Die Machtlosigkeit der Stiefmutter…

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Sterntaler vor 10 Monate.

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  • #8668

    Sterntaler
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    zufällig bin ich auf diesen Blog gestoßen und bin seither stiller Mitleser in diesem wunderbaren Forum. Mit Rat und Tat und guten Tipps wird einem hier geholfen.
    Ich finde es einfach wundervoll wie der Zusammenhalt in diesem Forum ist und man nicht gleich verurteilt wird für seine Gefühle, mögen sie manchmal noch so unschön und negativ sein.

    Das bringt mich zu meinem ersten Beitrag in diesem Forum. Ich stelle immer wieder fest, dass ich mich in meiner Rolle als Stiefmutter, manches Mal einfach machtlos fühle. Machtlos gegenüber den Entscheidungen die von den biologischen Eltern getroffen werden. Glücklicherweise ist es bei mir nicht so, dass ich übergangen werde wenn es darum geht Besuchswochenenden zu tauschen oder ähnliches so wie es manchen von euch ergeht. Hier werde ich eigentlich immer mit einbezogen, wofür ich meinem Freund auch sehr dankbar bin. Ich meine eigentlich viel mehr mit Machtlosigkeit gegenüber Entscheidungen die vor Jahren getroffen wurden, als die „Erstfamilie“noch in Takt war. Sachen wie: Die Kinder gehen einem Sport nach, sind in einer Jugendgruppe mit Freizeitaktivitäten etc. Oder auch was gewisse Erziehungsmaßnahmen angeht. Manchmal fühlt es sich einfach danach an, dass man als Stiefmutter keinerlei oder nur kaum Einfluss auf solche Dinge hat. Ob ich es gut finde oder nicht, dass die Kinder Fußball spielen und unsere Wochenenden dann damit ausgebucht sind, muss ich dann quasi einfach so hinnehmen. Natürlich muss ich nicht bei jeder Aktivität dabei sein, dass bin ich auch nicht, aber das ändert nichts an der Tatsache für mich, dass die Wochenenden immer für die Interessen der Kinder völlig verplant sind und für mich als Stiefmutter eigentlich keine andere Möglichkeit besteht, als es zu akzeptieren. Ergeht es euch hier auch so?

    Manchmal empfinde ich es auch schwierig, dass ich keinen Einfluss auf die Erziehung hatte. Und manchmal natürlich auch jetzt nicht habe. Hauptentscheidungtreffer bleiben KM und KV. Gleichzeitig sind wir jedoch auch gefragt, uns anzupassen, die Rolle eines Erziehungsberechtigten zu übernehmen, ohne aber wirklich Rechte zu haben. Wie geht ihr hiermit um?

    Manchmal ziehen mich diese Gedanken wie in ein kleines schwarzes Loch und ich habe Schwierigkeiten dann dort wieder herauszukommen. Ich habe Tage an denen ich mich so machtlos fühle, wo ich nicht weiß wo ich mit mir selber und meinen Gefühlen hin soll. Alles scheint schwierig und Situationen schlimmer und auswegsloser als sie es sind. An anderen Tagen ist alles super und ich frage mich, was mich eigentlich so aus der Bahn geworfen hat, denn eigentlich ist es doch gar nicht schlimm. Wisst ihr was ich meine?

    Liebe Grüße,
    Sterntaler

  • #8669

    Lacalma
    Teilnehmer

    Hallo Sterntaler,

    ich verstehe dich gut. Dass dein Partner die Wochenenden generell schon mit dir abstimmt, ist ja schon ganz gut.

    Ich weiß jetzt nicht, wie die Einteilung der Wochenenden bei euch ist? Habt ihr die Stiefkinder jedes Wochenende oder jedes 2. Wochenende?

    Wir haben sie jedes 2. Wochenende – und das bedeutet ja immerhin, das jedes 2. Wochenende eben auch ohne sie abläuft. Wir haben aber auch 2 eigene Kinder. Daher sind wir an den WE schon viel mit den 4 oder 2 Kindern beschäftigt. Sportaktivitäten und Kindergeburtstage stehen eigentlich jedes WE an.

    Lösungen:
    1- Sich im Verein umhören – es werden oft Mitfahrgelegenheiten etc. organisiert – man muss nicht jedes Mal mit.
    2. Einen Teil des WE nach den Kindern ausrichten – abends dann aber auch mal Oma/Babysitter Kinder ins Bett bringen lassen und schön Abendessen gehen.
    3. Versuchen, das WE in 2 Teile zu splitten: Samstag: Kindertag/ Sonntag: Erwachsene bestimmen das Programm 🙂
    4. Sich aufteilen und nur einer muss leiden 🙂 Bedeutet bei euch – du triffst dich mit Freundinnen bzw. machst etwas anderes und ihr trefft euch dann erst nach den langweiligen Aktivitäten
    5. Ihr seid auch eine Familie, ohne die KM. Das bedeutet – ihr könnt auch eigene Regeln aufstellen – bei uns läuft vieles ganz anders als bei KM – das ist kein Problem für die Kinder – sie wissen KM – ihre Regeln und bei uns: unsere Regeln.

    Vielleicht kannst du auch über Dinge die dich stören mit deinem Partner sprechen. Ich denke, oft ist das Problem, dass in neuen Familien die Kinder IMMER vor der neuen Partnerin kommen bzw. das WE Kinderausnahmezustand herrscht. Aber idealerweise sollte man die Bedürfnisse der Kinder zwar berücksichtigen – aber am Ende entscheidet das Paar – wie in einer „normalen“ Familie auch. Das bedeutet: wenn z.Bsp. meine Mutter Geburtstag hat und am WE feiert – dann gehen wir dahin, und zwar mit allen Kindern – dann wird auch mal ein Sporttermin abgesagt. Außer es ist sehr wichtig (Aufstiegsspiel o.ä.) – damit will ich sagen, man sollte immer die Gesamtsituation am WE anschauen und dann priorisieren. und zwar an den Bedürfnissen von ALLEN ausgerichtet.

    Wir machen das auch alles so – ob mit allen 4ren oder auch wenn nur unsere 2 da sind. Ich habe NIE Lust auf volles Kinderprogramm 😉 .

    Was mein Partner und ich immer machen: das Beste daraus machen. Fussballturnier? Perfekt – meist gibt es Vereinsrestaurants etc. wo man auch Mal einen Aperol-Sprizz zusammen trinken kann – manchmal gibt es auch andere nette Eltern die sich gerne dazusetzen. Kindergeburtstag ? – hinfahren und Zeit dazwischen zum Shoppen gehen. … etc.

    VG Lacalma

    • #8671

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Liebe Lacalma

      Das find ich super wie ihr das handhabt!

  • #8672

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Hallo Du.
    Ich weiß wie Du Dich fühlst. Mein Mann übergeht mich mittlerweile nicht mehr wenn er die Wochenenden mit der KM tauscht. Es kommt nicht oft vor, aber ich habe 9 Jahre gebraucht, dass er es nicht mehr tut.
    Mein Bonussohn spielt Fußball, sein Verein ist in der Stadt der KM…. 20 km von uns entfernt. Das beansprucht oft das Wochenende komplett, und ja, es nervt mich mittlerweile kolossal.
    Ich gehe nur noch selten mit. Ich bleibe mit unserer und seiner Tochter zuhause. Danach ist Bonustochter-Papa Exklusivzeit, die kommt nämlich wegen des Fußballs oft zu kurz.
    Und auch ich habe meine Exklusivzeit als Ehefrau mittlerweile. Wir gehen ohne die Kinder Kaffee trinken oder bummeln. Das habe ich mir nach 10 Jahren zurück stecken eingefordert.

  • #8673

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo ihr

    Ich kann das vollkommen nachvollziehen. Selbst mit Absprachen fühlt man sich übergangen. Niemand fragt einen wie man gewisse Sachen denn findet oder ob man das möchte. Bei uns ist der Sport auch ein Thema. Klar bin ich dafür das die Kinder dem nachgehen. Aber wir müssen unsere Zeit dafür ja auch aufopfern. Und niemand fragt ob das ok ist.

    Wir werden jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt. Ab Januar soll Stiefsohn zum Handball. Das wir die Freitagnachmittage dann nicht mehr planen können weil er dahin muss interessiert nicht. Es wird nicht Mal gefragt wie ich das finde oder ob wir das zeitlich überhaupt können.

    Ich spüre eine innerliche Wut. Einerseits soll ich dieses Kind erziehen,soll drauf aufpassen,soll Essen machen und Sachen kaufen und andererseits habe ich null Komma null mitspracherecht.

    Wenn ich gewisse Ärztliche Sachen anders sehe dann ist das so aber wird nicht Mal zur Kenntnis genommen. In welche Schule er geht wird einfach bestimmt. Ob ich die gut finde interessiert nicht aber hinbringen und abholen müssen wir iwie organisieren.

    Es ist Wir,Verzweiflung und vor allem Traurigkeit. Keine wichtige Rolle zu sein obwohl man meistens sogar 2 komplette Elternteil ersetzt.

  • #8675

    Lini
    Teilnehmer

    Ich frage mich ab wieviel Jahren die Kinder mal alleine zu ihren sportlichen Aktivitäten fahren können. Mein Bonuskind ist zehn Jahre alt. Er fährt auch regelmäßig alleine mit dem Rad zum Training daher verstehe ich nicht warum wir bzw mein Partner am Wochenende ständig am Spielfeldrand stehen muss. Mir hat früher auch niemand beim Handball spielen zugeschaut.
    Übermorgen z.B ist erst ein Fussballspiel und danach die Vereinsweihnachtsfeier.
    Da wird die ELSE mit Sicherheit auch wieder abhängen obwohl es unser Wochenende mit dem Kleinen ist. So etwas macht sie gerne, auch bei Turnieren kommt sie dann dort hin weil sie nichts besseres zu tun hat und pinkelt gefühlt an jeden Baum auf dem vereinsgelände um mir zu zeigen, dass nur sie da zu sein hat.
    Wenn mein Bonuskind mal alleine seine Turniere und Spiele absolvieren würde, dann würden uns so einige Ärgerlichkeiten erspart.

    • #8676

      Soulcolored
      Teilnehmer

      Das frag ich mich auch,bei uns ist der Handballverein nur 5 min von der KM entfernt.Das könnte man mit 6 eigentlich zu Fuß gehen statt mit Auto gebracht werden. Zudem ist es Nur!Training. Muss da Papa und Mama jedes Mal 2std mit bei sitzen?Ich finde nicht.

      Mich trifft es auch sehr das ich hier seit Jahren alles organisier,mach und tue aber glaubt ihr ich werd dann mal zu kindergartenfesten oder sonst was eingeladen?Mama und Papa sind bei jedem Pups des Kindes anwesend während die stiefmutter zuhause in die Röhre guckt.
      Oder den hinbringen und abholen spielen darf.

  • #8679

    Lini
    Teilnehmer

    @ Entschuldige, ich muss gerade lachen. Du hast das so schön geschrieben!
    Ich habe meinen „Sohn“ auch gestern gefragt warum in der Einladung für das Vereinsweihnachtsfest nicht auch die Stiefeltern erwähnt werden. Es wurden nämlich alle Kinder aufgefordert auch Ihre
    Oma’s und Opa’s, Geschwister und Tanten und Onkel mitzubringen…. aber naja. Wir sind ja Frauen und sind es sowieso gewöhnt in einer diskriminierten Gruppierung zu leben dann sind wir aufgrund umserer Stiefelternschaft jetzt auch noch eine diskriminierte Minderheit. Wenn schon dann auch richtig ! 😉

  • #8680

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Solche Einladungen kenne ich auch nur zu gut. „Wir laden alle Familien herzlich zum Sommerfest ein,bringen sie gerne Oma und Opa und Co.mit.“-aber die Stiefmutter ist nicht gern gesehen.Wehe ihr wenn sie sich mitwagt.

    Selbst wenn ich dazu eingeladen mal selteeeeen bin,geh ich meistens nicht mit. Den meistens ist es eine Demütigung.Mein Mann kennt alle. Seine Ex kennt alle. Und ich steh da mittendrin und bin das Lästerstück.Jeder achtet auf sich was man macht,es wird nach fehlern und fehltrittwn gesucht und vor allem kriegt man immer vor die Nase gehalten das sie und meinen Mann Dinge immer noch verbinden.

    Da hast du recht entweder ganz oder gar nicht. So wird man dann zu 100% diskriminiert;) Im übrigen ist es nicht nur so bei festen.

    Mittlerweile auch im Schwimmbad,Kino und Co. Letztens gesehen unter Familien (eltern +2 kinder)stand da, „Erwachsene Person in Begleitung eines Kindes“-….also zur Familie wird man auch nichtmal gezählt,darunter sogar erklärt das der Familienrabatt nur für Eltern mit ihren eigenen Kindern gilt und nicht für Stiefeltern,freunde etc. Mir blieb echt der Mund offen. Man fühlt sich verhöhnt .

    Ich geb jedem den Tip sich vieles nicht zu Herzen zu nehmen,und sich regelmässig aus Zeiten zu nehmen und sich nicht NUR nach den Kindern oder deren ex zu richten. Wenn der Mann zu jedem Pups des Kindes „muss „können wir trotzdem umplanen Zumindest in seinem eigenen zuhause bestimmt man und kann die Regeln aufstellen.

    • #8683

      Blackpearl
      Teilnehmer

      Hallo Soulcolored,

      wir haben bisher immer den Familienrabatt bekommen, aber da würde mein Freund auch nicht mit sich diskutieren lassen. 😀

      Etwas Off-Topic, aber ich habe mich gerade an eine Geschichte meiner Stiefschwester erinnert. Sie war mit einer Freundin und deren Tochter im Schwimmbad und hat die Familienkarte geordert. Die Dame hat gesagt, das geht nur für Familien. Daraufhin sagte meine Schwester: „Haben Sie etwas gegen gleichgeschlechtliche Paare!?“
      Ich wünschte, ich wäre auch so schlagfertig!

  • #8681

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Liebe Soulcoloured. Die Erfahrung kann ich gar nicht teilen. Ich gehöre von Anfang an dazu, so wie auch der Partner der Kindsmutter. Ich bin bei vielen Schulfesten dabei, auch wenn Stiefmütter explizit nicht erwähnt sind auf der Einladung. Ich backe da auch Kuchen und die Lehrer reden auch mit mir. Die Kindergarteneezieherinnen und Grundschullehrer grüßen mich heute noch, obwohl die BonusKinder schon in der Mittelstufe sind. Auch beim Fußball gehöre ich dazu.
    Auch im Schwimmbad fragt niemand ob wir eine Patchworkfamilie sind.
    Ich habe mich immer so verhalten, dass ich gezeigt habe, dass ich gern dabei bin, habe mich aber nie in den Vordergrund gedrängt oder über die KM schlecht geredet.

  • #8687

    Sterntaler
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    leider kann ich erst jetzt reagieren, weil ich Probleme nach der Anmeldung hatte. Konnte einfach trotz Anmeldung nicht antworten…

    Erst einmal vielen Dank für eure Reaktionen und guten Tipps. Einige Dinge tun wir bereits so wie ihr beschrieben hat. Wir können auch über alles reden und mein Partner ist sehr verständnisvoll. Das ist auch glücklicherweise nicht das Problem. Ich finde es einfach nur manchmal schwierig, dass ich keinen Einfluss habe auf Dinge die vor Jahren von beiden entschieden wurden. Ich bin für meinen Partner umgezogen und habe deshalb kein eigenes soziales Umfeld wo wir wohnen. Die beiden Jungs und mein Partner gehen Hobbies nach und sind noch in ihrem alten Umfeld verankert. Das ist was mir dann schwierig fällt. Ich tolleriere dann alle Hobbies, habe aber selber im Moment wenig Möglichkeiten eigenen Interessen nachzugehen. Ich will ihnen das auch nicht verbieten, aber es ist schon manchmal schwierig, dass man im Prinzip seine freie Zeit am Wochenende an denen die Jungs da sind viel von sich aufgeben muss. Am Ende will man ihnen ja doch auch ein schönes Wochenende bescheren. Ich denke dass ich manchmal einfach auch etwas eifersüchtig bin, dass ich das nicht mehr habe…

    Liebe Grüße,
    Sterntaler

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