Vergangenheit des Partners belastet unsere Gegenwart und Zukunft Teil 2

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Blackpearl vor 4 Tagen, 4 Stunden.

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  • #59265

    Elle Woods
    Teilnehmer

    Hallo liebe Stiefmüttergemeinde, leider kann ich auf meinen ursprünglichen Beitrag von vor 3 Monaten nicht mehr antworten, deshalb folgt nun hier die Fortsetzung. Danke erst einmal für Eure Ratschläge.

    Der neuste Stand ist, dass das Verfahren nun vor Gericht geht und bald eine Entscheidung getroffen wird. Mein Partner ist davon ausgegangen, dass wenn alles herauskommt, seine Exfrau „handzahm“ sein wird und ihm keine Steine in den Weg legen wird hinsichtlich der rechtlichen Klärung. Dem ist leider nicht so. Ich habe das von vorne herein so vorhergesehen, da ich von einer Frau, die einem Mann ein Kind unterschiebt, nichts Gutes mehr erwartet habe. Sie hat sich auch herausgeredet und gemeint, dass der Frauenarzt schuld wäre, da er sich verrechnet hätte usw. Als wäre der bei jeder Begegnung in ihrem Schlafzimmer Zeuge gewesen. Und wir sind uns wohl einig, dass wenn Frau mit mehreren Männern in einem gewissen Zeitraum ungeschützt Sex hat, sie sich nicht sicher sein kann, wer der Vater ist. Außerdem bestand damals eine feste Beziehung zwischen ihr und meinem Partner, weshalb er natürlich nie in Erwägung gezogen hat, dass das Kind von jemand anderem stammt als von ihm. Wahrscheinlich nutzte sie diese Ausrede aber vor allem, um ihr Gesicht vor dem Kind zu wahren und da wird dann der Arzt als der Schuldige dargestellt. Jedenfalls kam auch kein einziges Wort der Entschuldigung oder Reue in Richtung meines Partners. Ganz im Gegenteil, sie verwies darauf, dass nun alles weitere nur noch über Anwälte geklärt werden würde. Was sie allerdings noch gesagt hat war, dass sie den leiblichen Vater zeitnah benachrichtigen wird, sie aber kein Geld von ihm annehmen würde. Seit Februar besteht zwischen ich rund ihm kein Kontakt mehr. Mein Partner hat natürlich die Unterhaltszahlungen eingestellt, prompt kam eine Aufforderung ihres Anwaltes, dass diese wieder aufgenommen werden sollten, klar von dem leiblichen Vater will sie ja nichts annehmen, also soll alles so weiter laufen wie bisher. Sie behauptet auch wahrheitswidrig, dass man ja damals eine on-off Beziehung geführt, womit sie durch die Blume sagt, dass er ja schon damals hätte auf die Idee kommen können und dies nun reichlich spät bzw. zu spät wäre wäre. Ihm würde es nur um das Geld gehen und das Wohlergehen des Kindes sei ihm gleichgültig. Dass das ein wahrer Schlag ins Gesicht ist, brauche ich ja wohl nicht erklären, denn mein Partner bemüht sich weiter um seinen Sohn, genau wie zuvor. Vielleicht sogar noch mehr, da er sicher unbewusst ein schlechtes Gewissen hat und Angst, dass all das dem Kind Schaden zufügen wird. Und genau das nutzt die Mutter weiter aus, sie erklärt dem Kind, dass es ins Heim kommen wird, wenn ihr etwas passieren sollte und die Vaterschaftsanfechtung durchkommt, da er ja dann keinen Vater mehr hätte und dass das deshalb auf keinen Fall passieren darf (den leiblichen Vater hat sie wohl nach wie vor nicht benachrichtigt, der Junge sagt, dass er ihn eh nicht kennen lernen will, weil der ja einen eigene Familie hätte, auch das hat sie ihm sicher eingeredet). Das Kind kommt dann weinend zu uns und mein Partner muss den Schaden wieder begrenzen, den sie dem Kind zugefügt hat. Ich hoffe einfach nur, dass es vor Gericht Gerechtigkeit geben wird und mein Partner aus der rechtlichen Verpflichtung herauskommt, denn dieser Frau weiterhin Unterhalt zahlen zu müssen für das Kind wäre einfach die Härte. Was er mit seinem Sohn direkt macht, ist ihm ja frei gestellt und natürlich will er ihn auch weiter unterstützen bzw. tut er das ja eh, wenn der Junge bei uns ist, oder er mit in den Urlaub fährt etc.

    Was aber mein Problem ist: Ich habe seit einem 3/4 Jahr immer das Gefühl, dass sich fast alle nur noch um das Kind und die Vergangenheit meines Partners dreht. Das fast 14 jährige Kind wird jetzt noch mehr als zuvor verkindlicht, als es meiner Meinung nach schon vorher der Fall war. Der Junge klebt förmlich an meinem Partner, wenn er bei uns ist. Ein kleiner Riese von Mensch liegt auf dem Schoß meines Partners, umarmt ihn unentwegt, vereinahmt ihn. Mir ist schon klar, warum das jetzt noch mehr zugenommen hat als früher. Zu dem Faktor „Scheidungskind“ ist nun noch das andere Problem dazu gekommen und damit wahrscheinlich noch mehr Verlustängste, die ja durch die Mutter noch forciert werden. Ich wünsche mir so sehr, dass es einfach nur mal wieder nur um meinen Partner und mich geht und wir nach vorne schauen können! Ich habe eine solche Angst, dass nun alles, was kommt, ständig untergeordnet werden muss, oder man immer Rücksicht nehmen muss, dass sich das Kind nicht ausgeschlossen oder weniger geliebt fühlt. Mein Partner ist so sensibel, da er ja auch selbst Scheidungskind ist. Wenn ich dann mal meine Wünsche äußere, wird mir Egoismus unterstellt oder dass ich immer die erste Geige spielen will etc. Wie soll ich damit umgehen? Wie viel Zeit muss ich dem Ganzen noch geben, bis ich wieder einen Anspruch auf Normalität haben kann? Mein Partner hat nun auch einen Kinderwunsch und ich bekommen diesen auch langsam aber sicher. Wir fühle uns auch in unserer Wohnung wohl, sie hat aber nur 3 1/2 Zimmer. Mein Partner sagt, dass es nicht sein darf, dass sein Sohn kein eigenes Zimmer mehr hat, wenn wir ein Baby bekämen. Also steht unsere gemeinsame Zukunft jetzt immer hinter seiner Vergangenheit zurück? Müssen wir uns also zwangsläufig eine größere Wohnung/Haus suchen, bevor wir in die Familienplanung einsteigen?

    LG ELle

  • #59908

    Elle Woods
    Teilnehmer

    Als Ergänzung noch: Was mich auch unheimlich belastet ist, dass immer der Druck auf mir lastet, dass das Kind nicht mitbekommen darf, wie sehr ich seine Mutter und das, was sie getan hat, verabscheue. Wenn ich mich da mal zu weit aus dem Fenster lehne, folgt eine Reaktion meines Partners, die mir fast suggeriert, dass ich die Böse bin und nicht sie, die ihn über so lange Zeit belogen hat und nun nicht mal ein schlechtes Gewissen hat und Verantwortung übernimmt für ihre Fehler, sondern ganz im Gegenteil, die Situation so manipuliert, dass er ein schlechtes Gewissen hat und sich verantwortlich fühlt für die Zukunft des Kindes. Wenn der Junge da ist, denke ich immer viel mehr darüber nach, als wenn wir alleine sind und es ist so anstrengend das alles mit anzusehen, die durch meinen Partner künstlich und angestrengt hergestellte „Normalität“. ich klinke mich dann immer öfter aus, was mir dann auch wieder negativ ausgelegt wird. Mich ärgert es so, dass die Mutter nichts abbekommt davon. Er sagt, dass er sie ja nicht schlecht darstellen darf oder ihr nicht schaden darf, weil es dem Jungen schaden würde. Und an den darf nichts rankommen. Dafür fühlt er sich verantwortlich, nur dass er nicht versteht, dass da auch ihr Mitwirken unverzichtbar ist und er nicht alles retten und ausgleichen kann! Er versucht dann sogar immer das Verhalten von ihr zu entschuldigen und dann platzt mir fast der Kragen. Wie kann man nur so bis zur Selbstaufgabe uneigennützig sein?! Es ist für mich bildlich gesehen so, als würde sie permanent auf ihn einschlagen und er würde sich weder wehren noch weglaufen. Ich soll daneben stehen und mir alles ruhig mit ansehen, damit der Junge ja keinen Schaden davon trägt.

  • #60669

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Elle,

    ich habe den Eindruck, dass du das alles sehr an dich ran lässt. Überleg‘ gut, wie sehr das deine Baustelle ist und ob das so gut für Dich ist.

    Wir Nexts haben immer das Problem, dass wir die Situation der Erstfamilie nur aus Sicht unserer Partner erfahren. Zu leicht ergreifen wir dann auch schnell Partei und das gemeinsame Feindbild -die böse berechnende EX- bringt uns in unserer Beziehung einander näher. Das ist aber ein Trugschluss! Auch wenn euere Situation wirklich einfach nur krass ist – auch du warst damals halt auch nicht mit im Schlafzimmer… Versuch dich abzugrenzen, sonst wird dich das irgendwann auffressen!

    Es gibt immer den der es macht und den, der es mit sich machen lässt! So, wie du es am Ende beschreibst, macht die KM etwas und dein Partner lässt es mit sich machen. Da kannst du nichts bewegen! Der Junge sitzt zwischen den Stühlen. Er scheint ja aber zu erkennen, wer es gut mit ihm meint. Das ganze ist eine so verfahrene Situation, dass es Zeit brauchen wird, sie zu lösen und so wie und was du hier schreibst, kommt Ihr und vor allem auch DU ohne professionelle Hilfe da nicht unbeschadet raus! Das ist zumindest mein Eindruck!

    Ich wünsche dir viel Kraft – es ist schwer sich so hilflos zu fühlen, das kann ich gut verstehen!
    Lg Sommerflieder

  • #63461

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Elle,

    du schreibst „dass das Kind nicht mitbekommen darf, wie sehr ich seine Mutter und das, was sie getan hat, verabscheue.“ Da muss ich deinem Partner mal zustimmen. Bitte sage keine schlechten Dinge über die Mutter, wenn das Kind dabei ist. Klar, sie hat sich ganz schön mies benommen, ohne Frage. Aber es ist immer noch seine (leibliche) Mutter! Wenn er älter ist, wird er seine eigene Meinung bilden und die Konsequenzen daraus ziehen. Durch die Lästerei machst du dich im schlimmsten Fall nur unbeliebt bei ihm.

    Die Mutter kann übrigens einen Vormund bestimmen für den Fall, dass sie stirbt oder sich nicht mehr kümmern kann. Ich kann mir vorstellen, dass dein Partner dafür auch in Frage kommt, da er sich ja 14 Jahre gekümmert hat, auch ohne Blutsverwandschaft. Sowas müsste aber euer Anwalt genauer wissen.

    Im ersten Jahr sollte ein Baby ohnehin bei den Eltern schlafen, d.h. ihr bräuchtet nicht vor dem Kind eine neue Wohnung. Und Platz ist im kleinsten Schlafzimmer 😉

    Ich finde, du solltest versuchen ein bisschen mehr Verständnis für deinen Partner aufzubringen. Für ihn ist es bestimmt nicht leicht, nun zu wissen, dass der Sohn gar nicht sein leiblicher Sohn ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schwer das sein muss.
    Es ist auch klar, dass das Thema hohe Priorität hat, bis der Gerichtsprozess abgeschlossen ist und alle Dinge geklärt sind.

    Ich wünsche dir/euch viel Kraft!

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