Wichtigste Personen im Leben des Mannes

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Dieses Thema enthält 19 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Pinocchio vor 11 Monate.

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  • #6695

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Hallo!

    Immer wieder lese ich, dass man für seinen Partner die Nr 1 sein sollte. Würde der Mann seine Mutter als wichtigste Person bezeichnen. So gäbe es einen Aufschrei.
    Mein Mann empfindet seine Kinder als wichtigste Personen. So ein Gefühl kann man ja nicht ändern.

    Wie geht ihr damit um?
    Wie habt ihr es mit Übervorteilung, mit Eifersucht, Missgunst, Zeitmanagement?
    Ich denke immer mal wieder an Trennung. Zuvor dachte ich, es würde besser, wenn sie erst gross sind, aber er wird sie immer um sich haben wollen. Er leidet unter der Trennung von seinen Kindern, wie unter der Trennung einer Lebensgefährtin.

    Was tun, wenn Gefühle so sind wie sie eben sind?

    Liebe Grüsse

  • #6696

    Kurze Verständisfrage: Du meinst, dein Mann leidet mehr unter der Trennng von seinen Kindern (ich nehme an in der Woche, in der sie nicht da sind) als er das Zusammensein mit dir genießen kann?
    Oder meinst du, dass er mehr in seine Kinder investiert (Zeit, Gefühle, Aufwand) als in dich und du, falls Dinge bei den Kindern dazwischen geschoben werden, immer zurück fällst? Also sozusagen ein „Lückenfüller“ (bewusst böses Wort) bist?

  • #6699

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Hallo Susanne

    Danke für die Frage. Was soll ich sagen… Mir bereitet es Mühe, dass ich nicht die Wichtigste bin. Da gehen ja die Meinungen auseinander bei den Fachleuten: manche sagen, Stiefmutter müssten akzeptieren, dass sie nicht die wichtigste Person sei und dass die Kinder immer vor gingen, auch noch wenn sie längst ausgewachsen seien. Ich kann dies nicht unterschreiben. Was hieße denn das? Was ist das für ein Signal an die heranwachsende Generation? Sie können alles haben, immer und wann sie wollen und andere haben zurück zu stecken? Mag für einen zukünftigen Banker eine gute Erziehung sein, aber die Mehrheit wird einen andren Job tätigen. Unsere Technik ist soweit, dass es zukünftig überwiegend Jobs im Dienstleistungssektor gibt. Roboter werden die einsamen Arbeiten über nehmen. Und dann werden dies Menschen sein, die sich gewohnt sind, dass andere zurück stehen? Me first? Das geht nicht. Menschen brauchen einander und es kann nur ein Alphatier in einem Rudel geben!
    Nach diesem kurzen Exkurs…
    Ja, er investiert viele Gedanken und Gefühle in die Kinder und er will sie ständig überall erwähnt haben: Als unser Sohn bei einer Zeichnung im Kindergarten seine selten anwesenden Halb Geschwister vergass auf die Themenzeichnung „Familie“ zu malen, da hüllte er sich wieder in Depressionen und beschuldigte mich und meine Verwandtschaft, wir würden den Sohn dahingehend beeinflussen, dass er sich nicht mehr für seine Geschwister interessiere…

    Er leidet unter den verpassten Chancen mit seinen Kindern.

    Irgendwie war es einfach doof, mit einem Menschen, der unter den verpassten Chancen leidet, nochmals eine Familie zu gründen. Sein Engagement für unsere Familie ist gleich Null! Gleich Minus!

    Trotzdem ringen ich mich schlecht zu einer Scheidung durch. Das wär ja die Konsequenz! Seine Gefühle kann ich ja nicht andern. Oder doch? Hat jemand eine Idee?

  • #6701

    Lini
    Teilnehmer

    Puuuhh, Hallo Pinocchio !

    Ich denke, dass es sein persönliches Problem ist.
    Übrigens, hat uns ein Psychiater und auch die Beratungsstelle im Jugendamt gesagt, dass es wichtig ist, dass Kinder und Partner sich den ersten Platz teilen !
    Es ist auch für die Kinder wichtig zu sehen dass Papa und Stiefmutter eine Einheit sind.
    Die Liebe zu einem Kind ist niemals vergleichbar mit der Liebe zum Partner und deswegen kann es gar keinen ersten oder zweiten Platz geben. Solange die Männer das nicht zu unterscheiden verstehen werden sie immer die Kämpfe mit ihrem schlechten Gewissen haben.
    Es gibt ja sogar Männer die mit ihren Kindern und der EX heilig Abend zusammen hocken und die Stiefmutter muss alleine bei ihren Eltern sitzen. Das hat eine ganz schlimme Signalwirkung auf die Kinder, dann merken sie dass sie wichtiger sind als die Stiefmutter. Dazu sagt der Psychologische Dienst des Jugendamtes : das geht gar nicht !

    Hast Du ihm denn mal gesagt, dass er durch sein schlechtes Gewissen der ersten Kinder gegenüber eure Beziehung sabotiert ?
    Du hast nicht das Recht alleine auf Platz 1 zu stehen aber du hast das Recht mit den Kindern auf Platz 1 zu stehen.
    Macht er denn auch unterschiede mit den ersten Kindern und eurem gemeinsamen Kind ??

  • #6705

    Kara
    Teilnehmer

    Hallo,
    hat dein Mann schon immer gesagt, dass für ihn die Kinder vorgehen? Hätte mein Freund das gesagt, dann wäre ich die Beziehung niemals eingegangen. Ich denke es wird sehr schwierig, etwas zu verändern, wenn dein Mann der festen Überzeugung ist, es wäre richtig und gut die Kinder immer voranzustellen.
    Bei mir ist es so, dass mein Freund sagt, sein Kind und ich stehen beide auf Platz 1, aber der Alltag zeigt leider dennoch immer wieder das dem nicht so ist. Für mich funktioniert das nicht, es gibt Situationen wo ich es sinnvoll finde zurückzustecken, aber als Dauereinrichtung geht das nicht. Das Problem ist, er will nicht mal erkennen, dass er so handelt. Er redet sich ein, es wäre anders. Wenn ich ihn darauf aufmerksam mache, dass mal wieder das Kind bevorzugt wird, dann erfindet er z.B. fadenscheinige Gründe (die nichts mit dem Kind zu tun haben), um behaupten zu können seine Entscheidung (gegen meine Bedürfnisse) hätte nichts mit dem Kind zu tun.
    Das schlechte Gewissen treibt leider viele Väter an und lässt sie beziehungsfeindlich handeln.
    Ich weiß nicht, ob sich bei uns noch etwas verbessert in diesem Punkt, aber wenn nicht, sehe ich eine Trennung als einzige Chance, wieder ein Leben zu führen, wo ich nicht immer wieder das Gefühl habe in der zweiten Reihe zu stehen.
    Alles Liebe
    Kara

    • #6731

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Hallo Lini
      Hatte ein Login Problem.. Deine Antwort gefällt mir.
      Es ist genau das: ich möchte nicht den ersten Platz teilen!

  • #6708

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Pinocchio,

    also ich denke auch, die Liebe zum Partner kann man nicht mit der Liebe zu den Kindern vergleichen. Es ist eine andere Art der Liebe. Ich habe nach deinem Post lange nachgedacht wie es bei uns ist und ich kann es ehrlich gesagt gar nicht sicher sagen.
    Ich denke bei uns ist es in etwa gleichwertig, wobei mein Partner dazu neigt, wenn sein Sohn da ist, ihn Bedürfnismäßig vorne anzustellen. Das liegt aber auch daran, dass er sein Hobby, was er mit seinem Sohn teilt, sehr gerne vorne anstellt und ausübt, ob mir das passt oder nicht.
    Ich muss schon hin- und wieder mal anmerken, dass wir eine Familie sind in der alle gleichviel zählen sollten, dann geht es meistens auch wieder. Was mich wirklich stört, ist dass mein Partner schon irgendwie Unterschiede zwischen seinem Sohn und unserer Tochter macht und ich das Gefühl habe, sein Sohn steht bei den beiden eher an 1. Stelle und meine Tochter ist weniger wichtig, weil sie ja immer da ist. Das ist z.B. so, er holt ihn jeden Donnerstag 14.00 aus der Schule um was mit ihm zu machen, dafür nimmt er sich extra frei. Unsere Tochter holt er nie früher (auch wenn z.B. der Donnerstag mal ausfällt wegen Ferien oder so), denn dann könnte er ja den Donnerstag auch mal nur mit ihr Zeit verbringen, aber dann arbeitet er lieber. Das verstehe ich, er hat ja als Selbständiger auch viel zu tun und er nimmt sich halt frei, damit er die wenige Zeit mit dem Sohn verbringen kann. Aber unsere Tochter bekommt solche Exklusivzeit eben nicht und abends wenn er nach Hause kommt motzt er sie oft nur an, weil er genervt ist. Beim Sohn reißt er sich die wenigen Abende deutlich mehr zusammen. In seinem Fall ist es glaube ich kein schlechtes Gewissen, er verbringt einfach gerne Zeit mit seinem Sohn und kann mit unserer Tochter eben noch nicht ganz so viel anfangen. Wenn er das allerdings einfach mehr machen müsste und würde, wäre das vermutlich anders.
    Ich glaube es ist nie einfach und wenn ich mich entscheiden müsste zwischen meinem Partner und meiner Tochter würde ich mich aber auch ganz klar für meine Tochter entscheiden. Meinen Partner bringt das gehörig auf die Palme, wenn ich die Bedürfnisse meiner Tochter vor ihm vertrete bzw. unterstütze und ich ihm auch klar sage, dass er m.E. im Unrecht ist. Er ist der Meinung, ich müsste seiner Meinung sein, weil er sich als der wichtigste sieht, aber in diesen Momenten ist er das eben genau nicht.
    Ich muss hin und wieder die Fronten gerade rücken und dann läuft es auch wieder, aber es gibt auch immer mal Ausrutscher… wie jetzt z.B. im Urlaub. Haben wir aber zum Glück wieder hinbekommen.

    Sein Engagement für eure Familie ist gleich Null? Das heißt, die anderen Kinder gehen vor eure gemeinsamen Kinder??? Hast du mal mit ihm darüber geredet? Vielleicht könntet ihr eine Familientherapie machen? Wie alt sind denn seine Kinder und eure gemeinsamen Kinder?

    Hört sich schwierig an und ist es wohl auch… aber einen wenigstens gleichwertigen Stand sollte man als Partner schon haben…

  • #6710

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Daka,

    aber wie du es beschreibst, hat dein Partner bei dir auch keinen gleichwertigen Stand wie deine Tochter, oder verstehe ich das falsch?
    Dass du mal ihre Bedürfnisse ihm gegenüber vertritts ist ja eine Sache, aber gehen ihre Bedürfnisse automatisch vor seinen? Das wäre ja dann sehr ähnlich wie von Pinocchio beschrieben…

    Liebe Grüße
    Kara

  • #6711

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Kara,

    gleichwertig finde ich einfach das falsche Wort dafür. Ich liebe meinen Partner eben einfach anders als meine Tochter. Aber wenn es mal hart auf hart kommen würde, dann würde ich wohl definitiv meiner Tochter den Vorrang geben. Allerdings ist sie auch erst 4 und somit definitiv noch voll schutzbedürftig ;-).

    Nein, ich gebe nicht generell den Bedürfnissen meiner Tochter Vorrang gegenüber meinem Partner. Aber es kommt vor, dass wir uns auch mal nicht darüber einig sind, wessen Bedürfnisse gerade mehr wiegen – die der Tochter oder die des Partners. Dann entscheide ich mich hin und wieder auch für die Bedürfnisse meiner Tochter… Erstens, wenn ich es für richtig halte und zweitens sehe ich es so, eine 4-jährige übt sich noch in Bedürfnisaufschub (und das machen wir oft genug!), ein 40-jähriger sollte das schon besser können und kann/muss auch mal als gutes Beispiel voran gehen. Das kann mein Mann aber eher nicht so gut… ;-).
    Also ich denke schon, dass bei uns alle auf einer Ebene stehen in dem Rahmen in dem das eben möglich ist…Der Fall von Pinocchio sieht da schon etwas anders aus, denn wenn die zweite Familie vom Vater generell nicht beachtet wird und nur der alten Familie und verpassten Chancen hinterhergetrauert wird, dann ist da nichts von Gleichwertigkeit zu spüren und ihre Zweifel berechtigt…
    Ich wollte hier ja auch nur mal darstellen, dass es schwierig ist, das so einfach zu sagen, und dass es die „Positionsmachtkämpfe“ eben auch mit leiblichen Kindern gibt und geben kann…

  • #6713

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Daka,
    danke für deine Ausführungen. Es klingt so, als würde es bei euch tatsächlich sehr fair ablaufen, das finde ich schön.

    Ich finde es auch sehr interessant zu hören wie du als Mutter darüber denkst, denn ehrlich gesagt kann mir mein Freund seine Sicht nicht wirklich vermitteln. Ich fürchte auch, er sagt mir nicht was er wirklich dazu denkt.

    Für mich bleibt noch die Frage offen, was wäre für dich hart auf hart? Dass ein kleines Kind natürlich besonderen Schutz braucht ist klar, aber bei welchen Gelegenheiten wäre eindeutig, dass das Kind den Vorrang hat? Es wäre schön, wenn du da noch etwas dazu sagen könntest, denn diese Aussage mit dem hart auf hart hört man immer wieder, aber eigentlich wird nie erklärt, was das sein könnte.

    Ich habe in meiner Beziehung derzeit das Gefühl mein Freund denkt, wenn er für mich da ist wenn sein Kind nicht da ist, dann hat er seine Schuldigkeit getan bzw. dann hat er schon so viel getan, dass ich nicht mehr erwarten kann (schon gar nicht an einem Kinder-WE).

    Liebe Grüße
    Kara

  • #6714

    Daka
    Teilnehmer

    Was ist hart auf hart…ja, das ist eine gute Frage und eine die ich in der Realität hoffentlich nie beantworten muss. Es wäre für mich, wenn mein Partner mich vor die Wahl stellen würde, entweder er oder das Kind. Aber momentan kann ich mir keine Situation vorstellen, wo das so wäre.

    Als wir noch kein gemeinsames Kind hatten, war es schon auch bei uns so, dass an den Kinder-We das Kind immer mal wieder Vorrang hatte. Die Aktivitäten wurden schon von Vornherein nach ihm ausgerichtet und eher nicht nach mir…ich kann mir also gut vorstellen wie das bei euch sein könnte. Mich hat das nicht gestört, weil ich mir selbst ein Kind gewünscht habe und so seinen Sohn und die Situation auch gut annehmen konnte, aber das wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich, wie du, nicht den Wunsch nach eigenen Kindern gehabt hätte.

    Wie man das aus Sicht deines Mannes beschreiben könnte? Also ich denke du triffst den Nagel auf den Kopf indem du schreibst: Wenn er ausreichend für dich da ist wenn das Kind nicht da ist, dann reicht das schon aus. Klar, ignoriert er dich nicht, wenn das Kind da ist (so hoffe ich), aber sein Fokus liegt eben dann darauf sich hauptsächlich um sein Kind zu kümmern und nicht primär um dich. Was aus seiner Sicht und auch aus meiner Sicht eigentlich auch okay ist. Wenn ich mir vorstellen würde, meine Tochter nur alle 2 Wochen zu sehen, dann würde ich die Zeit mit ihr auch intensiver nutzen wollen und mein Partner würde dann daher wohl etwas weniger Aufmerksamkeit bekommen.

    Ich lese deine Kommentare hier auf dem Blog immer wieder und es scheint, du bist dir eurer Beziehung und deiner Position darin nicht mehr ganz sicher. Man liest aber auch raus, dass ihr euch sehr liebt. Ist es für dich nicht möglich, einfach zu akzeptieren, dass er an den Kinder-Wochenenden einen größeren Anteil an Aufmerksamkeit seinem Kind zukommen lässt? Das wird sowieso automatisch noch weniger werden, je größer der Junge wird, weil seine Interessen wohl irgendwann auch mehr in Richtung mit Freunden abhängen (o.ä.) gehen werden. Hast du denn mal ein Beispiel wo er sich gegen deine Bedürfnisse entschieden hat und was seine „Ausrede“ dafür war?
    Ich glaube ihm, wenn er sagt ihr seid beide an Position 1… wie gesagt vergleichen kann man es nicht und mal verschiebt sich das zugunsten von dir, und insbesondere an den KiWo eben zugunsten seines Sohnes. Und hart auf hart wäre hier: Wenn du deinen Partner vor die Wahl stellen würdest, entweder eure Beziehung oder er sieht z.B. seinen Sohn weniger, dann wird er sich bestimmt schweren Herzens für seinen Sohn entscheiden. Beziehungen kann man aufgeben, Elternschaft nicht. Ganz tief drinnen ist da was, was dafür sorgt, dass diese Verbindung für immer bleibt.

    Ich hoffe das hilft dir ein bisschen?

  • #6715

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Daka,

    dass mein Freund seine Aufmerksamkeit an Kinderwochenenden vermehrt dem Sohn widmet verstehe ich und das ist auch nicht das Problem. Auch nicht, dass dann Aktivitäten unternommen werden, die sich an den Interessen des Sohnes ausrichten. Wobei schon zu sagen ist, dass er den Sohn nicht nur an Wochenenden sieht, sondern auch unter der Woche. Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, lasse ich den beiden außerdem einfach Zeit zu zweit, wenn sie etwas machen möchten, worauf ich keine Lust habe.

    Ich habe ein Problem damit, dass ich das Gefühl habe, ich kann auf meinen Partner nicht zählen, wenn das Kind betroffen ist. Der konkrete Anlassfall für die aktuellen Zweifel ist, dass ich die Hilfe meines Freundes bräuchte, um meinen kranken Großvater im Spital zu besuchen (leider fahre ich aufgrund eines Unfalls derzeit nicht selbst Auto und das Krankenhaus ist nur sehr umständlich zu erreichen) und er mir jegliche Hilfe diesbezüglich für das kommende Kinderwochenende verweigert, eben weil Kinderwochenende ist. Diesmal versucht er nicht einmal einen „besseren“ Grund dafür zu finden, er meint nur er habe mich schon hinbegleitet (natürlich an kinderfreien Tagen), deshalb könne ich das an diesem Wochenende nicht mehr erwarten. Sein Sohn ist 13 Jahre, ich denke er könnte 3 Stunden alleine bleiben oder auch gerne mitkommen, aber das will er nicht.

    Danke für deine Erklärungen. Wenn er es tatsächlich so sieht, dass er nur ausreichend für mich da sein muss, wenn das Kind nicht da ist, dann ist klar, dass ich mich trennen muss. Für mich reicht es definitiv nicht, wenn der Partner nur für mich da ist, wenn das Kind nicht da ist. Das ist für mich keine Partnerschaft, wo ich nur auf den Partner zählen kann solange niemand für ihn offensichtlich wichtiger betroffen ist. Für mich wäre das genauso, wie wenn ich meinem Freund generell nicht unterstützen würde, wenn Zeit mit meiner Mutter davon betroffen wäre.
    Es gibt einfach Umstände, da muss auf den Partner zählen können und Vorrang haben. Es geht ja nicht darum, dass ich lieber ins Kino will, aber sein Sohn lieber in den Zoo und ich dann beleidigt bin, wenn wir in den Zoo gehen.

    Liebe Grüße
    Kara

  • #6716

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Kara,

    was deinen konkreten Fall mit deinem Opa betrifft, kann ich deine Gefühle und die daraus resultierenden Zweifel absolut nachvollziehen. Es scheint, dein Freund hat generell nicht besonders Lust dich dorthin zu fahren und nutzt jetzt das Kinderwochenende als Ausrede?
    Ein 13-jähriger sollte es auf jeden Fall verstehen, wenn er dich dorthin fährt und für die Zeit entweder alleine bleiben oder mitfahren (und dann könnten sie, solange sie auf dich warten sich ja dort die Zeit schön vertreiben). Das würde unser 9-jähriger jedenfalls schon verstehen und selbst der 4-jährigen könnte man das glaubhaft machen.
    Das ist meiner Meinung nach jedenfalls definitiv ein Fall, wo er auf dein Bedürfnis eingehen sollte bzw. sogar muss. Es tut mir sehr leid für dich, dass er da offensichtlich nicht die nötige Sensibilität für hat. Hat er denn keine Großeltern die ihm nahe stehen, damit er sich vielleicht besser in deine Lage versetzen kann? Ich gehe mal davon aus, dass du ihm sehr deutlich gesagt hast, dass du ihn dafür brauchst? In solch einer Situation keine Unterstützung vom Partner zu bekommen halte ich auf jeden Fall für äußerst fragwürdig und das ganz unabhängig vom Kind, was mir in dem Fall sowieso eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint.

    Vielleicht solltest du ihm gegenüber wirklich sehr deutlich werden und dir ggf. auch eine Auszeit nehmen? Ihm ist der Ernst der Lage evtl. gar nicht bewusst?

    Es tut mir wirklich leid das zu lesen und ich wünsche deinem Opa schnell gute Besserung und hoffe, dein Partner hat ein Einsehen…

    LG Daka.

    • #6717

      Kara
      Teilnehmer

      Liebe Daka,

      er meinte bei den Besuchen davor, dass er das gerne für mich macht und es kein Problem ist. Ein Problem war es aber bereits am letzten Kinder-WE (da sind wir dann unter der Woche gefahren, was zeitlich sehr mühsam war nach der Arbeit) und dieses WE ist es eben wieder ein Problem. Ich denke also nicht, dass er das Kinder-WE als Ausrede benutzt, weil er grundsätzlich nicht bereit ist das für mich zu machen.
      Ich bin auch sicher der Sohn würde das verstehen, der ist überhaupt nicht das Problem.
      Mein Freund selbst hat keine Großeltern mehr, ich glaube allerdings ohnehin nicht, dass das Problem ist, dass er nicht weiß, was es mir bedeutet.
      Ich habe inzwischen eine andere Möglichkeit gefunden den Besuch machen zu können. Es gibt ja fast immer auch Alternativmöglichkeiten, aber ich finde dennoch in erster Instanz hätte mein Partner für mich da sein sollen.

      Hmm, ob ihm der Ernst der Lage bewusst ist…er sieht doch offensichtlich nicht mal, dass es so ist, dass er mich da im Stich lässt (auch wenn ich ausgesprochen habe, dass ich mich da im Stich gelassen fühle). Ich habe ja jetzt eine andere Möglichkeit gefunden, Problem gelöst…juhu.

      Für eine Auszeit sehe ich aufgrund verschiedener Umstände keine praktikable Möglichkeit und ich denke auch es muss andere Wege geben, dem Partner zu vermitteln wie wichtig einem etwas ist.

      Liebe Grüße
      Kara

  • #6722

    Daka
    Teilnehmer

    Ja, ich glaube auch, genau das ist das Problem: Wir Frauen lösen das Problem auf eine andere Art und Weise und die Männer denken sofort die Welt ist in Ordnung! War was? Nööö!
    Ich hoffe, du findest deinen Weg.
    Alles liebe,
    Daka.

  • #6732

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Hallo Daka und Kara

    Mit null Engagement meinte ich, dass er gerne alles mir überlässt, was Haushalt, Organisation und Gestaltung eines Tages oder Urlaubs, Organisation von Treffen mit Freunden, Organisation von Kindermädchen und den Urlaub betrifft. Er steht zwar Wochenendes auf, aber nachdem er gefrühstückt hat, setzt er sich mit den Kindern hin und lässt alles weitere stehen und liegen. Ich möchte dann eine Unternehmung angehen, muss aber erst: abwaschen, Schlafanzug und Windeln wechseln, ein Kind zum Zähne putzen schicken, Widerstand aushalten und wenn ich dann noch zu hören bekomme: „Lass das Kind doch…“, dann find ich das ungenügend engagiert!
    Ansonsten kann er ganz liebevoll mit de Kindern spielen.

  • #6734

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Fortsetzung

    Ich finde es in Ordnung, bei gewissen Themen das Kind zu bevorzugen, wie zum Beispiel, wenn es krank ist, Liebeskummer hat oder wenn Grundbedürfnisse beschnitten werden.
    Mich stört, wenn ich es mir genau überlege, nicht sein Verhalten, sondern mein Empfinden, nicht die einzige Prinzessin sein zu können! 🙁

    Die Umschreibung von Kara, das Gefühl, das einen beschleicht, man könne sich nicht auf den Partner verlassen, trifft es für mich. Auch er will mich nicht zu meinen Großeltern begleiten und auch er hat keine Grosseltern mehr. Es ist das Ungleichgewicht: seine Kinder integrieren wir und stehen mit unseren Gefühlen zurück oder lassen schlechte Gefühle gar nicht erst aufkommen. „Man will ja grosszügig sein. Grossherzig und nur nicht kleinlich! Aber innerlich ist man verletzlich.“ sagte mir eine Wirtin, mit der ich zufällig auf dieses Thema zu sprechen kam.

    Warum haben gerade jene Männer früh eigene Kinder, welche selber kein Familiengefühl haben?

    • #6743

      Kara
      Teilnehmer

      Liebe Pinocchio,
      die Frage ist, warum übernimmst du so viele Aufgaben, wenn du findest, dass dein Mann sich eigentlich mehr beteiligen sollte? Warum lässt du beispielsweise das Geschirr nicht mal stehen, oder sagst „Ich gehe mich für unseren Ausflug fertig machen, machst du bitte derweil das Geschirr?“ Verweigert er dann?

      Ich hatte auch bei einigen Dingen das Gefühl, dass es zu wenig Engagement von meinem Partner gibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, manchmal ist es dann gut, einfach nichts zu machen. Also im Grunde sehr ähnlich zu dem, was Daka berichtet hat. Meist kommt dann der andere und fragt beispielsweise was denn jetzt mit Urlaub ist. Und dann kann man doch ohne weiteres sagen: „Naja ich dachte dieses Jahr übernimmst du die Planung, weil letztes Mal war ich dran.“ oder etwas Ähnliches.

      Liebe Grüße
      Kara

  • #6741

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Kara, liebe Pinocchio!

    Ich habe hier noch einen Nachtrag. Ich glaube oft ist das Hauptproblem die Kommunikation! Ich mache jetzt gerade ein Gordon-Familientraining und habe bereits in der ersten Stunde einiges gelernt… Ein großes Problem sind die „Kommunikationssperren“ die man oft, unbewusst einsetzt. Ich mag das ganze gar nicht so sehr ausführen, aber mal ein Beispiel geben, wo es geholfen hat, nicht gleich eigene Lösungen anzubieten, sondern zu schweigen und abzuwarten.
    Gestern Abend erzählte mir mein Partner, dass er nächsten Freitag abends zu einer Geburtstagsfeier gehen will. Da sagte ich, dass das ja ein bisschen blöd sei, weil ich an diesem Abend zum Gordon Training gehe und nicht da bin. Er sagte dann noch, er müsse aber unbedingt hin zu dem Geburtstag, weil es ja der 40. Geburtstag ist und er im Frühling zu der eigentlichen Feier schon nicht gehen kann. Ich habe mich dann trotzdem bewusst zurückgehalten mich weiter dazu zu äußern (und mir lag da so einiges auf der Zunge, vor allem mögliche Lösungen anzubieten). Im Auto (wir waren gerade unterwegs) rief er dann seinen Papa an (der bei uns gegenüber wohnt) und fragte ihn, ob er an besagtem Freitag auf die Kinder (sein Sohn ist da nämlich auch da) aufpassen könnte, weil ER ein Betreuungsproblem hätte. Problem gelöst… und ich musste gar nichts dazu tun (mein Vorschlag wäre im übrigen auch der gewesen, erstmal seinen Vater zu fragen).
    Was ich damit sagen will, ist: Wir Frauen bieten viel zu oft direkt Lösungen an ohne dem Partner überhaupt die Chance zu geben, selbst Lösungen zu finden. Auch sagen wir viel zu selten direkt was wir wollen. Die Zauberformel heißt hier „ICH-Botschaften“… Der Sinn davon ist: Man sagt was man selbst tun will und nicht was der andere tun soll!!!
    Das ist superspannend und ich freue mich schon auf die nächsten Termine. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass dieses Kommunikationstraining nicht nur für die Kinder sondern auch mit dem Partner hilft.

    Und Pinocchio, auf deine letzte Frage: Ich denke, dass solche Männer einfach unvorsichtig sind und die Kinder nicht unbedingt gezielt entstanden sind… 😉

  • #6774

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Kara und Daka
    Nix mit nicht aufpassen! Bei meinem Mann und seiner Ex war das erste ein Wunschkind, (nach gerademal einem halben Jahr Partnerschaft) das zweite ein Kind um die Ehe zu retten. Dann kam schon bald die Scheidung..
    Danke Kara,ich könnte die Dinge schon einmal mehr liegen lassen!
    Das mit der Kommunikation ist total richtig! Hättest du was gesagt, so hätte er wohl dagegen Einwände gehabt.. 😉

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