Verfahrene Situation

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  LillyChantilly vor 1 Woche, 3 Tagen.

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  • #9155

    arven
    Teilnehmer

    Liebes Forum

    Vor 8 Jahren hat mein Ex-Mann mich nach 16 Jahren Beziehung verlassen. Unsere Kinder waren damals 3 Jahre und 1 Jahr alt.

    Seit nun bald 7 Jahren bin ich in einer Beziehung mit einem Mann, dem dasselbe widerfahren ist. Seine Kinder, welche unter der Woche bei der Mutter wohnen, haben dasselbe Alter wie meine- 9 und 11 Jahre.
    Mein Partner konnte sich lange Zeit nicht für mich entscheiden, hatte lange noch SMS-Kontakte zu anderen Frauen- es war also alles andere als eine einfache Beziehung von Anfang an. Ich habe nicht um ihn gekämpft- bin dann auch nach einem halben Jahr ausgestiegen, jedoch haben wir vier Monate später wieder zueinander gefunden. Es ging dann trotzdem noch ca. 3 Jahre mit viel Unsicherheit von meiner Seite weiter und erst etwa seit drei Jahren ist es eine stabile Beziehung geworden.

    Mein Sohn (11J.) ist ein besonderer Junge. Im zweiten Schuljahr wurde uns von der Lehrerin das Buch über das Asperger-Syndrom vorgelegt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit hat mein Junge dieses (mein Bauchgefühl), jedoch liessen wir es nie abklären. Dies schreibe ich, dass ihr verstehen könnt, dass es nicht immer nur einfach mit ihm ist und auch ich oft nicht verstehen kann, warum er so reagiert oder agiert, wie er es eben tut. Er ist jedoch ein herzensguter, intressierter Junge, welcher vor allem ein Denker ist mit kreativen guten Ideen und er ist ganz und gar nicht der wilde Typ.

    Mein Partner behandelt meinen Sohn seit je – für meinen Geschmack- herablassend und anderst als die anderen drei Kinder. Auch zu meiner Tochter ist er oft sehr rabiat oder provozierend- wohingegen er zu seinen Kindern höchstens so ist, wenn meine nicht dabei sind und er überfordert ist. Ansonsten behandelt er seine beiden sehr liebevoll, zugewandt und hat immer ein offenes Ohr für sie. Sie sind ihm das wichtigste auf der Welt und er gibt ihnen seine gesamte Liebe, was natürlich sehr schön ist. Sie sind praktisch jede Woche von Freitagabend bis Sonntagabend bei ihm.

    Auch wenn wir beide zu zweit sind, haben wir es meist sehr liebevoll und lustig, viele gleiche Intressen und Gedanken. Aber eben auch ab und an Auseinandersetzungen wegen Kommunikationsschwierigkeiten bezüglich der Kinder oder aber der früheren Unsicherheiten.

    Dieses Wochenende war sein Verhalten zu meinem Sohn wieder so sehr provokant…er wird immer als letztes gefragt, was er möchte beim Essen, Vorschläge seinerseits werden kommentarlos abgeschmettert und teilweise werden auf seine Fragen (z.Bsp. dürfen wir noch einen Film schauen) gar keine Antworten gegeben. In meinen Ohren ist der Tonfall meines Partners gegenüber meines Sohnes herablassend und provokant. Er macht häufig sarkastische Bemerkungen und hebt seine Kinder besonders hervor, wenn diese helfen und meine gerade nicht darauf reagieren (M. das hast Du jetzt aber gut gemach- vielen Dank!).

    Mein Partner fragt sich dann, warum mein Sohn manchmal nicht reagiert auf ihn. Ich frage mich nicht- denn ich würde es an seiner Stelle auch so machen.

    Mein Sohn sagte mir dann auch auf dem Heimweg: „Du Mammi, warum provoziert mich …. immer so? Ich habe ihn nicht gern.

    Seit Januar wohnen wir in einem eigenen zu Hause direkt neben meinem Partner. Wir haben bewusst zwei eigene Daheim, da wir schon vorgängig geahnt, gewusst hatten, dass es sonst nicht funktionnieren würde. Mir war die dauernde hin-und herreiserei zuviel und es hat sehr an mir und meiner Energie gezehrt. Nun könnte ich es gut haben, aber die Zweifel nagen an mir…warum mag er meine Kinder nicht? Will er überhaupt mich als Partnerin oder trauert er noch immer der Mutter seiner Kinder nach und ich bin einfach ein Lückenbüsser weil er weiss, dass ich eine „gute Frau“ bin? Sonst würde er sich doch mehr „Mühe“ geben mit meinen Kindern zurecht zu kommen, ihnen entgegen zu kommen.

    Mit meinem Partner habe ich schon oft darüber gesprochen und wir hatten auch schon viele Auseinandersetzungen deswegen. Es ist mir unklar, ob er etwas ändern will an dieser Situation. Er hat das Gefühl mein Sohn muss ihm entgegenkommen. Meine Kinder sind schwierig (das sind sie nicht!). Seine Kinder bekommen unendlich Liebe und Geborgenheit von ihm, er macht mit ihnen Blödsinn, unternimmt viel mit ihnen, ist ihnen ein wirklich wundervoller Vater! Meine Kinder haben auch einen wundervollen Vater und er soll und muss kein Vaterersatz sein. Aber es wäre schön, wenn er zumindest mit Wohlwollen auf meine Kinder zugehen könnte.
    Ich stehe immer hinter meinen Kindern, auch wenn danach mein Partner unzufrieden ist mit mir. Auch der Vater meiner Kinder ist zuverlässig für Sie da und die beiden sehen ihn jede Woche.
    Ich möchte meinen Partner nicht verlassen. Ich liebe ihn und bin eine treue Person- es sind viele Jahre, die wir bereits zusammen verbringen und ich kenne seine Kinder (er meine auch) seit sie zwei und vier Jahre alt sind. Ich liebe auch sie. Aber zunehmend belastet das Ganze auch meine Beziehung zu seinen Kindern weil meine Gedanken darüber, weswegen er mit ihnen so und mit meinen so ist, Purzelbäume schlagen….

    Seht ihr eine Möglichkeit die so eingefahrene Situation zu entkräften/entschärfen?
    Macht es Sinn die Herbstferien mal alleine mit meinen Kids und ohne ihn und seine Kinder zu verbringen?

    Ich danke Euch sehr für Eure Einschätzung- herzlich arven

  • #9156

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Arven,

    natürlich kannst du mal Ferien alleine mit deinen Kindern verbringen, das ist sicher nett für dich und deine Kinder, hat aber meiner Meinung nach nicht wirklich etwas mit der Situation zu tun.

    Sonst kann ich nur vom Standpunkt einer kinderlosen Stiefmutter berichten, die sich sehr schwer tut, dass von dir von deinem Partner geforderte Wohlwollen aufzubringen. Tja, warum ist das so schwer? Also erstens sind die Kinder des Partners nun mal nicht die eigenen und „fremde“ Kinder sieht man denke ich immer kritischer als eigene. Da ist einfach keine Grundliebe, die bewirkt, dass man das Kind mal per se positiv sieht. So wird es wohl auch deinem Partner gehen.
    Ich merke diese unterschiedliche Wahrnehmung immer wieder bei meinem Partner. Dort wo ich Mängel und Fehler sehe, sieht er die positiven Eigenschaften seines Kindes, die sein Sohn zweifellos hat, aber eben nicht nur. Er sieht die Schwachstellen im Grunde auch, aber wenn wer anderer sie anspricht ist er sofort im Verteidigungsmodus…ist das bei dir vielleicht auch so? Ich finde auch als Elternteil muss man lernen einen realistische Einschätzung des Verhaltens der eigenen Kinder zu haben…eben ohne Beschönigen.

    Ich war sehr offen seinen Sohn kennen zu lernen, jetzt mit Jahren, die ich ihn inzwischen kenne, muss ich sagen, wir verstehen uns zwar, aber ich mag einiges an seiner Art nicht. Und nein, ich kann ihn nicht weil ich meinen Partner liebe positiver sehen. Ich sehe ihn so wie ich ihn sehe, ganz unabhängig davon wie sehr ich meinem Partner liebe. Aber natürlich verhalte ich mich respektvoll ihm gegenüber. Laut deinen Beschreibungen verhält sich dein Partner rabiat und provozierend, das geht finde ich nicht. Wie zeigt sich das denn? Schreit er deine Kinder an?

    Eines hat mich noch aufhorchen lassen: Was bedeutet du stehst immer hinter deinen Kindern? Ich hoffe nicht, dass automatisch immer sie im Recht sind, weil dann ist es klar, dass das einen Partner stört. Wenn du egal was dein Sohn macht, sein Verhalten immer entschuldigst, dann ist verständlich dass in deinem Partner Wut entsteht. Natürlich sollst du für deine Kinder eintreten, vor allem auch wenn sie ungerecht behandelt werden, aber wenn sie nerven, dann dürfen andere auch von ihnen genervt sein und das (auf angemessene Weise) auch ausdrücken.

    LG Kara

  • #9161

    arven
    Teilnehmer

    Liebe Klara

    Danke Dir sehr für Deine Gedankenanstösse!
    Mir ist vieles was Du schreibst klar und bewusst.
    Dass ich immer hinter meinen Kintern stehe hat nichts damit zu tun,dass ich ihnen freie Hand lasse. Viel mehr damit,dass ich sie stütze wenn mein Partner unfair gegenüber ihnen ist.
    Ja,ich erwarte wohlwollen gegenüber ihnen,was nicht gleichbedeutend ist mit: alles gut heissen was sie tun oder sie zu lieben.

    Ich verstehe Deine Situation und die Sicht von Dir ist sehr hilfreich für mich….

    aber;-)….wir haben BEIDE Kinder. Und er behandelt seine Kinder so sehr anderst als meine-nämlich genau so wie du es von deinem Partnerbeschreibst,dass es fast nicht aushaltbar fürmich ist. Im Gegensatz dazu begandle ich seine Kinder sehr normal-ich mag Kinder im allgemeinen sehr. Und ich bin deutlich strenger zu meinen als zu seinen ( für welche ich ja auch nicht die volle Verantwortung habe).

    Wue soll ich sagen: wichtig in einer Partnerschaft ist es doch,das Beste aus den Menschen zu holen. Ich habe zwei wirklich tolle Kinder-wie er auch. Und alle vier zusammen haben es sehr gut (was überhaupt nicht selbstverständlich ist)….er aber ist derjenige,der sich so sehr stört an meinen Kids,dass der Friede gestört wird. Und glaube mir…es ist nicht so,dass meine Kinder Dinge tun,die seine nicht machen….

    herzlich-arven vom handy aus;-)

  • #9163

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Arven,
    ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr schwer ist, wenn der Partner seine Kinder so anders (und bevorzugt) behandelt im Vergleich zu deinen. Auch wenn es nicht sehr erwachsenen ist stört mich nämlich dasselbe an meinem Partner und zwar wie bevorzugt er seinen Sohn behandelt. Bei seinem Sohn gelten all die Regeln und Bewertungen die für andere gelten nicht. Ganz im Gegenteil er ist sonst ein sehr kritischer Mensch, aber bei seinem Sohn wird alles entschuldigt und gibt es immer gute Gründe warum er etwas so oder so macht. Wo er bei anderen (auch Kindern) schon sagen würde die sind faul ist sein Sohn halt gerade müde usw. Dazu muss man sagen, dass der Junge inzwischen 14 Jahre ist und daher meiner Meinung nach einfach schon mehr an Selbstständigkeit erwartet werden kann. Vieles was ich früher noch verstanden habe (ich kenne den Sohn aber auch erst seit er 11 Jahre ist) finde ich inzwischen nicht mehr angemessen.

    Ich kann also nachvollziehen wie es dich bedrückt die Ungerechtigkeit zu sehen (auch wenn ich es aufgrund fehlender eigener Kinder nicht komplett nachempfinden kann), ich verstehe aber auch wie es ist die Person zu sein die den Frieden stört, die bin nämlich ich in unserer Konstellation. Der Mann ist glücklich, wenn der Sohn da ist, der Sohn fühlt sich auch wohl, nur ich mag es nicht. Es ist eine sehr unglückliche Position. Ich wünschte wirklich ich könnte es ändern, es wäre ja dann auch für mich viel leichter. Aber es ist wie es ist, wenn das Kind da ist, fühle ich mich nicht richtig wohl. Und es hilft kein bißchen, dass ich meinen Partner so liebe, eher werde ich dann auf ihn wütend, weil er mir das „antut“, weil er sein Kind sehen will. Ich weiß natürlich vom Verstand her, das ist Blödsinn, aber leider fühlt es sich dennoch immer wieder so an. Ich weiß natürlich nicht was in deinem Partner vorgeht und was die Gründe für sein Verhalten sind, aber ziehe zumindest in Betracht, dass er vielleicht auch gerne deine Kinder lieber hätte, aber irgendetwas in ihm, ihn daran hindert. Vielleicht hat er Angst, dass sich seine Kinder benachteiligt fühlen oder oder…

    Alles Liebe
    Kara

  • #9166

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Liebe Arven!

    ich habe jetzt nur deinen ersten Beitrag gelesen, aber da sind für mich schon viele Dinge drinnen, die mich an dieser Beziehung zweifeln lassen würden.

    Du schreibst über euren Anfang, und dass du sehr lange nicht sicher warst. Er war anscheinend von Anfang an nicht Feuer und Flamme, und hatte noch Nebenbei-Kontakte? Was willst du mit einem, für den du von Anfang an nur eine von mehreren Optionen warst?
    Dann eiert diese „Beziehung“ 3 Jahre lang herum…klingt gar nicht gut.

    Dann schreibst du, dass er beide deiner Kinder anders und schlechter behandelt als seine eigenen. „herablassend, provokant“ – deine Worte!

    Wenigstens wohnt ihr nicht zusammen. Ich an deiner Stelle würde den Kontakt zwischen den eigenen Kindern und dem Freund minimieren. Das würde ich übrigens auch als „hinter den Kindern stehen“ verstehen.

    Was genau liebst du an diesem Mann? Warum hältst du so verzweifelt an dieser Beziehung fest, die allein durch deine Beschreibungen von außen so lieblos und wenig wertschätzend klingt?

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