Warum habt ihr einen Partner mit Kind?

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Dieses Thema enthält 27 Antworten und 19 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Pumpkin vor 6 Monate, 4 Wochen.

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  • #5608

    Halbmond
    Teilnehmer

    Eine Frage, die ich mir schon lange stelle ist die des Warums. Die Familienkonstellationen und Probleme, die beschrieben werden, sind für alle Beteiligten anstrengend, deprimierend und für die Stiefmütter sogar demütigend. Und wie Frau Petermann es immer beschreibt: Sogar wenn es gut läuft ist es kompliziert. Warum also tun sich so viele Frauen ein Leben als Zweitfrau eines Mannes mit Kindern an? Gibt es keine Alternativen, ist der Mann tatsächlich so grossartig, dass er es wert ist oder gibt es andere Gründe dafür? Eine ausgewogene Situation ergibt sich ja eigentlich nur dann, wenn beide Partner jeweils eigene Kinder in die Beziehung mitbringen, aber nach meiner Einschätzung scheint das gar nicht die Mehrheit zu sein.

    Ich habe selbst einen Partner mit einem Kind aus einer früheren Beziehung und ich finde die Situation schrecklich. Dabei habe ich, wenn ich eure Berichte lese, im Vergleich noch nicht mal eine besonders schlimme Kindsmutter oder ein besonders anstrengendes Kind abbekommen, sondern eigentlich nur die „normalen“ unvermeidbaren Probleme. Der Grund, aus dem ich nicht einfach meine Sachen packe und mir einen neuen Mann suche ist, dass ich mit meinem Partner selbst eine Tochter (3,5 Jahre) habe. Ja, ich weiss, wie dumm muss man sein… Aber nun ist es eben nun mal so. Ich kannte meinen neuen Partner erst seit zwei Monaten und seine grosse Tochter (jetzt 8,5 Jahre) noch gar nicht, als ich schwanger wurde. Also ein klassischer Fall von ungewollter Schwangerschaft, nur eben mit der zusätzlichen Problematik der Zweitfamilie. Und hätte ich meine kleine Maus nicht, wäre ich schon längst weg. Ich lebe nur so, weil ich nicht möchte, dass sie selbst zwischen Mama und Papa hin und her geschoben wird. Ich mag meinen Mann – ohne meine Kleine würde ich mir das Leben als Zweitfrau aber nicht antun.

    Daher würde mich wirklich interessieren, warum sich Frauen, die kein eigenes Kind haben, das sie hält, einen Mann mit Kindern antun?

  • #5610

    Kara
    Teilnehmer

    Hallo,
    gute Frage, ich stelle sie mir oftmals selbst und habe nicht erst einmal überlegt meine Beziehung zu beenden.
    Wie es zu dieser Beziehung kam ist aber relativ einfach erklärt: ich habe mich schwer verliebt in einen Mann und der hatte nun mal schon ein Kind. Ich habe lange gegen diese Gefühle gekämpft, weil ich die Situation kompliziert fand. Das Gefühl war aber so stark, dass ich es mir wohl nicht verziehen hätte, wenn ich dieser Beziehung keine Chance gegeben hätte. Zumal man ja leider im Vorhinein nicht wirklich weiß, was auf einen zukommt, auch wenn viele gerne gegenteiliges behaupten.

    Tja und dann steckt man in dieser Situation und denkt sich halt, man muss nur an seinen Gefühlen rumschrauben, gelassener werden oder ähnliches und dann wird das schon, eben weil man den Mann so liebt. Vor allem wenn die Umstände halbwegs passen wie bei mir. Denn wie andere das aushalten, bei denen echt schlimme Sachen ablaufen, das kann ich mir auch nicht erklären.

    Ich weiß noch nicht wie meine Geschichte ausgeht, aber wenn die unguten Gefühle überwiegen, dann ist es wohl Zeit zu gehen.

  • #5614

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Halbmond,

    gute Frage… Ich war lange alleine und hatte dann längere Zeit nur eine „halbfeste“ Beziehung zu meinem jetzigen Freund. Mein Auslandsaufenthalt hat uns gezeigt, dass wir wirklich zusammen sein wollen und es ohneeinander nicht geht. Die Antwort ist also schlichtweg: Ich liebe ihn. Er ist nicht meine erste große Liebe, aber ich liebe Ihn mehr, als ich je einen anderen Mann vorher geliebt habe. Ich wusste, dass er ein Kind hat und das Verhältnis, was er zu seinem Sohn hatte, hat mir wiederum gezeigt, dass er ein großartiger Vater ist. Wir haben dann nach einiger Zeit, geplant ein gemeinsames Kind bekommen. Und auch wenn vieles schwierig ist, ich bereue es nicht, denn ich bin trotzdem sehr glücklich! Glücklicher war ich in keiner meiner anderen Beziehungen. Vielleicht hilft es auch, dass ich meinen „Partnerschafsperfektionismus“ abgelegt habe und ihn einfach so nehme und akzeptiere wie er ist und mich nicht mehr über jedes Barthaar am Spiegel innerlich aufrege…
    Ich für meinen Teil bin jedenfalls endlich angekommen und da stört mich auch sein Kind nicht, denn es gehört zur Familie.

    In eurem Fall ist vielleicht eher die ungeplante/frühe Schwangerschaft das Problem? Ihr hattet ja nicht wirklich Zeit eine Paarbeziehung aufzubauen bevor ihr Eltern wurdet. So, wie du schreibst, hört es für mich ehrlich gesagt an, dass du mit ihm nur noch wegen eurer gemeinsamen Tochter zusammen bist. Und das finde ich, wenn es tatsächlich so sein sollte, keine gute Grundlage für eine Beziehung…
    Vielleicht hilft es dir, wenn ihr wieder mehr auf Paarebene unternehmt? Zum Beispiel mal an einem Wochenende wo seine große Tochter nicht da ist, auch eure kleine Tochter „verkaufen“ und euch mal ein schönes Wochenende zu zweit machen? Oder einen festen Abend, wo ihr euch nur Zeit für euch nehmt.

    Alles gute,
    Daka.

  • #5647

    Kate
    Teilnehmer

    Tja, wieso?
    Weil er mich erobert hat, in mein Leben gestoplert ist und mich positiv verändert hat. Mir die Welt aus seiner Sicht erzählt. Weil er großartig ist.
    Ohne Kind wäre er nicht der Mensch, den ich kenne, den ich kennen lernen durfte.
    Und ich wusste nicht was es bedeutet. Er hat mir das gesagt, aber die Bedeutung lag weit außerhalb dessen, was ich mir (kinderlos) vorstellen konnte.
    Ich weiß, er tut sein bestes, auch wenn es manchmal so aussieht, als würde es nicht reichen.
    Wir funktionieren miteinander, das ist etwas was keiner von uns beiden hergeben will. Er hat eine katastrophale, zerstörerische Beziehung hinter sich, ich eine unbeständiges, sprunghaftes Leben ohne festen Bezugspunkt. Und jetzt haben wir etwas, was passt, und wenn es mal nicht passt, wird es passend gemacht. Wir haben etwas worauf wir bauen können.
    Worauf wir zählen.

    Viel Erfolg, ich hoffe ihr findet das Problem und könnt es lösen.
    Kate

  • #5661

    xenia
    Teilnehmer

    Warum ich mir einen Mann mit Kind ausgesucht habe?
    Ich wusste von Beginn an, dass er eine kleine Tochter hat. Aber um ehrlich zu sein, ich habe ALLES durch die rosa Brille gesehen. Ich (Kinderlos, hatte nie mit kleinen Kindern zu tun) war der Meinung das wäre alles gar nicht soooo schlimm.

    Ich hatte damit weit gefehlt. Auch wenn meine Stieftochter ein meist braves Kind ist (von den normalen Kinderproblemen mal abgesehen) hatte ich KEINE Ahnung, welche Ausmaße die Schreckens-Herrschaft seiner Ex annehmen würde. Anfangs war sie noch der festen Überzeugung ihn zurück zu bekommen.Bei jedem Aufeinander Treffen wurde die vergangene Beziehung thematisiert, über gemeinsame vergangene Urlaube gesprochen und mit Leidenschaft fängt sie immer wieder gern an über die Trennung zu reden, sich als Unschuldslamm hinzustellen und ihm vorzuwerfen, er hätte versprochen um sie zu kämpfen. Nach einer eindeutigen Ansage seinerseits kam ein 5 Seiten Langer, doppelt bedruckter Brief, in denen es wieder mal 4 volle Seiten lang um die Trennung ging (an die er normal niemals denkt da sie schon fast 2 Jahre her ist), dann Tipps für sein Leben, ein ihrer Ansicht nach korrektes, psychologisches Profil von ihm, eine Infragestellung unsrer Ehe, der Hinweis, dass alles was er tut und ihr überlassen hat (seinen nahezu GESAMTEN Besitz, denn er ist mit fast nichts außer einem Koffer bei mir eingezogen) selbstverständlich wäre und ganz hinten auf der letzten Seite noch eine Erpressung, sie würde noch das letzte Fünkchen seines Besitzes einfordern ansonsten würde sie die Alimente hochschrauben bevor sie uns mit dem letzten Satz noch frech wie sie ist zum Kaffee einlud.
    Und alles unter dem Deckmantel des „ach ich bin so ein guter Mensch, ich bin so arm und ihr habt alles“ (sie wohnt in einer sündhaft teuren Mietwohnung, völlig neu eingerichtet da sie seine alten Möbel verkauft hat, geht nicht arbeiten weil sie sich den Luxus rausnimmt zu Hause zu bleiben usw und wir haben nichts außer ihr Schulden).

    Ich habe es ehrlich gesagt unterschätzt. Mein Lebensretter und nicht zuletzt der Retter unsrer Beziehung war eine sehr gute Freundin von mir, die selbst Stiefmutter ist und einen Ex-Drachen hat.

    Ich liebe meinen Mann und trotz der vielen negativen Dinge, die ich aufgrund seiner Vergangenheit erlebe, ist er das größte Geschenk, das ich bekommen habe. Es gibt in einer Beziehung/Ehe immer Probleme, der Vorteil ist, das es aus der Problem-Sicht nicht mehr viel schlimmer werden kann und ich mich mit der Situation von der Ex einmal als „voll verpflichtet“ und einmal als „darf sich nicht einmischen“ eingegliedert zu werden arrangiert habe. Ich weiß, mein Mann und ich haben zusammen so viele, miese Aktionen seiner Ex überlebt, das es uns nur noch enger zusammengeschweisst hat. Jeder weiß, dass er sich auf den Anderen verlassen kann, da unsre Beziehung bereits aufs zerreissen getestet wurde. Und dadurch weiß ich das, egal was im Leben noch kommt, wir das gemeinsam schaffen können.

    Man sollte aus einer Situation, und wenn sie noch so aussichtslos ist, immer noch etwas positives ziehen können. Und wenn das Positive noch so winzig ist.

    Ich wünsche alles Gute.

    Xenia

  • #5662

    Daka
    Teilnehmer

    Ich bin auch der festen Überzeugung, dass häufig das Problem in erster Linie nicht das Kind sondern die zugehörige Mutter ist…

  • #5663

    Peppalapep
    Teilnehmer

    … tja… ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Ich bin 10 Jahre lang davon ausgegangen, dass ich mit meinem Mann das erste und einzige Kind habe. Nun hat er mir unter Tränen gebeichtet, dass er eine 14jährige Tochter hat. Für mich persönlich stand immer fest, dass ich eben keinen „gebrauchten“ Mann haben möchte. Nun ist es so, wie es ist. Allerdings gab es in all den Jahren keinen Kontakt zwischen den beiden. Nun möchte mein Mann wieder Kontakt – was ich im Sinne des Kindes auch begrüße. Allerdings ist völlig unklar, ob und in welcher Form sich das Kind auf Kontakt einlassen möchte.
    Der Ausgang ist noch völlig ungewiss, da absolut nicht absehbar ist, welche Richtung die ganze Sache nimm. Rational betrachtet ist es alles kein Drama und dennoch fühle ich mich mit unserer Tochter und dem Kind meines Mannes als Verlierer in diesem Spiel.

    • #5664

      Daka
      Teilnehmer

      Wow, das ist heftig. Hat er es denn selbst die ganze Zeit gewusst oder selbst erst viel später davon erfahren? Das würde zumindest für mich einen riesigen Unterschied machen.
      Ich wünsche Euch trotzdem, dass ihr einen guten, gemeinsamen Weg findet und Euer Kind seine Schwester kennen lernen kann.

    • #5667

      Liebe Peppalapep,
      wie du dir vorstellen kannst, habe ich echt schon viel gehört. Ich schreibe gerade einen Beitrag über Phantomstiefmütter. Da gibt es Frauen, die dürfen von der Mutter aus das Kind nicht sehen und Frauen, bei denen der Vater nicht möchte, dass sein Kind die neue Frau kennen lernt. Aber 10 Jahre ein heimliches Kind zu haben ist schon heftig. Das muss verdaut werden. Auch für eure Tochter. Ich wäre im ersten Moment sprachlos, im zweiten wütend. Und dann? Wäre ich wahrscheinlich hin und hergerissen zwischen Verständnis, Wut, Trennungsgedanken, alles mitmachen, alles verweigern und alles nicht wahr haben wollen. Das ist mein erster Gedanke dazu. Alles weitere muss ich genauso sacken lassen wie du.
      Fühl dich mal gedrückt und herzlich willkommen im Club der Stiefmütter
      Susanne

  • #5665

    Peppalapep
    Teilnehmer

    Hallo Daka,
    ja. Er wusste es all die Jahre. Er hat immer Unterhalt gezahlt und auch sporadisch Kontakt zur Mutter. Es war ein 3 – night-stand und er hat halt nicht verhütet. Er hat es aus Angst vor mir verheimlicht, weil er dachte, ich trenne mich, wenn er es erzählt. Die Last der Lüge hat er all die Jahre mit sich herumgetragen. Das Kind und die Unterhaltszahlungen tauchen auch in der Steuer nicht auf. Da er nun vom Amt zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse aufgefordert wurde, hat er es mir gebeichtet. Ich war zunächst heilfroh, dass das Kind bereits vor der Ehe entstanden ist und nicht ein Ausrutscher in der Ehe war.
    Nun bin ich zerrissen… egal wie es sich entwickelt wird es nicht einfach. Was, wenn das Kind keinen Kontakt möchte? Dann wird er durch die nun umgedrehten Machtverhältnisse leiden wie ein Hund (und wir mit ihm). Was, wenn das Kind Kontakt will? Soll er regelmäßig die 700 km fahren um sie zu sehen? (an sich auch prima – aber dann fühle ich mich mit meinem Kind außen vor)
    Was mir einen absoluten Stich versetzt hat ist die Tatsache, dass sie ungelogen unserer Tochter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Stellt man beide fotografisch nebeneinander, sieht man sofort, dass sie Schwestern sind.

    Tja und nun? wie kommt man damit klar? das ganze ist noch keine Woche her.
    Wie geht man damit um…. irgendwie fühlt sich das alles gerade nicht wirklich real an

  • #5666

    Daka
    Teilnehmer

    Boah, mir fehlen die Worte! Ich kann absolut verstehen, dass es dir schwer fällt damit umzugehen und dich das aus der Bahn wirft. Traurig und vor allem Schade um die verlorene Zeit, dass dein Mann sich nicht früher getraut hat mit der Wahrheit rauszurücken. Aber jetzt ist es wie es ist und ihr müsst einen Weg finden.
    Ich denke, so die große Tochter das will, solltet ihr euch vielleicht einfach mal als Familie (denn das seid ihr drei ja trotz alledem) mit Ihr treffen und dann einfach sehen was passiert. Wie alt ist eure gemeinsame Tochter denn? Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich vielleicht beide über eine „plötzliche“ Schwester freuen…vor allem wenn sie sich so ähnlich sehen und möglicherweise sogar auch sonst ähnlich sind. Eine Freundin von mir hat auch erst sehr spät ihre Halbschwester kennengelernt und ein sehr gutes Verhältnis zu ihr aufgebaut. 700 km Wegstrecke ist natürlich utopisch… aber, immer vorausgesetzt, die Tochter möchte das, kann man trotzdem versuchen einen regelmäßigen Kontakt aufzubauen. Eine 14-jährige könnte dann ja auch durchaus mal mit dem Zug oder Flugzeug alleine zu Euch kommen.
    Auch wenn alles momentan sicher ziemlich schwarz für dich aussieht und die Verletzung bestimmt tief sitzt, sieh es vielleicht auch als Chance – eine große Schwester für Eure Tochter und ein neues (altes) Familienmitglied zu bekommen. Das kann nämlich auch absolut bereichernd sein.
    Kannst du deinem Mann denn verzeihen?
    Ich wünsche dir und Euch viel Glück und würde mich freuen, wenn du mal schreibst wie es weitergeht…
    Alles liebe und eine virtuelle Umarmung!

  • #5694

    Susi Sorglos
    Teilnehmer

    Warum einen Partner mit Kind? Das frage ich mich gerade. Ich bin diese Nacht aus meinem Schlafzimmer geflüchtet. Seit Wochen hat seine Tochter Alpträume oder sonst irgend etwas und ich bin nur noch genervt andauernd wird geheult oder geningelt und gestern abend war mein maß voll. Das erste mal war halb elf als sie schrie ich war fast eingeschlafen und beim zweiten mal stand sie heulend neben dem Bett da war es viertel zwölf. Das schlimme ist er bekommt es nie gleich mit das sie schreit so das ich ihn wecken muss. Er schläft danach sofort aber ich nicht. Habe darauf hin das Bett verlassen da sie unter seine decke gekrabbelt ist. Ich wurde gefragt was ich mache. Ich war so sauer das sie nicht ins Kinderzimmer sind ich hab nur noch gesagt ich will auch mal schlafen. So nun stehe ich gleich auf und muss in unser Schlafzimmer wo er mit seiner Prinzessin liegt weil ich Sachen aus meinem Schrank benötige.
    Kennt sich jemand von euch aus wieso sie immer heult und wach wird? Dieses mal war sogar ihr Nachtlicht an. Ich kann bald nicht mehr…

  • #5696

    V
    Teilnehmer

    Bei mir war es genauso, wie einige es bereits geschrieben haben: ich habe mich vor sechs Jahren in einen Mann verliebt. Dass dieser Mann Kinder hat, hatte für mich damals – verliebt und naiv wie ich war – nichts mit unserer Beziehung zu tun. Doch je länger wir zusammen waren und je enger die Beziehung wurde, desto mehr spielten die Kinder – und damit leider auch deren Mutter – eine Rolle in meinem Leben. Die Kinder sind jedes zweite Wochenende bei uns und obwohl es dann durchaus auch schöne Momente gibt, sind diese Wochenenden aus vielen Gründen immer sehr anstrengend und kräftezehrend. Ich habe mich auch schon mehr als einmal gefragt: “ Was mache ich eigentlich hier?“ Oder auch: „Bin ich eigentlich total blöd, das alles mit mir machen zu lassen?“
    Aber in der Zeit, in der die Kinder nicht bei uns sind, führen mein Mann und ich eine Beziehung wie jedes andere kinderlose Paar, und diese Beziehung ist sehr harmonisch und glücklich. Daran versuche ich mich immer festzuhalten, wenn die Kinder mal wieder über Tische und Bänke gehen oder die Kindsmutter rumstresst.

  • #6344

    Halbmond
    Teilnehmer

    Das klingt tatsächlich so, als wären es wirklich die Männer, die es wert sind, dass man das ganze mitmacht. Ist ja auch ein schöner Grund. 🙂 Und wie ist das bei denjenigen, bei denen sich der Mann komplett falsch verhält? Ich lese hier immer wieder die Geschichten, bei denen die Stiefmutter praktisch ignoriert wird, sobald das Besuchskind am Horizont auftaucht. Das ist ja eigentlich kein sehr sympathischer Zug des Mannes und für mich irgendwie nicht nachvollziehbar, was ihn dann noch so umwerfend macht.
    Nach den Erfahrungen, die ich mit der Situation gemacht habe, würde ich jeder Freundin, die einen Mann mit Kind kennenlernt, raten, schnell das Weite zu suchen. Wir haben zwar inzwischen ein Arrangement gefunden, von dem andere vermutlich nur träumen können, aber so richtig komme ich über das Besuchskind nicht weg. Ich kann mit ihr nichts anfangen, sie ist für mich eine Fremde, nach der ich mein Leben ausrichten muss und es tut mir für meine Kleine leid, dass sie dieses Hin und Her mitmachen muss.
    Habt ihr nie diese Anfälle von „wie konnte ich nur“ und „ich hätte viel lieber…“? Natürlich nicht dauernd, aber manchmal finde ich es so frustrierend, dass ich nicht mehr konstruktiv herangehen kann, sondern es einfach nur doof finde.

    • #6409

      Sandra17
      Teilnehmer

      Hallo,

      Natürlich hat Frau diese Anfälle und meiner hat gleich zwei Söhne…
      Aber ich liebe ihn nun mal und wir leben auch noch nicht zusammen, das macht es wahrscheinlich leichter. Er bemüht sich auch sehr meine Erwartungen zu erfüllen, was natürlich nicht immer leicht fällt aufgrund seiner Kinder.
      Und ich gebe mir die Freiheit mich immer wieder zu fragen, ob ich diese Beziehung, diesen Mann wirklich will und habe mich schon mehrmals dafür entschieden weiter zu machen.

      Also wenn du nicht aus Liebe bei ihm bleibst sondern nur wegen eures gemeinsamen Kindes, ist es meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Weder für dich, noch für euer Kind.
      Auch ich habe mich scheiden lassen und meine beiden, jetzt erwachsenen Kinder, haben die Situation gut überstanden. Kinder sind sehr feinfühlig und brauchen vor allem eines – glückliche Eltern!

      Alles Liebe!

  • #6368

    Kara
    Teilnehmer

    Hi,
    also Fragen wie du sie nennst, habe ich nie, denn ich weiß ja noch genau warum ich mich auf den Mann eingelassen habe. Und ich weiß auch, dass ich überhaupt nicht wusste was auf mich zukommt. Wie hätte ich also auf die Idee kommen sollen, anders zu handeln? Ich kannte auch niemanden in einer solchen Situation.
    Ich finde es nicht sinnvoll vergangene Entscheidung zu hinterfragen, aber ich frage mich sehr wohl wie meine Zukunft aussehen soll.

    Achja: Warum jene Stiefmütter bleiben, bei denen der Mann sich immer wieder so extrem daneben benimmt, ist mir allerdings wirklich ein Rätsel.

    LG Kara

  • #6412

    hehe1974
    Teilnehmer

    Warum ein Mann mit Kind(er)???
    Ich (43) habe einen Mann (41) mit 2 Kindern kennen- und lieben gelernt. Ich selbst habe eine erwachsene Tochter (23) mit Enkelkind (3), die beiden wohne nicht in unserem Umfeld. Ich war Alleinerziehende und weiß, wie schwer es ist, einen Partner zu finden, der einige Problematiken verstehen kann. Deswegen auch ein Partner mit Kindern. Nur bei uns war es am Anfang alles super, bis wir zusammen gezogen sind. Die Probleme fingen erst danach an. Seine Tochter wird im April 18 und sie terrorisiert uns alle, sobald es nicht nach ihrem Kopf geht. Sein Sohn (16) ist total lieb und hört uns zu, wenn wir ihm etwas erklären. Beide Kinder waren bei seiner Ex-Frau und sind aus eigener Entscheidung zum Vater gezogen. Seine Tochter hat so einen Prinzessinnen-Status innerhalb der ganzen Familie und sie spielt uns alle aus. Sie geht mittlerweile soweit, dass sie über Gerüchteküche (wir wohnen in einem Dorf unter 1000 Einwohner) mich schlecht macht. Angeblich würde ich über sie Lügen verbreiten. Das stimmt nicht. Im Gegenteil, ich wurde von meiner Fast-Schwiegermutter angesprochen, warum ich der Tochter ihre Wäsche nicht mit waschen würde oder ob ich heute kochen würde, sonst müsste sich die Tochter wieder eine Tütensuppe kochen. Jeder weiß, dass ich täglich frisch kochen muss, da ich Fructoseintoleranz habe und keine Fertigprodukte nicht nehmen kann. Trotzdem wird der Tochter geglaubt. Am Dienstag hatte die Mutter von ihm Geburtstag. Wir waren alle dort. Sein Bruder mit Familie. Gestern erfuhren wir, dass seine Tochter ihrem Onkel den Auftrag gegeben hat, ihr ein Auto im Wert von 3500€ zu suchen, denn er ist Kfz-Meister. Das Geld gibt es nicht. Die Mutter bezahlt keinen Unterhalt und das Kindergeld hat sie auch noch. Arbeiten geht sie nur Teilzeit, weil es ihr immer so schlecht geht. Er macht und tut für die Tochter alles und sie tritt ihn mit den Füßen, aber da muss er durch und nicht ich. Natürlich frage ich mich, warum ein Mann mit Kindern….
    Meine Antwort ist ganz einfach: weil ich ihn liebe und die Zeit, ohne seine Tochter, genau zeigt, wie es wirklich um uns steht. Seine Tochter wird 18 und dann macht sie sowieso nur noch, was sie will. Ich habe mich von ihr innerlich distanziert und wenn jemand aus der Familie mir etwas sagen möchte, was die Tochter angeht, ist meine Antwort: „Sorry, ich bin der falsche Ansprechpartner. Es ist nicht meine Tochter!“ Oder den Satz: „So wie man sie zieht, so hat man sie auch!“

    Denn die Tochter kann auf den Tisch kacken und alle klatschen dazu.

  • #6427

    Dascha85
    Teilnehmer

    Ich habe mich dafür entschieden bei meinem Mann mit Kind zu bleiben
    weil er mir immer gezeigt hat wie wichtig ich ihm bin, weil wir so viele Probleme miteinander gelöst bekommen haben, ich jederzeit über alles mit ihm reden kann und er immer Verständnis hat und versucht die Situation so zu lösen, dass alle Beteiligten in unserer Familie glücklich sind.
    Bei ihm kann ich ich selbst sein und liebe ihn dafür von ganzem Herzen.
    Er hat eine schreckliche Ehe hinter sich und genießt nun unsere.

    Wir haben sehr schwere Zeiten mit seiner Exfrau hinter uns, auch seine Tochter (15 Jahre) hat zwischenzeitlich, vorallem wegen ihrer Mutter, große Probleme gemacht/gehabt.
    Seit die Tochter bei uns wohnt, wir eine Familientherapie machen und es geschafft haben die KM weitgehendst auszuschließen läuft es meistens super und es gibt nur noch die üblichen kleineren Teenie-Probleme.

    Bevor ich meinen Mann kennen gelernt habe, war ich mir auch nicht sicher, ob ich überhaupt Kinder will.
    Er hat mir aber immer vorgeschwärmt wie schön es ist ein eigenes Kind zu haben und hat das auch immer gezeigt.
    Ich habe ihn als tollen Vater kennengelernt und das zeigt er jetzt auch unserem Sohn (2 Jahre).
    Und ich finde es noch viel schöner als er es mir geschildert hat. 😉

    Natürlich gibt es auch Momente in denen ich denke: wären es nur wir 3, also ohne die Tochter, wäre es einfacher/schöner.
    Manchmal fällt es schwer eine Verbindung zur Tochter herzustellen, da sie doch anders aufgewachsen ist als ich es mir für ein Kind vorstelle und hin und wieder auch Eigenarten/Denkweisen der KM hat, die mir aufstoßen.
    Aber ich rede mit meinem Mann auch über solche Gedanken/Gefühle und das hilft sehr mit der ganzen Situation klar zu kommen.

    Mittlerweile können wir sagen, dass wir das Schwerste hinter uns haben und uns diese ganzen Schwierigkeiten gestärkt und zusammen geschweißt haben.
    Uns kann so schnell nichts mehr umhauen.

  • #6472

    Halbmond
    Teilnehmer

    Hallo,

    Vielen Dank für eure informativen Antworten. Wahrscheinlich hilft nur reden, reden, reden. Allerdings finde ich manchmal auch, dass das Thema dann so sehr dominiert, dass man irgendwann auch einfach mal wieder normal leben will. Schliesslich hilft reden ja nur der Beziehung, das Problem schafft es nicht aus der Welt.
    Ich bin zur Geburt unserer Tochter 700km zu meinem damals ja noch recht neuen Partner gezogen. Ich war fremd an diesem Ort, kannte niemanden, hatte keinen Job mehr und keine Familie vor Ort und er hat einfach weitergemacht wie vorher. Unter der Woche gearbeitet und die Wochenenden mit seiner 1. Tochter verbracht. Diese wurde verwöhnt bis zum Umfallen, hat sich bei uns wie zuhause gefühlt und ich war so am Rande auch da und durfte dann hinterherräumen, wenn sie wieder weg war. Dazu hat mein Partner Vereinbarungen, die wir dazu getroffen haben, nicht eingehalten. D.h. sie war ständig „ausnahmsweise“ doch da, obwohl es unser Abend oder Tag gewesen wäre. Sie hat nachts öfter gerufen und uns geweckt als das Baby und war ständig der Mittelpunkt. Wenn sie es mal nicht war, hat sie angefangen zu plärren, bis sie wieder die volle Aufmerksamkeit hatte. Zudem hat mein Partner seiner Ex, die nicht arbeitet, deutlich mehr Unterhalt gezahlt als er müsste, während er in unsere Haushaltskasse für sich und unser Kind zusammen weniger eingezahlt hat, als er der Ex gezahlt hat. Die Gesamtsituation war ein totales Desaster. Ich habe dann Termine bei der Familienberatung organisiert, die zwar nicht wirklich geholfen haben, aber zumindest wurde ihm bewusster, dass es da ein Problem gibt.
    Ich habe dann wieder angefangen zu arbeiten, als meine Tochter 9 Monate alt war. Vor allem, weil ich noch nie vorhatte, Hausfrau zu werden, und schon gar nicht an einem fremden Ort in einem fremden Haus. Das war für mich selbst wichtig, so hatte ich mein eigenes Geld, ein unabhängiges soziales Leben und zumindest gefühlt eine stärkere Position innerhalb der Beziehung. Allerdings hatte ich umso weniger Lust, meine Wochenende mit seinem anstrengenden, mir unsympathischen Kind zu verbringen, schliesslich hatten wir ja auch eine Familie zusammen.
    Ich habe es 3 Jahre ausgehalten und dann beschlossen, nicht dort zu bleiben. Ich wäre auch ohne ihn gegangen, aber er hat entschieden mitzukommen. So sind wir vor 1,5 Jahren in meine Heimat gezogen und wohnen nun 500 km von seinem Kind entfernt. Natürlich war es aufwändig: Zwei neue Jobs, eine neue Wohnung und einen neuen Ganztagsplatz in der Kita zu suchen. Dafür fühle ich mich jetzt unabhängig. Er fährt alle 2 Wochen zu seinem Kind und wohnt an diesen Wochenenden mit ihr bei seinen Eltern. Ich fahre nie mit, da ich mit all dem nichts zu tun haben möchte. Ich fand all das irgendwie zu belastend und ihn zu wenig rücksichtsvoll. Im Grunde hat er mich zu sich geholt um mich dann mit einem Stillbaby allein sitzen zu lassen. Das ist schon für normale Paare, ohne Umzug und Besuchskind schwierig.
    Was ich nun vor allem schwierig finde, ist, dass ich ohne je an einer Trennungssituation beteiligt zu sein, viele Wochenende verbringe wie eine Alleinerziehende. Viele Einladungen sage ich nur für mich zu, er ist ja meist nicht da. Ich meistere Kinderkrankheiten, Haushalt, Betreuung an vielen Wochenenden ohne Hilfe allein und gehe 100% arbeiten.
    Eigentlich ist er ein guter Mann und Vater, ich bin nicht nur wegen unserer gemeinsamen Tochter mit ihm zusammen. Er kümmert sich, wenn er da ist teilen wir Haushalt, Kinderbetreuung und Kosten 50-50 auf. Aber ich bin immer misstrauisch und vorsichtig, nachdem er mich so sehr hat hängen lassen. Auch jetzt kommt immer mal wieder vor, dass er Vereinbarungen nicht einhält oder nicht da ist, wenn ich ihn brauche (z.B. nach einer OP). Ich gehe weiterhin zu 100% arbeiten, um im Falle einer Trennung nicht in die Mutti-Falle zu tappen, was mir für die Kleine leidtut. Ich will aufgrund dieser Situation weder heiraten, noch ein zweites Kind. Ob wir zusammenbleiben weiss ich nicht, aber ich sorge lieber vor und bleibe unabhängig. Und ich glaube nicht, dass ich das mitmachen würde, wenn wir unsere Kleine nicht hätten. Aber sie hat eine Familie verdient, die zwar nicht ganz richtig funktioniert, aber zumindest soll sie nicht zwischen Mama und Papa hin und her geschoben werden.

  • #6473

    Lini
    Teilnehmer

    Seine Ex sagte mal zu mir : „Du wusstest doch, dass er Kinder hat.“
    Ich :“Ja, aber ich wusste nicht das seine EX also Du, so durchgeknallt ist!!“

    Sie hat damals den älteren gegen mich aufgehetzt und zwar vom aller feinsten….ich habe mich
    natürlich gegen seine Mobbereien gewehrt, also hat sie versucht meinem Partner und sogar mir selber einzureden ICH hätte ein Problem mit seinen Kindern.

    Sie hat es fast 3 Jahre versucht uns auseinander zu bringen indem sie viele Lügen erzählte
    z.Beispiel ( mein Partner hätte mich betrogen ) und durch das Aufhetzten des älteren Sohnes gegen mich.
    Er sollte die Drecksarbeit für sie machen !
    Und wir hatten sogar auf meinen Wunsch hin einen Termin beim Jugendamt. Die Jugendamt Mitarbeiterin hat dann meinem Partner die Augen geöffnet.

    Trotz dieser ganzen Terrorherrschaft ihrerseits ist er aber der erste Mann mit dem ich glücklich bin. Wir passen einfach super zusammen und ich bin nicht bereit mir das von anderen Menschen kaputt machen zu lassen.

  • #6821

    Niennanarya
    Teilnehmer

    Ich wollte keinen Partner mehr. Ich bin selbst Mutter eines Teenagers und habe mit Männern mein Leben lang das Problem gehabt, das eine Beziehung immer ein Kompromiss war. Ein Kompromiss mit meinen Vorstellungen, wie sich Liebe und Partnerschaft anfühlen sollten und der Realität, die oft nur Anstrengend und einseitig war. Mit meinem Exmann hab ich es immerhin 11 Jahre ausgehalten, obwohl wir davon 9 Jahre entweder gestritten haben oder ich eben den nächsten Kompromiss eingegangen bin (dann geh ich eben alleine mit dem Kind in den Zoo / gut, ich koche nur noch das was er möchte / ja ich geh in Dreiteufelsnamen dann eben mit dieser schrecklichen Frau und ihrem Mann zum Kegeln, obwohl ich es hasse / und so weiter) Ich hatte beschlossen, ich bin (mit Mitte 30) zu alt dafür, ab jetzt keine Kompromisse mehr, keine Männer mehr, zumindest keine auf Dauer!

    Und plötzlich steht der Mann vor mir. Der eine Mann, der der das Leben Bunt macht, mit dem gemeinsames Essen planen nicht nachgeben ist, sondern gemeinsam etwas finden, was beide wollen, der nicht schimpft und tobt wenn ich meinen Chaotischen hab, sondern mir die Scherben aus der Hand nimmt, einen Metallbecher in die Hand drückt und mir hilft die Überschwemmung auf dem Tisch zu beseitigen, der eine, der von Anfang an verstanden hat, wenn ich etwas gesagt habe und der sich nicht über plötzliche Gedankenabzweigungen beschwert. Kurz, der eine Mann auf der Welt, der so unfassbar perfekt zu mir passt.

    Er hat 4 Kinder. — Ich mag Kinder, aber…

    Ich muss ehrlich sagen, ich habe keine Sekunde darüber nachgedacht, das es zu viel für mich werden könnte. Mir war von Anfang an klar, leicht wird das nicht. Es sind nicht die Kinder, aber die Kinder haben eine Mutter, die mich hasst, weil ich in ihren Augen ihr den Mann weggenommen hab. Eine Mutter, deren Erziehungsstil sich so vollständig von meinem unterscheidet, mehr Unterschied ginge nur, wenn wir noch verschiedene Sprachen sprechen würden. Egal, ich liebe den Mann und mag seine Kinder sehr.

    Es ist nicht das finanzielle, natürlich zerrt das auch. Ich zahle selbst Unterhalt und er ist mit dem Unterhalt für 3 Kinder (die älteste ist 21) ziemlich gut dabei. Da bleibt trotz allem rechnen nichts, und zwar gar nichts übrig. Ausflüge mit den Kindern? Lange Tage am See, wandern im Hochmoor, Hauptsache es kostet fast nichts. Urlaub? Ich war ’94 das letzte Mal im Urlaub. Wir wohnen in einer schönen Gegend – mein Mann träumt vom Nordpol, ja, wenn wir Alt und Grau sind mein Herz 🙂 Wir haben beide Handwerksjobs in einem eher unterbezahltem Betrieb, aber es sind Jobs, die man auch mit 60 noch machen kann, ohne dabei einen Herzinfarkt zu riskieren.

    Ab und zu kommt der kleine Teufel „Eifersucht“, gerade wenn er sich mal wieder sehr um seine Ex kümmert, sich reinhängt und sie behandelt, als wäre auch sie sein Kind. Sie lässt sich das Gefallen, aalt sich in der Aufmerksamkeit. Wenn ich den Gesprächen dann zuhöre (ich hör ja nur was er sagt aber das reicht) dann kommt früher oder später der Punkt an dem ich denke, also mir bräuchte er so nicht kommen, ich bin schließlich erwachsen. Dann verabschiedet sich das Teufelchen, vermutlich aus Langeweile.

    Ich habe ihn nicht gesucht, den Mann mit Kindern, aber ich habe (erstaunt) festgestellt, das mein optimaler Lebenspartner anscheinend ein 4-facher Vollblutvater ist, dessen Kinder ich vermisse, wenn mal ein Besuchswochenende ausfällt und an dem mich nur Dinge stören, die ich bei mir selbst nicht besonders mag. (Ja, wenn die Rückenschmerzen nicht besser werden, geh ich irgendwann zum Arzt / Nein, natürlich warte ich auf Dich bevor ich den Schrank raufwuchte – ähm, so schwer war der doch gar nicht…)

    Ich denke, die meisten kennen (und hassen) den Spruch „Du wusstest doch worauf Du Dich einlässt“ aber ich bin auch der Meinung, viele wissen es eben nicht. Viele Stiefmutties haben selbst (noch) keine Kinder und nicht die leiseste Ahnung wie verdammt nervig und anstrengend sie sein können (vor allem Sonntag früh um 5!) und die, die eigene Kinder haben, haben oft den Organisationsaufwand unterschätzt, den Patchwork und Doppelfamilien mit sich bringen.

    Ich hab mir vorher nie Gedanken darum gemacht. Ich bin nur immer wieder sehr erstaunt, wie wenig Probleme ich damit habe.

    PS:sorry für den langen Text, merkt man das ich gerne schreibe? 😉

  • #7051

    Kate
    Teilnehmer

    Ist die Frage nicht eher, warum bei einem Mann mit Kind bleiben?

    Die Frage stellt sich immer wieder. Die rosarote Brille der Verliebtheit ist nicht mehr da. Viel mehr Alltag und Routine.
    Feiertage teilen, Freiraum aufgeben, anstrengende Tage verbringen.
    Weil er der einzige, der liebevollste, der beste ist?
    In Kauf nehmen mit ihm in den Umkreis seines Sohnes zu ziehen um lange Autostrecken zu vermeiden, um es aber gleichzeitig noch weiter in die eigene Heimat zu haben?
    Was mit geteilten Feiertagen noch schwieriger wird, stundenlange Autofahrten, damit die eigene Familie nicht leidet.
    Eigene Heimat weniger oft besuchen oder dem Mann mit Kind das Leben erleichtern und Richtung seines Kindes ziehen?

    • #7057

      Kara
      Teilnehmer

      Liebe Kate,

      ja, da hast du absolut Recht, das ist die eigentliche Frage, warum man bleibt. Denn fast alle von uns wissen zu Anfang nicht mal annähernd was da auf sie zukommt.

      Ich frage mich immer wieder, ob ich noch bleiben soll. Schwierige Umstände sind natürlich belastend, damit kann ich aber umgehen, jedoch brauche ich das Gefühl, dass mein Partner 100% zu mir steht und ich ihm super wichtig bin. Als Partner sollte man eine besondere Stellung einnehmen. Das habe ich jedoch zu wenig, immer wieder passiert etwas, das meine Zweifel schürt und in vielen Posts hier erkenne ich genau dieses Bedürfnis bzw. den Zweifel, ob es so ist.

      Was deinen konkreten Fall betrifft: Fühlst du dich gut aufgehoben bei deinem Freund? Ist er für dich tatsächlich der Beste? Oder hast du das Gefühl du musst dich anpassen und auf deine Bedürfnisse wird zu wenig Rücksicht genommen? Wie fühlt es sich denn an, wenn du dir vorstellst mitzuziehen bzw. nicht mitzuziehen?
      Es scheint als hättest du schon jetzt das Gefühl einiges für deinen Partner aufzugeben, dich für ihn einzuschränken, das wird sicher nicht besser, wenn du mitziehst, da du dann ja noch mehr aufgibst. Gäbe es denn auch etwas positives am Umzug für dich?

      An den einzig Richtigen glaube ich nicht, ich habe die Erfahrung gemacht die große Verliebtheit muss zwar da sein (sonst kann der andere noch so perfekt passen, die Anziehung fehlt dann bald), aber dann ist entscheidend wie sehr sich der Partner um die Beziehung bemüht. Wie sehr er einen verstehen will, wie sehr er einen akzeptieren kann und wie sehr er an sich arbeiten möchte. Das zeigt sich in vielen Kleinigkeiten und weniger in großen Gesten.

      Ich hoffe du findest die für dich richtige Entscheidung,
      alles Liebe
      Kara

  • #7053

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Hallo Kate,

    das frag ich mich auch.. Wäre er DER Traummann für mich, wenn die belastende Vorgeschichte nicht wäre? Vielleicht? Vielleicht auch nicht. Es bringt nichts über Möglichkeiten nachzudenken, die nicht sind.
    Ich hatte schon das Gefühl, ich würde nur bleiben, weil ich den „Krieg“ (Stieftochter-gnicht verlieren wollte.

  • #7054

    Starchild
    Teilnehmer

    Ich habe meinen Partner im Internet kennengelernt. Bereits im zweiten Mail, erfuhr ich das er eine 3 jährige Tochter hat, seit fast zwei Jahren getrennt lebt und eine absehbar schwierige Scheidung vor sich hat.
    Zuvor fragte ich mich schon, wo wohl der Hacken an der Sache liegt, denn seine erste Nachricht an mich, riss mich vom Hocker. Es lass sich als würden wir uns schon ewig kennen, die selbe Sprache, der selbe Humor, wir sind sogar an der selben Ecke aufgewachsen.

    Begeistern war ich nicht, dass er schon Vater ist. Doch ich hatte zuvor schon eine kurze Beziehung mit einem Vater und machte die Erfahrung, dass die Kid’s das kleinste Problem waren und gab der Sache eine Chance. Als wir uns kennenlernten war’s dann auch zu spät für einen Rückzieher, ich hatte mich Hals über Kopf verliebt.

    Er warnte mich vor, dass ich damit rechnen muss, dass die Scheidung sich hinziehen würde. Je mehr ich über seine Kurzehe und seine Ex.Frau erfuhr, desto schneller war für mich klar, dass ich diesen Teil seines Lebens nicht mit ihm teilen will, sprich nichts mit dieser Person zu tun haben will. Sie nicht in meinem Leben haben will.

    Die Frau ist Beziehungsunfähig, wünschte sich aber auf dem Höhepunkt ihrer Karriere unbedingt ein Kind. Ihren Ex.-Partner, der für sie seine Familie verlassen hat, verliess sie, weil er keine weiteren Kinder mehr wollte. Angeblich mit dem Spruch: “ Nun drehe ich den Spiess um und gehe auf die Jagt nach dem Vater meiner Kinder.“ Was sie auch tat, ins Netz ging ihr mein Partner. Zur ersten Patentante ihrer ungeborenen Tochter sagte sie , der Mann wäre gut für die Familie, sie sehe ja was er ihr alles bieten kann und das sie es mit ihm schon „eine Weile aushalten“ könnte.

    Er konnte ihr aber sehr schnell nichts mehr recht machen und das liess sie ihn spüren. Wenn er z.B. (als Selbstständiger) nicht Punkt 18:00 Uhr am Tisch sass, gab’s nichts zu essen. Oder sie redete 3 Wochen kein Wort mehr mit ihm, weil er nicht mitten im Nachmittag mit ihr zum Babyschwimmen, einkaufen oder sonst was ging. Sie verschwand über’s Wochenende regelmässig, ohne das er wusste wohin oder mit wem. Alles was er von ihr bekam waren seitenweise schriftliche Anleitungen, was er mit dem Kind zu machen hat. (Diese Anleitungen waren nach der Trennung jeweils im Gepäck der Kleinen auch zu finden).
    Er versuchte seiner kleinen Tochter zuliebe es ihr irgendwie recht zu machen, die Beziehung irgendwie zu retten. Bis er endlich erkannte, dass sie Ihn gar nie wollte sondern nur das Kind und einen Dummen, der sie finanziert! Fremd ging er nicht, obwohl sie ihn schon in der Hochzeitsnacht (schwanger) fallen liess. Tätlich wurde er auch nicht, obwohl sie ihn bis auf’s Blut provozierte. Nach 21 Monaten setzte der dem Spuck ein Ende und setzte sie vor die Tür. Also konnte sie ihn nicht mal aus dem Haus schmeissen und so tun, als hätte der böse Mann sie einfach sitzen lassen.
    „Jetzt mach ich dich fertig, finanziell und überhaupt!“

    Und genau das tat sie mit aller Konsequenz. Sie missbrauchte das Kind als Druckmittel gegen ihn, drohte damit sie ihm weg zu nehmen und das zeigte auch die gewünschte Wirkung. Lange konnte ich nicht nachvollziehen wieso er ihre Reaktionen so fürchtete, bis er mir erzählte was nach der Trennungs abging, obwohl sie alles bekommen hat was sie forderte. Fr. 5000.- Unterhalt, damit erkaufte er sich ein erweitertes Besuchsrecht für seine knapp jährige Tochter. Trotzdem drohte sie ihm mit Selbst- und Kindsmord. Anstatt sie anzuzeigen, liess er sich von ihren Psychospielchen manipulieren.

    Was ich mir damals in meiner Naivität nicht vorstellen konnte, dass diese Frau nach allem was sie sich geleistet hat, in dieser kurzen Ehe, vor Gericht mit ihren böswilligen Spielchen und Forderungen auch noch durchkommen würde. Was für ein fataler Trugschluss! Vier Jahre Scheidungskrieg, allein um das seit Jahren gelebte und funktionierende Besuchsrecht, musste er fast ein Jahr kämpfen, um jede einzelne Minute. Weil er gem. seiner Ex. einmal fast zu spät in den Kindergarten kam!

    Seither sehe ich unseren Rechtsstaat mit ganz anderen Augen, vor allem aber sehe ich meine eigenen Gattung, Frau, heute mit ganz anderen Augen! Es gab Zeiten da schämte ich mich regelrecht, für mein Geschlecht. (Im Gericht sassen nur Frauen) Denn ich fand schnell heraus, dass so schlimm es auch war, sie im Vergleich zu andern „Rachemüttern“ noch relativ harmlos ist.

    Würde ich mich heute, mit all dem Wissen, nochmals auf ihn einlassen? Ja! Weil wir zusammengehören. Aber, ich würde Vieles heute anders machen! Mein Partner aber auch!
    Und so schwer es zum Teil auch war (war zweimal kurz davor zu gehen), sind wir beide daran gewachsen und zusammengewachsen.

  • #7056

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Für mich ist es bereits die zweite Beziehung zu einen Mann mit Kind. Mein Ex-Partner hatte Zwillinge und nach dieser Beziehung war ich Patchwork geschädigt und habe geschworen :“NIIIEE wieder ein Mann mit Kind!!!“
    Tja, es kam ganz anders:)
    Mein Freund hat einen 8-jährigen Sohn und als er es mir Damals erzählte, dachte ich erst am Flucht und dann kam mir der Gedanke dass es ja anders laufen kann wie bei meinem Ex.
    So war es auch. Der große Unterschied: mein Freund hat nie zu mir gesagt dass sein Sohn ihm wichtiger ist als ich. Mein Ex dagegen gleich am Anfang… Mit dem Hintergrund „damit du gleich weißt wie es läuft“ . Ich fand es damals OK… Heute nicht mehr!! Es soll kein „wichtiger“ geben… Viel mehr „anders wichtig“ aber keineswegs weniger.

    Heute leben wir zusammen und es läuft gut. Mein Freund ist mir das alles wert. Mit seinem Sohn komme ich gut zurecht und ich bin froh dass ich es doch noch einmal gewagt habe.

    Und wie bereits jemand erwähnte… Sonst wären ja alle getrennten Vater allein, wenn sich keine (mutige) Frau erbarmt;)

  • #7364

    Pengvenene
    Teilnehmer

    Hallo Halbmond,

    du stellst eigentlich eine sehr gute Frage. Ich bin 26 und seit etwas über einem halben Jahr Stiefmutter. Als ich meinen jetzigen Partner(39)kennenlernte,wusste ich auch nicht so recht mit der Info umzugehen,dass er zwei Töchter hat. Ich habe mir daher im Vorfeld die Zeit genommen, das so gut es eben geht mit 26 ohne Kinder, zu durchdenken. Natürlich wusste ich nicht,was auf mich zukommt, und ich habe auch so meine wehwehchen mit dem Stiefmuttersein. Der ausschlaggebende Punkt ist aber, dass ich eine Beziehung mit dem Mann führe, nicht mit den Kindern, bzw. eben anders als mit den Kindern. Ich wurde ziemlich ins kalte Wasser geschmissen, weil es da auch noch eine Nanny gibt, die jedes Kinderwochenende kam und die Kinder sehen wollte. Aber bei allen diesen Dingen habe ich das große Glück, immer sehr direkt zu meinem Partner sein zu können,auch wenn das mal in einer Diskussion endet. Dieser Mensch tut mir unglaublich gut, gibt mir Halt, Geborgenheit und viel Liebe, ich kann mich in jeder Situation auf ihn verlassen. Seine (irgendwie auch unsere) Kinder sind der Bonus oben drauf. Sicher muss man sich viel arrangieren oder manchmal eben auch nicht. Aber es geht nichts über das Gefühl wenn ich einen Gutenachtkuss oder ein „Ich hab dich lieb.“ von beiden zu hören bekomme. Und ja, mir gehen die beiden auch teilweise auf den Sack. Aber ich würde mir mein Leben und meine Familie und Partnerschaft nicht anders wünschen!

    Liebe Grüße
    Pengvenene

  • #7415

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Dann schreib ich hier auch mal etwas…

    Natürlich habe ich mich auch einfach verliebt, und wie! Aber rein rational betrachtet: Weil ich der festen Überzeugung bin, dass es für mich keinen besseren Partner gibt. Seine Vergangenheit und was er daraus mitbringt ist für mich ein Kompromiss, den ich eingehe. Ein riesengroßer zwar, aber diese Beziehung ist es wert.

    Mir wäre es niemals, auch nur im Entferntesten, in den Sinn gekommen, mir jemanden mit Kindern anzulachen. Ich habe Kinder eigentlich immer gehasst – wenn eins das Tram betreten hat, gehofft, dass es bloß nicht anfängt zu schreien und gleich wieder aussteigt. Es gab auch nie Kinder, die ich wirklich kennen gelernt habe. So waren Kinder immer die mühsamen Dinger, die rumschreien und noch nicht richtig denken können.
    Am Anfang unserer Beziehung habe ich wahrscheinlich irgendwie ausgeblendet, dass er die hat. Klar wusste ich es, aber es war sehr abstraktes Wissen, wie auch, dass er noch mit seiner Ex gewohnt hat oder dass die Erde Teil der Milchstraße ist. Wir haben nie ihre Namen benutzt, wenn wir über sie gesprochen haben, das ändert sich auch erst jetzt. Nach etwa drei Monaten hat es mich gefühlsmäßig richtig erwischt – alle romantischen Disney-Familienvorstellungen darüber, dass er eine Familie mit einer anderen hat, sind hochgekommen. Ich habe es gehasst, dass er Kinder hat. Ich konnte das Gefühl nicht ertragen, dass die Mutter seiner Kinder eine andere ist, er diesen riesigen Schritt bereits mit einer anderen Frau gegangen ist (auch wenn ich weiß, dass er die Hochzeit nur aus schlechtem Selbstwertgefühl/emotionalem Missbrauch eingegangen ist und die Kinder ein Produkt des päpstlichen Kondomverbots sind – unvorstellbar in der heutigen Zeit). Nach etwa einem Jahr habe ich die Kleinen dann kennen gelernt. Nicht, weil irgendjemand von uns das wirklich wollte (er fand das nie wichtig, dass ich die kennen lerne, auch wenn er sagte, es wäre schon schön, wenn ich bei den wöchentlichen Besuchen dabei wäre), sondern, weil ich aus meinen festgefahrenen Gefühlen irgendwie heraus kommen wollte. Es hat auch wirklich geholfen. Vor allem die Tatsache, dass mich die Kinder von vornherein sehr akzeptiert haben und mich selbstverständlich als „Familie“ betrachtet haben.

    Mittlerweile hat sich alles recht eingespielt. Mein Partner hat die Kleinen jedes Wochenende Samstag 09:00 – Sonntag 16:00. Seine Ex beschwert sich regelmäßig, dass sie nicht glücklich damit ist, macht aber keinen Gegenvorschlag, und deshalb ignoriert er das einfach (er ist normalerweise so, dass er sofort springt, wenn jemand ein Bedürfnis hat – sie muss wohl erst noch einsehen, dass das jetzt nicht mehr funktioniert). Ich bin meistens ungefähr die Hälfte der Zeit dabei. Wenn ich (noch) nicht dabei sind, reden die Kleinen viel davon, dass man mich doch einladen soll, zum Mittagessen, auf den Spielplatz, etc. Ich freue mich manchmal auf die Kinder, meistens nicht, ich habe sie grundsätzlich gern, und manchmal hinterlassen ihre sehr deutlichen Zuneigungsbekundungen ein dumpfes unangenehmes Gefühl. Ich bemühe mich, ihnen Zuneigung zu zeigen und mich für sie zu interessieren. Ich kann auch ein bisschen wertschätzen, was sie mir geben, nämlich Liebe und Erfahrung. Eigene Kinder werden duch sie sicher viel einfacher. Ich glaube auch fest daran, dass ich in ihrem Leben viel positives bewirken kann. Ihre Mutter ist so dermaßen religiös indoktriniert, dass sie sogar vom Pfarrer als „Extremistin“ bezeichnet wird, und außerdem Sektenmitglied (wie die Kleine davor schützen ist ein Thema für die Zukunft). Mein Partner ist oft ein verschlossener Mensch. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich als atypische Frau in einer Männerdomäne für die Kleine ein wichtiges weibliches Vorbild abgebe, und in der Pubertät für beide erste Ansprechsperson sein könnte, wenn sie mal etwas verbockt haben oder die Mutter ihre erste Liebe verbietet. Das Gefühl, wichtig zu sein, ists schon ein schönes Gefühl. Ein weiterer positiver Punkt, mir war vorher nie richtig bewusst, dass Kinder tatsächlich komplett verschieden sind und nicht mühsame Einheitswinzlinge :-D.

    Mein Partner macht in diesem Zusammenhang alles richtig. Es gab auf diesem Artikel vor kurzem den Artikel „Appell an Trennungsväter“ – er macht wirklich alles so. Wir sind auch an den Wochenenden ein Paar, mein Wort gilt vor den Kleinen genau so wie seines, es wird aber niemals von mir erwartet, dabei zu sein oder mich zu freuen. Als ich einmal die Kleinen abends alleine hatte um sie ins Bett zu bringen und so, wurde im Vorfeld gar nicht erwartet, dass ich das überhaupt mache, ich musste das zuerst anbieten, und später hat mein Partner sehr klar gezeigt, dass wie sehr er meine Hilfe schätzte. In zwei drei Wochen fahren wir dann das erste Mal länger weg mit den Kleinen – allerdings mit seinen Eltern, seiner Schwester und ihren drei Kindern in deren Heimat bzw. ein nahe gelegenes Ferienhaus. Unsere Vermutung ist, dass die Cousins dann so miteinander beschäftigt sind, dass sie die Erwachsenen nur beachten, wenns sein muss.

    Den Gedanken, dass mein erstes Kind bereits mit Geschwisterchen auf die Welt kommen wird, mag ich nicht. Den Gedanken, dass man diese Kleinen bei aller Planung immer im Hinterkopf behalten muss, mag ich nicht. Ich verstehe aber auch das Verhältnis meines Partners zu ihnen nicht. Wenn wir davon sprechen, ins Ausland zu ziehen, erwähnt er das Zurücklassen der Kleinen z.B. gar nicht. Wenn wir von eigenen Kindern sprechen, auch nicht, da ist er einfach enthusiastisch (und ich bremse das dann mit „du kennst das ja schon“). Ich habe nicht den Eindruck, dass seine Kinder für ihn „zu uns“ gehören. Er wirkt oft so, als sei ihm, sobald sie nicht durch etwas in sein Gedächtnis gerufen werden, gar nicht bewusst, dass er Kinder hat. Vielleicht sollte ich mal einen Beitrag mit diesem Thema eröffnen, ich kapiers nämlich echt nicht :-D.

    Liebe Grüße,
    Pumpkin

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