Warum ignorieren die Männer das Offensichtliche?

Startseite Foren Trennungsväter Warum ignorieren die Männer das Offensichtliche?

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Blackpearl vor 3 Monate, 1 Woche.

  • Autor
    Beiträge
  • #9134

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    nach dem letzten Wochenende habe ich das Bedürfnis euch zu schreiben, da ich niemanden kenne, der mich da auch nur ansatzweise versteht.
    Das letzte Wochenende war katastrophal. Die Kleine hatte zu nichts Lust, hat die ganzen zwei Tage fast nonstop gebockt wie eine 3-jährige und hat mich dauern beleidigt und total respektlos behandelt (ich glaube Soulcolored kann ein Lied davon singen). So schlimm war das noch nie.

    Mein Freund sagt: „Sie ist doch noch ein Kind.“
    Seine Eltern sagen: „Da kann man eh nichts machen. Das kommt von der Mutter. Müssen wir halt ertragen.“
    Meine Mutter sagt: „Misch dich doch da nicht so ein.“

    Ihr seht schon, ich stoße da auf taube Ohren. Ich selbst ignoriere solche Vorfälle, seitdem die Ex mal einen riesen Aufstand deswegen gemacht hat. Sowas wird von der Kleinen nämlich sofort gepetzt.
    Meinem Freund habe ich gesagt, dass ich das nicht mehr mitmache. Nächstes Mal mache ich das Wochenende alleine oder fahr zu meiner Familie.

    Er hat da überhaupt kein Verständnis für. Aber er hat doch gesehen, wie mich das letztes Mal mitgenommen hat, er war ja dabei. Er bekommt doch mit, dass wir uns jedes Mal streiten, wenn das Kind da ist – weil die Gemüter schon so erhitzt sind.
    Und ganz ehrlich? Ich bin im Moment nicht bereit auch nur einen Urlaubstag für das Mädchen zu opfern.

    Warum will er sich das jedes Mal antun? Ich versteh das einfach nicht. Die „heile Familie“ hat er doch mit der Trennung komplett aufgegeben.
    Wahrscheinlich wisst ihr da auch keine Antwort drauf, aber es tut gut, wenn einem mal jemand zuhört.

  • #9136

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Blackpearl,

    ja, ich kenne diese ätzenden Reaktionen auch — allerdings nur von Seiten der Schwiegereltern. Meiner Schwiegermutter habe ich mal ein paar Artikel allgemein über das Stiefmutterdasein gemailt und seitdem versteht sie mich etwas besser.
    Du brauchst aber einen Menschen, der uneingeschränkt hinter Dir stehen MUSS und das ist Dein Partner. Zieht er nicht mit Dir an einem Strang, wirst Du es immer schwer haben.

    Alles Liebe, Donna

  • #9137

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo, gebe der Donna absolut Recht! Solange Dein Partner hinter Dir steht, kann Dir nichts passieren. Egal ob die Kinder Dich ignorieren oder die Schwiegereltern mal “ komisch“ sind nach dem Motto alles für die armen Enkelkinder….Dein Partner muss dich vor diesen Attacken beschützen sonst bist du immer und immer die Leidtragende.
    Und Kind ist nicht gleich Kind. Sorry wenn ich das so schreibe aber es gibt nette und richtige Giftschlangen, die mit voller Absicht einen beleidigen und das bewusst!!! Sie wissen ganz genau, dass sie einem weh tun. Das vielleicht nicht mit 4 Jahren aber ab einem gewissen Alter schon. Und wenn Dein Partner Dich nicht „verteidigt“ nach dem Motto das ist ja doch nur ein armes Kind…oh Gott…oh Gott….dann wirst du es wirklich schwer haben. Ich musste wirklich viel mit meinem Partner darüber reden bis er das verstanden hat. LG Ela

  • #9138

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Hallo Blackpearl,

    es hilft ungemein, hier auf Stiefmütter zu treffen, denen es ähnlich geht – es hilft, nicht an sich selbst zu zweifeln. Donna und Ela haben Recht: Dein Partner muss hinter dir stehen und du solltest das mit klaren Ansagen einfordern – und das dauert und funktioniert nur nach dem Motto ’steter Tropfen‘ – Rückschläge inbegriffen!

    Was das ‚Mit’leid mit den armen verlassenen Stiefkindern angeht, so ist Mitleid niemals hilfreich! Kinder aus Trennungsfamilien haben die große Chance, dass sie früh Kompetenzen darin entwickeln können, Lebenskrisen zu meistern. Mitleid durch Erwachsene behindert sie darin, aus der Krise für sich wertvolle Erfahrungen zu gewinnen – stattdessen passen sie sich dem Verhalten der Erwachsenen an und verhalten sich so, wie es von ihnen erwartet wird: als das ‚arme‘ Kind. Villeicht kann so ein kleiner Perspektivenwechsel beim nächsten Gespräch mit deinem Partner etwas bewirken.

    Nicht falsch verstehen: Es bedarf selbstverständlich trotzdem eines sensiblen Umgangs der Erwachsenen im Umfeld des Kindes – sie haben die Verantwortung! Das Kind in irgendeiner Form ‚entschädigen‘ zu wollen oder es in Loyalitätskonflikte zu stürzen ist nicht hilfreich. Kinder können lernen, mit Veränderungen der Lebensverhältnisse umzugehen und darin sollten wir sie stützen. Es klingt auch so, als wäre dein Pertner mit der Situation ein bisschen überfordert und geht den Weg des geringsten Widerstandes – einfach, weil ihm auch die Handlungsalternativen fehlen – schwierig, wenn auch die Großeltern hier keine Unterstützung sind. Die einzige, die in seiner Welt der Meinung ist, er verhalte sich nicht richtig bist offensichtlich Du!

    Bei uns hat das auch eine ganze Weile gebraucht. Inzwischen läuft es ganz gut. Ich habe aber auch akzeptiert, dass mich das Bonuskind nicht mögen muss – ein bisschen Respekt kann ich trotzdem erwarten. Ich habe auch lernen müssen, dass mir das Verhalten egal sein muss und ich nicht für die Erziehung verantwortlich bin – ja, letztenendes machtlos bin, denn so oft sehe ich das Kind nicht um irgendwelchen signifikanten Einfluss zu haben. Ich habe mich zurückgezogen, wenn es mir zu blöd wurde. Es ist nicht mein Kind, ich habe nicht die Verantwortung, wir müssen uns nicht mögen und ich habe das Recht, mich an den Wochenenden zu erholen – irgendwann hat es bei allen Beteiligten Klick gemacht!

    So schwer das manchmal sein mag -und es holt einen auch immer mal wieder immer wieder ein- Gib die Verantwortung ab, grenze dich ab, wenn du es nicht aushalten kannst und nimm es vor allem nicht persönlich – geh, wenn es dich ärgert. Das ist nur im ersten Augenblick ein Sieg für das Kind. Wenn sie mit dir um den Vater ‚buhlt‘ steig nicht darauf ein. Hast du es nötig mit einem bockigen Kind zu konkurrieren? Ganz sicher nicht, oder?!

    Libe Grüße

  • #9139

    Kara
    Teilnehmer

    Hallo Blackpearl,
    also ertragen musst du sicher nichts und gefallen lassen musst du dir auch nichts. Eine Möglichkeit ist sicher sich aus der Situation herauszunehmen und die Zeit wenn das Kind da ist anders zu verbringen. Das nutze ich auch immer wieder. Nicht nur dass ich keine Urlaubstage für Zeit mit meinen Stiefsohn nehmen will, mir fehlt auch ein triftiger Grund warum ich ein ganzes Wochenende Zeit mit ihm verbringen sollte. Mir gibt die gemeinsame Zeit nichts auch wenn wir uns gut verstehen. Da nutze ich die Zeit 100 Mal lieber für mich.

    Du wirst dazu noch beleidigt und respektlos behandelt, das geht nun gar nicht. Da hast natürlich das Recht etwas dazu sagen, denn hier werden deine Grenzen verletzt, aber es sollte auch klar sein, dass dein Partner da eingreift. Warum um Gottes Willen sollte ein Kind das Recht haben andere Menschen respektlos zu behandeln??? Will er das seinem Kind beibringen? Und noch schlimmer will er seinem Kind beibringen dass es ok ist die Frau die er liebt respektlos zu behandeln???

    Zur Frage warum er sich das antut, würde ich sagen weil er ein schlechtes Gewissen hat. Er denkt vermutlich er muss besonders lieb sein und darf keine Grenzen setzen, weil er eh schon der böse Papa war der gegangen ist.

    LG Kara

  • #9140

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Blackpearl,

    Das geht absolut gar nicht. Das Kind muss dich nicht mögen aber dich beleidigen und respektlos behandeln das geht gar nicht. Und da muss es von dir aber vor allem von deinem Partner kläre Konsequenzen geben.Er muss dem Kind deutlich machen das er nicht will das es so mit dir spricht. Wenn er das nicht kann,dann hat dein Partner kein Respekt vor dir und erkennt dich nicht als vollwertige Person fer Familie dazu.Und ja manchmal gehört sogar dazu ein Wochenende sofort abzubrechen als Konsequenz wenn das Kind wieder beleidigt.

    Wir hatten das tatsächlich letztes Wochenende auch. Freitag ging es wieder los mit hauen und begrabbeln meines Sohnes. Mein Mann hat ihm klar und deutlich erklärt wieso wir das hier nicht dulden und was die Konsequenz ist. Samstag fing er wieder an und mein Mann hat ohne große Worte ihn gepackt und hat ihn sofort zu seiner Mutter gefahren. Dort hat er auch dann mal ordentlich Ärger gekriegt da die Mutter nämlich mit ihrer großen Tochter was Unternehmen wollte.
    Klar war es hart aber als Elternteil kann man sich nicht immer das tollste Stück vom Kuchen aussuchen. Man muss auch mal durchgreifen.

    Vor allem muss deinem Partner klar werden das dieses Kind irgendwann dann die Lehrer beleidigt,die Großeltern und sogar ihn. Und es wird nicht beim beleidigen bleiben er wird testen und dann vermutlich auch mal gewalttätig werden.

    Wohnt ihr zusammen? Dann lass dich nicht aus deinem Zuhaus vertreiben. Dein Partner sollte sich einen anderen Ort für die Wochenenden mit seinem Kind suchen bis er definitiv es im Griff Hat!

    Falls ihr nicht zusammen wohnt,dann bleibe aber konsequent den Wochenenden fern wo das Kind da ist. Bis dein Freund merkt das er falsch liegt bzw was er aufs Spiel setzt.

    Ja es ist noch ein Kind aber es hat damit keinen Freifahrtschein gewonnen um anderen gegenüber ein Arsch zu sein. Und du hast das Recht zu sagen :So will ich nicht behandelt werden.

    Klare Ansage bei deinem Partner das du das so nicht mitmachen mehr wirst. Und du bis er dem Kind beigebracht hat das es so nicht geht,du fern bleiben wirst. Wenn ihm das nicht passt kann er sich ja auch trennen.

    Fühl dich gedrückt. Ich weiss genau wird dir nun geht. Tue dir viel gutes ich weiss es nagt dennoch an der Seele.

  • #9149

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,
    ich brauchte mal ein paar Tage Ruhe und habe deshalb hier nicht vorbeigeschaut.
    Danke für eure Anteilnahme, Tipps und eigenen Erfahrungen. Diese Unterstützung hilft einem ungemein!

    Ich werde in der nächsten ruhigen Minute noch mal mit meinem Freund sprechen. Ich habe mir überlegt, dass ich den Ablauf des nächsten Besuchswochenendes dann bitte auch schriftlich möchte. Damit dann nicht kurz vorher wieder alles über den Haufen geworfen wird.

    Ich glaube einfach, er ist damit überfordert und will natürlich nicht der „böse“ Papa sein. Klar, wer will das schon!? Aber anders geht es eben nicht. Er hat auch schon mehr als einmal zu mir gesagt, dass er „so ein Kind“ nicht will. Das Kind aber nicht mehr zu sehen, ist für ihn auch keine Option.

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.