutsch: ich wäre fast auf und davon. Aber eben: wenn da nicht die Liebe wäre. Und ich spürte, dass sie es wert war für sie zu kämpfen.

    Ich habe mich mit meiner Partnerin zusammengesetzt und Ihr ganz klar mitgeteilt:
    – ich liebe Dich und ich stehe zu Dir, egal was kommt; das erwarte ich auch von Dir.
    – ich bin Dein Partner und damit ebenbürdig, d.h. nicht die Kinder spielen die erste Geige, sondern ich! Die ganzen AEs und Emanzen, die das nicht kapieren, sollen einfach weghören.
    Denn ohne uns als Partner funktioniert keine Partnerschaft, d.h. die Kinder haben eben ihren Platz in unserer Partnerschaft, aber eben nicht auf Augenhöhe der Partner. Kinder diktieren bei uns keine Partnerschaft. Sie haben sich unterzuordnen. Punkt aus. Sie haben ihren Platz, werden wertgeschätzt, aber sie haben nicht den Rang der Partner. Und wenn Ihr das so seht, dann funktioniert es.
    – wenn ich Deine Kinder mitaufziehe (für sie bin ich mittlerweile der Papa), dann will ich auch meine Kinder am Tisch sitzen haben. Wie egoistisch ist das denn? Ich habe meine Kinder, zieh du die bitte mit gross, aber dir gebe ich nichts. Ganz klar: Künftig sitzen auch meine 2 Fresser am Tisch. Das ist der Wunsch meines Herzens, und das setze ich auch durch. Mit Dir oder ohne Dich (sorry, auch wenn ich Duich noch so liebe). Und wer das nicht will, soll sich bitte jemanden anderen suchen, der so einen Affenzirkus mitmacht. Es gibt genug Mütter ohne Kinder, mit denen ich es deutlich einfacher hätte… (an die Kritiker: ich weiss, dass Kinder nichts dafür können, ICH aber auch nicht – und ich habe auch nur ein Leben, und das werfe ich keine 15 Jahre über Bord, einfach mal so. Kapitätn in meinem Leben bin ich. Punkt aus. So habe ich es auch zu beruflichem Erfolg gebracht. Ich lasse mir von niemandem reinreden.
    – 2. Geige gibt es ziwschen meinem Baby und mir nicht. Wir spielen zusammen auf Augenhöhe, in ALLEM: wir entscheiden jeden Einkauf, jede Ausgabe, wir entscheiden alles gemeinsam
    – wir sind ehrlich zueinander, in ALLEM
    – dass Kinder sagen dürfen „du bist nicht mein Papa, Du hast mir nichts zu sagen“, gibt es nicht. Da steuert die Mutter schon gut dagegen („wehe Ihr hört nicht auf Euren Vater..“). Meine hat mal gesagt, dass sollte sie sowas nur einmal hören, die Kinder etwas zu hören bekämen. Ansonsten können sie irgendwo anders nächtigen oder essen, denn das zahle ich ALLES. Wie gesagt, bei einer halbwegs intelligenten Mutter, einer Frau , die ich als Partnerin habe, musste ich das nicht explizit erwähnen
    – zum Thema Ex: habe meiner neuen Partnerin ganz klar ZU ANFANG (das musst du am Anfang machen..-wehret den Anfängen) mitgeteilt: entweder taucht der Ex, wie jeder anständige Vater alle 2 Wochen auf, nimmt die Kinder zu sich UND zahlt v.a. Unterhalt. Wenn nicht, kriegt er die Kinder nicht. Wo gibt’s denn sowas? Ich bin Tag und nacht da, habe die Kinder des Expartners ständig um mich rum, die heulen sich zT bei mir in den Schlaf, habe keine Paarzeit mit dem neuen Partner und der alte PArtner (Ex) zahlt nicht, will nur, manipuliert, und und und. Das hatte ich ihr gesagt: entweder fügt er sich, oder er fährt zur Hölle, oder ICH gehe. Denn ich habe Stolz und bin kein Weichei von Mann, der nicht in der Lage ist eine eigene Familie auf die Beine zu stellen, dazu brauche ich keinen Looser von Ex, der nichts leistet. Ergo: Sie fand es auch ansprechend und auch ihre Familie: ergo: der Ex hat die Kinder seit 2 Jahren nicht mehr gesehen (ich hatte ihm das so wie oben beschrieben mitgeteilt). Er verfluchte mich und spieh Feuer und was weiss ich was. Leider sind meine Neue und ich mittlerweile wie ein Fels in der Brandung, und er hatte aufgehört dagegen anzukämpfen. Seine Kinder kennen ihn nicht mehr. Sie wollen ihn auch nicht mehr sehen (vielleicht später, aber das ist mir / uns egal). Mittlerweile haben wir eine gemeinsame Tochter und sind als Familie zusammengenwachsen.
    – Paarzeit kommt oft zu kurz; es liegt in der Verantwortung meiner PARTNERIN hier Freiräume zu schaffen; da gibt es oft Konflikte. Aber auch da sitze ich nicht auf der „Schnorre“. Wenn mir was nicht passt, sage ich es deutlich. Woher soll der andere das wissen, was ich will, wenn ich es nicht sage? Also: sag, was Du willst, und schätze auch die Anstrengungen, auch wenn es nicht geht, dann such mit nach langfristigen Lösungen. Mittlerweile ist es bei uns so, dass die Kinder meiner Partnerin sich morgens / vor allem am WE um unsere Tochter kümmern, wir also mal gut und gerne bis 11 Uhr ausschlafen können. Oder wir gehen abends zusammen weg, da schauen die dann. Die Medaille hat immer 2 Seiten. Die mitgebrachten Kinder des Partners sind per se nicht nur schlecht anzusehen bzw, als Hindernis.
    – da der Vater der Kinder keinen Beitrag leistet (ausser Hass und Gift säen), plane ich mit meiner Partnerin es so ein, dass sie und ich gemeinsam 14 Tage im Jahr ohne Kiddies in die Ferien gehen. Und alle paar Wochen Kinderfrei.
    Den Rest machen wir zusammen was. Aber das verlange ich von ihr, denn ich bin auch nicht als Dauer-Kindesunterhalter oder Betreuer angestellt oder in die Beziehung gegangen
    – die oft gehörte Aussage: du wusstest, dass sie Kinder hat, zählt. Aber es zählt auch: Du (der andere) wusstest auch, dass du mit dem anderen (trotz deiner eigenen Kinder) eine Partnerschaft eingehst – und hier bist auch Du zu Verantwortung verpflichtet, es gibt nicht nur nehmen sondern auch geben. Du hast Verantwortung ggü. deinem neuen Partner. Das ist ein Mensch, der es Dir wert sein sollte, dass Du Zeit mit ihm verbingst. Ansonsten ist es keine Partnerschaft sondern Ausnutze.

    Glaub mir: Du DARFST Deine Gefühle nicht unterdrücken. Fordere das, was Deine Seele, Dein Innerstes verlangt. Alles andere kannst Du knicken. Das ist zum Scheitern verurteilt.

    Mach Deinem Freund klar, wie das zu laufen hat.
    Du bist jetzt verliebt, noch. Das geht vielleicht noch ein halbes Jahr gut, dann schwinden die Gefühle und dann kommt raus, was rauskommen muss.
    Sag es gleich. Ohne zu verletzen. Aber bestimmt.
    Und stehe dazu.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Deine Träume in Erfüllung gehen.
    Gehe nur bedingt Kompromisse ein, wenn Du wirklich (!!) bereit dazu bist. Kompromiss kommt von lat komprehendere, zusammendrücken… das ist sehr heikel.
    Steh zu dir. Und wenn die „Pappnase“ meint, er müsse machen, was die Mutter will, soll er das machen, aber ohne Dich. Wenn er dann die Paarzeit, die Euch gemeinsam zusteht, für’s Arbeiten nimmt, sei Du nicht da für ihn in der Familienzeit. Zeig ihm mit Bedacht, wo seine Grenzen sind.
    So geht man mit Dir nicht um.
    – sorry, und die ganzen beknackten Ansprachen in Sachen trocken werden… – mach wie du das denkst.
    Ich habe die Kinder meiner Neuen hart erzogen – zusammen mit ihr. Da bettnässt niemand mehr, das ging mit klaren Ansagen, ohne Rumgeeiere, ohne Psychologengesülze, ohne was weiss ich was. Kinder brauchen Struktur (einen, der sagt, wo’s langgeht, sorry hier wieder an die Emanzen..), Rahmenbedingungen, unter denen sie leben können. Und die gebt ihr gemeinsam vor. Die Kinder meiner Neuen schlafen durch, da steht keiner mehr auf, die fallen einem nicht mehr ins Wort, die vierjährige deckt bereits alleine den Tisch, sie räumen ohne Murren auf, sie schreien nicht mehr, sie sind absolute Vorzeigekinder, auf die ich stolz bin. Als ich die kennenlernte, sorry, das waren „verzogene Goofen“. Jetzt: tolle Kinder. Es geht alles – auch im Rahmen von Patchwork (was für ein dämliches Wort). Du musst nur dazu stehen, und dein Partner auch. Er muss Dir vertrauen, dass es gut kommt. Und: er muss Verstand haben, sonst geht es nicht. Wenn der das nicht sieht, weil, was weiss ich was (Weichei, nie was dazu gelernt, arrogant, dummfrech) – entscheide: entweder kann er es nicht, weil er das noch nie gemacht hat – dann hilf ihm. oder er weiss alles besser: dann jag ihn zum T…

    Good Luck

  • #251509

    schnupsi
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,
    ich habe mir mal alles hier durchgelesen und finde das sehr interessant – vor allem auch die Meinung eines Mannes. Ich finde mich teilweise bei euch wieder.
    Diese Gefühle die man hat und gegen die man nicht ankommt:
    1. die zweite Geige zu spielen, wenn BK da ist
    2. BK oder die Ex bestimmen, wo es lang geht. Mit anzusehen, wie mein Partner sich das alles immer gefallen lässt und ich das ja irgendwie mittragen muss, weil es ja auch mein Leben beeinfllusst. Genauso wie die Erziehungsmethoden, die einem voll gegen den Strich gehen (ich hab zwei erwachsene Töchter, so ein Trara hab ich nie gemacht)
    3. die angespannte Atmosphäre, wenn die Tochter da ist und ich auch bei ihm bin
    4. die Einsicht, dass ich für diese Art Beziehung nicht geeignet bin und ich ganz andere Vorstellungen habe. Aber auch das Wissen, dass mein Partner und ich uns lieben, aber eine Zukunft bzw. eine harmonische glückliche Partnerschaft eigentlich nicht möglich ist.

    Ich habe mich deshalb in unserer 2j. Beziehung dreimal getrennt. Aber die Gefühle liesen uns nicht voneinander loskommen. Geändert hat sich aber nicht wirklich was. Seit unserer letzten Trennung vor 8 Wochen habe ich die einzige Chance für mich darin gesehen, mich alle 2 Wochen komplett auszuklinken. BK ist alle 2 Wochen eine komplette Woche bei ihm und ich bleibe zu Hause. Er kommt dann nur stundenweise zu Besuch. In der Woche, in der sie nicht da ist, leben wir wie ein „normales“ Paar bei mir.

    Meine ursprüngliche Vorstellung mit einem Partner zusammenzuleben und sich was gemeinsames aufzubauen – die gibt es nicht mehr. Nicht unter diesen Umständen. Damit würde ich auf Dauer nur unzufrieden und unglücklich. Aber die Situation so wie sie jetzt ist, ist natürlich auch nicht befriedigend. Denn eine Änderung oder Lösung ist nicht in Sicht.

    Mein Partner gibt sich damit zufrieden, weil er meint, dass er es nicht ändern könnte und er mich lieber alle 2 Wochen hat als gar nicht…

    Ich kann euch alle gut verstehen. Diese Zerissenheit zwischen den Gefühlen für einen Mann und der Einsicht, dass „frau“ mit der Situation Patchwork nicht klar kommt und nicht glücklich ist.

    Gibt es eine Lösung? Sollte „Man“ sich einfach mehr positionieren? So wie es brunoderbaer formuliert hat?

    • #251510

      Erein
      Teilnehmer

      Liebe schnupsi,

      irgendwie habe ich das Gefühl das dein Partner sich das ziemlich einfach macht. Das klingt so nach „Ich kann das nicht ändern, komme damit klar!“. Er kann sehr wohl was ändern, indem er mit seiner Tochter kommuniziert und ihr klar macht welchen Stellenwert du hast und das sie das zu akzeptieren hat, genauso wie du akzeptierst das er eine Tochter hat. Macht er nicht, weil er damit bei dir durch kommt. Mich regen solche Kerle irgendwie immer auf. In einer „normalen“ Partnerschaft möchte niemand vor dem eigenen Kindern hinten anstehen und zusehen wie diese einen auf der Nase tanzen nur weil der andere das zulässt. In einer Pachtworkfamilie muss man das aber hinnehmen? In einer Beziehung muss man immer Kompromisse finden. Das bedeutet aber nicht: Nehme alles kompromisslos hin…

  • #251511

    schnupsi
    Teilnehmer

    Apropo „normale“ Familie: bei meinem Partner war es wohl von Geburt an so, dass sofort seine Tochter sein Mittelpunkt war. Normalerweise ist das ja eher bei Frauen so und die Männer fühlen sich dann zurückgesetzt. In seiner Ehe war das anders rum. Er hatte nur noch seine Tochter im Fokus. Daran ist dann wohl letztendlich auch die Ehe zerbrochen. Seine Frau hatte irgendwann einen anderen und ist ausgezogen. Ab da haben sie die Tochter dann geteilt, weil er das so wollte. Immer im Wechsel jeder eine ganze Woche.

    Tja, da hab ich mir wohl was ganz spezielles eingefangen…

    und ja: er ist so der Typ, der alles gern so hinnimmt im Leben… er nennt es Gelassenheit.

  • #251512

    schnupsi
    Teilnehmer

    Die einzige Lösung, die ich mir vorstellen könnte ist folgende:
    Das dieser Wochenwechsel aufhört. Das seine Tochter nur ein Zuhause hat. Das ist bei der Mutter. Und dann könnte ich mir auch ein Zusammenziehen und eine gemeinsame Zukunft vorstellen. So wie es bei anderen auch ist. Sie kommt zu uns alle 2 Wochen am Wochenende oder eben auch mal so zwischendurch und besucht uns.

    So wie es jetzt ist, ist es eher so, dass die beiden zusammen leben und ich der Besuch bin.

    Aber darauf wird er sich niemals einlassen.

    • #251533

      Erein
      Teilnehmer

      Dann ist das einer von denen die mit ihrer Tochter verheiratet sind. Dann solltest du ihn sein Ding machen lassen. Für uns käme das Wechselmodell auch nie in Frage, das haben wir gleich nach meinem Einzug geklärt. Ich werde für ein fremdes Kind keine Stunden reduzieren und er kann es auch nicht. Das hin und her stresst nur. Der Kleine hat ein Zuhause und ist bei uns zu besuch und es klappt wunderbar. Wir haben momentan nur das Problem das die KM schwanger ist, Kind Nr. 3 von Vater Nr. 3. Der Kleine kommt so schon kaum zurecht das seine große Schwester und er unterschiedliche Väter haben und nun kommt noch ein Vater dazu. Sollte sie sich von Vater Nr. 3 trennen, dann will mein Freund seinen Jungen holen damit er unter normalen Familienumständen aufwächst und nicht ständig dieses hin und her hat, da natürlich auch alle Väter ihre Kinder anders behandeln.

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