Was ist Familie?

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Dieses Thema enthält 20 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Pinocchio vor 6 Monate.

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  • #8896

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Mein Mann will dass seine Kinder „zu uns gehören“. Für mich sind aber nur meine Kinder die unseren und seine sind die seinen. Nun musste mein Sohn seine Familie zeichnen und vergass die Halbgeschwister. Er zeichnete nur Mama, Papa, sich und kleiner Bruder. Ich habe es nicht korrigiert und mein Mann findet das schlimm! Das war im Herbst mal. Er war regelrecht böse auf unseren Sohn!! Nun lag heute Spannung in der Luft, Alltag, Samstagsstress, dann eine finanzielle Frage und schließlich gab es Streit, und in dem brachte er das Thema ‚Zeichnung‘ wieder auf! Bisher blieb ich relativ ruhig, aber wegen diesem Thema begann ich zurück zu keiffen! Ich machte nur noch Vorwürfe, was dann den Streit auf die Spizze trieb..
    Ich würde seine Kinder ausschließen. Sie gehörten zu ihm und wir seien nur MIT den Stiefkindern eine Familie. Da lief ich wutentbrannt davon, was hätte ich denn noch sagen sollen…Ar..hab ich noch über die Schulter gerufen bevor ich mit den Kindern im Auto verschwand. Danach musste ich mich bei meinen Eltern ausweinen.
    Ich möchte MEINE Familie und dazu gehören seine Kinder nicht. Sie gehören ja nicht mal für meinen Sohn (5) dazu! Und seit ich auch Kinder habe, gehören sie immerhin etwas mehr dazu als vorher. Vorher war es ebenfalls ein Streitpunkt: damals nannte ich meine Verwandten und Mann ‚Familie‘ und seine Kinder nicht. Jetzt gehören sie immerhin soweit dazu, insofern sie die Geschwister meiner Kinder sind!
    Wie seht ihr das?

    Ich würde mich ehrlich gesagt eher trennen als sie in meine Familie zu integrieren. Stimmt das? Bin ich asozial? Böse? Er sagt, ich sei so kalt, hartherzig und egoistisch und ausserdem „krankhaft“ (seine Aussage!!!) eifersüchtig auf seine Kinder und das schon immer gewesen. Und das tut mir so weh zu hören, dass ich ihn richtig hasse deswegen und seine Kinder noch mehr!

    Für mich ist Familie, wo man Vertrauen haben und sich gehen lassen kann.

  • #8897

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Pinochhio,

    Ich kann das und dich nachvollziehen. Mein Mann will uns auch als große glückliche Familie sehen,Probleme nicht sehen und schaukelt sich auch an so kleinen Dingen hoch. Dauernd muss an sein Kind gedacht werden,es darf bloss keinen Ärger geben oder die Stimme gegen Stiefsohn erhoben werden. Er könnte ja nicht mehr kommen!

    Ich zähle ihn ebenfalls nicht zu meiner Familie. Meine Familie zählt Stiefsohn auch nicht zu seinen Enkeln,Neffen oder sonst wen. Er ist halt das Kind von ihm. Ja er gehört zu ihm aber nun mal nicht zu meiner Familie. Ich habe ihn mir auch nicht ausgesucht und er macht doch nicjt mal Anstalten, sich in unsere Familie zu integrieren.

    Ich kann deinen Unmut darüber verstehen, Vor allem sollte man Kinderzeichnungen nicht immer genau nehmen. Mal zeichnen sie so,ein andermal dann wieder so. Mal gehören Tante und Onkel mit drauf, mal zeichnen sie nur Mama und Papa. Wichtig ist doch,das er einen „guten Bezug zu den Halbgeschwistern hat bzw sie kennt,weiss das sie da sind.Villeicht malt er sie auch später mal dazu villeicht auch nicht.

    Und mal ehrlich,mein Sohn sieht Stiefsohn auch nicht als seinen Bruder an. Er ist auch Papas Kind das weiss er,aber für ihn ist es jedes mal nur so als würd jemand zum spielen kommen.

    Es ist nunmal so das die Gefühle für die eigenen Kinder ganz anders sind. Mein Mann hat auch zu mir gesagt das ich kalt und hartherzig wäre. Und immer nur an meine Kinder bzw unsere Denke. Gestern war er um beleidigt weil ich nur meinem Sohn Naschi anbot. Stiefsohn aber nicht. Ich sagte dann zu ihm: 1. Stiefsohn hätte auch fragen können,2. Weiss ich ob er überhaupt darf? Und 3. Warum gibst du ihm dann nichts?

    Er kann nicht verstehen wieso ich Stiefsohn nicht als mein Kind akzeptiere oder ansehe. Er will das ich mit ihm kuschel,ihn abknutsche,Spitznamen geben ,herumtollen usw. Das er in unserem Bett schläft und Co. Das mir das alles unangenehm ist und ich das einfach nicht will keine Einsicht. Alles muss Stiefsohn mitmachen alles muss auf ihn abgestimmt sein.

    Heute auch. Kurz vor unserem Film Abend hat Stiefsohn trotz mehrmaliger Ermahnung Mist gemacht. Ich teilte ihm meinen Unmut darüber mit. Dann wartete ich auf meinen Mann. Der stieß nur einen genervten seufzer aus. Eine Konsequenz?(was er bei unseren Kindern vehemmt vertritt) nö. Ich sagte also die konsequenz ist,das mein Sohn dem Film sehen darf er aber nicht. Mein Mann wollte dann mit ihm ins Zimmer spielen gehen und wollte prompt Chips und Co mitnehmen. Als ich ihn drauf ansprach das er damit ihn wieder belohne reagierte er beleidigt. Aber er lernt doch dann weiter das er Mist bauen kann und trotzdem immer was kriegt.und hat meinen Mann voll in seiner macht.ihn interessieren dann doch alles nicht was man sagt er kriegt ja doch was er will.

    Jeder definiert doch Freunde und Familie anders. Wichtig ist doch, das du seine Kinder akzeptierst und sie respektvoll behandelst. Mehr musst du nicht und das sollte ihm auch klar sein das man diese Familiengefühle nicht erzwingen kann.

    Ich sehe meinen fast 18 jährigen Stiefsohn nicht mal als Bruder meiner Kinder an. Wieso auch?
    Da wird doch nichts brüderliches vertreten.

    Ich habe meinem Mann gesagt das er eher krankhaft versucht das jeder seinen Sohn liebt und toll findet. Zudem haben diese Kinder doch eine Mutter. Vor allem zu unserer Familie sollen sie gehören aber wehe man stellt dann eine konsequenz auf oder es gibt Ärger wie im einer Familie das geht dann ja gar nicht.

    Lass deinen Zorn erstmal verrauchenen und sprich mit ihm das sie natürlich auf gewisse Weise zur Familie gehören aber nunmal nicht komplett zu deiner. Man erwähnt ja auch nicht dauernd entfernte Verwandte wenn man von Familie spricht oder? Und ebenso das er auf einen 5 jährigen sauer ist nur weil dieser nicjt alle malt. Kinder malen halt nur die mit denen sie am meisten Zeit verbringen.

    Gibt er dir dem einen Grund eifersüchtig zu sein?den dann läge der Fehler ja auch bei ihm. Er schiebt die Schuld ja nur weiter sucht einen buhmann,und ist ein kleines trotziges Kind was nicht kriegt was es will.

    Macht ihr eigentlich eine Art Therapie in der Hinsicht wo man das mal aufarbeiten könnte?? Eventuell kann er dann auch besser deine Probleme verstehen und deine Gefühle.

    Fühl dich gedrückt.

  • #8898

    Leka
    Teilnehmer

    lange lese ich hier mit mit und nun schreib ich auch was.

    Hallo Pinocchio, genau darüber hab ich heute auch nachgedacht und kam zu dem Entschluss, dass der Sohn meines Mannes nicht zu meiner Familie gehört. Wir sind ca 9 Jahre zusammen, 3 davon verheiratet und haben einen 5 Monate altes Baby. Sein Sohn ist 10 Jahre.

    Ich finde es wichtig, dass wir als Stiefmütter“ auch einen Anrecht haben, eigene Familie zu haben.
    Warum soll uns unserer Traum oder Wunsch nach eigener Familie verwehrt bleiben. Und deswegen jetzt schlechtes Gewissen haben? Für was?
    Man hat nie die Sicherheit, dass die Familie für immer bestehen bleibt, Menschen trennen sich. Aber man kann sich doch trotzdem über eigene Familie freuen und glücklich sein.

    Wir haben uns auf Mann mit Kind/Kinder eingelassen und sind viele Kompromisse eingegangen, haben uns aus der Komfortzone mehr oder weniger vertriebenen und die Kinder akzeptiert.

    Mag sein, dass man egoistisch ist. Aber ich sehe es genau so wie du, dein Mann und deine Kinder sind für dich deine eigene Familie. Die Kinder des Mannes, sind nicht deine eigene und die haben eine Mutter und einen Vater, weil die Familie nicht funktioniert hat, warum solltest du dein Glück nach eigener Familie aufgeben.

    Warum wird uns ständig eingeredet, dass wir die Kinder lieben und als vorbildliche „Stiefmutter“ das Familienleben vorleben sollen.
    Ich finde dein Mann sollte auch deine Situation verstehen und nachvollziehen, schließlich hast du sein Kind als Teil seines Lebens akzeptiert. Es bleibt aber trotzdem sein Kind, sein Kind wird dich nie lieben wie die eigenen Eltern oder Geschwister, denn du gehörst nicht zu seiner Familie. Nimmt es ihm einer übel, so wie dein Mann es dir? Also warum solltest du dich gezwungen fühlen?
    Die Definition von Familie ist nun mal für euch unterschiedlich. Und jeder hat auch das Recht seine eigene Definition von Familie zu haben.

    Ich persönlich würde mir mein Traum nach meiner Familie nicht nehmen. Das ist meine stärkste Komfortzone und die werde ich nicht verlassen und es mir von niemandem nehmen.

    Wünsche dir noch schönen Abend und lass dir deine Komfortzone von niemandem kaputt machen. Liebe Grüße Leka

  • #8899

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Mein Mann ist zudem seid gestern angepisst weil für unseren Sohn ein machweihmachtsgeschenk ankam von meinem Bruder. Ein Laufrad. Ging ja gar nicht das Stiefsohn das mitbekommt und unser Sohn weiterhin Laufrad fahren darf während sein Sohn hier nur sein Fahrrad hat. Oh nein!!! Wie kann mein Bruder nur. Und wie kann unser Sohn mit seinen 4 Jahren nicht bereit sein für alleine Fahrrad fahren *ironie* das macht er auch gerne beide vom Alter gleichsetzen.

    Ich definiere im übrigen Familie so:Leute, die ich gerne habe,für die ich Sympathie empfinde oder Liebe, die ich lange kenne und zu denen ich eine Bindung habe gehören zu meiner Familie.

    Das was Leika schrieb find ich auch gut. Wieso hält niemand dem Stiefkind vor warum es dich nicht als Familie zählt. Malt Sieglinde dich auf jedem seiner Bilder?Zählen sie dich zu ihrer Familie? Warum musst du aber sie nicht,das könntest du deinen Mann als Argument bringen .

  • #8901

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Sry für Rechtschreibfehler Autokorrektur vom Handy spinnt.

  • #8902

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Danke Leki und Soulcolered für den Zuspruch

    Genau, es muss dauernd an seine Kinder mit gedacht werden. Nur hab ich das irgendwann aufgehört. Und jetzt ist er erschöpft, weil er ja weiterhin alles für die macht. Auf diese Art ist nur einer von uns ausgelaugt. Ich weiss dass es selbstverschuldet ist, also wird er irgendwann alleine dastehen. Entsorgt. Brutal. 🙁

    Eine Therapie lehnt er ab. Wozu auch? Er ist ja im Recht. Nur ich bin diejenige, die sich andern sollte, denkt er.

  • #8903

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Aber da müsste es ja mal bei ihm Klick machen. Das es eben nicht der Sinn ist ausgelaugt zu sein. Egal ob Stiefkinder oder eigene Kinder. Man ist trotzdem ein guter Elternteil auch wenn man nicht jeden Wunsch und jedes Bedürfnisse der Kinder erfüllt. Man muss nicht immer an sie denken. Natürlich hat man seine Kinder immer im Hinterkopf aber man darf auch an seine Bedürfnisse mal denken.

    Will er den die Beziehung überhaupt noch aufrecht erhalten? Darum kämpfen? Was wenn Du ihm ein Ultimatum setzen würdest,das ihr euch eine Beratung sucht oder eben getrennte Wege geht/oder evt. eine Auszeit für beide ?

    Er merkt halt auxh,was es es für ein Luxus war als man eben alles für die Kinder gemacht hat und nun nimmt sich einer raus. Klar ist es schwer aber ehrlich?mit den eigenen Kindern ist es auch nicht immer leicht. Da hat man genug um die Ohren und kann nicht noch an die anderen Kinder denken die nicht die eigenen sind. Zumindest nicht dauerhaft.

    Ich stand zb gestern beim Einkaufen und wollte beiden eine Zeitschrift mitnehmen aus schlechtem Gefühl weil der Tat nicht wirklich gut war. Dann dacht ich mir ne,du nimmst dir jetzt mal ne Zeitschrift mit und nix für die Kinder die hätten ihren spasstag(indoorspielplatz). Zuhause kam dann prompt die Frage ob ich ihnen was mitgebracht habe. Entsetzen bei Stiefsohn das nix mitgebracht wurde.mein Mann guckte auch beleidigt.

    Ich sagte dann nur das ich mir auch mal was gönne und verdient habe nach so einem Tag und wenn’s nur ne Zeitschrift ist. Das Leben dreht sich schon genug um die Kinder.

    Er muss einfach lernen das er kein schlechter Vater ist nur weil er nicht alles macht und sich bis zur Erschöpfung auslaugt. Er darf auch mal an sich denken .oder nur an euch denken. Aber es ist natürlich leichter die Schuld bei anderen zu suchen.

    Sprecht ihr den miteinander momentan? Was wenn Du ihn mal fragst ob die Stiefkinder dich den auch zu ihrer Familie zählen? Malen sie dich bei fsmilienbildern den mit drauf?was sagt er den dazu?

    • #8935

      Daka
      Teilnehmer

      Liebe Soulcolored,

      ich muss da hier jetzt mal schreiben, auch weil es an anderer Stelle gerade wieder gelesen habe (anderer Beitrag, andere Person), dass den Kindern vom Einkaufen immer was mitgebracht wird. Das ist etwas, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich bringe max. solche Sammel-Aufkleber die es an der Kasse gibt mit vom Einkaufen, aber sonst nichts. Nie im Leben würde ich auf die Idee kommen, jedesmal eine Zeitschrift oder gar was zu naschen mitzubringen. Gab es bei mir noch nie und wird es bei mir auch nie geben. Daher kommt die Frage auch gar nicht. Klar, kaufe ich mal was, wo ich weiß dass meine Tochter oder BK oder auch Partner das gerne mögen, aber eben niemals gesondert. Ich denke, wenn man damit mal angefangen hat, baut man damit eine Art Erwartungshaltung auf und wenn man dann mal nichts mitbringt, wird man gleich gefragt, warum man denn nichts mitgebracht hätte… Es gibt bei uns auch keine Belohnungen für Tisch abräumen oder ähnliches…ich meine, wo kommen wir denn da hin? Mein Mann kauft mir ja auch nichts dafür, dass ich einkaufen war oder ich bekomme auch kein „Leckerli“ wenn ich die Küche aufgeräumt habe… BK hat das mal im Urlaub gefragt…wir waren campen und er sollte mit mir zum Abwaschen gehen. Kriege ich danach dann dafür ein Gummitier? Wir haben ihm dann erklärt, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Wir können danach dann sicherlich ein Gummitier essen, aber nicht als Belohnung dafür, dass er mit abwaschen geht… die Frage kam dann auch nie wieder (wurde bei der Mutter aber wohl so gemacht).

      Also ich finde es jedenfalls absolut okay, dass du dir was für dich und nichts für die Kinder gekauft hast. Zumal du ja schon geschrieben hast, dass ihr nicht soviel Geld habt…

      LG Daka.

      • #8947

        Soulcolored
        Teilnehmer

        Hallo Daka,

        ich find sowas auch immer übertrieben.Also bei uns bring ich auch nicht jedesmal was mit. Manchmal gibs mal ne kleinigkeit.Aber eben das ist mal ne ausnahme bzw was besonderes. STiefsohn hat aber generell eine Erwartungshaltung,das ihm immer was mitgebracht werden muss.Gestern habe ich Klamotten für beide gekauft,da er eh wieder Klamotten bei uns braucht.Das habe ich auch von mir aus dann gern gemacht da er hier einfach neue Unterhosen usw.brauchte und wir können nicht wochenlang warten bis Mama mal gnädigerweise was ordentliches einpackt. Er hat hier nun eine Kommode wo seine Sachen drin sind.Allerdings habe ich die Sachen ausgesucht und habe gezielt nicht gewartet bis er wieder kommt und uns durch die Regale dirigiert. Entweder zieht er die Sachen an und ist damit zufrieden oder muss er eben mit dem was er von Mama an hat zusehen.

        Mit dem Belohnen habe ich selber Erfahren,das man da echt schnell in die Falle tappen kann.Ich hatte zu Anfang ja auch mal an ein Belohnungssystem gedacht wenn er sich hier benimmt. Bis ich mir dann aber echt dachte,das das doch quatsch ist. Schliesslich soll er sich überall benehmen und wird nicht überall belohnungen erhalten auch später wenn er größer ist nicht.und vor allem was wäre dann los,wenn es keine belohnung mal gibt.Zum Glück habe ich den Gedanken schnell verworfen.Das wäre hier reine Katastrophe geworfen.

        Durch den Post hier habe ich mir die letzen Tage auch nun mal richtig Gedanken dazu gemacht.Warum ich Stiefsohn nicht so wirklich mehr zu meiner Familie zählen kann. Einen Teil dazu hat einfach mein Mann beigetragen.Wie bei hier anderen auch,hat er mir einfach oft genug das Gefühl gegeben,das ich gar nicht zur familie gehören.Diese kleinen Verletzungen sitzen sehr tief. Und dann das Verhalten meines Stiefsohnes mir gegenüber.Dies machte mir klar,das es (momentan)eigentlich egal ist ob ich ihn intregrieren will. Denn zu seiner Familie gehöre ich nicht.Er sieht mich nicht dazu,ich werde nicht zu Kindergartenfesten eingeladen oder anderen Sachen wo die „Eltern“ mit bei sind. Teilweise kommen von meinem Stiefsohn solche Sprüche:“Papa du bist herzlich zum Sommerfest eingeladen aber nicht die A!Die ist nicht eingeladen,nur Mama und du.!“ und mein Mann gab mir lange einfach das Gefühl das ich auch nicht wirklich dazu gehöre. NAtürlich arbeiten wir dran und vieles ist schon besser geworden,aber genau dieses verhalten macht es mir sehr schwer,Stiefsohn zu meiner Familie dazu zu zählen. Eben auch weil ich auch gar nicht so an seiner Erziehung mitwirken kann. Mir wird er alle 2 wochen hingestellt und dann heisst es quasi :mach mal! Und in den 6 tagen im monat die er villeicht mal da ist kann ich nicht viel von meinen werten und meiner erziehung einfliessen lassen. Meine regeln kennt er ja aber meine werte die ich vermitteln möchte,kommen nicht an.

        Ich denke vielen geht es so.Das man am Anfang sie dazugezählt hat für sie da war usw.,dadurch das man aber soviele „arschtritte“ gekriegt hat irgendwann sich gesagt hat,nein jetzt ist schluss.So sieht Familie nicht aus.

        Mein Sohn erklärte mir heute auch wieso er Stiefsohn gar nicht als Bruder sieht. Das sie den gleichen Papa haben hat er begriffen aber sie haben ja beide unterschiedliche mamas.Für ihn sind geschwister,mit denen er zusammenlebt und die die selbe mama haben. Ich habe ihn zwar versucht zu erklären das es trotzdem sein bruder ist aber er bleibt bei seiner meinung. Es ist ein Freund der alle 2 wochen kommt und den selben papa hat wie er.

        Als ich meinem Mann das erzählte,schmunzelte er und sagte das mein Stiefsohn auch so denkt.Er sieht unsere Kinder auch nicht als Brüder. Wenn man ihn fragt,gibt es nur Mama,Papa und seine Schwester. Unsere Kinder sind nur Freunde.Ihm passt es nichtmal das sie alle den selben Papa haben.

        • #8949

          Daka
          Teilnehmer

          Ich verstehe, dass die Definition bei euch passt, aber ich und zum Glück unser BK auch, sehe das anders.
          Rein biologisch betrachtet ist es gleichwertig wenn man als Halbgeschwister den gleichen Vater oder die gleiche Mutter hat. Oft sind es die Mütter, die daraus einen Unterschied machen, weil sich die Mütter nämlich als WICHTIGER ansehen, als es der Vater ist. Und daher sind dann auch nur die Halbgeschwister die auch die Mutter (hier hat es mal jemand so treffend als „Golden Uterus“ bezeichnet) geboren hat wirklich „echte“ Geschwister. In eurem Fall ist es glaube ich nochmal was anderes. Es ist einfach zuviel passiert und deine Söhne haben einfach auch kein gutes Verhältnis zu ihrem Halb- bzw. Stiefbruder. Dass er dann für sie nicht zur Familie zählt, ist klar. Und dass wieder rum Stiefsohn euch, bzw. seine Brüder nicht zur Familie zählt, liegt vermutlich auch daran, dass er bei euch zu Hause ja auch nicht wirklich willkommen ist. Bitte nicht falsch verstehen, ich weiß ja was alles vorgefallen ist, daher ist es nicht verwunderlich wie es so gekommen ist und mir würde es in deinem Fall auch schwer fallen Stiefsohn liebevoll aufzunehmen. Aber es hat sich eben eine Art Kreislauf entwickelt. Stiefsohn benimmt sich nicht, ihr weist ihn ab. Er denkt sich, es ist ja egal was ich mache, ich bin hier eh kein Teil der Familie. Also brauch ich mich auch nicht benehmen und gucke mal, was ich damit noch raus schlagen kann. Und da sind wir im Prinzip wieder und wieder beim Punkt. Der Junge braucht Hilfe. Ihr als Familie braucht Hilfe. Das funktioniert aber eben nur, wenn alle mitmachen. Wenn nur du dazu bereit bist, und dein Mann dir immer wieder in den Rücken fällt, dann kann das auf Dauer einfach nicht gut gehen.
          Aus deinen letzten Posts lese ich raus, dass sich das Verhältnis zwischen dir und deinem Mann nicht gerade verbessert hat… im Gegenteil, du wirkst unglücklicher, hilfloser und erschöpfter denn je… :-(. Bitte pass auf, dass du dich selbst nicht verlierst!

          LG Daka.

  • #8905

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Mich würde an dieser Stelle interessieren wie seine Exfrau das sieht. Ist es da okay wenn seine Kinder euer Kind nicht dazumalen? Oder haben sie schon von ihm gesagt bekommen wen sie alles malen müssen?
    Oder will seine Ex auch nicht dass euer Kind dazu gehört? Die Kinder sind doch schließlich Geschwister.

  • #8906

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Liebe Pinocchio,

    ich verstehe Dich total. Aber er ist das Kind Deines Mannes, also gehört er zu seiner Familie. Dein Mann gehört aber auch zu Dir und Deiner Familie. Irgendwie gehört man ja doch zusammen, andererseits auch wieder nicht. Es ist zum ….. mit dem Patchwork. Leider kann ich Dir auch keinen klugen Rat geben. Ausser, dass im klassischen Familien auch nicht alles rund läuft. Tröste Dich vlt. damit, dass Dein Mann sich konkret für Dich entschieden hat und damit für die Frau, die er liebt.

    Viele Grüße
    Donna

  • #8914

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Pinocchio,

    eigentlich habe ich heute gar keine Zeit zu antworten, aber mich beschäftigt dein Post sehr. Vor allem, da ich aus zwei Sichten berichten kann:

    1) Aus Sicht der Stiefmutter: Ich zähle seine Tochter auch nicht zu meiner Familie. Ich habe selbst noch keine Kinder, aber ich bin mir sicher: Wenn ich welche hätte, würde ich sie auch dann nicht zur Familie zählen.

    2) Aus Sicht einer Halbschwester: Ich habe selbst 2 Halbschwestern. Beide waren allerdings schon volljährig und ausgezogen als ich geboren wurde. Sie waren trotzdem noch häufig da (bestimmt 1 Mal im Monat) und wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Trotzdem sage ich immer, wenn mich jemand, ob ich Geschwister habe, dass ich keine habe. Für mich gehören sie zu der Familienebene zu der auch Tante und Onkel gehören. Die sieht man ja auch nicht jeden Tag.

    Außerdem finde ich, dass man die Worte bzw. Taten eines 5-jährigen nicht so auf die Goldwaage legen sollte. Ich kann mir vorstellen, dass ein 5-jähriger Geschwister als Kinder definiert, die (fast) jeden Tag dabei sind. Halbgeschwister, die nur 2 Mal im Monat kommen, sind doch einfach zu abstrakt.

    Solche Kleinigkeiten holen Männer übrigens sehr gerne wieder hervor, wenn sie im Streit nicht mehr weiter wissen. Meiner kramt Sachen hervor, die vor 3 Jahren waren, da kann man nur mit den Augen rollen!
    Zumal sollte er dir da auch keinen Vorwurf draus machen, sondern mal mit seinem Sohn sprechen, warum er seine Familie so sieht.

    Viele Grüße

  • #8916

    Lacalma
    Teilnehmer

    Hallo Pinocchio,

    ich denke, wer Familie ist, lässt sich nur schwer definieren. Mein Mann hat zwei Kinder in die Ehe gebracht, ich ein Kind mit verstorbenem Papa – zusammen haben wir dann noch ein Kind. Und irgendwie gehören alle zur Familie.

    Mein Sohn und die Kinder meines Mannes waren noch sehr klein (zwischen 1 und 3) als wir uns kennengelernt haben. Unser gemeinsamer Sohn folgte dann 2 Jahre später. Ich bin sehr froh, das mein Mann zu 100% die Vaterrolle für meinen Sohn von Anfang an übernommen hat. Wir sind jetzt mittlerweile seit 9 Jahren zusammen.

    Auch die Kinder meines Mannes gehören für mich zur Familie. Auch zu MEINER Familie. Erst recht, seit sie die leiblichen „Halbgeschwister“ meines Sohnes sind. Aber auch die Stiefgeschwister fühlen sich bei ums verwandt. Sprich – egal ob Stief/Halb oder „Ganz“-Geschwister fühlen sich einfach als Geschwister. Ich bin froh, dass es so ist. Natürlich liebe ich meine Kinder ganz anders, als die Kinder meines Mannes. Sie leben auch nicht bei uns, sondern verbringen Wochenenden und Urlaube mit uns.

    Die Mutter der Beiden spielt auch nur bedingt mit – ich glaube nicht, dass sie unsere Kinder als vollwertige Geschwister der Kinder betrachtet und dies zu Haus betont – das ist ja auch nicht unbedingt ihre Aufgabe, auch wenn mich das persönlich schon freuen würde. Da sie selbst Halb- und Stiefgeschwister mit denen sie engen Kontakt hat, hat, ist sie aber auch nicht ablehnend und redet nicht schlecht über uns. Wir betonen die Familienzughehörigkeit aber zu Hause schon. Geburtstage etc. werden identisch gefeiert und wir versuchen die Kinder soweit es geht an Dingen, die bei uns geschehen zu beteiligen – ohne ihnen eine Sonderposition einzuräumen.

    Ich hatte am Anfang eine Phase, in der ich die Kinder meines Mannes als Fremdkörper und Ballast empfunden haben. Ich habe mir dann, nachdem mich das wirklich belastet hat, eine eigene Philosophie zugelegt, um mit der Patchwork-Situation besser klarzukommen. Ich habe zunächst aufgehört, mich zu verantwortlich für seine Kinder zu fühlen und auch mal zu sagen : ok, ist jetzt nicht mein Bier ;).

    Dann habe ich angefangen dafür zu sorgen, dass sich die Kinder hier zu Hause fühlen: Schrankabteile eingerichtet, Klamotten gekauft (Kinder kommen ohne „Gepäck“ damit sie sich hier nicht als Gäste fühlen), Kinder haben Aufgaben zugeteilt bekommen, Baum im Garten gepflanzt für die Kinder etc. – eben Punkte geschaffen, bei denen die Kinder hier Rechte/Pflichten wie die anderen bekommen. Regeln gelten für alle hier.. „aber bei Mama ist das so und so…“ gibt es hier nicht. Unsere Regeln zählen ausschließlich – klingt hart, ist es aber gar nicht – die Kinder wissen das seit 9 Jahren jetzt, es ist für sie alles ganz normal so bzw. sie kennen es ja nicht anders.

    Ich habe auch gemerkt, dass ich bei den Kindern meines Mannes manchmal strenger bzw. schneller genervt bin als bei meinen eigenen. Das ist ganz natürlich und ich denke von der Natur so vorgesehen damit man seine Kinder überhaupt ertragen kann 🙂 – ich versuche also aktiv die Kinder gleich zubehandeln und auch Mal ein Auge zuzudrücken, wie bei meinen Kindern auch. Auch wenn sie manchmal echte Nervbacken sind. Mein Mann und ich sind aber generell eher streng mit allen Kindern und setzen unsere Regeln auch durch (bei 4 geht das auch nicht anders, sie nutzen die Mehrheitsverhältnisse sonst gnadenlos aus).

    Ich denke meine Stiefkinder mögen mich sehr gerne und respektieren mich auch. Ich versuche weder „Ersatzmama“ noch „Freundin“ (das ist mir zu sehr auf einer Ebene) zu sein, sondern eher so etwas wie eine Tante. Ich mag und erziehe die Kinder mit, übernehme Verantwortung – ohne mir die ganze Last aufzubürden.

    Was sich bei uns unterscheidet: mein Mann hat mir jede Freiheit gelassen und nichts eingefordert. Nichtmal als ich noch relativ kaltherzig war, hat er mich gerügt oder Veränderung gefordert. Ich habe dann schnell gemerkt, dass ich so nicht sein möchte – für mich. Gleichzeitig habe ich ja ein vaterloses Kind in die Beziehung gebracht und habe selbst von meinem Mann von Tag 1 100% Engagement gefordert. Wenn mein Mann jemals zu mir gesagt hätte: dein Sohn gehört für mich nicht zur Familie hätte er seine Sachen umgehend packen können. Für mich war (in meiner ja sehr speziellen Situation) klar, dass ich nicht nur einen Partner, sondern auch Papa für meinen Sohn suche, und habe das auch klar geäußert. Andersrum haben seine Kinder ja noch eine Mutter – aber dennoch kam mir meine anfängliche eher aktive Distanz nicht ganz richtig vor.

    Edit: Ich organisiere auch in unserem Haushalt praktisch alles was die Kinder organisatorisch betrifft (Geburtstage, Hausaufgaben, Kleidung etc.) – wenn ich das nicht für seine Kinder auch in unserem Haushalt übernehmen würde, würde es wohl liegenbleiben oder mein Mann würde es irgendwie gezwungenermaßen übernehmen … das würden auch unsere Kinder sofort merken, wenn plötzlich Papa z.Bsp. Kuchen backt … und fänden es wohl dann sehr komisch „Warum macht er das für sie und nicht für uns…?“ … nehme ich mal an. Daher würde es für mich nicht in Frage kommen, da ein Ungleichgewicht herzustellen.

    Ich fördere aktiv bei allen Kindern, dass sie sich als Geschwister fühlen. Das fängt bei „Geschwistergeschenken“ zum Geburtstag an und beinhaltet schon auch, dass wir mit den Kindern darüber sprechen, dass wir alle eine Familie sind. Auch mein kleiner Sohn hat schon Bilder ohne die zwei Geschwister gemalt, die nicht bei uns um Haus leben (obwohl sie so gesehen ebenso mit ihm verwandt sind, wie der Bruder, der im Haushalt lebt) – ich habe dann schon gesagt: X und Y gehören auch dazu…. ohne das jetzt auf die Goldwaage zu legen oder ihn dazu zu zwingen, sie dazu zu malen – würde ich ja auch nicht wenn er meinem Mann der mich vergessen würde…absurd 🙂 . Kinder orientieren sich eben sehr an den Eltern und ich denke, wenn man selbst die Kinder des Partners nicht als Teil der Familie sieht, ist es schwer für die Halbgeschwister das zu tun.

    Wenn ich erreichen kann, dass die Kinder später, wenn sie Erwachsen sind, alle füreinander da sind und sich unterstützen wie es in einer Familie üblich ist, dann habe ich alles richtig gemacht, ich denke, das ist mittlerweile mein Leitgedanke. Ich liebe es mittlerweile die 4 Kinder zusammen zusehen und auch die Liebe, die sich entgegenbringen. SO richtig zu einer Familie gemacht hat uns aber erst unser kleinster Sohn – den lieben alle wie verrückt, er ist zuckersüß – und diese Liebe, die ich dann auch bei meinen Stiefgeschwister gegenüber meinem kleinen Sohn gesehen habe, hat mir damals klar gemacht, dass wir auf der gleichen Seite spielen 🙂

    Ihr seid ja auch schon sehr lange zusammen, wenn euer gemeinsamer Sohn schon 5 ist. Vielleicht liegt der richtige Weg bei euch ja irgendwo in der Mitte. Dieses deine/meine Kinder ist vielleicht der Familienharmonie wirklich nicht so zuträglich. Die zwanghafte Einforderung, wie es dein Mann betreibt, ist aber auch nicht hilfreich. Die Geschwister deines Sohnes – egal ob jetzt Halb oder Ganz – gehören ja auf jeden Fall zur Familie, zumindest zur erweiterten Familie. Das so streng abzugrenzen ist nicht so sinnvoll – was bringt es denn? Aber man kann auch nicht sauer auf ein Bild eines 5-jährigen sein – das ist ja lächerlich.

    Die Aussage: Ich würde mich eher trennen als sie in meine Familie zu integrieren …. wie meinst du das denn. Die Kinder sind doch schon integriert in deine Familie? Sie sind die Geschwister deines Sohnes und Kinder deines Mannes – viel näher dran geht ja fast nicht. Also wie du das jetzt nennen möchtest – da und verwandt sind sie schon. Was bedeutet daher integrieren konkret und was genau stört dich daran?

  • #8918

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Pinocchio,

    obwohl ich selbst auch den Sohn meines Freundes nicht als Familie empfinde, fällt mir doch bei deinem ersten Post auf, dass da wirklich seeeeeehr viel Widerstand bei dir besteht…du schreibst lieber trennen als die Kinder deines Mannes zu integrieren? Ich weiß zu wenig über deine Umstände, aber warum gibt es bei dir so einen starken Widerstand? Was würde den Integration für dich bedeuten?

    Nicht falsch verstehen, ich denke nicht, dass es notwendig ist, die Kinder seines Partners als Teil der eigenen Familie zu sehen, das sollte jedem selbst überlassen bleiben. Ich glaube aber man sollte genau hinsehen, warum man das nicht möchte. Ich habe selbst noch nicht endgültig herausgefunden, warum es in mir diesen Widerstand gibt meinen Stiefsohn als Familienmitglied zu betrachten, aber für mich sind überhaupt sehr wenige Personen wirklich Familie. Manche zählen natürlich aufgrund des Verwandtschaftsverhältnis rein formal als Familie, aber das ist mir auch zu wenig um Familie zu sein. Ich glaube also wir haben einfach noch nicht eine so tiefe Beziehung, dass er für mich Familie ist. Und ich habe auch etwas dagegen, jemanden einfach so nur weil er existiert als Familienmitglied zu sehen, dazu gehört mehr für mich. Ich schließe aber nicht aus, dass mein Stiefsohn für mich irgendwann doch zu meiner Familie gehört so wie auch der Freund meiner Mutter inzwischen ein Teil meiner Familie ist.

    Jetzt nochmal zu dir oder besser euch: Ich fände schon interessant zu wissen, warum dein Sohn seine Halbgeschwister nicht als Familie sieht. Ich glaube nicht, dass er sie „vergessen“ hat. Hast du mit ihm darüber gesprochen? Kinder haben schon ihre Gründe warum sie etwas auf eine bestimmte Weise darstellen. Es ist natürlich völlig unangebracht ihm das vorzuwerfen, wie es dein Mann macht oder von dir zu verlangen, das zu korrigieren wie du schreibst. Vielmehr sollte dein Mann das bei eurem Sohn thematisieren, wenn es ihm ein Anliegen ist und Interesse an der Sichtweise deines Sohnes zeigen, indem er mit ihm über das Bild spricht (nur würde ich sagen, das ist jetzt schon zu lange her).

    Ich glaube es gibt und sollte auch keine Regel geben wie Stiefkinder gesehen werden, weder von den Stiefeltern noch von den Halb- oder Stiefgeschwistern. Das kann sehr unterschiedlich aussehen. Ich habe z.B. eine Freundin, die sogar ihren Stiefbruder als Bruder sieht. Sie spricht auch immer nur von „Bruder“, nie von „Stiefbruder“.

    Ich habe den Eindruck das ganze Thema trifft bei Euch einen sehr wunden Punkt, sowohl du wie auch dein Mann haben sehr emotional reagiert. Ich denke also, auch wenn es mühsam ist, sollten ihr das noch einmal (ohne Vorwürfe) thematisieren und zumindest zu der Einigung kommen, dass ihr euch uneinig seid. Sonst poppen solche Themen immer wieder auf. Noch besser wäre natürlich zu ergründen warum du so dagegen bist die Kinder deines Mannes als Familie zu sehen und warum es deinem Mann soooo wichtig ist.

    Liebe Grüße
    Kara

  • #8919

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Entschuldigt die späte Rückmeldung. Ich hatte es erwartungsgemäß streng mit meinen/unseren Kindern, da beide immer auf Spannungen einen Tag später, wenn die Spannungen etwas verebbt sind, mit sehr einnehmenden Verhalten reagieren. Sie brauchen dann besonders viel Sicherheit.

    Schön, dass so viele verschiedene Sichtweisen geschrieben wurden! Danke euch allen!

    Liebe Kara

    Vermutlich sind die grossen Geschwister für den fünfjährigen eher sowas wie Onkel und Tante, wie es auch für Blackpearl war. Ich selber möchte ihn darauf nicht ansprechen, da ich nicht neutral bin in dieser Sache und kein künstliches Interesse heucheln möchte. Vielleicht später mal.

    Ich weiss nicht genau, warum dieser Widerstand so gross ist. Ich bin in dieser Sache wie blockiert. Alles in mir sträubt sich dagegen. Es war mal anders. Ich war mal wie eine grosse Schwester für seine Kinder und das machte mir nichts aus. Ich engagierte mich, organisierte Ausflüge und Ferien. Wollte die Kinder mit meiner Familie bekannt machen, redete von ihnen als wären sie auch eine Art meine Kinder. Dann sind wohl zu viele Kleinigkeiten passiert, die mich verletzt hatten. Ich hatte viel Streit mit meinem Mann. Die Beziehung stand immer wieder auf dem Prüfstand. Ich fühlte mich ungerechtfertigt in Frage gestellt von meinem Mann. Vielleicht bin ich erst jetzt so weit, dass ICH mich trennen könnte. Und deshalb lehne ich vielleicht jetzt die Kinder ab. Weil ich endlich die Freiheit habe, sie nicht mehr lieben zu müssen! Ich weiss es selber nicht. Mache mir auch Gedanken. Vielleicht muss ich akzeptieren lernen, dass UNSERE Patchwork Familie nicht so harmonisch verläuft wie andere? Dass die Mitglieder eben nicht kompatibel miteinander sind. Vielleicht kommt daher jetzt Wut und Widerstand? Ich denke aber, es sind eher die vielen Vertrauensbrüche und Verletzungen vor allem durch die Stieftochter. Und wenn ich zurück denke, war ein Wendepunkt der, dass sie sich in mein Nest hatte setzen wollen. Sie wollte zu uns, sich durchfüttern lassen von einer Mama, die eh zuhause ist. Ich versteh es ja, denn ihre war zu wenig zuhause. Aber sie kann mich nicht als Mama haben, wenn sie immer mein Vertrauen missbraucht! So ambivalent. Um ein kleines Beispiel zu nennen: Einmal schreibt sie mich an, am nächsten Tag sperrt sie mich. In so etwa. Das stört mich nicht, da ich es meist eh nicht merke, aber im grossen läufts auch so. Ach so, genau: beide Kinder sagen Besuche sehr kurzfristig ab. Wie soll ich so jemandem vertrauen. Mein Mann vertraut ihr. Er ist der Vater und soll das auch, aber ich will mich abgrenzen.
    Ja, ich weiss es ehrlich gesagt nicht warum ich diesen Widerstand habe.

    Ich finds aber interessant zu hören wie andere mit der Thematik umgehen. Danke!

  • #8921

    Lacalma
    Teilnehmer

    Hallo Pinocchio,

    das hört sich ein wenig so an als wären ein wenig Ehestreitigkeiten und Pubertät (?) zwischen eine formals harmonischere Familienbeziehung gekommen? Und da du dich nicht wohlfühlst mit Mann und stacheligen Kindern hast du da eventuelle eine innerliche Barriere aufgebaut. Bzw. Wut auf deinen Mann überträgt sich auf die Kinder, die sich derzeit auch von einer schwierigen Seite zeigen. Das ist total verständlich.

    Das Pubertierende Besuche kurzfristig absagen und generell zu Idiotie neigen ist, – soweit ich mich an meine Jugendzeit erinnere – ziemlich normal und wahrscheinlich eher weniger persönlich gemeint. Ich vermute, dass dich die gefühlte Zurückweisung doch ziemlich trifft und du dich dann durch „Kälte“ selbst schützen möchtest. Ich selbst habe schon vor der kurz bevorstehenden Pubertät von meinem Großen und den beiden meinen Mannes einen riesigen Bammel – ob dann noch alles so super läuft wie jetzt? Ich vermute nicht. Ich habe mich mit meinen eigenen Eltern gefetzt und war unmöglich als Teenie – das als Stiefelternteil mit der fehlenden Urliebe zu ertragen stelle ich mir schwer vor 🙁 – also bin ich mal gespannt was mir die Zeit so bringen wird. Ich erinnere mich an einen Urlaub mit meinen Eltern, da waren mein Bruder und ich 16- wir haben sie den ganzen Urlaub höchstens zum Mittagessen gesehen ( das war unser verkatertes Frühstück) und haben sie sonst schön ignoriert. Zu Hause waren wir auch nur um zu essen und zu schlafen, das höchste der Gefühle war ein brummiger Gruß – das hat sich zum Glück mit 20 wieder normalisiert 🙂 – aber ich schäme mich im nachhinein schon für diese unmögliche Zeit, die richtig blöd für meine Eltern war.

    Ich glaube auch da wird für mich der Schlüssel sein, die Dinge entspannt zu nehmen – ich habe dann ja den Luxus, dass zwei der Pubertierenden ja nur zeitweise bei uns sind.

  • #8922

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Pinocchio,

    ja ich verstehe, dass Verletzungen Widerstand erzeugen. Das kenne ich auch. Auch ich habe nach einer sehr offenen Anfangsphase, in der ich auch sehr bereit war, den Sohn meines Freundes in meiner Familie aufzunehmen, nach einigen Verletzungen immer mehr Widerstand verspürt. Bei mir war es aber nie das Verhalten meines Bonussohnes sondern eher meines Partners. Vieles davon konnten wir zum Glück mit der Zeit aufarbeiten.
    Was mir aber wirklich geholfen hat, dass mein Widerstand weniger wird, war folgendes:
    Erstens habe ich ihn irgendwann endlich richtig wahrgenommen und akzeptiert und ihn sogar visualisiert (davor hab ich ihn eher verleugnet, weil er ja anfangs nicht da war). Das klingt etwas blöd, hat aber enorm geholfen richtig hinzusehen. Mein Widerstand war ein ziemlich fetter, dunkelgrauer, finster dreinblickender Kloß, der zu allem was das Kind betraf „Ich will nicht“ schrie. 🙂 Und den hab ich dann mal gefragt, was ihn alles so aufregt und versprochen hinzuhören, ihn ernstzunehmen. Eine gute Beraterin, hat mir klargemacht, dass ich meine Widerstände nicht für jemanden anderen aufgebe, sondern, dass es mir hilft, mein Leben leichter macht. Es schadet nämlich nur einem selbst, wenn man immer wieder gegen die selbe Wand rennt und sich einredet irgendwann wird sie schon verschwinden 🙂 Ich habe somit irgendwann wirklich akzeptiert, dass mein Partner, den ich gewählt habe, einen Sohn hat, auch wenn ich diesen nicht gewählt habe. Das klingt banal, aber ich glaube ich habe mich wirklich lang dieser Realität verweigert und geglaubt sie zu akzeptieren heißt sie gutzuheißen. Das stimmt aber nicht. Ich sehe das inzwischen ohne Bewertung. Es ist wie es ist. Und so muss nicht mehr Widerstand haben, wogegen denn auch? Niemand kann mir vorschreiben was ich fühle oder denke über das Kind meines Partners oder auch wen ich als Teil meiner Familie empfinde. Und dir eben auch nicht. Aber ich muss eben auch nicht per se einen Widerstand aufbauen nur um meine Grenzen zu wahren, das gelingt mir inzwischen anders. Also vielleicht findest auch du einen Weg wie es für dich leichter ist, mit dem Verhalten deiner Stiefkinder umzugehen, Widerstände blockieren einen nämlich leider, sich machen uns unfrei, das habe ich für mich erkannt.
    Dir alles Liebe und viel Kraft
    Kara

  • #8933

    Daka
    Teilnehmer

    Hallo Ihr Lieben,

    erstmal zum Thema wer gehört zur Familie…ich denke auch, das kann man ganz einfach nicht allgemein formulieren und ist womöglich für jeden anders.
    Meine Familie ist neben meinen Eltern und meiner Schwester (mit Neffen) mein Partner, unserer Tochter und ihr großer (Halb-)Bruder (sein Sohn). Ja, ich zähle, ähnlich wie Lacalma, seinen Sohn auch zu meiner Familie. ABER, im Gegensatz zu denen von euch die das nicht tun (z.B. Pinocchio, Soulcolored) haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Er ist regelmäßig bei uns und ist voll integriert. Also ähnlich wie auch Lacalma schon geschrieben hat, er hat seine eigenen Sachen bei uns, braucht also nichts mitbringen und fühlt sich auch dadurch nicht als „Gast“, er übernimmt kleinere Aufgaben im Haushalt und muss auch mit helfen wenn was anfällt. Er ist kein „König“ (wie in einem anderen Beitrag geschrieben) sondern wird gleichwertig behandelt. Wie er seine Familie malen würde weiß ich nicht. Aber er sieht es so, dass er zwei Familien hat. eine Familie mit Mama, LG und Schwester und eine Famliie mit Papa, Mir und Schwester. Er sieht seine Schwestern gleichwertig (wobei es mir so vorkommt als sähe seine Mutter die Schwester bei ihr als höherwertiger)… der Vorteil ist, unsere Tochter war seine „erste“ kleine Schwester, die Schwester bei der Mutter kam erst 2 Jahre später. Allerdings sieht er diese wiederum auch öfters… aber ich hatte das im Sommer mal angesprochen, weil er so von der kleinen geschwärmt hat… XXX hat dies und das gemacht und das ist ja soooo süß und gleichzeitig war er genervt von unserer Tochter…das hat mich natürlich doch auch etwas angepiekst und ich habe etwas provozierend gesagt „Ja, XXX ist ja auch viel besser als YYY“. Darauf reagierte er doch sehr empört mit „Nein!!! Ich habe beide ganz doll lieb“. Und so wie er das sagte, war das auch ernst gemeint. Interessant war, ich musste mal für die Kita einen Stammbaum meiner Tochter machen. Da wurde mir erstmal bewusst, wie kompliziert die Konstellation eigentlich ist…ich habe ihn dann natürlich als Bruder mit rauf gemacht und sie nur mit Namen (für alle anderen gab es Bilder) erwähnt.
    Während eines Gerichtsverfahrens wurde er mal von der Verfahrensbeiständin genau das gefragt, wen er alles zu seiner Familie zählt, er sollte dafür Steine hinlegen (Reihenfolge so wie geschrieben):
    Mama, Daka und Papa, Oma (von Mutter) und Opa (von Mutter), Tante (Schwester der Mutter) und LG der Mutter. Auf die Nachfrage ob denn noch jemand fehlt: „Ja, für YYY (unsere Tochter) muss ich den allerschönsten Stein aussuchen. Denn YYY ist das beste was ich habe“. Das war bevor seine zweite Schwester geboren wurde und sie auch noch relativ frisch mit dem neuen LG zusammen. Ich denke mittlerweile würde er wohl von der Reihenfolge eher sagen „Mama, LG und XXX, Papa, Daka und YYY…“
    Fand ich damals aber schon auch sehr spannend. In der Schule wissen auch alle, dass er zwei Schwestern hat…und wie gesagt, er sieht sie schon recht gleichwertig. Worüber ich auch sehr froh bin.

    @pinocchio, dass dein Mann deinen Sohn „beschimpft“ weil er seine großen Geschwister nicht malt, finde ich auch sehr übertrieben. Ich denke aber auch, der Altersunterschied ist ja sehr groß (wenn sie schon in der Pubertät sind wie du schreibst) und da kann es auch bei leiblichen Geschwistern durchaus vorkommen, dass sie gar nicht so eine enge Bindung haben und den anderen vielleicht eher als Tante und Onkel sehen… und ja, Tante und Onkel würde ich auch nicht auf ein Familienbild malen.
    Ich sehe es ähnlich wie Kara, du hast da glaube ich sehr viel aufzuarbeiten (dein Mann auch, aber das kannst du nicht beeinflussen solange er das nicht will) und für mich liest es sich auch so, als seist du sehr, sehr verletzt worden durch Zurückweisung, obwohl du immer viel für die Kinder getan hast. Vielleicht kannst du alleine eine Therapie machen und für dich erstmal DEINE Themen aufarbeiten. Und ja, vielleicht kommt dabei raus, dass du dich trennen solltest. Vielleicht schaffst du es aber auch einen neutraleren Blick zu bekommen und entspannter mit der Situation umzugehen. Deinen Mann und auch die Kinder kannst du nicht ändern. Aber du kannst deinen Blick, deinen Fokus ändern. Dafür wünsche ich dir viel Kraft!

    Alles liebe, Daka.

  • #8974

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Eigentlich wollte ich ja mal auf die Themen von anderen Userinnen antworten, aber ich komm einfach nicht dazu.

    Kara hat einiges geschrieben, was ich auch von meiner Therapeutin immer wieder gesagt bekommen habe: annehmen, nicht bewerten, nicht verurteilen.

    Dann mach ich mich mal an den Widerstand ran! Wie sieht der bei mir wohl aus? 😉

  • #8975

    Pinocchio
    Teilnehmer

    P.s. danke für die Beiträge!

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