Wo ist das Glück geblieben…?

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Dieses Thema enthält 16 Antworten und 13 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Lentin90 vor 1 Woche, 5 Tagen.

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  • #9070

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,
    habe folgendes Anliegen….mir ist klar, dass es da keinen Rat geben kann. Jeder muss es für sich selber wissen. Was ich hier suche oder mir erhoffe, dass es zu einem Austausch kommt. Vielleicht hat hier jemand ähnliche Gedanken.
    Mir ist aufgefallen (Vielleicht liege ich falsch), dass hier im Forum mehrere Stiefmütter keine eigenen Kinder haben. Ich habe auch keine. Mein Partner hat einen Jungen. Das Kind ist okay und es läuft auch alles gut soweit. Natürlich gibt es übliche Diskussionen und Probleme aber im großen und ganzen ist alles akzeptabel.
    Ich bin 36. Wenn ich eigenes Kind haben möchte, müsste ich mir jetzt/bald Gedanken machen. Das Problem ist, dass ich mit diesem Kind manchmal schon überfordert bin und dann denke ich mir, dass wenn wir noch ein Säugling hier zu Hause haben, dann haben wir keine ruhige Minute mehr. Irgendwie zieht es mich total runter und ich merke, dass ich einfach keine Kraft habe. Normalerweise ist es so, dass wenn zwei sich treffen/heiraten, keiner hat noch Kinder, keiner weiss noch wie es ist. Dann kommt ein gemeinsames Kind und es ist alles neu und aufregend…..Ich sehe es meinem Partner an, wie sehr er sein Kind liebt und dass er alles für ihn tut und einfach happy ist Papa zu sein. Dann denke ich, dass mir etwas wunderbares entgeht und ich fühle mich unfair behandelt. Es geht mir so richtig schlecht in solchen Momenten.
    Mein Freund würde keine Kinder mehr wollen. Lässt aber mit sich reden aber nach dem Motto, na wenn es unbedingt sein muss….Bloss ich will kein Kind mit jemandem, der keins möchte. Und alles erscheint mit so mühsam und schwer….mir fehlt die Leichtigkeit und Natürlichkeit. Es gibt ja auch bewusst kinderlose Paare und es läuft ja auch wunderbar. Aber zu solchen zähle ich uns nicht, denn nur ich bin kinderlos. Ich fühle mich gefangen….
    So bin ich nicht glücklich. Also wie soll ich das sagen??? Ich bin schon glücklich und erlebe schöne Momente aber das so genannte Basis- Glück fehlt. Ich habe mir ernsthaft Gedanken darüber gemacht, ob ich bereit bin zu verzichten??? Ich liebe meinen Partner wirklich sehr und ja ich wäre bereit. Aber trotzdem wünsche ich mir dann wenigstens, dass wir uns richtig zueinander bekennen. Etwas was nur für uns ist. Ich möchte heiraten und sagen können hier ist mein MANN, nicht Freund. Freund ist mir auf Dauer zu wenig. Das Problem ist, dass mein Partner das auch ablehnt, weil er ja bereits verheiratet war. Kann ich nachvollziehen. Bloß was nützt mir das alles zu verstehen und zu reflektieren und auf alles Rücksicht zu nehmen, wenn mein Glück auf der Strecke bleibt??? Ich fühle mich etwas ver……t.
    Ich weiss echt nicht, wie ich das am besten bei ihm ansprehen soll. Denn jedes mal bin ich den Tränen nahe…..und dann denke ich mir, okay wenn ich gehe, was Dann??? Wo ist die Sicherheut, dass ich jemanden lieben lerne und dann noch auf Anhieb schaffe schwanger zu werden?
    Wisst ihr so ungefähr was ich meine??? Oder bin ich die einzige hier mit voll depressiven Gedanken?
    VG Ela

  • #9071

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Hallo Ela. Ich kann deine Gefühle nachvollziehen. Auch ich war mal mit einem Mann zusammen, der nicht heiraten wollte und dafür fadenscheinige Gründe hatte. Die Beziehung ging kaputt und die Frau die er nach mehr hatte, hat er dann geheiratet. Die Rede ist von meinem Ex, mit dem ich ein ungeplantes aber erwünschtes Kind habe. Als wir drei Jahre nicht mehr zusammen waren, habe ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Obwohl er vorher schon verheiratet war und ich nicht, war er vom heiraten sofort begeistert. Nur die Kinder Frage stand lange und viele Jahre im Raum. Er hat schon zwei Kinder, Junge und Mädchen, und für ihn war das, ich zitiere: sein Soll erfüllt. Ich habe mir viele hässliche Sachen zum Thema Kinder anhören müssen von ihm, habe mir aber immer nur gedacht: ist doch so sein Pech, da könnte er täglich ein Kind um sich haben, statt nur am Wochenende. Ich hatte meins ja hier bei mir.
    Irgendwie kam es dann, dass er doch ein Kind wollte und dann konnte es ihm nicht schnell genug gehen. Das hat auch gleich geklappt.
    Leider kann dir niemand versprechen, ob du nach ihm einen Mann treffen würdest, der auch den Wunsch nach einer eigenen Familie hat. Meine Meinung ist, dass man besser allein kinderlos bleibt, als mit einem fremden Kind zusammen zu leben. Du bist schon 36 und hast nicht mehr so viel Zeit. Aber schon noch 5,6 Jahre. Da kann viel passieren. Hätte ich noch mal die Chance, ich würde alles anders machen. Ich würde mit ihm ein ernstes Gespräch führen. Er hat ja das was er will und für ihn ist es war so, als würde er sein altes Leben einfach mit dir weiterführen. Er vermisst also nichts.

  • #9072

    Stiefherz
    Teilnehmer

    Hallo liebe ElaLuela,

    ich bin seit Anfang an hier in Forum, die ganze Zeit lese ich mit, geschrieben oder geantwortet habe ich allerdings noch nie.

    Warum? Ich wusste natürlich, dass mein Partner ein Kindesvater von zwei Kindern ist. Wie bei vielen hier, kam das, was kommen musste und zwar exakt das gleiche was du in deinem Beitrag beschrieben hast.

    Ich selber habe auch keine eigene Kinder. Seit fünf Jahren bin ich eine Rundumbetreuerin 365 Tage im Jahr( die Mutter will die Kinder nicht bei sich haben).

    Auch wenn es alleine meine Entscheidung war, meinen sehr gut bezahlten Job, der mir auch noch zusätzlich sehr viel Spaß bereitete aufzugeben, fühle ich mich ausgenutzt und unter Druck gesetzt.

    Es waren und sind es weiterhin sehr harte Jahre. Die Kinder sin in der Pubertät und es wird von Tag zu Tag schwieriger. Der Sohn wurde von der zweiten Schule runtergeworfen und sich für ein Internat entschieden, auf dem Internat at er ganze 10 Arbeitstage ausgehalten. Klauen, kiffen, Alkohol trinken, graß rauchen, einige Strafanzeigen wegen Körperverletzung flatterten auch schon ins Haus. Er ist mir gegenüber handgreiflich geworden…….und was glaubst Du, dass die Mutter macht? Nichts!
    Was glaubst du macht Jugendamt? Nichts!
    Und der Psychologe sagte zu ihm, „ mache Dir nichts daraus, es gibt Andere, die mehr Drogen nehmen und viel länger nicht mehr in der Schule waren!

    Mein Partner und ich sind unbeschreiblich erschöpft. Wir geben wirklich alles aber wenn es eine andere Person( die Kindesmutter) gibt die mit Geld ( kurze (ca.2 Stündige) Treffen um eine 600 € Jacke Jacke zu kaufen oder IPhone vorbei zu bringen) gegen jede unserer Erzieherischen Konsequenz steuert es ist einfach unmöglich das Kind zu erziehen.

    Natürlich ist jede Geschichte unterschiedlich aber doch gibt es viele ähnliche Schwierigkeiten im Leben mit einem Kindesvater. Die Schwierigkeit, die aus meiner Geschichte resultiert ist, dass wenn die Kinder älter werden, wird das zusammenleben nicht einfacher.
    Was wiederum die Folge hat, dass das warten auf den richtigen Moment um mit dem Partner ein eigenes Kind zu zeugen eine absolute Ilusion ist.

    Ich hoffe, du bist mir nicht böse, dass ich so ehrlich zu dir bin?! Das ist meine Erfahrung und auch ich wünsche mir ein eigenes Kind aber bei dem ganzen Stress dürfte ich eigentlich noch nicht mal nachdenken, abgesehen davon, dass ich vierzig werde und meine biologische Uhr unter Umständen nicht mehr mitmacht.

    Ja ich kann deine Gefühle und Gedanken nicht nur verstehen sondern auch wirklich nachempfinden.

    Liebe Ela, verzeih mir bitte die grausame Rechtschreibung. Helfen kann ich zwar nicht aber meine Erfahrung mit dir teilen kann ich, manchmal hilft es schon um sich für den richtigen Weg zu entscheiden.

    Ich umarme Dich!

  • #9073

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Ela,
    eine Rat kann dir vermutlich keiner geben! Bevor ich selber Familie hatte, war ich mit einem Mann zusammen, der eine kleine Tochter hatte, süß, lieb und gar kein Problem; ich mochte die Kleine. Später habe ich meinen (inzwischen Ex-) Mann kennengelernt und eigene Kinder bekommen. Das Gefühl deine eigenes Kind im Arm zu halten ist mit nichts vergleichbar. Kinder bringen einen immer an den Rande der Erschöpfung, egal, ob es die eigenen sind, oder nicht – aber sie entschädigen einen hin und wieder auch mal dafür und dann ist es einfach nur das pure Glück.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Paare, die früher beschlossen hatten kinderlos zu bleiben und heute mit viel medizinischem Aufwand versuchen doch noch schwanger zu werden; mit weit über 40 – es hat sie wieder eingeholt!

    Du musst dich entscheiden, ob du den Preis kinderlos zu bleiben zahlen möchtest oder nicht. Deinen Partner würde ich aus seiner Comfortzone schmeißen! Es scheint unfair, dir etwas vorzuenthalten, das er haben darf. Ihr solltet euch gemeinsam für oder gegen ein gemeinsames Kind entscheiden – wenn ein ‚dagegen‘ rauskommt, musst du in die eine oder andere Richtung die Konsquenzen ziehen. Entweder du bleibst konsequent kinderlos oder gehst konsequent deinen eigenen Weg.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du das tust, was für dich das Richtige ist!

  • #9074

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Liebe Ela,

    Hör auf dein Herz und lass dir nicht deinen Traum nehmen. Wenn du wirklich Kinder willst dann solltest du deinen Wunsch klar mitteilen und ohne Kompromisse. Entweder kann dein Partner sich dann noch welche vorstellen oder nicht.Aber du musst entscheiden wiebiel du Aufgeben kannst und willst. Kannst du kinderlos und unverheiratet leben oder gehört es für dich zum Glück Dazu?

    Ich hab den Fehler gemacht und meinem Mann so sehr ich ihn Liebe zu sehr vertraut. Als wir uns kennenlernen sagte ich ihm gleich das ich gern 5Kinder hätte .Und auch gerne Adoptieren möchte. Es kam ein Jahaa kann man ja mal gucken. Er kann sich so was auch irgendwie vorstellen. Als uns gesagt wurde das wir keine Kinder kriegen können hat man gemerkt wie erleichtert er dann doch war. Ging ja gar nicht das sein Sohn dann nicht mehr das arme Nesthäkchen ist. Dann wurd ich doch schwanger.Seine Antwort darauf:Oh ne nicht schon wieder. Ich habe die ersten 3 Monate danach nicjt mit ihm geredet. In der Schwangerschaft liess er mich eigentlich allein ich war mit allem auf mich allein gestellt. Zwar freute er sich dann iwann auch und ja er liebt unsere Kinder aber eben nicht so sehr wie sein Sohn. Das merkt man manchmal extrem.

    Nach der Geburt unseres Sohnes liess er sich umgehend sterilisieren. Innerlich hat es mich zerrissen. Mein innerster Wunsch war immer eine kleine Tochter zu kriegen oder zu adoptieren. Will der Herr urplötzlich auch nicht mehr. Geht ja gar nicht. Wir haben doch 4 Jungs. Was er vergisst,er hat 4 Jungs ,ich habe nur 2 Jungs. Die anderen beiden sind nunmal nicht meine Kinder.Ich habe meinen allergrößten Lebenstraum aufgegeben und habe nur eingesteckt.

    Manchmal überkommt mich dennoch der Schmerz und ich Weine hier heimlich. Überlege dir deshalb gut womit du leben kannst und welche Erwartungen du hast.

    Vor Teile deinem Freund ohne Vorwürfe deine Träume mit. Erzähl ihm ruhig wie du dir alles vorgestellt hast und das du gerne klare Antworten hättest. Wieso möchte er ein Kind oder wieso möchte er keines?Will er einfach noch warten etc.

    Wichtig ist das ihr klarheiten schafft damit du auch weisst woran du bist.es bringt dir nichts wenn es in 10 Jahren heisst das er doch gern noch ein Kind gehabt hätte.

  • #9076

    julietta
    Teilnehmer

    Liebe Ela,

    Nein, du bist nicht allein mit deinen depressiven Gedanken! Ich bin in einer ganz ähnlichen Lage wie du: 37, keine Kinder, mein Freund (mit dem ich seit 1,5 Jahren zusammen bin) hat einen 5-jährigen Sohn und war schon mal (allerdings nicht mit der Kindsmutter) verheiratet. Auch er möchte keine Kinder mehr (er lehnt es gänzlich ab) und heiraten erst recht nicht. Da ich auch nicht mehr allzulange Zeit habe (tick tack tick tack …) und eigentlich schon gerne Kinder hätte, erfüllt mich immer wieder ein tiefer Schmerz und ich frage mich oft ob es nicht verlorene Zeit ist mit einem Mann (bzw. Vater) zusammenzusein, all seine Pakete mitzutragen, alle Einschränkungen mitzuerleben, die eine (Stief-)Elternschaft mit sich bringt und gleichzeitig auf das eigene Kinderglück verzichten zu müssen. Zudem bin ich ein wenig traumatisiert da mein Exfreund ebenfalls nie Kinder wollte und 3 Monate nach dem Ende unserer 8-jährigen Beziehung mit einer fast Unbekannten ein Kind zeugte (der Klassiker). Ich weiß genau was du meinst wenn du schreibst dass du dir manchmal auch unsicher bist bezüglich deines Kinderwunsches, zumal wir als Stiefmütter ja hautnah miterleben, wie schwierig es sein kann ein Kind großzuziehen. Auch ich liebe meinen Freund sehr und möchte ihn nicht verlassen. Manchmal jedoch denke ich dass es besser für mich wäre, da frage ich mich dann ernsthaft warum ich mir das alles antue. Es zerreißt mir oft das Herz wenn ich diese ganz spezielle Bindung zwischen meinem Freund und seinem Sohn sehe und mir klar wird dass wir dieses Glück nie gemeinsam empfinden werden. Für jemanden der nicht in denselben Schuhen steckt ist das auch schwierig nachzuvollziehen. Hab schon desöfteren versucht meinem Freund mitzuteilen, wie sich das für mich anfühlt und dass ich Kinder möchte weiß er ohnehin. Aber da er so sehr um sein Kind kämpfen musste und alles was er mit der Kindsmutter miterlebt hat nie wieder erleben möchte, stoße ich mit meinen Bedürfnissen auf taube Ohren. Abgesehen davon hat er Angst wie die KM reagieren würde und dass sie ihm womöglich verbieten würde seinen Sohn zu sehen. Im Endeffekt dreht sich immer alles nur um die Bedürfnisse seines Sohnes und im weiteren Sinne um die Bedürfnisse der Kindsmutter, denn es muss ja um jeden Preis eine negative Beeinträchtigung ihrer Launen verhindert werden. Da kommt man sich oft sehr unverstanden und unfair behandelt vor. Natürlich gibt es auch viele schöne Momente … die es dann wieder umso schwieriger machen eine endgültige Entscheidung zu treffen. Ich denke es ist ein natürliches Bedürfnis in einer Partnerschaft eine gewisse Art der Verbundenheit spüren zu wollen und gemeinsame Kinder sind wahrscheinlich die tiefste Verbundenheit die es gibt. Und wenn man diesen Wunsch nicht teilen kann (beispielsweise wegen der Vorgeschichte des Partners) ist das sehr traurig. Ich hoffe sehr dass du für dich eine Lösung finden kannst … wäre schön wenn du uns auf dem Laufenden hieltest.

    Alles Beste dir!
    Julietta.

  • #9079

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Ela, liebe Julietta,

    ich finde das ein wirklich schwieriges Thema und vor 7 Jahren stand ich an eurer Stelle. Mein Partner hatte seinen Sohn (damals 3) und das reichte ihm. Mir reichte das aber nicht. Das habe ich ihm auch ganz deutlich gesagt. Ich habe dann eine sehr klare Aussage von ihm gefordert, ob er generell keine Kinder mehr möchte oder „nur“ noch etwas warten möchte. Zu dem Zeitpunkt war ich 32. Er sagte dann er kann es sich schon vorstellen, möchte aber noch etwas warten, bis unsere Beziehung stabiler ist (wir wohnten da erst kurz zusammen). Ich habe ihm dann gesagt, gut 1 Jahr warten, dann reden wir wieder. Nach dem Jahr wollte er mich wieder vertrösten, da habe ich dann kurzen Prozess gemacht und gesagt, ich werde nicht mehr hormonell verhüten. Wenn er kein Kind mit mir möchte, dann soll er sich um die Verhütung kümmern. Drei Monate später war ich dann schwanger (sich selbst um Verhütung kümmern klappt nämlich bei den wenigsten Männern). Meine Tochter ist mittlerweile 5 Jahre alt. Hätte er mir damals gesagt, er möchte definitiv kein Kind mehr, wäre ich gegangen. Es hätte mir das Herz geblutet, weil ich ihn wirklich liebe. Aber das hätte ich definitiv dem „ein Leben lang kinderlos zu sein“ vorgezogen. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen: Ein Kinderwunsch vergeht nicht. Er wird schmerzhafter und schwieriger mit jedem Tag. Ich wollte immer noch ein zweites Kind…auch da hat mein Partner mich vertröstet. Da habe ich dann leider weniger Druck gemacht, weil ich ja wenigstens schon ein Kind hatte. Tja und als ich dann wieder auf „du kümmerst dich um Verhütung“ gekommen bin, bin ich auch irgendwann wieder schwanger geworden. Da ich mittlerweile aber 38 war klappte das alles nicht mehr so reibungslos… und wir hatten 3 FG…das einzig positive daran war, dass der Kinderwunsch bei ihm dadurch nochmal deutlicher wurde und er selbst immer dafür war, wir probieren es trotzdem wieder.

    @Ela, manchmal muss man Männer zu ihrem Glück zwingen. Mein Mann hätte NIE zugegeben, dass er noch ein Kind will, als es dann soweit war hat er sich trotzdem gefreut. In deinem Fall wäre daher mein Vorschlag eine ähnliche Taktik zu probieren: Sag deinem Mann wie groß dein Kinderwunsch ist und frage ihm nach einem klaren Statement. Kann er sich vorstellen mit dir noch ein Kind zu bekommen oder nicht? Wenn er dann mit Hinhaltetaktik kommt, dann sag ihm, dass du dich aufgrund deines starken Kinderwunsches nicht mehr verantwortlich für die Verhütung fühlst (und dann z.B. die Pille absetzt) und er das ab sofort übernehmen soll. Wenn du dann merkst, dass er da sehr konsequent mit ist, also immer verhütet, dann ist ein Kinderwunsch vielleicht wirklich nicht vorhanden.
    Dann würde ich
    @Ela und Julietta: so sehr es schmerzt, das zu lesen, wenn der Mann es definitiv ablehnt Kinder zu haben, dann würde ich gehen und das lieber heute als morgen. Ich kann es nur wiederholen: Ein Kinderwunsch vergeht nicht. Es wird schlimmer. Wenn ihr dann alt seid, habt ihr niemanden der sich um euch kümmert. Seine Kinder? Die müssen sich ja schon um die „Eltern“ kümmern. Er selbst? Ist dann vielleicht selbst nicht mehr in der Lage sich zu kümmern. Meine Mama war letztens im KH und hat dort eine SEHR VERBITTERTE Frau getroffen. Die war ganz alleine dort im KH, bekam keinen Besuch etc. und betonte immer „Na ja, ich wollte ja nie Kinder haben“. Sie war verletzt, sie war alleine und verbittert bis zur Bösartigkeit. Klar, muss es bei euch nicht so kommen. Man kann auch ohne Kinder glücklich werden, davon bin ich überzeugt. Aber bei euch beiden lese ich klar heraus, dass der Kinderwunsch tief in euch drinnen ist und ihr daher ohne eigenes Kind nur schwer dauerhaft glücklich bleiben werdet in euren derzeitigen Beziehungen. Und ja, die biologische Uhr – aus eigener, sehr schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen: sie tickt. Und mit jedem Monat warten wird es schwieriger, risikoreicher… und vor allem, sind wir dann unseren Kindern irgendwann sehr alte Mütter, die vielleicht (wenn sich die Kinder dann auch soviel Zeit lassen) nie mehr ihre Enkelkinder kennen lernen… Schwanger mit 50 – ja toll, was die Medizin leistet, aber da fragt dann doch jeder, warum die Oma mit zum Abiball kommt…

    Was das heiraten betrifft, ist bei uns ähnlich. Mein Partner will nicht, kann aber auch nicht genau sagen warum. Da wir aber nicht auch noch die „Kinderbaustelle“ haben, kann ich das gut akzeptieren…

    Ich wünsche euch viel Kraft und haltet uns gerne auf dem Laufenden!
    LG Daka.

  • #9081

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Ela,

    ich möchte dir als kinderlose Teilzeit-Stiefmutter auch noch antworten. Ich habe allerdings noch kein Kind, weil ich mich mit 25 noch nicht bereit fühle. Wenn die Umstände (sprich stabile Beziehung) stimmen, dann möchte ich schon um die 30 rum das erste Kind planen.
    (Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Verhütung versagt und man nicht ganz geplant reinrutscht ;))
    Wenn mein jetziger Freund da nicht mitspielen würde, würde ich mich auch trennen – so weh es auch tun würde. Aber ein Leben ohne eigene Kinder (bzw. adoptierte, wenn es auf natürlichem Wege nicht klappt) kann ich mir nicht vorstellen – schon gar nicht, wenn ich alt bin. Ich habe ohnehin keine große Familie – bin Einzelkind und habe nur eine Cousine.

    Allerdings muss ich dir ganz ehrlich sagen, wenn wir seine Tochter übers Wochenende hatten oder über die Ferien, mag ich keine Kinder haben. Sie ist so anstrengend, das tötet jeden Kinderwunsch.

    Mein Freund hat da eine recht ungewöhnliche Einstellung wie ich finde: Er liebt seine Tochter, keine Frage. Aber er sieht sie eher als „verlorene Zeit“ an (ich kanns nicht diplomatischer ausdrücken, aber es ist weniger hart als es sich anhört), er hat ja so wenig von ihr. Er ist schon traurig deswegen, aber er wünscht sich auch 1-2 Kinder, von denen er dann wirklich etwas hat, die er dann aufwachsen sieht.

  • #9083

    Daka
    Teilnehmer

    Da fällt mir noch ein, zu dem Thema, wenn das Kind da ist, dann ist es so anstrengend, dass man sich ein eigenes nicht vorstellen kann…
    Wie es mit einem eigenen Kind sein wird, kann man sich vorher nie vorstellen. Aber ein Kind was man 9 Monate in sich getragen hat, liebt man normalerweise von Grund auf so bedingungslos, dass alles schwierige, anstrengende auszuhalten ist. Ja, und man findet dann sogar „schmollen“ süß, was einem beim Bonuskind vielleicht auf die Palme bringen würde. Nein, auch mit dem eigenen Kind ist nicht immer alles rosarot, aber es ist soooo viel leichter, weil man es von klein auf hat und diese innige Bindung, das Urvertrauen vorhanden ist. Es ist ein Teil von dir. Daher, habt bitte aufgrund der Erfahrungen mit euren BK keine Angst, dass ihr deswegen dann beim eigenen Kind „versagen“ könntet… denn ihr werdet ganz sicher wundervolle Mütter!

    Fühlt euch gedrückt,
    Daka.

    • #9085

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Daka,

      ich bin über Eine Aussage von Dir gestolpert. Wolltest Du nur Kinder, damit sich später jmd. um Dich kümmert? Das kann auch schief gehen, wenn man sich nicht grün ist.

      Ich hatte so einen mittelmäßigen Kinderwunsch. Aber nach 3 FG habe ich das Thema endgültig aufgegeben. Und ich kann sagen, dass mir augenblicklich nichts fehlt. Wie es später mal sein wird, kann ich heute natürlich nicht sagen.

      Ich frage mich immer wieder, warum wollen Frauen Kinder. Steckt da nicht auch ein bisschen gesellschaftlicher Druck hinter?

      Ich würde mich über Antworten und Sichtweisen freuen.

      VG Donna

      • #9091

        Daka
        Teilnehmer

        Hallo Donna,

        auch wenn sich das vielleicht so gelesen hat, aber nein ich habe kein Kind, damit ich im Alter nicht alleine bin. Ich habe seit jeher seinen sehr starken Kinderwunsch gehabt, am liebsten hätte ich gleich mit 20 nach dem Abi oder dann im Studium ein Baby bekommen. Damals fehlte mir der passende Mann, sonst hätte ich es wahrscheinlich auch so gemacht. Ich wollte nie so spät erst Mutter werden. Aber eben auch nicht mit dem Falschen… Es dauerte dann leider noch etwas bis ich den richtigen Mann zum Kinderkriegen gefunden hatte.
        Ich habe eine sehr enge Bindung zu meinen Eltern, auch jetzt noch mit 39 und das trägt sicher seinen Teil dazu bei, wie ich das sehe.

        LG Daka.

  • #9087

    Kara
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich bin ebenfalls eine kinderlose Stiefmutter, habe mich aber im Gegensatz zu anderen hier bewusst gegen ein Kind entschieden. Damit verstehe ich auch dein Gefühl, Ela, nicht wirklich ein gewollt kinderloses Paar zu sein, weil kinderlos sind wie du richtig schreibst nur wir. Ich bin gerne kinderlos, habe aber leider aufgrund der Situation dennoch mit Einschränkungen zu leben die Kinder mit sich bringen und somit nicht all die Vorteile die ein wirklich kinderloses Paar hat.

    Ich habe nie einen starken Kinderwunsch verspürt, konnte mir aber durchaus vorstellen ein Kind zu haben. Durch die Erfahrungen in der Patchwork-Situation ist es mir aber schließlich vergangen und das obwohl ich – wie hier auch schon beschrieben – durch die enge Bindung zwischen Vater und Kind doch einen gewissen Schmerz verspüre, weil diese Verbindung den beiden vorbehalten bleibt. Zusätzlich ist da noch das ungute Gefühl aufgetaucht, dass eine besondere Verbindung zur Exfrau besteht, weil eben nur sie die Mutter des Kindes meines Partners ist. Hier wurde ja auch formuliert ein Kind sei „die tiefste Verbundenheit die es gibt“. Aber ganz ehrlich, das ist vermutlich mehr Sozialromantik als etwas anderes. Für Kinder wäre es schön wenn es so wäre, aber die Realität zeigt doch etwas ganz anderes. Wir alle erleben das hier, wer wenn nicht wir? Ich weiß, dass mein Partner mit seiner Ex überhaupt nur über das Kind verbunden war, sonst entsprach die Verbundenheit nicht annähernd dem was wir jetzt haben. Ich denke auch das erleben viele hier. Also ja Kinder verbinden, aber die Verbindung zwischen Partnern sollte doch auf einem anderen Fundament ruhen.

    Trotz alledem und auch trotz meines nicht starken Kinderwunsches, muss ich sagen, hätte mein Partner generell verweigert mit mir ein Kind zu haben, dann wäre das für mich ein Trennungsgrund gewesen. Eine solche Bevorzugung der Expartnerin wäre einfach zu verletzend gewesen. Ich verstehe, dass Vorerfahrungen einen Menschen beeinflussen, aber ich finde das darf keine Begründung sein seinem aktuellen Partner einen Herzenswunsch vorzuenthalten. Natürlich kann es sein, dass ein Mann schon „genug“ Kinder hat, aber dann darf er seine aktuelle Partnerin nicht hinhalten. Bitte verzichtet nicht auf Lebenswünsche nur weil der aktuelle Partner schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aber ich finde auch man sollte hinterfragen, was hinter dem Kinderwunsch steht und ob es wirklich um die Kinder geht.

    Geht es nur darum der Expartnerin „ebenbürtig“ zu sein? Geht es nur darum im Alter nicht allein zu sein? Oder erhofft man sich eine Stärkung der Bindung? Oder, oder…?

    Ich habe keine Angst davor im Alter allein zu sein, Kinder sind keine Garantie dafür, dass jemand da ist, das ist für mich kein Grund ein Kind zu bekommen. Und nein ich glaube nicht an die tiefere Verbundenheit durch Kind, dazu habe ich einfach zu viel anderes erlebt (ob als Kind selbst, ob im Freundes- und Bekanntenkreis, ob in der jetzigen Situation). Ich glaube daran, dass man dann ein Kind bekommen sollte, wenn man ganz stark diesen Wunsch in sich verspürt und auch bereit ist die für ein Kind notwendigen Ressourcen aufzubringen. Ich bin dazu nicht bereit. Wenn dieser Wunsch jedoch da ist, dann darf man ihn nicht aufgeben, denn ich glaube auch, dass Verbitterung im Alter genau dann entsteht, wenn man seine Lebensträume nicht lebt.

    Wäre mein Partner z.B. nicht bereit vieles ohne sein Kind zu machen (z.B. Fernreisen), dann wäre das etwas gewesen, das mit meinen Träumen kollidiert wäre. Das waren viele Diskussionen zu Beginn, aber wir konnten es klären. Das wäre dann auch ein Trennungsgrund gewesen, egal wie stark die Liebe ist. Eine Partnerschaft muss den Raum für die Verwirklichung der eigenen Träume bieten, sonst stirbt die Liebe irgendwann aus Enttäuschung über die nicht gelebten Wünsche (auch da kenne ich zu viele bei denen genau das passiert ist).

    Also denkt gut darüber nach was eure Wünsche sind auf die ihr nicht verzichten könnt, weil ihr es am Ende (des Lebens) bereuen würdet. Wenn es sich dabei u.a. um ein eigenes Kind handelt und euer Partner dazu nicht bereit ist, dann solltet ihr alles versuchen, damit sich der Wunsch erfüllt.

    Alles Liebe
    Kara

  • #9088

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben, danke für Eure Antworten.
    1. Ich finde es etwas unfair, dass eine Stiefmutter kinderlos bleibt, aber die Einschränkungen, die mit den Kindern verbunden sind in Kauf nehmen MUSS! Sonst würde es ja mit unseren Partnern/ Kindesvätern nicht funktionieren. Selbst wenn das Kind NUR jedes zweite WE da ist, ist es bereits viel. D.h. die Hälfte aller aller WE ist schon mal weg. Plus Ferien plus Tage in der Woche etc. Also ganz kinderlos ist das Ganze dann doch nicht, meiner Meinung nach. Und wenn ich das dann doch mache, dann wenigstens für mein eigenes Kind.
    2. Gewollt kinderlose Paare ist für mich doch etwas ganz anderes. Da sind zwei Erwachsene Menschen, die im Idealfall immer für einander da Sind, für einander Sorgen, sich kümmern und auch gemeinsam vorsorgen. Und falls es einem etwas zustößt dann erbt man ja im Normalfall als Ehepartner. Nach dem Motto wir zwei gehen die Welt. Unsere Kindesväter sind in erster Linie für ihre Kinder verantwortlich und müssen für ihre Kinder sorgen. D.h. erstens müssen die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden und erst dann kann man den Urlaub planen etc. D.h. wir verzichten schon auf die „kinderlose Lebensqualität“ für unseren Partner und SEINE Kinder.
    3. Wenn ich meinen Partner nicht kennengelernt hätte, sondern einen Kinderlosen, mag sein, das wir beide dann bewusst kinderlos geblieben wären. Aber so habe ich einfach diese wunderbare Eltern – Kind Bindung erlebt und die finde ich wunderbar und ich will es einfach auch!
    4. Ich liebe meinen Partner tief und innig und es fände es so einzigartig unser gemeinsames Kind im Arm zu halten und es gemeinsam zu erziehen. Es wäre ein Teil von UNS beiden. Und ja es wäre eine noch tiefere Bindung zwischen uns beiden.
    5. Ich vermute es wird nicht besser mit der Zeit. Wenn mein Partner ein erwachsenes Kind hätte, wäre es vielleicht anders. Aber in dem Alter sind das noch so viele Jahre. Gemeinsame Hobbies von den beiden, Hausaufgaben, Schulfeste etc. Da ist man oft als Stiefmutter einfach mal aussen vor.
    Ich kanns echt nicht erklären….aber es ist wie ein Wurm in mir drin, der mir sagt, dass so wie es ist, kann ich nicht auf Dauer glücklich werden….obwohl ich nie einen starken KiWu hatte.
    6. Und ich denke schon, dass ein gemeinsames Kind bis ans Lebensende verbindet. Obwohl wir Stiefmütter das nicht so gerne hören und glauben wollen. Gemeinsame Entscheidungen was das Kind anbetrifft etc. Später eventuell Enkelkinder…..
    Es gibt so viele Argumente…pro und Contra….keine Ahnung
    LG Ela

  • #9092

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Ela Luela
    Du scheinst derselben Fehlinterpretation zu verfallen, der ich verfallen bin. Du nimmst die Beziehung Trennungsvater-Kind als DIE Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Ist es nicht im Geringsten! Beziehung Mutter-Kind ist geprägt durch in den ersten Jahren aufopfernde Pflege, in den weiteren Jahren Anleitung und Grenzen. Später Ablösung und Liebesbeweis. Die Letzte wird bestimmt die schwierigste Phase sein!

    Auch bei Trennungsvätern gibt es Unterschiede. Manche sehen ihre Kinder häufiger, manche selten, manche kennen sie gut, andere weniger.

    Mein Mann hatte seine Kinder nur jedes zweite Wochenende, seit dem Alter von 2 (Mädchen), bzw 4 (Junge) Jahren. Wie soll da eine normale Vater-Kind Beziehung entstehen? Davor war er Vollzeit auf Arbeit, abends trat er Hobbies an oder traf sich zum Bier mit Freunden. Laut seiner Aussage, übernahm er oft die Betreuung abends, damit die Exfrau mit Freundinnen ausgehen konnte. (Die beiden stritten sich seit Geburt des ersten Kindes um „wer darf häufiger um die Häuser ziehn“… Also, du siehst, es gibt auch Paare, die NICHT oder nur auf Fotos, einträchtig ihr Kind in den Armen wiegen..)

    Denk nicht, diese Liebesbeziehung, die du bei deinem Partner gegenüber seinem Kind siehst, sei das normale. Das ist vielleicht eine Mischung aus Patenonkel/Opa/Vater/Mutter oder einer Märchenfigur.. Er leidet ja vermutlich in den Tagen dazwischen unter dem Entzug des Kindes, dann ist er am Wochenende schon etwas verliebt in sein Kind, sowie das Kind in ihn. Diese Aufregung, Freude und Zugewandtheit ist die Entschädigung für die Tage, in denen sie sich vermissten.

    Eine normale Elternkindbeziehung wäre auf diese Weise nicht möglich. Schon rein logistisch: Haushalt, Erwerbstätigkeit, Einkauf, ..
    Aber eben auch kräftemässig! Eltern wird heute suggeriert, wir sollten die Kinder non-stop überwachen und bespielen, immer für sie da sein, immer auf sie achten, denn sonst sind wir schuld, wenn aus dem Kind mal kein Superstar wird. Das zehrt an den Kräften und so eine Best-friends Beziehung ist ausserdem für die Kinder auch nicht gesund. Ich sehe das bei der Stieftochter und der Exfrau. Die haben jetzt grosse Probleme.

    Nun bin ich zu sehr abgeschweift.

    Ich wollte ausdrücken, dass zu einer Elternkindbeziehung auch viel Arbeit gehört. Das habe ich bei meinem Mann gegenüber seinen Kindern nie wahrgenommen. Manchmal musste er Grenzen setzen, aber ich konnte als nicht-Mutter nicht wissen, wie schwierig solche Kämpfe mit Kindern sein können.
    Meine Söhne sind vor fremden Menschen sehr schüchtern und verstecken sich bei mir oder setzen sich zwei Stunden auf meinen Schoss, gehen nicht spielen. Das sieht von aussen bestimmt auch als “ oh wie süss, die habens so gut“ aus. Aber es ist enorm anstrengend! Ich kann selten Freundinnen besuchen, die den Kindern nicht vertraut sind, da ich immer eins bis zwei Kinder auf dem Schoss habe und nicht frei reden kann, weil der fünfjährige ja bereits viel versteht. Also da hätten wir die gewünschte Nähe ,aber Frau ist wohl nie zufrieden! 😉

    Als Partnerin an der Seite eines Vaters wünschen wir uns diese Nähe weil wir sie nicht haben! Und weil sie von dem Menschen ausgeht, den wir lieben und dessen Nähe wir begehren. Deshalb: wenn du dir das wünschst, dann musst du deinem Freund den Wunsch nicht nur sagen, sondern auch eine Zeitspanne fördern, bis wann du seine klare Antwort willst. Und wie auch schon jemand schrieb:

    Kinderwunsch vergeht nicht!!

  • #9104

    Lacalma
    Teilnehmer

    Hallo Ela,

    du machst insgesamt einen sehr unglücklichen Eindruck. Du sagst richtig: du hat gerade NICHT die Vorteile, die Kinderlose haben – hast aber kein Kind! Das ist doppelt ungünstig.

    Viele Männer „wollen“ keine Kinder – also so mit allem drum und dran planen – wie auch Daka oben ähnlich schreibt. Wenn die Kinder da sind, werden sie aber im Normalfall wie verrückt geliebt, auch wenn man vorher nicht 100% überzeugt von der Idee ist. Ich denke die Konstellation dass beide Partner sagen: ok, genau jetzt wünschen und planen wir beide gleichermaßen zu 100% ein Wunschkind ist die AUSNAHME, nicht die Regel. Da muss man manchmal tatsächlich einfach nachhelfen und auch Klartext sprechen, was einem SELBST wichtig ist. Für mich wäre niemals in Frage gekommen auf Kinder zu verzichten. Dann lieber ein anderer Mann.

    Dein Zitat:
    Das Problem ist, dass ich mit diesem Kind manchmal schon überfordert bin und dann denke ich mir, dass wenn wir noch ein Säugling hier zu Hause haben, dann haben wir keine ruhige Minute mehr.

    …ein eigenes Kind und Bonuskinder sind zwei Paar Schuhe. Ich habe zwei tolle Bonuskinder, die mich schon ein Jahrzehnt begleiten und die voll integriert sind in unsere Familie. Ich würde mir beide Beine für die Beiden ausreißen – aber trotzdem NIEMALS ein Vergleich zu meinen Kindern. Beim eigenen Kind wird das Herz viel schneller weich (das ist wohl Biologie). Ich muss manchmal aktiv gegensteuern, wenn mich die Beiden Bonuskids mal nerven und denke mir – wenns das jetzt mein X oder Y machen würde, dann würde ich eventuell ein Auge zudrücken. Ich versuche die Kinder aktiv gleich zu behandeln, das ist kein Selbstläufer. Also – wenn dich dein Bonuskind mal nervt etc. – dein eigenes Kind kannst du dir schon nach dem ersten Atemzug nicht mehr wegdenken. Das kann man nicht vergleichen.

    Dein Zitat:
    Mein Freund würde keine Kinder mehr wollen. Lässt aber mit sich reden aber nach dem Motto, na wenn es unbedingt sein muss….Bloss ich will kein Kind mit jemandem, der keins möchte. Und alles erscheint mit so mühsam und schwer….mir fehlt die Leichtigkeit und Natürlichkeit.

    Dann musst du eben akzeptieren, dass dein Kinderwunsch GERADE größer ist – er hat ja auch schon eins, das ist doch normal. Er ist aber auch nicht abgeneigt – umso besser, dann ran an den Mann 🙂 . Wenn das Kind auf der Welt ist, wird er es ebenso lieben wie sein jetziges. Die gute Seite: du weißt schon, was für ein Vater er ist. Ich fand das super meinen Mann mit seinen Kindern zu sehen vor wir Kinder hatten – einer der wenigen Vorteile zu kinderlosen Männern. Manch einer entpuppt sich nämlich als wenig engagierter Papa. Wobei hier im Forum manchmal von Ungleichbehandlung der Erst- gegenüber der Zweitfamilie bzw. Bevorzugung der Erstfamilie geschrieben wird. Das finde ich eher ungewöhnlich, es entspricht ja eher der Natur, dass man alle seine Kinder gleich behandelt, da hat man dann wirklich Pech.

    Viel Erfolgt, dass du deine Leichtigkeit zurückgewinnen kannst!

    Lacalma

  • #9105

    Lacalma
    Teilnehmer

    @julietta

    Ich denke es ist ein Riesenfehler auf Kinder zu verzichten wegen eines Partners! Natürlich, das muss dann jeder selbst entscheiden, aber ich schreibe nur meine Sicht (und ich hatte immer einen starken Kinderwunsch).

    Ein Mann mit Kind und ohne weiteren Kinderwunsch in Kombination mit einer kinderlosen Frau mit Kinderwunsch, die nur wegen dem Mann (mit Kind!!) auf ein eigenes Kind verzichtet – das ist die denkbar ungünstigste Kombination. Sobald du über 40 bist hast du FÜR DEIN GESAMTES LEBEN auf Kinder verzichtet, wegen einem Mann, der selbst schon ein Kind hat, der also nie kinderlos bleiben wird. Das schwillt mir der Kamm, sorry! Das ist unmöglich und könnte auch bei dir großen Haß hervorrufen, sobald klar ist, dass es mit Kindern unwiderruflich vorbei ist für dich. Und nein, es ist eigentlich ganz und gar nicht schwierig ein Kind großzuziehen, auch alleine ist es nicht schwierig. Ich war nach dem Tod meines Partners ungewollt jahrelang alleinerziehend – das war kein Hexenwerk (die Trauerbewältigung schon).

    Ich (ganz persönlich) würde sogar (bei fehlendem Mann) vor 40 alleine ein Kind bekommen und mir anschließend eben einen passenden Partner (oder auch nicht) suchen, als auf Kinder zu verzichten, aber das ist natürlich sehr individuell, wie stark der Kinderwunsch ausgeprägt ist. Ich wusste schon mit 16, dass ich Kinder will, und das auch früh – das war keine Option, sondern ein Lebenshauptziel für mich, davon hätte mich kein Mann der Welt, und wäre es der schönste, kügste und reichste, jemals davon abgebracht – schon gar nicht, wenn der einzige (super-egoistische) Grund dafür ist, dass er ja schon eines hat und er fein raus ist. Frechheit!

  • #9146

    Lentin90
    Teilnehmer

    Hallo Ihr lieben,

    das Thema spricht mir seid einiger Zeit so sehr aus der Seele.Ich bin seid 5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Er hat 3 Kinder und ich eine 8 jährige Tochter. Er sagte von Anfang an das er keine Kinder mehr möchte. Damals ging es mir genauso. Ich bin jetzt 27 und der Wunsch wurde vor einem Jahr bis heute immer größer. Sein Sohn zog damals zu uns und es war so wunderschönmeinen Partner in der Vaterrolle zu sehen. Es gab und gibt so riesige Probleme mit seiner Ex dass seid knapp 3 Monaten nun auch die andere beiden seiner Kinder bei uns wohnen. All die Jahre davor habe ich immer auf den Zeitpunkt gehofft dass alles mal einfacher und besser wird. Als sein Sohn zu uns gezogen ist was es knapp 1,5 Jahre perfekt. Wir redeten vom heiraten und der Kinderwunsch in mir stieg plötzlich so sehr. Ich hatte endlich den Mut mit ihm darüber zu sprechen und dann zogen die anderen beiden gezwungen durch ein Gerichtsurteil zu uns. Seid dem ist alles anders und kompliziert. Es dreht sich wieder alles nur um die Kinder. Heiraten ect rückt in weite ferne. Nicht weil er es nicht mehr wöllte aber weil die anderen Probleme uns auffressen. Und zurück bleibe ich mit meinen Wünschen ohne das er sie überhaupt weiß. ich bin selber Schuld aber ich bringe es nicht fertig ihn damit auch noch zu belasten. Wir hätten gar keinen Platz für ein 5. Kind. Ich bin in der neuen Situation selber noch gar nicht angekommen. Auch wenn ich noch Zeit habe mit 27 …er mit 41 nicht.. und unser jüngstes Kind meine Tochter ist auch schon 8…mir läuft gefühlt die Zeit davon. Aber ich will kein Kind mit irgendwem. Ich will ein Kind mit ihm. Das ist meiner Meinung nach das wichtigste was man sich fragen sollte. Will man ein Kind oder will man ein Kind mit IHM. Insgeheim weiß ich dass ich kein Kind mehr bekommen werde. Ich werde wahrscheinlich auch nie eine Traumhochzeit haben. Es wird immer kompliziert bleiben und ich habe nur die Wahl zu bleiben um bei ihm zu sein oder zu gehen und zu hoffen dass ich jemanden finde den ich genauso lieben kann und der meine Träume teilt…alles nicht die Erfüllung.

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