Erbrecht bei Patchwork

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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  julie79 vor 4 Monate, 3 Wochen.

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  • #9691

    julie79
    Teilnehmer

    Hallöchen,

    Heute hab ich ein kompliziertes Thema und wollte fragen wie ihr das so gelöst habt.

    Ich habe zwei Kinder aus erster Ehe.
    Mein Freund einen Sohn aus erster Ehe.
    Keine gemeinsamen Kinder.
    Wir heiraten im Herbst und wollen bauen.

    Er bekommt dafür von seiner Mutter ein Grundstück überschrieben mit hohem Wert. Stadtrandlage.
    Allein kriegt er das Haus nicht finanziert.
    Ich hab etwas Eigenkapital. Das wollten wir einsetzen und anschließend die Raten hälftig tilgen.

    Soweit so gut.

    Wir wollten uns quasi gemeinsam beerben und die Kinder dann, wenn wir beide nicht mehr leben. So dass jeder abgesichert ist.

    Jetzt will aber seine Mutter, dass der Grund in der Familie bleibt.
    Für den Fall, dass mein Freund vor ihr stirbt, würde das Grundstück an sie zurück gehen.

    Mein Freund meint, ich krieg dann Wohnrecht.
    Wenn jetzt sie auch stirbt, kann der Grund eigentlich nur an seinen Sohn aus erster Ehe gehen.

    Dieser ist aktuell ja erst 6 und dieser Fall ist worst case. Aber wenn beide verstorben wären, müsste ich den Sohn (oder gar die Ex) auszahlen. Das könnte ich aufgrund des enormen Wertes nie und nimmer allein.
    Also müsste ich raus. Haus wäre vermutlich dann weg. Weder könnte ich den Sohn auszahlen noch der Sohn mich. Also würde alles verkauft und auch nicht in der Familie bleiben.

    Ich will unter solchen Voraussetzungen nicht bauen.

    Habt ihr ne Ahnung wie man das lösen könnte???

    Lg Julie

  • #9706

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Juli,

    Ich glaube das beste wäre wenn ihr euch davor an einen Notar wendet,dort informiert und vor dem Bau alles festlegen lasst. Ich würd darauf bestehen das ich mit im Grundbuch stehe und auch mir das Grundstück gehört,schliesslich zahlst du ja auch deinen Anteil. Mit dem Lebenslangen wohnrecht wäre ich da vorsichtig.

    Das bringt dir nämlich auch nichts wenn dein Mann sterben sollte und Schwiegermutter auf einmal das Grundstück besitzt sowie evt das haus und sich dann sagt sie vermietet einen Teil des Hauses oder zieht selber ein. Und das Wohnrecht sollte wenn dann auch unbedingt per notar/Anwalt festgelegt werden.

    Ich weiss nicht ob das geht aber evt könntet ihr ja mit der Schwiegermutter festlegen lassen beim Notar,das im Falle des Todes von deinem Mann ihr beide das Grundstück erbt. Und der Sohn es erst dann Erben würde,wenn du und die Oma sterben würde. So besitzt jeder einen Teil. Wenn Oma dann stirbt würde dir komplett das Grundstück gehören und du hättest nicht das Szenario mit dem ausbezahlen von Stiefsohn usw.

  • #9708

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Hallo Julie,

    Finde ich prima, dass du hier so weitsichtig bist und das im Vorfeld geregelt haben magst!
    Rechtsverbindlich etwas raten kann ich dir allerdings nichts!

    Das ist kompliziert und soweit ich weiß ist es nicht möglich in so einem Fall das Haus vom Grundstück zu trennen. Deine Schwiegermutter kann das Grundstück im WorstCase also gar nicht ohne das Haus erben… das wäre ggf. zu deinem Nachteil!

    Ich bin auch der Meinung, dass Vemögen immer in der jeweiligen Familie bleiben soll; man weiß nie, was noch alles passieren kann!

    Lasst euch unbedingt gut und von mehreren Seiten (Vermögensberater, Notar, Familienrecht-Anwalt) beraten! Evenuell lässt sich mit Schenkung und Nießbrauchsregelungen etwas sinnvolles konstruieren oder ihr gründet vllt. eine GbR, die bietet viel Gestaltungsspielraum. Legt auch fest, was passieren soll, falls Ihr euch je wieder scheiden lasst – auch wenn da keiner von euch momentan d’ran denken möchte! Eventuell ist auch ein Ehevertrag ein geeignetes Mittel.

    lg Sommerflieder

  • #9709

    julie79
    Teilnehmer

    Danke schon mal für die beiden Antworten!!

    Zum Notar gehen wir auf jeden Fall. Aber wenn mir sowas auf der Seele will ich nicht warten ? Und ich dachte hier gibt’s ähnliche Konstellationen…

    @ Sommerflieder: Wie definierst du in dem Fall Familie? Es ist wirklich nicht so, dass ich was von diesem Grundstück will. Das ist mir egal. Ich will im Zweifelsfall nur keinen Stress. Aber im Endeffekt bin ich mit meinen Söhnen für meinen Freund mehr Familie als er es je hatte. Leider ist die Situation mit seinem Sohn ja auch alles andere als entspannt. Dieser wohnt auch ganz woanders und wird vermutlich hier nie leben wollen. Wir gehen beide davon aus, dass er sein Erbe verkaufen wird.

    Zählt zur Familie also nur Blutverwandtschaft?
    Ehevertrag ist klar. Wobei man den nicht zwangsläufig braucht in der Gütergemeinschaft. Meins bleibt meins und sein bleibt Seins und was gemeinsam erwirtschaftet wird, wird geteilt. Der Erbvertrag ist so viel komplizierter *seufz*

    @ Soulcoloured: seine Mutter meinte letztens, im Grundbuch soll nur er stehen, da es in der Familie bleiben soll. Übers Haus haben wir nicht gesprochen aber da bin ich ganz sicher Eigentümer. Sonst bin ich aus der Nummer raus!

    Oh man… das ist ein saublödes Thema…

    • #9718

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Julie,

      ich kann den anderen nur beipflichten. Wenn Du nicht als Miteigentümerin im Grundbuch stehst, kann Dir zwar ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt werden, aber mehr auch nicht. Du bringst EK ein und beteiligst Dich an der Funanzierung. Und am Ende erben Deine Kinder nichts, weil alles incl. Immobilie an die Familie Deines Mannes geht. Das würde ich niemals akzeptieren.

      Ihr lebt als Ehepaar übrigens in einer Zugewinngemeinschaft oder ges. Güterstand, wenn Ihr keinen Ehevertrag habt. Gütergemeinschaft muss per Vertrag vereinbart werden, wovon aber kaum jemand Gebrauch macht.

      Überlege Dir gut, ob Du Geld in eine Sache investieren möchtest, das Du evtl. nie wieder sehen wirst.

      Liebe Grüße
      Donna

  • #9711

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Also ich rate dir dringend nur wenn ihr das macht dann alle zu gleichen Teilen und lass dich auf jeden Fall dann mit ihm Grundbuch eintragen! Ansonsten hast du kaum rechte sollte wirklich der Fall von TOD/SCHEIDUNG eintreten.

    Und mal ehrlich Schwiegermutter möchte das es in der Familie bleibt,heisst du gehörst trotz Heirat dann nicht zu dieser Familie? Hört sich zumindest so an,du heiratest zwar den Mann darfst dich aber gar nicht zu der Familie dazuzählen.

    Ich würd dir auch raten da keine Kompromisse zu machen. Alle zu gleichen Teilen dann geht niemand leer aus. Niemand wird benachteiligt.

    Oder aber ihr kauft euch selber ein Grundstück was dann eben woanders liegt aber euch beiden gehört .

    Für mich liest es sich auch so etwas als will sie die etwas Kontrolle im Leben ihres Sohnes beibehalten

  • #9712

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Julie,

    ich bin bei den Finanziellen Dingen für absolut klare und eindeutige Verhältnisse! Wenn die nicht zu klären sind, würde ich die Finger davon lassen – sonst stehst du am Ende als die böse Erbschleicherin, oder sowas, da… (habe da leider Erfahrungen machen müssen – nicht selbst, aber in meinem Umfeld) das kann sehr unschön enden und belastet euere Ehe von Anfang an!

    Wenn Ihr das über eine Schenkung löst, kann das problematisch werden. Wie gesagt, das Haus, das d’raufsteht gehört zum Grundstück und wenn die Oma das Grundstück zurückbekommt (aus welchen Gründen auch immer) dann gehört ihr auch das Haus. Es gibt bei Schenkungen auch Wartezeiten (10 Jahre) bevor euch das endgültig gehört und wenn die Oma pflegebedürftig ist und sie sich ein Heim nicht leisten kann, müsst Ihr ggf. das Grundstück wieder zurückgeben, oder die Heimkosten tragen – da gibt es meines Wissens nach keine Wartezeit sondern gilt auf Lebenszeit!

    Könnt Ihr das Grundstück nicht abkaufen, oder du deine Hälfte? Sie gewährt einen Privatkredit, den ihr abzahlt – kann man alles vertraglich regeln. Wenn Sie stirbt, erbt dein Mann und ihr könnt es dann handhaben, wie Ihr mögt…
    Dann sind die Verhältnisse klar. Das Geld kann sie ja so anlegen, dass es in jedem Fall so verteilt werden kann, wie sie es sich wünscht!

    Erbpacht wäre evtl auch ein Modell.

    Da gibt es so vieles zu beachten und es ist so komplex, dass ich nicht glaube, dass du hier eine pauschale lösung bekommen wirst. Lass dich beraten. Sucht euch eine Mediator, der sich auskennt und eine Lösung erarbeitet, die für alle Seiten fair ist.

    Wünsche dir einen schönen Abend!
    Lg Sommerflieder

  • #9754

    julie79
    Teilnehmer

    Guten Morgen,

    Wir machen nen Termin bei einem Notar. Erstmal nur zu zweit.
    Wenn er unbedingt nur dort bauen will (die Lage könnte wirklich nicht besser sein), dann muss er das mit seiner Mutter regeln.

    Ich hab ihm gesagt, dass es so für mich nicht geht. Er hat gesagt, dass er auch nicht möchte, dass ich im Falle seines Todes Ärger habe.

    Ich werde jedenfalls keine Kompromisse machen. Wenn alles Seins sein soll, werde ich nicht investieren. Wenn ich investieren soll, wird nicht alles Seins sein.

    Wie er das seiner Mutter verklickert, ist mir eigentlich egal. Abgesehen davon könnte er eh nicht alles an seine Mutter vererben. Meiner Meinung nach bekommen ich als Ehefrau eh einen Pflichtteil, den man nicht umgehen kann. Mal sehen was der Notar spricht, ich steigere mich da jedenfalls erstmal nicht rein, bis wir uns dort beraten haben lassen.

    Lg und schönen Sonntag!!

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